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Perry Rhodan Nr. 2949: Die Biophore

Autor: Michael Marcus Thurner

Inhalt

Wanderer, der ehemalige Sitz der Superintelligenz ES, befindet sich im Orbit des Planeten Siskul im Wegasystem. Die Scheibenwelt ist nach wie vor unzugänglich. Sie wird von dem JUPITER-Ultraschlachtschiff ERIK THEONTA und zehn Omniträgerschiffen der SATURN-Klasse bewacht. Das LYNKEUS-Fernortungssystem, eine terranisch-onryonische Neuentwicklung, kommt hier erstmals im großen Maßstab zum Einsatz. Am 2. Dezember 1551 NGZ materialisiert der tefrodische Handelsraumer NESHLER OORYM im Wegasystem. Kommandant Frenc Hdoma behauptet, er wolle neue Handelsbeziehungen knüpfen. Die Ferronin Loa Heptinkhal, Kommandantin der ERIK THEONTA, lässt sich nicht hinters Licht führen. Ihr ist klar, dass es sich um den ersten Vorstoß des tefrodischen Neuen Tamaniums in Richtung Wanderer handelt.

Youko Ortokur, die oxtornische Sicherheitschefin der mobilen Forschungsstation Sunset City auf dem Planeten Last Hope, durchschaut ihren vermeintlichen Stellvertreter Teo Tauren nicht. In Wahrheit handelt es sich um Adam von Aures. Der Mann, der sich für Perry Rhodan ausgibt, wird eingehend untersucht. Das Ergebnis lässt keinen Zweifel daran offen, dass es sich wirklich um Rhodan handelt. Allerdings fehlt der Zellaktivator. Rhodan und "Tauren" behaupten, sie seien in geheimer Mission unterwegs und es dürfe auf keinen Fall im Solsystem nachgefragt werden. Angeblich stehen Billionen Leben auf dem Spiel. Durch ein geschicktes Täuschungsmanöver gelingt es Adam, den echten Tauren zurück ins Spiel zu bringen, eine neue Identität anzunehmen (er ist jetzt Rhodans persönlicher Assistent, der TLD-Agent Karim Sbarcea) und die Zweifel Ortokurs sowie der Stationsleiterin Lalaine Delarosa zu zerstreuen. "Sbarcea" begründet die Geheimhaltung mit der Anwesenheit von Spionen in der Station, die der LFG schaden wollen. Der Abzug der Eiris von ES habe die Funktion der Zellaktivatoren kosmokratischer Provenienz beeinträchtigt. Rhodan sei "aufgeladen" worden, aber jetzt benötige man die Biophore, um den Alterungsprozess zu stoppen. Außerdem habe ES darauf hingewiesen, dass sich feindliche Kräfte für die Biophore interessieren.

Hiermit geben sich Ortokur und Delarosa vorerst zufrieden. Somit haben Adam und Rhodan Zeit für einen Fluchtversuch gewonnen. Der Wissenschaftler Chao Dorodena hilft ihnen dabei. Der junge Marschiere-Viel Mieza dient als Versteck. Von dort aus wird Kontakt mit Vetris-Molaud aufgenommen. Der Maghan hat inzwischen erfahren, dass die von Adam gelieferten Informationen über Wanderer richtig sind. Er ist bereit zu einem persönlichen Treffen, an dem auch Zeno Kortin teilnehmen wird. Vetris-Molaud will mit Rhodan sprechen. Bevor es dazu kommt, heizt sich Mieza auf und brennt aus. Dabei kommt Dorodena ums Leben. Rhodan erleidet schwere Verbrennungen. "Sbarcea" setzt einen Notruf an Sunset City ab. Er gibt an, von Dorodena entführt worden zu sein, einem Agenten des Neuen Tamaniums, was ja zumindest teilweise stimmt. Sobald Rhodan wieder wohlauf ist, stellt er Adam zur Rede. Er argwöhnt, Adam habe das Ausbrennen des Marschiere-Viels selbst verursacht. Rhodan will sich nicht länger benutzen lassen, ohne Adams wahre Absichten zu kennen. Adam besänftigt Rhodan mit der Behauptung, sein Ziel bestehe in der Versetzung Wanderers an den sichersten Ort, der ihm bekannt sei: Das Solsystem. Etwas (und zwar nicht ES) beschütze dieses System seit langer Zeit. Möglicherweise bestehe ein Zusammenhang mit dem Sonnensiegel. Adam hat die Gliedmaßen Homunks inkorporiert und somit quasi eine Symbiose mit dem Androiden hergestellt. Er weiß deshalb, dass das Solsystem Wanderers Fluchtburg ist. Vetris-Molaud ist Adams unfreiwilliges Werkzeug zur Ingangsetzung des Notprogramms.

Adams Plan geht auf. Die VOHRATA und sechs weitere tefrodische Kampfschiffe dringen in das Wegasystem ein. Vetris-Molaud und Assan-Assoul kommen nach einiger Zeit persönlich an Bord. Der Maghan will Wanderer Asyl im Helitassystem anbieten und lässt sich von den Wachschiffen nicht aufhalten. Erste Schüsse fallen. Als Wanderer zu flackern beginnt, von einer Art Lohe im Zeitlupentempo erfasst wird und verschwindet, behauptet Vetris-Molaud, die Tefroder hätten hiermit nichts zu tun. Die VOHRATA und ihre Begleitschiffe ziehen ab. Es ist der 4. Dezember. Wanderer erscheint im Solsystem. Die Scheibenwelt wurde gegen den Neptunmond Despina ausgetauscht.

Währenddessen bringt Rhodan Tauren und die anderen in Sunset City tätigen Anhänger des Techno-Mahdi dazu, ihm beim Diebstahl der Biophore zu helfen. Entscheidende Bedeutung kommt dem Sextadimbiologen Alban Monutariu zu. Ortokur hat die Biophore sicherheitshalber in ein anderes Depot verlagert, doch Rhodan und Adam wissen Bescheid. Rhodan knackt den richtigen Tresor und nimmt die "Büchse" mit der Biophore an sich. Ein Speicherkristall mit Monutarius Forschungsdaten fällt ihm ebenfalls in die Hände. Ortokur glaubt, sie habe den Dieben eine Falle gestellt, wird aber mit leeren Schutzanzügen in die Irre geführt, die mit Adams Nanogenten bestückt sind und falsche Vitalwerte ausstrahlen.

Adam und Rhodan entkommen mit der ADALCESTE, einer Space-Jet der TRITON-Klasse. Adams nächstes Ziel ist das Solsystem. Bostich, so meint er, könnte ein wertvoller Komplize sein. Adam will die Biophore oder vielmehr ein daraus hergestelltes Heilmittel für die tödliche Krankheit der Haluter als Lockmittel einsetzen.

Kringels Meinung:

Ich muss mich doch sehr wundern. In Sunset City, einer Einrichtung, in der eines der wichtigsten Projekte der LFG (wenn nicht das wichtigste überhaupt) läuft und in der die einzige im Besitz der LFG befindliche Biophore aufbewahrt wird, sind nicht nur mindestens sechs Anhänger des Techno-Mahdi aktiv, wobei einer sogar besagtes Projekt leitet (!!!), sondern auch wenigstens ein Agent einer feindlichen Macht. Die Sicherheitschefin hatte nicht den geringsten Schimmer von alldem. Sie sollte sich einen anderen Job suchen.

MMT gibt sich alle Mühe, die Leichtgläubigkeit der Sicherheitschefin und der Stationsleiterin sowie die absolute Überlegenheit Adams irgendwie plausibel zu machen. Ich fand es nicht überzeugend. Behauptungen werden einfach hingenommen, bei Ausflüchten wird nicht nachgehakt, offene Punkte werden nicht hinterfragt. Dabei ist Adams und Rhodans Lügenkonstrukt ziemlich wackelig. Warum zum Beispiel sollte der Abzug der ES-Eiris ausgerechnet die Funktion der nicht von ES hergestellten kosmokratischen Zellaktivatoren stören, aber nicht die der von ES selbst verteilten Geräte? Und wieder werden die Nanogenten als geradezu magisches Allheilmittel für alle Probleme eingesetzt, die sich Adam in den Weg stellen.

Wanderer - beziehungsweise eine alternative Version dieser Kunstwelt, siehe PR 2919 - befindet sich jetzt in der Urheimat der Terraner. Bostich und die Haluter werden sicher bald wieder mitmischen. Ich würde sagen: Der "echte" Perry Rhodan wird aus dem Staunen gar nicht mehr herauskommen, wenn er zu Hause ankommt! Dann werden sich wahrscheinlich erstmals alle drei Kardinal-Fraktoren persönlich begegnen. Und möglicherweise wird auch der Zündfunke zur Auslösung der Ekpyrosis vor Ort sein, denn Adam ist im Besitz der Biophore ... Diese befindet sich in einer Büchse. In der Büchse der Pandora? Übrigens: Will sich Adam jetzt doch nicht mehr mit Vetris-Molaud und Zeno Kortin treffen? Zumindest dürfte der Maghan nach dem Wanderer-Debakel nicht mehr so gut auf seinen Informanten zu sprechen sein wie zuvor.

J. Kreis, 24.02.2018


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Gastkommentare


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Phil (26.02.2018):

Die erste Hälfte des "Genesis"-Zyklus ist rum, und ich stehe ähnlich planlos da wie etwa zur Hälfte des Atopen-Zyklus. Bin auch ähnlich hin- und hergerissen.
Auf der einen Seite, so fand ich, gab es besonders in der ersten Hälfte, etwa bis zur Story mit Quinto-Center, eine erstaunlich große Menge wirklich gut geschriebener Einzelromane. Insbesondere rund um die Rückkehr Bullys und die Sprosse der Gemeni liefen die Autoren zu Hochform auf, und zwar nicht nur die üblichen Verdächtigen wie WV oder VT, sondern nahezu alle. Auch der große Handlungsbogen fesselte mich, selten strahlte das große Gerüst so einen Suspense auf mich aus (Was wollen die Gemeni? Sind sie "gut" oder "böse"? Wie passt PR II da rein, und wie Ernst Ellert? Etc.)
Auf der anderen Seite war da die Handlungsebene in Sevcooris, die mich, je länger sie dauerte, nur noch nervte. Und die dann einfach abgewürgt wurde, so als ob die Autoren bzw. die Expokraten auf einmal keine Ahnung mehr hätten, was sie dort mit den ganzen Fässern, die sie aufgemacht hatten, jetzt anfangen sollten. Bsonders ärgerlich: Bis heute hat unser Held den Thoogondu nicht die Fragen gestellt, die wirklich wichtig waren, obwohl er genug Gelegenheit dazu gehabt hätte. So z.B.: Was sollte das, Sonnen zum Explodieren zu bringen, um ein Leuchtfeuer zu entzünden? Wie und warum kam der Peilsender an Bord der RAS TSCHUBAI? Und vor allem: WAS WOLLT IHR EIGENTLICH VON UNS? Oder: WAS SOLL DER GANZE TERZ? Lediglich die Sache mit der HaLem-Armee wurde endlich (erst in 2945!) angesprochen. Und, ach: Die Thoogondu hatten gar nichts damit zu tun! Echt jetzt? Aber mit dem Leuchtfeuer und dem Peilsender schon? (Da fällt mir ein: Haben die Thoogondu eigentlich jemals offiziell zugegeben, dass sie es waren, die die Sonnen zu Novae machten? Wurde diese Frage jemals gestellt? Shit, ich weiß es gar nicht mehr...). Alles in allem hatte ich irgendwann, wohl so um Band 2945, einen ähnlichen Eindruck, wie ich ihn schon mal mitten im Atopen-Zyklus hatte: Nämlich dass die Expokraten urplötzlich einen anderen Weg einschlagen wollen und deswegen alles in eine andere Richtung schreiben müssen, was dazu führt, dass Logiklöcher entstehen, größer als die Einflugschneise in einen Sonnentransmitter. Ich meine, welchen Sinn hat es, ewig lang die Thoogondu und das ZSI einzuführen, wenn sich plötzlich noch vor der Mitte des Zyklus herausstellt, dass alles offenbar nur ein unwichtiges Intermezzo war?
Ich hoffe schwer, dass ich mich täusche, und dass es doch noch einen großen Handlungsplan gibt, der all das Sevcooris-Rumgeeiere irgendwie erklärt. Dass es doch noch so etwas gibt, wie einen Kreis, der sich schließt. Denn ansonsten muss ich davon ausgehen, dass alle Bände in Sevcooris im Nachhinein nichts weiter waren als ein einziger riesiger Ausflug ohne Sinn und Zweck - und somit ein einziger großer Lückenfüller auf dem Weg zu Band 3000.
Wie gesagt: Ich hoffe, ich täusche mich.


Patrick (25.02.2018):

Die vorgebrachte Kritik ist korrekt und ich kann ihr nichts hinzufügen. Beim letzten Band erwähnte sich das Solsystem und Bostich als weitere Mosaiksteine auf dem Weg zum Weltenbrand; prompt wurden diese nachgeliefert.

Was beschützt das Solsystem, und was (anders als die Biophore) könnte den Weltenbrand also auslösen? Es liegt nahe, einen Zusammenhang mit der HaLem-Armee zu wittern. Gefertigt aus Lemur- und PEW-Metall. Und, Herr Kreis, Sie spekulierten selbst, dass Rhodans Zwilling der eigentliche Kardinal-Fraktor sein könnte. Für diese Begegnung fehlte dann also nur Bostich.

Übrigens dachte ich, dass die Sporenschiffe hinter den Materiequellen beladen wurden. Steht auch so in der Perrypedia: "Daraufhin beluden sie ihre Sporenschiffe im Raum hinter den Materiequellen mit On- und Noon-Quanten..." Etwas kurios, sowohl die Schiffe wie auch die Biophoren "vor der Tür" zu basteln und dann im Allerheiligsten der Kosmokraten vollzuladen...? (1)

Was die Sicherheitsvorkehrungen in Sunset City betrifft, so wundert es mich, dass LFG/USO offenbar in der Milchstraße nicht eine Person mit Paragaben aufgabeln können, die so eine Anlage durch Gedankenlesen oder Zukunftsahnungen überwachen kann.

Etwas anderes, was mich wundert - warum bringt man Serien wie "PR Olymp" heraus, statt, wie damals die Atlan-Serie, eine Nebenreihe mit Atope Tifflor zu starten? Das böte eine nette Abwechslung, scherlich interessante Möglichkeiten und auch mehr Freiraum gerade für Neu-Autoren. Außerdem könnte man das beliebte Geschwurbel dort abhandeln.

Es gibt eine sehr geringe Wahrscheinlichkeit, dass wir in den nächsten Wochen von Mike Rhodan lesen werden. Falls ich jetzt keinen Fehler mache und er noch lebt. (Lt. Perrypedia mit der SOL in "unbekannter Mission" verschollen.)

Was ich mich persönlich frage, ist, warum Atlan nicht mit Lua und Vogel zurückkehrte. Es wäre bizarr, wenn das nicht näher beleuchtet würde.

Noch etwas - es gibt da einen interessanten Aspekt im Verhältnis zwischen Adam und Rhodan II. Adam spielt sich nämlich auf wie eine SI, obwohl er diese ablehnt. Er reißt "Perry Rhodan" aus seiner gewählten Welt heraus, will dessen Leben künstlich verlängern und in einen eigenen Langzeitplan einbauen. Ich tippe darauf, dass diese Scheinheiligkeit der Punkt sein könnte, an dem man entweder Adam packen oder Rhodan II und ihn auseinanderdividieren kann.

(1) Offensichtlich nehmen die Autoren solche vergangenen Aussagen nicht ernst. Früher wurde wiederholt behauptet, das Schicksal des Universums sei ein Zusammensturz mit "Endknall". Der JZL-Zyklus hat diese Darstellung zugunsten einer endlosen Ausdehnung und des Wärmetods über den Haufen geworfen. Das entspricht zwar dem heutigen Forschungsstand, steht aber in krassem Widerspruch zum Serienkanon.


Hans (24.02.2018):

Zwei Bemerkungen:
1. der Techno-Mahdi als Person existiert gar nicht. Adam von Aures hat von Beginn also Band 2700, an verschiedenen Stellen mit seinem Nanogentenschwarm dafür gesorgt, dass die Losungen in der Öffentlichkeit sichtbar wurden. Daraufhin hat sich die Organisation ohne eine Führungsfigur gebildet. Hie und da ist Aures bei Mitgliedern aufgetaucht und sorgte dafür, dass der Mythos am Leben blieb. Genauso wie er es gerade auf Last Hope durchexerziert hat.
2. Hekener Sharouns Entsetzen über das Auftauchen Wanderers im Sol-System ist nicht nachvollziehbar, damit wird vermutlich etwas plump angedeutet, dass in der Zukunft wirksam werden wird: Der Kunstplanet soll in der Sphragis, im Sonnensiegel eingeschlossen werden und das ist der Beginn der Ekpyrosis??? Man könnte es schließlich sogar so sehen, daß der Scheibenplanet sich auf einen der Brennpunkte seiner Bahn durch die Lokale Gruppe zurück gezogen hat. Sharoun sollte froh sein, daß Wanderer dorthin gekommen ist wo Bartel Expokrator den Most seit 3000 Jahren herholt, im Allerheiligsten der Terraner, wo notfalls zum Schutz der Kristallschirm aktiviert werden kann. Der Verlust des Korpus von TAFALLA hat sicher irgend etwas darüber hinaus noch ausgelöst, schließlich hat sich dadurch der berüchtigte Korpuskale Dunst aufgelöst und dadurch Matan Addaru den Blick auf die Ekpyrosis gestattet. Da er abgeschleppt wurde bevor er auch nur Piep sagen konnte bleibt das aber weiterhin im Dunkeln und es läuft ab wie in fast jedem Zyklus bisher: die große Bombe platzt in den letzten 5 Bänden des Zyklus. Wäre das im nächsten Band schon passiert hätte man einen spannenden Abwehrkampf über 50 Bände hinweg inszenieren können.
Auf S.49li.Sp.u. sagt Adam, dass Biophoren in Materiequellen gebildet werden. Diese Info ist mir neu, bisher war meines Wissens unklar woher diese stammen und die perrypedia bestätigt das.
Ein leidlich spannendes Heft in welchem Adam von Aures erstmalig an seine Grenzen kommt, bei der Jagd nach dem On-Quant verausgabt er sich fast.
Deine Kritik ist nicht nur berechtigt sondern trifft wie so oft direkt ins Zentrum der handwerklichen Schwäche des Expokraten-Teams: erst wurde der Techno-Mahdi über fünf Jahre hinweg nur hie und da Mal erwähnt und jetzt ist schon 'die halbe Galaxis' von dieser Organisation unterwandert. Ich könnte jetzt noch einen Blick in meine Glaskugel werfen und über das Kommende sinnieren aber das wäre Spoilerei und das möchte ich tunlichst vermeiden, wie ich vor einiger Zeit schon kundgetan habe deshalb nur soviel: nächste Woche erscheint ein Heft des 'Duo Infernale'. UA und CM haben den Band verfaßt. Mr. Flaps und der Innere Monologisierer im Doppelpack. Hoffentlich gilt dann 'minus Mal minus ergibt plus'!? 'Mein Freund' Atlan kehrt nächste Woche zurück... Das kann zumindest interessant werden.

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Fan Fiction Teil 13:
Der Flug dauerte fast drei Stunden. Vor ihnen schwebte eine Plattform die aussah als ob man sie aus der Oberfläche eines Planeten herausgerissen hätte. Ein von außen einseitig durchlässiger Prallschirm überspannte das fünfhundert Meter durchmessende Gebilde. Die synthetische Stimme meldete sich erneut. "Der Kardinalfraktor Nummer Eins darf eine Begleitperson mitnehmen, ich erkenne Teleporter auf eurem Schiff, ich gestatte diese Transportmethode. Der Adaurest wartet an der zentralen Schaltinsel auf die Autorisierung Rhodans, damit das Programm meines Herrn Matan Addaru Septorum gestartet werden kann. Rhodan, du hast fünf Minuten Zeit um auf der Insel zu erscheinen. Wenn du autorisiert bist dann kann der Adaurest das Programm starten indem er sich mit dem finalen Schaltkomplex verbindet. Erscheinst du nicht dann wirst du per Fiktiv-Transmission abgeholt." Die Funkverbindung wurde beendet.
Atlan atmete hörbar aus. "Eine Inkarnation dieses alten Ar... äh Misanthropen hat uns das also eingebrockt. Bei seinem vier Milliarden Jahre zählenden Leben würde es mich nicht wundern wenn er auf irgendeiner Zeitlinie aktiv gegen seine andere Inkarnation Dannoer gehandelt hätte und das diametral gegenteilige von diesem betrieben hat. Vermutlich ist das ein Langzeitprojekt. Von ES sind wir so etwas ja schon seit tausenden Jahren gewöhnt. Ich befürchte auch, diesmal wird uns der verleugnete Richter Veirdandi nicht zu Hilfe eilen, wenn dieser nicht gar eine kontrakausale Inkarnation Matans darstellt. Ich könnte mir vorstellen, daß sich dies in der Scherung spiegelt und uns all diese Raumzeitplastiken spendiert hat. Eine Hintertür, die der mutmaßlich älteste Richter Thez wohl untergejubelt hat, aber das bleibt im Moment Spekulation, das werden wir wohl nie herausfinden. Nicht einmal Richter Tifflor ist so alt wie er und der hat schon mehr als eine Million Jahre auf dem Buckel, dagegen bin ich ein Jugendlicher."
Opiter Quint mischte sich ein. "Rhodan soll ruhig hinüber teleportiert werden. Ich kann die beginnende Ekpyrosis stoppen und umkehren, mein Anzug stammt vom Anzugschmied Parr Fiorano. Mir wurde gesagt, daß mir das Kraft entziehen wird, rechnet damit, daß ich bewußtlos umkippe sobald ich diese Funktion einsetze. Ich kann mir nicht vorstellen, daß Adam dann sofort erneut den Weltenbrand auslösen kann. Da müssen sicher erst wieder Energieerzeuger hochgefahren werden und so was dauert bekanntlich. Danach solltet ihr Adam angreifen und ihn zu vernichten versuchen oder nehmt ihn gefangen, Atlan." Er blickte dem Arkoniden direkt in die Augen und zog den Kampfstab hervor, der zum Anzug gehörte. "Der Stab erzeugt an seiner Spitze variierende Felder von Strangeness, ich vermute, daß man Aures damit verwirren oder gar betäuben kann."
Atlan nahm den noch nicht ausgefahrenen silbernen Stab an sich, legte dem Ertruser die rechte Hand auf die Schulter. "Opiter Quint, du wärst nicht nur ein guter Orbiter sondern ein ganz passabler Kandidat für die Ritterwürde selbst. Ich danke dir." Simco Addax zog einen großen Blaster. "Den können wir eventuell auch gut gebrauchen, mein Z4K ist einsatzbereit." Der berühmt-berüchtigte Zyklop-Vierfach- Komber, eine zwar geniale Waffe aber aus düstereren Zeiten. Würde das alles ausreichend sein um den Adauresten zu stoppen - einen Dakkar-Pionier z.B. konnte man damit bestenfalls zeitweise wegpusten aber nicht töten, wie Atlan ja bereits erlebt hatte.
*
Kenzan ter Aumakyia befiel eine innere Unruhe. Etwas schien ihn zu rufen. Er versetzte sich in suspendierte Dagor-Meditation während er zum Schein das Gespräch mit Viron fortführte. Das Dagor vertrieb die letzten Reste des Drehschwindels und die Kopfschmerzen. Das tat ihm unendlich gut. Er bereute, nicht schon vorher zu diesem Mittel gegriffen zu haben, nur die beiden Medobots alleine hatten das nicht geschafft. Belebende Energien durchpulsten bald seinen Körper und seine Psyche. Er gedachte keinesfalls, Germo allein in die Schlacht ziehen zu lassen. Aures würde ihn sich als ersten vorknöpfen, da er sicher das schwächste Glied in der Kette war. Außerdem dachte er gar nicht daran, seinen Freund mit Opiter Quint allein zu lassen. Gelegenheit macht Liebe hatte seine Großmutter schon immer gesagt und: wenn du einen Mann findest, der zu dir passt dann kämpfe um ihn, seinen Ehemann Owen ließ er dabei mal außen vor. In einem günstigen Moment, Viron nahm gerade einen Schluck Wasser aus einem Becher, setzte er aus seiner liegenden Position einen gezielten Schlag gegen die Fußrückenarterie seines Krankenwärters, was eine Reflexkaskade im Rückenmark des Terraners auslöste, den ein milder Krampfanfall befiel. Ein weiterer Schlag auf die linke Halsarterie und Viron wurde bewußtlos. Die beiden Medorobs hatten nicht reagiert. Stormo meldete sich. "Ich weiß was du vorhast. Komm in die Rüstkammer, ich habe eine weitere Waffe für dich." Kenzan schlüpfte in seinen Einsatzanzug, koppelte das Dagor-Schwert am rechten Oberschenkel fest und verließ die Kabine nachdem er Viron in einer bequemen Position in Seitenlage auf das breite Antigravbett gepackt hatte. Der Mann war ein Kraftpaket, hätte Kenzan ihn nicht überrascht wäre der kurze Kampf womöglich anders ausgegangen. In ein paar Stunden würde er wieder aufwachen.
*
"Das ist eine Nachbildung des Stabs der Kosmokraten, das Original befindet sich im Gewölbe unterhalb des Doms Kesdschan auf Khrat in der Artefaktsammlung der Porleyter. Du kannst damit hochfrequente Modulparstrahlung aussenden, die das getroffene Lebewesen maximal verwirrt, da es die ÜBSEF-Konstante verwirbelt solange der Strahl das Ziel trifft. Ich hoffe, daß er gegen Aures wirkt." Der Stab war 30 cm lang und bestand aus dunklem, genarbtem Holz, mit einem simplen Sensor als Auslöser. Kenzan verstaute ihn in einer Schenkeltasche und ließ sich von Stormo per Fiktiv-Transmission an den Ort des Geschehens transportieren. Somit verstieß er gegen den Befehl Atlans, der das nur im Notfall erlauben wollte wie man auch Kenzan vorsorglich informiert hatte. Kenzan betrachtete seine Vorahnungen als solch einen Notfall. Und er rematerialisierte mitten im Chaos. Fast alle des Einsatzeintrupps lagen paralysiert oder tot am Boden, ohne kurze Untersuchung ließ sich das nicht sagen. Nur Gneppo und Germo hielten sich an den Händen, hatten ganz offensichtlich einen Parablock gebildet. Ein Nanogentenschwarm umflatterte die beiden während der Adaurest zu einer Statue erstarrt war, mit geschlossenen Augen stand er da. Gneppo hob die Hand und dann zuckten Energieblitze in den Schwarm hinein. Aures begann zu schwanken. 'Das ist meine Gelegenheit', dachte sich der junge Arkonide. Er nickte den beiden Kampfgefährten zu, denen bereits der Schweiß in Strömen über die Stirn rann. Der Multimutant mußte über extrem starke Psi-Kräfte verfügen denn allein Gneppo war schon ein sehr starker Mutant dank seiner Baalol-700-Erbanlagen.
Man befand sich auf einer schwebenden Insel, Kenzan blickte sich kurz um, bevor er den Stab aus der Schenkeltasche zog. Er zielte auf Aures und drückte auf das Sensorfeld. Ein klarer, grüner Energiestrahl zuckte auf den Adauresten zu. Dieser begann zu schreien. Ein grünes Irrlichtern umtanzte den Mutanten. Langsam ging er in die Knie, griff sich an die Brust. Kenzan überlegte fieberhaft ob er in den Nahkampf übergehen sollte, dem Adauresten am besten mit der Desintegrator-Klinge den Kopf abtrennen sollte aber schon in der nächsten Sekunde bereute er sein Zögern denn Aures entfernte rasch ein rundes Objekt von seinem blütenweißen Kampfanzug, warf es in die Luft.
Von dort bildete sich eine Energiebahn die auf Opiter Quint traf und diesen in ein Flirren einhüllte. Im nächsten Augenblick war die Gestalt im Anzug der Umkehr verschwunden. "Ab ins Gefängnis Quint, ein zweites Mal wirst du die Ekpyrosis nicht umkehren Freundchen, leider kann ich dich nicht töten dank Parr Fiorano, er soll verflucht sein!" Das Gesicht des Adauresten verzerrte sich.
Kenzan war klar, daß es nun um alles ging. Germo hatte ihn per Funkspruch über das Ergebnis der Konferenz auf dem Buckelschiff informiert bevor der Einsatztrupp aufgebrochen war. Quint mußte die Funktion des Kosmokraten-Anzugs bereits ausgelöst haben.
Vor Überraschung hatte er das Sensorfeld losgelassen und bevor er den Stab wieder aktivieren konnte sprang Adam von Aures auf und lief die dreißig Meter bis zu der Statue die im Zentrum der Insel stand. Eine Statue die einen alten Mann mit Vogelfedern auf dem Kopf darstellte. Das musste dieser ominöse Richter Matan sein, schoß es ter Aumakyia durch den Sinn. Aures berührte die Statue und dann bildete sich sofort eine rotglühende Aureole um ihn und die Statue, die keine klare Sicht mehr zuließ. Kenzan rannte auf die Statue zu und löste den Kosmokraten-Stab erneut aus. Der grüne Strahl schlug ein, aber mehr als ein gelbes Leuchten an der Einschlagstelle produzierte das nicht. Er hielt trotzdem weiter drauf aber nach etwa drei Minuten sah er die Sinnlosigkeit dieses Unterfangens ein und ließ den Sensor los. Sein Dagor-Schwert würde hier erst Recht nichts ausrichten. Probeweise feuerte er mit dem Quintadimwerfer. Auch das brachte kein Ergebnis, nichts wurde in den Hyperraum abgestrahlt. "Der Schutzschirm ist sechsdimensional mit fraktalen Komponenten. Nahezu undurchdringlich da die Schirmfrequenz im Pikosekunden-Rhythmus erratisch fluktuiert." Diese Information des Femto-Syns genügte Kenzan.
Er ging zurück zu den anderen. Germo und Gneppo hatten schon damit begonnen, die Bewußtlosen aufzuwecken. Atlan schlug als erster die Augen auf und nachdem er sich auf den neuesten Stand hatte bringen lassen entschied er: "Jetzt wo Opiter verschwunden ist, haben wir kein As mehr im Ärmel, wenn auch dein Kosmokraten-Stab nichts ausrichtet. Wir ziehen uns zurück und greifen den Kahn von außen an. Hätte ich das alles geahnt hätte ich eine Arkonbombe besorgt und hier drinnen gezündet. Hoffentlich reicht unsere Feuerkraft aus."
Gneppo und Jobst teleportieren den Trupp zurück an Bord der STORMON.
*
Sie hatten den Adauresten letztlich nicht aufhalten können. Der Raumzeitplastische Galaxienzünder mußte gestört rematerialisiert sein. Atlan konnte sich nicht vorstellen, daß es eine reguläre Funktion KRO'GOM'ATHOS war, daß einer der drei Berechtigten alleine das Destruktionsprogramm aktivieren konnte. Opiter Quint hatte den ersten Start der Ekpyrosis rückgängig gemacht und war dafür später in eine Raumzeitfalte gesperrt worden, zusammen mit dem gesamten Dolan inclusive Besatzung, per Dimensionsfaltenverschiebung. Stormo hatte das registriert und seinen Ritter sofort bei Rückkehr darüber informiert. Es lag nahe, daß Adam von Aures chaotarchisches Potential hatte. Atlan hatte diese Transportmethode zuletzt bei dem Dakkar-Pionier Anthor von Zahrakatt erlebt.
Stormo hatte angemessen und berechnet, daß es mit der ihnen zur Verfügung stehenden Technologie Tage dauern würde um die Raumzeitfalte wieder zu öffnen, Adam hatte einen Teil seiner Nanogenten-Substanz als chaotisch flackernde Struktur um die Falte gelegt bzw. deren Abdruck im Normalraum.
Atlan berichtete Kenzan was sich vor seiner Ankunft ereignet hatte. Bostich war letztlich zu ihnen gestoßen, hatte sich im Zentrum des Schiffs im freien Flug einen heldenhaften Kampf mit dem Adauresten geliefert, als alles andere versagt hatte und auch der Strangeness-Kampfstab Quints in Atlans Händen zerbrochen war. Bostich hatte ihm mit dem Haluter-Arm große Fetzen Körpermaterial herausgerissen aber Aures hatte nur gelacht und sich in einen Nanogentenschwarm verwandelt, dabei hysterisch über Normalfunk gerufen: "Ich bin Pazuzus einziger Sohn, nichts und niemand wird mich aufhalten, ich räche den Tod meiner Eltern, den die Kosmokraten befohlen haben." Niemand konnte etwas damit anfangen aber Quint wurde in diesem Moment klar, daß Pazuzu sein Vater war und Shanda Sarmotte seine Mutter, letzteres hatte Opiter Quint bereits seit seiner ersten Begegnung mit dem Adauresten gewußt und das in der Vorab-Besprechung an Bord von Addax Schiff mitgeteilt.
Und dann hatte er den Imperator mit einem rasch gebildeten, sehr großen Metallarm gepackt und in Richtung der Innenhülle des Galaxienzünders von sich fort geschleudert. Jener war rasend schnell aus dem Blickfeld der beiden Ritter der Tiefe und ihrer Begleiter verschwunden. Die Femto-Syns maßen einen Durchbruch in der Hülle des Galaxienzünders an. Bostich war nicht mehr an Bord. Atlan hoffte, daß Gaumarol da Bostich das überlebt hatte. Dann hatte der Adaurest außer Gneppo und Jobst einen nach dem anderen K.O. geschlagen, eine telekinetische Schutzsphäre hatte die beiden geschützt. Nach dem kurzen Duell Kenzans mit dem Adauresten gab es schließlich keinen Zugang mehr zur Statue der Zentral-Insel aber es würde zwei Stunden dauern bis der Vernichtungsprozess erneut gestartet werden konnte. Das hatte der Anzug der Umkehr bewirkt und bekannt gegeben, nachdem der TLD-Agent die Ekpyrosis gestoppt hatte.
Atlan rekapitulierte. Ohne das Auftauchen Kenzans hätte der Multimutant sehr wahrscheinlich auch die beiden Mutanten Gneppo und Jobst besiegt. Kenzan hatte sie alle gerettet. Atlan war sehr stolz auf den jungen Arkoniden und würde ihm das bei Gelegenheit auch sagen. Daß er dazu seinen Krankenwärter Mascolo Viron ausgeknockt hatte verzieh ihm Atlan gerne.
Er deutete auf die stark rotglühende Aureole welche die Statue umgab, sie hatten zumindest eine Spähsonde zurückgelassen, die jetzt ein verwaschenen Holo lieferte. "Da drinnen konnten wir nichts mehr ausrichten. Mit unseren Waffen wären wir nicht durchgekommen, der kosmokratische Kampfstab ist ja zerbrochen als ich Aures attackiert habe bevor er das Ekpyrosis-Programm gestartet hat. Es ging alles viel zu schnell, Simco, du kamst gar nicht dazu, deinen Z4K auf ihn abzufeuern und die Quintadimwerfer waren nutzlos, ihre Wirkung ist einfach verpufft.
Wir greifen das Ding mit allen verfügbaren Waffen jetzt von außen an, bevor es sich ins Dengejaa Uveso stürzt und die Gravitationsfeldlinien unumkehrbar auflöst." Den Cantaro-Diskus hatte man aufgegeben. Das Schott hatte sich laut der Femto-Syns nicht mehr öffnen lassen. Atlan befahl Kenzan, der neben ihm stand, das Waffenpult der STORMON zu übernehmen und legte ihm kurz die Hand auf die Schulter. Kenzan tat diese Sympathiebekundung Atlans gut.
Atlan aktivierte jetzt den Hyperfunk.
"Atlan spricht. Achtung Orbiter, mein Einsatztrupp hat leider auf ganzer Linie versagt, der Adaurest ist zum zentralen Schaltelement vorgedrungen, er wird in Kürze den Vernichtungsprozeß zum zweiten Mal starten. Es bleiben uns bis dahin weniger als 120 Minuten. Wir haben aber keine Zeit um Opiter Quint, sein Team und JASON aus der Raumzeitfalte zu befreien, weil das zu lange dauert. Ich habe dieses Gebilde in der Ortung, wir kümmern uns später darum." Er wischte sich das salzige Sekret aus den Augen. "Feuert mit den Irregulator-Geschützen auf die Hülle der KRO'GOM'ATHO. Sobald die Ortung eine positive Reaktion anzeigt, Energieabfall oder was auch immer, dann feuert mit allem was ihr sonst noch habt, Antimaterie-Werfer und Transformkanonen, auf den Pott. Sobald die Hülle beschädigt ist halten wir mit Trafitronwerfer-Salven drauf." Er nickte Kenzan am Waffenschaltpult zu, der das Nicken erwiderte. "Wir müssen es in den Hyperraum bekommen wo es dann zwischen den Universen verweht. Ich und Rhodan haben an Bord eine Datenbank ausgelesen. Sobald Adam von Aures den Prozeß zum ersten Mal gestartet hat, was bereits passiert ist, kann der Wahnsinnskahn keine Selektivabwehr und keine Schutzschirme mehr aufbauen."
Ein Holo blendete auf. Die drei Buckelschiffe wurden als feuerrote, drachenartige Symbole angezeigt, das Rot intensivierte sich schlagartig als die drei Orbiter-Schiffe ausschwärmten, dort wurden vermutlich alle Energieerzeuger auf Maximalwerte hochgefahren. Nach wenigen Minuten hatten sie ein gleichseitiges Dreieck um das 1000 Kilometer durchmessende Schiff gebildet mit den Buckelschiffen als Eckpunkte, zwanzig Lichtsekunden Abstand zu KRO'GOM'ATHO. Die Waffenwirkung der Irregulatoren wurde im Holo als diffuse Wolken dargestellt die lichtschnell auf das Schiff zurasten.
Nach fast endlos langsam verstreichenden zwanzig Sekunden erreichten diese die Schiffshülle. Und es wirkte. Das Ortungsbild des Giganten begann leicht zu flackern. "Acht Prozent Energieabfall." Ließ sich Stormo vernehmen. Und dann begannen sich die Pforten des Infernos zu öffnen. Der Galaxienzünder feuerte zurück.
*
ES war unendlich traurig. Es hatte ihn alle Überwindung gekostet, sich von Thez zu lösen. Thez war Jahrhunderttausende lang ein gütiger Mentor für ihn gewesen. Es hatte ihn fasziniert, daß er ein Kosmokrat war, der seine eigenen Wege ging abseits des Althergebrachten. Von der Freundschaft Thezens mit Wyhro, einem Chaotarchen hatte er schon lange gewußt, als dieser das noch vor dem Kosmischen Kongregat, der Regierung der Kosmokraten verheimlicht hatte. Aber es war sinnlos jetzt darüber nachzugrübeln.
Er hatte einen kleinen Teil seiner von Thez vereinnahmten Eiris mit sich genommen als er durch die Synchronie geflohen war, damit hatte er sofort nach seiner Ankunft dort, Wanderer und den Übergang weiter stabilisiert. Jetzt bemerkte er, daß ihm seine Mächtigkeitsballung keinerlei Halt mehr bot. Wie mit tausend feinen Nadeln stachen der Raum und die Zeit der Lokalen Gruppe auf ihn ein, wollten ihn loswerden wie einen Fremdkörper. Das hatte er erst registriert nachdem er die Transterraner auf Neu-Atlantis aus der Raumzeitfalte entlassen hatte, vermutlich hatten ihn die transportierten Bewusstseine zuvor davor geschützt. Er beschloss, dies vorerst zu ignorieren und sammelte seine Kräfte um direkt durchs psionische Netz ins Zentrum der Galaxis zu gleiten. Außerhalb des Solsystems glitt er vom Hyperraum hinüber ins Psionische Netz, orientierte sich kurz und raste dann entlang der Feldlinien auf das gewaltige Energieecho zu, daß sich bereits im gesamten Netz zu spiegeln begann. Er hoffte, nicht zu spät zu kommen. Er mußte seinen Kindern beistehen, allen voran Rhodan und Atlan. Er sah auch schon die beiden individuellen Zellaktivatoren leuchten. Den von Rhodan in ruhigem silbrigen Licht, wie in einer hellen Mondnacht auf Terra schimmerte das Gerät über etliche zehntausend Lichtjahre hinweg. Atlans Gerät hingegen pulsierte, wechselte alle paar Sekunden von blauem zu rotem Lich in keinem festen Rhythmus. Zumindest lebten die beiden noch. Sehr bald würde er eintreffen. Das Stechen der Nadeln war im Hyperraum auch zu spüren gewesen, jetzt im Psionischen Netz fühlte es sich nur noch an wie ein sanftes Kitzeln. Das zeigte ihm, daß sich der Normalraum vom Psionische Netz entfernt hatte, es waren auch kaum Kosmische Messenger unterwegs.
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Atlan brauchte keine Befehle zu erteilen. Stormo handelte in Eigenregie, nahm die Cantaro-Schiffe in Synchronsteuerung, zog diese zu sich heran und bildete einen gemeinsamen Schutzschirm. Und dann gingen die vier kleinen Schiffe auf einen konzertierten Ausweichkurs denn KRO'GOM'ATHO feuerte mit der vernichtendsten Waffe, die Atlan bisher nur aus Beschreibungen kannte: die orangefarbenen Krakenarme peitschten durchs All. Stormo schaffte es zunächst für fast eine Minute diesen auszuweichen, dann streiften drei davon den pedogepolten Paratronschirm und brachten diesen sofort zum Flackern. Atlan machte zum wiederholten Male in Gedanken sein Testament und begann laut auf Satron zu fluchen wie eine vestranische Puffmutter, die gerade drei tote Kakerlaken in ihrem Dessert gefunden hatte.
Dann schlugen vier der Krakenarme direkt in den Schirm und mit einem entsetzlichen Krachen erlosch dieser. Ein Alarmklaxon heulte auf um sogleich wieder zu verstummen, das Licht ging aus und dann aktivierte sich die blaue Notbeleuchtung. "Stormo?" Der Bordsyntron meldete sich nicht. Ein rudimentäres Ortungsholo erschien über der Hauptkonsole. Gleich fünfzehn Krakenarme bewegten sich auf die antriebslos parallel durchs All fallenden vier Schiffe zu. Es war vorbei.

to be continued next week



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