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Perry Rhodan Nr. 2942: Geschwisterkampf

Autor: Hubert Haensel

Inhalt

Die im Rahmen des Projekts Q-Zündung in die Milchstraße gereisten Gäonen haben versucht, Quinto-Center zu erobern. Lordadmiral Monkey hat den Spieß umgedreht und stattdessen das gäonische Flaggschiff IWAN IWANOWITSCH GORATSCHIN gekapert. Admiralin Amber Dessalin hat kapituliert.

Während in Quinto-Center noch vereinzelt gekämpft wird, taucht Major Faolain Settember unter, um seine Zwillingsschwester Agostina aus Monkeys Klauen zu befreien. Telepathischer Kontakt kommt nicht zustande, denn Agostina wird in einem abgeschirmten Raum gefangen gehalten. Je mehr sich die Verhältnisse im USO-Hauptquartier normalisieren, desto schwerer fällt es Faolain, seinen Verfolgern auszuweichen. Als er wieder einmal knapp davonkommt, schnappt er die Information auf, dass sich Monkey in der GORATSCHIN befindet. Faolain nimmt an, dass der Oxtorner Agostina mitgenommen hat.

Faolain beschafft sich den Identitätschip eines Medikers, der einen Materialcontainer zur GORATSCHIN transportieren soll. So gelangt Faolain in den Doppelkugelraumer. Ausgerechnet in diesem Moment kommt mentaler Kontakt mit Agostina zustande. Faolain ist abgelenkt, macht Fehler, fliegt auf und wird eingekesselt. Als er sich selbst erschießen will, um nicht in Gefangenschaft zu geraten, taucht Agostina in Monkeys Begleitung auf. Der Oxtorner wollte der Verräterin Gelegenheit zur Wiedergutmachung geben und hat ihr etwas gezeigt, wodurch sich ihre Einstellung gegenüber dem Zweiten Solaren Imperium und den Thoogondu grundlegend gewandelt hat. Sie kennt nun die Wahrheit und will diese auch ihrem Bruder zugänglich machen. Faolain lässt die Waffe fallen.

Kringels Meinung:

In eigener Sache: Mein Webhoster hat mir mitgeteilt, dass es in der ersten Januarwoche zu technischen Störungen gekommen ist. Wenn ihr mir seit dem 01.01.2018 etwas über den "Deine Meinung" - Button geschickt habt, so ist dieser Text möglicherweise verloren gegangen. Solltet ihr ihn hier vermissen, dann schickt mir den Text bitte noch einmal, am besten per Mail.

Der Roman besteht zum größten Teil aus Kapiteln, in denen Faolain umherirrt und sich fragt, was wohl mit seiner Schwester und der GORATSCHIN geschehen ist. Auf diese Weise werden die in PR 2933 geschilderten Geschehnisse rekapituliert. Der Text wird durch lange Beschreibungen (Quinto-Center, Monkey, Roboter usw.) gestreckt. Hinzu kommen einige Absätze, in denen Agostina rätselt, ob die GORATSCHIN wirklich von der USO erobert wurde. Sowohl Faolain als auch Agostina erinnern sich an ihre Kindheit auf der wilden Siedlungswelt Ketrin. Im Alter von acht Jahren haben sie ihre mentale Verbindung erstmals entdeckt, als Agostina in Gefahr geraten ist. Tut mir leid, das ist mir zu wenig.

PR 2933 ist vor zwei Monaten erschienen. Selbst in meinem biblischen Alter funktioniert das Gedächtnis noch so gut, dass ich das seitenlange Wiederkäuen der Handlung nicht gebraucht hätte. Da ich längst weiß, wie die Telepathie der Settember-Zwillinge funktioniert, wären auch die Rückblick-Kapitel nicht nötig gewesen. Ich habe durchaus nichts gegen Romane, in denen es keinen Handlungsfortschritt oder Erkenntnisgewinn gibt, wenn die Vergangenheit und/oder Gedankenwelt der Protagonisten im Vordergrund steht. Es kommt mir aber nicht so vor, als habe der Autor diesbezüglich viel zu sagen. Jedenfalls gewinnt er den bekannten Fakten keine neuen Aspekte ab und zur Figurenentwicklung trägt der Roman meiner Meinung nach nicht bei. Zumindest habe ich nicht den Eindruck, dass sich Faolain und Agostina irgendwie weiterentwickeln. Faolain hasst Monkey und will seine Schwester retten - bekannt. Agostina wurde von Monkey "umgedreht" - wie? Das bleibt Haensels Geheimnis. Vielleicht wird es im nächsten Heft erklärt. Viel Neues erfahren wird über das Zwillingspaar nicht (die beiden waren von frühester Jugend an ein Herz und eine Seele, Faolain wollte seine Schwester immer beschützen) und der Autor hat es nicht geschafft, mein Interesse für die beiden zu wecken.

J. Kreis, 06.01.2018


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Gastkommentare


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Hans (09.01.2018):

Ich schließe mich deiner Meinung heute zu 100% an und füge noch hinzu, daß die Geschichte höchstwahrscheinlich sofort aufgeflogen wäre. Einem BarKeeper erzählt eine Quin-Tech alles Wesentliche bezgl. eines Containertransports zum kürzlich eroberten Schiff der Invasoren? Na ja, in der Augsburger Puppenkiste vlt :-). Und sind ID-Chips nicht gegen solch brachiale Übertragungen gesichert? Im 16. Jh NGZ sicherlich, bei uns heutzutage könnte ein solches Manöver u.U. gelingen wenn nicht noch Gesichtserkennung mit im Spiel ist. Ein sehr dünner Plot möchte ich mal sagen.
Was mir äußerst gut gefallen hat ist die Beschreibung der inneren psychischen Vorgänge in Faolain Settember. So etwas kommt in meinem Fanroman leider viel zu kurz, was daran liegt, daß ich aktuell als Triebfeder den Anspruch habe den Teil-Zyklus alternativ zu Ende zu erzählen und deshalb sehr viel hineinpacken muss an Infos und fast immer das Stilmittel des allwissenden Erzählers verwende, der ja bei Perry Rhodan verpönt ist, wie Michelle Stern mal hat verlauten lassen, also den Roman primär aus der Sicht eines unsichtbaren Beobachters schreibe. Die Beschreibung der inneren Vorgänge in einem intelligenten Lebewesen ist eine Kunst und die beherrscht HH fast perfekt, da bin ich fast etwas neidisch und deshalb breche ich auch nicht den Stab über ihm. Das Heft ist ein Lückenfüller. Mehr hat das Exposee nicht hergegeben.
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FanFiction Teil 6:
In der Herberge hatten sie ihrem Gast erst einmal eine Kleinigkeit zu Essen und Trinken angeboten, die Reste des Frühstücks, und im Laufe der Unterhaltung waren sie auf den fehlenden Faktor gestoßen. Warum öffnete sich der Zugang nicht? Es lag am Wetter. Durch wolkenbruchartigen Regen, der auf der Glasplatte auftraf erlosch der Feuerorkan und Zugänge taten sich auf. Perry grinste und warf Jabari einen verschwörerischen Blick zu. Gneppo nickte Rhodan zu. Das ließ sich einrichten. Ob die Zahl der Tänzer noch eine zusätzliche Rolle spielte würde sich beim ersten Versuch zeigen den man für den frühen Nachmittag geplant hatte, man wollte keiner Tanzgruppe in die Quere kommen. Ritomo hatte mitgeteilt, daß die Gruppen ausschließlich nachts tanzten. In den offiziellen Verlautbarungen des Kults gab es jedoch keine zeitlichen Empfehlungen. Wahrscheinlich wurde hier eine scheinbare Regel durch Über-Interpretation des Kanons geschaffen. Sie bestellten schließlich ein üppiges Mittagessen auf ihr Zimmer und stärkten sich. Ritomo schien ziemlich ausgehungert zu sein was wohl kein Wunder war nachdem er zwei volle Monatslöhne für das Amulett ausgegeben hätte. Es gab mit einer Art Käse überbackenes Gemüse und eine Schüssel kandierte Früchte, dazu süßen Fruchtsaft. Die Woheper waren Vegetarier. Fleisch zu essen galt als tabu. Das Töten von Tieren war nur in Notwehr erlaubt. Wer dagegen verstieß wurde sozial geächtet. Das war eine eherne Regel der Lichtbringer-Religion, es war aber keine Straftat. Wer Fleisch essen wollte mußte heimlich auf die Jagd gehen oder die horrenden Preise auf dem Schwarzmarkt bezahlen. Ritomo bedankte sich mehrfach bei seinen Gastgebern. Sein Bruder war Fleischesser, dieses Laster war bei Zahrakatten weit verbreitet.
Man plante den Versuch für den Nachmittag. Ritomo durfte sich auf einem der Betten noch ein paar Stunden ausruhen.
*
Rhodan2 und Hekener Sharoun saßen bei einer Tasse Kaffee zusammen und besprachen sich. Der TLD checkte seit einer Stunde die Reiserouten, die Ariel Proper in den letzten Wochen genommen hatte; um die Koordinaten des Cantaro-Planeten zu ermitteln. Ein Holo baute sich auf. Maurits Vingaden. "Guten Tag Resident. Wir konnten es auf fünf Sonnensysteme eingrenzen. Proper hatte ein Linienschiff mit seiner mitgebrachten Mini-Spacejet verlassen und am viertnächsten Stop des Liners wieder eingedockt. Schicke am besten ein Erkundungskommando um Näheres zu eruieren. Vingaden Ende." Sharoun nickte versonnen. "Rhodan, ich gebe dir einen Elitesoldaten als Bodyguard mit. Er heißt Mascolo Viron, Major des TLD. Ihr nehmt meinen persönlichen DIANA-Kreuzer SPRIRIT, er ist gerade auf Hawk VI Plus umgerüstet worden, damit stehen euch 18 Millionen ÜL zur Verfügung. Das Schiff hat außerdem ein extrem miniaturisiertes VRITRA-Geschütz mit leider nur geringer Durchschlagskraft aber es kann Schutzschirme für fünf Sekunden anbohren und perforieren, die dann mit massivem Punktbeschuß auf die Perforation geknackt werden können. Und es gibt einen Kantor-Sextanten neuester Bauart an Bord. Findet heraus ob es und wo die Cantaro sind, überprüft die Story von diesem Meister Proper." Sharoun grinste. "In unserem Universum gibt es den Allzweckreiniger immer noch, als Zusatz für autonome Putzroboter." Rhodan2 stand auf, lächelte und salutierte. "Ihr Wunsch ist mir Befehl, Sir." Innerlich dachte er sich 'Das kann ja heiter werden.'
*
Auf dem Raumhafen wurde er schon erwartet. Mascolo Viron machte seinem Namen alle Ehre, 1,80 m groß, schlank aber mit breiten Schultern und extrem durchtrainiert. Etwa 40 Jahre alt. Gekleidet in eine hautenge dunkelrote Lederkombination, an jedem der Oberschenkel ein Holster, links ein großes Vibromesser, rechts einen Teleskop-Kampfstab aus Titan. Rhodan2 nahm ihn mit in seine Kabine um sich mit ihm zu besprechen. Er hatte selbst eine Nahkampfausbildung und wollte wissen über welche Kampftechniken sein Leibwächter verfügte, damit man sich im Eifer des Gefechts am besten ergänzte. Rhodan hatte den höchsten Grad in Krav Maga, Viron war solarer Karate-Meister von 1545 NGZ. Die Besprechung dauerte zwanzig Minuten, dann gingen beide in die Steuerzentrale der SPIRIT. Dort hatte eine Frau das Kommando, Oberst Lucia Anderlei, eine ebenfalls knallhart durchtrainierte Blondine von etwa 50 Jahren. "Alles bereit Jungs?" Rhodan2 nickte ihr zu. "Dann starten wir." Beim originalen Rhodan hätte sie sicher weniger flapsig gesprochen und auch nicht so unverschämt den attraktiven Körper Virons in der hautengen Lederkombi taxiert, insbesondere seine muskulösen Beine und das was sich dazwischen befand.
*
Der Flug über 30.000 Lichtjahre dauerte genau sechs Tage. Bereits im dritten System wurden sie fündig. Ein Gasriese, Planet Nummer fünf von zwölf verfügte über einen kleinen Gesteinsplaneten als Mond. Der Planet mußte dereinst von seinem Nachbarn eingefangen worden sein. Eine heiße Wüstenwelt mit einem recht kleinen Ozean am Äquator. Der Kantor-Sextant maß Hyper-SHF-Emissionen an, die direkt aus dem Ozean kamen. Vom Orbit aus wurde eine unterseeische Stadt angemessen. Rhodan2 ging aufs Ganze. "Anfunken auf allen Frequenzen. Text: LFG-Kurier Rhodan wünscht Kontakt zu den Cantaro."
10.
In drei Stunden hatten sie eine Audienz beim Wahl-Baron des Schemmenstern-Systems. Zeit genug um Schwerter zu kaufen. Germo hielt die Stellung an Bord der STORMON. Kenzan und Atlan zogen von einem Waffen-Geschäft zum anderen in der Orbitalen Stadt Remin-Tecoma bis sie im siebten endlich fündig wurden. 'Die Gekreuzten Klingen Traversans' war ein kleiner aber feiner Shop für antike Waffen. Zwei alte Dagor-Schwerter von Iprasa, mit mikrominiaturisierten Fusionsreaktoren swoonscher Fertigung zur Energieversorgung der Desintegrator-Funktion der Klingen. Atlan verwendete eines seiner zwei arkonidischen Bankkonten zur Bezahlung. Der Preis war sündhaft hoch, dafür hätte man eine 55-Meter- Langstrecken-Spacejet neuester Bauart erwerben können aber der uralte Arkonide wußte eh nicht wohin mit dem vielen Geld. Seit seiner Reise in der Synchronie hatten allein die Zinsen ein kleines Vermögen gebracht. "Die Schwerter wurden von einer amtierenden Feuermutter geweiht, Kenzan. Etwas besseres wird sich nicht finden." Sie erwarben noch zwei optisch schlichte, zweckmäßige Schwertscheiden, die sich an die Einsatzanzüge koppeln ließen und verließen das Geschäft in Richtung des Vergügungsviertels von Remin-Tecoma. Sie setzten sich in eine Bar und tranken Titoran-Brandy, die alkoholfreie Variante allerdings. Vor der Bar flanierten Liebesdiener beiderlei Geschlechts auf der Suche nach Kunden. Kenzan staunte nicht schlecht über Terraner Anfang zwanzig die hier ihrem Job nachgingen. "Arkoniden waren schon immer fasziniert von Barbaren und ganz besonders von Terranern. Während Arkonidinnen eher von Akonen fasziniert sind. Einer meiner Beibootkommandanten damals auf der ATLANTIS hat sogar einen Terraner geheiratet. Er war im Gefecht der härteste Hund von allen." Atlan machte eine Pause. "Vorurteile gibt es auch heute noch musst du wissen Kenzan, was sicher auch daran liegt, daß es hier eben nur um etwa fünf Prozent aller Männer überhaupt geht. Zählst du noch diejenigen mit die sowohl Männer als auch Frauen attraktiv finden landest du bei maximal zehn Prozent. Wobei es mir schon immer klar war, das zwei Männer die zusammen ihren Spaß haben doch das beste Beispiel für ausgelebte Männlichkeit sind. Ich mag es jedoch lieber anschmiegsam bei einer wirklich femininen Frau, die zu ihrer Weiblichkeit steht." Dabei dachte er daran, daß er seit seiner Beziehung mit der späteren Imperatorin Theta Ariga keine wirklich feste Freundin mehr an seiner Seite gehabt hatte. Er begann Kenzan zu beneiden, der jemanden hatte mit dem er intimste Gedanken und das Bett teilen konnte. "Du scheinst auch eher die weiche Variante zu bevorzugen, wenn ich mir Germo so betrachte, der mir wie ein groß geratener Teddybär vorkommt mit seinem Vollbart und den Schlafzimmeraugen." Kenzan wurde tatsächlich verlegen. Atlan fuhr weniger persönlich fort bevor sein Orbiter noch heiße Ohren bekam. "Im Hochadel gilt es noch immer als absolut verpönt, gleichgeschlechtlich zu heiraten da es dann keine biologischen Nachkommen beider Partner gibt aber unter Essoya war das noch nie ein Problem, Waisenkinder wurden adoptiert um Familien zu gründen. Kinder aus solchen Familien sind bevorzugte Kandidaten und Kandidatinnen für die Unteroffiziersschule der Flotte. Bei diesen ist man sich sicher, daß sie korrektes und faires Verhalten ihren Untergebenen gegenüber zeigen. Auf Arkon hat man selten die Moralkeule geschwungen und niemals behauptet es sei unnatürlich. Einer unserer Sternengötter ist ein großer Männerheld musst du wissen, darauf können sich junge Arkoniden schon frühzeitig berufen, wobei es auch dann noch einzelne Idioten gibt, die abfällig reagieren." Er nahm einen tiefen Schluck aus dem Glas, sah auf die Zeitanzeige am Multifunktions-Armband. Ihre Anzüge befanden sich im Passivmodus, sahen aus wie eine leichte Sportrüstung für Galactic Football mit Schulterschilden, Brustpanzer, Schutzplatten für Arme und Beine und funktionalen Stiefeln. In Sekundenbruchteilen konnten die restlichen Elemente des Kampfanzugs als Materie-Projektion zugeschaltet werden und standen dann in der Optik einem Heavy-SERUN oder der arkonidischen Variante inclusive TRUV in nichts nach. "Laß uns gehen mein Ritter, der Fürst wartet sicher nicht auf uns." Der junge Arkonide grinste unverschämt. Atlan gab ihm einen derben Klaps auf die Schulter und grinste zurück. "Alles klar mein junger Orbiter, gehen wir."
*
Mitzalak Benzon erwartete sie. Erst verneigte er sich traditionell vor dem Höchstadligen Ex-Imperator aber dann wurde er lockerer. "Was führt dich zu mir Atlan da Gonozal, wie kann ich helfen." Atlan legte die Karten auf den Tisch und berichtete vom Verschwinden Rhodans nach Allerorten. "Du sagst mir nichts neues in Bezug auf diese Stadt. Der Öffentlichkeit ist es zwar nicht bekannt aber die jeweiligen Regierungschefs von Schemmenstern wissen seit ziemlich genau dreihundert Jahren, daß sich in unserem System ein Stadtteil dieser Panuniversums-Metropole befindet: Automo-Himmelstadt. Selbst vor Bostich und sämtlichen Geheimdiensten inclusive der USO wurde es erfolgreich geheimgehalten. Ich treffe mich zweimal im Jahr mit dem dortigen Bürgermeister oder er kommt vorbei. Besonders einflussreiche Himmelstädter besuchen uns auch von Zeit zu Zeit. Baron da Tekratur, der letzte adelige Baron hat den Zugang in den Wirren der HI-Erhöhung zufällig entdeckt, war für ein halbes Jahr verschwunden und kam dann zurück als seine älteste Tochter bereits Platz genommen hatte auf seinem Thron, den sie wieder räumen mußte. Die gute Celazine war ziemlich indigniert und brannte daraufhin mit einem Captain der Galactic Guardians durch. Zehn Jahre später kam sie wieder zurück mit vier Kindern und einem immensen Vermögen das sie in den familiären Konzern einbrachte. Die Herkunft des Geldes aus kriminellen Quellen wurde bald ruchbar und damit brach das Adels-System zusammen. Schemmenstern war das erste System das eine Wahl-Baronie einführte. Bostich hat erst protestiert aber als man ihm mit 'Dienst nach Vorschrift' in den Kristall-Minen gedroht hat wurde er fügsam. Selbst auf Girmomar existiert nur ein Duumvirat aus Adel und Essoya und auch erst seit wenigen Jahrzehnten." Er schenkte seinen Gästen kleine Pokale mit teuerstem Kristall-Champagner ein und ein Servobot brachte ein paar pikante Knabbereien. "Der Stadtteil jenseits der Breviatur heißt wie schon erwähnt, Automo-Himmelstadt, ich lasse die Breviatur strengstens bewachen. Sie liegt in der Krypta eines Tempels der Zwölf Heroen, der in einer Orbitalen Relax- und Rehabilitations-Stadt gelegen ist. Zwanzig Mann unserer Elitetruppen sind dort dauerhaft stationiert, arbeiten als Ärzte und Pfleger und betreiben in ihrer Freizeit vordergründig Antigrav- und Wassersport während immer wenigstens zwei die Andachten und Messen dort besuchen, die rund um die Uhr abgehalten werden. Der oberste Prior des Tempels ist immer eingeweiht. Ich gebe dem Kommandanten der Einheit Bescheid, daß ihr kommt. Euer Schiff könnt ihr in meinen privaten Hangar stellen, es ist ja nicht sehr groß, ich habe mir die Daten kommen lassen nach eurer Audienz-Anfrage." Sie plauderten noch eine ganze Weile über die momentane, sehr unübersichtliche galaktische Lage. Das Bündnis mit den Gemeni hatte nur bedingt Ruhe gebracht. Die jetzt immer häufiger auftauchenden Raumzeitplastiken sorgten für Verwirrung und Angst. Atlan teilte noch mit, daß sie zu dritt sein würden bei ihrem Trip nach Allerorten und damit verabschiedeten sie sich.
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Die Breviatur war eine vier Meter hohe Nische in einer Felswand, die Krypta war eine zwölf Meter hohe Kaverne. Hier waren einige Systembarone aus den Archaischen Perioden in Steinkatafalken beigesetzt. Eine Statue des Heroen Merakon, Gott der Jugend und der Kraft war breitbeinig aus der Stirnwand der Krypta herausgemeißelt, die Augen waren aus Howalgonium gearbeitet, alles andere lebensecht bemalt. Zwischen den Beinen des Heroen war die Nische, knapp zwei Meter tief. Der Ritter und seine beiden Orbiter schritten zwischen den Katafalken hindurch und betraten sie schließlich. Am Aufgang in den Tempel standen zwei Soldaten des Wachkommandos. Wenige Sekunden nachdem alle in der Nische waren wurde es stockdunkel und sehr warm. Eine Stimme meldete sich. "Ritter der Tiefe, du darfst mit deinen Begleitern passieren. Möchtet ihr eure Ausrüstung behalten? Normalen Besuchern ist das nicht gestattet. Rittern der Tiefe und ihren Orbitern wird es hingegen erlaubt da eine Analyse eurer Technologie sehr hilfreich für die Ziele Allerortens ist. Ihr braucht dann auch keine Identoren tragen da ich feststelle, daß eure Anzüge über gleichwertige Funktionen verfügen." Atlan bejahte und dann erhielten sie ihre temporären Passepartouts. Ein schlauchartiger Gang öffnete sich, mattleuchtende Wände zeigten sich. Die drei machten sich auf den Weg.
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Automo-Himmelstadt war eine quirlige Ansiedlung auf einem Wasserplaneten in der alle Gebäude, oberhalb einer großen Insel darunter, zwanzig Meter in der Luft schwebten. Die Bewohner waren hominid, sodass die Anzüge nur die lila Körperbehaarung der Bewohner simulieren mußten. Die Anzugteile wurden auf unsichtbar geschaltet, bis sie einen Bewohner sahen in einer Galactic Football-Rüstung. Der Kontakt mit Schemmenstern hatte offenbar diese Mode hier etabliert. Sicher hatte der Träger sie dort gekauft. Es mußte sich trotz seines jungen Alters um eine hochgestellte Persönlichkeit handeln. Sie gingen in eines der Hotels, der Wahl-Baron hatte ihnen eine ausreichende Menge an hiesigem Geld, perlmuttartige große Münzen mitgegeben und sie deaktivierten die Unsichtbarkeit ihrer Anzüge nachdem sie sich ihn ihrer Suite befanden. An diesem Tag suchten sie noch eine Informationskanzlei auf. Atlan ließ sich scannen und fragte nach einem Mann der ebenfalls eine 7-D-Hieroglyphe in seiner ÜBSEF-Konstante hatte. Man bat um Geduld, die Stadt sei groß. Sie sollten am morgigen Tag noch einmal vorbeischauen dann wüßte man sicher Näheres. Die drei vertrieben sich sodann die Zeit an einem Strand. Kenzan und Germo überredeten Atlan dazu. Sie mußten dazu, nur mit Badehosen bekleidet die Eigentarnung der Anzüge wieder aktivieren. Kenzan tollte mit Germo im Wasser herum und die beiden nutzten dann ausgiebig die hiesige Variante einer Strandmuckibude. Atlan kannte diese Art der Freiluftsportstudios von der Erde des 20. Jh. Alter Zeitrechnung. Kenzan zeigte seinem Gefährten diverse Übungen zum schnellen Muskelaufbau während Atlan sich die Sonne auf den Bauch brennen ließ und die hiesigen weiblichen Schönheiten betrachtete. Außerdem ließ er die Femto-Syntronik seines Anzugs astronomische Datenbanken anzapfen. Sie waren exakt 380 Millionen Lichtjahre von ihrer Heimatgalaxis entfernt. Ihm wurde etwas mulmig dabei. Wenn sie hier ohne Raumschiff strandeten, sah es düster aus. Die Passepartouts galten für zwei Monate aber solange gedachte er nicht, sich hier aufzuhalten. Schließlich schlief er ein, träumte von einer vollbusigen Brünetten, die ihm jeden Wunsch von den Augen ablas. Er erwachte als Germo Jobst ihn am Arm rütttelte. "Die Sonne geht bald unter Atlan. Wir haben Hunger, laß uns ein Restaurant besuchen."
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to be continued next week



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