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Perry Rhodan Nr. 2995: Die uneinnehmbare Festung

Autor: Uwe Anton

Inhalt

Zickenkrieg zwischen Tamareil und Mahnaz Wynter! Zankapfel ist Zau, der zurzeit von der USO-Agentin betreut wird. Die Olkonorin und der Tryzom-Tänzer treiben Schabernack mit ahnungslosen Besuchern der Solaren Residenz, um zu erproben, wozu sie mit vereinten Kräften imstande sind. Tamareil, Wynter und Zau begleiten Atlan, als dieser am 9. August 1552 NGZ mittels des Shod-Spiegels im Spross YETO ins Geshodrom versetzt wird. Der Transport ist temporal inkongruent, das heißt, erst nach der Rückkehr werden sie erfahren, wieviel Zeit vergangen ist. Sie sollten eigentlich direkt in der Shod-Zitadelle des Konglomerats ankommen, rematerialisieren aber in acht Kilometern Entfernung. Ghatus (Gemeni-Jäger in Trutzkleidern) greifen an. Atlan und seine Begleiter fliehen in ein Versteck. Tamareil und Zau stellen fest, dass ihre kombinierte Parafähigkeit wie ein Magnet auf die durch das Geshodrom vagabundierenden Störzonen wirkt, innerhalb derer keinerlei Technik funktioniert. Nach etwas Übung können sie die Störzonen gezielt zur Ablenkung einsetzen, so dass die Gruppe die Zitadelle ungehindert erreicht.

Da ihnen der Gemen Sypardh, Chef der Garde, den Zutritt verwehrt, lenken Tamareil und Zau eine Störzone direkt zur Zitadelle. Atlan bietet Sypardh Hilfe an. Geschickt lässt er die neulich von Yeto Carell erhaltenen Informationen einfließen. Sypardh hält Atlan daher für einen Eingeweihten und wird geradezu redselig. Er sagt, die Phase Shod sei gefährdet, sollte die Störzone den Resonanzraum der Zitadelle erreichen. Seinen Angaben zufolge kann GESHOD nur erwachen, wenn es in diesem Raum zu Schwingungen zwischen dem planetengebundenen Teil der Superintelligenz - der symbiotischen Gemeinschaftsintelligenz auf Gem - und ihrem Äquivalent im Dakkarraum kommt. Hierfür werden zwei Taktgeber gebraucht: Die Bhale Adburn und Drush. Drush reagiert jedoch nicht. Atlan behauptet, er könne GESHOD und die Phase Shod retten, aber das sei nur innerhalb des Resonanzraums möglich. Sypardh führt die Gruppe ins Allerheiligste des Geshodroms. Dort verschmelzen Myriaden von Entitäten, die zum Gemoshom gehören, mit einem Etwas, das aus dem Dakkarraum herausragt.

Da erscheint Drush in einem von zwei Shod-Spiegeln, die sich im Resonanzraum befinden. Ghatus stürmen den Raum. Drush verhält sich anders als alle Gemeni, denen Atlan bisher begegnet ist. Der Arkonide geht zu Recht davon aus, dass sich Drush aus der Symbiose des Gemoshoms gelöst hat. Atlan und der Bhal unterhalten sich auf Augenhöhe. Drush behauptet, er und ES seien einander seit Jahrtausenden bekannt. Drush ist der Ableger des ersten Bhals, der als Botschafter GESHODS bei ES in der Milchstraße aktiv war und 28.400 v. Chr. Kontakt mit den ins Exil abziehenden Thoogondu hatte. Ihm ist klargeworden, dass es bei ES eine dunkle Seite der Macht gibt und dass diese mächtige Superintelligenz gnadenlos gegen jeden vorgeht, der sich nicht unterordnet. Der Ur-Bhal hat nach Möglichkeiten gesucht, um GESHOD vor einem derartigen Schicksal zu bewahren. Notfalls sollte GESHOD ins Koma gelegt werden. Gemeinsam mit der Gilde des Gondus haben der Bhal und sein Teil der Zeitlichen Eskorte einen Langzeitplan entwickelt. Zentraler Bestandteil ist die Schwächung wichtiger Hilfsvölker von ES, damit GESHOD in Ruhe wachsen und stärker werden kann. In Frage kommende Hilfsvölker sind die Nachkommen der Lemurer, die Haluter und ein den Galaktikern bis dato unbekanntes Volk - die Mheriren. Den Halutern wurde ein Neogen implantiert, das mit einem Sextadim-Impulsgeber (dem Neogen-Appellator) aktiviert werden kann und dafür sorgt, dass dieses Volk paralysiert wird. Gemeint ist die vor einiger Zeit ausgebrochene Haluter-Pest, das Stasis-Syndrom.

Atlan und seine Begleiter sollen nun via Shod-Spiegel in den abgestorbenen Spross H'NDOTO versetzt werden, der sich in der Kleinstgalaxie Kuzimm befindet, und dort den Rest ihrer Tage verbringen. Tamareil nutzt ihre Parafähigkeit und sorgt dafür, dass andere Koordinaten eingegeben werden. Die Gruppe landet somit irgendwo innerhalb des Konglomerats.

GESHOD erwacht und offenbart sich.


J. Kreis, 12.01.2019


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Gastkommentare


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Herbert Seufert (16.01.2019):

Nun, ich will kurz vor Zyklusende mich nicht an der Schelte dieses aktuellen Anton'schen Romans (der ja der erste eines Zweiautoren-Triplets ist!) beteiligen. Heft 2997 aus der Feder des selben Autors gehört ja schließlich auch noch dazu.

Der Zyklus ist nach dem berühmten "Schema F" des seit fast 300 Bänden - und wohl auch bis mindestens Band 3099 - tätigen Expokratenduos gelaufen.

Was bedeutet dieses "expokratische Schema F"?
1. Es werden umfängliche, teils mysteriöse Anfangsszenarien präsentiert, die später exzessiv fortgesponnen werden. Und zwar knapp bis vor Schluss.

2. Die Gesamtlösung ist jeweils dünn bis sehr schwach. Und dies ist der Grund, warum soviel zugewürzt wird, denn die Gewürze müssen den Geschmack des von Anfang schon leicht müffelnden Gesamtstoryfisches überdecken, an dem zudem vielzuwenig Filet ist.

Diesmal mixte man nach den erbärmlichen Abschlüssen der Vorzyklen gleich 3 1/4 Hauptzutaten zu einer recht kruden Mélange:
GESHOD/Gemeni, Thoogondu, ... und Adam von Aures/Weltenbrand/Enceladus-Perry, ergänzt um ein säuerlich aufstoßendes "knappes Viertelchen" Technomahdi.

Kein verwirrender, komplexer und knifflig aufzulösender Zusammenhang der Handlungsbögen, eher ein arg gequälter.

Die vielen offenen Fragen aus den Vorzyklen wurden erst gar nicht weiter angegangen, offensichtlich hatten die Expokraten da auch nicht mehr auf der Pfanne und ihr Pulver blieb verschossen.

Auf entsprechende Nachfragen und Erwartungshaltungen etlicher Leser reagierte man reserviert bis ärgerlich.
Also blieben Dinge wie "Irrmutter" weiter im Halbdunkel. Jeder Hoffnungsfunke auf nachgereichte Verfeinerungen der Scherungsdeutung war taubes Gestein.

Aber das nur am Rande!

Einige wenige exemplarische Punkte zum Aktuellen:

Die HaLem-Armee auf Merkur: Großartig eingeführt! Im Wesentlichen stand sie aber nur - schlaff bewacht - herum.
Das Pulver um die Seelenträger wurde bereits in den Kämpfen um Quinto-Center verschossen.
Keine exaktere Erläuterung zur konkreten Aufgabe der ursprünglich lemurischen Statuen und zu ihrer historischen Dotierung mit Hyperagens-X (Hooris) durch die Gilde des Gondus.

Auch die Geschichte um den Bund der Schutzgeister und ihre Holzkästchen wurde nicht befriedigend gelöst, eher mitgeschleppt und irgendwie zum Abschluss gebracht.
Ein Schutzgeist überlebte. Von dem hörte man aber nichts mehr.

Die Reise der RT nach NGC 4622 blieb irgendwie schal, der Sinn ihrer Initiierung erschloss sich mir nie vollständig. Irgendwann reiste man wieder ab, um ein paar Erkenntnisse reicher. Zu diesem Zeitpunkt konnte man nicht wissen, ob die "Aufklärung" der Gäonen über die Rosstäuschereien der Thoogondu sich nicht für die Menschheitsabkömmlinge in Sevcooris negativ auswirken würde.
Die Rolle des gäonischen Großrechners TEIRESIAS wurde auch nie voll ausgeleuchtet.

Insgesamt wurden in der Milchstraße/Poshcooris und in Cooris parallel ähnliche Erkenntnisse gewonnen wie in Sevcooris, insofern war die RT-Expedition fast überflüssig und in langen Strecken auch zäh geschildert. Der von den Galaktikern ausgelöste Mnemoschock für die Gäonen war ein Husarenritt, der weder im Wahrheitsgehalt gesichert war noch in den potentiellen Auswirkungen. Normalerweise endet Solches in einer Katastrophe.

Nach Protesten der Leser über die sehr ergebnisoffene Abreise der RT - mit einem Outcome wie das Gänsverrecken - deutete man an, dass es noch im laufenden Zyklus eine "Rückkehr nach Sevcooris" geben werde.

Die einzigen Rückkehrer aber waren schlussendlich die aus dem Geschwisterkampf in der Milchstraße als Siegerin hervorgegangene neue Gonda Puorengir und Truppenanhang, ihr verwirrter Bruder Puoshoor starb letztlich ja durch Perry himself, nachdem ihm schon seine im Thoogondu-Abschlussband 2988 erstmals aufgetauchte missachtete Geliebte Mazuurah fast alle gemacht hatte. Und weg waren sie die Thoos ... und viele der Gäonen.
Der pathologische Hass der Gilde auf den WANDERER wurde auch nie ganz verständlich.

Ob dieser WANDERER mit ES identisch war und ist, kann man nur vermuten. Die Superintelligenz trat im Zyklus nie selbst in Erscheinung.

Es agierte nur Niemandssohn, den man für Homunk-identisch halten kann oder auch nicht.
Ob er tatsächlich Weisungen des WANDERERS vollzog oder auf eigene, vielleicht sinistre Faust handelte, weiß man bis dato nicht.
Auch gibt es keine Erkenntnisse, wer ihn zerlegt hat und warum. Teile des Kunstwesens brachte ja später Adam von Aures unter seine Kontrolle.

Ist der aktuell aktive Homunk identisch mit dem früher bekannten ES-Kunstwesen und/oder mit Niemandssohn?

Die den Alt-Thoos bekannte "Bleibe" und die immer serienbekannte Kunstwelt Wanderer sind es ja wohl nicht mit dem jetzigen Objekt im Solsystem.

Ebenso bemächtigte sich der Adaurest des Enceladus-Rhodan. Große Bedeutung in den Plänen des Adauresten erlangte dieser Perry II aber nie.
Vermutlich wird er aber eine entscheidende Rolle bei AvAs Ende in Band 2999 spielen. Sein Zellaktivator könnte dem "Nanogentenkonglomerat plus Humankomponente" mit den Garaus machen.

Welche (möglicherweise dauerhafte oder längerfristige) Schädigung erlitt der WANDERER durch die Gilde-Attacke mit reengrammierten Bewusstseinen? Hatte das etwas mit Anti-ES zu tun?

Die Thoos wurden aus der Milchstraße verbannt, aber nicht aktiv vertrieben. Sie erlitten zwar an der Bleibe eine verheerende Niederlage, aber der Abzug war mehr einer negativen Erwartungshaltung für die Zukunft geschuldet.

Der völlig spurenlose Exodus dieses machtvollen Volkes und das komplette Verschwinden aus der Milchstraßenhistorie ist total unglaubwürdig.

Das Pedgondit-Abschiedsgeschenk von Niemandssohn und das Belassen des Vitalenergiespeichers für die Gondus wurde nie erklärt. Gab es WANDERER- oder Niemandssohn-Langzeitpläne mit dem Gondunat in Sevcooris? Und welche Bedeutung kam dabei dem Pedgondit zu?

Wer stand ursprünglich hinter der sich später verselbständigt habenden Gilde? War es Gondu Baphoor oder Paosoydee, seine schöne Tochter?

Oder war die Gilde von Anfang an eher vergleichbar der Entstehung der MdI im Hintergrund, parallel zum offiziellen Machtsystem und völlig klandestin?

Fragen über Fragen!

Für den Komplex GESHOD/Gemeni blieb da nicht viel Raum. Die Blutstropfengeschichte ist hier genauso lächerlich wie bei den Aggregaten aus Lotho Keraetes "Schöner Familie".

Atlans Abstecher nach Sashpanu blieb kurz und brachte die dort von Niemandssohn und GESHOD ansässig gemachten Menes-Iren ins Spiel.

Dafür stolperte man in der Milchstraße viel zu lange auf dem Planeten der Pilze Sumurdh herum.

Bisher unaufgeklärt oder vergessen wurde auch die Bösartigkeit und Gier der Sprosskerne, die - als Ableger GESHODs gedeutet - eher an eine negative SI denken ließen.

Die Haluterpest wurde zwar aus den obskuren Befürchtungen und den virologischen Kenntnissen der Thoogondu getriggert und vorbereitet, ihre Anschaltung obliegt aber offensichtlich den Gemeni einer negativen Bhalrispe.

Was Calurier und Galkiden mit diesem Komplott der arkonidischen Vergangenheit der Methanatmerkriege zu tun hatten, bleibt völlig unklar.

Überhaupt sind die Verbindungen der Gemeni mit den Thoos wohl locker gegeben, resultieren aber eher aus wenig logischen ähnlichen Zukunftsprojektionen eines potentiell manipulativen WANDERER / ES.

Auf der Gemenseite schläft GESHOD ganz überwiegend und ist eine sich erst entwickelnde, junge SI.
Die "negative Bhalrispe" unter Führung des merkwürdig individuellen und gar nicht so schläfrigen Vielgenerationen-Bhal Drush will ja angeblich auch nur eine freie, nicht von ES fremdgesteuerte Entwicklung GESHODs.
Sehr parallel zu den Planungen und Begründungen der Gilde bezüglich des Gondunats.

Den TECHNOMAHDI erwähne ich besser gar nicht groß. Der Auftritt der Organisation war absurd.
Ein für nach PR 2700 erstmals geplantes und dann zurückgestelltes Langzeitprojekt der Expokraten hatte keinen rechten Platz für einen organisch entwickelten Aufbau und musste sich mit wenigen Heften ab zweiter Hälfte des laufenden Zyklus begnügen. Das Agieren wirkte völlig sinnlos und an den Haaren herbeigezogen, war nur Transportmittel für AvA zur WELTENBRAND-Auslösung.
Letztlich kümmerte der sich aber um die Mahdi-Organisation so wenig wie um Enceladus-Rhodan.

Der halb wahnsinnig gewordene haluterisierte Gaumarol da Bostich wurde entsorgt und sein Aktivator verbreitete die Hypermigräne.

Entsorgt werden möglicherweise auch der tefrodische Supermutant Assan-Assoul und evtll. gar Zeno Kortin, der Statuen-MdI des in Band 2989 als ziemlich verblödet präsentierten Maghan Vetris-Molaud.

Was es mit Lotho Keraetes Muirden und Lukaparn auf sich hat, weiß man auch nicht.
Sind das natürliche Extremmutanten?
Irgendwo aufgelesen?

Keraetes Hass auf ES wegen seiner Cyborgisierung und seinen Anspruch auf Wanderer kann man im Motiv noch in gewisser Weise nachvollziehen, die Mitmache bei AvAs Auslöschplänen biologischer Zivilisationen im weiten Umfeld der Milchstraße aber eher nicht.

Band 2946 "Notruf aus der Leere" bleibt wohl ein reiner Lückenfüller im Stile eines Planetenromans, wenngleich nach Protesten aus der Leserschaft behauptet wurde, dass dieser Rückflug-Stop der Ras Tschubai bei Kuurenduun, 5 Mio Lichtjahre vor Sevcooris, noch handlungsrelevant werden würde.

Das war eine Fehlinformation, ebenso wie Andeutungen Wim Vandemaans zu einem gewissen Bauchaufschneider Atlans (Fartuloon) bzw. zu den Caluriern.
Tatsächlich kam nur einer kurz vor (Lethuur in Band 2958).
Ähnliche Andeutungen gab es auch in Richtung von Zusammenhängen von Neo-Atlantis mit dem Techno-Mahdi und einer Rolle der dort intelligentifizierten Tiere im laufenden Zyklus.

Der Thookomplex ging in Heft 2988 unspektakulär zu Ende, der ganze Gildeangriff auf die Milchstraße war im Ansatz eh ein Witz gewesen.

Der "böse" Bhal Drush wird wohl in Band 2997 entsorgt. Dabei wird die Haluterpest beendet.

Dann fehlen noch AvA und Keraete.
Ersterer wird unter Mitwirkung von Enceladus-Rhodan neutralisiert, dieser stirbt dabei.
Lotho wird von Wanderer oder von bzw. mit Homunk entsorgt, der Kunstplanet aus einer Parallelwirklichkeit verschwindet.

Dabei wird die RT in die Zukunft gerissen, die Zeitentwicklungsgenetik verändert. Vielleicht gibt's noch eine mysteriöse ES-Botschaft. Das war's dann.

Viele Fragen offen.
Im Ergebnis wieder ein verkorkster Zyklus wie schon die Bände 2700 bis 2899.

Merke: Großartige Bühnenaufbauten und schöne schauspielerisch-sängerische Einzelleistungen machen noch lange keine große Oper.

Im Grunde erwarte ich vom Zyklus 3000 - 3099 nichts Anderes.

Es gibt prinzipiell auf keinen Brettern, die die Welt bedeuten, großes Drama mit banalem Finalakt und dünnem Ende.

Das gilt leider auch für die größte SF-Serie der Welt namens Perry Rhodan.


Peter Uwira (15.01.2019):

Sechs Kurzromane zu den "verlorenen Jahrhunderten", um den Zeitsprung zwischen GENESIS und MYTHOS zu überbrücken? Vielleicht hätte man diese Geschichten besser in die Hauptromane integrieren sollen, denn da passiert momentan ohnehin nicht viel. Überhaupt schlägt momentan NEO die Hauptserie um Längen. Im aktuellen Band "Pilgerzug der Posbis" von Oliver Plaschka gibt es jede Menge Subplots, und jeder einzelne ist lesenswert:

1.) eine Raumschiffs-Crew dreht durch und begeht kollektiven Selbstmord

2.) eine Einzelgängerin fliegt am Rande des Sonnensystems, um ein Antennensystem zu kalibrieren und entdeckt eine Flotte der Posbis

3.) die Familie Rhodan versucht mit der Tatsache fertig zu werden, dass ihre Tochter hochbegabt ist (besonders spannend sind die Abschnitte aus der Perspektive der Tochter)

4.) eine Frau versucht John Marshall ins Leben zurückzuholen

5.) Posbis entwickeln eine religiöse Ader und sehen in NATHAN und Monade Erlöserfiguren

6.) Bull durchstreift das Geisterschiff der Crew aus Punkt 1

7.) das Wissenschaftlerteam rund um "Sheldon Cooper" blödelt sich durch harte wissenschaftliche Fakten (Plutinos, QB1s, KBOs, etc.)

8.) die böse Superintelligenz ANDROS ist zurück (nicht zu verwechseln mit dem ehemaligen österreichischen Finanzminister Hannes ANDROSch)

Und was bietet uns "Die uneinnehmbare Festung"? Im wesentlichen lauter Dinge, die wir beim ersten Besuch Atlans im Konglomerat alle schon kennengelernt haben, so spannende Dinge wie Betriebsanleitungen für Shod-Spiegel (und weil's so lustig ist, noch einmal Wort für Wort im Glossar).

Und wie war das mit dem Weltenbrand? Falls da (den Andeutungen nach) nicht noch was Großes kommt, entpuppt sich diese über Jahre aufgeblasene wagnerianische Untergangsphantasie als mittlerer Migräneanfall, dessen plötzliches Ausbleiben nicht einmal wahrgenommen wird: "So pervers es auch anmutete, ich hatte mich schon so sehr daran gewöhnt, dass es mir tatsächlich gar nicht aufgefallen war."

Abschließend möchte ich noch darauf hinweisen, für wie unglücklich gewählt ich den Begriff Pedotransfer halte, insbesondere im Kontext von Sätzen wie dem folgenden: "Aber dafür nicht mehr über meine frühere volle Pedotransfer-Fähigkeit verfüge. Aber wenigstens kann ich andere Lebewesen noch … umorientieren."


Hans Fallada (13.01.2019):

Für die letzten fünf Bände des Teil-Zyklus wurde natürlich das Motto "Jetz' ma Butter bei die Fische!" ausgegeben. Nur ist die Butter schon leicht ranzig da dieses Motto schon seit allzuvielen Jahrzehnten Verwendung findet, grins.

Erstmal zum positiven. Im Vergleich zu den hektisch zerfahrenen, früheren Abenteuern Atlans im Geshodrom war dies doch eine wirklich angenehme Sonntagnachmittagslektüre - schön linear aufgebaut.

Nun zum Rest. Irgendwie sinnlose Formulierungen bei denen die Prämisse einer Annahme dem Ausgang derselben direkt zuwiderläuft gibt es so viele in diesem Heft, daß ich mir die Aufzählung erspare. Eine unterirdische, in sich paradoxe Art der Beschreibung von Gedankengängen, die sich auf gerade passierendes beziehen, würde ich sagen, ist der Markenkern von Uwe Anton so wie bei Hubert Hänsel die Plots, die sich im Nachhinein als Tagträume o.ä. herausstellen. Ich reagiere nur noch auf Logikbugs wie jenen als Atlan den Bhal Drush schon so weit hat, daß er mit ihm zu reden bereit ist und dann völlig sinnlos ein Angriff auf die sehr(!) zahlreich(!) versammelten Ghatus gestartet wird. Eine sinnfreie und gefährliche Aktion, die alles hätte scheitern lassen können - niemand und schon gar nicht Atlan würde so handeln!

Offenbarungen:
Der Resonanzraum hat wahrhaft "kosmische" Anmutung - kommt aber leider doch nur rüber wie GESHODS Wohnzimmer. Da hätte es zumindest einen mentalen Ausflug über drei bis fünf Heftseiten bedurft um dieses kosmische Feeling dem Leser überzuhelfen, grins. Nur allein ein Satz wie 'Dieser Raum hatte kosmische Bedeutung' oder so - u.a. deshalb ist dieser Teil-Zyklus auch in seinem Finale so bescheiden. Auf den letzten Metern der Etappe verlassen die Autoren aber auch noch die allerletzten Reste von schriftstellerischer Handwerkskunst und Dramaturgie. So hölzern und blechern ist m.W. noch nie ein Zyklus im Finale verstolpert worden. Spaßbrille auf, anders geht's nicht.

Da die Thoogondu ja längst in Richtung Sevcooris abgedampft sind liegt es nahe, daß man nun den Gemeni dramaturgisch die Kontrolle über die Haluterpest überträgt, die Atlan ja baldigst mit der Zerstörung des Kontrollgeräts zu stoppen gedenkt. Da erwacht GESHOD.

Nächste Woche dürfte die obligatorische Lebensgeschichte einer SI fällig sein - doch halt: sicher nur in wenigen Auszügen da der ganze Themenkomplex Gemoshom uns auch nach Band 3000 noch länger beschäftigen (=nerven) wird, wie ich befürchte. Zumindest wenn das ganze weiterhin so inkonsistent beschrieben wird wie bisher: Gemeni tauchen auf, bieten Geschenke und werden letztlich vertrieben - dann hört man gefühlte fünfzig Bände nichts mehr von diesen bis Atlan sich beim ersten Ausflug ins Geshodrom maximal verzettelt. Erneute Pause und jetzt das: ein Bhal wird zum Individualisten (wann, wie, warum überhaupt???) und gefährdet damit das Erwachen der jungen SI GESHOD und als vermeintliches Sahnehäubchen (ist es nicht eher ein finaler Vogelsch∗ß?) kommt nun noch ein bisher nie erwähntes Volk ins Spiel, die Mheriren. Ja, das ist Perry Rhodan pur, grins.