PR 2936
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Perry Rhodan Nr. 2936: Das Geheimnis von Thoo

Autor: Wim Vandemaan

Inhalt

Den Angaben Homunks zufolge gibt es auf dem Planeten Thoo im Madurantsystem eine Hinterlassenschaft der Superintelligenz ES. Madurant wurde als rote Sonne im Sternhaufen Canis Major identifiziert. Sie trägt die Katalognummer CM-SVII-125.127 und hat sieben Planeten. Thoo ist eine erdähnliche Welt ohne Mond, die von einem Trümmerring umgeben ist. Das System wurde bisher nicht erforscht. Die Terraner haben eine kleine, aber schlagkräftige Flotte entsandt, die in wenigen Lichtwochen Entfernung vom Madurantsystem bereitsteht. Opiter Quint und seine Gefährten landen am 8. November 1551 NGZ mit dem Dolan JASON auf Thoo. Anzeichen von höher entwickeltem Leben sind ebenso wenig zu finden wie Überreste einer früheren Besiedlung. Homunk empfindet Abscheu und Furcht, weiß aber nichts Genaues über den Planeten. Zau spürt eine überall in der Umgebung verteilte mentale Präsenz. Es sind Gedankensplitter, die nicht von Tieren stammen können. Als ein großes Tier mit Schildkrötenpanzer angreift, das vergiftete Knochenpfeile verschießen kann, fängt Zau den Begriff "Trakkod" auf.

Der Planet wird mit Sonden erkundet. Sie entdecken ein überwuchertes Raumschiffswrack. Es handelt sich um ein halutisches Schiff. Die Positronik kann reaktiviert werden. Die Speicher enthalten jedoch keine verwertbaren Informationen. Im Maschinenraum liegt das Skelett eines Haluters, der vor 5000 gestorben ist. Sehr wahrscheinlich wurde er von Trakkods überrascht und getötet. Am 10. November wird JASON von verschiedenen Lebewesen attackiert und muss starten. Zahlreiche Trakkods stürzen sich auf Homunk. Quint bringt den Androiden in Sicherheit. Zau erkennt, dass Homunk wie ein Magnet auf die Gedankensplitter wirkt. Sie sind vom Wunsch nach Rache und Gerechtigkeit erfüllt. Ein weiterer von Zau aufgefangener Begriff - "Thoogondu" - lässt Rückschlüsse darauf zu, dass es einen Zusammenhang zwischen Thoo und dem Goldenen Reich gibt, welches Perry Rhodan vor einem halben Jahr ein Bündnis angeboten hat. Nachdem Zau von seiner Kollegin Mahnaz Wynter eine stimulierende Droge erhalten hat, kann er die Quelle der Emotionen aufspüren.

Am betreffenden Ort entdecken die Galaktiker einen vier Meter hohen glitzernden Stab, in dessen Verbundlegierung Hyperkristalle unbekannter Herkunft eingelagert sind. Ihr Strahlungsmaximum liegt weit über dem von PEW-Metall. Das Gebilde muss älter als 5000 Jahre sein. Die Hyperkristalle werden von der erhöhten Hyperimpedanz nicht beeinträchtigt. Etliche tausend wurden aus ihren mikroskopisch kleinen Einfassungen gelöst. Wieder taucht ein Begriff in Zaus Geist auf: "Hooris". Als Zau die Säule berührt, wird mentaler Kontakt mit der Gesamtheit der Gedankensplitter hergestellt. Das Kollektivwesen bezeichnet sich als "der Monitor". Die Wesenheit überwacht den Planeten und erachtet Zau als würdig. Daraufhin laufen extrem fortschrittliche Holoprojektoren im Trümmerring an. Der gesamte Planet wird zur Projektionsfläche für die von ihnen erzeugten Bilder. Vor den Augen der Galaktiker ersteht die Pracht und Herrlichkeit der Hauptwelt des ersten Gondunats neu. Informationen über diese längst vergangene Zeit manifestieren sich in Zaus Bewusstsein.

Die Gruppe fliegt die Stadt Thoodid an. Sie war einst Sitz des Gondus, dessen Volk nicht nur Canis Major beherrscht hat, sondern auch große Teile der Milchstraße. Der Gondu ist irgendwann an einen Ort namens Ausca umgezogen, um "den Heimgesuchten" beistehen zu können. Es wird festgestellt, dass die Tiere, die JASON angegriffen haben, Träger von Hooris-Kristallen sind (was die Galaktiker nicht wissen: Die Trakkods haben diese Kristalle buchstäblich von dem Stab abgeleckt), und dass die Kristalle als Träger der Bewusstseinssplitter des Monitors fungieren. Der Monitor kann die Tiere steuern und hat sie damals vermutlich auf den Haluter gehetzt, weil dieser als unwillkommener Eindringling betrachtet wurde. Quint meint, der Monitor bestehe aus Bewusstseinsfragmenten eines oder mehrerer Thoogondu.

Homunk teilt mit, anhand der Hologramme habe er einen Ort gefunden, an dem das Relais stehen müsste. Dort habe "der Wanderer" auf seinen Wegen gerastet. Wer das Relais berge, könne auf das Protokoll des Zerwürfnisses zugreifen und werde erfahren, warum die Thoogondu von ES vertrieben worden seien. Homunk räumt ein, den Zorn des Monitors bewusst auf sich gezogen zu haben, um Zau ins Spiel zu bringen. Auch Ellert hätte die Säule ansprechen können, doch das hätte zu lange gedauert und seiner Meinung nach drängt die Zeit. Quint ruft die terranischen Schiffe herbei, denn die Thoogondu haben das Relais tief in der Planetenkruste versenkt. Als die Schiffe mit der Ausschachtung beginnen, setzen die Holoprojektionen Trugbilder gegen die Terraner ein. Die Bilder können keinen Schaden anrichten, stiften aber so viel Verwirrung, dass zwei Space-Jets abstürzen. Es gibt Tote und Verletzte. Daraufhin werden die Holoprojektoren zerstört.

Am 13. November stoßen die Terraner in 21 Kilometern Tiefe auf ein Tor, hinter dem sich ein Tunnel erstreckt. Das Tor ist über 30.000 Jahre alt. Quint, Wynter, Ellert und Zau durchqueren es. Sie nehmen vier TARA-IX-INSIDE mit. In 37 Kilometern Tiefe verläuft der Tunnel nur noch horizontal und mündet in eine riesige Halle. Dort steht eine 222,7 Meter hohe Version von Ellerts Tribar. Das Amulett wird von dem großen Objekt angezogen. Als das Amulett das große Tribar berührt, öffnet sich ein Durchgang in der Hallenwand, welcher von den TARAS nicht passiert werden kann. Auf der anderen Seite liegt ein idyllischer Park mit einer Grundfläche von fünf Quadratkilometern. Man steht vor einem kunstvoll geschnitzten Torbogen aus Holz. Ellert erklärt, hier befinde sich das Protokoll des Zerwürfnisses. Wieder fungiert Ellerts Tribar als Schlüssel. Es entfaltet sich und verschmilzt mit dem Torbogen. Ellert kann diesen nun durchschreiten und zwei Personen mitnehmen. Quint ist Nummer eins. Nummer zwei soll nach Ellerts Willen Zau sein.

Kringels Meinung:

Auf den Doppelroman des einen Expokraten folgt ein Doppelroman des zweiten. Wie erwartet könnten die Unterschiede kaum größer sein. Kasper spielt wirklich in einer ganz anderen Liga als sein Kollege. Mehr will ich dazu gar nicht sagen.

Bevor mich wieder jemand falsch versteht und mir vorwirft, ich würde Superintelligenzen oder den kosmischen Überbau der PR-Serie grundsätzlich ablehnen, sei gesagt, dass dem nicht so ist. Ich halte lediglich den Umgang der Autoren mit dieser Thematik für fragwürdig. Die Art und Weise, wie insbesondere Superintelligenzen eingesetzt werden, kommt mir nicht immer gelungen vor. Die Autoren machen es sich manchmal zu leicht, die angeblich für Menschen nicht zu durchschauenden Motivationen der Superintelligenzen, ihre überlegene Einsicht in die Zusammenhänge des Multiversums usw. einzusetzen, um kosmische Schnitzeljagden aufzubauen, deren Sinn sich mir oft nicht erschließt. Natürlich könnten die Autoren anstelle der Marotten von Superintelligenzen auch andere Ausreden für die Geheimniskrämerei erfinden - dass sie es eben nicht tun, das heißt, dass immer die gleichen schon seit 1961 (PR 14) bekannten Handlungsschemata abgespult werden, ist ein Teil der Kritik.

Offensichtlich befinden sich Quint und seine Freunde mittendrin in einem Langzeitplan von ES, in dem die wie üblich entweder gar nicht oder in Rätseln sprechenden Boten (Homunk, Ellert) für weitere Verwirrung sorgen. In diesem Zusammenhang finde ich es charmant, wie sich Hartmut Kasper aus der Affäre zieht. Er lässt Aichatou Zakara den Leitsatz "Das Medium ist die Botschaft" von Marshall McLuhan zitieren. Sie meint, die Menschen seien der irrigen Ansicht, die von ES geschickten Boten hätten etwas auszurichten. Womöglich sei jedoch die Existenz des Boten an sich schon die Botschaft, und diese werde von den Menschen nicht verstanden, weil sie darauf warten, dass der Bote endlich Klartext redet. Somit werfe man ES unberechtigterweise Geheimniskrämerei vor. Da fühle ich mich doch direkt angesprochen! Übrigens: Quint sagt, ohne ES hätte die Menschheit den Weg zu den Sternen nicht so schnell gefunden. Ich könnte einwenden, dass es vielleicht besser für die Menschheit gewesen wäre, wenn sie auf diesem Weg langsamer vorangeschritten wäre. Aber das nur nebenbei. Insgesamt hat mich Kaspers Roman nach dem Tiefschlag der letzten beiden Wochen wieder aufgerichtet.

Im Kommentar zu PR 2905 habe ich geschrieben: "So ganz genau wissen wir ja nicht, was sich in der Milchstraße zwischen dem Untergang des Großen Tamaniums der Lemurer und dem Aufstieg des Großen Imperiums der Arkoniden zugetragen hat. Ich bin mir mit den Zeiten nicht ganz sicher, meine jedoch, dass es damals Völker gegeben haben muss, die zumindest theoretisch milchstraßenweit aktiv gewesen sein können. Etwa die Akonen, die Haluter und die Posbis, um nur ein paar naheliegende Beispiele zu nennen. Immerhin müssen die Thoogondu ungefähr 5000 Jahre lang in der Milchstraße ein ziemlich großes Reich beherrscht haben. Das ist eine sehr lange Zeit. Gut, die Thoogondu wollten absolut nichts hinterlassen, aber sollte sich nicht irgendwer, der Kontakt mit ihnen hatte, an das Goldene Reich erinnert haben? Es könnte sich lohnen, mal in den Archiven zu graben." Jetzt wird genau das getan. Das Madurantsystem ist in den Sternenkatalogen der Arkoniden, Akonen und Tefroder nicht vorhanden, nicht mal Posbis und Haluter haben das System gründlicher erforscht. Schön, aber um das Madurantsystem geht's doch gar nicht, sondern um die Existenz eines riesigen Sternenstaates in der Milchstraße. Ich kann nach wie vor nicht glauben, dass das niemandem aufgefallen sein soll.

J. Kreis, 25.11.2017


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Gastkommentare


Neueste Kommentare stehen oben.


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Hans (27.11.2017):

@Patrick: sehr guter Kommentar, der das 'Dilemma' mit ES auf den Punkt bringt. Bei Thez, der ja noch 2,5 Zwiebelschalen weiter außen angesiedelt ist als ES gab es den Vergleich mit Ameisen die ihren Bau in einer großen Arena innerhalb einer Stadt gebaut haben und auch nur rudimentär verstehen was dort vor sich geht.
Ihr Vergleich mit Perry Rhodan als Hund und ES als Herrchen beschreibt dagegen gut die Entwicklung Rhodans seit Band Nr.74 denn Perry ist inzwischen viel weiter als die Ameisen. Genauso wie ein Hund intelligenter ist als ein einzelnes Insekt. Man könnte auch eine Absicht der Expokratur dahinter vermuten, dies im aktuellen Teil-Zyklus rüberzubringen (die Machenschaften des Gondunats durchschaut er recht schnell) - obwohl Rhodan als Person (der Hund) 'abgelöst' wird durch verschiedene Akteure an verschiedenen Schauplätzen. Bully/Arkoniden/Tefroder schlagen sich mit den Gemeni herum. Quint/Ellert/Zau/Zakara/Wynter untersuchen die Mosaiksteine eines Rätsels und bekämpfen Adam von Aures.
Perry/Gucky/Besatzung der RAS TSCHUBAI untersuchen das Goldene Reich.
Alles drei hängt zusammen, die verbindende Klammer ist die LFG-Regierung/USO/der Maghan von denen die drei Gruppen den jeweiligen Auftrag haben.
Man könnte es so interpretieren, daß ES die derzeitigen Gefahren als so gewaltig ansieht, daß er mehrere seiner aktuellen Hilfsvölker losschickt (die Tefroder gehören m.E. dazu) anstatt nur Perry/Terraner allein damit zu beauftragen - man hätte von seiten der Expokratur dann nur eine Nebenhandlung in der MS gebraucht, die mit dem zentralen Handlungskomplex nichts zu tun hat. So ist es aber diesmal nicht.
Dahinter steht ein gewaltiger Konflikt (der hoffentlich von den Autoren einigermaßen würdig aufgelöst werden wird, grins) nämlich der zwischen ES und Thez! Das bringt mich zu einer Spekulation:
Könnte es sein, daß die Thoogondu von ES einen Ewigen Bund verlangt haben, eine unauflösliche Bindung an ihn bis zum Ende des Universums? Ist es das was zum Zerwürfnis führte, weil dem Wanderer ein ewiger Schoßhund doch als zu strange erschien???
Fiel mir alles nur aufgrund ihres Gastkommentars ein. Danke! Wir betreiben hier sozusagen Virtuelles Brainstorming, grins.


Patrick (26.11.2017):

Eine faire und ausgewogene Bewertung.

Ein Langzeitplan ES' würde Fragen zur absurden dys-chronen Scherung aufwerfen. Hat ES diese vorausgesehen? Wenn ja, wie? Es handelt sich um eine rückwirkende, schlagartige Änderung der Struktur des Universums, mit einer Entfernung von ES aus seiner Mächstigkeitsballung. Wenn Thez, in dem ES ja irgendwie stecken soll, rechtzeitig gewarnt hätte, dann müsste ES ziemlich schnell umdisponiert haben. Oder hat ES rückwirkend vor vielen Jahren (Millionen?) Meldung erhalten? Könnte Atlan involviert sein?

Zur Geheimniskrämerei von ES möchte ich Sie gerne auf die Diskussion verweisen, die u.a. Perry Rhodan ausgerechnet mit Erst Ellert geführt hat, nachdem Letzterer während des Abruse-Zyklus in die Handlung eingriff. Rhodan hatte in dieser Zeit nämlich einerseits Bauchschmerzen, weil er sich als Marionette von ES sah - zur Erinnerung: ES verfolgte damals einen Langzeitplan, die Abruse zu besiegen und 20 Milliarden Terraner im Arrresum anzusiedeln -, auf der anderen Seite warf er ES/Ellert Abgehobenheit und Geheimniskrämerei vor.

Ellert erklärte daraufhin, ES verfolge mit den Terranern als seinem wichtigsten Hilfsvolk einerseits Ziele, die für das Überleben des Universums, eventuell sogar des GESETZES, von überragender Bedeutung seien; in diesem Fall die Verhinderung eines Übergreifens der Abruse auf die universale Plus-Seite.

Auf der anderen Seite sei die Superintelligenz aber bestrebt, den freien Willen der Menschheit aufrecht zu erhalten. Diese, insbesondere die ZA-Träger, sollten gerade nicht zu Schachfiguren degradiert werden, sondern sich frei und positiv entwickeln können.

Daher gebe ES nur Hinweise und Anreize, die nach großer Wahrscheinlichkeit zum Ziel führten, aber die Eigeninitiative der Terraner bzw. Galaktiker aufrecht erhielten. ES navigiere so im Spannungsfeld zwischen elementar wichtigen Aufgaben für das Universum und dem Schutz des höchsten Gutes der Menschheit, ihrer Freiheit und Individualität. ES dressiert Menschen nicht wie Hunde, sondern lockt sie nur in eine Richtung - das mildeste funktionierende Mittel. ES lässt den Wald gedeihen und rodet nur Bäume, wenn der Wald an sich gefährdert ist. Passt das zum "kosmischen Bewusstsein" nicht besser, als wie die Pangalaktischen Statistiker Erkenntnisse herunterzuspulen und dann zu erklären: "So, Rhodan, fliege jetzt in den Galaxienhaufen Sowieso und tue dies und das - oder das Universum stirbt!"

Ich finde diese Erklärung - für eine Heftromanserie mit Unterhaltungsfunktion - ausreichend, eventuell sogar durchdacht. Sie immer wieder zu bemühen kann ermüdend sein; ein eigentlich geklärtes Thema immer wieder aufzurollen aber auch. Wir haben eine gute Erklärung (in der Zwischenzeit hörten wir auch schlechtere), warum also sollte man sich immer neue aus der Nase ziehen. Und es wäre wohl albern, statt SIs jemand anderen als Geheimniskrämer einzusetzen. Stellen Sie sich vor, seit fast dreitausend Bänden würde z.B. Atlan diese undankbare Rollle spielen. ("Tut mir leid, Perry, ich habe das gewusst, aber ich wollte dir die Eigeninitiative lassen.")

Übrigens ist auch logisch, dass Menschen höhere Wesen nicht verstehen können, so banal das sein mag. Wenn Sie einen Hund haben wird dieser nicht verstehen, warum und wieso manchmal das Licht an und ausgeht. Vielleicht rafft der Hund, dass Sie dahinter stecken; warum Sie im Bett lesen wollen oder wie die Technik funktioniert kann der Hund nicht verstehen. Mir sind die SIs (etc) in "Perry Rhodan" lieber als die höheren Entitäten in anderen SF-Serien. Schauen Sie sich die Q in Star Trek an. Die sind nämlich allmächtig, treten aber als Menschen auf und führen sich auf wie Kinder. Und denken nach menschlichen Maßstäben. Taurec hat mich daran erinnert.

Die Frage nach der positiven Rolle von ES auf die terranische Menschheit des 20. Jahrhunderts ist müßig, da die Autoren die Frage entscheiden können. In der Realität haben wir das letzte Jahrhundert - trotz allem - ohne ES überstanden. In der Serie jedoch drohte damals ein Atomkrieg und die Auslöschung der Menschheit. Und laut der Serie war es letztlich ES, der/die/das Rhodan zu seiner Raumfahrerkarriere beeinflusste. Die Spekulation, was ansonsten geschehe wäre, ist nicht zielführend, da dies ein Exposé-Autor verfügen kann. Vielleicht hätte Rhodans Ersatz die arkonidische Technik genutzt, um sich zum Diktator aufzuschwingen oder sie an die US-Regierung übergeben. Vielleicht wäre sie auch in die Sowjetunion oder an die Asiaten gefallen. Und vielleicht wäre die Menschheit im Dritten Weltkrieg untergegangen. Wir wissen nur sicher, dass sie mit ES überlebt hat. Sinnlos scheint die Frage auch deswegen, weil es ansonsten diese Serie nicht geben würde; zumal keine ZA-Träger existieren würden. Allein durch die Unsterblichkeit ausgewählter Terraner wie Rhodan hat ES die Menschheit positiv beeinflusst. Für Deutschland, Europa und letztlich die Menschheit wäre esz.B. vielleicht besser gewesen, wenn Bismarck einen Zellaktivitator bekommen hätte, denn er sah die Gefahr des Ersten Weltkrieges voraus und wollte sie bannen. (Gefeuert worden wäre er wohl trotzdem.)

Wenn die Autoren solche Sachen sagen, müssen wir es wohl hinnehmen. Wir können es gut finden oder blöd, an den Fakten können wir nicht rütteln. In Star Wars fand der sich für Klischees begeisterte George Lucas es sinnig, gierige Industriekonzerne als Separatisten einen demokratischen Staat zerreißen zu lassen, um so fiesen Faschisten die Tür aufzumachen. Ich kann das blöd finden, ich kann sagen, dass das typische linksliberale Hollywood-Vorstellungen sind; ich kann auch sagen, es sei eine kluge Betrachtung historischer und zeitgenössischer Probleme. Ich kann das Setting aber nicht so uminterpretieren, wie es mir persönlich in den Kram passt; also ein llibertär gesinnter Zeitgenosse kann nicht sagen, na ja, diese Industrielobbygruppen sind eigentlich Kommunisten, und der Imperator ein Imam, da die Sith ja eine Theokratie sind.


Hans (26.11.2017):

Das *...*schrieb ich schon vor fünf Wochen - jetzt passt es.
*Vor kurzem habe ich "Perry Rhodan LEMURIA 5" aus meinem Regal gezogen, Autor: Thomas Ziegler. Titel: DIE LETZTEN TAGE LEMURIAS. Hatte ich wahrscheinlich irgendwann mal gekauft und nie gelesen, was ich nachgeholt habe. Erschienen ist das Paperback im Jahr 2005 und es ist mit einem umfangreichen Nachwort von Hartmut Kasper versehen worin dieser sich über Zeitreisen in der SciFi allgemein, speziell bei Perry Rhodan und den Autor des Buches auslässt - das war zwei Jahre bevor der erste Heftroman von WiVa in der EA erschienen ist und acht Jahre bevor er Expokrat wurde.
Vermutlich liegt hier schon der Hund begraben, der zu all dem führte was seit Nr. 2700 in der EA passiert ist. Das Wort Atopie taucht noch nicht auf aber stattdessen "U-Topia (kein Ort)" und "U-Chronia (keine Zeit)" auf Seite 295. Kasper bezieht sich damit auf die "Grenzzeit" der "Zeitgänger", die Ziegler im Chronofossilienzyklus kreiert hat. Diesen Zyklus habe ich in meinem Gastkommentar zu Nr. 2930 Willi Voltz zugeschrieben, muss das aber hiermit korrigieren. Die Grundidee stammt wahrscheinlich noch von ihm aber die konkrete Ausarbeitung dieses Zyklus hat Ziegler in den fast 12 Monaten erstellt als er alleiniger Exposé-Redakteur der Serie war. "U-Chronia" kann man glaube ich getrost als das ansehen was Kasper später mit den Jenzeitigen Landen und der Atopie erfinden wird. Er knüpft damit m.E. an die Zeitgänger-Geschichte von Ziegler fast nahtlos an und erweist sich auch damit als Epigone von Vorgängern auf dem Expokratensessel (siehe auch die diesbezügliche Aussage von Michelle Stern auf der LKS von Nr. 2930 - 'auf den Spuren von Voltz wandeln'). Ziegler hat diese "Grenzzeit" als die Zone bezeichnet in welcher alle "Zeitspuren" sich in der noch unbestimmten Zukunft verlieren; die Zeitgänger meiden diese Zone um sich nicht unwiederbringlich darin zu verlieren - Hartmut Kasper hat dahinter Thez und seine JZL plaziert. Den Chronofossilienzyklus kenne ich sehr gut, da er zu meinen Favoriten in der gesamten Serie zählt und zudem habe ich diesen in den letzten Wochen wieder angefangen zu lesen. Wer "Lemuria 5" griffbereit hat, sollte sich dieses Nachwort mal gründlich durchlesen! So ganz nebenbei wurde mir dann auch klar, daß die Figur des Opiter Quint eine Hommage an Thomas Ziegler/Rainer Zubeil sein muß, dessen Pseudonym Robert Quint war, als er in den 80er Jahren maßgeblich die Bastei-Serie "Die Terranauten" prägte, aus Robert wurde Opiter. Es gilt zwar m.E. 'besser gut geklaut als schlecht selbst erdacht' aber was letztlich dabei heraus kommen wird kann man erst beurteilen wenn Nr. 2999 erschienen und gelesen sein wird und bis dahin dauert es ja noch eine ganze Weile. Aus jenem Nachwort etwas herauszuspekulieren über den weiteren Verlauf des aktuellen Teil-Zyklus halte ich für unmöglich, dafür ist das alles viel zu umfangreich was Herr Kasper damals nur angerissen hat, ein Parforce-Ritt durch die gesamte SciFi seit H.G. Wells "Zeitmaschine" aber man kann anhand dieses Nachworts glaube ich gut nachvollziehen, von wo er bisher seine Ideen bezogen hat, seit er Expokrat wurde.*
Zum aktuellen Heft: bevor ich zum Roman komme zunächst etwas zur Leseprobe in der Heftmitte und zur LKS. Das PR-Extra Nr. 16 fiel mir erst auf als ich mir am Mittwoch das aktuelle Heft holte. Ich besitze nur wenige von den bisherigen PR-Extra-Heften - ein Kauf lag stets daran, daß es wirklich etwas extra gab z.B. ein Hörbuch oder Hörspiel auf MP3-CD. Was bekommt man diesmal? Nichts außer ein matt kaschiertes Heft mit Überlänge für 2,95 - wäre eine CD beigelegen so hätte ich trotz der Story um Odin Goya, den ich ja bei seinem Auftritt in der Erstauflage gnadenlos verrissen habe, sicher einen Kauf getätigt. 5,80 mit CD gerne, ohne 'Gimmick' ist mir schon der niedrigere Preis zuviel. Zudem man aus der Leseprobe ersehen kann, daß es um einen Mordanschlag gehen wird sprich Terrorismus - Nein Danke :-(. Vermutlich verkaufen sich die hochglanz-kaschierten Kurzserien zu gut als das man bei Extra-Heften noch eine CD beizulegen gedenkt und eine matte Kaschierung (billiger in der Herstellung) tuts wohl auch. Es braucht eigentlich relativ wenig um mich zufrieden zustellen. Mittlerweile sehe ich sogar wieder regelmäßig Dr. Who nachdem der Schauspieler des Doktors gewechselt hat obwohl der Klamauk und die Unlogik geblieben sind. Verpackung ist manchmal mehr als man denkt. Wenn dann noch der Inhalt stimmt... auf der aktuellen LKS findet sich der Hinweis, daß der Silberband "Einsteins Tränen" in einer Bestsellerliste auftaucht, zwar nur auf Platz 20 aber immerhin! Hoffentlich haben die Erben von Willi Voltz und der anderen Alt-Autoren wenigstens finanziell etwas von diesem Erfolg?! LKS: diesmal nur Lobhudelei von 'Hurrah-Lesern'. Meine Kritik am Themsen-Band "In Arkons Schatten" den ich vor einer Weile an Frau Stern geschickt hatte (inhaltlich deckungsgleich mit meinem Gastkommentar zu diesem Band hier im Kreis-Archiv) bekam ich beschwichtigend beantwortet aber auf der LKS wird nichts davon erscheinen. Scheint so als ob man denkt, das Thema Darstellung sexueller Minderheiten in Perry Rhodan ist zu kontrovers um Leser darüber diskutieren zu lassen? Zumindest hat mir Michelle Stern versprochen, meine Kritik auf der nächsten Autoren-Konferenz zu thematisieren.
ENDLICH geht es weiter mit dem Subplot um Ernst Ellert, Opiter Quint und den Hinterlassenschaften von ES, den ich ja für den Hauptplot seit 2900 halte, wie ich schon mal geschrieben habe und meine Erwartungen wurden nicht enttäuscht. Ein sehr guter Roman. Ich habe nur eine Kleinigkeit auszusetzen. Auf S.32li.Sp.u. fliegt Quint durch eine Lücke im Prallschirm des Dolans um diesen von den unterirdisch angreifenden Lianen zu befreien, dabei muß er Angriffen der Hautflügler aus der Luft ausweichen; die geworfenen Felsbrocken konnten aber gar nicht durch den Prallschirm gelangen zudem es unter Sicherheitsaspekten unlogisch erscheint, daß der Schirm nicht kugelförmig so ausgedehnt war, daß eine Attacke von unten unmöglich war - ansonsten war der Roman bugfrei :-)! Aufgefallen ist mir folgendes:
1. Auf S.30re.Sp.u. ist von "tiotronischen Triumphbögen" und "Neuro-Obelisken" die Rede. Zu letzteren zählt wohl der weiße Obelisk aus Pedgondit an dem Zau die Holoprojektoren in Gang setzt. Aber Tiotroniken? Die soberische Zivilisation aus der die Kaiserin von Therm hervorging hat Tiotroniken benutzt. Warum wird hier tiotronische Technologie erwähnt? Wer ist mit Pyrrhus-Sieger und Besiegtem in diesem Kurzkapitel gemeint? ES und das Gondunat?
2. Auf S.38li.Sp.m. ist von einer "vielverzweigten unterirdischen Planzen-Pilz-Lebensgemeinschaft" die Rede - das erinnert stark an den Höllenplaneten Sumurdh auf dem der Spross KYLLDIN vernichtet wurde. Ist das eine alte biologische Waffe der Thoogondu, die sich auf noch mehr Planeten findet?
3. Auf S.40re.Sp.o. identifiziert Zau die winzigen Kristalle an dem Pedgondit-Obelisken als "Hooris-Kristalle". Die Thoogondu haben solche als Schutz vor der Verdummung benutzt als sie während der Schwarm-Krise in die ORION vordrangen um die Überlebenden Besatzungsmitglieder zu retten.
4. Trakkod - diese Bezeichnung fällt bereits am Anfang des Romans. Mir fiel erst später ein, daß ein solches Raubtier als Party-Gag auf einer Hofgesellschaft beim Ghuogondu gedient hat um die Gäste in Angst und Schrecken zu versetzen als es aus seinem Käfig ausbrach.
5. Auf S.50re.Sp.m. macht Opiter Quint gegenüber seiner Begleiterin scheinbar/offenbar einen Witz indem er beschreibt wie ES mithilfe von Zeitsonden die Zukunft ausforscht. War das tatsächlich nur ein Witz oder stimmt das am Ende gar?
6. Ohne ein paar Todesopfer kommt auch WiVa nicht aus - bei der holographischen Attacke während der Desintegrator-Bohrung kommen Leute aus den abgestürzten Space-Jets ums Leben - wohl um zu zeigen, daß die Thoogondu bzw. das was von ihnen auf Thoo zurückblieb doch nicht so harmlos ist wie es den Anschein bei der Erkundung der holographischen Städte hatte.
Ich hoffe stark, daß nächste Woche tatsächlich abschließend geklärt wird warum ES die Thoogondu aus der Milchstraße vertrieben hat - oder taucht im letzten Moment Adam von Aures auf und verhindert diese Offenbarung? Schließlich ist er im Besitz der Extremitäten Homunks... Die relativ frühe Zusammenführung der Handlungskomplexe finde ich äusserst positiv. Möglicherweise verknüpft sich das jetzt auch schon mit dem Komplex Sprosse & Gemeni denn der vor 5000 Jahren umgekommene Haluter könnte GEZIELT vom Gondunat ausgeschaltet worden sein was die Vermutung bei mir nahelegt, daß die aktuell grassierende, seltsame Haluterseuche evtl. auch von den Thoogondu stammt. Dazu würde dann auch deine Frage sehr gut passen warum sich in der Milchstrasse niemand an das Erste Gondunat erinnern kann... Die Haluter könnten das Opfer von Gedächtnis- und Datenspeichermanipulationen sein?! Die Datenspeicher in dem havarierten Haluter-Schiff sind ja u.U. nicht ohne Grund so brachial gelöscht worden. Könnte es sein, daß nach einigen zehntausend Jahren eine genetisch vererbte Gedächtnisblockade (bzgl. der Thoogondu in der Milchstrasse) sich jetzt Bahn bricht in Form der Seuche???



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