PR 2986
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Perry Rhodan Nr. 2986: Sonnenmord

Autor: Leo Lukas

Inhalt

Die GALBRAITH DEIGHTON VII, die SOOZORD und die BOX-11211 sind unterwegs zur Hundertsonnenwelt, dem Hauptangriffsziel der in der Milchstraße operierenden Thoogondu-Invasionsflotte. Unterwegs werden vier Raumschiffswracks entdeckt, darunter eine terranische Space-Jet der ROMULUS-Klasse, die ursprünglich als Beiboot der LEIF ERIKSSON eingesetzt war und am 26. Mai 1333 NGZ im Tan-Jamondisystem an Verbündete übergeben wurde. Die Wracks scheinen "nicht ganz da" zu sein. Tropar Lendellec äußert die Vermutung, die Besatzungen hätten gemeinsam - eventuell unter Opferung von Vitalenergie - einen Slingshot-Effekt ausgelöst, um so weit wie nur irgend möglich durch den Linearraum fliehen zu können. Die Schiffe hängen noch teilweise im Linearraum fest. Nur in einer Einheit, einem Ringraumer der Zikkurer-Drills, lassen sich Lebenszeichen nachweisen. Dieses Schiff strahlt einen Notruf aus. Man kann sich den Schiffen nicht nähern, denn sie befinden sich inmitten einer Anomalie, in der die Zeit viel langsamer vergeht als im restlichen Universum. Die GAL und ihre Begleitschiffe fliegen weiter. Der Kreuzer KARL PASCHER wird zur Erkundung zurückgelassen.

Am 28. Juni 1552 NGZ wird die Hundertsonnenwelt erreicht. Alle nicht in unaufschiebbaren Einsätzen befindlichen Fragmentraumer wurden bereits zurückbeordert. Zahlreiche Ligaschiffe sowie weitere verbündete Einheiten treffen später ein. Perry Rhodan argwöhnt, das Zentralplasma sei womöglich schon unterwandert. Ein von der terranischen Technobiologin Orla Trant und dem epsalischen Raumlandesoldaten Spartakus Galouye angeführtes handverlesenes Team, zu dem auch der Posbi Königssitz gehört, begibt sich zur Klärung der Lage nach Suntown. Bis zum 1. Juli werden keine konkreten Hinweise auf Infiltrationsversuche gefunden. Immerhin ist Königssitz auf eine Besonderheit gestoßen. Seit ungefähr fünf Jahren erfährt eine Posbi-Kommune auf dem Kontinent K-Süd massiven Zuwachs. Die dortigen Posbis wirken nicht an Vorhaben des Zentralplasmas mit; sie betätigen sich stattdessen als Künstler. Auffällig ist, dass an Kreativblockade leidende Posbis plötzlich wieder schöpferisch tätig werden, sobald sie sich in K-Süd aufhalten. Das alles ist an sich nicht verdächtig, aber die Tatsache, dass sich das Zentralplasma nicht im Geringsten für diese Besonderheit interessiert, gibt zu denken.

Als sich das Team der Kommune nähert, wird ein hypnosuggestiver Einfluss wirksam, der alle Mitglieder außer Königssitz, der seinen Bioanteil abgekoppelt hat, daran hindert, einen im Zentrum des Gebiets stehenden weißen Kubus mit 137 Metern Kantenlänge wahrzunehmen. Durch diesen Einfluss wird der Kubus offensichtlich seit fünf Jahren aus der Wahrnehmung des Zentralplasmas und aller Posbis ausgeblendet. Rhodan wird informiert. Er identifiziert das Objekt als Raumschiff der Weißen Zeé aus der Galaxie Sevcooris. Als einzige abkömmliche mentalstabilisierte Person vor Ort begibt sich Rhodan zur Kommune. Als kurz darauf eine der 200 Kunstsonnen der Dunkelwelt erlischt, stürmen Rhodan und das Team den Kubus. Die Zeé opfern sich lieber selbst, als zu riskieren, in die Hände ihrer Feinde zu fallen und Informationen über ihre Pläne zur Schwächung der Hundertsonnenwelt preiszugeben. Ein autarkes Würfelsegment flieht. Das Mutterschiff vernichtet sich selbst.

Wenig später materialisieren rund 2000 Thoogondu-Kampfschiffe bei der Hundertsonnenwelt und gehen zum Angriff über. Weitere Kunstsonnen fallen aus oder werden während der Kampfhandlungen zerstört. Gigantraumer gleicher Bauart wie der Halbraum-Traktor PARRASTURD werden als fliegende Bomben gegen das Zentralplasma eingesetzt. Das erste Schiff wird rechtzeitig abgefangen. Gleichzeitig werden die auf der Hundertsonnenwelt verbliebenen Zeé-Saboteure aufgespürt und unschädlich gemacht. Die Thoogondu ziehen sich zurück, um sich neu zu formieren. Die HARL DEPHIN mit Moothusach und Puorengir an Bord trifft ein.

Ein Bewusstseinssplitter manifestiert sich in einem der Posbis der Kommune von K-Süd. Das Wesen sucht Zuflucht, denn nach einer weiten Reise ist es ausgelaugt und muss sich erholen, ehe es darangehen kann, die Potenziale seiner Keimzelle zu entfalten.

Kringels Meinung:

Im ersten Kapitel geht es um die Nöte eines Posbis mit Kreativitätsblockade und Neigung zur Prokrastination. Da könnte man fast auf die Idee kommen, LL habe aus der Not eine Tugend gemacht und ganz einfach ein Problem, das er beim Verfassen seines ersten PR-Romans seit 7 Monaten (!) hatte, für den Einstieg in denselben verwendet ...

Die Kapitel mit den noch teilweise im Linearraum festhängenden Raumschiffswracks dürften für Neuleser (d.h. solche, die erst zehn Jahre dabei sind) rätselhaft bleiben. Da mir LLs Romane sonderbarerweise immer besonders lang in Erinnerung bleiben, wusste ich gleich, worauf hier angespielt wird, nämlich auf PR 2297. Darin erfährt man, dass Filana Karonadse und Iant Letoxx am 26. Mai 1333 NGZ von Atlan eine Space-Jet erhalten haben und mit unbekanntem Ziel davongeflogen sind. Filana Karonadse ist eine TLD-Agentin, der eine Computerschnittstelle in den Kopf implantiert wurde. Wahrscheinlich ist sie Trägerin einer Künstlichen Intelligenz namens Specter, die durch die Verschmelzung der Gehirnströme der Hackerin Mayk Molinas mit einer Biopositronik hervorgegangen ist. Im Kommentar zu PR 2297 habe ich folgendes geschrieben:

"Wenn ich Leo Lukas richtig einschätze, wird er es so machen wie H.G. Ewers es seinerzeit mit seinen berüchtigten Eigenkreationen angestellt hat: Er wird das Specter durch irgendeine Hintertür irgendwann wieder in die Handlung bringen."

Tja, vielleicht befindet sich Filana Karonadse ja an Bord des Ringraumers der Zikkurer-Drills. Da der Zeitablauf innerhalb der Anomalie stark verlangsamt ist, könnte sie immer noch am Leben sein. Und vielleicht ist jener Bewusstseinssplitter, der am Ende von PR 2986 auf einen Posbi übergeht, nichts Anderes als das Specter.

Eine Nebenfigur dieses Romans heißt Mitchimu Siderip. Es wird angedeutet, dass sie Hajmo Siderips Tochter ist. In PR 2544 ist zu lesen, dass er und der Superposbi Jawna Togoya 1377 NGZ ein Paar geworden sind. Jawna wäre dann Mitchimus Pflege- oder Adoptivmutter. Jawna und Hajmo sind auch zwei schöne Beispiele für LLs Eigenkreationen, die immer wieder mal in verschiedenen Zyklen auftauchen.

Aus obiger Zusammenfassung geht übrigens nicht hervor, dass einige Kapitel aus der Perspektive eines Weißen Zeé geschrieben sind. Ich fand sie aufgrund der Eigenarten dieser Wesen besonders interessant. Sie sind große Würmer mit Kopfzangen und einem Facettenauge, die durch Knospung aus einem großen Mutterorganismus hervorgegangen sind und ihr Leben verlängern, indem sie sich nach und nach in immer mehr ringförmige "Exoplantate" hüllen. Sobald die 17. Manschette angelegt wird, vereinigt sich diese mit den anderen zu einer Rüstung. Über diese Rüstungen üben die Thoogondu Einfluss auf die Zeé aus. Die Rüstungen geben Botenstoffe ab, mit denen die Zeé auf Linie gehalten werden. Sie sind gleichgeschaltet und verlieren irgendwann jegliche Zweifel an sich selbst oder den Thoogondu. Sie sind also Sklaven ihrer Rüstungen und werden von diesen getötet, wenn die Situation es erfordert ...

J. Kreis, 10.11.2018


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Hans Fallada (14.11.2018):

Erstmal Danke für die interessanten Backgroundinfos über das Specter!

Den Teil über das (Innen)leben des Posbis und des Zeé habe ich schlicht bis zu der Stelle als die Thoogondu explizit dort erwähnt werden quergelesen und mich nur auf die Haupthandlung mit Perry konzentriert.

Die Existenz dieser Robotzivilisation aus Sevcooris war mir unbekannt. Diese wurde im Frühteil des Teil-Zyklus vermutlich mal kurz erwähnt in einem Heft, das ich wohl damals nicht gekauft hatte oder ich habe dieses Detail schlicht vergessen.

Die Beschreibung der Raumschlacht um die Heimatwelt der Posbis fand ich extrem trocken, weil absolut distanziert und zu kurz beschrieben. Die Zerstörung von drei Sonnen aus einem Kontingent von 200 als Sonnenmord zu bezeichnen halte ich für 'over the top' und den gesamten bisherigen Teil-Zyklus würde ich mal als 'all over the place' bezeichnen.

Der Weltenbrand wurde erneut als "immer schlimmer werdend" benannt aber wie bisher ohne daß dies plausibel nachvollziehbar würde. Irgendwann wird dieser auch die Hundertsonnenwelt erreichen... nach 300.000 Jahren - die Substanzlosigkeit solcher Aussagen habe ich ja schon mehrfach angemerkt. Da man für die Reise zur Hundertsonnenwelt einen Sprung in der Handlung von einem Monat Flugzeit gemacht hat könnten ja über eine Hyperfunkrelaistrecke gar erschröckliche Neuigkeiten bekannt werden: zum Unwohlsein käme noch ein hartnäckiger Hautausschlag hinzu o.ä. - die Ekpyrosis wird m.E. als Lachnummer in die Geschichte der Serie eingehen.

Dann wird noch ausführlich auf kulinarische Leckerbissen und die Eßgewohnheiten der Epsaler und Ertruser eingegangen... obwohl ich die Hälfte des Hefts vehement quergelesen habe brauchte ich eine Woche um das Heft zu beenden, sprich ich habe mich extrem dabei gelangweilt und es immer wieder zur Seite gelegt.

Der Plot mit den Thoogondu, die mit ein paar Tausend Schiffen eine Galaxis erobern wollen ist für mich so unglaubwürdig wie nur etwas. In schlechter Tradition ist die bisherige technische Überlegenheit der Pentasphären-Schiffe (suspendierte Transitionen, bessere Schutzschirme) jetzt wie weggeblasen - die RAS TSCHUBAI war ja in Sevcooris ständig auf der Flucht vor diesem Typ Raumschiff und konnte nur dank des Paros-Schirms immer wieder nur knapp entkommen - zumindest kam das so bei mir an. Und jetzt gelingt den schlechter ausgestatteten Raumern der Galaktiker mal eben so ein Patt in einer Raumschlacht ohne auch nur ein einziges eigenes Schiff zu verlieren. Da schweigt bei mir des Sängers Höflichkeit :-).

Oder sie schweigt nicht: im Zyklus um die Aglazar-Schiffe in Tradom (um nur ein Beispiel aus der Historie der Serie zu nennen) waren diese zu Beginn den terranischen und arkonidischen Einheiten haushoch überlegen und nur die Entwicklung u.a. der Affengift-Kanone machte es möglich, diese zu vernichten. Die Mühe, sich neue Waffentechnik zu überlegen machen sich die Expokraten jetzt gar nicht mal! Es reicht vermutlich, daß Puorengir im nächsten Heft die Hälfte der Invasionsflotte auf ihre Seite ziehen wird und der Rest erstmal wieder verschwindet.

Heavily disappointed läßt mich dieses Heft zurück.