PR 2958
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Perry Rhodan Nr. 2958: Jede Zeit hat ihre Drachen

Autor: Wim Vandemaan

Inhalt

Opiter Quint und Ernst Ellert brauchen einige Wochen, um sich von der "Lektüre" des Protokolls des Zerwürfnisses zu erholen. Sie haben die Erinnerungen des Thoogondu Khuulespiu nacherlebt und auf diese Weise unter anderem erfahren, dass die Thoogondu vor gut 30.000 Jahren auf brutale Weise mit einem Haluter namens Nor Efech experimentiert haben. Auf diese Episode und die zurzeit grassierende Haluterseuche angesprochen behauptet Homunk, Informationen hierzu, wenn auch keine Heilung für die Seuche, seien im Sokarsystem zu finden. Nachdem Quint den TLD informiert hat, geht die Reise zum 30.015 Lichtjahre von Sol, 35.091 Lichtjahre von Arkon und 286 Lichtjahre von Haluta entfernten Sokarsystem, das am 9. April 1552 NGZ erreicht wird. Das System ist in der Zeit des Solaren Imperiums oberflächlich erkundet, aber nie besiedelt worden. Auf Kaikiark, einem Mond des Gasriesen Sokambur, wird die von Eis bedeckte arkonidische Raumjacht VRITRA MADIA entdeckt. Homunk kennt dieses Schiff. Es ist niemand an Bord. In einem Quartier liegt der konservierte Leichnam einer Frau, deren Name ihrem ebenfalls in dem Quartier liegenden Tagebuch zufolge Suuna lautet. Dem Tagebuch hat sie anvertraut, was sich 10.854 da Ark, also in der 12.000 Jahre zurückliegenden Epoche der Methankriege, ereignet hat.

Die nichtadlige Arkonidin Suuna ist Kriegspsychologin an Bord des Raumschiffes VRITRA und Geliebte des Kommandanten Trebon da Minterol. Trebons Kampfverband hat gerade erst eine Flotte der Maahks im Uhdrapashsystem besiegt, da wird er schon zum nächsten Einsatz ins Kumugiasystem beordert. Dort sammeln sich seit Monaten feindliche Verbände. Auf dem Planeten Dvornux arbeiten die mit den Maahks verbündeten Cwuaur an der Entwicklung einer neuen Waffe, mit der arkonidische Energieschutzschirme geknackt werden können. Zudem operieren zwei Haluterschiffe in dem System. Trebon hat den Auftrag, die Methanatmer zu vertreiben, die Forschungsunterlagen der Cwuaur sicherzustellen oder zu vernichten und Kontakt mit den Halutern aufzunehmen. Nach für beide Seiten verlustreichen Kämpfen, in die auch die Haluter eingreifen, ist Trebon gezwungen, Dvornux mit einer Arkonbombe zu zerstören. Eines der beiden Haluterschiffe wird abgeschossen, das andere entkommt. Die überlebenden Maahks und Cwuaur ziehen ab.

Wenig später erscheint ein fremdartig wirkender Kugelraumer im System. Ein Mann, der sich als Lethuur aus dem Volk der Calurier vorstellt, bietet den Arkoniden ein Bündnis gegen die Haluter an. In einem Gespräch mit Lethuur, an dem zwei grazile Humanoide namens Ventrord Gulnustan und Noshnar Orrasadh sowie ein Fremdwesen namens Tomoughash teilnehmen, erfahren die Arkoniden, dass sich die Haluter per eingeschlechtlicher Fortpflanzung vermehren und durch Zugriff auf externe Genpools verhindern, dass neu geborene Haluter exakte Kopien ihrer Ahnen sind. Diese Genpools werden gezielt mutagenen Einflüssen ausgesetzt, zudem kann ein Haluter dort sein Erbgut einlagern, wenn es durch äußere Einflüsse verändert wurde und allen Artgenossen zugänglich gemacht werden soll. Tomoughash stellt in spezielle Maschinellen eingebettete Viroide zur Verfügung, die über die externen Genpools ins Erbgut der Haluter eingeschleust werden sollen und zu gegebener Zeit durch einen Startimpuls aktiviert werden können. Die Viroiden tragen den Keim für eine tödliche Krankheit in sich.

Lethuur lässt Trebon nicht genug Zeit für eine Rücksprache mit dem Imperator. Der Has'athor entscheidet eigenmächtig und akzeptiert das Angebot des Caluriers. Ein halutischer Genpool befindet sich auf dem Mond Kaikiark. Die Arkoniden nutzen drei im Kumugiasystem verbliebene Maahkraumer für eine gewagte Kommandoaktion auf Kaikiark, die erfolgreich verläuft. Jetzt muss nur noch der auf einer anderen Welt befindliche Haupt-Genpool vernichtet werden, damit die Haluter auf den Pool von Kaikiark zugreifen. Trebon übernimmt diese Aufgabe persönlich. Zuvor sorgt er dafür, dass Suuna und alle Besatzungsmitglieder seines Schiffes, an denen ihm etwas liegt, auf keinen Fall an Bord sind, denn es handelt sich um ein Selbstmordkommando. Trebon setzt Suuna als Erbin ein. Sie hat ein langes, erfülltes Leben und wählt jenen Ort als Grab, an dem sie ihren Geliebten zuletzt gesehen hat.

Suunas Beschreibungen lassen keinen Zweifel daran, dass Tomoughash ein Thoogondu war. Ventrord Gulnustan und Noshnar Orrasadh waren höchstwahrscheinlich Galkiden. Außerdem hat Suuna im Calurierschiff ein Wesen gesehen, bei dem es sich nur um einen Gemen handeln kann. Quint und Aichatou Zakara können Homunk nur mit Mühe davon abhalten, Suunas Tagebuch zu desintegrieren. Der Androide gibt sich mit Ellerts Zusicherung zufrieden, das Tagebuch im Dolan JASON unter Verschluss zu halten.

Kringels Meinung:

"Das wird ja immer komischer und komischer!" rief Kringel aus.

Ich fühle mich fast wie Alice im Wunderland, denn der Roman enthält einige spektakuläre Enthüllungen, die ich im Moment noch nicht so ganz sortiert kriege. Schon im Kommentar zu PR 2956 habe ich mich ja dazu ausgelassen, dass es Zusammenhänge zwischen Gemeni, Thoogondu und Halutern geben muss - aber wie passen denn jetzt bitte die Calurier und die Galkiden ins Bild? Die Calurier kennen wir aus Atlans Jugendtagen, sein Mentor Fartuloon gehört zu diesem Volk. Zuletzt war in PR 2937 von ihnen die Rede. Sie müssen den Thoogondu schon vor 30.000 Jahren bekannt gewesen sein. Die Galkiden (siehe PR 2838) kennen ihre eigene Geschichte nicht, weil sie alle 256 Jahre sämtliche geschichtlichen Aufzeichnungen und sogar persönliche Erinnerungen löschen, um zu verhindern, dass es zu einer nicht näher definierten Katastrophe kommt. Auf ihrer Heimatwelt Kaldik wurden kontra-kausale Raumzeitplastiken beobachtet, also Auswirkungen der dys-chronen Drift. Zu allem Überfluss ist möglicherweise auch ES in die ganze Geschichte verwickelt. Zumindest äußert Ellert die Vermutung, dass ES ein Interesse am Erfolg der gegen die Haluter gerichteten Aktion gehabt haben könnte.

Wir wissen jetzt also, woher die Haluterkrankheit kommt. Außerdem wird erwähnt, dass das Arkonsystem zurzeit nicht erreichbar ist. Es wird davon gesprochen, das System sei nur noch ein "gravitativer Schatten" oder eine "post-transvektive Singularität". Womöglich sei es aus dem Universum geschert worden. Im Perryversum bekommt die Aufforderung "scher dich weg!" eine ganz neue Bedeutung ... Jedenfalls ist diese Information für mich neu. Vielleicht habe ich frühere Textstellen überlesen, aber selbst in PR 2915 wurde das meines Wissens nicht erwähnt. Schon aufgrund all dieser Infos kann der Roman gar nicht langweilig sein. Die Rahmenhandlung mit einer Essoya, die mit einem Adligen verbandelt ist, von anderen adligen Besatzungsmitgliedern gemobbt wird und am Ende selbst in den Adelsstand aufsteigt, wird erfreulich geradlinig erzählt, ist für sich genommen aber nicht besonders aufregend.

Was um alles in der Welt haben die Thoogondu, Gemeni, Calurier, Galkiden und ES denn gegen die friedfertigen Riesen von Halut?!?

Oder ist die Krankheit nur eine Nebenwirkung? Sollen die Haluter durch die Einlagerung von Hooris-Kristallen zu potentiellen Übernahmeopfern (so ähnlich wie die HaLem-Statuen) beziehungsweise zu Kandidaten für Gedächtnisfälschungen gemacht werden? Auf diese Weise zu Bestien zurückverwandelte Haluter wären sicher kein schlechtes Werkzeug für die Thoogondu, denen es ja bekanntlich darum geht, alles aus der Milchstraße zu fegen, was irgendwie mit ES zu tun hat - zum Beispiel die Terraner ...

Übrigens: Ist euch schon aufgefallen, dass man nur einen Buchstaben umstellen muss, um aus Gemeni "Gemein" zu machen? Meine Rechtschreibprüfung möchte das dauernd tun.

J. Kreis, 28.04.2018


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Gastkommentare


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Patrick (01.05.2018):

Ich hatte mich bereits dazu ausgelassen, dass die Thoogondu die Haluter (oder eine andere präparierte Spezies) als Waffe einsetzen könnten. Dann hätte ich allerdings gerne eine Erklärung dafür, weswegen ES davon keinen Schimmer hatte bzw. ohne Warnung zuließ, dass die Haluter zu Verbündeten der Menschheit wurden. Oder möchte ES auf diese Weise reinen Tisch machen? Ein Notplan für sein Verschwinden?

Immerhin wurde einigermaßen ordentlich erklärt, wie sich dies alles zugetragen hat. Es stört mich immer, wenn es in der Milchstraße nach so langer Zeit zu haarsträubenden Enthüllungen kommt. So war es akzeptabel.

An dem Auftauchen von Caluriern erkennt man m.E. wieder, dass sich die Autoren in der Atlan-Serie schlau gemacht haben. Nun haben wir allerdings auch den Link zu den Gemeni. Von GESHOD wissen wir, dass er in seiner Heimatgalaxie im großen Stil die Psychologie weit verstreuter Völker erforscht und außerdem ein sehr hochauflösendes Fernspionage-System via Dakkarraum betreibt. (PR2953) Das sollte man nicht vergessen.

Der prominenteste Calurier war Fartuloon. Der hatte ein Zeitversteck, konnte Erinnerungen blockieren, war eventuell an der Entstehung von ANTI-ES beteiligt und es wird spekuliert, dass er der legendäre Gwalon I. war.

Die Gemeni heißen offensichtlich eigentlich Nodhkaris. Es kann sein, dass "Gemeni" nur solche Nodhkaris bezeichnet, die in die Milchstraße abkommandiert wurden. Schließlich heißen die Menschen für die Nodhkaris "Menes" und das "Ge-" könnte auf GESHOD verweisen.

Von ihnen können wir annehmen, dass diese das eigentliche Hilsvolk GESHODS sind. Sie beeinflussen andere Völker, indem sie sich als deren Ratgeber und Helfer in Szene setzen. Das System kennen wir aus Sashpanu und auch in der Milchstraße wurde das versucht. Es scheint nun naheliegend, dass die Gemeni eine ähnliche Rolle bei den Thoogondu spielen. Die von Hans erwähnte Macht hinter den Gemeni und Thoogondu kann eigentlich nur GESHOD sein. Falls diese SI nicht inaktiv ist und die "Gemeni" deren Macht nur ausnutzen.

Wir sollten nicht vergessen, dass sie sich als "Zeitliche Eskorte" GESHODS bezeichnen. Früher wurde spekuliert, dies bedeute, es handle sich bei ihnen um Zeitreisende. Eventuell besteht eher in Zusammenhang mit den "dyschronen" Effekten.

Zu den Galkiden: Dieses Volk hat eine lange Geschichte und löscht Erinnerungen. Bei der dubiosen Katastrophe könnte es sich um den Weltenbrand handeln. Eine Möglichkeit wäre, dass auch die Galkiden von den Thoogondu "präpariert" wurden und wie die Haluter Hooris-Kristalle tragen. Auf diese Weise könnten ihnen die verheerenden Erinnerungen/Daten untergejubelt werden. Bei den Statuen auf Kaldik könnte es sich um gondische Hinterlassenschaften handeln.

Homunk könnte in Wahrheit ein Agent GESHODS sein, oder die Aufzeichnungen haben etwas mit dem schrecklichen Wissen zu tun, vor dem die Galkiden sich selbst schützen wollen. Dass Homunk das Ansehen ES' schützen will, um sich gegen den Techno-Mahdi zu wappnen, wäre auch möglich.

Haluter im großen Stil zu kapern hätte seinen Reiz; auch hier fragt sich aber, wo die ganzen Kamikaze-Thoogondus dafür herkommen sollen.

Woran merkt man, dass "Vandemaan" einen Roman geschrieben hat? Antwort: "Gravitativer Schatten". "Post-transvektive Singularität." Meine Spekulation zu Arkon: Das System wurde irgendwie "evakuiert", um es vor der sich anbahnenden Haluterkatastrophe zu schützen. Vielleicht versucht ES, das Arkonsystem von seiner Seite der Scherung aus zu beeinflussen. Oder gar einen Durchgang zu schaffen, schließlich war Arkon das Portal zur Synchronie. In dem Zusammenhang wollen wir nicht vergessen, dass Bostich (Kardinal-Fraktor) dabei ist, sich in einen Haluter zu verwandeln und eine besondere Beziehung zu diesem Volk hat (und die Gemeni vertreiben will).

Mich verwirrt der Rummel um die Haluter auch. Ich erinnere an TRAITORS Mikro-Bestien. Vielleicht existieren noch mehr solche "Ableger", die sich im Kosmos nicht unbedingt beliebt gemacht haben?

Wer sich für Wortspiele interessiert... EVO-LO in der Atlan-Serie war ein Werk Vergalos. Verga- wie in Vergangenheit. Haha... Übrigens fand Vergalo selbst solche Spielchen ganz lustig. Als er sich "Erleuchteter" nannte betrieb er eine Raumstation namens OLAGREV. Damit bloß niemand merkt, dass sich hinter dem "Erleuchteten" Vergalo verbirgt. Er bezeichnete das als "Umdrehen". Der Herr der Traykon-Roboter und Entführer der Familie Sayum hatte dort auch einen Helfer namens Nokyart, der früher ein Muyas war. Haha. (A738)


Hans (28.04.2018):

Die Geschichte um die junge Essoya Suuna, die nach turbulenten Abenteuern in einem der Methan-Kriege in den Hochadel aufsteigt und sich dann auf einem verlassenen Planeten in ihrem Raumschiff-Mausoleum zur ewigen Ruhe betten lässt erinnert mich stark an den Maakh/Naat-Boten von ES mit dessen Hilfe die RAS TSCHUBAI von den aus der tiefen Vergangenheit eingeschleppten Indoktrinatoren befreit wurde. Dieser entwickelte sich dann zum Atopischen Richter Chuv weiter.

ES hat wohl viele dieser Hotspots in der Historie der Galaxis hinterlassen, die irgendwann aktiviert oder offenbart werden. Was er aber - oder hat er nur beobachtet und hinter allem steckt eine andere Macht, die Gemeni und Thoogondu lenkt - damit bezweckt, den Halutern eine tödliche Seuche angedeihen zu lassen???

Jetzt macht es auch Sinn, daß vor einiger Zeit die Calurier erwähnt wurden. Diese sind Hauptakteure im Komplott gegen die Haluter. Eins der legendären Völker von denen man alle Jahrzehnte mal etwas hört. Viel Platz also um frei von Ballast einen Plot aufzuziehen. Dagegen habe ich nichts.

Der Roman kommt ohne die oftmals elegische Sprache und Formulier'kunst' Hartmut Kaspers aus, diese hatte ich erwartet als ich das Heft aufschlug. Er musste wohl soviele Informationen transportieren sodaß dies nur in kurzen Sätzen anklingt wenn die Essoya vom Ewigen Leben (tag)träumt.

Gemeni und Thoogondu haben also, wie es augenblicklich aussieht, ein jahrzehntausendealtes Bündnis, daß sich gegen die Haluter richtet. Die Stoßrichtung dieser ES-Feinde (die Gemeni subsumiere ich jetzt mal unter diesen Hut) gegen dieses Volk könnte vermuten lassen, daß die Haluter von ES langzeitprivilegiert sind und jetzt rasch beseitigt werden sollen. Oder es bedeutet etwas ganz anderes, wenn ES das angeordnet oder angestoßen haben sollte. Den Spekulationen ist hier Tür und Tor sperrangelweit geöffnet. Die Handlungsebene um Opiter Quint erweist sich erneut als für mich interessanteste im gesamten Teil-Zyklus.

Den Schluß, als Homunk droht, die Pergamentrollen zu vernichten kann man auch getrost in verschiedene Richtungen interpretieren. Entweder ES ertappt beim potentiellen Völkermord oder ertappt dabei, daß er diese Schandtat nicht verhindert hat oder bei noch etwas anderem? Es scheint so als ob Homunk von der Existenz der Lebensbeichte der jungen Offizierin auf Pergament nichts gewußt hat. Oder ist er bloß nicht voll funktionsfähig weil Adam von Aures seine Arme und Beine sein eigen nennt? Zumindest wissen wir jetzt aus seinem eigenen Munde, daß der so oft genannte Niemandssohn niemand anderer als er selbst war. Ich hatte da noch Rest-Zweifel, die jetzt ausgeräumt sind.

Schriftstellerisch war dieser Heftroman beileibe kein Höhenflug aber es dürfte sich um einen oder sogar DEN Schlüssel-Roman des Teil-Zyklus handeln, das steht außer Frage.

Harren wir also der Dinge die da noch kommen mögen, hüstel, räusper... :-)



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