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Perry Rhodan Nr. 2930: Die Sterne warten

Autor: Hubert Haensel

Inhalt

Major Perry Rhodan, Kommandant der Enceladus Life Research Station (ELRS), denkt an die nicht lange zurückliegende Begegnung mit einem angeblich aus dem Jahre 1551 NGZ stammenden Mann namens Opiter Quint zurück, während er sich mit einem Bathyskaph jenem riesigen Objekt nähert, dessen Absturz auf dem Saturnmond Enceladus im Jahre 1971 beobachtet wurde. Die von Rhodan geleitete Expedition ist die erste bedeutende Zusammenarbeit der großen irdischen Machtblöcke: Der Union Amerikanischer Staaten, der Ozeanisch-Asiatischen Kooperative und der Euro-Kaukasischen Föderation. Von Quint hat Rhodan einen Kombistrahler erhalten. Quint war der Meinung, Rhodan werde diese Waffe bei der Erkundung des in der Tiefe des Eisozeans liegenden Objekts - eines 500 Meter durchmessenden Raumschiffswracks - gut gebrauchen können. Tatsächlich ist die Technik des kugelförmigen Schiffes atemberaubend. Kein irdischer Machtblock besitzt die Mittel zur Herstellung eines solchen Giganten. Rhodan und seine Teammitglieder sehen sich in dem Wrack um. Manche Bereiche sind nicht geflutet, dort gibt es noch atembare Luft. Die Besatzung ist tot. Sie besteht aus Humanoiden, bei denen es sich eindeutig nicht um Menschen von der Erde handelt. Das Team findet nur eine einzige Überlebende: Eine wunderschöne, in einem per Schutzschirm abgeriegelten Tiefschlaftank konservierte Frau.

Ein Hangar des Schiffes wird leergepumpt. Darin steht ein 60-Meter-Beiboot, ebenfalls kugelförmig und im Gegensatz zum Mutterschiff voll funktionsfähig. Rhodan öffnet ein Schott mit dem Kombistrahler und zerstört einen umgehend auftauchenden Wachroboter. Wenig später erscheint ein weißhaariger Fremder, gekleidet wie ein Wanderer mit Rucksack. Er hat einen Translator bei sich und stellt sich als Khono da Khayd vor, ein Arkonide aus der Besatzung des großen Kugelschiffes AETRON. Wie Thora, die Kommandantin, hat auch er in einem Tiefschlaftank überlebt, doch Thoras Tank kann angeblich nur von einem Positronikspezialisten geöffnet werden. Der Mann kommt Rhodan wie gerufen, denn er braucht einen Piloten für das Beiboot, welches er auf den Namen SARAH CONSTANT tauft. Nach einem kurzen Testflug bittet da Khayd Rhodan zu einem Vieraugengespräch. Schonend bringt er Rhodan die Wahrheit bei. Die Menschen von der ELRS können nie mehr in ihre Heimat zurückkehren, denn Enceladus ist alles, was von ihrem Universum noch existiert. Die Superintelligenz ES hat diese zu ihrer Kunstwelt Wanderer gehörende Enklave aus unbekannten Gründen vor dem Untergang bewahrt. Der vermeintliche Arkonide gibt sich als Adam von Aures zu erkennen. Mit den von ihm erbeuteten Gliedmaßen Homunks könnte Adam von Aures den Schwarzschirm Wanderers jederzeit durchdringen, er will jedoch die Alternativversion Perry Rhodans als Helfer gewinnen.

Die SARAH CONSTANT wird mittels Nanogenten modifiziert, so dass sich das Schiff der Scheibenwelt nähern kann. Adam von Aures zeigt Rhodan und dessen Teammitgliedern die anderen Enklaven Wanderers. Rhodan hat längst eingesehen, dass ihn ein völlig neues Leben erwartet. Seine Leute wollen jedoch ihre Pflicht erfüllen und auf Enceladus bleiben. Nachdem sie die SARAH CONSTANT mit einem kleinen Raumboot verlassen haben, durchquert Adam von Aures den Schwarzschirm. Im Standarduniversum schreibt man den 5. November 1551 NGZ. Adam von Aures brieft Rhodan und weiht ihn in seine Pläne ein. Seiner Meinung nach ist der hiesige Perry Rhodan eine Art Übervater, der die Weiterentwicklung der Menschheit gehemmt hat. Dieser Rhodan wünscht sich die Lösung kosmischer Rätsel, ist dabei aber nur auf weitere Fragen gestoßen und hat eine schlimme Situation herbeigeführt. Eine andere Integrationsfigur wird benötigt, die fähig ist, der Menschheit eine neue Richtung zu geben. Der ältere Rhodan ist bereit, diese Rolle auszufüllen. Zu diesem Zweck soll er sich im Spross KYLLDIN verjüngen lassen. Zur Reise ins Giromsystem erwerben die Gefährten auf dem Ferrolmond Gambul einen 100-Meter-Kugelraumer der DIANA-Klasse, der den Namen SARAH CONSTANT II erhält. Rhodan kann auf das Konto seines Alter Ego zugreifen, denn Hirnwellenmuster und Handabdruck sind identisch. Die Transaktion (eine Million Galax) wird zwar nachträglich beanstandet, aber Adam von Aures bereinigt die Situation.

Rhodan informiert sich mittels Hypnoschulungen über die Milchstraße und ihre Nachbargalaxien. Adam von Aures teilt ihm mit, er habe sich einer Gruppe terranischer Wissenschaftler, Politiker und Künstler angeschlossen, deren Deckname Techno-Mahdi lautet. Sie alle wollen versuchen, die Menschheit auf eigene Füße zu stellen. Im Giromsystem angekommen erfahren Rhodan und Adam von Aures, dass KYLLDIN zerstört wurde. Sie fliegen nach Sumurdh, um sich die Sache aus der Nähe anzusehen.

Kringels Meinung:

Was ist besser als eine Romanserie mit der Hauptfigur Perry Rhodan? Eine Serie mit zwei Perrys! Im Gegensatz zum Schwarzen Bacctou ist Perry senior - er hat wie ich seinen 50. Geburtstag schon hinter sich - ja ein "echter" Perry Rhodan, nur eben aus einem anderen ("gescheiterten", wie Adam von Aures sagt) Universum. Aus dieser Konstellation ergeben sich faszinierende Spekulationen. Könnte es nicht sein, dass sich die Atopen geirrt haben? Perry Rhodan soll mitverantwortlich für die Ekpyrosis von GA-yomaad sein. Schön, aber welcher Perry Rhodan ist gemeint? Haben wir es mit einer Verwechslungskomödie nach Shakespeare'schem Vorbild zu tun? Vielleicht haben die Atopen die grauen Strähnen des biologisch älteren Perry im korpuskularen Dunst dieser Epoche nicht so gut erkennen können und ihn für sein "jüngeres" Pendant gehalten ... Wenn dem so wäre, dann würde die ganze Farce des atopischen Gerichtsverfahrens gegen Perry Rhodan eine bittere Note erhalten, denn selbst wenn der jüngere Perry seine 500 Jahre Haft abgesessen hätte, so hätte der ältere immer noch den Weltenbrand auslösen können!

Adam von Aures möchte den älteren Perry zur neuen Integrationsfigur der Menschheit machen. Seine Gründe sind durchaus nachvollziehbar; ähnliche Argumentationen hat es schon öfter gegeben. Allerdings steht der jüngere Perry schon seit langer Zeit gar nicht mehr an der Spitze der Menschheit. Eigentlich hat er überhaupt nicht mehr zu bestimmen und es müsste den Terranern auch ohne einen "anderen" Rhodan möglich sein, sich zu emanzipieren. Dass sich der jüngere Perry immer wieder vor den Karren der Superintelligenzen und Kosmokraten spannen lässt, ist doch ein ganz anderes Thema. Ich kann mir sowieso nicht vorstellen, dass der ältere Perry in der LFG einen Fuß auf den Boden kriegen wird. Aber im Zweiten Solaren Imperium sieht es womöglich anders aus. Die Leute dort haben schließlich auf einen Hardliner wie den älteren Perry gewartet! Jetzt ist er zunächst einmal mit Adam von Aures unterwegs. Der Roman-Untertitel liefert die "amtliche" Bestätigung dafür, dass AvA und der Adaurest identisch sind.

Der Roman spielt größtenteils in einer alternativen Realität. Die Erkundung der AETRON, die Beschreibung von Rhodans Team usw. - alles im Grunde irrelevant, zumal wir bereits wissen, wie es in dem Wrack aussieht. Aber habe ich mich etwa gelangweilt? Ganz im Gegenteil! Hubert Haensel bringt das Flair alter Zeiten wunderbar rüber und macht den älteren Rhodan zu einer eigenständigen Figur, die man nicht mit dem jüngeren (verweichlichten?) Perry verwechseln kann. Ich freue mich schon auf den Moment, wenn sich die beiden gegenüberstehen! Sehr schön finde ich auch, dass uns die arkonidische Supertechnik aus dem Blickwinkel eines Protagonisten gezeigt wird, für den das alles völlig neu ist und der so wie wir denkt, nicht wie ein Mensch des 16. Jahrhunderts NGZ.

Zu guter Letzt erfahren wir endlich, was es mit dem Techno-Mahdi auf sich hat. Ein weiteres Puzzlestückchen, das sich stimmig ins Gesamtbild einfügt. So macht mir der Zyklus nach einem kurzen Durchhänger wieder richtig Spaß!

J. Kreis, 14.10.2017


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Gastkommentare


Neueste Kommentare stehen oben.


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Hans (16.10.2017):

@Patrick
Erstmal Gute Besserung nach der Operation!
Bei mir liegt die Begeisterung nur an diesem einzelnen Heft; weil es wie zuletzt die Nr. 2919 aus den anderen herausragt. Ich habe schon vor ein paar Wochen hier geschrieben, daß ich nicht mehr alle Hefte kaufe da ich schon sehr viele Hefte seit 2900 negativ bewertet habe.
Zum Thema "Genesis" habe ich schon spekuliert.
Über "Ekpyrosis" kam ich zum englischen wikipedia-Artikel "Palingenesis" der auf deutsch etwas anders heißt:

https://de.m.wikipedia.org/wiki/Palingenese

Als alternativen Ansatz: es gab ein Gespräch zwischen Opiter Quint und dem aktuellen TLD-Chef als Ellert auftauchte, darin wurde die "Eiris-Genese" thematisiert; die in der Galaxis zurück gebliebenen Onryonen können vom On-Raum aus diese beobachten bzw. den Abzug derselben.


Patrick (16.10.2017):

Ich habe schon eine ganze Weile hier nichts mehr geschrieben, da ich mich unvermittelt einer schweren Operation unterziehen musste.

Es ist schön, dass andere mit dem handwerklich soliden Band zufrieden sind. Mich hat an der Serie aber nie etwas so sehr gestört wie Zeitreisen, Parallelwelten und Doppelgänger. Für mich ist dies haarsträubend und auch ein Zeichen von Schwäche: Wenn man keine Ideen hat, macht man so eine Parallelwelt auf und spielt "was wäre wenn". In diesem Zyklus kommt es nun richtig dick (s.a. Zweites Solares Imperium). Ich verstehe nicht wieso Leser, die sonst nach "bodenständiger SF" rufen, an diesen Verwirrspielen ihre Freude haben.

Genauso wurde das Verhältnis von Rhodan zur Menschheit in der Serie bereits x-fach thematisiert, wie Sie auch schrieben. Hier wird wieder etwas aus der Mottenkiste geholt, und Ihre Kritik, dass Perry und die Menschheit schon seit einer Weile zwei paar Schuhe sind, ist zutreffend. Im Perryversum gibt es so viel zu sehen und zu tun (ich nenne hier z.B. die letzten echten Zyklen der Atlan-Heftserie). Daher finde ich es immer schade, wenn eine derartige "Selbstbeschäftigung" teilweise mit FanFic-Zügen betrieben wird.

Der Gedanke, dass der "falsche" Rhodan der echte Weltenbrandentfacher sein könnte, hat natürlich einiges für sich, wie auch Ihre anderen Punkte. Während mir das Setting besser gefallen könnte, bescheinige ich dem Zyklus daher trotzdem Spannung und interessante Wendungen. Eine offene Frage ist dabei, worauf genau "Genesis" anspielt.


Hans (15.10.2017):

Mein heutiger Gastkommentar ist schon während dem Lesen entstanden: Das Titelbild mit den 'verwundeten Süßkartoffeln' ist eine Beleidigung für meine Augen, grins. Warum man den Künstlern soviel Freiheit lässt bei der Gestaltung der Frontseite der Hefte habe ich noch nie verstanden. Ich habe in den späten 90ern (als ich noch als Graphiker tätig war) einige Illustrationen für Bücher angefertigt und auch ein paar Einbände gestaltet - meine Hauptarbeit waren Plakate und Prospekte - für so ein Hoppel-Poppel hätte ich damals von meinen Kunden keine Druckfreigabe erhalten, grins. Das Kugelschiff ist sehr gut gelungen aber der Rest...
»Erst nachdem ich das geschrieben hatte, las ich die LKS: es gibt offenbar noch weit schlimmere Querulanten als mich. An den beiden m.E. sehr gelungenen Spross-Titelbildern herumkritteln und dann einen eigenen Entwurf präsentieren der aussieht wie eine Erdnuss mit Kopfhörer - das ist wirklich dreist, LOL.«
Bin ehrlich gesagt ziemlich überrascht, so relativ bald von den Enklaven auf Wanderer wieder zu lesen. Parallele Realitäten als Thema verfestigen sich im Gesamtplot, seit mit der "Falschen Welt" im JZL-Teilzyklus damit angefangen wurde. Mit NEO gibt es ja schon ein etabliertes Paralleluniversum mit Rhodan als Hauptfigur. Ich hoffe, daß diese Ausflüge in der Hauptserie nicht auf eine dauerhafte Etablierung hinauslaufen sondern episodenhaft bleiben werden. Obwohl das Thema an sich reizvoll ist. Meine persönliche Variante, die ich schon vor ein paar Jahren entwickelt habe sieht so aus: Perry wurde nach seinem Erlebnis am Berg der Schöpfung in Nr. 1271 nicht zurück in sein Heimatuniversum transferiert sondern von Si Kitu in ein Psiq innerhalb von DORIFER versetzt, welches ein gesamtes Universum beinhaltet das aber im Lauf der Jahrhunderte immer unwahrscheinlicher wurde und deshalb auf jene Zone zudriftet wo es sich auflösen muss - wenn ich mich richtig an den Netzgängerzyklus erinnere ist das die Innenwand DORIFERS. Die 1122 Jahre seither hat Perry also in einer Welt verbracht die nur in diesem Psiq existierte. Eine der unzähligen möglichen aber nie realisierten Wirklichkeiten die in Kosmonukleotiden ausgebrütet werden. In seinem Heimatuniversum vergingen aufgrund eines anderen Zeitablaufs nur 11,2 Jahre. Der echte Atlan, auf Rettungsmission aus dem echten Universum rettet ihn schließlich im letzten Moment vor der Auflösung des Psiq und bringt ihn hinaus von dort, ins Innere des Kosmonukleotids und dann in sein Heimatuniversum zurück. Seine Frau Gesil begrüsst ihn überschwenglich und viele im Psiq bereits verstorbene Freunde sind noch da. Die Handlung ginge dann im Jahr 440 NGZ weiter. Mit diesem Szenario könnte man einen glatten Schnitt machen, zum ersten Mal in der Hauptserie einen Zeitsprung zurück machen und mit all der angehäuften Unlogik seither Schluss machen. Ich erwähne nur mal die seltsame Verlangsamung des Metagrav ab dem Cantaro-Zyklus auf etwa 80 Mio. ÜL, die niemals erklärt wurde (für die späteren Degrader gab es Erklärungen). Anhand der Perrypedia-Inhaltsangabe für Band 1271 kann man ausrechnen, daß die BASIS damals per Metagrav mit mindestens 350 Mio. ÜL unterwegs war, weil sie 200.000 Lichtjahre in knapp fünf Stunden zurücklegte. Perry käme zurück in die Heimat mit dem Ballast der Erinnerung an faktisch irreale Erlebnisse über einen extrem langen Zeitraum und müsste sich neu zurechtfinden. Alles nach dem Roman "Finale in der Tiefe" bräuchten die Autoren ab da nicht mehr berücksichtigen bei der Weiterentwicklung der Serie. Fast zwei Drittel der PR-Historie, wie wir Leser sie kennen, könnte über Bord geworfen werden ohne Widersprüche heraufzubeschwören - wie es sich momentan leider abzeichnet. Der einzige Handlungsträger, der sich ab hier daran erinnerte wäre Rhodan. Bis Heft 1271 halte ich die Serien-Historie für stringent und weitgehend widerspruchsfrei. Auf der aktuellen LKS scheint sich Michelle Stern, als Antwort auf eine Mail, ja für das Erbe von Willi Voltz ins Zeug zu legen und eine meiner Vermutungen aus den letzten Wochen bewahrheitet sich: die Expokraten wollen aktuell auf der Fährte von Voltz wandeln, schreibt zumindest Frau Stern. 'Zieht euch extragroße Stiefel an!' möchte ich WiVa und CM hiermit mal zurufen!!! Nach dem Chronofossilien-Zyklus (der letzte aus dem Konzept von Voltz) wurde schon bis Band 1599 enorm viel umgeworfen bzw. neu interpretiert, das bis dahin gegolten hatte. Als Feldhoff nochmals Jahre später die Regie übernahm hatte er das bereits an der Backe und musste damit zurecht kommen, seine Vision der weiteren Geschehnisse wohl oder übel darauf aufbauen.
»Das habe ich geschrieben nachdem ich die ersten paar Seiten des Romans gelesen hatte.«
Mittlerweile hab ich das Heft fast durch und bin jetzt noch mehr überrascht, denn Adam von Aures eröffnet dem parallelen Rhodan, daß die Enklaven Wanderers Überreste von "gescheiterten Universen" sind. Woher hat ES diese "Splitter" (wie der alternative Rhodan sie nennt) geholt? Etwa aus solchen Psiqs wie ich oben eines beschrieben habe? Aus nicht realisierten aber von DORIFER angebrüteten Wirklichkeiten? Dann hätte ich eine Vorahnung gehabt... Oder stammen sie aus realen, untergegangenen Universen (siehe meinen langen Gastkommentar zu Nr. 2927)?
Das Heft hat mich in seinen Bann gezogen möchte ich mal sagen. Eine eindrucksvolle Neu-Interpretation des Themas um die AETRON. Bis zum Auftauchen des jungen Arkoniden, der sich schnell als Adam von Aures herausstellt dachte ich: so könnte die Serie tatsächlich neu beginnen - m.E. wäre das besser als bei NEO! Da die Enklave ja verlassen werden soll kann es leider NICHT so weitergehen: auf der Erde hat ein Atomkrieg alles vernichtet, Terra ist für viele Jahrtausende unbewohnbar. Die wenigen Menschen der ELRS fliegen mit der SARAH CONSTANT hinaus in die Galaxis, begeben sich auf eine ungewisse Odyssee ohne Rückkehrmöglichkeit - vermutlich hatte der Autor das im Hinterkopf, bevor ihn das Expose gestoppt hat. Hubert Haensel ist mir als Autor bisher nicht groß aufgefallen aber hier muß ich wirklich sagen: Hut ab, flüssiger Schreibstil, der es auf den Punkt bringt ohne dabei Details zu vernachlässigen!
Die beiden Sätze auf S.62r.Sp.o. "Leider ist es extrem schwierig, Menschen aus einer bestehenden Abhängigkeit oder Vormundschaft herauszuführen. Diese eigentlich überlebte Zeit greift zu ungeheuerlichen Mitteln, um sich selbst zu bewahren." die Adam von Aures spricht geben mir sehr zu denken. Daß er kurz zuvor umreißt was der Techno-Mahdi ist, ist zwar eine Enthüllung allerersten Ranges aber der zweite dieser beiden Sätze wird vermutlich noch eine enorme Bedeutung bekommen für den Fortgang des Teil-Zyklus. Daraus könnte man eine Instabilität des gesamten Universums diesseits der Scherung ableiten...
Adam von Aures wirkt in diesem Heft auf mich sogar sympathisch weil er als relativ junger Arkonide auftritt und mich an Atlan erinnert, grins.
Wie soll man den Rhodan, den er so virtuos benutzt ab jetzt nennen? RhodanE - E wie Enceladus wäre mein Vorschlag.
Note 1+ mit Stern für diesen Roman!


Michael (15.10.2017):

Dieser Roman darf von mir nicht unkommentiert bleiben- dafür hat er mir zu viel Spaß bereitet!

Als ich damals Perry Rhodan NEO Band 1 las, fand ich dessen Neubeginn der Serie fesselnd und gut geschrieben. Und doch fehlte mir ein Aspekt des Staunens, der Roman war zu sehr darauf aus, bekannte Elemente der Originalromane in ein neues Gewand zu stecken. Und so habe ich die Schilderung des Auffindens des havarierten Raumschiffs durch Perry und Co damals schlichtweg einfach abgehakt.
Anders bei dem vorliegenden Roman. Bei der Erkundung der AETRON und Ihrer "Alt-Technik" kam bei mir endlich mal wieder "Sense of wonder Feeling" auf. Schon die Schilderung der Größenordnung eines 500 Meter Kugelraumschiffs durch die Augen von Personen aus (mehr- oder -weniger) unserer Zeitepoche war wunderbar zu lesen. Viel zu sehr wird dieser Aspekt in den anderen Romanen vernachlässigt. Wenn Bully und Toio beispielsweise die KYLLDIN zu Fuß (!) erkunden, wird nicht wirklich die Dimension eines Ovoid-Raumschiffes mit rund 5000 Metern Länge und 3500 Metern Breite deutlich. Um solch ein Gebilde zu Fuß zu erkunden wären Monate, wenn nicht Jahre nötig. Im vorliegenden Roman wird der Erkundigung der AETRON jedoch ausreichend Raum gegeben. Auch die Charakterisierung eines biologisch etwas älteren Perry Rhodans "in seinen besten Jahren" war für mich stimmig und gut umgesetzt. Nebenbei bemerkt finde ich es sehr geschickt, dass Thora aus Ihrem Tiefschlaf nicht erweckt wurde. Das hätte die Geschichte nur unnötig verkompliziert.
Nun bin ich gespannt, ob bzw. zu welchem Zeitpunkt sich Perry Rhodan Senior von der manipulativen Bevormundung durch Adam von Aures befreien wird.



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