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Perry Rhodan Nr. 2999: Genesis

Autor: Kai Hirdt

Inhalt

Nachdem sich Homunk wieder beruhigt und Perry Rhodan die nach Atlans Meinung wohl schlechteste Motivationsrede aller Zeiten gehalten hat, durchquert die RAS TSCHUBAI das chaotemporale Gezeitenfeld, von dem Wanderer umschlossen ist. Jedem an Bord ist klar, dass ein Rückweg möglicherweise nicht gefunden werden kann. Aufgrund des Sturzes der Kunstwelt durch Vergangenheit und Zukunft kann niemand vorhersagen, welche Zeitebene man bei einer Rückkehr erreichen wird. 18.000 terranische Besatzungsmitglieder sowie fast alle Posbis verlassen das Mutterschiff vor dem Start mit den MARS-Kreuzern TANAKA SEIKO und RALF MARTEN. Homunk benutzt ein Tröpfchen Eiris, um eine Lücke in Wanderers Energiebarriere zu erzeugen, die von der RAS durchquert werden kann. Schnell zeigt sich, dass Adam von Aures die Scheibenwelt zumindest teilweise beherrscht, denn die RAS wird von Bewohnern verschiedener Enklaven angegriffen. Zu Schäden kommt es dabei nicht.

Homunks Anweisungen folgend geht die Raumlandetruppe der RAS in den Einsatz. Die Waffen des Omniträgerschiffes müssen schweigen, denn sollte die Maschinenstadt Ambur-Karbush geschädigt werden, so würde sie sich zur Wehr setzen. Ziel der Bodentruppen ist das Physiotron, allerdings dient dieser Vorstoß vor allem der Ablenkung. Währenddessen begeben sich die beiden Rhodans, Atlan und Gucky mit Homunk per Shift zum für Adam von Aures angeblich unerreichbaren Turm des Navigators. Dies ist das Herzstück Wanderers, von hier aus wird die Scheibenwelt gesteuert. Im Inneren wird die Gruppe von Kampfrobotern attackiert - Adam von Aures und seine Helfer haben den Turm mit Hilfe von Homunks Gliedmaßen längst unter ihre Kontrolle gebracht. Rhodan nimmt an, dass Adam von Aures es auf die Auraträger abgesehen hat und präsentiert sich ihm als Köder, indem er so tut, als sei er sein eigenes Alter Ego aus einer Wanderer-Enklave. Assan-Assoul durchschaut die Täuschung.

Rhodan und Adam von Aures sprechen miteinander. Eine Einigung ist unmöglich, denn Adam von Aures betrachtet Lebewesen als Hindernisse, die aus dem Weg geräumt werden müssen, damit die Genesis der Maschinenzivilisationen ihren Lauf nehmen kann. Adam von Aures ist lange genug abgelenkt, so dass Rhodans Gefährten aktiv werden können. Sie versuchen einen im Turm gelagerten, bestens gesicherten Zellaktivator als Waffe gegen Adam von Aures einzusetzen. Gucky befreit Rhodan, der zuvor von Assan-Assoul die Erlaubnis erhalten hat, sein Glück zu versuchen. Rhodan soll beweisen, dass Adam von Aures besiegt werden kann. Es kommt zum Kampf, denn Adam von Aures weiß, was seine Gegner vorhaben. Homunk ruft TARA-Kampfroboter als Verstärkung herbei. Lua Virtanen und Vogel Ziellos kommen ebenfalls nach Wanderer. Wieder einmal hat Adam von Aures die Nase vorn, oder vielmehr einen in seinen Körper integrierten Arm Homunks, mit dem es ihm gelingt, den Zellaktivator an sich zu nehmen. Immerhin haben Atlan und Rhodan II Zeit gewonnen, um mit Hilfe der beiden Transterraner das Podest des Navigators zu erreichen.

Als Rhodan, Gucky und Homunk zum Podest kommen, wird dort noch gekämpft. Vogel Ziellos wird schwer verwundet. Er wird später im Physiotron wiederhergestellt. Dann schaltet Homunk die Verteidigungsanlagen ein. Adam von Aures verliert seine Truppen, kann jedoch ein Sperrfeld aktivieren. Nur Rhodan und Gucky können zum Kern der Anlage gelangen. Je acht Muirden und Lukaparn, zwölf Taylwit und Assan-Assoul sind Adam von Aures geblieben. Er vernichtet den Zellaktivator, doch Rhodan hat buchstäblich noch einen in der Hand - es ist der Chip Lua Virtanens. Damit wird Adam von Aures besiegt, was allerdings ohne die Hilfe des tefrodischen Supermutanten nicht so einfach vonstattengegangen wäre. Adam von Aures soll in einer Enklave Wanderers interniert werden. Assan-Assoul zieht es vor, den Zellaktivator und damit Adam von Aures explodieren zu lassen. Die aus PEW-Metall bestehende Statue Zeno Kortins zerfällt infolge der schlagartigen Freisetzung von Vitalenergie. Lua Virtanen und Vogel Ziellos sind nun für immer auf Wanderer gefangen, was ihren Wünschen aber durchaus entgegenkommt. Homunk erhält seine Gliedmaßen zurück.

Die Proto-Eiris wird für ihre neue Aufgabe programmiert und freigesetzt. Der Weltenbrand wird gelöscht. Gleichzeitig wird auf diese Weise sichergestellt, dass sich keine fremde Superintelligenz mit eigener Eiris in der Mächtigkeitsballung festsetzen kann. Homunk spricht in diesem Zusammenhang von Vaganten. So werden wandernde Superintelligenzen ohne Mächtigkeitsballung genannt. NADALEE, eine ehemalige Begleiterin von ES, ist Homunk zufolge eine Vagantin. Lua Virtanen und Vogel Ziellos werden von Homunk als Steuerleute (Kyberneten) Wanderers willkommen geheißen. Homunk teilt mit, dass Adam von Aures möglicherweise nicht vollständig zerstört wurde. Reste seines Geistes könnten noch vorhanden sein. Ernst Ellert wird gebeten, auf Wanderer zu bleiben, denn sollte Adam von Aures wieder erstarken, so könnte Ellert dies spüren. Ellert bleibt, Rhodan II ebenso. Gemeinsam wollen sie nach der Enklave suchen, der Rhodan II entstammt.

Die RAS verlässt Wanderer auf einem von Lua Virtanen berechneten sicheren Kurs. Die Besatzung begibt sich in die Suspensionsalkoven. Es ist der 26. August 1552 NGZ Bordzeit.

Kringels Meinung:

Ich habe die Romane der letzten Monate aus verschiedenen Gründen nicht kommentiert. Vorherrschend war eine Mischung aus Fassungslosigkeit und Entsetzen. Ich war bereit, einen mit ironischen Formulierungen, bissigen Bemerkungen, fiesen Seitenhieben, kenntnisreichen Anspielungen, wohlgeschliffenen Bonmots, beckmesserischen Fehlerlisten, schonungsloser Schwächenanalyse sowie sonstigen sarkastischen Adjektiven gewürzten Verriss des meiner Meinung nach trotz guter Einzelleistungen ziemlich verkorksten "Genesis"-Zyklus in die Tastatur zu hämmern, auf dass Heulen und Zähneklappern herrsche in den Hallen von Rastatt! Doch aufgrund der Tatsache, dass meine Gastkommentatoren in den vergangenen Wochen sowieso schon alles gesagt haben, kann ich mir den Aufwand sparen.

J. Kreis, 09.02.2019


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Gastkommentare


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Michael (10.02.2019):

Kai Hirdt schreibt gut, keine Frage. Und doch hat mir sein Roman von letzter Woche besser gefallen. Vielleicht liegt es daran, dass ich Romane mit Kapiteln in der 1. Person Singular lieber lese, zumindest wenn Sie so gut geschrieben sind wie z.B. in 2998. Vielleicht liegt es aber auch an dem schon letzte Woche kritisierten Abhakwahn im Band 2997, ein Vorgehen, welches ich allerdings zu 100% auf die Exposee-Autoren schiebe. Was ist das für ein Unding, wenn Figuren, ja ganze Völker mit Ablauf eines Zyklus komplett aus der Handlung genommen werden? (Ich mache mir jetzt nicht die Mühe, die Figuren und Handlungselemente aufzuzählen, die entsorgt bzw. auf Eis gelegt wurden. Jeder, der die Letzten Romane gelesen hat, weiß wovon und von wem ich rede.)

Ja, es ist lobenswert, wenn die Autoren Dinge abschließen wollen. Aber warum in den letzten Bänden eines Zyklus? Wieso nicht "zwischen drin". Soll so wirklich eine Spannung gehalten werden bis zum Zyklushöhepunkt? Bei mir folgt bei solchen Abschlüssen stets Ernüchterung, weil es zu künstlich/plotdriven ist. Was soll das bringen? Neuleser oder Wiedereinsteiger? Ist das nach fast 60 Jahren Bestehen der Serie überhaupt noch eine relevante Größe?

Ich erinnere mich an die Zyklen ab 650, die nach meiner Erinnerung (ok, die Erinnerung kann trügen, ist ja schon Jahrzehnte her...) keine so feste Struktur hatten und Figuren und Völker auch Zyklus übergreifend vorkamen.

Den Vorschlag von Phil, die feste Zyklus-Struktur endlich aufzuheben, möchte ich daher explizit unterstützen!

Anders sehe ich das bei der Parallelität der Bedrohungen und Handlungselemente des laufenden Zyklus. Gerade, dass diese offenbar nichts miteinander zu tun hatten, quasi zufällig gleichzeitig stattfanden, fand ich gut. Nach meinem Geschmack gab es in der Vergangenheit zu oft das Schema: eine Bedrohung/ein Gegenspieler pro Zyklus, dann Pause, dann folgt die nächste Bedrohung usw. Das ist mir zu unwahrscheinlich.

Generell finde ich auch gut, dass die Autoren nicht auf das zeitgemäße dark story telling einschwenken à la Game of Thrones. Aber sie sollten das nicht übertreiben. Eine "positive Zukunftsvision", wie es Perry Rhodan sein soll, sollte auch Niederlagen (auch in großem Stil) beinhalten. Und bitte nicht schablonenhaft alle 10 Jahre einen Zellaktivatorträger umbringen (gibt sowieso nicht mehr so viele) sondern inhaltlich mehr Ambivalenz.

Abschließend möchte ich noch einmal auf den aktuellen Band zurückzukommen: Von Ambivalenz ist hier nichts zu spüren. Am Schluss ist alles Friede, Freude, Eierkuchen. Ach ja, Ernst Ellert und Rhodan II aus der Handlung zu entfernen halte ich schlichtweg für eine falsche Entscheidung. Das waren neue interessante Charaktere, die viel gebracht haben, weil beide ein Denken des 20. bzw. 21. Jahrhunderts repräsentieren, also mehr oder weniger eine Denkweise aus unserer Gegenwart. Schade.


Herbert Seufert (10.02.2019):

Was soll ich schreiben?

Viel fällt mir nicht ein, zumindest im Grunde genommen. In der Aufreihung doch so Vieles!

Schon die Serienoffiziellen gingen zum Schluss in ihren aktuell breit gestreuten Verlautbarungen zum Jubiläumsband PR Nr. 3000 in den Medien kaum noch auf das Zyklusfinale 2900 - 2999 ein, welches ja eigentlich zudem das dritte Milleniumfinale von PR ist und den Großzyklus der aktuellen Expokratie seit Band 2700 abschließen sollte.

Fangen wir mal mit mir selbst an:

Ja, ich habe mich getäuscht, Perry II starb nicht!

Es starb - abgesehen von einer Tausendschar von anonymen Raumschiffbesatzungen im Vorroman - überhaupt keine Hauptfigur, zumindest nicht vollständig.

Den eigenen Zellaktivator riskierte - wider Erwarten - keiner der beiden Perrys, dafür opferte man den Lebensspender Lua Virtanens.

Es blieb insgesamt einigermaßen soft.
So richtig gemein und böse wurde es nie.
Auch Adam von Aures blieb erhalten, zumindest als ein Hauch! Irgendwann - in ganz schräger Konstellation - wieder von irgendwelchen Expokraten reaktivierbar, so in 1000 Bänden vielleicht.

Hoffentlich nicht!
Von Zeno Kortin weiß man es nicht, andererseits
"geht auf Wanderer Nichts und Niemand je so ganz".
Laut dem zum Schluss komplettierten Homunk!

Warum der Kristall-MdI Zeno überhaupt längerzeitig in die Serie eingeführt wurde: Keine Ahnung. Eine wirkliche Bedeutung erlangte er nie.
Jetzt wurde er entsorgt.

Immerhin steckt nun der tefrodische Multimutant Assan Assoul im Chaotemporalen Gezeitenfeld Wanderers, so wie ehemals Boyt Margor im Margor-Schwall, und beseelt den Schirm. Die exakte Wirkung muss künftig in "positiven Verhandlungen" zwischen Homunk und Assoul geklärt werden!?????

Die Ernst Ellert-Variante der Originalversion?
Nun ja, diese Figur spielte auch keine nennenswerte Rolle mehr und bleibt als "ES'scher Nachlassverwalter und Aufpasser gegen ein Wiedererwachen AvAs" auf Wanderer, diesem Kunstplaneten aus einer Pararealität.

Warum Homunk, der ja letztlich auch ein parareales Kunstwesen ist, anfänglich fragmentiert war: Wer weiß das schon! ???

Zu Zyklusbeginn hieß es ja, "zur Abwendung einer großen Gefahr"! Dieses meinte offensichtlich - kanonisiert gedeutet - die sonst fällig gewesene Mitnahme Homunks ins THEZ-versum durch ES: Die Superintelligenz geht ja bekanntlich dort integral in den Transkosmokraten ein.

Was geschah dann mit dem Original-Homunk? West(e) dieser wenigstens mit Original-Wanderer und der abgezogenen ES-Eiris im THEZversum?
So wie Piet Rowland!?

Die ganze Sache mit der Eiris, Eirisdegeneration, Eiriskehre, Ersatz-Eiris etc. blieb obskur.

Ovaron Kilmacthomas, der Präteritalkontakter der INSTANZ, einer komplexen Gemeinschaftszivilisation biologischer, postbiologischer und artefakter Wesen aus einer weit entfernten Zukunft, sprach in Band 2870 von der durch die dyschrone Drift miteingeleiteten Denaturierung der Eiris, der Eiris-Kehre.
Diese schilderte er als Katastrophe, durch die die Existenz aller SIs innerhalb einer 100 Millionen LJ durchmessenden Sphäre bedroht wird. Keine SI könne sich künftig in diesem Raumvolumen, das die Mächtigkeitsballung von ES umgibt, halten. Die (noch gesunde?) ES-Eiris wurde ja im letzten Moment vor der Scherung von den Atopen ins THEZversum abgezogen.

Warum eigentlich denaturierte bei dieser ganzen Geschichte die ES-Proto-Eiris in der Galaxis Cetus nicht?

Warum benötigte es die Schlüsselung dieser Proto-Eiris, um vagantische (nur diese?) SIs künftig vom flutbaren Teil der ES-Mächtigkeitsballung fernzuhalten, wenn es doch eh diese 100 Mio Lichtjahre-SI-freie-Zone gibt!?

Wieso konnten die Sproßkerne als Ableger von GESHOD dort in der im THEZ-Zyklus verkündeten Eiriskalmenzone agieren und auch GESHOD selbst - zumindest kurzfristig - Auftritt nehmen?

Was sollte überhaupt die Einführung des Gemeni-/GESHOD-Komplexes und des Gondunats/der Gilde neben dem Hauptplot um den Adauresten und den Weltenbrand?

Erstere hatten nur ganz locker miteinander zu tun, AvA hingegen agierte völlig unverbunden mit diesen beiden Erzählsträngen. Der Techno-Mahdi wurde irgendwie in die Story gepappt und war ein absurdes Witzkonstrukt der Expokratie, das man nach seiner lange zurückliegenden Einführung am Anfang des Atopen-Zyklus irgendwie noch abarbeiten wollte.

AvA hätte weder GESHOD noch Thoogondu noch den Technomahdi für seine Weltenbrandzündung gebraucht.

Der Adaurest kam den Lesern genauso wenig persönlich nahe wie die anderen "Bösewichte" Puoshoor und Drush.

Die oft merkwürdig scheinende Rolle von Homunk/Niemandssohn in den Vergangenheitsebenen wurde zum Schluss nie mehr angesprochen. ES selbst trat nie in persona auf.

Ja, dieser Homunk wird künftig an der Spitze der "Gemeinschaft des Wanderers" mit dem Kunstplaneten aus einer Pararealität in der Weltgeschichte herumgondeln.

Lua und Vogel wurden jetzt in diese Community entsorgt. Die Reste von Lotho Keraetes "Schöner Familie" auch. Ein Jammerhaufen, der zum Schluss nichts mehr riss.
Von den Taylwit hieß es sogar, sie seien im Endeffekt eigentlich "Heiler". Missbrauchte Heiler.

Was bedeutete eigentlich der entsetzliche Leidensschrei Homunks am Ende von Roman 2998, den Rhodan nie mehr hören wollte.
Der Leser hörte im Zyklusabschlussband auch nichts mehr davon.

Der Weltenbrand löschte sich zum Finale wie von selbst: Durch Autokonfiguration der Proto-Eiris.
Und laut Homunk war diese Löschung auch weniger wichtig als die Ausbringung eines Vagantenschutzes bzw. die Beruhigung des Psiqflusses in Wechselwirkung zum moralischen Kode.
Man muss halt Prioritäten setzen!

Es war schlussendlich Alles ganz trivial, keine Rede mehr davon, dass ES in der Originalversion am Weltenbrand gescheitert war und deshalb THEZ mit dem Atopen Tribunal eingreifen musste, was die ganze Sache überhaupt erst auslöste, wobei der Weltenbrand im THEZversum selbst ja nie stattfand.

Verdrehter geht es kaum noch.

Insbesondere die Thoogondu- und GESHOD-Storylines warfen einen merkwürdigen Blick auf einen Vergangenheitsabschnitt der Milchstraße, der hochgradig absurd war.
Das konstruierte völlige Verschwinden jeder Memorabilie und jeglichen Relikts dieses Großreichs namens Gondunat aus der galaktischen Geschichte: in Realität völlig undenkbar.

Genauso "gaga" wie der absurde Hass der negativen Bhal-Rispe und der Gilde des Gondus auf den möglicherweise manipulativen WANDERER oder auf die Haluter.

In glücklicher Fügung konnte ja die Zerstörung des Kontrollgeräts im Geshodrom vor kurzem so ganz nebenbei noch die geheimnisvolle Haluterseuche ausknipsen!

Was Calurier bei der Pandemiekonstruktion in der Vergangenheit für eine Rolle spielten? Mmmmh!

Im Endeffekt wurde anhand von Menes und Gäonen klar, dass irgendwie entführte oder abhanden gekommene Menschen/Menschenabkömmlinge noch an viel mehr Stellen im Kosmos leben als man bisher dachte. Teils von ES als Not-Reservoir angedacht, falls die Kernmenschheit ausgelöscht würde.
Die am weitesten entfernt wohnenden Menschen sind ja bis dato die in den Fernen Stätten.

Irgendwann ist wohl eine "bilokale Rückkehr" von ES aus dem THEZversum geplant, ein Kunststück, welches - nach bisherigem Kenntnisstand - selbst THEZ und den Atopen verwehrt ist.

Wie das dann zu der SI-freien 100 Mio LJ-Zone des Ovaron Kilmacthomas passt, keine Ahnung!

Irgendwie scheint ja mit dem "entrückten und unerreichbaren Arkonsystem" noch eine Schlüssel-Transitstelle zu existieren, möglicherweise auch "bilokal".

Sowohl beim angedeuteten Thema einer einstigen ES-Bilokation als auch beim Arkonsystem wird man nicht ganz am inzwischen expokratisch höchst ungeliebten Scherungsthema ganz vorbeilavieren können.

Die jetzt neu eingeführte NADALEE, die Wandlerin, als ehemalige ES-Begleiterin, und der Hinweis auf eine eh schon früher geplante "große ES-Reise" könnten beim Reload der Haus-SI eine Rolle spielen.

Ich kann mir allerdings vorstellen, dass das erst nach dem künftigen Zyklus eine Rolle spielen wird.

Lotho Keraete ist garantiert noch existent und wird uns später irgendwann wohl wieder als Strippenzieher aus dem Hintergrund begegnen.

Insgesamt wurden extrem viele Chancen verpasst, am meisten die Chancen zur erklärenden Aufhellung offener Fragen aus dem THEZ-/Atopen-Komplex.

Damals wurde ja angedeutet, dass der 300er-Großzyklus inhaltlich noch nicht zu Ende sei.

Aber es kam nichts mehr. NICHTS!

Wo blieb die "künftig grundsätzlich veränderte Haltung Rhodans zu SIs und HOHEN MÄCHTEN", die früher immer wieder in Hoschpians Chroniken angedeutet wurde?

NICHTS!

Die Expokraten hatten viele Chancen und haben ebensoviele vertan.
Übliches Szenario: Große Bühne wird aufgebaut, zum Finale gebärt der kreisende Berg nur Mäuschen.

Wohlmeinende Leser im PR-Forum meinten, der jetzige Zyklusabschluss sei eine Überleitung in den kommenden oder gar ein "konzeptioneller Imprint der Serienzukunft", eine "Neukonnotation des Tradierten".

Puuuh!

Wortgewaltige optimistische Deutung!

Ja, das war's aber dann auch.

Ehrlich gesagt, ich erwarte mir in der "Cairanischen Epoche" der künftigen Serie keinen anderen Handlungsablauf.

Warum sollte sich etwas ändern?
Es wird langwierig wieder ein komplex bestücktes Schachfeld ausgerollt, das Ende in 2 Jahren wird dann vermutlich doch eher ärmlich!

Wie seit Band 2700 gewohnt.

Wiederholte Hinweise an die Leserschaft, man solle nicht verzagen, das sei ja nicht der letzte Zyklus, da käme später noch was Auflösendes oder Entscheidendes, kann ich fast nicht mehr glauben.

Meines sehr persönlichen Erachtens täte ein Wechsel der Seriendirigenten, sprich Expokraten, der Gesamtstory nur gut!

Sehr gute Musiker sind nicht unbedingt exzellente Dirigenten und Top-Autoren nicht zwingend geniale Expokraten.

Eine substantielle strategische Verbesserung seit Band 2700 kann ich unseligerweise nicht erkennen.

Leider!!!!!

Die Konsistenz der Serie leidet seit mindestens 6 Jahren am wenigsten am Können der Autoren sondern am Gesamtkonstrukt der Zyklen.

Kai Hirdt als Autor der beiden Finalhefte des Zyklus hat nichts falsch gemacht, im Gegenteil, er hat gerettet, was zu retten war.

Aber das ist für ein großes Zyklusfinale allemal zuwenig, denn da geht es mehr um das expokratische Drehbuch als die heftbezogene Einzelautorenleistung.

Der beste Schauspieler bekommt allenfalls einen Einzel-Oscar, doch das ist nur ein Teilaspekt eines Films mit großem Anspruch.

Jedenfalls war im Genesis-Zyklus von echter Genesis nicht viel zu spüren.

Da entstand NICHTS! Außer der kosmische Kurzzeit-Migränenbrand.

Schade, was hätte man daraus alles machen können!

Auch die rhodan-kosmologischen Erkenntniszugewinne waren gering.

Wir wissen halt jetzt, dass Eiris mit allem Möglichem verzahnt und verschränkt ist und als Rotbäckchen-Lebenselexier oder eben als Gift für den Moralischen Code bzw. als Genericum für Zaubercocktails der Hohen Mächte dienen kann.
Gelegentlich auch nur als Permit durch einen Schutzschirm.

Für alle Fälle gilt das Eichhörnchen-Prinzip: SIs treiben eine Bevorratungspolitik für Notzeiten. Ranzig wird Proto-Eiris da scheinbar mit der Zeit nicht, aber natürlich auch nicht besser.

Letztlich ist das Zeugs für Vieles gut, so wie Klosterfrau Melissengeist und Franzbranntwein.

Im entscheidenden Moment reibt es sich sogar fast von selbst ein.
Jedenfalls geschah das im vorliegenden Heft so!
Wirkungsdauer unbekannt!
Braucht jedenfalls keine "Aktivatorspirale" zur Verteilung wie ehemals die umprogrammierten Biophore-Quanten.

Schöne Grüße!
Leicht traurig und mit nicht allzu überschäumender Hoffnung für den Mythos Erde-Zyklus.

Herbert


Peter Uwira (10.02.2019):

Zu Beginn des 3. Kapitels schreibt Hirdt über Rhodan II: "Dieser Rhodan hatte eine Forschungsbasis auf dem Mond geleitet. Das hatte er zumindest geglaubt. In Wahrheit war der Erdtrabant eine der vielen Enklaven gewesen..."

Das kommt mir seltsam vor. Die Forschungsbasis war doch nicht auf dem Mond der Erde, sondern auf dem Saturnmond Enceladus. Da sich die gesamte Enklave allerdings auf diesen EINEN Mond beschränkt, hätte Hirdt mit DEM Mond nun zwar durchaus Enceladus meinen können, er hat aber ausdrücklich ERDtrabant geschrieben.

Ganz abgesehen davon verstehe ich nicht, warum er dem Mond seine Mondhaftigkeit abspricht, nur weil er Teil einer Enklave ist. In dem mittlerweile auf diesen einen Mond reduzierten Universum von Rhodan II (seiner Enklave) ist Enceladus genauso real wie es "unser" Enceladus in unserem Universum ist.

Aus der Beschränktheit der Enklave ergibt sich ein weiteres Problem. Im ersten Epilog macht sich Rhodan II auf die Suche nach den Resten "seiner Menschheit". Der Saturnmond ist jedoch alles, was von seinem Universum übrig geblieben ist. Es war doch nie die Rede davon, dass sich andere Teile seines Universums in anderen Enklaven befänden?!

Abschließend: Rhodans Reaktion auf die geradezu nebensächliche Löschung des lange heraufbeschworenen Weltenbrandes klingt fast schon wie ein ironischer Wink an die Leser: "Er fühlte sich um einen großen Moment betrogen."


Hans Fallada (09.02.2019):

"Homunk nickte. »Ihr habt das Schiff eines atopischen Richters durch die Synchronie gesteuert. Qualifiziertere Steuerleute wird Wanderer in diesem Universum nicht finden. Wenn ihr wollt, seid ihr willkommen als die neuen Kyberneten der Maschinenstadt.«

Beim Lesen dieses Absatzes auf S.53 - da ging vieles in mir vor und es kamen die Tränen. Vor allem wegen Lua und Vogel. Ich fand die beiden insgeheim immer schon toll - auch wenn ich es in meinen Kommentaren nie geschrieben habe... Die Suche nach einem Seelenverwandten hat mich mein halbes Leben begleitet und ich fand ihn sogar aber sehr widrige Umstände, die in ihm selbst begründet lagen führten zur Trennung nach 16 Jahren des gemeinsamen Zusammenlebens. Die beiden Transterraner haben jetzt ihr Ziel gefunden. Romeo und Julia starben, Gilgamesch und Enkidu hatten auch kein Happy End aber so versöhnt mich das etwas. Was an Bord der ATLANC begann findet nun einen Abschluß auf Wanderer, nein einen neuen Weg hinein in eine offene Zukunft. Viele werden das vermutlich für sentimental halten aber ich stehe dazu. Wenn Literatur mich wirklich zum Weinen bringt dann ist das gut. In den Tränen liegt für mich eine tiefe, befreiende Kraft. Früher, bei Romanen von Willi Voltz habe ich das oft erlebt. In diesem Zyklus nur jetzt und in einem Heft, das sich um Opiter Quint drehte. Dafür mein Dank an Kai Hirdt und WiVa!

Wenn dieser Teil-Zyklus nur (verdammt nochmal !!!!!) annähernd auf dem Niveau gewesen wäre wie dieses eine Heft und die wenigen Hefte in denen Opiter Quint unterwegs gewesen ist so hätte es ein großer sein können...

Ich habe vor zwei Wochen bereits einen 2000 Worte langen Abschlusskommentar zu Genesis verfaßt aber nun beschlossen, diesen in der Schublade zu lassen. Nur soviel: die beiden Expokraten sind auch nach sechs Jahren noch Lehrlinge. Gute Ideen haben die beiden sehr viele aber an der handwerklichen Umsetzung v.a. in der Dramaturgie mangelt es leider ganz gewaltig. Nach dem Zyklus ist bekanntlich vor dem Zyklus und ich hoffe, daß sich die beiden im nächsten Zyklus steigern werden. Ich bleibe dabei und lese weiter. Perry Rhodan ist und bleibt ein Teil meines Lebens. Per aspera ad Astra - aus der Asche zu den Sternen. Wird Zeit, daß sich WiVa und CM mal endlich aus der Asche ihres bisherigen dramaturgischen Versagens erheben...

@Phil: guter Kommentar!


Phil (08.02.2019):

So, die letzten 100 Hefte vor der angekündigten Zeitenwende sind rum, und die großen Überraschungen sind ausgeblieben: Der Weltenbrand ist gelöscht, die Guten haben gewonnen und Perry II macht sich auf zu den Sternen II (kurz hatte ich die Hoffnung, dass Perry II vielleicht Perry I ersetzen könnte, dass also Perry I abserviert würde, aber so mutig waren die Expokraten dann doch nicht … ). Also alles wieder zurück auf Anfang, rücken Sie vor bis auf Los und ziehen Sie 400 Jahre ein. Oder so.

Es gab Phasen, da dachte ich, der Genesis-Zyklus könnte tatsächlich der große Wurf werden. So z.B. am Anfang nach dem Auftauchen der Gemeni, nach den ersten Adam-von-Aures-Romanen, und sogar später noch, etwa nach dem tollen Thoogondu-Doppelband von Oliver Fröhlich (2970/71). Aber alles in allem kam dann doch nur Durchschnitt raus.

Ich sage Durchschnitt, weil ich mich doch meistens relativ gut unterhalten fühlte, und weil die große Mehrheit der Einzelromane sehr solide waren. An was es haperte, war eher die große zyklenumspannende Dramaturgie, die, wie ich fand, v.a. an drei Dingen krankte:

1) Die Hypothek des dämlichen Verhaltens unseres Helden PR in den ersten Bänden in Sevcooris, unter der bis zum Schluss der gesamte Thoogondu-Handlungsstrang ächzte. Heißt: Hätte sich Perry damals nicht so plot-driven dumm angestellt und die richtigen Fragen gestellt, wäre schon spätestens in 2910 klar gewesen, dass es eine Gilde gibt, die dem Gondu zuwiderhandelt, und man hätte den ganzen späteren Hooris-Terz samt Invasion gar nicht gebraucht. Somit war die Auflösung im o.g. Doppelband (70/71) zwar wunderbar geschrieben und erhellend, aber letztlich über ein Jahr Lesezeit zu spät.

2) Das Einsetzen der Gemeni, wann und wie man sie gerade in der Zyklus-Dramaturgie brauchte, v.a. in der zweiten Zyklushälfte. Heißt: Als der Techno-Mahdi anfing, seine Fake-Invasion zu starten oder als die Thoogondu bzw. das ZSI in der Milchstraße aktiv wurden, waren die Gemeni so passiv wie eine Birke im Winter und legten die blättrigen Hände in den Schoß. Kaum war in diesen beiden Themenfeldern Luft, trieben sie wieder Blüten. So eine Dramaturgie widiwidiwiesiemirgefällt (Hey, Pippi), macht mir Sodbrennen.

3) Die nicht motivierte oder logisch begründbare Gleichzeitigkeit der ersten beiden Themenkomplexe (Thoogondu, Gemeni) zum dritten, dem AvA/Genesis-Komplex. Dass also C gleichzeitig zu A und B auftrat, war am Ende schlicht und einfach Zufall. Zu einfach.

Der Versuch, den die beiden Expokraten dieses Mal starteten, ist klar erkennbar und mir durchaus sympathisch: Einen Zyklus zu schaffen, der seine Spannung nicht aus dem üblichen übermächtiger-Feind-/Bedrohungs-/Invasionsszenario zu ziehen versucht, sondern aus der Fülle unbeantworteter Fragen und Motivationen, einen Zyklus, bei dem sich am Ende die verschiedenen Ebenen verschränken und mehr oder minder gegenseitig erklären sollten. Aber die Umsetzung war leider… naja, siehe oben.

Vielleicht ist so eine Planung über 100 Romane auch einfach nicht möglich. Vielleicht ist es schlicht nicht machbar, über zwei Jahre hinweg eine kantenfreie dramaturgische Kurve zu kreieren. (Vielleicht sollte man das Konzept „Zyklus“ auch einfach verdammt noch mal endlich abschaffen, etwas, wofür ich schon seit Ewigkeiten plädiere. Aber das ist ein anderes Thema.)

Alles in Allem neige ich aber dazu, zu sagen: Der Versuch war es wert. Aber jetzt ein anderer Versuch, bitte.

So, wie es aussieht, versuchen es WV und CM nun im Mythos-Zyklus mit einer Abwandlung des Cantaro-Zyklus, nur ohne Chronopuls-Wall. Also eine Schar unserer Helden (Atlan/Perry/Gucky) kehrt in ferner Zukunft in die Milchstraße zurück und muss herausfinden, was in ihrer Abwesenheit passiert ist. Hab ich nichts dagegen, ich halte den Cantaro-Zyklus (v.a. eben auch dramaturgisch) für einen der besten ever (abgesehen von dem Pedrass-Foch-GAU am Ende… wer damals dabei war, wird sich erinnern. Ich war damals so wütend, dass ich für 800 Hefte keinen Perry mehr gelesen habe, kein Witz…), also bin ich (erstmal) dick dabei.

Noch ein paar Gedanken zu den Autoren im letzten Zyklus:

1) Froh, dass Kai Hirdt an Bord ist. Was soll ich sagen, er hat's einfach drauf.

2) Egoistische Frage: Warum schreibt Oliver Fröhlich so wenig? Jeder einzelne Roman von ihm war top!

3) Die positive Überraschung: Christian Montillon. Während mir früher seine Romane regelmäßig cholerische Ausbrüche bescherten (und das auch noch in der ersten Zyklushälfte taten, z.B. mit dem unsäglichen Doppelband 2934/35), legte er in der zweiten Hälfte einen U-Turn hin, der sich gewaschen hatte. Fand alle Romane ab 2950 von ihm super. Okayokay, waren allerdings auch nur vier …

4) Wer gar nicht mehr geht: Uwe Anton. Ich weiß nicht, wann das genau angefangen hat, aber, ich muss es so deutlich sagen, seine Romane sind nur noch Roman-Behauptungen, ein uninspiriertes Hangeln von Expo-Vorgabe zu Expo-Vorgabe, mit Dialogen, die mehr nach Papier rascheln als zehn singende Gemeni, einer Flut von Inneren Monologen, die ebenso überflüssig wie infantil sind, und so vielen inhaltlichen Dopplungen, dass jedem anständigen Lektor die Zähne ausfallen. (Und dann ist da noch sein Lieblingswort „geradezu“… guter Gott! Ihr müsst euch mal die Mühe machen, die Geradzu‘s in einem UA-Roman zu zählen!… obwohl, nein, tut es besser nicht, das wäre ja geradezu verrückt.)

Besonders wütend war ich über 2995, als es UA schaffte, den Gemeni jedes Fremdartige und Faszinierende zu rauben und zu menschelnden Klischee-Pappfiguren zu machen. (dabei war doch die Beschreibung von fremden, nicht-menschlichen Aliens früher mal seine Stärke, wenn ich mich recht erinnere, oder nicht?). Was meine cholerischen Ausbrüche angeht, hat er CM jedenfalls eindeutig den Rang abgelaufen.

Okay, so weit, also auf ein Neues im Cantaro-2.0-Zyklus! (Und wie gesagt: Wehe, es passiert noch mal so etwas wie damals mit Pedrass Foch … ich liebe meinen wöchentlichen Perry, verdammt, und möchte nicht wieder 800 Hefte auf ihn verzichten...)