PR 2967
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Perry Rhodan Nr. 2967: Das zweite Terra

Autor: Michael Marcus Thurner

Inhalt

Im 25. Jahrhundert alter Zeitrechnung wurden große Teile der Erdoberfläche durch den Dolan-Angriff verwüstet. Fast ein Drittel der Weltbevölkerung ist dabei ums Leben gekommen. Perry Rhodan hat damals den Befehl zur Konstruktion der größten Arche aller Zeiten gegeben. Alle terranischen Tier- und Pflanzenarten sollten für den Fall der Vernichtung der Erde an einem anderen Ort erhalten werden. Zu diesem Zweck wurde mit dem Terraforming des Planeten Trowno im Lyo-System begonnen. Lyo ist eine der wenigen Sonnen in der unweit des Solsystems gelegenen Okulus-Dunkelwolke. 2500 Jahre später, im 16. Jahrhundert NGZ, ist die Artenvielfalt auf den paradiesischen Inseln Trownos größer als auf Terra. Durch Rückzüchtungen wurden sogar Spezies erschaffen, die es auf der Erde seit Jahrmillionen nicht mehr gibt. Dennoch ist der Umwandlungsprozess noch längst nicht abgeschlossen. Er wird von der aus acht ausgemusterten LFT-BOXEN bestehenden und von Magnus Rohoff kommandierten Raumstation PIÈ BONMARCHAL aus überwacht und gesteuert. 20.000 Personen, vor allem Wissenschaftler und technisches Personal, leben in der Station. Rohoffs Stellvertreterin Aimare Tournefort steht dem kleinen militärischen Kontingent vor. Die BABA JAGA, ein Jagdkreuzer der DIANA-Klasse, ist das einzige bewaffnete Raumschiff vor Ort.

Am 6. April 1552 NGZ steigt ein aus fünf unterschiedlich großen Kugeln bestehendes Raumschiff aus den Tiefen der Atmosphäre Thyellos auf, des 5. Planeten des Lyo-Systems. Kurz zuvor wurde ein Hyperimpuls angemessen, der offensichtlich als Weckruf für die Unbekannten gedient hat. Eins-das-Ganze, vermutlich der Bordrechner des riesigen Schiffes, verlangt zu wissen, wie die Menschen zum Wanderer stehen. Rohoff geht zu Recht davon aus, dass hiermit die Superintelligenz ES gemeint ist und antwortet ausweichend. Prompt stößt Eins-das-Ganze Drohungen aus und blockiert den Hyperfunk, so dass keine Hilferufe abgesetzt werden können. Eine Space-Jet wird als Kurier ausgesandt. Unbemerkt von Eins-das-Ganze verlässt das kleine Schiff die Dunkelwolke und setzt eine Meldung ab, die von Admiralin Anna Patoman entgegengenommen wird, weil Terra derzeit unerreichbar ist. Hilfe für Trowno kann frühestens in 24 Stunden bereitgestellt werden - und zu diesem Zeitpunkt ahnt noch niemand, dass sich in der Atmosphäre des Gasriesen Thyello mehrere hundert fremde Raumschiffe verbergen. Sie befinden sich in einer mit fünfdimensional geladenem "Flitter" gefüllten Blase. Der Flitter stört höherwertige Systeme und verhindert Fernortungen. Ein kleines terranisches Erkundungsschiff, das diese Entdeckung macht, wird vernichtet, bevor die BABA JAGA informiert werden kann.

Währenddessen geht Eins-das-Ganze zum Angriff über und vernichtet ein Beiboot der BABA JAGA. Der hoffnungslos unterlegene leichte Kreuzer schlägt zurück, richtet nichts aus und muss schließlich aufgegeben werden. Dabei gibt es weitere Verluste. Der an Bord zurückgebliebene Pilot lenkt den Kreuzer direkt in die Schutzschirme des Mehrkugelraumers, erzielt dadurch aber keine Wirkung. Eins-das-Ganze setzt tausende Balkenroboter gegen die Raumstation ein. Er will die Station nicht zerstören, sondern erobern, um Informationen über die Verhältnisse in der Milchstraße zu gewinnen. Rohoffs Leute kämpfen auf verlorenem Posten. Sie müssen sich schließlich nach Trowno in die gut gesicherte Bodenstation Point Bonmarchal zurückziehen und in die dortigen subplanetaren Anlagen fliehen, als weitere Heerscharen von Balkenrobotern auf den Planeten herabregnen. Rohoff ist gezwungen, die Selbstzerstörung der PIÈ BONMARCHAL sowie der Bodenstation auszulösen. Der Rechner eines besiegten Balkenroboters kann ausgelesen werden. Jetzt erfahren die Menschen, welche Bedrohung in Thyellos Atmosphäre lauert. Die Pentasphärenraumer wurden dort in einer Schweigsamen Werft erbaut, und zwar schon vor Jahrtausenden. Es gibt weitere Schweigsame Werften in der Milchstraße, allerdings sind die Pentasphären unvollständig. Ihre Hooris-Prozessoren fehlen noch.

Perry Rhodan erfährt von Anna Patoman, was in der Okulus-Dunkelwolke vorgeht. Er eilt mit der RAS TSCHUBAI dorthin und evakuiert Rohoffs Leute. 503 Pentasphären aus der Schweigsamen Werft gesellen sich zu der ersten. Die RAS TSCHUBAI verlässt die Dunkelwolke.

Kringels Meinung:

Der Weckruf für Eins-das-Ganze wurde diesem Roman zufolge von Zatholons HARUURID ausgestrahlt. Siehe hierzu PR 2944: Wir Leser (die Terraner aber nicht) wissen, dass 4000 Kampfschiffe der Thoogondu und 100 Halbraum-Traktoren mit Aufladestationen für Hooris-Kristalle schon seit 1538 NGZ eine verdeckte Operation in der Milchstraße durchführen. Zatholon ist der Oberbefehlshaber. Die in den Schweigsamen Werften entstandenen Pentasphären warten nur noch auf ihre Hooris-Prozessoren, also auf die Bewusstseinsinhalte von Thoogondu, die in materielle Objekte versetzt werden können, wenn diese Hooris-Kristalle enthalten. Auf Merkur stehen 12.000 entsprechend präparierte Objekte, die zu genau diesem Zweck eingesetzt werden könnten ...

Spätestens jetzt dürfte klar sein, dass sich die Thoogondu seinerzeit nach dem Zerwürfnis mit ES keineswegs so vollständig aus der Milchstraße zurückgezogen haben wie bisher gedacht - oder dass sie einige Zeit später unbemerkt zurückgekommen sind, um ihren Rache/Rückeroberungs-Langzeitplan vorzubereiten. Warum haben weder ES noch die galaktischen Völker etwas davon bemerkt? Nun, die Schweigsamen Werften dürften durch die Kombination aus dem 5D-Flitter und den an sich schon problematischen Gasriesen-Atmosphären vor jeglicher Beobachtung bestens geschützt sein. Und wenn die Thoogondu eine der vielen Phasen genutzt haben, in denen ES abwesend, verwirrt oder aus sonstigen Gründen nicht handlungsfähig war, dann finde ich es durchaus nicht unglaubwürdig, dass niemandem aufgefallen ist, was da vorgeht. Nur verstehe ich nach wie vor nicht, wie die vom Gondunat an Perry Rhodan gerichtete Einladung in dieses Bild hineinpassen soll. Mir ist nicht klar geworden, was damit bezweckt werden sollte. Haben die Thoogondu etwa wirklich geglaubt, Rhodan werde ihnen bei der Rückkehr in die Milchstraße helfen - mithin also die dortige Etablierung einer neuen Supermacht fördern? Ist Zatholons Mission quasi Plan B?

Der Roman ist gut, solange die Verhältnisse auf Trowno und der Raumstation beschrieben werden. Da weht ein bisschen Pioniergeist durch die Kapitel, es geht um den Alltag derjenigen, die das Ganze managen müssen und es werden Andeutungen eingeflochten, die auf eine problematische Vergangenheit Magnus Rohoffs schließen lassen. Ein gewisser Gurumul Zierotin, ein für Romane MMTs typischer schräger Vogel, den ich in der Zusammenfassung nicht erwähnt habe, obwohl ihm recht viel Aufmerksamkeit gewidmet wird, hat etwas damit zu tun. Hinzu kommt die Bedrohung durch Eins-das-Ganze. So weit, so gut! Die Stimmung kippt, sobald die Kämpfe losgehen. Viel Geballer und das übliche Pathos, wenn es zu Verlusten kommt - mehr hat der Roman dann nicht mehr zu bieten. Am Ende kommt die Kavallerie in Gestalt von Perry Rhodan. Warum eigentlich nur er? Hätte sich nicht eine ganze Flotte auf den Weg machen sollen? Egal. Jedenfalls ist Trowno ein weiteres Beispiel für gute Ideen in diesem Zyklus, aus denen man mehr hätte machen können, was übrigens auch für die vielen Nebenfiguren gilt. Der Konflikt Rohoff-Zierotin ist hierbei nicht mehr als eine Randnotiz.

J. Kreis, 08.07.2018


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