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Perry Rhodan Nr. 2994: Engel und Maschinen

Autor: Wim Vandemaan

Inhalt

Opiter Quint und Ernst Ellert erreichen die erdähnliche Welt Sanhaba, den vierten Planeten der Sonne Khayd in der Kleingalaxie Draco (bzw. Ecloos), mit dem Dolan JASON. Auf Sanhaba gibt es nur eine einzige Siedlung: Die Stadt Aures. Ein Funkruf wird von Curd Lincoln beantwortet, einem Angehörigen des Bundes der Sternwürdigen, der im Jahre 1904 von Delorian Rhodan aus einem verunglückten Zug gerettet worden ist und sich darüber freut, dass Ellert Zigaretten dabeihat. JASON darf landen. Ellert und Quint dürfen sich in der verlassen wirkenden Stadt umsehen. Lincoln führt sie zu den von einem gewissen Usher Lightfoot gepflegten Gräbern Shanda Sarmottes und Toufecs sowie zu einem Archiv, dessen Portal zu Lincolns Beunruhigung verschlossen ist. Im Wald der Werkzeugmacher erhält Ellert im Austausch für etwas Blut einen passenden Schlüssel. Es kommt Quint so vor, als werde Ellert immer mehr von der Stadt vereinnahmt. Homunk verlässt JASON und spricht mit Aures. Seine Gliedmaßen könnten wiederhergestellt werden, aber nur eine ganz bestimmte Superintelligenz könnte die von Aures geforderte Gegenleistung erbringen. Homunk muss in den Dolan zurückkehren. Im Gegensatz zu Ellert und Quint hat er kein Bleiberecht. Aures lässt zu, dass die Besucher den Planeten mit JASON verlassen.

Ellert und Quint haben unter anderem folgende Informationen gewonnen:

Aures war oder ist die Stadt der Zeitgefährten. Ihnen ist Lincoln nie begegnet, aber möglicherweise sind die gelegentlich auf der Straße zwischen Stadt und Raumhafen erscheinenden Mitglieder der Anachronistischen Patrouille Nachkommen der Zeitgefährten. Als Quint von den Zeitgefährten spricht, hat Ellert den Eindruck, er selbst sei damit gemeint.

Aures ist eine Art Bote und will ein Zufluchtsort sein. Die gesamte Stadt sowie der Ozean, der den größten Teil des Planeten bedeckt, besteht aus Nanogenten, die jede beliebige Form annehmen können, wie den Besuchern recht drastisch vor Augen geführt wird. Das Khaydsystem befindet sich zwar in der Mächtigkeitsballung der Superintelligenz ES, ist aber exterritoriales Gebiet. ES hat dies stets respektiert.

Aures kann organisch wirkende Körper erzeugen, die Bedürftigen als Teil- oder Vollprothesen (biomorphe Überlebensassistenten) zur Verfügung gestellt und als Taylwit bezeichnet werden. Alle Personen, die für den Bund der Sternwürdigen rekrutiert worden sind, wurden auf diese Weise in Aures "neu geboren". Sie bestehen zumindest teilweise aus Nanogenten, welche von Aures jederzeit zurückgefordert werden könnten, so dass die Geretteten doch noch sterben würden. Das Bewusstsein solcher Nanogentenkompositionen ist nicht eindeutig vom Eigenbewusstsein der Stadt Aures trennbar.

Zur Zeugung des Adam von Aures wurde Shanda Sarmottes Erbgut sowie von Pazuzu aus DNS-Partikeln Toufecs synthetisierte DNS verwendet. Adam von Aures ist am 2. Februar 1528 NGZ in der Stadt Aures zur Welt gekommen. Dabei ist Shanda Sarmotte gestorben.

Adam von Aures ist ein schwacher Permanentsuggestor und Permanettelepath. Diese Parafähigkeiten sind unterbewusst immer aktiv, so dass er im Einklang mit der Menschheit zu stehen glaubt und der Meinung ist, quasi von den Menschen bevollmächtigt zu sein. Er will die Menschen durch den Einsatz technischer Mittel auf sein eigenes Niveau heben und immun gegen die Manipulationen durch fremde Mächte machen.

Vor 49.221 Jahren war Delorian Rhodan mit der TOLBA auf der Erde. Bei dieser Gelegenheit haben sich Nanogenten aus der Hülle des von der Stadt Aures erschaffenen Schiffes gelöst und den Körper eines Toten (Usher Lightfoot) übernommen. Das so entstandene Wesen hat Jahrtausende auf der Erde verbracht, um die Menschen von Tod und Leid zu befreien. Usher Lightfoot hat eine unorganisierte Gruppe unterwandert, die sich später den Namen "Techno-Mahdi" gegeben hat.

Am 11. November 1546 NGZ ist Adam von Aures nach Terra gekommen, um die Usher-Lightfoot-Nanogenten zurückzufordern. Adam von Aures und Usher Lightfoot sind vorübergehend miteinander verschmolzen, danach waren sie praktisch dieselbe Person. Usher Lightfoot musste nach Ecloos zurückkehren. Aus Adam von Aures wurde die Personifizierung des Techno-Mahdi.

Vitalenergiestrahlung, wie sie zum Beispiel von einem Zellaktivator abgegeben wird, ist die Achillesferse von Nanogentenkompositionen wie Adam von Aures. Unter der Einwirkung starker Vitalenergie würde sich der Nanogentenkörper auflösen.


J. Kreis, 05.01.2019


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Peter Uwira (06.01.2019):

Wims Märchen Und wieder einmal entführt uns Wim Vandemaan in den Märchenwald. Weiträumig schrullig, an der Grenze zum Schwülstigen, durch dichte Nikotinwolken, vorbei an Ritterrüstungen und schnaufenden Raumschiffen und mit den typischen Ekelpassagen. Diesmal uriniert zwar niemand auf den Tisch (nicht einmal der Hustinettenbär), aber dafür wird der Speichel einer Twiiga getrunken (sehr bekömmlich, weil schwanger).

Von seinem im Kontrast zum Kontext einer Science Fiction Serie stehenden altertümelnden Stil fühle ich mich immer ins Finale von "2001: Odyssee im Weltraum" versetzt, also den Teil, mit dem ich bis heute nicht recht warm werde.

Und oft rätsle ich, was bewusst originell formuliert sein will, und was bloß ein Tippfehler ist:

"Ich habe meinen Gästen nachgedacht." (vermutlich originell)
"Was du nichts sagst." (eher ein Tasten-Ausrutscher)

P.S.: Dieser Roman ist nichts für Leute, die gerade mit dem Rauchen aufhören wollen.


Hans Fallada (06.01.2019):

In der Regel mache ich in den Heften Anmerkungen mit Kugelschreiber um auf dieser Basis dann meine Gastkommentare für das Kreis-Archiv zu verfassen. Da WiVas Romane eine literarisch bessere Qualität als der Rest haben und ich diese vermutlich irgendwann nochmals lese, verzichte ich bei diesen darauf und verfasse den Kommentar schon beim Lesen. Das hat Vor- und Nachteile. Am Anfang des Kommentars kenne ich z.B. das Ende des Romans noch gar nicht.

WiVa betreibt hier das gleiche wie seinerzeit mit den Jenzeitigen Landen - er beschreibt eine Welt, einen Planeten, der auf sehr weit fortgeschrittener Hochtechnologie aufgebaut ist aber hier zunächst daherkommt wie eine Pittoreske aus dem Europa des ausgehenden 19.Jh. unserer Zeitrechnung (Gartencafé usw.) genau so wie er mit den JZL aufs Mittelalter zurückgriff, was dann später im auresischen Stadtarchiv (mittelalterliches Bauwerk mit Schießscharten) auch wieder bemüht wird. Mit einem Unterschied: die dahinterliegende nanogentische Grundstruktur wird in den Gedankengängen und den Gesprächen die Opiter Quint führt zumindest angesprochen.

Die Herkunft des Adam von Aures wird aufgeklärt. Er ist der Sohn von Pazuzu und Shanda Sarmotte, was viele bereits vermutet hatten. Ersterer hat Bruchstücke von Toufecs DNA in das Erbgut des Kindes eingefügt. Er ist (wie die Aggregate Etain und das andere dessen Namen ich gerade nicht parat habe) ein Taylwit also eine postbiologische Existenz. Der Unterschied zu Etain et.al. liegt wohl in dem Vorhandensein eines überragenden Intellekts innerhalb dieser hochentwickelten Körperprothese. Von Bewohnern der Stadt Aures (die auch bereits einige andere Ausprägungsformen hatte) erleben wir nur ganz wenige da die meisten in den Langsamen Häusern sind wo die Zeit sehr viel langsamer vergeht. Puff, ein schöner, geheimnisumflorter Begriff wird schlagartig banal - die Zeit vergeht dort einfach viel langsamer - da hätte ich mir ehrlich gesagt mehr erwartet wie z.B. eine Verschränkung mit anderen Zeitebenen, Paralleluniversen oder Pararealitäten. Der Meister von solchen, herrlich das Gehirn anregenden Gedankenkonstrukten, H.G. Ewers hat niemals einen würdigen Nachfolger in der Autorenriege gefunden. Wäre der Teil-Zyklus anders aufgebaut worden so hätte man die anderen Ausprägungen der Stadt Aures erlebbar machen können. Eine Stadt, die den gesamten Planeten bedeckt... ein 1200km-Kubus... eine rein auf Magnetfeldern basierende Metropole und was man sich sonst noch alles an Wunderbarem hätte ausdenken können... Das hätte Stoff für eine Handvoll brillianter Exposés liefern können. Analog zu den herrlich unterschiedlichen Sampler-Planeten damals im dramaturgisch exzellenten Abruse-Zyklus. Da Aures und Adam offensichtlich Chefsache sind und der ältere Expokrat nur selten zur Roman-Feder greifen kann - sein Hauptberuf dürfte ihn zu 90% seiner Zeit auslasten - ist das eine Tragödie epischen Ausmaßes für unsere Perry-Rhodan-Serie da gerade der einzige Sub-Plot des Teil-Zyklus, der wirklich gut gelungen ist, mit Opiter Quint in der Hauptrolle, nur so wenige Bände umfasst. Es zeigt leider nur wieder die dramaturgische Schwäche, vermutlich resultierend aus dem Zeitmangel des Expokratenduos - bei WiVa weil sein Hauptberuf ihn daran hindert und bei CM weil er literarisch auf allzuvielen Baustellen unterwegs ist um Ideen tiefgehend weiterzudenken oder in all ihrer Tiefe auszuloten. Wie bei der überaus genialen Idee der Stadt Allerorten wird Aures jetzt in aller Kürze abgefrühstückt anstatt diese als Kernelement des so oft beschworenen Sense of Wonder zu nutzen um der Serie wieder etwas mehr epische Tiefe zu verleihen. So ein einzelner Band wie dieser reicht bei weitem nicht aus um die Serie wieder näher an das Niveau heranzuführen, die sie in der Kosmischen Ära von Willi Voltz oder im Thoregon- und Traitor-Zyklus von Robert Feldhoff einmal hatte. Eine einzelne Welle in einem Meer der Bescheidenheit. WiVa hätte sicher das Potential dazu wenn die Serie sein alleiniger Broterwerb wäre. Auf S.40.re.Sp.m. kommt das ja auch klar zum Ausdruck als Ellert im Wald der Werkzeugmacher/-sammler einen Tannenzapfen als Schlüssel zum Stadtarchiv erhält.

Zitat: "»KEIN ENDE VERBORGENHEIT« (...) daß Ellert dem Wald der Werkzeugmacher gerade etwas wie die Garantie gegeben hatte, daß sie nie zum Forschungsgegenstand einer terranischen (...) Expedition werden würden?"

Verschenkte Chancen, sehr traurig. Von Aures werden wir in der Erstauflage mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit nichts mehr hören.

Wie soll ich nun, im Licht des bisher von mir ausgesagten, folgendes auf S.47li.Sp.o. bewerten. "Aures war in ihm so wie er in Aures gewesen war. Ihre Losungen galten allerorten." Allerorten klein geschrieben. Ist das ein Satz um den Leser zu verwirren? Arglos dahingeschrieben? Oder doch ein Hinweis, daß die Stadt Allerorten, in welcher Form auch immer, mit der Stadt Aures zu tun hat? Da meine Erwartungen mittlerweile so klein sind wie ein Schwarm Amöben wage ich kaum zu hoffen, daß diese Themenkomplexe in naher Zukunft miteinander verbunden werden sollen.

Dann wird im Stadtarchiv von Aures der Ursprung des Techno-Mahdi telepathisch an Quint und Ellert übermittelt. Usher Lightfoot ist seit knapp 50.000 Jahren auf der Erde unterwegs und der Autor läßt uns an seinen vermutlich eigenen Kindheitserinnerungen teilhaben indem er diese Figur in den 50er- und 60er-Jahren des 20.Jh. Schuhcreme-, Waschmittelwerbung und zeitgenössische PKWs erleben läßt. Endlich angekommen in der näheren Vergangenheit der aktuellen Handlung begründet Lightfoot durch subtile Aktivitäten den Techno-Mahdi ohne, daß der TLD davon Wind bekommt. Kann man das glauben? Seltsamerweise halte ich das für plausibel - allerdings nur im engen Kontext dieses Romans - da sich der Autor die ach so vielen Logikbugs der anderen Autoren verkneift und wenn ich dadurch gutmütig gestimmt (hüstel, räusper...) mal einfach ausblende, daß eine Bio-Positronik des 16.Jh. NGZ diese vielfältigen Aktivitäten doch auf einen zumindest unbekannt bleibenden singulären Nenner (da Lightfoot mit den Nanogenten ein weit fortgeschrittenenes Machtmittel zur Hand hat, ja selbst aus diesen Nanobots besteht) bringen können müsste. Da ich das Ende des Romans noch nicht kenne, müsste Lightfoot eine Art Adam deluxe sein denn Adam von Aures wurde schließlich bei seinem Auftauchen im Solsystem sofort vom TLD erkannt und Opiter Quint konnte umgehend die Verfolgung aufnehmen.

Im weiteren Verlauf bestätigt sich das nicht denn Adam erweist sich bei der Begegnung in Terrania als seinem Bruder Usher überlegen, schließlich ist er in der Lage diesem problemlos seinen Willen aufzuzwingen und er war doch früher im Solsystem als es bisher bekannt war. Was zu dem Schluss führt, daß er von Opiter Quint aufgespürt werden wollte. So wie ein Serienkiller, der am Tatort unverwechselbare Hinweise hinterläßt und dadurch auch seine maßlose Arroganz zeigt.

Und letzten Endes gibt das Archiv dann die Achillesferse AvAs bekannt: er wird von Zellaktivautoren negativ beeinflußt, sie seien ihm sogar "gefährlich" - nun da begeht der Senior-Expokrat aber doch einen dicken Logikbug!!! Adam hatte einen sehr intensiven Kontakt mit Bostich und auch einen kurzen mit Vetris Molaud und nicht zu vergessen mit Homer G. Adams, so what??? Hat WiVa den Überblick verloren? Genau das halte ich für das wahrscheinlichste. Nicht durchdacht oder schlicht vergessen aber das paßt zu diesem Teil-Zyklus wie die Faust aufs Auge, Grins!!!

Es bleiben für mich nun noch zwei Fragen: Erstens: Quint stellt sich auf S.52li.Sp.u. die Frage, was Adam nach Terra getrieben hat. Ellert antwortet prompt: AvA ist auf der Suche nach dem Nanogentendepot! Die Antwort kommt so als ob dieses Depot zuvor im Heft thematisiert worden wäre, was aber nicht der Fall ist. Habe ich da (trotz sehr langsamen Lesens) etwas übersehen?

Zweitens: wird je geklärt werden ob die tt-Progenitorzellen des Atopischen Tribunals und die sehr ähnlichen Nanogenten der Stadt Aures in einem Zusammenhang stehen, vielleicht einen gemeinsamen Ursprung haben?