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Perry Rhodan Nr. 2948: Sunset City

Autorin: Verena Themsen

Inhalt

In Sunset City, einer gigantischen mobilen Forschungsstation auf dem Planeten Last Hope, leben und arbeiten 60.000 Personen darunter einige wie Pain Faaling, die zum Techno-Mahdi gehören und Adam von Aures alias Auream für eine lebende Legende halten. Faaling bringt Adam und Perry Rhodan zu seinem Gesinnungsgenossen Teo Tauren, dem stellvertretenden Sicherheitschef von Sunset City. Unterwegs gabeln die Männer Taurens Nichte Mar Tulek auf, die sich beim Funsport in Gefahr gebracht hat. Die Achtzehnjährige betätigt sich als Praktikantin in den Labors und ist in das Geheimnis ihres Onkels eingeweiht. Dieser ist bereit, Adam und Rhodan zu unterstützen, sofern die Sicherheit der Station nicht gefährdet wird. Adam hält mit seinen Plänen nicht hinter dem Berg, behauptet aber, Rhodan müsse zunächst untergetaucht bleiben, weil möglicherweise ein Verräter in Sunset City aktiv sei. Außerdem muss geklärt werden, ob die Mitarbeiter des Projekts Genesis wirklich im Besitz eines On-Quants sind.

Die Direktorin der Station sowie ihre Sicherheitschefin, die Oxtornerin Youko Ortokur, haben schon seit einiger Zeit den Verdacht, dass Sunset City unterwandert wurde. Wegen des Abschusses eines Kreuzers unbekannter Herkunft, der kurz vor der Vernichtung eine Rettungskapsel ausgeschleust haben muss, wird die Sicherheitsstufe erhöht. Adam nimmt Taurens Identität an und tarnt die Informationsbeschaffung als Sicherheitskontrolle. Er nimmt Mar mit, damit sie ihn warnen kann, falls er sich nicht seiner Rolle entsprechend verhält. Rhodan, der offiziell als Taurens Studienfreund Matt Delano nach Sunset City gekommen ist, bleibt im Haus seines Gastgebers zurück. Adam/Taurens inspiziert das Labor Alban Monutarius und Basil Obergs, der wissenschaftlichen Leiter des Projekts Genesis. Die beiden interessieren sich nicht nur für die Biophore, sondern auch für die Phiole, in der sie aufbewahrt wird. Es ist ihnen gelungen, ein neues Behältnis zu konstruieren und die Biophore bei Bedarf in dieses zu transferieren. Die "Büchse" besteht aus einer Rotgoldlegierung als Trägermaterial, in das Eclisse-Hyperkristalle eingebettet sind, welche ein Kapselfeld erzeugen. Adam und Mar sind zugegen, als Monutariu und Oberg ein entscheidendes Experiment durchführen.

Monutariu besitzt die Fähigkeit, seine ÜBSEF-Konstante zu beeinflussen. Über eine SEMT-Haube kann der fünfdimensionale Schatten der ÜBSEF-Konstante einem Paratronfeld aufmoduliert werden, welches somit quasi zu einem durch Gefühle kontrollierten Werkzeug zur Manipulation der Biophore wird. Ziel ist die Vervielfältigung der Biophore. Einer Theorie der Wissenschaftler zufolge müsste sich mit der Biophore Eiris erzeugen lassen. Könnte man die Eiris in der ehemaligen Mächtigkeitsballung von ES verteilen, dann ließen sich auf diese Weise vielleicht Superintelligenzen und andere Entitäten fernhalten. Adam hat sein Ziel erreicht; er hat erkannt, dass Monutariu und Oberg mit einem On-Quant arbeiten. Wie er Mar erklärt, muss er die Biophore stehlen, um Rhodans Leben zu retten. Ortokur will von "Tauren" wissen, warum er das Experiment außerplanmäßig beobachtet hat. Er behauptet, man könne den beiden Wissenschaftlern nicht voll vertrauen und möglicherweise stecke der Ara Bakhunava mit ihnen unter einer Decke, ein Biologe, der die Kettentierchen von Last Hope erforscht. Diese kleinen Verwandten der Marschiere-Viels verbeißen sich ineinander, und wenn die so entstehende Kette 53 Individuen umfasst, dann entwickeln diese ein rudimentäres Bewusstsein ein episodisches Sextabezugs-Quantum, welches einem Noon-Quant ähnelt.

Ortokur lässt "Tauren" gewähren, findet sein Verhalten aber verdächtig. Sie checkt "Delano", stößt auf eine Unstimmigkeit und stattet dem Mann einen Besuch ab. Rhodan lässt die Maske fallen. Währenddessen spüren Adam und Mar den Ara auf. In Wahrheit geht es Adam um den Terraner Dorodena, der die Ernährungsgewohnheiten der Marschiere-Viels erforscht und dem Ara manchmal assistiert. Adam sagt dem Mann auf den Kopf zu, dass er für die Gläserne Insel spioniert. Damit trifft Adam den Nagel auf den Kopf. Dorodena hält die aktuellen Tendenzen in der LFG für falsch und arbeitet deshalb dem Neuen Tamanium zu. Es kommt zu einer brenzligen Situation, doch letztlich lässt sich Dorodena auf einen Deal ein. Im Austausch für ein persönliches Treffen mit Vetris-Molaud und Zeno Kortin verrät Adam den Tefrodern den Standort Wanderers. Mar ist besorgt. Adam beruhigt sie mit der Behauptung, er wolle der LFG nicht schaden. Adam und Mar kehren in die Station zurück. Ortokur erwartet "Tauren" in dessen Haus mit vorgehaltener Waffe.

Kringels Meinung:

Wenn durch obige Zusammenfassung der Eindruck entsteht, dass der Roman einiges an hyperesoterischem Technobabble enthält, dann ist das nicht ganz falsch. Es gibt solche Textpassagen, sie wirken sich aber nicht negativ auf das Gesamtergebnis aus. Mir gefällt Verena Themsens Stil und ich finde es gut, wie sie ihre Romane durch interessante Figuren auflockert. Diesmal ist es die aufmüpfige Mar Tulek, aus deren Perspektive der größte Teil der Geschichte erzählt wird. Es kommt mir nur ein bisschen merkwürdig vor, mit welcher Selbstverständlichkeit alle Beteiligten die Anwesenheit Perry Rhodans hinnehmen und seine Heimlichtuerei akzeptieren.

Was Adam von Aures angeht, tappe ich noch im Dunkeln. Welche Ziele verfolgt er wirklich? Er behauptet, er wolle der LFG nicht schaden. Dass er den Standort Wanderers an die Tefroder verrät, spricht nicht gegen diese Behauptung. Schließlich dürfte es den Tefrodern ohne Ernst Ellerts Tribar schwerfallen, Wanderers Schutzschirm zu durchringen. Aber was verspricht Adam sich von einem Treffen mit Vetris-Molaud und Zeno Kortin? Letzterer, also die wiederbelebte Statue, besteht aus PEW-Metall. Dieses Material, so lesen wir im aktuellen Roman, würde sich gut als Trägermaterial für Biophore eignen. Nachtigall, ick hör dir trapsen!

Außerdem erfahren wir, dass im Rahmen von Projekt Genesis nicht nur Biophore erforscht wird. Es geht auch um Eiris und Psi-Materie um alle Phänomene der Verschränkung von Materie mit Geist. Mich würde wirklich mal interessieren, wer dieses Projekt ins Leben gerufen hat und warum.

J. Kreis, 17.02.2018


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Gastkommentare


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Patrick (18.02.2018):

Die Spekulation eines Kommentators aus der Vorwoche war einigermaßen korrekt: Mit der Biophore soll tatsächlich die magische Eiris erzeugt werden, wie auch immer das gehen soll. (Haarsträubend die Idee, Noon-Quanten könne man quasi von profanen Naturphänomen abkupfern.) Das führt uns zum "Weltenbrand".

Rhodan (der echte) spekulierte, den Atopen ginge es in Wahrheit um die Selbsterhaltung. Wir wissen, dass das Tribunal der Arm von Thez ist, und ES ein Teil von Thez wurde. Die Erzeugung der Kunst-Eiris hätte im Normalfall (d.h. vor der Scherung) womöglich zur Vernichtung von ES geführt (Weltenbrand), damit zur Vernichtung von Thez in der Zukunft. Folgt man der Theorie, liegt zu Tage, warum die Atopen aktiv wurden.

Das Thema Weltenbrand führt uns zu Ihrer Frage, wer hinter dem Projekt stecke. Die Kardinal-Fraktoren waren Adam, (der womöglich zweite) Perry Rhodan sowie Bostich. Bostich war also bereits (irgendwie) involviert oder wird das noch sein. Vielleicht stellte die Anklage doch auf den echten Rhodan ab und er hat das Projekt initiiert. Ziel der Techno-Mahdi-Anhänger ist nun eine Milchstraße ohne SI-Kontrolle. Da die Gruppe schon vor dem Auftauchen der Atopen aktiv war, passt meine These, der Weltenbrand sei ursprünglich die "Ermordung" von ES via Eiris-Zersetzung gewesen (bzw. dies wurde in Kauf genommen); Bostich wurde von der Sekte ebenfalls abgelehnt.

Es könnte sein, dass diese Forschungen letztlich dazu dienen, die Menschheit (bzw. die Galaktiker) in eine SI zu transformieren. Dazu würde "Genesis" auch gut passen. Schließlich soll die Menschheit das nach dem Willen von ES tun. Materie mit Geist zu verschränken passt zum Anker der SIs im Standarduniversum. Des Weiteren hieß es, vor dem Weltenbrand sei das Sol-System von einem "Korpuskalen Dunst" getrübt wordenn. Ich ging früher davon aus, dies spiele auf ARCHETIMS Psi-Korpus an, aber der wurde ja entfernt. Ich persönlich glaube nicht daran, aber man sollte diese Gedankengänge im Auge behalten.

Es wundert mich, dass die Kosmokraten die Biophore bei den Galaktikern herumliegen lassen. Ferner ist es seltsam, dass ES von diesen Machenschaften entweder nichts wusste, nichts unternahm (siehe oben) bzw. diese nicht kommen sah. Außerdem stimme ich einem Kommentar aus der Vorwoche zu: Ich glaube inzwischen auch, dass die Gemeni aus der Zukunft kommen und eventuell in diesen Forschungen wurzeln.

Ein letzter Punkt: Es irritiert mich, dass in den Zusammenfassungen sowie auf der Perrypedia der Zweit-Rhodan lapidar als "Perry Rhodan" bezeichnet wird. Ich werde mich mit niemanden darüber streiten, dass der "Doppelgänger" natürlich Perry Rhodan ist. Ich kann mir aber vorstellen, dass das Lesen dieser Zusammenfassungen bzw. das Recherchieren in der Perrypedia in zehn Jahren sehr verwirrend sein muss, wenn nicht auf Anhieb ersichtlich ist, von welchem Rhodan die Rede ist.


Hans (17.02.2018):

Bei diesem Heft habe ich nach längerer Zeit mal wieder zum Kugelschreiber gegriffen und Textstellen markiert. Auf S.9.re.Sp. kommt mir die Heldenverehrung Mars für Adam von Aures doch so vor als ob dieser schon seit längerer Zeit aktiv ist als uns durch sein Auftreten und Quints Jagd nach ihm bisher bewußt war. Auch nennen sich einzelne Mitglieder dieses Geheimbundes Techno-Mahdi was mich etwas verwirrt. Im Islam ist der Mahdi schließlich auch nur eine einzelne Person, ein Anführer. Wie ist das hier???
Direkt unterhalb dieser Textstelle wird die "Kühlung der Antigravtriebwerke" erwähnt - da ist die Autorin, die ja die Nachfolge von RC angetreten hat, wohl noch nicht so ganz im Perryversum angekommen...
S.16.re.Sp.m. möchte ich mal im genauen Wortlaut zitieren: "Das ist manchmal verwirrend und chaotisch, ich weiß. Aber Diversität kann sich nur entwickeln, wenn jeder frei seine Ziele und die Wege dorthin suchen kann, und in genau dieser Diversität liegt am Ende Kraft, weil man sich gegenseitig mit seinen dabei gewonnenen Stärken ergänzen kann."
Das versöhnt mich wieder etwas mit dem Ausrutscher im Band "In Arkons Schatten" wo sie uns sehr extrem dargestellt als Zerrbild einen bisexuellen Arkoniden-Hochadligen präsentiert hatte. Hoffentlich hat beides miteinander zu tun? Das o.g. Zitat als Wiedergutmachung?
Weiter geht's. Mir ist auch aufgefallen, daß E-Perrys Anwesenheit eine seltsame Akzeptanz erfährt, noch dazu wo er zunächst als gealtert erscheint. Genau das hätte doch schweres Mißtrauen erregen müssen!
Der T-Mahdi wurde ja bereits in Band 2700 erwähnt also bin ich nicht verwundert, daß sich diese Organisation in ca. einem halben Jahrhundert über große Teile der LFT/LFG ausgebreitet hat. Die Ziele sind nach wie vor unklar. In meinem alternativen Zyklusende habe ich dieses Rätsel auch absichtlich ungelöst belassen weil ich keinerlei Ahnung habe was hinter diesem Thema steckt. Es besteht eine entfernte Ähnlichkeit mit den Weidenburnianern aus den Bänden 1000-1250. Was ist das STAC des Mahdi?
Fest steht, falls nicht aus der Biophore ein ZA gebastelt wird kann eine Verjüngung des E-Rhodan nur wenige Jahre Bestand haben, dann wird die erneute Alterung sichtbar werden... maximal 62 Jahre falls das wie eine Zelldusche wirkt. Aures Pläne sind somit vermutlich nicht langfristig angelegt, es sei denn es springt doch ein ZA für E-Perry heraus. Der kann übrigens auch direkt bei Vetris-Molaud gestohlen werden. Kampf Adam gegen die Technoskorpione inclusive. Die Idee fände ich wenig reizvoll, Molaud wird m.E. noch gebraucht.
Weiter geht es mit

Fan Fiction Teil 12:

22. Oktober 1552 NGZ.
Am Zentrumsblackhole stand ein Schiffsgigant den alle für KRO'GOM'ATHO hielten, den eigentlich abgezogenen Galaxienzünder den HISMOOM im Zuge der Auseinandersetzung mit THOREGON dort platziert hatte. Die STORMON, drei cantarische Buckelschiffe, die GOS'TUSSAN II Bostichs und die verwaiste IWAN IWANOWITSCH GORATSCHIN, die etwas abseits besatzungslos im All stand, wie ein Scan auf Individualimpulse ergeben hatte. Der neue Rhodan hatte sich erholt, der bordeigene Medobot hatte grünes Licht gegeben und so kam er zusammen mit Mascolo Viron in die Zentrale des Ritterschiffs wo Atlan schon auf ihn wartete. Jabari Gneppo war ebenso anwesend. Kenzan war noch nicht wieder diensttauglich auch wenn seine Operationswunde am Kopf bereits gut verheilt war. Er klagte nach wie vor über Kopfschmerzen und Drehschwindel. Atlan strich ihn wohl oder übel von der Einsatzliste. Germo Jobst wurde aber dringend gebraucht da Atlan vor hatte, das Einsatzteam in das Gigantschiff zu teleportieren und Gneppo damit überfordert war mehr als eine Person auf einmal zu transportieren. Den Fiktivtransmitter seines Schiffs wollte er nur im absoluten Notfall einsetzen, da hier im Zentrum der Milchstraße ständig ein gewaltiges Konzert an Hyperraum-Störimpulsen aufgeführt wurde, das selbst die hochwertige, porleytische Technologie im schlimmsten Fall zu stören imstande war. Transmitterunfälle waren das letzte was Atlan jetzt brauchen konnte. Im Moment war es relativ ruhig aber das konnte sich schnell ändern. Teleportation bediente sich mutmaßlich des Psionischen Netzes, ganz sicher wußte daß bis heute wirklich niemand aber das dürfte die weitaus sicherere Transportmethode darstellen. Möglich war es auch, daß der Zünder nach einem ersten Transmitterdurchgang undurchdringliche Schutzschirme aktivierte und dann wären sie eingesperrt. Atlan hoffte, daß dies bei einem Teleportersprung nicht eintreten würde. Die Hoffnung starb bekanntlich zuletzt.
Atlan machte Mascolo Viron ein Zeichen, die beiden suchten die Kabine der Orbiter auf. Er redete mit beiden. Germo war alles andere als begeistert, sah aber die Notwendigkeit ein, sich dem Einsatztrupp anzuschließen. Er küßte und umarmte seinen Freund zum Abschied. Mascolo nahm seinen Platz als Wächter bei dem erkrankten Arkoniden ein.
Viron begann sogleich ein Gespräch mit Kenzan über die Vor- und Nachteile verschiedener Kampftechniken um ihn abzulenken. Sie versprachen sich, sich gegenseitig die Grundzüge von Dagor und Karate beizubringen sobald dieser Einsatz erfolgreich abgeschlossen war.
Atlan und Germo begaben sich in die Zentrale und dann meldete sich Stormo. "Ein Schiff verläßt gerade den Hyperraum. Wir werden angefunkt. Es ist JASON, der Dolan Opiter Quints."
*
Es ging alles rasend schnell. Die IWAN IWANOWITSCH GORATSCHIN beschleunigte abrupt und raste auf den Dolan zu, fuhr die Transformkanonen hoch und feuerte eine Salve auf JASON ab. Dieser war blitzschnell auf einen erratischen Ausweichkurs gegangen und hatte den Paratronschirm aktiviert. Quint meldete sich. Ein Holo baute sich auf, ein Brustbild des schlanken Ertrusers. "Schießt sie ab, wir sind bis auf ein schwaches Desintegratorgeschütz unbewaffnet. Die GOS'TUSSAN II wird sich passiv verhalten, wir waren vor einer Weile schon hier, es ist bereits der zweite Angriff auf uns. Adam von Aures hat es primär auf mich persönlich abgesehen. Ich habe ihm einen kosmokratischen Anzug wieder abgejagt, den ES für mich auf der letzten Welt seiner Hinterlassenschaften deponiert hatte."
Atlan reagierte schnell, gab den drei Buckelschiffen den Angriffsbefehl. Und diese machten kurzen Prozess mit dem gäonischen Doppelkugel-Raumschiff. Wie sich Habichte auf eine Taube stürzten gingen die Cantaro gegen das viel größere Schiff vor. Irregulator-, Antimaterie-Ladungen und Transformsalven knackten den Schutzschirm wie ein rohes Ei und dann explodierte der Gäonenraumer in einem gewaltigen Feuerball.
Atlan grinste den holographischen Opiter Quint an. "Das waren meine cantarischenn Orbiter Drei, Vier und Fünf. Herzlich willkommen Opiter, ich schlage vor du kommst rüber auf die STORMON, wir haben einiges zu besprechen." Yemaya Shango unterbrach das Gespräch, Quint wandte sich zur Seite, schaltete auf lautlose Verbindung und dann berichtete er. "Kurz vor der Explosion der GORATSCHIN hat sich ein Nanogentenschwarm von dem Schiff gelöst und ist in den Galaxienzünder eingeflogen. Vermutlich hatte Aures einen Teil seiner Substanz im Schiff deponiert um es auch bei seiner Abwesenheit zu kontrollieren. Ich schlage vor wir kontaktieren Bostich um Näheres zu erfahren. Ich vermute, daß sich Aures bereits an Bord von KRO'GOM'ATHO befindet. Ich komme rüber. Können wir an deinem Schiff andocken?" Wollte der TLD-Agent wissen.
Atlan bejahte das.
*
In der Zentrale war es zu eng, was der Arkonide zunächst nicht bedacht hatte, er war wesentlich größere Hauptleitzentralen gewohnt und hatte das unterbewußt auf sein Ritterschiff übertragen. Atlan verlegte die Einsatzbesprechung daher kurzerhand auf das Buckelschiff welches von Simco Addax befehligt wurde. Auf die sehr kurze Distanz wurde der Fiktivtransmitter des Ritterschiffs eingesetzt. Stormo hatte keine Bedenken gehabt. Anwesend waren letztlich Simco Addax, Atlan, Rhodan, Gneppo, Germo Jobst, Opiter Quint, Ernst Ellert, der Takerer Zau und Aishatou Zakara. Mahnaz Wynter hielt die Stellung auf JASON.
Man hatte einen mittelgroßen Konferenzraum gewählt, kleine Erfrischungen und Getränke waren bereit gestellt aber nur Opiter Quint und Germo Jobst aßen etwas. Es schien beide zu bedrücken sich unter diesen Umständen wiederzusehen, Essen half offenbar, das emotional zu verarbeiten. Beide waren Einsatz-Partner und Lebensgefährten gewesen. Atlan ließ den beiden zu Beginn ein paar Minuten Zeit um miteinander zu sprechen. Sie umarmten sich, Quint küsste seinen Ex-Partner auf die Stirn. Die beiden gaben ein noch hübscheres Paar ab als Kenzan und Germo, wie Atlan neidlos bemerkte. Der relativ große und dabei schlanke Kolonial-Ertruser und der einen Kopf kleinere, drahtige Terraner Jobst tauten zusehends auf und so konnte man mit der Besprechung beginnen.
"Der stellvertretende Kommandant der GOS'TUSSAN II hat mitgeteilt, daß man froh ist, daß die GORATSCHIN zerstört wurde. Bostich und Aures sind vor sechs Stunden in den Zünder eingeflogen. Seither besteht keine Funkverbindung mehr mit dem 800-Meter-Raumer den Bostich dafür ausgewählt hat. Ich möchte mit einem Beiboot in das Objekt einfliegen. Meinen ursprünglichen Plan, einfach hineinzuteleportieren habe ich verworfen, es besteht möglicherweise ein nicht vorab zu ortender Abwehrmechanismus der uns zurück schleudert und selbst wenn wir reinkämen - wir haben keine Ahnung wie es dort drinnen aussieht und was uns erwartet."
Simco Addax ließ umgehend einen 28-Meter-Diskus vorbereiten. Einen gut bewaffneten wohlgemerkt.
"Rhodans Anwesenheit wird uns das Schott passieren lassen wobei genau das dann vermutlich eine kritische Situation einläutet. Der Adaurest und die beiden Kardinalfraktoren befinden sich dann zusammen an Bord und das wird mit Sicherheit etwas auslösen. Opiter Quint hat mir mitgeteilt, daß er mithilfe seines Anzugs der Umkehr eine beginnende Ekpyrosis umkehren kann wobei unklar ist wieviel Kraft ihn das kosten wird. Einiges ist klar aber es sind einfach zu viele unbekannte Variablen in dieser Gleichung."
Es begann eine lebhafte Diskussion, die aber keine weiteren Aspekte zutage förderte. Der gesamte Einsatz war ein extrem großes Risiko aber was blieb Atlan anderes übrig, niemand sonst in der Galaxis konnte es mit dem Riesenschiff aufnehmen dazu hätte man eine gewaltige Flotte zusammenziehen müssen was bei den langsamen Linrarantrieben eine Mammutaufgabe gewesen wäre. Atlan beendete die Diskussion schließlich. Sie würden, falls es nötig wurde aus dem Beiboot auszusteigen, zwei Gruppen bilden. In der einen Gneppo und in der anderen Germo, so konnten sie relativ schnell hinaus teleportieren falls die Gefahr zu groß wurde und der Diskus aus welchem Grund auch immer nicht mehr flugtauglich war oder nicht mehr hinausgelassen wurde und auch das war fraglich aufgrund der angestellten grundsätzlichen Überlegungen bezüglich Abwehrmechanismen. Germo würde bei Atlan und Simco bleiben während Viron und Rhodan bei Bedarf von Jabari Gneppo transportiert werden würden, der zusagte einmalig zwei Passagiere mitnehmen zu können dann aber vor einem erneuten Sprung eine Ruhepause brauchte. Ellert, Zau und Zakara würden auf JASON zurückkehren da sie keine signifikante Kampferfahrung hatten. Zakara würde mithilfe des dort befindlichen Kantor-Sextanten und Zaus Hilfe eine Vermessung des Kolosses durchführen um eventuelle Schwachstellen zu finden, mit dem Sextanten hatten sie bereits den Nanogentenschwarm geortet, der die vernichtete IIG verlassen hatte - wobei es Atlan beim Gedanken an eine Weltraumschlacht mit diesem Raum-Monster schon jetzt das Blut in den Adern gefrieren ließ. Sie hatten die STORMON und die schwer bewaffneten Buckelschiffe der Cantaro aber würde das ausreichen angesichts dieses mondgroßen Raumschiffs? JASON war praktisch unbewaffnet und sollte sich daher strikt aus Kampfhandlungen heraushalten.
*
Sie erhielten Einlaß. Direkt hinter dem zwei Kilometer durchmessenden Schott schwebte die IMPERATORS STOLZ. Sie funkten das Schiff an, erhielten aber keine Antwort. Atlan und Gneppo teleportierten hinüber und fanden eine grauenerregende Szenerie vor. Die gesamte Besatzung war tot. Vermutlich ermordet. Die Cybermeds der beiden analysierten die Todesursache einiger Leichen. Alle waren an einer fulminanten Hirnblutung gestorben ohne jede Gewalteinwirkung von außen. Atlan schlug mit der rechten Faust in seinen linken Handteller. "Aures hat sie alle umgebracht. Er ist ein skrupelloses Monster, zum Teufel mit ihm."
In einer großen Personenschleuse fanden sie schließlich Gaumarol da Bostich, der verkrümmt am Boden lag. Neben ihm ein Katsugo-Roboter, der mit einem seiner Waffenarme auf ihn zielte. Atlans Femto-Syn flüsterte ihm zu: "Der Roboter ist auf eine singuläre Funktion programmiert, er soll den Imperator sofort erneut paralysieren, bevor er aus der Lähmung erwacht, uns nimmt der Robot nicht wahr. Soll ich ihn dauerhaft deaktivieren?" Atlan überlegte nicht lange. "Tu das." Die Anzugsyntronik Atlans überwältigte die Positronik des Katsugo-Roboters innerhalb von zwei Nanosekunden und schickte ihn in Winterschlaf, das Antigravkissen erlosch langsam, der Robot sank zu Boden und landete auf seinen Beinen.
Er verabreichte Bostich eine Neutralisierungs-Injektion aus den Beständen seines Cybermed mit einem kleinen Hochdruckinjektor den der Anzug adhoc generierte. Nach Gebrauch löste sich das kleine Gerät in eine Wolke von Molekülstaub auf, der vom Anzug absorbiert wurde.
Bostich öffnete die Augen.
*
Sie kehrten alleine auf das Beiboot zurück, Bostich würde einen anderen Weg einschlagen um den Adauresten zu attackieren und dann ging alles ganz schnell. Eine synthetische Stimme meldete sich über Normalfunk. "Der zweite Kardinalfraktor ist erschienen da aber Zweifel an seiner Identität bestehen wird er auf die Insel der Prüfung eingeladen. Ich übermittle Koordinaten die umgehend angeflogen werden müssen. Das ist ein Befehl." Die Stimme klang ruhig aber trotzdem unerbittlich.
Atlan überließ Simco Addax das Pilotieren da er sich selbst erst in die Besonderheiten der Cantaro-Technik hätte einarbeiten müssen. Der gesamte Innenraum des Zünders war angefüllt mit einhunderttausend schwebenden Inseln. Mit wenigen hundert Stundenkilometern manövrierte er sie durch diese Inseln, die zudem nicht stillstanden sondern relativ schnell umherdrifteten. Die Innenhülle der KRO'GOM'ATHO schimmerte in bernsteinfarbenem Licht. Irgendwo weiter im Inneren befand sich jene Insel der Prüfung.

to be continued next week



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