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Perry Rhodan Nr. 2976: Hyperlicht

Autor: Michael Marcus Thurner

Inhalt

Nach Bostichs Tod am 25. April 1552 NGZ erscheint das charakteristische Phänomen einer sich ausbreitenden Spiralgalaxie - anders als sonst üblich ist diese jedoch nicht nur am Ort des Entstehens sichtbar, sondern überall in der Milchstraße. Ein Forscherteam, darunter der Kolonialterraner Coron Roy vom Planeten Jesper im Orion-Sektor, wird mit der Untersuchung des Phänomens beauftragt. Es stellt sich heraus, dass die Spiralgalaxie mehr ist als lediglich eine Projektion. Sie ist ein genaues Replikat der Milchstraße und verursacht eine raumzeitliche Modifikation, in deren Folge sich die von allen Sonnen der Galaxie emittierten Quintronen verändern. Diese fünfdimensionalen Hyperraumquanten, die als Träger der Hyperenergie gelten, koppeln sich an Photonen, breiten sich mit Lichtgeschwindigkeit aus und durchdringen alles. Die veränderten Quintronen beeinflussen bestimmte Hirnregionen bei Intelligenzwesen und höher entwickelten Tieren in der Weise, dass alle Sinneswahrnehmungen extrem gesteigert werden. Die Überempfindlichkeit (man spricht vom Hyperlicht-Effekt) führt zu schweren Kopfschmerzen und Gereiztheit bis hin zur Tobsucht. Alle denkenden Wesen auf allen Welten der Milchstraße sind betroffen. Hyperkristallnetze und Energieschutzschirme bringen nur vorübergehend Linderung, denn selbst HÜ-Schirme werden nach einigen Stunden durchdrungen. Nur gestaffelte und polarisierte Paratronschirme bieten echten Schutz. Da ihre Errichtung große Energiemengen verschlingt, können nur die wichtigsten Einrichtungen entsprechend ausgestattet werden. Somit haben fast alle Intelligenzwesen in der gesamten Milchstraße unter ständig zunehmenden Qualen zu leiden.

Sensible Wesen wie die subplanetar lebenden Jerreten, die auch als Maulwurfsmenschen bezeichneten humanoiden Ureinwohner Jespers, reagieren besonders heftig auf den Hyperlicht-Effekt. Es kommt zu Amokläufen und Selbstmorden. Die terranischstämmige Administratorin Bleta Starova gibt Katastrophenalarm. In dieser Situation engagiert sich der prominente und wohlhabende Zylindrionspieler Caltu Roy, Corons jüngerer Bruder, für die Jerreten. Caltu Roy hat sich bisher nur für den Sport interessiert; gerade erst hat er die Zylindrion-Meisterschaft des Orionsektors für seine Heimatwelt Jesper entschieden. Er wurde jedoch von seinem Freund und Teamkollegen, dem Jerret Mabeschtur, auf die ärmlichen Verhältnisse aufmerksam gemacht, in denen viele Jerreten leben. Aufgrund ihrer Gutmütigkeit werden sie von den Terranern ausgenutzt und übervorteilt, zumal sie nie eine eigene Raumfahrt entwickelt haben und somit von den Terranern abhängig sind. Der gefeierte Spitzensportler nutzt seine Popularität, um bei Starova durchzusetzen, dass die von den Jerreten bewohnten Unterstädte bei der Auswahl schützenswerter Objekte gleichwertig behandelt werden. Die Administratorin ernennt Roy kurzerhand zum kommissarischen Verwalter der Unterstadt Qyrtet. Roy freundet sich mit Kariabosch an, einer alleinerziehenden Mutter, die ins soziale Abseits abzustürzen droht. Roy verschafft der Jerret eine neue, bessere Bleibe und kümmert sich um die Versorgung ihrer kranken Tochter Tariamsch.

Perry Rhodan wendet sich mit einer Ansprache an die Milchstraßenvölker und wirbt um Zusammenhalt. Er glaubt nicht daran, dass das Hyperlicht mit dem von den Atopen vorhergesagten Weltenbrand identisch ist. Bekanntlich soll die Ekpyrosis von drei Kardinal-Fraktoren ausgelöst werden, zu denen Rhodan gehört, und er war zum fraglichen Zeitpunkt nicht im Solsystem ...

J. Kreis, 01.09.2018


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Hans (01.09.2018):

Da ist er also, der erste Füllroman. Das Phänomen nach Ausdehnung der Spiralgalaxis aufgrund Bostichs Tod, welches die Gesundheit von Intelligenzwesen schädigt hätte man auf 5 Seiten zu Beginn eines Romans schildern können, stattdessen hat man hier zu Beginn ein Heft im Stil von Charles Dickens.

Im Report in der Heftmitte sagt Frank Borsch etwas aus, das mich doch ziemlich erschreckt hat aber durch diesen Roman zumindest anfangs verkörpert wird. SciFi würde nicht von der Zukunft handeln sondern von der Gegenwart des Autors und der Leser. Ich halte das für die Selbstoffenbarung eines Autors, der wohl keine Phantasie hat, sich eine Zukunft vorzustellen, die sich unterscheidet von unserer aktuellen Realität. Dystopie statt Utopie, eben der seit einigen Jahrzehnten herrschende Zeitgeist.

Genau genommen könnte dieser Roman sogar in der Vergangenheit spielen, im viktorianischen Großbritannien des 19. Jh. Die Mutter, die sich in prekären Verhältnissen abrackert um ihre Tochter zu ernähren und dann ihre Existenz verliert, der die Einweisung in ein Armenhaus auf der untersten Ebene der Gesellschaft droht. Caltu Roy wäre dann das Pendant eines berühmten Cricket-Spielers aus der Oberschicht, der durch einschneidende Erlebnisse sein Herz für die Armen entdeckt und eklatante soziale Probleme durch Privatinitiative lösen möchte. Blickt man zurück ins 19. und 20. Jh. unserer Welt, stellt man fest, daß so etwas bisher noch nie funktioniert hat, weil sich das Elend von Millionen nicht durch ein paar wenige reiche Leute, die Mitleid mit den Armen haben, lösen lässt. So sehr auch deren Initiative im Grunde als gut zu bewerten ist. Direkt nach dem 2. Weltkrieg hatte man dieses Problem in Großbritannien bereits weitgehend gelöst, durch den Aufbau eines kostenlosen Gesundheitssystems und staatliche Eingriffe in die Wirtschaft mit dem Ziel die Arbeitslosigkeit und das daraus resultierende Elend zu beseitigen. Der damalige Premierminister (1945-1951) Clement Attlee war vor dem Krieg als Sozialarbeiter tätig und hatte erkannt, daß nur allein durch die Mildtätigkeit der Reichen das Problem nicht gelöst werden konnte. Zu Beginn der 1980er Jahre wurde dann in der westlichen Welt wieder umgeschwenkt auf das Gesellschaftsmodell vor dem 2. Weltkrieg und das Ergebnis haben wir heute vor Augen. Sicher haben wir in Deutschland (noch?) nicht wieder solche Verhältnisse, wie sie im 19. Jh. geherrscht haben aber blickt man in die Länder Osteuropas oder darüber hinaus dann kann es einem schon Angst und Bange werden. Mir zumindest.

Der Autor kriegt glücklicherweise am Ende des Romans noch die Kurve. Die Bemühungen Caltu Roys erweisen sich als relativ sinnlos, er kann nur der Jerret Kariabosch und ihrer Tochter Tariamsch zu einem neuen, besseren Zuhause verhelfen während der Rest des Planeten in chaotischer Apathie und Schmerz versinkt.

Trotz meiner Kritik war das ein eindringlicher Roman, der mich im wahrsten Sinne des Wortes mitgenommen hat, Füllroman hin oder her.

Vermutlich wird man vom Planeten Jesper nichts mehr hören, was schade ist. Denn eine Fortsetzung wäre eine gute Gelegenheit die Worte von Frank Borsch zu entkräften. Man Stelle sich vor, Caltu Roy gelänge es tatsächlich die Verhältnisse auf seinem Planeten positiv zu verändern in seiner neuen Aufgabe als Verwalter der Unterstädte und somit durch staatliches Handeln :-).