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Perry Rhodan Nr. 2943: Monkey und der Savant

Autor: Michael Marcus Thurner

Inhalt

Monkey führt Faolain Settember Holo-Aufzeichnungen vor, die in den letzten Tagen in der IWAN IWANOWITSCH GORATSCHIN gemacht worden sind. Sie beweisen, dass die Thoogondu die Gäonen hintergangen haben.

1. Dezember 1551 NGZ: Die GORATSCHIN ist in der Hand der Neuen USO. Monkey geht davon aus, dass noch Widerstandsnester existieren. Der als Berater Amber Dessalins auftretende Thoogondu Zuo, ein ebenso arroganter wie skrupelloser Manipulator, schürt die Unruhe und wird in eine Isolationszelle gesperrt. Beim Verhör ist der USO-Mann Mamu Sondhake zugegen. Sondhake ist mehr als nur zerstreut und vergesslich; ohne die Unterstützung durch verschiedene technische Hilfsmittel wäre er aufgrund seiner Gedächtnisstörungen nicht lebensfähig. Sondhake besitzt jedoch eine Inselbegabung. Er registriert alles, was um ihn herum vorgeht, nimmt jedes noch so kleine scheinbar unwichtige Detail wahr, kann diese Eindrücke zu einem Gesamtbild zusammenfügen und Schlüsse ziehen, auf die "normale" Menschen nie kommen würden. So wird ihm klar, dass Zuo aus Kleidungsfasern Nanomaschinen erzeugt, über die er mit Thoogondu kommuniziert, die sich im Schiff versteckt halten. Sondhake ist sogar in der Lage, das Versteck aufzuspüren. Monkey teilt ihm die USO-Spezialistin Klarissa Summer-Seth als Helferin zu.

Beim Zugriff stoßen die USO-Spezialisten auf unerwartet heftigen Widerstand. Die elf Thoogondu im Versteck setzen schlagkräftige Roboter jenes Typs ein, der bei der HaLem-Armee auf Merkur beobachtet worden ist. Außerdem wird die GORATSCHIN "lebendig". Aus allen möglichen Bestandteilen des Schiffes, sogar aus Einrichtungsgegenständen, setzen sich große Kampfmaschinen (so genannte Collagen-Roboter) zusammen, von deren Existenz die Gäonen keine Ahnung hatten. Die USO erleidet schwere Verluste. Drei Thoogondu entkommen. Sondhake und Summer-Seth vernehmen Zuo noch einmal. Sondhake erkennt, dass die Angriffe der Collagen-Roboter der Ablenkung dienen. An der Verbindungsstelle der beiden Schiffszellen entsteht eine besonders große Maschine, die mit der Abkopplung der IWANOWITSCH von der IWAN beginnt. Die Thoogondu wollen fliehen und die IWAN mit dem Polgeschütz der IWANOWITSCH vernichten. Als Dessalin begreift, dass die Thoogondu den Tod aller noch an Bord befindlichen Gäonen in Kauf nehmen, kooperiert sie mit Monkey. Die USO erhält Vollzugriff auf die Schiffspositroniken. Jetzt können die feindlichen Roboter effektiv bekämpft werden. Die Abkopplung wird gestoppt. Sondhake meint, dass das alles zu leicht vonstattengegangen ist. Welche Ziele verfolgt Zuo wirklich?

Damit enden die Aufzeichnungen. Im Gegensatz zu seiner Schwester Agostina ist Faolain nicht davon überzeugt, dass die Freundschaft zwischen Gondunat und Zweitem Solarem Imperium auf Lügen basiert. Das bleibt Sondhake nicht verborgen. Dennoch wird Faolain in einen Plan zur Aufspürung weiterer versteckter Thoogondu eingebunden. Nach einer inszenierten Flucht ruft er per Funk um Hilfe. Nach einiger Zeit melden sich zwei Thoogondu bei ihm, die ihn in ein Versteck führen. Dort erscheint der Thoogondu Moothusach. Er befiehlt den beiden anderen, Faolain zu töten. Damit ist für den Gäonen die Entscheidung gefallen. Er wehrt sich, wird verwundet, tötet einen der beiden Angreifer und hält Moothusach in Schach, bis Monkey sowie Agostina eintreffen.

Kringels Meinung:

Klarissa Summer-Seth - Cassandra Somerset. Zufall? Ein Gag?

Hätte man in diesem Roman ein paar Kampfbeschreibungen gekürzt und dafür die auf ein oder zwei Kapitel eingedampfte rudimentäre Handlung des vorherigen Romans mit eingebunden - siehe da, schon wäre ich zufrieden gewesen! Oder zumindest beinahe, aber dazu später mehr. Der Roman hat Spaß gemacht, insbesondere kommt Sondhakes mit einer Inselbegabung verbundene Vergesslichkeit gut rüber. Seine Schlussfolgerungen mögen einige Male ziemlich weit hergeholt sein, aber damit kann ich leben. Erinnerungen sind wirklich das zentrale Thema dieses Zyklus, wie mir scheint. Nach Gedächtnismanipulationen en gros und en detail im Gondunat und dem Versuch, eine Superintelligenz mittels untergeschobener falscher Erinnerungen zu korrumpieren (um nur die zwei herausragendsten Beispiele zu nennen) jetzt also jemand, der sich an gar nichts erinnern kann. Sondhake schleppt deshalb immer ein Gerät mit sich herum, das er Erinnermich-Liesel nennt und als Stichwortgeber nutzt, wenn er mal wieder etwas vergessen hat. So ein Ding könnte ich gut gebrauchen! Es geht mir nämlich wie Sondhake. Quatsch wie z.B. den Kampfruf der Browns im 4. Dudu-Film kann ich mir super merken, wirklich wichtige Informationen aber nur sehr schlecht. Interessante Figur, dieser Sondhake. Ich habe mich an Leonard Shelby aus dem genialen Film "Memento" erinnert gefühlt. Der muss sich Daten, die er für gesichert hält, auf den eigenen Körper tätowieren ...

Andere Elemente der Geschichte gefallen mir nicht so gut. Zum Beispiel betont Monkey, dass Zuo ganz genau untersucht worden ist, man habe sogar nach "nanopartikularen Elementen" geforscht. Trotzdem muss erst Sondhake mit seiner geradezu übernatürlichen Kombinationsgabe auf die Idee kommen, dass sich mikrominiaturisierte Fasern in Zuos Kleidung befinden, die sich zu Nanomaschinen zusammensetzen lassen. Bei einer erneuten Untersuchung werden diese Fasern tatsächlich gefunden. Also war die erste Untersuchung wohl doch nicht so genau. Wer soll das glauben? Wir reden hier immerhin von der USO, also von einem mit allen Wassern gewaschenen Geheimdienst, der obendrein gerade erst angegriffen worden ist und daher mit allem rechnen muss, nicht von irgendeinem verschlafenen Polizeirevier auf einem Hinterwäldlerplaneten!

Ich fand den Seitenwechsel der Gäonen nicht überzeugend. Was muss geschehen, damit sich die Einstellung eines Menschen grundlegend ändert? Wie kann ein Weltbild über den Haufen geworfen werden, an das jemand sein Leben lang geglaubt hat? Nehmen wir Agostina Settember. Sie hat jahrelang für die USO gearbeitet, hat Beziehungen geknüpft. Trotzdem hat sie diese Organisation und ihre Freunde verraten. Ihre Loyalität dem Zweiten Solaren Imperium und den Thoogondu gegenüber muss also sehr stark gewesen sein; an einer Stelle im Roman sagt sie das sogar selbst. Agostina hat sich nicht völlig isoliert in Quinto-Center versteckt gehalten. Sie muss mitgekriegt haben, was in der LFG wirklich läuft. Ihr Glaube an die Notwendigkeit, gegen die LFG vorzugehen, wurde dadurch nicht ins Wanken gebracht und sie hat den Plan durchgezogen. Jetzt plötzlich fühlt sie sich der USO zugehörig. Wie kann das sein? Ich will nicht bestreiten, dass sich innerste Überzeugungen nach einem wahrhaft tiefgreifenden, erschütternden Erlebnis von einem Moment zum anderen ändern können. Hat Monkey so etwas zu bieten? Nö, er zeigt Agostina einen Film.

Zunächst einmal könnte dieser Film gefälscht sein. Bei einem eiskalten Geheimdienstchef wie Monkey würde ich mit so etwas rechnen. Außerdem haben Zuos Argumente etwas für sich. Als Admiralin Dessalin ihm vorwirft, er habe die Gäonen betrogen, behauptet er, die Thoogondu hätten aus gutem Grund einiges geheim gehalten. Er beruft sich also auf das Need-to-know-Prinzip, das jedem Soldaten bekannt sein sollte. Dessalin mag nicht eingeweiht gewesen sein, aber gilt das auch für ihren Chef Arbo P. Dannan? Das kann die Admiralin nicht wissen. Dannan könnte selbst dafür gesorgt haben, dass sich die Thoogondu als Plan B für den Fall des jetzt ja tatsächlich eingetretenen Versagens der Gäonen in der GORATSCHIN versteckt halten. Zuo sagt, zur Erreichung des höheren Zieles hätten Kollateralschäden in Kauf genommen werden müssen. Auch da hat er nicht unbedingt Unrecht. Entscheidend ist doch, welches Ziel die Thoogondu mit all ihren Aktionen verfolgen. Zuo gibt zumindest vor, es gehe immer noch um die Befreiung der Milchstraße vom schädlichen Einfluss der Superintelligenz ES. Ich finde, diese Entwicklung wurde nicht gut vorbereitet.

J. Kreis, 13.01.2018


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Gastkommentare


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Patrick (14.01.2018):

In letzter Zeit konnte ich aus diversen Gründen weniger PR-Romane lesen, und daher zur allgemeinen Freude hier weniger schnippische Kommentare schreiben. Ich weiß nicht, ob sich dies ändern wird. Mittlerweile habe ich die "Allgemeinheit" wieder eingeholt.

Ich bewerte den Zyklus wie Sie - solide Unterhaltung mit Schwächen. Ich bin weder unzufrieden noch fühle ich mich süchtig danach. Größtes Ärgernis sind für mich die Parawelten und Doppelgänger, weil ich das nicht mag.

Summer-Seth ist wirklich ein seltdem dämlicher Name. "Seth" müsste im Perryversum v.a. Assoziationen mit Seth-Apophis (auch ein blöder Name) wecken; und lesen Sie "Summer" mal in deutscher Aussprache. Wenn das kein reiner Gag sein sollte und es eine geheimnisvolle Verbindung geben wird, dann dürfte es auf unfreiwilligen Loriothumor hinauslaufen.

Ich entsinne mich, im Rahmen des Diskurses über Parakräfte und SIs geschrieben zu haben, wenn die Autoren "zaubern" wollen, können sie es sowieso immer tun, etwa mit Nanomaschinen. In jüngerer Zeit sehe ich mich zunehmend bestätigt, auch wenn schon vor Längerem Nanokolonnen umgingen.

Sondhake könnte in der Handlung noch eine Schlüsselrolle spielen. Vielleicht ist er gegen Manipulationen immun. Er erinnerte mich etwas an Lafalle.

Im Perryversum müsste es problemlos möglich sein, Filmmaterial digital authentisch zu fälschen. Ihre Kritik ist stichhaltig.

Etwas überrascht hat mich das clowneske Ausscheiden von Dannan, der jetzt als Antagonist nicht mehr in Frage kommt. Kann sein, dass sich der "falsche" Rhodan das zu Nutze machen wird. Wenn Rhodan nicht mehr im Reichsgau Orionsland präsent ist, hätte der Doppelgänger dort leichtes Spiel. Für den Adauresten und sein Anhängsel wäre es nur von Vorteil, wenn der echte Rhodan vorher die Thoogondu matt setzen würde.

Was wollen die Thoogondu in der Milchstraße? Wir wissen, dass ihr Reich (sorry!) auf Eroberung und Gehirnwäsche ausgelegt ist. Ich für meinen Teil warte trotzdem noch auf irgendeine Brücke zum Gemeni-Handlungskomplex. Angeblich zieht ja noch irgendwo eine SI die Strippen. So gibt es zu viele Unwägbarkeiten. Kann sein, dass auch die Thoogondu nur Schachfiguren sind. Immerhin machen diese offenen Fragen den Zyklus interessant. In den letzten erwartete ich bei allen Spekulationen keine großen handlungsbezogenen Überraschungen.

P.S. Ich kann mir oft PR-Details besser merken als Dinge, die ich beruflich brauche...


Hans (13.01.2018):

Über den sehr schnellen Seitenwechsel der Settember-Geschwister habe ich mich auch gewundert. Bei Gi Barr hat das sehr lange gedauert und war deshalb nachvollziehbar. Um einen grundlegenden Wandel in einer Ansicht durchzumachen braucht es wirklich mehr als so ein singuläres Ereignis über wenige Tage. Ich zum Beispiel war in den letzten Jahren extrem kritisch geworden gegenüber unseren staatlichen Einrichtungen. Durch meinen Aufenthalt in der Klinik, der mich seelisch und körperlich wieder fit gemacht hat bin ich wieder versöhnt worden, zudem dieser insgesamt rund 35.000 gekostet hat. Dann habe ich vor kurzem für 10.000 Zahnkronen bekommen und mußte keinen Cent dazu bezahlen dank einer Härtefall-Regelung der Krankenversicherung. Und jetzt kommt das Beste: vor vier Wochen habe ich eine berufliche ReHa genehmigt bekommen, ich kann mich in einen anderen Beruf umschulen lassen. Ich wechsle vom Pflegeberuf in einen Verwaltungsberuf, ebenfalls im Gesundheitswesen, was ein Vorschlag einer Rehaberaterin war. Super! Muss jetzt noch ein dreiwöchiges Assassement durchlaufen um meine Eignung zu prüfen und dann geht's irgendwann im Frühjahr los mit der zweijährigen Ausbildung. Vom Antrag bis jetzt verging fast ein Jahr aber was soll's? Lag auch daran, daß ich im März einen Rückfall hatte und fast vier Monate krankgeschrieben war. Bin wirklich versöhnt und habe wieder Vertrauen in die Institutionen. Wenn ich nur einen Film gesehen hätte mit jemand dem so etwas positives passiert, wäre das sicher nicht der Fall.
Die Expokratur hat zu gut aus ihren Fehlern in AT & JZL gelernt. Die schnelleren Zwischenlösungen kommen unglaubwürdig daher.
Das Heft war gut lesbar und hat Spaß gemacht, da schließe ich mich an. Das mit den Gedächtnisproblemen kenne ich auch. Verursacht bei mir von Medikamenten die ich noch nicht absetzen kann, sind schon reduziert worden. Kann mich oft nicht erinnern was ich vor zehn Minuten gemacht habe und muss mich anstrengen das wieder hervorzuholen und morgens weiß ich nicht sofort was am Abend vorher war aber damit kann ich leben.
Ich frage mich aktuell, womit die Zeit bis zum Zyklusfinale gefüllt werden wird? Gemeni und Hinterlassenschaften des Wanderers? Etwas wenig. Rhodan sollte nach Rückkehr in die Heimat ins Gemoshom aufbrechen und dort mal nachsehen, dann wäre die Sache runder. Bin Mal gespannt.

Weiter geht es mit meinem Fanroman.

FanFiction Teil 7:
Das Restaurant befand sich im obersten Stockwerk eines Wolkenkratzers mit dreihundert Etagen, vor den Fenstern sah man nur das Innere von Wolken und ab und an einen Gleiter vorbeischweben. Das Essen war ausgezeichnet. Als Vorspeise gab es eine Fisch-Terrine und sie hatten als Hauptgericht eine Grillplatte mit hiesigen Geflügelspezialitäten bestellt, dazu eine Käseplatte und verschiedene Fruchtsorbets als Nachtisch. Atlan hatte selten so gut gegessen und das hieß etwas. Sie suchten anschließend ihr Hotel auf. Aus Sicherheitserwägungen hatten sie eine kleine Suite mit nur einem Schlafzimmer zu dritt genommen. Kenzan und Germo schliefen bald engumschlungen auf dem Doppelbett im Schlafzimmer ein während Atlan es sich auf der riesigen Couch im Wohnzimmer, auf der ein Ertruser ausgestreckt locker Platz gehabt hätte, vor der hiesigen Variante des Trivid-Kubus gemütlich machte und durch die Programme zappte. Die Bildhelligkeit stark gedimmt und das Audiofeld eng um die Couch herum projiziert. Er blickte durch die offene Tür ins Schlafzimmer. Keiner von beiden schnarchte. Er hatte schon solche Kampfgefährten gehabt aber als Ritter der Tiefe mit einem Paar Orbiter, die sich zugetan waren auf einer Mission zu sein war ein Novum für ihn. Leise stand er auf, zog sich an und legte auch seine Anzugteile an. Sonst hätte er kein violettes Körper,- und Haupthaar zeigen können. Die Anzugteile waren wenn unsichtbar geschaltet auch immateriell und das war besonders wichtig bei dem was er nun vorhatte. Die beiden am Strand sportlich herumalbernden Orbiter und der Anblick aufregender Weiblichkeit in knapper Badebekleidung hatten ein allzu menschliches Bedürfnis in ihm geweckt. Er verließ das Zimmer und nahm den Antigravschacht nach unten. An der Rezeption erkundigte er sich nach dem hiesigen Vergnügungsviertel und begab sich per Mietgleiter an den genannten Ort. Dann vergaß er für kurze Zeit die Suche nach Rhodan in den Armen einer grazilen Schönheit names Tamira. Innerlich ruhiger kehrte er ins Hotel zurück und machte es sich erneut auf der großen Couch bequem, diesmal für die Nachtruhe. Atlan war im Grunde spartanisch. Seine Orbiter schliefen tief und fest. Er brauchte ihnen ja nicht auf die Nase zu binden, wo er gewesen war. Er hoffte stark, daß ihnen morgen der Aufenthaltsort Rhodans bekannt sein würde.
*
Der Kanzleirat hatte zwei Informationen für sie, die er sich fürstlich bezahlen ließ, manche Dinge waren im Universum einfach überall gleich. Zehn der Perlmutt-Münzen wechselten den Besitzer, die Hotelsuite kostete hingegen nur eine Münze. Mit der Information kehrten sie ins Hotel zurück, bezahlten und checkten aus. Das Trivid war kostenlos gewesen ebenso die Minibar, es gab doch angenehme Unterschiede zum galaktischen Hotelstandard.
Auf dem Weg zur Breviatur begegnete ihnen ein Wesen, das eindeutig ein Beauftragter der Chaotarchen war. Atlan hatte mit so etwas gerechnet. Die zweite Information betraf den Zielort an dem sich Rhodan aufhalten sollte. Wohep Tau hatte einen Zugang zur hyperphysikalisch gespiegelten Version einer Akademie der Chaotarchen. Das Wesen war ein Dakkar-Pionier, fast zwei Meter groß und extrem schlank. Gekleidet in einen Anzug aus einem latexähnlichen schwarzen Material mit dutzenden Taschen in den Hosenbeinen. Perfekt hominid mit extrem kurzen, schwarzen Haaren, offenbar so selbstbewusst, daß er auf jegliche Mimikry verzichten konnte und nachtblaue Augen so tief wie eine Materiesenke die Atlan fixierten sobald er ihn sah. Vor der Breviatur sprach er sie an. "Ich erkenne deine Aura, Ritter." Er grinste sardonisch. "Keine Panik, Pha Gashapar ist neutrales Territorium. Ich vermute mal wir haben dasselbe Ziel, ich reise weiter nach Poregast sobald ich Wohep-Tau erreiche. Ich lasse euch den Vortritt." Was Atlan dankend ablehnte. Nachdem der Pionier durch die Breviatur verschwunden war meldete sich Germo. "Wie ihr vielleicht wißt bin ich außer Teleporter noch Situationstelepath. Wenn ich stark angespannt bin kann ich die Gedanken eines Wesens lesen, ihr beiden seid mentalstabilisiert aber dieser Zeitgenosse von eben hat bewußt seinen Mentalschild gesenkt damit ich Zugang erhielt. Er haßt die Ritter der Tiefe aus tiefster Seele und hat vor dich anzugreifen falls du ihm nach Poregast folgst, diese Stadt liegt außerhalb von Allerorten." Atlan überlegte. "Rhodan wird ja hoffentlich nicht so verrückt gewesen sein, diese Akademie in Poregast aufzusuchen. Unser Ziel ist es, ihn zu finden. Ich habe keine Lust mich mit einem Chaotarchen-Knecht zu prügeln. Was für ein arroganter Kerl." Sein frommer Wunsch würde unerfüllt bleiben, das sollte ihm bald nur allzu klar werden. Er nahm die beiden am Arm und sie betraten die Breviatur. Sie erhielten die Anweisung ihre Anzüge auf Luftversorgung unter einem Konturschirm zu schalten um in Wohep-Tau atmen zu können außerdem übermittelte sie die Daten für den Translator und das Mimikry um wie Woheper zu wirken direkt an die Femto-Syns ihrer Anzüge. Die intotronische Steuerung der Breviatur war offenbar kompatibel mit porleytischer Technologie. Sie waren nicht schlecht überrascht als sie das Ergebnis sahen. Drei Gestalten wie in einem Hologemälde von Hadun da Bekannas, einem neo-postkubistischen Künstler, der auch aktuell wohl noch beliebt war bei arkonidischen Kunsthändlern und -sammlern sollte er nicht in den dreissig Jahren der Abwesenheit Atlans in Ungnade gefallen sein. Die Anzüge selbst wurden auf unsichtbar geschaltet. Der Weg durch den Gang dauerte diesmal etwas länger aber sie kamen sicher an. Vom Dakkar-Pionier war nichts zu sehen. Auf Wohep war früher Mittag. Es würde schwierig werden Rhodan zu erkennen da der Anzug ihn ohne Ritteraura nicht orten konnte und er einen Identor trug. Nach einem langen Spaziergang über den gesamten Tafelberg kamen sie an der Glasplatte an unter der der feurige Sturm wütete. "Der Zugang nach Poregast?" Wollte Germo wissen. "Ja, aber offiziell befindet sich darunter der Tempel eines Weltuntergangskults. Vom Eingang nach Poregast dürfte hier nichts bekannt sein, Wohep-Tau ist laut dem Kanzleirat ein sehr provinzieller Stadtteil und vergleichsweise rückständig. Es gibt hier aber kostenlose Herbergen, laßt uns diese abklappern und nach einem einzelnen Gast fragen."
Das gestaltete sich weniger schwierig als gedacht da hier meistens Tanzgruppen logierten. Einen einzelnen Gast gab es zwar nicht aber im zweiten Gasthaus logierten zwei Gäste, die überdies noch einen Besucher hatten. "Hoffentlich nicht den Dakkar-Pionier." Germo verzog gequält das rechteckige, blaue Gesicht. Der Blick in die Gedanken des schlanken, schwarzgewandeten Hünen schien ihm alles andere als gut getan zu haben. "Wir versuchen es mit einfacher Logik." Er ließ den beiden Gästen eine Nachricht übermitteln mit folgendem Wortlaut: 'Triff mich umgehend bei der Gondelstation falls du den alten Arkonidenhäuptling wiedersehen möchtest. Ich habe zwei Orbiter bei mir.' Sie verließen das Gasthaus, begaben sich zu den Gondeln und warteten.
Ein einzelner Woheper erschien nach einer halben Stunde und näherte sich ihnen mit festem Schritt. Er begann das Gespräch mit einer konkreten Frage. "Kennt ihr einen Planeten namens Amteria? Dort soll es sehr schön sein in der synchronen Jahreszeit." Atlan fing herzhaft zu lachen an, wies seine beiden Begleiter an, den Mimikry-Effekt abzuschalten und tat das gleiche. Der Woheper lächelte. "Freut mich euch zu sehen, ich deaktiviere kurz den Identor, das geht wohl ohne, daß ich gleich ersticke." Weit und breit war auch sonst niemand zu sehen. Und so wurde Rhodan endlich gefunden. Mit aktivierter Tarnung gingen sie zurück ins Gasthaus und buchten eine große Suite, die sie dann zu sechst bezogen. Man brachte sich gegenseitig auf den neuesten Stand der Dinge und bestellte dann ein Essen für alle.
*
Die Orbiter, Gneppo und der Woheper Ritomo saßen noch am Esstisch, Ritter und Ex-Ritter zogen sich in eines der Schlafzimmer zurück um sich über das weitere Vorgehen zu besprechen. "Eigentlich wäre es ganz einfach. Man kommt hier nur an ein Ziel wenn man den genauen Namen eines Stadtteile kennt oder man lässt sich per Burleskem Faktor aufs Geratewohl irgendwo hin bringen. Das hätte ich machen können aber angesichts der Größe der Stadt wäre ich vermutlich ein paar Hundert Jahre unterwegs gewesen bevor ich eine Breviatur in der Milchstraße gefunden hätte. Da euch bekannt ist wie dieser Tempel in M13 heißt, könnten wir einfach durch die Breviatur marschieren und wären wieder in der Milchstraße. Ich habe aber unserem Gast versprochen ihm bei der Suche nach seinem verschwundenen Bruder zu helfen." Er erklärte kurz, worum es dabei ging. Atlan brachte den Einwand, daß man dazu vielleicht diese Chaos-Akademie besuchen mußte und es unklar war ob es von dort eine Rückkehr-Möglichkeit nach Pha Gashapar gab. Möglicherweise war es eine Einbahnstraße. Da meldete sich der Femto-Syn des Kampfanzugs sodaß Rhodan mithören konnte. "Poregast befindet sich nicht real dort unten. Es handelt sich nur um eine Hyperraum-Spiegelung der echten Stadt und der zugehörigen Akademie. Diese dient vermutlich Studienzwecken und dürfte nach meinen Wahrscheinlichkeits-Berechnungen zu 83,7 % ein Bestandteil von Wohep-Tau sein. Es dürfte aber tatsächlich einen Übergang in die echte Stadt geben, der sich von einer Breviatur unterscheidet, ich wüßte sonst nicht was jener Dakkar-Pionier hier verloren haben sollte. Durchschreitet auf keinen Fall den Übergang nach Poregast, jene Stadt liegt in einer hermetisch abgeriegelten Raumzeit-Falte am äußersten Rand unseres Universums."
Und so beschlossen die beiden alten Freunde, Ritomo zu helfen um anschließend über die Breviatur nach M13 zu reisen, zurück in die Heimatgalaxis. Die Orbiter und Gneppo wurden informiert, das Hilfsangebot an Ritomo erneuert. Zu sechst würde man auf der Glasplatte tanzen, Gneppo würde einen Regensturm herbeirufen und dann müßte sich der Eingang eigentlich öffnen. Der Dakkar-Pionier blieb als Unsicherheitsfaktor. Atlan schärfte Kenzan ein, im Falle eines Angriffs nicht wild draufloszuschlagen sondern seine vollste Konzentration auf Verteidigung und inneres emotionales Gleichgewicht zu legen. Germos Anzug bekam die Order seinen Träger mit allen verfügbaren Mitteln zu beschützen da Atlan vermutete, daß Germo sein erstes Ziel war, da er nur über wenig Erfahrung im Kampf verfügte, das hatte der Chaotarchendiener sicher bei dem telepathischen Kontakt sofort eruiert. Die gesamte Waffenenergie sollte auf die Defensivsysteme übertragen werden. Seinen Quintadimwerfer würde Rhodan erhalten, der über keinen Anzug mit Schutzschirm verfügte. Gneppo konnte sich mit seinen Parafähigkeiten wehren, notfalls teleportieren, was auch für Germo Jobst galt. Im Falle eines mentalen Angriffs war er der stärkste von Ihnen da er als Suggestor immun gegen hypnotische Angriffe war, er sollte sich an der Seite Germos halten, notfalls einen Parablock mit ihm bilden und vom Schutzschirm des Kampfanzugs des Orbiters profitieren. Atlan wußte nur rudimentär über die Dakkar-Pioniere Bescheid, aus einem Dossier der USO welches während der TRAITOR-Invasion erstellt worden war. Sie standen einst auf Seiten der Kosmokraten, verfügten also über Insiderwissen, wurden aber abtrünng und wechselten ins gegnerische Lager. Ein Pionier war auf jeden Fall einem Ritter ebenbürtig. Und so nahm die Geschichte ihren Verlauf.
11.
Adam von Aures befand sich in Hochstimmung. Noch eine Tansition und er war am Ziel. Er beließ die GORATSCHIN in Hypersuspension nach dem Sprung. Und erlebte eine böse Überraschung. Vor dem gewaltig großen Objekt, ein Lichtjahr vor dem Dengejaa Uveso gelegen bewegte sich ein ähnliches Schiff wie sein eigenes. Das andere war größer. Ein Doppel-Gwalonkelch-Raumer. Nur ein Mann in der Galaxis flog so ein Schiff: Gaumarol da Bostich, der entmachtete Imperator der Arkoniden. Das Bordgehirn analysierte kühl. "Das Schiff hat doppelte Energiekapazität und dreifach stärkere Waffen als wir, laß dich auf keinen Fall auf ein Gefecht ein, selbst meine überlegene Rechenkapazität kann das nicht ausgleichen".
Aures ging einen anderen Weg. Die Bühne war fast bereitet, ein Kardinalfraktor und der Adaurest waren bereits anwesend. Fehlte noch einer der beiden Rhodane. Das Stück hieß Ekpyrosis, es wurde in mehreren Akten aufgeführt. Ein offener Funkspruch verließ die Antennen des gäonischen Schiffs. "Grüße, erhabenster, höchstedler Begam und Imperator. Ich bin der Adaurest, wir sollten uns besprechen." Ein Holo bildete sich wenige Sekunden später. Das schwarzhäutige Gesicht Bostichs war glatt wie der pazifische Ozean. "Ich habe von dir gehört Adam von Aures und letzteres denke ich auch. Du bist mir persönlich äußerst willkommen. Komm an Bord."
Er freute sich auf Bostich. Auch ihm war übel mitgespielt worden wenn er sich auch nicht klar war ob Bostich seine Rolle als Kardinalfraktor richtig einzuschätzen wußte. Letztlich war das auch gleichgültig da er Adam als Werkzeug dienen sollte, nicht mehr und nicht weniger. Sie teilten beide den Hass auf das Atopische Tribunal und das würde Aures als Türöffner benutzen um die Ekpyrosis in Marsch zu setzen. Dieser Idiot Matan Addaru hatte einen gewaltigen Fehler begangen indem er Bostich und Rhodan am Leben ließ. Allein konnte der Adaurest wenig bis nichts bewirken. Man merkte, daß dessen Auftraggeber kein Chaotarch war. Ein solcher hätte konsequent die Eliminierung befohlen und auch nach dem Adauresten fahnden lassen um ihn nach der Geburt zu töten oder sogar noch davor samt seiner Mutter. Das Wort 'Mutter' versetzte Adam einen Stich in seinem nanogentischen Herzen, er war mehr Mensch als er es sich selbst eingestehen wollte. Der Weltenbrand würde das zuständige Kosmonukleotid dauerhaft negativ beeinflussen und eine Materiequelle ES würde es dann niemals geben. Ein Schlag ins Kontor der Hohen Mächte beiderlei Ausprägung denn auch eine Materiesenke konnte hier nicht mehr entstehen. Der Moralische Kode würde eine Narbe zurückbehalten.
*
Opiter Quint spielte eine Partie Schach mit Zau. Zakara und Ellert sahen gelangweilt zu. Der Flug dauerte einfach schon zu lange. Sie hatten eine Abkürzung über zwei arkonidische Situationstransmitter genommen, die ihnen volle zwei Tage Flugzeit ersparte aber nach Shangos Berechnung würde Aures in diesen Minuten an den Zielkoordinaten ankommen während sie noch fünf Stunden Flug vor sich hatten. "Schachmatt." Zau grinste hinter seinen dicken Brillengläsern und nahm den weißen König vom Brett. "Du solltest dich langsam mit mit dem Anzug vertraut machen, Opiter. ES wird ihn nicht umsonst an dich verliehen haben." Dieser Hinweis kam von Ernst Ellert und das war eine gute Idee. Er verabschiedete sich in seine Kabine, absolvierte vierzig Minuten lang ein effektives Kurz-Training, duschte, legte zweckmäßige, atmungsaktive Unterwäsche an und schlüpfte in den Anzug, der wie eine zweite Haut saß. Von den Carit-Applikationen gingen wärmende Impulse aus und die feine, schuppenartige Struktur raschelte leise bei jeder Bewegung. Die Stimme der Anzugsyntronik meldete sich, zumindest vermutete er stark, daß es sich um eine solche handelte. "Opiter, ich gebe dir jetzt eine Einführung in meine Fähigkeiten. Die Energieversorgung erfolgt durch Dakkartrop-Zapfung. Zur Verteidigung steht ein doppelt gestaffelter, rotierender Pedopol-Schirm zur Verfügung. In der rechten Wadentasche findest du einen ausfahrbaren Kampfstab, der an seiner Spitze eine Zone von fluktuierender, positiver Strangeness erzeugt die einen getroffenen Gegner kurzzeitig verwirren kann. In der linken Wadentasche ist ein Quintadimwerfer, wie ihn auch die Ritter der Tiefe verwenden aber mit gesteigertem Wirkradius. Die internen Orter und Scanner haben eine Reichweite von einem halben Lichtjahr. In den Caritemblemen sind Vitalenergie-Stimulatoren verbaut, die dir Lebensenergie zuführen um bei kritischen Verletzungen die Selbstheilungskräfte sehr stark zu stimulieren und sie wirken wie ein Zellaktivator für maximal fünf Jahrhunderte, dann müssen sie wieder aufgeladen werden. Sie sind abnehmbar. Ein Helm wird per Materie-Projektion bei Bedarf zugeschaltet. Die Umkehrfunktion, der ich meinen Namen verdanke, betrifft großräumige Hyperphänomene, diese können rückgängig gemacht werden durch eine permanente Verbindung mit dem nächstgelegenen Kosmonukleotid, das dann einen Korrekturmessenger losschickt aber ich warne dich, diese Funktion kostet dich bei jeder Anwendung Kraft, die erst regeneriert werden muss. Sei also vorsichtig." Quint hoffte, daß er die Umkehr nur einmalig einsetzen musste um die Ekpyrosis zu verhindern. Sein Blick fiel auf den Tisch und auf das Bild auf seinem Multifunktionsarmband des SERUNS, der im Schrank verstaut war. Ein schlanker Mann in den Vierzigern mit braunem Haar und jungenhaftem Grinsen. Er vermisste seinen Ex-Einsatz-Partner manchmal sehr. Er verdrängte diese Gedanken. Mahnaz Wynter hatte ein umfassendes Antiakkustik- und Lichtdämpfungsfeld um das Bett gelegt. Der letzte Kampf mit Adam von Aures hatte sie mitgenommen. Sie hatte an seiner Seite heldenhaft gegen den Mutanten gekämpft, sie waren sich im Laufe der ES-Mission nahe gekommen deshalb die gemeinsame Unterkunft. Er atmete tief durch und machte sich auf den Weg in die Steuerzentrale des Dolans.
*
to be continued next week



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