PR 3004
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Perry Rhodan Nr. 3004: Der Vital-Suppressor

Autor: Christian Montillon

Inhalt

Nur zu gern würde Perry Rhodan ins Solsystem fliegen, um nachzusehen, ob die Wiege der Menschheit dort wirklich nicht mehr ihre Bahnen zieht, aber das ist ausgeschlossen. Das Solsystem ist Sperrgebiet und wird von den Cairanern bewacht. Rhodans Zellaktivator würde sofort geortet werden. Ein Besuch bei Reginald Bull im Ephelegonsystem wäre möglich, wird aber aufgeschoben, als Zemina Paaths "Koffer" interessante Informationen über die Milchstraße preisgibt. Der Paau liefert ein exaktes, wenn auch nicht aktuelles Gesamtbild der Milchstraße. Angezeigt wird der Stand vom Beginn der Cairanischen Epoche vor 200 bis 300 Jahren. Es handelt sich um ein Hypersexta-Diagramm, in dem Regionen mit besonders hohen Konzentrationen von ÜBSEF-Konstanten durch helles Licht hervorgehoben sind. Es gibt mehrere derartige "Highlights", sie sind über die ganze Galaxie verteilt. Darüber hinaus ist in der Nähe der Zentrumsregion eine Zone zu sehen, in der sich goldenes und dunkelblaues Licht abwechseln. Der Paau meint, es handele sich um ÜBSEF-Konstanten von angereicherter Vitalität, also möglicherweise Zellaktivatorträger. Rhodan möchte das nächstgelegene "Highlight" persönlich in Augenschein nehmen. Es liegt im nur 5000 Lichtjahre entfernten Afallachsystem, wo sich nach Zemina Paaths Kenntnis eine Ausweglose Straße befindet. Rhodan vermutet, dass die Gefangenen von den dortigen Vital-Suppressoren ihrer Vitalenergie beraubt werden - daher die "Highlights".

Auch Giuna Linh ist unterwegs zu eben jener Ausweglosen Straße, aus der sie ihren Mann Lanko Wor erst vor ein paar Wochen befreit hat. Lanko liegt im Koma. Er wird in der TREU & GLAUBEN, dem Raumschiff der NDE-Agenten Kondayk-A1 und Cyprian Okri, vom Ara-Mediker Spand betreut. Lanko ist die erste Person, die je aus einer Ausweglosen Straße befreit wurde. Da sich der Nachrichtendienst Ephelegon insbesondere für die cairanischen Vital-Suppressoren interessiert, ist Lanko das ideale Forschungsobjekt, allerdings bessert sich sein Zustand nicht. Giuna hasst die Untätigkeit, kann aber nicht eigener Wege gehen, denn seit der Aktion in der Ausweglosen Straße ist sie den Cairanern bekannt und somit vogelfrei. Sie kommt auf die Idee, dass Lanko noch nicht erwacht ist, weil er dem Vital-Suppressor nicht mehr ausgesetzt ist; er leidet quasi unter Entzugserscheinungen. Spand teilt diese Ansicht. Um die Frage zu klären, ob es jedem so ergehen würde, der aus dem Wirkungsbereich eines Suppressors entfernt wird (und um Lanko zu heilen), veranstalten die NDE-Agenten ein Täuschungsmanöver und dringen in die Ausweglose Straße ein. Giuna darf sie begleiten, Lanko wird in einer Medokapsel mitgeführt. Je näher die Gruppe dem Suppressor kommt, desto besser geht es Lanko.

Rhodan betritt die Ausweglose Straße mit drei TARA-IX-INSIDES. Er selbst ist durch den Zellaktivator einigermaßen vor dem Vital-Suppressor geschützt, doch ihm ist klar, dass die Gefangenen große Qualen zu erdulden haben. Er nimmt sich vor, sie zu befreien. Zunächst gilt es, einen Suppressor ausfindig zu machen. Rhodan rettet zwei Gefangene vor einem Raubtier. Einer der Geretteten - ein Aankhpanali - ist Telepath und hat mittels seiner Parafähigkeit erfahren, dass die Cairaner die Bezeichnung "Sextadim-Selektfeld" für den Wirkungsbereich der Suppressoren benutzen. Diese liegen hinter Deflektorfeldern und werden von Robotern bewacht. Das nichthumanoide Wesen glaubt, dass die Cairaner es ganz besonders auf sein Volk abgesehen haben, weil Parafähigkeiten bei den Aankhpanali weit verbreitet sind.

Rhodan und die andere Gruppe treffen gleichzeitig beim selben Suppressor ein und werden sofort von Wachrobotern unter Feuer genommen. Rhodan gibt sich der anderen Gruppe zu erkennen. Man verbündet sich. Lanko erwacht. Beim Suppressor befindet sich der Cairaner Patphan Dasdoid, ein Vital-Navigator. Dieser ruft Verstärkung. Rhodan und die anderen müssen sich in die BJO BREISKOLL zurückziehen. Zuvor schneidet Rhodan einen zwei Zentimeter großen, 25 Kilogramm schweren Hyperkristall (einen Macairun, wie er später erfährt) aus dem Suppressor heraus. Den Suppressor zerstört er. Die BJO fliegt ab. Zwei Beiboote werden zurückgelassen. TARAS werden in die Ausweglose Straße geschickt. Diese sollen die Gefangenen evakuieren.

Auf Einladung der NDE-Agenten, die den Kontakt mit Reginald Bull herstellen wollen, geht Rhodan als Tefroder maskiert am 27. September 2045 NGZ an Bord der TREU & GLAUBEN.

Kringels Meinung:

Ich gebe mir wirklich Mühe, den neuen Zyklus zu mögen. Deshalb habe ich ein paar Wochen abgewartet, ohne irgendwelche Kommentare abzugeben. Leider machen die Autoren es mir nicht leicht. Der Auftaktband mag, vor allem angesichts der beeindruckenden Zahl 3000, eher unspektakulär dahergekommen und für alle, die sich den großen, epochalen Wurf erhofft haben, enttäuschend gewesen sein (ich für mein Teil hatte aufgrund der vielen schlechten Erfahrungen der vorherigen Monate überhaupt keine Erwartungen und konnte somit kaum enttäuscht werden), aber wenigstens hat er mein Interesse geweckt. Trotzdem würde ich nicht behaupten, der Zyklus habe mit einem Paukenschlag begonnen. PR 3000 ist nach meinem Empfinden nicht mehr und nicht weniger als ein ganz normaler, durchschnittlicher Roman wie tausende vorher. Ob das dem großen Jubiläum angemessen ist oder nicht, sollen andere entscheiden.

Jedenfalls wurde mein Interesse durch das auf PR 3000 folgende Einerlei schon wieder eingeschläfert. Die letzten vier Romane sind durchaus lesbar, das ist aber auch schon alles. Begeisterung sieht jedenfalls anders aus! Der neue Handlungsabschnitt wirkt auf mich einfach nur dröge, in die Länge gezogen, ohne Biss und Tempo, unspannend, gar langweilig. Die Handlung kommt einfach nicht in die Pötte. Es wird ewig auf Belanglosigkeiten verweilt. Selbstverständlichkeiten werden lang und breit ausformuliert. Die Autoren haben es nicht geschafft, mich für die neuen Figuren einzunehmen, Suspense zu erzeugen, mich mitzureißen. Es plätschert alles irgendwie so vor sich hin. Und obwohl herzlich wenig geschieht, haben die Romane auch noch Überlänge! Nebenbei bemerkt: Wo ist eigentlich das Alleinstellungsmerkmal des Zyklus? Man nenne mir bitte nur ein einziges Element, das wir nicht so oder sehr ähnlich schon mindestens einmal hatten.

Ich fürchte, der Mythos-Zyklus und ich werden vorerst keine Freunde ...

J. Kreis, 16.03.2019


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Hans Fallada (17.03.2019):

Diese Woche mach' ich's mir ganz einfach: da die letzten drei Hefte m.E. ziemlich mau waren lasse ich das aktuelle Werk von CM einfach aus. Habe den Spoiler im PR-Forum und deine Zusammenfassung gelesen. Eine gute Gelegenheit, mal wieder in PR NEO reinzuschnuppern. Hab' mir in der Perrypedia die letzten drei Bände zusammengefaßt angelesen - scheint ziemlich spannend zu sein... und dann hab ich das aktuelle TaBu erworben.

Zur Erstauflage: es scheint mir, daß Rhodan schon wieder "veni vidi vici" betreibt und auch die Agenten der Widerstandsorganisation kommen da ja locker in eine Gefängnisstation der Cairaner (Oberbösewichter) hinein. Finde ich am Zyklusanfang strange. Vielleicht probieren die Expokraten jetzt was neues aus und werfen das Muster des hoch überlegenen Gegners zu Beginn eines Handlungsabschnitts komplett über Bord? Ob da trotzdem Spannung aufkommt? Könnte man jetzt kompensieren durch eine irgendwie geartete Schurkenschaft Bulls oder ein tiefes Zerwürfnis mit ihm. Ansonsten bin ich echt ratlos. Warum der befreite Gefangene wieder zurück mußte in den Knast um wieder gesund zu werden erschließt sich mir nur wenn man das Prinzip "Rein und Raus in die Kartoffeln" anwendet. Könnte evtl. auch eine entfernte Reminiszenz sein an die Impulse des Todes und des Lebens mit denen Monos damals die Cantaro kontrollierte.

Bin auf jeden Fall massiv geschockt über den flauen Zyklusbeginn und denke grade drüber nach, notfalls dauerhaft zu NEO zu emigrieren...

Ich warte mal noch ne Weile ab. Das nächste Heft ist ja von einem Gastautor, also ein must have!


Herbert Seufert (16.0.2019):

Ich möchte diesmal nicht viele Worte zu Roman und Exposé machen, Johannes Kreis hat eigentlich schon alles Relevante geschrieben.

Expokrat Christian Montillon gibt einen kleinen Ausblick und nährt eine gewisse Hoffnung auf Auswege aus der ziemlich dürren Eingangsszenerie des Zyklus.

Mal sehen, was daraus wird!?!

«Schaun mer mal, dann sehn mer scho ... » oder so ähnlich?

Vielleicht heißt das Zyklusmotto aber auch
«Erst tun mer mal garnix; dann schau'n mer mal; und dann ... ».

Frei nach dem Philosophen
Franz Beckenbauer.

https://www.proc.org/fuenf-fragen-an-christian-montillon-zu-band-3004-plus-fuenf-fragen-den-expokraten-in-ihm/


Peter Uwira (16.03.2019):

Die Empathie des Lesers. Vielleicht liegt es an der unglücklich gewählten Grundstimmung, dass die Erstauflage momentan auf verhältnismäßig wenig Gegenliebe stößt. Die einzelnen Romane sind ja durchaus interessant, aber da ist dieser ständige Subtext von Ausgezehrtheit und Erschöpfung: zuerst die Dauermigräne des Weltenbrandes, und nun leiden selbst Zellaktivatorträger unter den Vital-Suppressoren. Die Stimmung eines Romans überträgt sich unweigerlich auf den Leser. (Deswegen liest man ja.)

Ähnlich geht es mir übrigens mit den Musicals von Stephen Sondheim. Seine Stücke sind intelligent und handwerklich top, aber seine Charaktere sind von Grund auf neurotisch, und diese Grundstimmung überträgt sich auf mich, wenn ich seine Songs spielen muss. Allerdings werde ich dafür wenigstens bezahlt:-)

Re. "Der neue Handlungsabschnitt wirkt auf mich einfach nur dröge, in die Länge gezogen, ohne Biss und Tempo, unspannend, gar langweilig."
Womöglich sind die Exposés die wahren Vital-Suppressoren:-)

Abgesehen davon, dass mich die Lebensenergie-Vampire mit ihren "Mac Airun" Kristallen stark an die Matrix-Filmreihe erinnern, ist das "Vitalparadox-Schocksyndrom" tatsächlich ziemlich paradox: Lanko fällt ins Koma, weil er dem Vital-Suppressor nicht mehr ausgesetzt ist. Zurück in der Ausweglosen Straße kommt er unter dem Einfluss des Gerätes wieder zu Bewusstsein. Sollte er dann nicht eigentlich wieder ins Koma fallen, als das Gerät von Rhodan zerstört wird?

@Hans Fallada #3003: Nicht nur bei der spannenden Auflösung lang aufgebauter Mysterien (Das Ringen, Tuire, etc.), sondern auch bei der Schilderung "erwachsener" Themen hat NEO die Nase vorn. Im aktuellen Roman ("Tuire") wird beispielsweise eine versuchte Gruppenvergewaltigung geschildert. Generell sind in NEO die zwischenmenschlichen Beziehungen viel glaubwürdiger dargestellt.