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Perry Rhodan Nr. 2984: Projekt Exodus

Autorin: Susan Schwartz

Inhalt

Seit vier Wochen leiden die Intelligenzvölker der Milchstraße unter den Auswirkungen des Hyperlicht-Effekts. Das auslösende Phänomen - das nach Bostichs Tod entstandene Abbild einer Spiralgalaxie - hat sich überlichtschnell über die gesamte Milchstraße ausgebreitet. Die auf diese Weise veränderten, von allen Sonnen emittierten Quintronen verbreiten sich lediglich mit Lichtgeschwindigkeit. Somit ist der im Halo der Milchstraße gelegene Planet Aurora, der Sitz des Neuen Galaktikums, noch nicht vom Hyperlicht-Effekt betroffen. Am 24. Mai 1552 NGZ beginnt dort eine große Konferenz, bei der die Delegierten von teils katastrophalen Verhältnissen in ihren Heimatsystemen berichten. Beobachter der PP sind mit dem Raumschiff SOULPRAYER vor Ort. Der Onryone Tropar Lendellec, offizieller Beauftragter des Ryotars der On-Ökumene, bietet den Milchstraßenvölkern Zuflucht auf den im Linearraum gelegenen Welten seines Volkes an. Allerdings ist selbst dort eine gewisse Bedrückung spürbar. Die Onryonen planen deshalb eine weitere "Entrückung" ihrer Welten in den On-Raum. Die Posbis sind bereit, Flüchtlingen auf ihren im intergalaktischen Leerraum gelegenen Dunkelwelten Asyl zu gewähren.

Bei seiner Rede am Eröffnungstag erklärt Perry Rhodan, dass ihm diese Lösungen nicht weit genug gehen. Er spricht vom Projekt Exodus, dem Auszug aller Völker aus der Milchstraße. Vetris-Molaud, der nicht zur Konferenz erschienene Maghan des Neuen Tamaniums, verfolgt ein ähnliches Vorhaben, nämlich die Übersiedlung der Tefroder nach Andromeda. Noch hat sich der nach diesem Statement ausgebrochene Tumult im Plenum nicht gelegt, da wird Rhodan von drei Kobleenus attackiert. Diese Ornithoiden sind in der Lage, eine Art Para-Teleport auszulösen. Auf diese Weise wird Rhodan in das gatasische Raumschiff BELLÖRCY entführt. Dessen Kommandant Anüyü-Trü-Zyr und die erste Offizierin Pyolu Yuz sind Angehörige der radikalen Gruppe Ys'Terra Tös'syrn ("von Terra alles Übel"), die jünst einen großen Aufschwung erlebt hat. Sie glauben, man könne den Weltenbrand eindämmen, wenn man das Urteil an den beiden verbleibenden Kardinal-Fraktoren vollstrecke. Die mit neuartigen Überlichttriebwerken ausgestattete BELLÖRCY ist bereits unterwegs in den Leerraum. Sie wird erst Halt machen, wenn ihre ÜL-Konverter ausgebrannt sind. Auf diese Weise soll Perry Rhodan dauerhaft aus der Milchstraße entfernt werden.

Es gelingt Rhodan, sich mit dem Multikom seines SERUNS in den Bordfunk einzuklinken und die nicht eingeweihte Besatzung darüber zu informieren, dass alle außer ihm, dem Zellaktivatorträger, im Leerraum sterben werden. Rhodan wird befreit, doch einige Besatzungsmitglieder finden den Plan ihres Kommandanten gut. Es kommt zu Kämpfen. Als sich das Blatt zu Gunsten der Rhodantreuen zu wenden beginnt, vernichtet Anüyü-Trü-Zyr alle Beiboote sowie die Lineartriebwerke und leitet die Selbstzerstörung der Zentrale ein. Anna Patomans GALBRAITH DEIGHTON VII, Tropar Lendellecs Raumvater SOOZORD und ein Fragmentraumer der Posbis treffen rechtzeitig ein, um das Gataserschiff zu evakuieren. Anna Patoman teilt mit, dass ein riesiges Objekt entdeckt wurde, das aus dem oberen Halo der Milchstraße zu kommen scheint. Seine Flugroute weist in den Leerraum jenseits des Nordwestquadranten.

Kringels Meinung:

Abgesehen von der Entführung Perry Rhodans, deren baldiges Ende abzusehen war, hat mir der Roman gut gefallen, und das nicht nur, weil ein Alter Ego eures unermüdlichen Chronisten darin vorkommt. Schiffsführer der SOULPRAYER ist ein gewisser John Circle, der von seinen Kollegen "Kringel" genannt wird! Nach Johnny Kreisz (PR-Action 14) und Nathan Kreisz (PR 2744) tauche ich somit zum dritten Mal im Perryversum auf. Ich bin hoch erfreut und fühle mich geschmeichelt - Danke, Uschi! Witzig: Anna Patoman bezeichnet die Beobachter von der PP (gemeint sind natürlich die Perrypedianauten) als seltsame Leute, aber vermutlich harmlos ...

Jedenfalls könnte ich es grundsätzlich in Ordnung finden, dass Perry Rhodan einen Plan entwickelt, den man nicht als ehrgeizig bezeichnen kann, weil das die Untertreibung des Jahrtausends wäre. Von Rhodan kann man so etwas erwarten. Es wäre ein Projekt unfassbaren Ausmaßes, das Jahre dauern und unvorstellbare Härten verursachen würde - wirtschaftlich, sozial, politisch und menschlich. Dem Leser müsste daher die Notwendigkeit für ein solches Vorhaben vor Augen geführt werden, das heißt, es müsste ein Gefühl der Dringlichkeit oder der unmittelbaren Gefahr entstehen. Das ist noch immer nicht geschehen, daran ändern auch die Kapitel in diesem Roman nichts, in denen eine Frau ihre persönlichen Leiden schildert. Nein, solch verzweifelte Maßnahmen lassen sich nur mit einer gigantischen Katastrophe begründen, und eine solche wurde uns nach wie vor nicht gezeigt. Deshalb finde ich es eben nicht in Ordnung, dass Rhodan mit einer solchen Idee vors Galaktikum tritt. In einer Situation wie der jetzigen würde ich von Rhodan mehr Kampfgeist erwarten und keinen Fluchtreflex.

Übrigens: Die Invasionspläne der Gäonen und Thoogondu dürften sich jetzt erstmal erledigt haben. Warum sollten sie sich in einer Galaxie breitmachen, in der man nicht leben kann? Natürlich könnten die Milchstraßenvölker ihrerseits auf die Idee kommen, in eine möglichst weit entfernte Galaxie überzusiedeln - zum Beispiel Sevcooris. Ein Transportsystem, mit dem das zu bewerkstelligen wäre, gibt es zurzeit nicht. Aber wie wäre es denn mit neu zu bauenden Raumschiffen, deren Außenhüllen mittels Proto-Eiris so modifiziert werden, dass man problemlos in den Hypertransflug gehen kann? Ich glaube allerdings nicht, dass es wirklich zum Exodus kommen wird.

J. Kreis, 27.10.2018


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Hans (27.10.2018):

Vom Schreibstil her gehört das Heft in Sachen Qualität zum oberen Zehntel des Teil-Zyklus. Leider ist es nicht ganz Logikbug-frei. Man erhält zu Beginn eine Erklärung: die Quintronen koppeln sich innerhalb eines Sterns an Photonen und sind dann nur mit Lichtgeschwindigkeit unterwegs bevor sie nach einer Weile wieder im Hyperraum verschwunden sind. Auf S.21 li.Sp.o. sagt der Posbi Sallnech dann explizit, daß das Hyperlicht-Phänomen sich im interstellaren Raum nur mit Lichtgeschwindigkeit fortbewegt. "Und es wird über kurz oder lang die Hundertsonnenwelt treffen,(...)" Das dient wohl dazu um den Weltenbrand noch etwas schrecklicher erscheinen zu lassen. Es dauert also 300.000 Jahre bis die Ekpyrosis die Zentralwelt der Posbis erreichen wird. Da man seit Band 1 nur rund 3000 Jahre Handlungszeitraum in der gesamten Serie erlebt hat ist das doch eher die sehr ferne Zukunft :-).

Auch daß ein präastronautisches Volk von unbenannt gebliebenen Ornithoiden wegen der Ekpyrosis sehr bald zugrunde gehen wird (der Grund für die Entführung Rhodans durch Mitwirkung der pfeileverschießenden Kobleenus, die Mitleid mit ihren Artverwandten haben und Rache wollen) ändert nichts an der Tatsache, daß man auf vielen Planeten bis jetzt doch recht gut mit der Hypersensitivität zurecht kommt wie sie bisher geschildert wurde.

Der Plan für das Projekt Exodus, den Perry Rhodan auf der Konferenz vorstellt ist auch m.E. absolut größenwahnsinnig aber er paßt in den Kontext. Unser real zeitgenössisches Thema Flucht und Vertreibung wird hier letztlich literarisch auf die oberste Spitze getrieben. Selbst zum Ende der 900er Bände als man überlegte mithilfe der verbliebenen sechs Sporenschiffe und der Orbiterflotten die Heimatgalaxis zum Schutz vor den Weltraumbeben zu evakuieren war klar, daß man nur einen Bruchteil der Bevölkerungungen würde retten können. Anders wäre es im aktuellen Fall sicher auch nicht. Es würde im mindesten zu einer Massenpanik mit zig Milliarden Toten kommen sobald das Projekt auch nur angekündigt würde. Das ist eines der Probleme mit den aktuellen Expokraten, sie bauen etwas in die Handlung ein was durchaus mega-kollosal wäre so es denn verwirklicht würde. Da Atlan bereits mit der Depot-Eiris unterwegs ist, erkennt der Leser, daß es zu 90% nicht so kommen wird und das zerstört die Spannung. Das ist so als ob der ganze Plot aufgebaut ist mit den Handlungsträgern selbst als Zielgruppe - die Figuren in ständiger Spannung sind aber der Leser leider alles frühzeitig durchschaut. So bedient man vielleicht ein paar wenige Leser, die sich im Großen und Ganzen keine tiefergehenden Gedanken machen aber der große Rest bleibt frustriert vermute ich mal. Was wäre wenn ich unrecht hätte? Dazu weiter unten einige Gedanken.

Daß Blues die Entführer sind, aus der tiefen Emotion des Hasses und der Rache macht für mich Sinn. Die Autorin hat offenbar im Hinterkopf (+++), daß die Blues-Völker nach der Aktivierung des Chronofossils Eastside in den 1200er-Bänden einen evolutionären Sprung machten von einer extrem rationalen, emotionslosen Rasse zu einer normal fühlenden Spezies - das ignorier(t)en viele Autoren bis heute. Ein echter Pluspunkt für dieses Heft.

Am Ende des Hefts wird eine interessante Entdeckung gemacht. Ein gewaltiges Objekt, welches die Galaxis verläßt, geortet vom Linearraumdetektor des onryonischen Raumvaters. Hat hier bereits jemand eine Rettungsarche gestartet? Vetris-Molaud wäre so etwas zuzutrauen. Schließlich ist er als Person die Keimzelle des späteren Matan in der "Falschen Welt" - hat er atopische, zukünftige Erinnerungen zurückbehalten, die die Scherung überdauerten? Unter einer solchen Prämisse könnten die Tefroder bereits seit 30 Jahren daran gebaut haben und in aller Heimlichkeit die im diktatorisch verfaßten Tamanium möglich ist, eine ausgewählte Elite auf die lange Reise nach Andromeda geschickt haben... Ein Schiff von sagen wir mal 300km Durchmesser mit zig Millionen Tefrodern im Kälteschlaf oder konzipiert als Generationenschiff, welches zunächst seine Linearkonverter ausbrennt und dann den Rest der 2,2 Mio. Lichtjahre nach Andromeda im Dilatationsflug zurücklegt? Ein Spross der Gemeni scheidet aus, denn diese teleportieren bekanntlich durch den Hyperraum. Die Erwähnung einer "Reaktivierung des Polyport-Systems" im Heft ist leider auch ein Bug, schließlich wurde dieses komplett mit sämtlichen Transport-Stationen von Ovaron Kilmacthomas in eine extrem weit in der Zukunft liegende Epoche mitgenommen.

Ein tatsächlich durchgeführter Exodus aus der Milchstraße wäre ein radikaler Neuanfang der Serie und auf das Buch Genesis der Bibel folgte dann ab Band 3000 das Buch Exodus? Wird die Depot-Eiris also eventuell den Weltenbrand noch verstärken oder zumindest letztlich wirkungslos bleiben? Ich traue den Expokraten so etwas nicht zu obwohl es sich geradezu anböte angesichts der epochalen Band-Nr. 3000. Man stelle sich das vor: Eine Karawane der Verzweifelten, die nach zig Milliarden oder gar Billionen zählt, zieht hinaus in den Leerraum oder flieht durch Sonnentransmitter in benachbarte Galaxien... Das böte entweder Stoff für eine gewaltige Besiedelungswelle, einen gewaltigen Krieg oder für ein Leben als Weltraumnomaden da nicht genügend besiedelbare Planeten vorhanden sein werden, während die Zurückgebliebenen in der Milchstraße schließlich verhungern und verdursten da die Aufnahme von Wasser und Essen zu schmerzhaft geworden ist?

Einige Gedanken noch zum Weltenbrand allgemein. Die Ekpyrosis ist m.E. vermutlich so entstanden: zu Beginn der 2700er-Bände wußten die Expokraten gar nicht was das irgendwann sein sollte, dann stieß irgendwann viel später einer der beiden auf folgendes:

https://de.m.wikipedia.org/wiki/Hochsensibilit%C3%A4t

Das ist in unserer Realität keine Krankheit sondern eine Laune der Natur, genetisch bedingt und 15-20% der Weltbevölkerung sind davon betroffen. Mir wurde beim Lesen des Romans erstmals bewußt, daß ich auch zu dieser Bevölkerungsgruppe gehöre. Wer das weiter googeln möchte sollte "Hypersensitivität" eingeben. Tatsächlich geht es mir, in abgemilderter Form, oft so, wie die Betroffenen des Hyperlicht-Phänomen geschildert werden aber wie erwähnt ist das keine Erkrankung und in manchen Publikationen wird das ganze sogar als evolutionärer Vorteil geschildert da Menschen wie ich meist eher zurückgezogen und vorsichtig agieren aber sehr empathisch sind und komplexere Zusammenhänge im Gehirn besser verarbeiten können was im Fall von Katastrophen das Überleben wahrscheinlicher macht als bei den anderen 80-85% der Bevölkerung. Ausprobieren möchte ich das aber beileibe nicht.

Da dies eine angeborene genetische Varianz darstellt stellt man sich darauf ein und lernt damit zu leben. Wenn ich mir allerdings vorstelle, daß schlagartig 100% der Bevölkerung eine noch verstärktere Hypersensibilität aushalten müssten dann kann ich den Autoren nur noch den Vorwurf machen, daß dies nicht adäquat geschildert wird.

Zum Schluß natürlich noch mein Glückwunsch zur drittmaligen Erwähnung in Form einer Figur in der Serie. Wenn es jemand verdient hat, dann Du :-).


Gernot Semmer (27.10.2018):

Hallo Jo, danke für Deine Spoiler.
Ich lese sie immer gerne, den sie sind top!

Mein Gastkommentar:
Ich habe große Probleme mir vorzustellen, warum das Hyperlichtphänomen nochnicht Aurora erreicht haben soll. Das Phänomen breitet sich überlichtschnell über die Milchstraße aus, und von da aus noch weiter in die Lokale Gruppe. Weil die Quintronen sich aber nur lichtschnell ausbreiten, hätte das Phänomen Aurora nochnicht erreicht.
Wenn Aurora nochnicht, warum dann aber andere Sterne? Lässt man sich darauf ein, dann hätte das Hyperlichtphänomen noch nichtmal den nächste Nachbarstern Sols erreicht.