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Perry Rhodan Nr. 3000: Mythos Erde

Autoren: Wim Vandemaan / Christian Montillon

Inhalt

Perry Rhodans Einsatz auf der Kunstwelt Wanderer, dem ehemaligen Sitz der Superintelligenz ES, ist erfolgreich verlaufen. Das Maschinenwesen Adam von Aures wurde besiegt. Der Weltenbrand, eine Katastrophe, die auf lange Sicht nicht nur jegliches intelligente Leben in der Milchstraße erstickt, sondern auch die Grundstruktur des Kosmos geschädigt hätte, wurde beendet. Rhodan und 17.000 weitere Besatzungsmitglieder haben die Scheibenwelt am 26. August 1552 Neuer Galaktischer Zeitrechnung (= 5139 nach Christi Geburt) mit dem mächtigen Omniträgerschiff RAS TSCHUBAI verlassen. Sie befinden sich im teilentstofflichten Zustand der Suspension, denn nur auf diese Weise können sie die Durchquerung des Chaotemporalen Gezeitenfeldes überstehen, das Wanderer umschließt.

Perry Rhodan

Als Rhodan wieder zu sich kommt, wobei er das Gefühl hat, dass es sich nicht um das erste Erwachen handelt, zeigt sein Multikom den 15. Oktober 1552 NGZ an. ANANSI, die künstliche Intelligenz des drei Kilometer durchmessenden Kugelraumers, meldet sich nicht. Die benachbarten Suspensionsalkoven, in denen Rhodans Frau Sichu Dorksteiger, seine Enkelin Farye Sepheroa und sein alter Freund Atlan ruhen, sind noch aktiv. Warum also ist Rhodan wach? Wem gehört der übergroße Koffer, der in der Zentrale der RAS steht und dessen Inneres sich der Analyse durch Rhodans SERUN-Schutzanzug entzieht? Die Besitzerin ist anwesend. Sie nennt sich Zemina Paath(1) und gibt zu, dass sie schon vor geraumer Zeit in das Schiff eingedrungen ist. Sie hat alles gründlich analysiert (zu diesem Zweck hat sie sogar Rhodans Zellaktivator, dem der Terraner die Unsterblichkeit verdankt, vorübergehend entfernt) und Rhodan schließlich aus der Suspension geholt. ES ist ihr nicht bekannt und über die Verhältnisse in der Milchstraße, bei der es sich nicht um ihre Heimat handelt, hat sie sich durch das Abhören des Hyperfunkverkehrs informiert. Über sich selbst weiß Zemina wenig, denn Teile ihres Gehirns wurden gestohlen. Angeblich hat sie die RAS zufällig gefunden. Zemina ist tief beeindruckt von Rhodans Schiff, das sie aus Legenden kennt. Sie meint, es sei kein Wunder, dass die Cairaner(2) ihn fürchten. Diese Wesen sind die Konsuln der Milchstraße in der Cairanischen Epoche und sorgen für Frieden. Aktuell kämpfen sie gegen die aggressiven Ladhonen. Die LFG existiert noch. Der Resident (Reginald Bull) lebt in der Zentralgalaktischen Festung im Ephelegonsystem, behütet von einem Giganten mit unzerstörbarem Leib. Terra ist ein Mythos. Diese Welt existiert nicht und hat nie existiert, allerdings gibt es in der Milchstraße immer noch Terraner. Sie sind jetzt ein ebenso entwurzeltes Volk wie die Akonen. Die Legenden von Terra gelten als gefährlicher Zündstoff. Das jedenfalls geht aus den von Zemina gesammelten Informationen hervor.

Zemina bezeichnet ihr Raumschiff als Hülse beziehungsweise Nashadaan. Es ruht in einer der beiden leeren Dockingmulden des Omniträgers. In dieser Mulde klafft ein 30 Meter tiefer Riss. Zemina hat den Schaden nicht verursacht, aber ohne ihn hätte sie die RAS möglicherweise nicht betreten können. Sie will der Besatzung nichts Böses, tatsächlich sucht sie Schutz (wovor weiß sie nicht) und hat den Kugelraumer deshalb in ein höherdimensionales Energiefeld gehüllt. Dieser Firnis tarnt das Schiff, indem er Energie absorbiert, gleichzeitig wurde die RAS auf diese Weise stillgelegt. Zemina hat nichts dagegen, dass Rhodan das Schiff aktiviert, spricht jedoch eine Warnung aus. Der Firnis wird die Energieemissionen des Omniträgers dann nicht mehr vollständig absorbieren können, so dass die RAS nicht mehr vor den Cairanern verborgen wäre. Insbesondere könnte Rhodans Bewusstsein von den Mentaltastern der Cairaner aufgespürt werden. Diese mobilen Sensorgarben suchen schon seit Jahrhunderten in jenem Raumgebiet, in dem sich Wanderer einst befunden hat, gezielt nach den Bewusstseinen von Zellaktivatorträgern. Rhodan reaktiviert ANANSI und holt die Besatzung aus der Suspension. Die Semitronik teilt mit, dass man in der Milchstraße den 8. September 2045 NGZ schreibt. Somit hat die Besatzung 493 Jahre verloren.

Nach und nach liefert ANANSI weitere Daten. Wanderer ist verschwunden. Die Scheibenwelt wurde quasi aus dem Standarduniversum herausgebrochen. Dabei wurde die RAS in Mitleidenschaft gezogen. Unter anderem sind die Paratronkonverter, der Hypertrans-Progressor und die Projektoren für den Aagenfelt-Blitz nicht einsatzbereit. Da ANANSI erklärt, ohne die Hilfe der geheimnisvollen Besucherin wahrscheinlich wahnsinnig geworden zu sein, werden Zemina und ihr Koffer nicht als Feinde betrachtet und dürfen an Bord bleiben, wenn auch unter Bewachung. Gucky kann Zeminas Gedanken nicht lesen und nicht telekinetisch auf das Innere ihres Koffers zugreifen. Zemina wiederum kann sich dem Einfluss des Metabolisten Donn Yaradua nicht entziehen. Kurz nach der Reaktivierung der Schiffssysteme wird die RAS von mobilen Mentaltastern der Cairaner aufgespürt. Drei cairanische Großraumschiffe materialisieren postwendend. Ein Cairaner von der MAIDAC ODAIR verkündet, sein Schiffsverband schütze diesen Raumsektor im Auftrag des Halo-Konsuls Aionguma Baldaraise. Rhodan wird aufgefordert, einen Inspektionstrupp an Bord gehen zu lassen. Da der Terraner Widerworte gibt, eröffnen die Cairaner das Feuer mit leichten Waffen. Die RAS antwortet entsprechend. Als die Cairaner schwere Waffen einsetzen, denen der HÜ-Schirm des Omniträgers nicht standhält, flieht die RAS in eine Libratronvakuole. Die Cairaner werden abgeschüttelt.

ANANSI hört den galaktischen Hyperfunk ab. Im Solsystem ist es demnach vor langer Zeit zu einem Ereignis gekommen, das "der Raptus" genannt wird, das heißt, etwas wurde geraubt. Es gibt hunderte Legenden über Terra und die Terraner, aber keine gesicherten Informationen, und zwar auch aufgrund eines milchstraßenweiten Datenverlusts, der als Posizid bezeichnet wird. Damals wurden alle Datenbestände korrumpiert. Anschließend wurden unzählige Speichermedien im Rahmen einer Datensintflut mit widersprüchlichen Informationen neu bespielt. Möglicherweise kennt somit nur noch die Besatzung der RAS die wahre Geschichte der Menschheit.

Rhodan bricht mit dem Schlachtkreuzer BJO BREISKOLL ins Ephelegonsystem auf. Zeminas Schiff wird in Schlepp genommen. Atlan macht sich mit der RAS auf den Weg nach Culsu. Auf dieser im intergalaktischen Leerraum gelegenen Posbi-Dunkelwelt, die den Cairanern unbekannt sein dürfte, ist die RAS seinerzeit gebaut worden. Dort soll sie jetzt instandgesetzt werden.

Giuna Linh

Die Terranerin Giuna Linh arbeitet als externe Beraterin für die Akonen im Etappenhof von Anyaart(3). Giuna und ihr Mann Lanko Wor sind Hochstapler, allerdings ist das nicht der Grund dafür, dass Lanko vor drei Wochen von den Cairanern in die Ausweglose Straße(4) verbannt worden ist. Das Urteil wurde gefällt, weil Lanko es gewagt hat, einen Cairaner zu beleidigen und sogar körperlich zu attackieren. Ihm wurde vorgeworfen, er bedrohe den Cairanischen Friedensbund. Giuna setzt alles daran, Lanko zu befreien. Bisher hatte sie noch keinen Erfolg.

Als es im Transmitterhof zu einer schweren Explosion in einem schlecht gesicherten Bereich kommt, wird dieser Terrorakt dem Barniter-Konsortium zur Last gelegt. Angeblich hat es im Vorfeld entsprechende Drohungen gegeben. Die Cairaner betrachten die Tat als Gefahr für den Frieden in der Milchstraße und beraumen Gespräche an, die im Etappenhof stattfinden sollen. Für die Barniter reist Kondayk-A1 an, einer der erfolgreichsten Händler seines Volkes. Giuna sieht ihre Chance gekommen, denn Kondayk gilt als skrupellos und gewinnsüchtig. Da sie zwei ausgebrannte Zellaktivatoren aus Gemeni-Fertigung zu bieten hat, kommt man ins Geschäft. Tatsächlich interessieren sich Kondayk und sein angeblicher Buchhalter, der Terraner Cyprian Okri (in Wahrheit Kondayks Vorgesetzter), aus ganz anderen Gründen für Giuna. Sie sind Agenten des Nachrichtendienstes Ephelegon (NDE), der Nachfolgeorganisation des terranischen Geheimdienstes TLD, und brauchen jemanden, auf den sich die Aufmerksamkeit der Agenten der Gegenseite, des Cairanischen Panarchivs, fokussieren lässt. Den NDE-Männern geht es vor allem um Informationen über die Vital-Suppressoren(5), eines der effektivsten Bestrafungsmittel der Cairaner. Giuna ist fasziniert, denn die Existenz des NDE, von dem sie bisher keine Ahnung hatte, ist ein Beweis dafür, dass Terra doch kein Mythos ist.

Der NDE besitzt bereits einige Geheimdaten über die Ausweglose Straße und dessen Verwaltungszentrum auf dem Gasriesen Pelorius. Giuna und Cyprian Okri brechen dort ein, legen Bomben und stehlen Zugangscodes für einen Transmitter, über den sie in die Ausweglose Straße eindringen können. Die NDE-Agenten tarnen sich mit Deflektoren. Giuna bleibt sichtbar und nimmt Kontakt mit den Gefangenen auf. Es soll so aussehen, als sei sie eine Einzeltäterin. Tatsächlich wird ihre Anwesenheit registriert. Die Gefangenen werden gegen Giuna aufgehetzt. Ein Roboter greift an, kurz nachdem sie ihren Mann gefunden hat. Beide werden von den NDE-Agenten gerettet und in deren Schiff TREU & GLAUBEN gebracht, einen 1200 Meter durchmessenden Kugelraumer mit angedockten Großcontainern.

Reginald Bull

Die Solare Residenz befindet sich in Neu Terrania, der Hauptstadt des Planeten Rudyn im Ephelegonsystem, welches von einem Kristallschirm geschützt wird. Resident Reginald Bull erteilt seinem Freund Vetris-Molaud Einflugerlaubnis. Rheelona tan Thanor, die Priorrätin des Hochrates der Akonischen Räterepublik, verspätet sich. Der Posbi Ganud, einst Berater des tefrodischen Machthabers, ist jetzt Bulls Leibwächter und Vertrauter. Bull vermisst seine Frau Toio und seine Tochter Shinae (die beiden haben sich in die Stadt Allerorten zurückgezogen) und er glaubt fest daran, dass Perry Rhodan eines Tages zurückkehren wird.

Fußnoten:

(1) Zemina Paath ist humanoid, aber keine Terranerin. Sie ist sehr groß und grazil, hat sehr helle Haut und kurz geschnittene schwarze Haare sowie intensiv blaue Augen. Den Koffer bezeichnet sie als Paau. Er folgt ihr selbsttätig überallhin. Ihr Raumschiff hat die Form eines 300 Meter langen sechseckigen Zylinders mit einem kuppelartigen Gebilde am Bug. Die Hülle schimmert dunkelrot. Das Innere erinnert an eine kunstvoll ausgeschmückte Kathedrale.

(2) Die Cairaner sorgen für Frieden in der Milchstraße, wobei stets sie die Bedingungen diktieren. Sie sind humanoid mit gedrungenem Rumpf und langen Beinen. Ihre goldene gefleckte Haut ist haarlos. Sie haben Augen mit ockerfarbenen Iriden und waagerechten Schlitzpupillen, sowie eine flache, bewegliche Nase. Sie haben vier Hände mit je zwei Daumen, wobei die feingliedrigeren Hände als Gespürhände bezeichnet werden. Ihre Raumschiffe werden aufgrund der besonderen Form Augenschiffe genannt. Sie haben Ellipsenform, die Außenhülle ist verspiegelt. In eine zentrale Aussparung des Schiffskörpers ist eine rot leuchtende Energiekugel eingepasst. So entsteht der Eindruck eines flammenden Auges.

(3) Die Akonen haben - teils mit Unterstützung anderer Völker - eine sich über 612 Stationen zwischen galaktischer East- und Westside erstreckende Transmitterstrecke aufgebaut, durch die die Raumfahrt praktisch überflüssig wird. Der Etappenhof von Anyaart im Afallachsystem, eine scheibenförmige Raumstation mit einem Transmitterfeld im Zentrum, befindet sich noch im Bau. Kommandant ist der Akone Shad tan Haruul.

(4) Die Ausweglose Straße ist eine ringförmige Raumstation im Orbit des Gasriesen Pelorius, des achten Planeten des Afallachsystems, auf dem das robotische Verwaltungszentrum der Station steht. Auf der Ring-Innenseite wurde eine künstliche Landschaft erschaffen. Die Ausweglose Straße gilt als eines der schlimmsten Bestrafungszentren der Cairaner, es wird jedoch vermutet, dass noch mehr dahintersteckt. Kaum jemand weiß etwas über die wahren Verhältnisse im Inneren des Ringes. Tatsächlich werden die Häftlinge größtenteils sich selbst überlassen und sind inszenierten Naturkatastrophen, verschiedenen Raubtieren sowie anderen Gefahren ausgesetzt. Außerdem sind in der Ausweglosen Straße Vital-Suppressoren aktiv.

(5) Vital-Suppressoren rauben ihren Opfern die Lebensenergie. Wer ihrem Einfluss ausgesetzt ist, verliert den Lebenswillen und wird lethargisch. Die Cairaner setzen die Vital-Suppressoren auch gegen ganze Planetenbevölkerungen ein. Diese stellen irgendwann die Fortpflanzung ein und sterben aus.

Kringels Meinung:

Perry Rhodan 3000!

Der dreitausendste Band einer seit 1961 wöchentlich ununterbrochen erscheinenden Romanserie!

Eine seit 58 Jahren laufende Serie, in der eine zusammenhängende, fortlaufende Geschichte erzählt wird!

Eine Geschichte, die einen Zeitraum von über dreitausend Jahren umfasst - von Abstechern in die tiefe Vergangenheit und die ferne Zukunft ganz zu schweigen!

Ein Epos, das zirka 180.000 Seiten umfassen würde, wollte man es in einem einzigen Buch veröffentlichen!

Ist das nicht unglaublich?

Das sind natürlich nur Zahlen. Sie sagen nichts über die Qualität des Produkts aus, oder doch nur so viel, dass es anscheinend eine recht große Gruppe von Menschen gibt, die die Romane kaufen. Ansonsten wäre die Serie nämlich längst eingestellt worden. Ob alle Käufer die Romane auch lesen oder nur sammeln… ob alle Leser die Romane gut finden ... man weiß es nicht.

Zwischen Band 2999 und 3000 sind 493 Handlungsjahre vergangen. Auch das ist nur eine Zahl. Welche Bedeutung hat der Zeitsprung? Hat sich das Perryversum tiefgreifend verändert - und wird die Veränderung von Dauer sein oder schon bald wieder ignoriert werden? Wird Perry Rhodan im Jahre 2045 NGZ bleiben? Oder ist er nur in eine "falsche Welt" gelangt (wie Atlan in PR 2812 ff.), in der ihm vor Augen geführt wird, was hätte passieren können, aus der er aber früher oder später ins Jahr 1552 NGZ zurückkehren wird, um zu verhindern, dass die "falsche Welt" überhaupt erst entsteht?

Mit der Story von PR 3000 wird das Rad sicher nicht neu erfunden; was man da so liest von den Verhältnissen im Jahre 2045 NGZ klingt doch irgendwie bekannt. Ähnliche Ausgangssituationen inklusive Zeitsprung und/oder Fremdherrschaft in der Milchstraße hatten wir schon öfter. Wieder einmal findet Perry Rhodan sich als Fremder in einer fremden Welt wieder, kann nicht vollumfänglich auf seine Supertechnik zurückgreifen, weil der Zyklus sonst zu schnell zu Ende wäre, und nichts Genaues weiß man nicht, weil Zemina Paath in Rätseln spricht.

Trotzdem gefällt mir der Zyklusauftakt! Der Roman hat Lust auf mehr gemacht. Genauer gesagt wurde ich nach dem Durchhänger der letzten Monate endlich wieder so richtig angefixt! Besonders gefreut habe ich mich über die neue Rolle der Akonen. Dieses Volk wurde ja seit einigen Jahren ziemlich vernachlässigt - sträflich vernachlässigt, wenn man berücksichtigt, was die Akonen alles durchgemacht haben!

In eigener Sache: Ab sofort schreibe ich keine Zykluszusammenfassungen mehr. Der Aufwand ist mir einfach zu groß.

J. Kreis, 15.02.2019


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Gastkommentare


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Waringer (24.02.2019):

Man sagt, zu hohe Erwartungshaltungen führen zu Niederlagen und Enttäuschung. Wenn der Verlag keine großen Erwartungen schürt und man seine eigenen tief hängt, kann man doch nicht enttäuscht werden, oder? Was das Cover und die Ausstattung betrifft, ist dieser Band Nr. 3000 "Mythos Erde" trotzdem eine Enttäuschung. Produktpflege funktioniert anders, oder? Nicht nur das Cover ist mäßig und uninteressant, sondern auch die Ausstattung. Arndt Drechsler hat viele großartige Cover geschaffen, aber dieses gehört nicht dazu. Man setzt wohl verstärkt auf Ebooks wo die Vertriebskosten wesentlich geringer und die Cover kleiner und unscheinbarer sind. Nachdem man das Fremd- u. Eigenschämen beim Einkauf dieses "Jubiläums-Blättchens" heruntergewürgt hat, betrachten wir das Cover genauer. Kurz zusammengefasst: Im Prinzip haben die Verantwortlichen aus Marketing-Gründen alles richtig gemacht. Das Ergebnis ist allerdings anschaulich betrachtet eher unansehnlich. Ein Cover sollte den Käufer farblich und inhaltlich ansprechen. Ein Cover darf wegen der heute üblichen Vorschau im Internet wenig Details enthalten und tatsächlich, Details sind auf der Vorderseite schwer zu finden. Das Cover sollte den Inhalt, die Stimmung und das Genre des Romans widerspiegeln. Und der Käufer sollte sich evt. darin wiedererkennen können bzw. seine Phantasien darauf projezieren können. Damit wird auch deutlich, was die Figur in der Mitte, der Milchbubi-Rhodan, darstellen soll: ein leicht pausbäckiges, adipöses Kind, das gerade beim Fortnite spielen furchtbar verkackt hat und nun recht bräsig aus der Wäsche bzw. dem Raumanzugs-Strampler guckt - die neue Zielgruppe für Perry Rhodan. Weil, nur Verlierer fangen an zu lesen, Gewinner zocken weiter am Computer. Potentielle Neu-Leser für die Serie müssen anscheinend aus der Masse der verbitterten Gamer rekrutiert werden. Ferner sehen wir insgesamt drei Personen auf dem Cover, welche wohl die drei Fragezeichen darstellen sollen (wieso, weshalb, warum), mit denen die Autoren planen die Leser über inkonsistente, beliebige Zusammenhänge und Rätsel in deshalb nicht endenwollende Diskussionen zu verstricken und so ihrer Lebensenergie und Zeit zu berauben und in den Wahnsinn zu treiben, anstatt ihnen spannungsreiche Geschichten mit glaubwürdigen Charakteren in abgeschlossenen, plausiblen Romanen zu präsentieren. Wieviele Kinder werden Sichu Dorksteiger und Perry Rhodan wohl haben? Welche Hautfarbe wird sie zieren? Und werden sie genauso fies und verbittert wie Thomas Cardif sein oder eher wie Roi Danton, den wir vielleicht verabschieden dürfen - wieder einmal. Außerdem ist dieses Cover auch zutiefst gendergerecht, denn es präsentiert eine Frau, einen Mann und etwas von dem wir noch nicht wissen, was es ist. Ein Zwitter, Zwotter oder vielleicht eine billige C3PO-Kopie der Mehandor, womit wir auch schon wieder bei den nicht enden wollenden Rätseln und Wirrungen der Serie sind. Warum auf dem Cover keine böse Waffe zu sehen ist, dafür aber auf der Rückseite geballert wird, wissen wir. Damit keine Mißverständnisse auftreten, wurden militante Accessoires vorderseitig verbannt bzw. nur Oberkörper abgebildet. Ich empfehle stattdessen die Abbildung von Zuckerlimo-Energie-Drinks, Pommes und Schnuller, also alles das, was Helikoptereltern ihren lieblichen aber adipösen, multiplayer shooter zockenden Bratzen heute kredenzen oder sie sich selber besorgen. Als Zugabe erhält man dann noch ein Poster, das Titel-Motiv von Arndt Drechsler, welches man sich zu Werbezwecken an die Wand tackern kann, sowie einen Flyer zur Abonnenten-Werbung. Wie gesagt, aus marketingtechnischer Sicht wurde alles richtig gemacht.

Zur Story. Im Roman erwacht Rhodan an Bord der RAS TSCHUBAI nach dem Flug durch das Chaotemporale Gezeitenfeld des vergangenen Zyklusses. Nach längerem Suspensions-Schlaf in seinem Alkoven bemerkt Rhodan eine Fremde an Bord, Zemina Paath, die mit ihrem Schiff an die RAS TSCHUBAI angedockt und in sie eingedrungen ist. Sie hat einen mysteriösem Koffer bei sich. Mysteriöse Koffer statt mysteriöse Kästchen. Aha. Von Zemina Paath, die selber unter einem Gedächtnisverlust leidet, erfährt Rhodan einige beunruhigende Informationen, die über die Milchstraße kursieren. Einige Jahrhunderte, 493 Jahre um genau zu sein, sind vergangen und sogenannte Cairaner sind "friedenspolitisch" in der Milchstraße tätig.

Über Terra und die Milchstraße wird folgendes ausgesagt:
"Die Ladhonen, wo sie noch für Feuer und Frevel sorgen, werden bekämpft und besiegt."
Wer oder was die Ladhonen sind, woher sie kommen und wie sie aussehen, danach wird nicht gefragt.
[...]
"Der Resident und seine Getreuen leben in der Zentralgalaktischen Festung. Der Gigant mit dem unzerstörbaren Leib hütet diese Festung."
Reginald Bull und die Liga Freier Galaktiker befinden sich also in Opposition zu den Cairanern.
[...]
"Eine Legende. Ein Haufen von Legenden, ausgedacht von Banden von Terranern, um sich Privilegien zu sichern und eine höhere Wertigkeit zu beanspruchen. Terra ist der Grund zahlloser Kriege. Terra ist der Sprengsatz, der die Gesellschaft der Milchstraße zerstören soll. Terra ist das Gift, das alle lähmt, die guten Willen sind"
Das ist natürlich reine Propaganda der Gegenseite über Terra und offensichtliche Geschichtsfälschung.
[...]
"»Es hat im Solsystem ein Ereignis gegeben, das der Raptus genannt wird, also die Hinwegnahme oder der Raub«, berichtete die Semitronik."
[...]
"»Es hat allen Anschein nach eine milchstraßenweite Informationskatastrophe gegeben, den sogenannten Posizid, eine umfassende Korrumpierung und Entstellung sämtlicher Datenbestände. Danach kam es zu einer Datensintflut.«"
[...]
Diese Informationen lassen wie üblich viel Raum für Spekulationen darüber, wie die Milchstraße sich verändert hat. Die Erde ist verschwunden, nach Jahrhunderten ein Mythos geworden und muß gesucht werden. Fehlt nur noch, dass die restlichen Erdgeborenen auch "Terries" genannt und wie im Zoo begafft werden, ähnlich wie in K. H. Laumers "Blut der Erde" von 1966. Die Heimatwelt der Menschen, Terra, hält man dort für einen Mythos, verschollen nach einer Auseinandersetzung mit einer Invasorenrasse. Der Erdgeborene Roan Cornay, ein Terry, Mitglied eines galaktischen Wanderzirkusses, träumt davon die Erde wiederzufinden.

Die Storyline mit dem "Mythos Erde" erinnert auch gewaltig an "Dumarest" von E. C. Tubbs. In dieser ist Earl Dumarest, ein Söldner, auf der Suche nach der Erde, wobei er von einer Galaxis-weiten Organisation namens Cyclan gejagt wird. In Dumarests Welt ist Solidarität oder Nächstenliebe ein Zeichen für Schwäche und die Demokratie ist offensichtlich ausgestorben. Stattdessen herrschen feudale Fürsten, Menschenrechte existieren nicht, das Individuum ist unwichtig. Der Cyclan, der an einen Ameisenstaat erinnert, hat dies perfektioniert. Es existiert eine Zentral-Intelligenz, die telepathisch ihre über den Kosmos verstreuten Schergen fernsteuert. Die Romane erschienen damals übrigens im selben Verlag, bei Moewig, innerhalb von Terra Astra und Terra Nova. Detail am Rande: bei E. C. Tubbs wurde die Erde nie gefunden, weil die Serie vorher eingestellt wurde.

In einem weiteren Szenario des Romans wird die Geschichte von Giuna Linh, einer Terranerin erzählt, deren Partner, Lanko Wor, aus nichtigen Gründen zur Bestrafung von den Cairanern auf die sogenannte "Ausweglose Straße" geschickt wurde. Giuna will ihren Partner befreien und gerät dabei an den Nachrichtendienst Ephelegon (NDE), dem Nachfolger des TLD, der versucht, Informationen über die Vital-Supressoren der Cairaner zu erhalten. Dieser Handlungsabschnitt ist weitgehend langweilig, beliebig und ähnelt Szenarien wie man sie schon hundertfach in der Serie gelesen hat, erfüllt aber gut den Zweck die gegenwärtigen gesellschaftlichen Verhältnisse von unten zu beleuchten.

Und in einem dritten Szenario erfahren wir von Reginald Bull, Perry Rhodans Freund, der im Ephelegon-System hinter einem Kristallschirm auf die Rückkehr von Perry Rhodan wartet und Besuch von Vetris-Molaud erhält.

Wie sieht denn nun das politische und gesellschaftliche System der gescherten Milchstraße aus, welches die Autoren als Hintergrund für ihre Geschichten propagieren?
Wir erfahren:
"Die Cairaner hatten alle Hände voll zu tun, für Frieden zu sorgen. Sie waren die Friedensmacher in der Milchstraße, geliebt und bewundert von Milliarden."
Wenn nun die Cairaner für Frieden in der Milchstraße sorgen, was ist dann eigentlich mit der USO geschehen?

Und weiter erfahren wir:
"Wie sie ihn verhaftet und zur Wahrung des Friedens auf die Ausweglose Straße geschickt hatten."

Diese Form der Bestrafung der Cairaner ("...auf die Ausweglose Straße geschickt") hört sich gar nicht gut an und widerspricht in gewisser Weise dem was vorangehend über die Cairaner vermittelt wurde ("...geliebt und bewundert von Milliarden."), es sei den die Milchstraßen-Bevölkerung ist mittlerweile zum Masochismus konvertiert oder Gehirngewaschen worden.

Was unterscheidet eigentlich den ordnungspolitischen Anspruch der Cairaner von dem der Onryonen und der Atopen aus den Zyklen davor? Da die Autoren anscheinend auf Teufel komm raus eine Invasion nicht mehr als Invasion bezeichnen bzw. durchführen wollen, sind sie auf die schizophrene Idee verfallen, eine freiwillige Unterwerfung und gleichzeitigen Aufstand zu inszenieren?

Und ist das nicht alles die Wiederholung eines alten Szenarios, wie es der langjährige Leser schon x-Mal in der Vergangenheit lesen durfte? Schwarm, Cantaro etc.? Also genau das Richtige für pausbäckige, adipöse Fortnite-Spieler, die so etwas noch nicht kennen - oder für zunehmend demente Altleser, denen das nicht mehr so auffällt oder die Romane sammeln, aber nicht mehr lesen (können). Dieses Setting der Rückkehr einer Expedition in eine maßgeblich veränderte Milchstraße ist aber anscheinend ideal für ein sogenanntes reboot der Serie, welches schon öfter, auch notwendigerweise, stattfand, als man denkt. Im Schwarm-Zyklus wurde damit das Ende des Solaren Imperiums beschlossen und eine neue kosmische Phase eingeleitet, während im Cantaro-Zyklus die Milchstraßen-Verhältnisse umgekrempelt und einige der sogenannten Zellaktivatorträger beseitigt wurden.

Zur Erinnerung, das Märchen-, Kinderbuch- u. Expokraten-Duo Montillon u. Vandemaan haben sich in der Zwischenzeit nichts weniger als ihr eigenes Multiversum geschert. Wir haben es laut offizieller Verkündung mit einer sogenannten Scherung, einer Spaltung bzw. Verdopplung des im Prinzip kompletten Perryversums zu tun, wobei die Gesetzmäßigkeiten unbekannt und willkürlich sind. Nebenbei gesagt, diese Scherung ist offensichtlich inspiriert worden von der Scherung, die am Ende der Fernseh-Serie "LOST" stattfand. Am Ende der fünften Staffel von "LOST" sollte mit einer Wasserstoffbombe alles ungeschehen gemacht werden, was aber nur dazu führte, dass sich die "LOST"-Welt in zwei Welten spaltete, eine, in der Oceanic Flug 815 sicher in Los Angeles landete, und eine, in welcher der Plan den Verlauf der Dinge zurückzudrehen, scheiterte. In der Perry Rhodan-Serie wurde das alte Perryversum in ein sogenanntes THEZ-Universum und ein neues THEZ-freies Perryversum gespalten, um sich handlungstechnisch von dem THEZ-Teil zu trennen. Perry Rhodan goes "LOST". Apropos "LOST". Es stimmt wohl, dass man eine Serie über einen gewissen Zeitraum durch überbordende Mysterien und beliebige, teilweise inkonsistente Rätsel am Leben halten kann, was aber langfristig wohl zu Unmut und zunehmendem Desinteresse beim Zuschauer führt - vor allem wenn die Aufklärung Jahre dauert, nichtssagend oder gar unvollständig und inkonsistent ist. Dieses Phänomen konnte man auch sehr gut am Ende der Serie "X-Files" beobachten, wo das Zuschauerinteresse letztendlich regelrecht implodierte. Das gleiche gilt in ähnlicher Weise auch für die Serie "LOST", nur dass die Serie nicht bis zum kompletten Zusammenbruch des Zuschauerinteresses weiter geführt, sondern vorher beendet wurde. Wenn eine Fernseh-Serie keinen Zuschauerzuspruch mehr erhält, kann man sie einfach einstellen - und vielleicht eine neue erfinden. Was macht man mit Perry Rhodan? Ist so ein Reboot bzw. eine Scherung, ein nachhaltiger Neuanfang oder doch nur palliative Medizin für ein totgerittenes Pferd?

Was ist eigentlich mit der USO in diesem Szenario mit den Cairanern passiert? Denn auffällig ist, dass in den letzten Jahren sukzessiv Hinterlassenschaften von K. H. Scheer wie Ronald Tekener, Julian Tifflor etc. aus der Serie herausgeschrieben worden sind. Sollte tatsächlich auch die USO, die immer ein wesentlicher Bestandteil der Serie war, herausgeschrieben werden, gäbe es dazu zwei Anmerkungen zu machen:

Ein Gedanke dazu wäre, wenn neue Herrscher im Altertum an die Macht kamen, war es oft die erste und übliche Handlungsweise, die alten Abbilder u. Andenken der vorangegangenen Herrscher zu zerstören, was man als „Damnatio memoriae“, Verdammung des Andenkens bezeichnete. Dabei wurden Statuen zerstört, Inschriften verändert oder gelöscht. Ziel war es in Ungnade gefallene, mißliebige Personen auszulöschen, Anhänger abzuwerben oder sich selbst in einem besseren Licht zu präsentieren, was nur funktionierte, wenn man andere diskreditierte oder auslöschte. Inwiefern so etwas Rückschlüsse auf die Handelnden zulässt, sei einmal dahingestellt. In George Orwells "1984" nennt man so etwas auch "vaporisieren".

Auf der anderen Seite haben die Kräfte die da sind natürlich vollkommen das Recht und die Pflicht mit der Perry Rhodan Serie zu machen, was sie für gut und richtig halten. Allein kommerzieller Erfolg und Zuspruch bei den Lesern zählen. Erfolg in einem schwierigen Kontext zu erzielen, ist nicht einfach und Bedarf aller Gestaltungsmöglichkeiten, unabhängig von irgendwelchen Altlasten. Wichtigste Bedingung hierbei ist, dass wenn alte Figuren und Zustände abgelöst werden, die neuen Zustände mindestens genauso unterhaltsam und empathisch sind wie die der Vorgänger, alles andere wäre eine inakzeptable Verschlechterung.

Nun, wie lautet ein mögliches Resümee dieses reboots der Perry Rhodan Serie mit der Nr. 3000? Die Idee mit dem "Mythos Erde" ist nicht besonders originell und wie oben erwähnt bereits vielfach in der SF-Literatur verwendet worden (s. K. H. Laumer, E .C. Tubbs etc.). Im Prinzip könnte man sogar auch "Battlestar Galactica" dazu zählen. Es bestehen Ähnlichkeiten zu vielen alten Zyklen der Perry Rhodan Serie, zum Schwarm- u. Cantaro-Zyklus, sowie dem Konzil der Sieben, vielleicht zum Aphilie-Zyklus. Das ist nicht zwingend ein Problem. Das Szenario kann bei richtiger Handhabung abwechslungsreich, spannend und unterhaltsam sein.

Eine Frage oder Problem ist aber, ob diese Art der penetranten Verätselung und Irreführung, wo offensichtliche, plausible Fragen in der Handlung nicht gestellt und beantwortet werden, langfristig erfolgreich und interessant ist, oder ob sich beim Leser nicht eine schleichende Ermüdung und Ablehnung einstellt. Wo der Leser von innen glaubt, die Leiter der Erkenntnis zu erklimmen, in Wirklichkeit von außen betrachtet aber durch die Autoren nur in ein Hamsterrad aus wirren Spekulationen und Fragen gesperrt wird, das ihm das Geld aus den Taschen schütteln soll. Die Möhre Rätsel vor der Nase, die sich manchmal letztendlich als orange angestrichener Stock entpuppt, zieht der Esel Leser trottend weiter den ausgetrampelten Pfad der Perry Rhodan Serie entlang - einem Kreis. Vielleicht ist die Perry Rhodan Serie inzwischen auch die "Ausweglose Straße" des Lesers geworden - inklusive Vital-Supressor.

Ist vielleicht auch jegliche Diskussion über die Perry Rhodan Serie inzwischen aufgrund der zahllosen Widersprüche, Inkonsistenzen und Schwammigkeiten hinfällig geworden? Man könnte vielleicht sagen, dass die Serie dass gemacht hat, was man als "jumping the shark" bezeichnet oder dass die Serie inzwischen FUBAR (fucked up beyond all recognition/ fucked up beyond all repair), also vermurkst jenseits jedem Wiedererkennungswert bzw. vermurkst jenseits aller Reparatur, ist.

Und so stellt sich die abschließende Frage, ob dieser weitere reboot der Perry Rhodan Serie ein gelungener, origineller u. lesenwerter Neuanfang ist, oder ob es sich um unoriginelle, repetitive Ideen handelt und für den Leser gilt, was Dante Alighiere einst über die Hölle schrieb: "Wer hier eintritt lasse alle Hoffnung fahren".


Michael (17.02.2019):

@Phil
Habe sehr gelacht wegen Deinem Erlebnis. Ich selbst habe ebenfalls versucht eine Jubiläumsausgabe in Papierform zu ergattern und war (übrigens auch in Berlin) leider erfolglos- an rund 10 Kiosken seit Freitag. Meistens schwankten die Auskünfte zwischen "Nicht mehr da." und noch häufiger "Haben wir nicht!" und einmal "Perry Rhodan, was ist das?", da war ich richtig schockiert.
Lieber Himmel, dann eben nicht. Also wie üblich E-Book.

Zum Inhalt des Jubiläumsbandes:
Nicht übel, aber hat mich nicht vom Hocker gerissen. Der übliche Erklärbär für potentielle Neu-Leser, die Handlung schwelgt in Althergebrachten Ideen. Ob die Idee eines digitalen Super-GAUs so realistisch ist? Vielleicht ein Abschiedsgeschenk von AvA?
Zwar gibt es den Zeitsprung von fast 500 Jahren, aber wie lange trieb die Ras Tschubai eigentlich im Raum NACH der Durchquerung der Passage durch das chaotemporale Gezeitenfelddes? Stunden, Tage? Komisch, dass niemand gefragt hat.
Bully möglicherweise auf der dunklen Seite? Hatten wie ja schon seit der Aphilie nicht mehr.
Gut gefallen haben mir die kleinen Kurzgeschichten aller Perry Rhodan Autoren, guter Einfall.

Fazit: Sicher werde ich weiter lesen, ganz gutes Lesefutter für die U-Bahn, zumal ich demnächst eine neue Arbeitsstelle antrete, die ist 15 Fahrtminuten weiter weg (übrigens am Alexanderplatz ;-).


Peter Uwira (17.02.2019):

"Terra ist ein Haufen von Legenden, ausgedacht von Banden von Terranern, um sich Privilegien zu sichern. Terra ist der Grund zahlloser Kriege. Terra ist der Sprengsatz, der die Gesellschaft der Milchstraße zerstören soll."
Mit anderen Worten: Terra klingt nicht nur zufällig wie Terror.
(Übrigens: In Star Trek ist das Wort Terra ebenfalls negativ besetzt - und zwar als "Terran Empire" im Spiegeluniversum.)

Erfrischend! Ein "ballaststoffarmer" Neubeginn!

Flüssig geschrieben, mit vereinzelten Vandemaanismen ("Eine gute Farbe für einen Koffer, dachte Rhodan unwillkürlich. Für den Koffer wie für den Reisenden."), die in diesem Ausmaß und Kontext Spaß machen und witzige Dialoge (beispielsweise das private Geplänkel zwischen Perry und Sichu).

Ein spannendes Ausgangsszenario: Rhodans einsames Erwachen wie in "Passengers", die Begegnung mit dem Koffer, die mich stark an den Monolithen aus 2001 erinnert hat. (Na, wenigstens war's kein Holzkästchen, obwohl, irgendeine Intelligenz scheint sich auch in diesem Objekt zu verbergen...)

Das große Vergessen nach weniger als 500 Jahren?!

Nun, wer hätte vor dem digitalen Zeitalter gedacht, dass jemals ernsthafte Zweifel an den Mondlandungen aufkommen würden, einem geschichtlichen Ereignis, das in Büchern, Fotos und Filmaufnahmen ausführlich dokumentiert ist? (Wohlgemerkt in verhältnismäßig fälschungssicheren analogen Medien.) Bei Dingen, die heutzutage publiziert werden, ist es ohnehin nicht mehr möglich Realität von CGI zu unterscheiden. Und so sehr ich befürworte, nichts als selbstverständlich zu akzeptieren, ist es schon irritierend, wie viele Flat-Earther das Internet gerade produziert.

In "Interstellar" gibt es übrigens ein ähnliches Szenario: statt High Tech dominieren wieder Bauernhöfe, und in den Schulbüchern steht, dass der von den Amerikanern vorgetäuschte Wettlauf zum Mond nur dazu gedient hat, die Sowjetunion wirtschaftlich zu ruinieren.

Ich halte es also durchaus für möglich, dass auch (oder insbesondere) in einer hochtechnisierten Welt in dieser Zeitspanne eine komplette Umwertung und großflächige Löschung geschichtlicher Ereignisse stattfinden kann.

@Phil: Danke für die lebendige Schilderung. Sie hat viele Bilder meines letzten Berlin-Urlaubs heraufbeschworen.

Zum Jubiläum gab es übrigens ein paar Erwähnungen der Serie im österreichischen Mainstream:

https://orf.at/stories/3111623/

https://www.derstandard.de/story/2000095305240/perry-rhodan-serie-erreicht-ihren-3-000-band

https://derstandard.at/2000097908664/3000-Perry-Rhodan-Ausgabe-Gehoeren-Sie-zu-den-Fans-der

https://www.ots.at/presseaussendung/OTS_20190215_OTS0135/kulturmontag-am-18-februar-rembrandt-t-c-boyle-perry-rhodan-und-vieles-mehr


Phil (16.02.2019):

Mir ist heute etwas echt Abgefahrenes passiert, auf dem Weg zum Kauf von Band 3000, und ich hab da mal ne kleine Story draus gemacht... Zur Feier des Tages (und weil die ECHTE Story wirklich herzerwärmend ist und zu diesem Jubiläum passt) dachte ich, ich schicke es dir einfach mal, vielleicht kannst du sie ja auf deiner Seite einfach unter deinen Band-3000-Kommantar hauen (wenn der Platz reicht...?). Ist echt genauso passiert, die Story, kein Witz... naja, nicht jedes einzelne Wort, aber fast ...


Achim (16.02.2019):

Oh weh...

Kathedralen-Schiff?

Bis Band 3010 sind die Necromonger aufgetaucht, die herausgefunden haben, daß Terra der Eingang in das Underverse ist, kurz darauf erscheint dann auch Riddick mit einem seit 2050 verbotenen Diesel-Antrieb, um sie aufzuhalten. Der Koffer ist ein Ortungsgerät, mit dem das seit Jahrtausenden besungene Gegenstück in Berlin gefundwn werden kann.

Das ganze endet in kompletter Sinnlosigkeit, weil der Raumhafen BER noch immer keine vernünftige Weltenbrandschutzanlage hat (das war der Grund für den Zeitsprung, aber knappe 500 Jahre reichen eben nicht).

Nimmt jemand wetten an?


Hans Fallada (16.02.2019):

Wir schon die Nr. 2900 bekommt man den aktuellen Jubelband zum Normalpreis - innerhalb der letzten zwei Jahre wurde dieser ja allerdings um 10cent erhöht. Ich erinnere mich an Jubelbände, die sehr oft etwas teurer waren. Einer der Gründe warum ich noch nicht auf die etwas billigeren ebook-Ausgaben gewechselt habe ist folgender: ich lade sehr viel aus dem Netz runter v.a. alte Filme und Musik und so etwa ein- zweimal im Jahr crashe ich die Speicherkarte meines Smartphones. Da ich für Backups die Karte aus dem Handy rausmachen muss (mein PC kann nicht direkt aufs Handy zugreifen) ist mir das zu umständlich und so verliere ich einige Downloads aus Faulheit. Da ich vieles schnell wieder lösche und die Karte mit FAT32 formatiert sein muss, überfordert das u.U. das Dateisystem. Wenn ich dann ebooks verlieren würde wäre das ärgerlich.

Am Mittwoch habe ich den Jubelband geholt und verspürte ein Prickeln im Bauch, ist und bleibt eben doch was besonderes. Perry und Konsorten landen 493 Jahre in der Zukunft. Das erinnert stark an die ATLANC, die es damals ins Jahr 2577 NGZ verschlug. In die Falsche Welt. Auch ist nicht klar ob das dauerhaft so bleibt - wenn ja so sind solche Figuren wie Opiter Quint und auch Germo Jobst Geschichte :-(. Wäre schade.

Ansonsten ähnelt das natürlich dem Setting des Cantaro-Zyklus, damals war es ein Zeitsprung von 695 Jahren. Der Sprung von Band 399 zu 400 waren 1000 Jahre. Wir haben es also mit dem drittgrößten Zeitsprung in der Historie der Serie zu tun. Von Band 999 zu 1000 waren es ja nur rund 400 Jahre. Die Milchstraße wird von den Cairanern beherrscht, die einen harten Frieden gebracht haben, nach Frieden hat sich Perry ja im gesamten Genesis-Zyklus gesehnt, zumindest im Heftvorspann. Jetzt ist er also da aber unter den falschen Vorzeichen.

Wie Zemina Paath da rein passt wird sich noch zeigen. Und auch die Rolle des NGE ist unklar aber erfrischend, da die Agenten ja quasi im Handstreich einen Gefangenen aus dem Weltraumknast rausholen trotz der Übermacht der Cairaner. Die sind also schon eine ganze Weile aktiv im Widerstand. Im Cantaro-Zyklus war es damals sehr spannend immer nur stückweise zu erfahren was in all den Jahrhunderten der Abwesenheit in der Milchstraße so passiert war. Ich hoffe, das Expokratenduo kriegt das jetzt in ähnlicher Weise gebacken. Das Thema Fake History haben sie ja aus Genesis mit rüber genommen, nur diesmal direkt vor der Haustür und zeitnaher als bei den Thoogondu.

Grundsätzlich mag ich solche Zeitsprünge. Bully macht nun den Statthalter in der Zentralgalaktischen Festung (geschützt durch einen Kristallschirm), wie damals Atlan in der Provcon-Faust - das könnte spannend werden. Ich hoffe stark, das nicht am Ende des neuen Zyklus wieder in der Zeit zurück gesprungen wird. Man könnte auf diesem Weg viel Ballast zurücklassen auch wenn es schmerzt in Zukunft auf Opiter Quint verzichten zu müssen wo er doch für mich das einzige Highlight in Genesis war.

Die Ausweglose Straße erinnert an die Orphischen Labyrinthe im Ewige-Krieger-Zyklus. Bully und Vetris Molaud sind offenbar gute Freunde geworden während Ehefrau und Tochter sich nach Allerorten zurückgezogen haben vermutlich um dort länger zu leben als außerhalb.

Viele Fragen stehen am Beginn dieses Zyklus. Einige möchte ich spekulativ beantworten: Wer sind die Cairaner? Da sich durch Ausbringung der Proto-Eiris keine fremde SI in der MB festsetzen konnte hat eine solche ein Hilfsvolk dorthin geschickt, eben die Cairaner. Deren Hauptaufgabe ist die Erforschung, wie man die Eiris wieder umprogrammieren kann, um einer SI das Nest zu bereiten. Oder könnte es sein, daß AvA sich wieder manifestiert hat und die Cairaner Cyborgs sind wie damals die Cantaro und so einer postbiologischen Existenz der Boden bereitet wurde? Aus Hass auf die Zellaktivatoren hat er den Vital-Supressor erfunden? Statt Vertreibung und mangels Weltenbrand nun eben die Unterdrückung aller Völker?

Wohin sind Terra und Luna verschwunden? Der verleugnete Richter Veirdandi hat die Laterale von Matan Addaru benutzt um beide in Sicherheit zu bringen. Veirdandi ist bekanntlich der Rebell unter den Richtern und hat die MS beim Abzug des Tribunals nicht verlassen. Mit der Zeitweide steht ihm ein mächtiges Instrument zur Verfügung mit dem er die Cairaner locker ausmanövrieren kann aber vertreiben kann er sie nicht da diese zahlenmäßig massiv überlegen sind. Es wurde ja mal der Satz auf der LKS geschrieben, daß u.U. in Mythos nicht unbedingt eine ganz neue Geschichte erzählt wird... womit wir dann immer noch innerhalb eines Großzyklus wären - tiefgestapelt haben die beiden Expokraten ja noch nie, seit sie auf dem Thron von Karl-Herbert, Willi und Robert sitzen.

Es wird zu einem Bündnis Veirdandis mit Rhodan und Atlan kommen um das zu erledigen, die Vertreibung der Cairaner, die ja offenbar von ähnlich weither gekommen sein müssen wie damals die Cantaro.

Wie immer gibt es von mir einen Vertrauensvorschuss für die Expokraten von einem halben Jahr, ich hoffe sie versemmeln den Zyklus nicht wenn sie auch schon wieder ein Invasionsszenario benutzen aber das muss nicht an sich schlecht sein. Die besten Zyklen der Serie hatten ein solches als Grundlage. Lasst die Spiele also beginnen, wetzt die Schwerter und auf ins Schlachtengetümmel. Ich erwarte und wünsche mir diesmal wieder ein paar epische Raumschlachten à la Rainer Castor. Veirdandi war natürlich irgendwann auf Khrat und wurde zum Ritter geweiht, Richter und Ritter in einer Person... Man darf ja wohl noch träumen am Beginn eines neuen Zyklus :-).


Herbert Seufert (15.02.2019):

Tja, da ist er nun, der Jubi-Milleniums-Band 3000, der mit seiner Zykluseinleitung und dem Präsentationsumfeld für PR-Redaktion und Serienverantwortliche derart wichtig wurde, dass der Abschluss der vorhergehenden Großgeschichte in den Schatten trat und mehr oder weniger marginalisiert wurde.

Von den Offiziellen hörte man zum Zyklusfinale Nr. 2998/2999 nicht mehr viel.

Vielleicht war den Machern seit längerem klar, dass dies wieder kein echter Burner würde und so spekulierte man schon seit geraumer Zeit in erster Linie auf das Neue.

Jetzt ist es wirklich da!

Und, wenn man zurückliegenden dunklen Äußerungen aus der Redaktion und Berichten von Expokratietreffen glauben darf, gibt es Ideen bis mindestens Band 3300.

Das heißt, wir dürfen uns bestimmt wieder auf eine übergreifende Zyklusführung gefasst machen!
Diese könnte so aussehen, dass bis Band 3099 eine große Gefahr beseitigt wird, die Ausfluss einer noch größeren Gefahr ist oder Reaktion auf diese. Um die geht es dann in den den Romanen 3100 bis 3199. Das Ganze könnte danach weitergeführt werden - zwischen Heft 3200 bis 3299 - mit der Rückkehr von ES, dessen großer Wanderreise und der Auffindung der Superintelligenz. Hineinspielen in diese späteren Phasen der Planung könnten die avisierte Rückkehr Atlans hinter die Materiequellen, die Reaktion der Hohen Mächte auf Rhodans Ritterauraverlust, die Rache des Chaotarchen Cadabb für Orpleyd und die Köpfung der Kolonne Traitor, aber auch Allerorten, Aures, die Zeitgefährten und deren erratische Epigonen, die Anachronistische Patrouille.
Früher oder später wird gewiss auch ein vom Chaotarchischen Zellaktivator beeinflusster Reginald Bull zum Problem und die Geschichte des Terminalen Konzilsvolks jenseits der Koltonen soll laut Wim Vandemaar auch noch erzählt werden. Der Atope Richter Veirdandi wurde auch nie echt beleuchtet, was aus dem Konglomerat des THEZ-Renegaten Matan Addaru Jabarim mit YLA, der 236-Colpcor und dem TAFALLA-Corpus wurde, weiß auch Niemand so recht. Ganz zu schweigen von der INSTANZ und Lotho Keraete.

Bekannte potentielle Hintergrundsstrippenzieher im momentanen Off gibt's genug.
Bestimmt habe ich noch etliche potentielle Gegner vergessen. Und natürlich auch die SOL, Michael Rhodan und Kantiran da Vivo-Rhodan.

Mal sehen, wer hinter den Cairanern steckt!?
Was ist mit deren Gegnern, den Ladhonen?
Was mit der Lemurischen Allianz? Was mit den Akonen? Und was bedeutet die Allianz Reginald Bulls mit Vetris Molaud, den er vertraut mit seinem Geburtsnamen Caer-Cedvan anspricht sowie mit den Akonen oder Teilen von ihnen.

Gibt es die Neue USO noch?
Ist Bull wirklich noch ein Guter oder sitzen die eigentlich Bösen im Ephelegon-System?
Warum zogen sich Toio Zindher und Shinae vor Bull nach Allerorten zurück?
Hat er sich verändert? Oder nur genervt und gelangweilt.

Wo ist Icho Tolot? Wo Monkey oder Homer G. Adams?

Wer hat Terra/Luna verschwinden lassen? Und wohin? Nach Larhatoon?
Wer hat ein Interesse an der Memoverwirrung in der Galaxis, welche Techniken kommen dabei zum Einsatz? Analoga der Thoogondu?

Oder ist es ein Nebeneffekt der Weltenbrandauslöschung, des chaotemporalen Wandererschirms oder gar einer fortschreitenden Dyschronalen Drift des THEZ-Zyklus?

Dass man uns schon wieder eine parareale "Falsche Welt" vorsetzt, glaube ich nicht.

Andererseits leiden zumindest Bull und seine Verbündeten nicht unter echter Terra-Amnesie und die Cairaner warten auf die Rückkehr der Ras Tschubai.

An eine so tiefgreifende Geschichtsverwirrung in knapp 500 Jahren durch einfache technische, wenn auch konzertierte Invasorenmittel glaube ich nicht.

Wurden falsche Psiqs aus dem Moralischen Code ausgestreut?
Wenn ja, warum greifen sie nicht vollumfänglich?

Wurde Terra wirklich geraubt oder entzog man sich dort aktiv einer Bedrohung und ins Vergessen, in einen Mythos?

Ging der Weg der Erde tatsächlich nach Larenhausen? Wenn ja, käme vielleicht irgendwann die Sache mit dem verborgenen Konzilsvolk zum Tragen.

Die Frage ist wirklich, wer dahintersteckt!?
Die Cairaner sind sicher nicht selbst die oberste Gegnerinstanz. Wenn sie nicht sogar in bestimmter Weise Verbündete sind. Wenn auch verquere!

Sicher wird wieder ein breites und verwirrendes Zyklen-Szenario ausgerollt!

Wahrscheinlich wird die Lösung aber wieder dünn werden und es wird heißen, dass der Zyklus ja noch in die nächsten hundert oder zweihundert Bände weitergreife.

Kennen wir Alles schon.

Mal sehen, ob es tatsächlich eine Besserung im Weg der Expokratie gibt!?
Ich vermag's kaum zu glauben!
Gemeinhin sagt man ja, dass sich Menschen ab einem bestimmten Alter nicht mehr grundsätzlich ändern.

"Hoping for the best but expecting the worst ...
We don't have the power, but we never say never
Sitting in a sandpit, life is a short trip
The music's for the sad man"

"Hoffen wir auf das Beste doch erwarten das Schlimmste ...
Uns fehlt die Kraft doch wir sagen niemals nie
sitzen im Sandkasten
das Leben ist ein kurzer Trip
die Musik ist für die Traurigen bestimmt"

- Beyoncé | Jay Z: YOUNG FOREVER