PR 3007
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Perry Rhodan Nr. 3007: Zeuge der Jahrhunderte

Autorin: Michelle Stern

Inhalt

Die RAS TSCHUBAI ist unterwegs zur Posbi-Dunkelwelt Culsu. Dort soll das Omniträgerschiff instandgesetzt werden. Unterwegs untersucht Sichu Dorksteiger Zemina Paaths DNS. Das Erbgut der geheimnisvollen Frau lässt sich keinem bekannten Volk zuordnen. Sie ist jedenfalls kein Lemurerabkömmling.

Die RAS erreicht ihr Ziel am 12. September 2045 NGZ. Von Culsu ist keine Spur zu sehen, auch keine Trümmerteile, was darauf schließen lässt, dass der Planet an einen anderen Ort versetzt worden ist. Die RAS fliegt weiter zur von den Posbis genutzten Raumstation WHEELER in der südlichen Westside. Man hofft, dort einen Lotsen an Bord nehmen zu können, der das Schiff zur neuen Position Culsus führen kann. Die Station verbirgt sich neuerdings im Ortungsschutz der Sonne Bright Eye. Eine Mikrosonde heftet sich an die RAS. Ihr ultrakurzer an die Station gerichteter Funkimpuls lässt sich zum Ausgangspunkt zurückverfolgen. Atlan, Gucky, Aurelia und die Xenotechnologin Marli Willka fliegen mit einer LAURIN-Jet dorthin. Marli ist mit von der Partie, weil sie mit dem Posbi Kirt befreundet war, der die RAS vor zwei Jahren Bordzeit verlassen hat und sich nach WHEELER begeben wollte. Die Jet wird mit schweren Waffen beschossen. Ein gewisser Stahmon fordert die Galaktiker auf, das System sofort zu verlassen. Als er danach erneut feuert, nutzt Gucky die Gelegenheit, mit Atlan, Aurelia und Marli durch eine Strukturlücke im Schutzschirm WHEELERS ins Innere der Station zu teleportieren.

Die Station wirkt wie ausgestorben. Gucky espert, dass sich die Posbis davor fürchten, Stahmon könne ihnen den Plasmaanteil rauben. Einem Drittel der Stationsbesatzung ist das schon widerfahren. Aurelia ermittelt Kirts Aufenthaltsort. Man stattet ihm einen Besuch ab, doch Kirt reagiert panisch, denn er erkennt Marli zunächst nicht. Nachdem er sich beruhigt hat, erfahren die Galaktiker, dass Stahmon die Posbis wie unmündige Kinder behandelt - zu ihrem eigenen Schutz, denn die Außenwelt ist gefährlich. Dort haben der Posizid, die Datensintflut und die immer noch aktiven Ladhonischen Scharen für Chaos gesorgt. Kirt und seinesgleichen haben Angst vor dem Draußen, daher beugen sie sich Stahmons Leitsatz, der da lautet: "Sicherheit geht vor!" Kirt ist seit dem Posizid sehr verwirrt, erinnert sich an kaum etwas und weiß noch nicht einmal mit Sicherheit, ob er wirklich Kirt ist. Kirts Matten-Willy Prexxel-Alabaster meint, Gabriel könne den Galaktikern womöglich helfen. Dieser Posbi ist alles, was von der Widerstandsbewegung gegen Stahmon noch übrig ist.

Während sich die anderen zu Gabriel begeben, bleibt Marli bei Kirt. Dieser berichtet, der Weltenbrand habe damals noch einige Zeit angehalten. Auf vielen Planeten hätten sich die Bewohner in Bathopolen (Unterstädte) zurückgezogen, andere seien in Weltraumhabitate geflohen. Das Projekt Exodus sei aber fallen gelassen worden. Infolge der Hyperkorrosion, die die Lebensdauer auf hyperphysikalischer Basis arbeitender Geräte vermindere, sei die Raumfahrt stark eingeschränkt worden. Hekéner Sharoun sei am 16.11.1572 NGZ einem Attentat zum Opfer gefallen. Die Ladhonen seien erstmals im Jahre 1650 NGZ in der Eastside aufgetaucht. Ein Angriff der Ladhonen auf WHEELER habe abgewehrt werden können. Seitdem führe Stahmon sein hartes Regime.

Gabriel muss zunächst einmal davon überzeugt werden, dass Atlan und seine Begleiter keine Spitzel Stahmons sind. Er gibt ihnen den Tipp, dass Stahmon am nächsten Tag eine öffentliche Rede halten wird. Gucky schnappt sich den Diktator, doch in Wahrheit "entführt" der Mausbiber lediglich einen Holo-/Prallfeldprojektor, durch den eine "greifbare" Simulation Stahmons erschaffen wurde. Zahlreiche Projektoren dieser Art sind überall in der Station unterwegs. Jetzt ist Stahmon gewarnt. Die Galaktiker werden gejagt. Aurelia findet heraus, dass Stahmon auf Anraten der Zain-Konstrukte (Bündnispartner der Union positronisch-biologischer Zivilisationen) als Sicherheitsverantwortlicher auf WHEELER eingesetzt wurde und kein Posbi ist, sondern ein verselbständigtes Shelter-Programm.

Da Gucky Stahmons Präsenz espern konnte, geht Atlan davon aus, dass es einen Teil des Programms geben muss, wahrscheinlich eine in Plasma ausgelagerte Komponente, die angreifbar ist. Um an diese heranzukommen, müssen die Galaktiker in die bestens abgesicherte Zentrale gelangen. Zu diesem Zweck modifizieren sie den erbeuteten Projektor, tappen aber in eine Falle. Stahmon hat sie bereits erwartet. Atlan soll die RAS herbeirufen, damit Stahmon das Schiff vernichten kann. Nur so glaubt Stahmon das Geheimnis um WHEELERS Existenz wahren zu können. Sollte Atlan ihm nicht zu Willen sein, muss Gucky sterben. In dieser Situation spielt Marli Trojanisches Pferd. Sie ergibt sich und schmuggelt einen kleinen Infiltrations-Kampfroboter in die Zentrale. Dieser vernichtet jenen Projektor, den Gucky als Träger des Plasmaanteils identifiziert hat. Gucky kommt frei und richtet weitere Zerstörungen an. Stahmon wird besiegt, aber nicht "getötet". Er ergibt sich.

Am 15. September ist die Situation unter Kontrolle. Das Shelter-Programm wird weiter isoliert. Die "verstümmelten" Posbis erhalten ihr Plasma zurück. Unter der Voraussetzung, dass die Galaktiker ihn schützen, ist Kirt bereit, als Lotse in die RAS zu kommen.

J. Kreis, 06.04.2019


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Hans Fallada (08.04.2019):

@Peter Uwira
Ihr Kommentar erscheint mir als eine sehr kluge Analyse des derzeitigen Zustands der Erstauflage. Ich habe auch dieses Heft nicht gekauft und bereue es nicht.

So ein großes Jubiläum und dann so ein Start mit maximal angezogener Handbremse :-(. Eigentlich bin ich echt fassungslos aber ich tröste mich mit NEO, hab jetzt das dritte Taschenbuch in Folge gekauft und dort habe ich fast wieder dasselbe Gefühl wie in der Frühzeit der Serie als ich als Jugendlicher zum ersten Mal in die Serie reingelesen habe. Veränderte aber altbekannte Helden wie John Marshall und neue Figuren wie Tuire Sitareh (diese Figur hat großes Potential), leicht veränderte Früh-Technologie der Serie und ein Mix aus M87/Die Blues/MdI in einem Zyklus. Wenn ich es direkt mit Genesis vergleiche dann ist NEO wirklich die Alternative für mich. Die Expokraten von NEO haben wohl echt wesentlich mehr auf der Pfanne als WiVa und CM.

Sollte die EA doch noch an Fahrt gewinnen, steige ich wieder ein aber über die letzten drei Hefte hätte ich mich nach dem Lesen wohl nur aufgeregt :-(. Echt schade.


Peter Uwira (06.04.2019):

Der dem Roman beigefügte Leserbrief von Franz Olbricht bringt den Gigantismus der Serie sehr schön auf den Punkt: "Spannung entsteht nicht durch immer größere Gefahren, sondern durch nachvollziehbare Gefahren, die auch eintreten können! Die Bedrohung muss real sein. Dies sehe ich bei der Bedrohung des kompletten Multiversums definitiv nicht, und ich befürchte eine Handlung, deren Lösung mich nicht interessiert."

Michelle Sterns schmallippige Replik, die sich auf keinerlei inhaltliche Auseinandersetzung einlässt: "Viele haben mitgefiebert, was vom Multiversum noch bleibt oder besser, welche Auswirkungen der Weltenbrand nun haben mag."

Paradoxerweise scheint der Leitspruch des geistesgestörten Software-Diktators "Sicherheit geht vor" auch das aktuelle Motto der Serie selbst zu sein. Einerseits scheuen Dittert & Kasper keinerlei Risiko und sprengen mit der dys-chronen Scherung ein liebevoll über mehr als ein halbes Jahrhundert aufgebautes literarisches Universum. Andererseits geht man bei Aufbau und Machart der einzelnen Romane sowas von auf Nummer sicher. Da wird eine Posbi-Raumstation infiltriert, um an Informationen über die vergangenen 500 Jahre zu kommen. Seitenweise schleppt man sich durch eine der ewig gleich ablaufenden Kommandoaktionen, um an Ende des Romans damit konfrontiert zu werden, dass die Posbis auch nichts wissen.

Innerhalb dieses konventionellen Rahmens gab's aber durchaus auch erfreuliche Momente: die Einbeziehung einer Durchschnittsperson in den Kreis der Unsterblichen, zwischenmenschliche Spannungen und deren Auflösung und auch die ehrliche Darstellung weiblicher Charaktere (Marlis Schwärmerei für Steinzeit-Machos würde einem männlichen Autor völlig zu Recht nur schwer über die politisch korrekten Tasten flutschen).

Im Angesicht einer von Stahmon auf Atlan gerichteten Waffe kommt es allerdings zu folgendem Austausch: Nutz deine Fähigkeiten als Kosmopsychologe, riet der Extrasinn... Soweit es mir möglich war, nickte ich mit dem Kinn in Guckys Richtung. "Ich mache mir nichts aus dem Leben von diesem da. Er ist nicht mehr als ein Lakai."

"Na dann..." Ohne ein weiteres Wort zu verlieren erschoss Stahmon den Mausbiber. (Das wäre für mich die logische Konsequenz gewesen...)

Dittert & Kasper sind wirklich die ungekrönten Könige der unausgearbeiteten Gedankenblitze. Die absurde Auflösung des vergangenen Zyklus ist ja mittlerweile berüchtigt. Aber auch im Kleinen blitzen immer wieder nette Bilder auf, die dann aber in keiner Weise ausgearbeitet werden:

In diesem Roman gibt es einen Posbi mit dem biblischen Namen Gabriel, der (mit dunklen Schwingen auf seinem Rücken) ständig vom Himmel predigt. Und das war's dann aber auch schon wieder. Ein Engel mit teuflischen Flügeln. Ein Symbol für innere Zerrissenheit? Irgendwas von Bedeutung? Wer weiß.

Oder die Onryonen, deren um 180 Grad verdrehte Ansichten bezüglich der Kultur des Stoffwechsels mich rätseln lassen, wie denn nun eigentlich das Zeremoniell bei internationalen Konferenzen aussieht. Wer passt sich an wessen Kultur an? Wo finden die offiziellen Empfänge statt: im Speisesaal oder auf der Toilette?

Oder das Thema, das eigentlich DAS THEMA sein sollte: Was ist Wahrheit? Eine ewige Frage, von Pontius Pilatus bis Donald Trump. Und wie wird das in Perry Rhodan abgehandelt?

"Unser Schiff ist das letzte wahre Archiv der Menschheit. Wir werden euch eine Kopie vieler unserer Daten geben, und auch Kirt soll Informationen erhalten, die ihm helfen könnten, zwischen Wahrheit und Fehlinformation zu unterscheiden."

Ja natürlich. Wer würde nicht einem plötzlich aus der Vergangenheit auftauchenden Schiff vertrauen, dessen Besatzung behauptet, als einzige im Besitz der Wahrheit zu sein? Schon allein der Gedanke eines in sich widerspruchsfreien Archivs ist absurd. Ja, nicht einmal etwas so Abstraktes wie die reine Mathematik ist in sich widerspruchsfrei, wie gebildete Science Fiction Autoren spätestens seit der Popularisierung von Kurt Gödel durch Hofstadters Buch "Gödel, Escher, Bach" wissen sollten.