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Perry Rhodan Nr. 2941: TEIRESIAS spricht

Autor: Kai Hirdt

Inhalt

Perry Rhodan, Gucky und Gi Barr werden in einen Bereich der Kavernenwelt Selenes versetzt, in dem direkte Kontaktaufnahme mit TEIRESIAS möglich ist. Die Biopositronik spricht sparsam und in Rätseln. TEIRESIAS bezeichnet Sevcooris als Schattenreich und behauptet, er habe seit über 1500 Jahren keinen Menschen mehr gesehen. TEIRESIAS war einst das Bordgehirn der ORION und betrachtet Rhodan immer noch als Großadministrator, der sich auf eine erweiterte Zugangsberechtigung berufen kann. TEIRESIAS kann keine Beweise dafür liefern, dass die RAS TSCHUBAI manipuliert wurde, lässt aber durchblicken, dass außer Arbo P. Dannan auch Doomadh, der gondische Mentor auf Gäon, sowie die Gondu-Kontakterin Lupita Shona verdächtig sind. Da Gucky noch nicht wieder teleportieren kann, ermöglicht TEIRESIAS es dem Trio, sich Gäon unbemerkt an Bord eines Shuttles zu nähern, in dem sich aufzubereitendes Bioplasma befindet. Das Shuttle wird beschossen. Gucky, inzwischen wieder im Vollbesitz seiner Parafähigkeiten, teleportiert mit Rhodan und Gi Barr zur Hauptstadt Aponte.

Aufgrund von Kämpfen zwischen Anhängern Dannans und der Solastratorin wurden die Sicherheitsvorkehrungen für das Gebäude des Flottenkommandos derart verstärkt, dass das Trio nicht dorthin vordringen kann. Man wendet sich daher dem Drei-Brücken-Haus zu, in dem Doomadh und Shona arbeiten. Die Gondu-Kontakterin erwartet das Trio bereits. Sie erklärt, Doomadh habe die Barkasse, in der die gondischen Nanomaschinen versteckt waren, auf Anforderung des Geheimdienstchefs Antan Outinen zur Verfügung gestellt. Shona steht nicht auf Dannans Seite, will sich jedoch nicht in die aktuellen Auseinandersetzungen hineinziehen lassen. Als Rhodan und seine Begleiter wieder im Freien sind, werden sie von Mitgliedern des rhodanistischen Widerstands angegriffen. Man hält sie für Gegner Rhodans. Das Missverständnis wird aufgeklärt und so steht Rhodan am 27. November 1551 NGZ Admellan Harven gegenüber, dem Anführer der Widerständler. Diese kämpfen schon seit längerer Zeit gegen die Unterdrückung durch die Thoogondu und haben Rhodan nach dessen Ankunft im Orionsland zu ihrer neuen Leitfigur erkoren.

Rhodan kooperiert nur zum Schein mit den Widerständlern, denn ihm ist klar, dass er es mit gefährlichen Wirrköpfen zu tun hat. Harven ist zum Beispiel davon überzeugt, dass Gäonen-Thoogondu-Hybriden zur Unterwanderung des Zweiten Solaren Imperiums gezüchtet werden. Rhodan wird den Verdacht nicht los, dass er sich mitten in einer von TEIRESIAS erdachten Inszenierung befindet. Durch Folter haben die Widerständler Informationen über das Flottenkommando aus einem Gefangenen herausgeholt. Sie wissen, wie man in das Gebäude gelangt und wollen dort eine Bombe deponieren. Rhodan und seine Begleiter dürfen das übernehmen. Ihnen geht es darum, Antan Outinen zu entführen (Dannan ist Harven zufolge nicht mehr vor Ort) und natürlich machen sie die Bombe unschädlich. Sie finden Outinen in einer Gefängniszelle. Man hat dem Mann eine Bombe implantiert, die bei einer Teleportation explodieren würde. Outinen wurde als Köder benutzt; gäonische Soldaten greifen an.

Rhodan und Gucky halten die Soldaten in Schach, während Gi Barr die Bombe entfernt. Die anschließende Flucht per Teleportation endet nicht in Harvens Basis, denn die ist aufgeflogen. Gucky bringt seine Freunde, den Geheimdienstchef und die Widerständler in ein anderes Versteck. Nachdem sich Outinen einigermaßen erholt hat, packt er in einer Livesendung aus. Er bezeichnet Dannan als skrupellosen Verbrecher. Dannans Reaktion erfolgt prompt. Zwanzig Schlachtkreuzer gehen über Aponte in Stellung. Sie werden die Stadt unter Feuer nehmen, sollten die Somerset-Getreuen nicht bedingungslos kapitulieren und Rhodan ausliefern. Rhodan denkt an Aufgabe. Da meldet sich TEIRESIAS und ermöglicht ihm, Gi Barr und Gucky einen Transmittersprung in Dannans Flaggschiff ARTEMIS. Anscheinend befindet sich nur Dannan an Bord. Der Admiral wird von Kampfrobotern beschützt. Er hat den Kommandanten der ARTEMIS ermordet, weil der sich geweigert hat, auf die Stadt zu schießen. Dannan trägt eine Bombe in seinem Körper, die explodieren wird, wenn sein Herz nicht mehr schlägt. Als Dannan von Gi Barr beschossen wird und in eine aussichtslose Situation gerät, tötet er sich selbst. Gucky teleportiert rechtzeitig mit Rhodan und Gi Barr in Sicherheit.

Am nächsten Tag hat sich die Situation im Neo-Solsystem bereits normalisiert. Shona vermittelt zwischen Somerset und Doomadh. Das Flottenkontingent der Thoogondu zieht sich zurück. Die Terraner wollen die Heimreise antreten. Syllester Ford und Shari Myre werden die Reise in die Milchstraße mitmachen. Bevor es soweit ist, hält Rhodan eine Rede an die Gäonen, in der er ein friedliches Miteinander beschwört und den Wanderer als Freund der Menschheit bezeichnet.

Einige Wochen später spricht Gi Barr noch einmal mit TEIRESIAS. Das Mondgehirn bestätigt, dass der Abschuss des Shuttles auf seine Rechnung geht, ebenso verschiedene andere Begebenheiten, die letztlich zu Dannans selbstverursachtem Ende geführt haben. Gi Barr, so behauptet TEIRESIAS, sollte lernen, am Wert der Gäonen zu zweifeln. Die Gäonen wiederum sollten erkennen, dass sie keine Hilfe von außen brauchen - weder von den Thoogondu noch von Perry Rhodan.

Kringels Meinung:

Diesen Roman möchte ich ebenso unkommentiert lassen wie die der Vorwochen. Warum? Nun, vor allem will ich mich nicht ständig wiederholen. Die Handlung plätschert in den immer gleichen Bahnen vor sich hin und die Autoren liefern die zu erwartenden Ergebnisse ab. Wohlgemerkt: Ich halte weder den Zyklus noch die Romane für schlecht (Ausnahmen bestätigen die Regel), aber ich vermisse das Gefühl, so richtig gepackt und mitgerissen zu werden. Manchmal langweile ich mich, wenn die Handlung gestreckt wirkt. Bei heruntergebeteten Datenblattauszügen und ausufernden Beschreibungen lese ich quer. Manchmal nerven unnötig vertrackte Intrigenspiele oder Langzeitpläne. Insgesamt rangieren die Hefte für mich zwischen "ganz OK" und "unterhaltsam". Mir fehlt zurzeit lediglich die Lust, dies Woche für Woche im Detail zu begründen - es scheint mir einfach nicht erwähnenswert zu sein.

Inhaltlich könnte ich bemängeln, dass in den letzten drei Romanen eindeutig zu viele Reden geschwungen wurden, dass das endlose Hin und Her der Vorwürfe und Amtsenthebungen zwischen Somerset und Dannan ("Du bist abgesetzt!" "Nein, du bist abgesetzt!" "Ich hab's zuerst gesagt!" "Mir doch egal!") lächerlich klingt, dass ich die Öffnung des telepathischen Archivs in einer an sich schon angespannten Situation für eine ganz schlechte Idee halte und dass sich unsere Lieblingshelden oft ziemlich dumm anstellen. Obendrein frage ich mich, warum Perry Rhodan eigentlich nach Sevcooris bestellt wurde. Sollte es einen überzeugenden Grund dafür geben, so ist er mir entgangen. Die RAS TSCHUBAI soll in die Milchstraße zurückkehren. Wird die Sevcooris-Handlungsebene damit endgültig verlassen, das heißt, sind Thoogondu und Gäonen jetzt abgehakt? Wenn ja, würde ich mir ganz schön verschaukelt vorkommen.

J. Kreis, 30.12.2017


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Gastkommentare


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Hans (31.12.2017):

@Mark:
Danke für deinen Hinweis mit dem Laptop. Ich habe ein älteres Netbook auf dem ich auch schon sehr lange Texte geschrieben habe aber leider ist das Netzteil schon eine Weile kaputt. Hab mir jetzt ein neues Universal-Netzteil für 23 bestellt, hoffentlich passt es auch, dann könnte ich wieder schneller tippen. Zum aktuellen Roman. Vermutlich bin ich gnädiger als du weil ich fünf Wochen pausiert hatte.
Rhodan trifft die unvermeidliche Widerstandsorganisation nachdem er mit dem blinden Avatar der Mondpositronik geredet hat. Die Truppe hat sich aus einer Verschwörungstheorie heraus gebildet - die Thoogondu sollen angeblich Chimären züchten die trotzdem aussehen wie echte Gäonen. Dazu müßten die Thoogondu komplett oder teilweise rezessive Gene haben, falls man die echten, erkennbaren Chimären 'aussortiert'. Die hier geschilderte, hochstehende Ethik Rhodans und Guckys rückt einiges wieder grade, schließlich wollte der Mausbiber vor nicht allzu langer Zeit noch Tiuphoren und Gyanli foltern, wenn ich mich Recht entsinne. KH hat einen angenehm flüssigen Schreibstil und der zehn Kilometer lange Marsch auf wohl tatsächlich schmerzenden Ilt-Pfoten war amüsant.
Leider kommt dann ein äußerst dicker Bug. In der Kammer, nachdem Harven raus geworfen wurde, plaudern die Gefährten ziemlich viel aus - das hätte, falls die Kammer abgehört wurde, dazu geführt, daß man die drei sicher nicht mehr in den Transmitter gelassen hätte. Einfaches Akkustikdämpfungsfeld? Anyone? Und Rhodan besteigt eine Pedgonditrüstung obwohl die Neurotronik das sicher verhindert hätte, von den fehlenden Kontaktplättchen mal ganz abgesehen. Letzteres ist plotdriven. Ersteres ein Flüchtigkeitsfehler. Ich finde solches auch häufig in meinem Fanroman da ich sehr impulsiv schreibe, aber ich habe den Luxus etwa fünfmal korrekturzulesen :-) was den Autoren aus Termindruck sicher nicht möglich ist.
Und die Moral von der Geschicht? Mediker Harven, die Revolution ist dein Handwerk nicht! Rhodan geht in der Pedgondit-Rüstung ab als ob er sie unter Kontrolle habe bei der wilden Flucht durch Aponte, das Teil aktiviert sogar den Antigrav als er durch das gesprengte Fenster springt. Rasant geschildert, zugegeben aber leider total unlogisch.
Alles in allem schafft es der Autor einen sehr spannenden Roman abzuliefern. Sehr schön, geht doch. Da sollte sich 'Altmeister' Anton mal ne fette Scheibe von abschneiden. Leider heißt es jetzt stark sein: Gi Barr bleibt in Sevcooris, ich vermisse ihn jetzt schon deshalb bau ich ihn in meinen Fanroman ein. Wird mich einige Überlegung kosten wie ich ihn von Sevcooris in die Milchstraße bekomme?

Nun zu Teil 5. Momentan arbeite ich an Teil 8, hab also ein bißchen Vorlauf.

Fan Fiction Teil 5:
Der Roboter führte Rhodan2 über verschiedene Treppen in einen Konferenzraum. Dort erwartete ihn Ariel Proper. 'Ein ziemlich alter Knochen in Hausmeister-Outfit' dachte er. Fast hätte er laut losgelacht beim Anblick des Gremium-Sprechers. Er nahm Platz in einem durchaus bequemen Ledersessel. Der Raum war fensterlos und Proper ging sogleich zum verbalen Angriff über. "Du bist also gekommen um uns auf die Linie Sharouns einzuschwören, Rhodan2?" Ebenso wie der andere Rhodan war er Sofortumschalter. Gelassen antwortete er. An das allseits übliche Du hatte er sich noch nicht gewöhnt. "Mr. Proper, Sie können die Kirche im Dorf lassen. Ich bin nur hier um die Lage zu sondieren. Sie haben vor drei Tagen mit diesem Spot auf allen Trivid-Kanälen der solaren Bevölkerung ja bereits ihre Ziele klar ausformuliert vor Augen geführt. Die Menschheit soll von jeglicher Last und Gefahr befreit werden. Die Flotte soll robotisiert werden damit kein Menschenleben mehr im militärischen Dienst gefährdet wird. Und eine neue Mauer soll rings um die Milchstraße errichtet werden damit keine Invasionen wie jene von TRAITOR und dem Tribunal fortan mehr stattfinden können. Bei letzterem stelle ich mir ernsthaft die Frage ob ihnen klar ist, was sie da verlangen? Mit der heutigen Technologie ist das schlicht unmöglich. So und jetzt sind sie wieder dran." Rhodan2 setzte ein unverbindliches Lächeln auf. Proper zog eine Dose Schnupftabak aus der Brusttasche, zog seine Baskenmütze zurecht und zog sich eine Prise ins rechte Nasenloch. "Wir haben seit sechs Monaten Kontakt zu den Cantaro. Diese haben sich bereit erklärt den Chronopulswall wieder zu installieren. Es gibt eine geheime Stützpunkt-Welt in der Galaxis auf die sich einige Tausend der Cyborgs zurückgezogen hatten, mittlerweile leben dort rund hunderttausend dieser fortschrittlichen Spezies. Sie haben ihre Technologie Fast nahtlos der Hyperimpedanz angepasst. Ich habe vor vierzehn Tagen dort eine Konferenz besucht. Die Mil-Cantaro, so nennen sich diese jetzt, versichern glaubhaft, daß sie innerhalb von zehn Jahren den Chronopulswall wieder aufbauen können wenn es denn gewünscht wird. Du kannst Sharoun ausrichten, daß wir umgehend eine Petition im Galaktikum einbringen werden. Wir haben die 150 Millionen Stimmen die dafür nötig sind mittlerweile zusammen. Von fast allen LFG-Welten übrigens. Nur Ertrus, Epsal und Oxtorne haben uns das Stimmen-Sammeln explizit verboten." Nun war Rhodan2 doch erstaunt. "Gib mir etwas Zeit. Ich werde den Residenten unterrichten und dann meldet man sich wieder bei dir." Er erhob sich. Proper tat es ihm nach und brachte ihn persönlich zu seinem Gleiter. Er zog sich noch einmal Schnupftabak, diesmal ins andere Nasenloch, blickte dem abfliegen Gleiter mit dem großen LFG-Emblem versonnen nach und ging dann zurück in den Tempel. Sein Amt als Technotor des Mahdis war manchmal ganz einfach.
*
Rhodan2 konnte diesen vierschrötigen Burschen nicht einschätzen, wenn er die Wahrheit sagte so stellte sich die Frage ob man es mit einer weiteren erheblich großen Raumzeitplastik zu tun hatte oder ob die Cantaro tatsächlich seit Jahrhunderten eine geheime Stützpunkt-Welt in der Milchstraße hatten. Sharoun würde überrascht sein. Fast sehnte sich Rhodan zurück an die Seite Adams, diesen hatte er zuletzt sehr gut einschätzen können, allerdings zu gut um bei ihm zu bleiben. Der Gleiter ging rasch auf zehnfache Schallgeschwindigkeit sobald er die entsprechende Luftstraße erreicht hatte. In 70 Minuten würde er wieder in Terrania landen. Er wählte einen Radiosender, der Space-Symphonien des 1. Jh. NGZ sendete, dimmte die Panzertroplonscheiben herunter da er einem ständigen Aufgang der Sonne entgegenflog und lehnte sich im Sitz zurück. Das Angebot der Gleiterpositronik, manuell über den Ural und die Taiga zu steuern lehnte er dankend ab. Auf was hatte er sich da eingelassen, seit er Wanderer verlassen hatte? Diese ganze Galaxis war aus dem Lot geraten. Erst dieser größenwahnsinnige Mutant von Aures und jetzt dieser Mr. Proper... zumindest hatte er weder Glatze noch Ohrring vorzuweisen gehabt. In seiner Welt, auch wenn sie nur in den Enklaven Wanderers existierte, gab es ein Putzmittel gleichen Namens. Verrückte Welt, dachte er bei sich, schloß die Augen und genoß den ruhigen Flug.
*
Jabari Gneppo saß bereits am Frühstückstisch als Rhodan erwachte. Er begab sich in die Hygienezelle, duschte mit dem Identor, durch den er das Prickeln des Wassers spürte so als ob er sich ohne ihn unter der Brause befände. Das sprechende Kleidungsstück hatte ihm versichert, daß die Reinigungswirkung die Hülle durchdrang. Dann kam er zurück, setzte sich zu seinem Reisegefährten an den schwebenden Tisch. Es gab ein duftendes Heißgetränk in einer bauchigen Kanne und Gebäck. "Nimm nur von den runden, die pyramidenförmigen sind sehr scharf." Womit der Mutant von Yo Recht hatte. Die Runden Teilchen schmeckten ausgezeichnet und das Getränk schmeckte wie Schwarz-Tee. Um den Genuss perfekt zu machen fehlten aber Zucker sowie Milch oder Zitronensaft. Und dann rückte Jabari damit heraus, daß er einen eindringlichen Traum gehabt hatte, der sich mit Rhodans nächtlicher Beobachtung am Fenster deckte. Bis auf ein Detail: in Gneppos Traum gab es kein Auflecken des Blutes, stattdessen hatte die Tanzgruppe den Tempel durch einen Zugang in der Glasplatte betreten. "Wir müssen in diesen Tempel hinein, Jabari." "Es stellt sich die grundsätzliche Frage, wer uns diese Nachricht im Weißen Raum übermittelt hat, Perry? Warum wurden wir hierher geschickt? Möglicherweise ist es eine letzte Falle des Atopen um uns endgültig aus dem Verkehr zu ziehen." Gneppo trank einen Schluck Tee und biß herzhaft in eine der scharfen Gebäck-Pyramiden. Rhodan spekulierte. "Könnte es nicht sein, daß das Bordgehirn der JULES VERNE sich auf irgendeine Weise in den Weißen Raum gerettet hat nach der Zerstörung des Schiffs? Kam die Nachricht eventuell von NEMO?" Gneppo kaute genußvoll auf der Pyramide, er schien scharfe Speisen zu mögen. "Könnte möglich sein aber das hilft uns jetzt nicht weiter, wir sollten bei nächster Gelegenheit an einem Tanz teilnehmen. Ich vermute stark, daß sich der Tempel erst öffnet wenn ein weiterer Faktor hinzukommt, in meinem Traum fehlte etwas. Ich kann die Gefühle der Teilnehmer espern wenn ich nahe genug bin. Der einzelne Tänzer hat gestern etwas herbeigesehnt was nicht passierte. Ich glaube, das Blutritual dient nur dem Frustabbau wenn eben das nicht eintritt." Rhodan fand dies schlüssig und bedenkenswert. Er sagte Jabari das auch. Als sie das Frühstück beendet hatten klopfte ein wohepoider Servoroboter an die Tür, trat ein und begann das Geschirr abzuräumen. Das übrig gebliebene Gebäck wanderte in die Obstschale. "Laß uns Amulette besorgen gehen, außerdem tut mir Bewegung gut nach der langen körperlichen Gefangenschaft, Perry." Sie verließen die Herberge und schlenderten durch die Stadt. Im vierten Geschäft wurden sie fündig.
Da Sie über keinerlei Zahlungsmittel verfügten, mussten es die Fähigkeiten des Mutanten von Yo richten. Nach kurzer Überzeugungsarbeit erhielt Gneppo zwei Feueramulette in einem der Geschäfte. Diese hängten sie sich um und nahmen auf einer Steinbank am Tempel Platz. Jetzt hieß es warten. Es war noch früher morgen. Nach zwei Stunden tauchte der Woheper von gestern wieder auf. Am Himmel trieb eine einsame Schönwetterwolke als er sich näherte. Pflaster bedeckten seinen Körper. Sie hätten ihn auch direkt fragen können aber das erschien ihnen als zu gewagt. So beobachteten sie einfach was passieren würde. Der Mann tanzte erneut, blickte dabei wiederholt zum Himmel und dann brach er das Ritual ab. Er kam zu ihnen und setzte sich. Auf der Bank hätten fünf Personen Platz gefunden. Er stellte sich als Ritomo Papulian vor und begann sofort mit seiner Geschichte. "Vermutlich haltet ihr mich für verrückt, bei solch unpassendem Wetter zu tanzen? Ich bin etwas verzweifelt, müsst ihr wissen. Mein Bruder ist bei der letzten Tempelöffnung vor zwanzig Tagen nicht wiedergekommen, als einziger seiner Tanzgruppe. Ich will dort rein um ihn zu suchen obwohl es mich graust. Ich bin kein Verkünder von Zahrakatt, Caihro-Duuh-Lah möge mich beschützen." Er vollführte eine zweifache Geste über seinem Kopf und war wohl generell etwas naiv. Die Amulette wiesen die Reisenden aus der Milchstraße schließlich als Zahrakatt-Jünger aus. "Das Amulett hat mich zwei Monatslöhne gekostet, die Händler sind die reinsten Halsabschneider. Es kostet mich schon Überwindung es nur zu tragen."
Sie verwickelten den Woheper in ein längeres Gespräch und dann luden sie ihn in die Herberge ein. Sie würden die fehlende Information sicher von ihm bekommen und Rhodan tat der arme Kerl schlicht und ergreifend leid. Religion konnte etwas schreckliches sein, wenn sie solches nach sich zog.
9.
Kenzan küßte Germo auf den Mund. "Ich gehe rüber und versuche zu schlafen, das solltest du auch tun mein Freund, wer weiß was uns im Schemmenstern-System erwartet." Sprachs und verschwand in der Nachbarkabine. Jobst zog den SERUN aus und legte sich hin. Im Schlaf rollte er sich zusammen wie ein Embryo, diese Angewohnheit hatte er nie abgelegt.
Atlan erwachte schon nach vier Stunden. Er räkelte sich ausgiebig, das Antigravbett war eine Wucht und Atlan hatte schon in tausenden von Betten gelegen, allein oder mit einer Gefährtin. In der angeschlossenen Hygienezelle spritzte er sich etwas Wasser ins Gesicht und verließ seine Kabine, die nur unwesentlich größer war als die beiden anderen. Permanoch schien keinen Wert auf Hierarchie gelegt zu haben und das war Atlan sehr sympathisch. Die Schotts der Kabinen seiner Orbiter standen offen, beide schliefen. Er begab sich in die Kanzel. "Stormo, kannst du den Funkverkehr in M13 überwachen und öffentliche Datenbanken anzapfen? Ich brauche dringend ein Lagebild bis wir ankommen." "Wird erledigt Atlan. Hältst du nach etwas bestimmtem Ausschau?" Atlan überlegte kurz. "Ja, ich möchte wissen wie es im Arkon-System aktuell aussieht?" Ein Holo bildete sich, gefüllt mit Einträgen, die rasend schnell vorbei zogen. "Es wird einige Minuten dauern." Atlan setzte sich in den Kommandantensessel, war froh, daß es offenbar ein realer Sessel war und keine Materie-Projektion wie überall auf der AMTERIA. Sein Vorgänger Permanoch dürfte ein bodenständiges Wesen gewesen sein, schon die Tatsache, daß er keine Lichtzelle geflogen hatte stimmte Atlan froh. "Aus welchem Material besteht die Schiffshülle, Stormo?" Die Antwort kam sofort. "Aus Pendolon-Blau-Malachit, einem Gestein-Metall-Hybriden welcher in der Galaxis Stremo-Grun vorkommt, diese liegt übrigens nur achtzig Millionen Lichtjahre entfernt und ist eine von zwei Depot-Galaxien des Kosmokraten Orthidor, zumindest war das so vor einer Million Jahren als ich in die Stasis gegangen bin. PB-Malachit ist drei mal so hitzebeständig wie Carit aber es fehlt die Hyperraum-Ableitungsfähigkeit. Auftreffende Energien können aber notfalls in die Tiefendimension abgeleitet werden, was aber dauerhaft nicht empfehlenswert ist, da es sterblichen Passagieren Vitalenergie raubt. Die Funktion aktiviere ich nur bei einem lebensbedrohlichen Angriff. Wir könnten mit der STORMON damit ohne Schutzschirm im Kern einer Sonne aushalten ohne Schäden oder Aufheizung befürchten zu müssen." Atlan war beeindruckt. "Wer hat dich erbaut und wie lange hat das gedauert?" "Das war die letzte aktive Generation der Porleyter, bevor sie sich nach M3 zurückzogen. Es hat achtzig Arkon-Jahre gedauert, dann war ich fertig gebaut. Permanoch von Tanxbeech hat den Lichtzellen nicht mehr vertraut nachdem sein Orbiter Zenon-Kono mit seiner von einer Flotte der Ayindi abgeschossen wurde und starb. Seine eigene Lichtzelle KRAFFO hat er als Denkmal für ihn auf seinem Heimatplaneten aufstellen lassen. Sichtung und Sortierung der Daten ist jetzt beendet mein Ritter. Ich beginne." Die Datenkolonnen im Holo kamen zur Ruhe. "Auf Arkon I residiert derzeit Imperator Yobilin I. Es wird von Seiten der Galaktiker vermutet, daß er eine kontrakausale Raumzeitplastik darstellt, zudem scheint er mental verwirrt zu sein. Er hält die Naats für seine Arkoniden. Er hat die im System vorhandenen Schiffswerften reaktivieren lassen und den Bau einer tausend Einheiten starken Robotflotte innerhalb kürzester Zeit befohlen. Die Schiffe sollen 300 Meter Durchmesser haben und keinen Ringwulst erhalten. Je ein starkes Protonenstrahltriebwerk befindet sich in Bug und Heck. Korrekturtriebwerke kranzförmig darüber bzw. darunter. Es werden sonst nur gepulste Transitionstriebwerke eingebaut, die Bewaffnung ist Verschlußsache. Die Codierung zu brechen dauert wenige Sekunden, soll ich?" Atlan verzichtete darauf sollte das aber in naher Zukunft bereuen. Er setzte sich in den großen Kontursessel. "Was gibt es über das Schemmenstern-System zu berichten?" Stormo fuhr fort. "Das Schemmenkosortium hat sich zur Wahl-Baronie erklärt und den Wissenschaftler Mitzalak Benzon zum Fürsten gewählt. Seine siebenjährige Amtszeit endet in drei Jahren. Er ist Ekhonide und sehr beliebt bei der Bevölkerung. Die Geschäfte dort florieren aufgrund der hohen Vorkommen von roten und und transparenten Khalumvatt-Kristallen. Yobilin hat große Mengen davon für seinen Flottenbau geordert. Die Bevölkerung vertraut dem Fürsten voll und ganz, es herrscht Vollbeschäftigung." Atlan wurde zum Sofortumschalter. "Sobald wir ankommen stell eine Verbindung zum Amtssitz des Fürsten her, ich möchte ihn über unsere Mission persönlich informieren. Und noch eine Frage, hast du spezielle Einsatzanzüge für uns an Bord?" "Selbstverständlich mit integriertem Hypertrop, Femto-Syntronik, Paratronschirmen, Para-Kut-Tarnprojektoren und Quintadimwerfern als Bewaffnung. Die Anpassung an eure Konstitution wird gerade durchgeführt. Ihr könnt diese Anzüge samt Waffen in der Rüstkammer ein Deck tiefer abholen." Die Stimme der STORMON machte eine Pause, Atlan kratzte sich am Kopf. "Atlan, ich freue mich auf die Mission, danke, daß du hier bist. Ich war lange Zeit so unendlich einsam. Alle tausend Jahre erwachte ich aus der Stasis, nur um festzustellen, daß es offenbar keine Ritter der Tiefe mehr gab. Ich bin jetzt sehr glücklich." Atlan war froh, daß der Bordrechner keinen Avatar materialisiert hatte, dieser hätte ihn sicher umarmen wollen. "Störe ich?" Kenzan hatte unbemerkt die Kanzel betreten, nahm im Sitz neben Atlan Platz. Er lächelte. "Germo schläft noch, er hat mir die Kurzfassung seiner Vita erzählt. Was ihr in der Synchronie erlebt habt ist wirklich haarsträubend." Atlan orderte zwei Flaschen eines Fruchtsafts am Verpflegungsterminal, warf Kenzan eine zu, trank einen tiefen Schluck und lehnte sich an die Wand. "Kenzan, du mußt mir versprechen, stets ein Auge auf deinen neuen Freund und Kampfgefährten zu haben. Ich war nie ein typischer Ritter der Tiefe, dafür blieb schon keine Zeit als damals der Dekalog der Elemente die Lokale Gruppe unserer Galaxien angriff. Ich hatte nie Zeit eine Kaderschmiede für Orbiter zu gründen und diesmal ging es auch wieder hauruck mit meiner Verpflichtung als Ritter. Ich verfüge nicht einmal über eine Flotte und Truppen. Eigentlich bin ich ein Ritter mit zwei Knappen, von denen einer mit seinen Inneren Dämonen ringt. Germo ist zudem kein ausgebildeter Soldat wie du. Er gehört dem inoffiziellen Mutantenkorps der alten LFT an. Seine Mutantenausbildung wurde dort vor einem Jahrzehnt nachgeholt, in den letzten sechs Jahren ging er in verdeckte Einsätze in der gesamten Galaxis. Seine Mutantenfähigkeiten dürften mittlerweile stabil sein aber seine Psyche ist nach wie vor verletzlich. Weiß er, daß du verheiratet bist?" Kenzan wurde jetzt ernst, das Lächeln verschwand. "Ich habe ihm gesagt, daß ich mit meinem Ehemann Connor eine offene Partnerschaft führe. Das scheint kein Problem für ihn zu sein. Er hat eine Trennung hinter sich, war offenbar mit einem TLD-Agenten fünf Jahre zusammen bevor dessen Missionen eine Weiterführung der Beziehung verunmöglichten da man die beiden beruflich trennte. Eine letzte gemeinsame Mission der beiden endete beinahe mit der Vernichtung eines Planeten, sie haben einen Ring von Traitor-Jägern, die im Besitz von zwanzig Arkonbomben waren, in der Southside ausgehoben hat er mir gesagt. Den Namen des Agenten dürfe er nicht preisgeben. Hat mich auch nicht groß interessiert wie der Bursche heißt. Dieser scheint auch Beziehungen mit Frauen gehabt zu haben. Germo hat diese Freundschaft sehr gut getan, ich werde mich bemühen ihm genauso Halt zu geben, wenn er es möchte. Er ist zwar zwanzig Jahre älter als ich aber innerlich wohl immer noch der Teenager aus der Falschen Welt. Ich mag ihn sehr." Atlan wäre von seinen militärischen Ausbildern vor dreizehntausend Jahren ungespitzt in den Boden gerammt worden für sein Verhalten, hier vor einem gefährlichen Einsatz privateste Dinge zu besprechen aber er hatte in unzähligen Einsätzen in einem ungefähren Dutzend von Galaxien gelernt, daß es extrem wichtig war seine Kampfgefährten in und auswendig zu kennen, das war überlebenswichtig. Mit Schaudern drängte sich ihm ein Bild Razamons in Bewußtsein, mit diesem hatte er unzählige Abenteuer auf dem Dimensionsfahrstuhl Pthor durchlitten und erst am Ende erkannt wie es um den Gefährten innerlich stand. So etwas wollte er nicht noch einmal erleben. Über rein militärisches Gebaren war er schon lange hinaus. Kenzan würde Germo mit Zähnen und Klauen verteidigen wenn es zum Kampf kommen sollte und damit rechnete der Arkonide. "Bist du in der Dagor-Kampfkunst ausgebildet worden Kenzan?" Der 30jährige Arkonide bejahte das, was Atlan extrem erleichterte. Er habe seit seinem zwölften Lebensjahr in Neu-Atlantis auf Terra trainiert und vor einem Jahr den vierten Grad von fünf möglichen erreicht. Er durfte sich somit Dagor-Großmeister nennen. An der Flottenakademie wo Dagor leider mangels kompetenter Ausbilder nicht mehr gelehrt wurde hatte ihm das beim Nahkampftraining sehr genützt. Er hatte einen Abschluss in Taktischer Ortung, Galaktischer Navigation, Hyperfunk-Historie und -Praxis absolviert und trug den LFG-Flotten-Rang eines Leutnants, was ihm sehr bald den Posten des Kommandanten einer Aufklärungs-Spacejet oder einer Minor Globe eingebracht hätte. In der Flotte gab es nur noch fünf Dienstränge: Kadett, Leutnant, Major, Oberst und General. Über dem Gespräch waren die letzten beiden Flugstunden vergangen. Kenzan hatte ihm noch allgemeine Infos über die galaktische Lage geliefert, aus der Sicht eines einfachen Flotten-Mitglieds der LFG. Atlan hoffte stark, daß man die LFG auch nach Andromeda und die Magellan-Wolken würde ausdehnen können sobald die Frage der Ekpyrosis geklärt und das Unheil abgewendet war. Seit dem Ende der Kosmischen Hanse war es galaktopolitisch stetig fast nur rückwärts gegangen. Atlan verfluchte sich dafür, Cairol VIII nicht nach dem Jahrtausend der Kriege befragt zu haben, wo dieser doch schon den Kosmokraten Hismoom erwähnt hatte. "Geh jetzt Germo wecken, wir treffen uns alle ein Deck tiefer in der Rüstkammer. Wir bekommen schlagkräftige Einsatzmonturen und Waffen. Ich werde zwei Dagor-Schwerter für uns kaufen nach unserer Ankunft im Schemmenstern-System. Und zu meiner Schande muß ich gestehen, daß ich es selbst auch nur zum Großmeister des Dagor geschafft habe, in all den Jahrtausenden habe ich den Rang des Hochmeisters niemals erreicht. Aber genug geredet, in 20 Minuten erreichen wir Schemmenstern." Kenzan salutierte grinsend und tat wie ihm geheißen war. Atlan war heilfroh, daß er so gar keine Heldenverehrung an den Tag legte. Dann bereitete er sich innerlich auf das Gespräch mit dem Wahl-Baron vor und trank den restlichen Fruchtsaft.
*
to be continued next week



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