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Perry Rhodan Nr. 2925: Der Tryzom-Mann

Autor: Michael Marcus Thurner

Inhalt

Auf Wanderer haben Opiter Quint und seine Gefährten den arm- und beinlosen Körper Homunks in ihren Besitz gebracht. Jetzt sind sie unterwegs zum Planeten Thoo im Madurant-System in der Zwerggalaxie Canis-Major, wo Homunk zufolge eine Hinterlassenschaft von ES zu finden sein soll. Während des Einsatzes auf der Scheibenwelt hat der USO-Agent Zau erstaunliche Fähigkeiten unter Beweis gestellt. Quint will mehr darüber wissen. Der kleine froschgesichtige Mann ist bereit, seine Lebensgeschichte zu erzählen beziehungsweise sie direkt in Quints Bewusstsein zu übertragen. Zau ist ein Pedotransferer. Er kann seinen Geist in den Körper eines anderen Lebewesens versetzen. Allerdings kommt es stets nur zu einer Teilübernahme für maximal zwei Minuten. Zaus ÜBSEF-Konstante verlässt den Körper nicht vollständig, so dass sich dieser nicht wie bei einer kompletten Transferierung in einen Gallerthaufen verwandelt, sondern nur "unscharf" wird. Der Pedopol - also die übernommene Person - ist währenddessen denk- und handlungsunfähig.

200.000 Jahre in der Vergangenheit: Takerer aus der weit entfernten Galaxie Gruelfin haben sich auf den Planeten des Tranatsystems angesiedelt. Sie stellen den größten Teil ihrer Ressourcen in den Dienst eines Projekts, dessen Ziel in der Erschaffung eines ganzen Volkes von Pedopolen besteht. Verschiedene Tiere werden zu diesem Zweck genetisch modifiziert, insbesondere auf den Planeten Lotron und Taimon. Auch die Takerer selbst unterwerfen sich verschiedenen Zuchtprogrammen. Der Wartungsingenieur Numun und seine Frau, die Biologin Tavvu, können auf natürlichem Wege keine Kinder bekommen. Aufgrund schlechter Charaktereigenschaften sowie "unreiner Gene" werden sie von allen Zuchtprogrammen ausgeschlossen. Sie suchen Trost in Rauschmitteln und Medikamenten. Eines Tages werden sie von Guvratosch aufgesucht, einem hochrangigen Mitarbeiter des Unternehmens Tranat-System. Er kennt die Probleme des Paares und will helfen, allerdings keineswegs aus altruistischen Beweggründen. Er beabsichtigt eineiige Drillinge zu erschaffen, in deren Erbgut Bestandteile der DNS von Tieren eingearbeitet ist, die als Spicoulos bezeichnet werden. Diese Forschungen sind illegal. Laroschol, ein Agent der Geheimpolizei Golamo, hat Guvratosch bereits ins Visier genommen.

Numun hat Bedenken, beugt sich jedoch dem Kinderwunsch seiner Frau. Die künstlich gezeugten Embryonen werden so manipuliert, dass ihre Nervenfasern Tryzome erzeugen können. Diese molekülgroßen Einheiten ermöglichen ihrem Träger das zweigleisige Denken, außerdem verleihen sie ihm die Gabe der Pedotransferierung. Tryzome sind selten und mussten bisher stets injiziert werden. Die Drillinge sollen mit Hilfe der in ihre Nervenzellen integrierten Tryzom-Apparate zu "natürlichen" Pedotransferern mit überlegenen Geistesgaben werden. In ihren ersten drei Lebensjahren sind die Drillinge Motatosch, Anmetosch und Zautosch zu Guvratoschs Missvergnügen ganz normale Kinder. Als ihre besonderen Fähigkeiten doch noch zu Tage treten, stellt sich heraus, dass Mota und Anme nur jeweils eine Gabe besitzen. Nur Zau kann sowohl zweigleisig denken als auch pedotransferieren, beides aber nur in eingeschränktem Maße, denn die Tryzom-Synthese in seinem Körper bleibt mangelhaft. Aufgrund der Spicoulo-DNS haben alle drei Jungen körperliche Missbildungen. Von ihren Eltern werden sie dennoch geliebt. Für Guvratosch sind sie nur Studienobjekte, mit denen er rücksichtslos experimentiert, um die nächste Generation zu verbessern. Numun muss Guvratosch gewähren lassen, denn die Familie braucht den Schutz des einflussreichen Mannes. Sollte die Wahrheit über die Drillinge je ans Licht kommen, würde Laroschol sie töten.

Trotz aller Vorsichtsmaßnahmen erfährt die Golamo von Guvratoschs Machenschaften und greift an. Der Genetiker flieht mit den Kindern und lässt die Eltern zurück. Numun und Tavvu werden von Laroschol erschossen. Guvratosch taucht auf Porten unter, dem Nachbarplaneten Lotrons. Seine jahrelange Arbeit mit den Drillingen bleibt fruchtlos, was nicht zuletzt an der mangelnden Kooperationsbereitschaft der Kinder liegt. Sie wünschen sich Liebe, doch damit kann Guvratosch nicht dienen. Stattdessen sucht er sich eine Frau. In der viele Jahre jüngeren Macinda findet er die geeignete Ersatzmutter. Der intelligenten, selbstbewussten Frau bleibt nicht verborgen, was es mit den Drillingen auf sich hat, doch sie bewahrt das Geheimnis. Macinda ist eine gute Partnerin; tatsächlich hat sie einigen Einfluss auf Guvratosch. Ihm wird allmählich klar, wie sehr er die Drillinge in all der Zeit gequält hat. Macinda bringt ihn auf die Idee, das Erbgut der Lotron-Baumtänzer zu veredeln. Guvratosch benutzt diese kleinen halbintelligenten Primaten als Übungsobjekte für die Drillinge. Durch eine Erhöhung der Intelligenz werden sie zu besseren Pedopolen. Außerdem lässt sich mit dem Verkauf der possierlichen Wesen gutes Geld verdienen. In den folgenden Jahren beschäftigt sich Guvratosch hauptsächlich mit der Optimierung der Baumtänzer. Die Haupt-Zuchtstation befindet auf dem Planeten Ceinnon im 300 Lichtjahre von Lotron entfernten Cecelleridsystem.

Eines Tages, als Guvratosch, Anme und Zau sich gerade auf Ceinnon befinden, werden Macinda und Mota von der Golamo verhaftet. Die Anlagen auf Porten werden dem Erdboden gleichgemacht. Nach einem gescheiterten Fluchtversuch begehen Macinda und Mota Selbstmord, um sich den Verhören zu entziehen. So bleiben Guvratosch und seine überlebenden Ziehsöhne unentdeckt. Sie leben nun auf Ceinnon, aber es ist ein Leben auf der Flucht. Für Guvratosch steht fest, dass ihn die Golamo irgendwann aufspüren wird, deshalb trifft er insgeheim Vorbereitungen. Als es schließlich soweit ist, opfert er sich, um Anme und Zau die Flucht mit dem Raumschiff RUUTOSCH zu ermöglichen. Sobald die beiden an Bord sind, geht das Schiff in einen dreißigjährigen Dilatationsflug, durch den viele Jahrtausende überbrückt werden. In einer aufgezeichneten Nachricht teilt Guvratosch den Brüdern mit, dass die RUUTOSCH zu gegebener Zeit automatisch nach Ceinnon zurückkehren wird. Guvratosch hat den dort lebenden intelligenten Baumtänzern absolute Loyalität gegenüber Trägern von Tryzomen genetisch aufgeprägt. Die Herstellungsanleitung für die Tryzom-Apparate hat er in der Gensequenz von großen Meeressäugern versteckt.

Als der Dilatationsflug endet, schreibt man in der Galaxie, die jetzt Milchstraße genannt wird, den 21. März 1533 NGZ. Die RUUTOSCH wird von einem Kugelraumer der Galactic Guardians aufgebracht. Im Gegensatz zu Anme will Zau sich nicht ergeben. Er dreht durch und eröffnet das Feuer. Die Gegner schießen zurück. Anme wirft sich in die Schussbahn und wird tödlich getroffen. Zau wird auf Lepso an ein von den Aras Notophor und Kovron geführtes Händlerkonsortium verkauft. Wenig später lernt er die USO-Spezialistin Mahnaz Wynter kennen. Ihr Team ist auf das Konsortium angesetzt worden und aufgeflogen. Außer Wynter sind alle Teammitglieder getötet worden, sie selbst ist in Gefangenschaft geraten. Infolge eines Machtkampfes wird Notophor ermordet, doch zuvor verhilft er Zau und Wynter zur Flucht. Seitdem sind die beiden Einsatzpartner, die sich perfekt ergänzen. Der Onryone Tessner Vellderyd hat bei Zaus Aufnahme in die Neue USO ein Wörtchen mitzureden. Er ist der dritte im Bunde und dient quasi als gutes Gewissen des Teams.

Damit endet Zaus Lebensgeschichte. Ein Detail lässt er unerwähnt. Er selbst hat Guvratosch auf Ceinnon an die Golamo verraten, um sich für den Tod der Eltern und die jahrelangen Qualen zu rächen.

Kringels Meinung:

Erst am Schluss lässt Michael Marcus Thurner die Katze aus dem Sack: Lotron ist natürlich mit Terra identisch, Porten ist der mir bis jetzt nicht bekannt gewesene takerische Name für den Mars. Das war mir von Anfang an bewusst. Aber zugegeben: Der Cappin-Zylus, in dem es unter anderem um die Machenschaften takerischer Bio-Experimentatoren im Solsystem geht, ist wahrscheinlich nicht jedem Leser bekannt. Los ging es mit PR 400 und in PR 421 berichtet der Pseudo-Neandertaler Lord Zwiebus von der 200.000 Jahre zurückliegenden Anwesenheit der Takerer auf Terra. Perry Rhodan reist schließlich mit einer Zeitmaschine (Nullzeit-Deformator) persönlich in diese Epoche und lernt Ovaron kennen, einen Träger von Tryzomen. Als Altleser finde ich die Bezugnahme auf diesen lange zurückliegenden Handlungsabschnitt, der übrigens mein Einstieg in die PR-Serie war (PR 481 - dritte Auflage - gelesen im April 1982), wirklich nett. Allein schon die typisch takerischen Namen mit dem "tosch" am Schluss! Die Frage, warum sich die Takerer ausgerechnet das irrsinnig weit von ihrer Heimatwelt entfernte Solsystem als Experimentierfeld ausgesucht haben, ist im Cappin-Zyklus offengeblieben, wenn ich mich recht erinnere. MMT klärt dieses Geheimnis nicht auf, fügt der PR-Historie aber interessante Aspekte hinzu.

Dieser Roman ist mit Sicherheit kein Lückenfüller. Jaja, ich weiß! Lückenfüller gibt es gar nicht, weil in der Handlung keine Lücken existieren, die zu füllen wären. Was ich sagen will: Ich glaube, dass mehr dahintersteckt als Nostalgie oder Namedropping. Schließlich haben wir erst letzte Woche erfahren, dass die Gemeni / GESHOD auf den Dakkarraum zugreifen. Die Cappins haben diesen Halbraum zwischen der fünften und sechsten Dimension intensiv erforscht; Pedotransferer nutzen den Dakkarraum ja irgendwie. Dem Roman sowie der Perrypedia zufolge verleihen Tryzome ihren Trägern nicht nur die Fähigkeit des zweigleisigen Denkens, sondern auch die der Pedotransferierung. Bekanntlich bewegen sich Tryzome im Blutkreislauf und die Gemeni sammeln Blutproben. Sind sie auf der Suche nach Tryzomen? Gibt es einen Zusammenhang zwischen Cappins und Gemeni / GESHOD? Auf jeden Fall muss man nicht lange nachdenken, um dahinterzukommen, welche Bedeutung der Pedotransferer Zau noch für den Zyklus haben wird. Ich will nicht zu früh meckern, aber das klingt für mich nach einem grob herbeigezwungenen "Zufall"!

Guvratosch hat die Intelligenz von Primaten auf Terra erhöht, später werden diese Wesen im großen Stil auf Ceinnon gezüchtet und diesen Baumtänzern wird absolute Loyalität zu Tryzomträgern einprogrammiert. Es wäre interessant zu wissen, ob und unter welchem Namen dieser Planet heute bekannt ist. Ich denke da an Damona (die Hinweise sind eindeutig) und die Gatraxen ...

J. Kreis, 09.09.2017


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Gastkommentare


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Hans (09.09.2017):

So kann's gehen - völlig unerwartet war ich gezwungen mir das aktuelle Heft zu kaufen da Opiter Quint im Kasten auf S.4 genannt wird (letzte Woche wurden in der Perrypedia noch keine Hauptpersonen genannt). Hatte mich auf eine längere Lesepause eingerichtet. Anhand des Titelbilds hätte ich drauf kommen können aber Zau hatte ich mir anders vorgestellt: hominid mit entfernt froschähnlichem Gesicht, was ja auch so ist. Das Wesen auf dem Titelbild ist "Der Frosch mit der 'Maske'" (Edgar Wallace^^) - was bei mir persönlich ein Running Gag ist nachdem mir vor einigen Jahren im Nachtdienst auf dem Flur ein Patient mit einer Überdruckmaske gegen Schlaf-Apnoe begegnete... ich mußte mich schwer zurückhalten um nicht loszulachen als er um die Ecke bog... na ja, solch eine Maske hat auch noch eine Art Rüssel, da wo der Anschluß für die Beatmungspumpe ist... LOL.
Meine Vorhersage, daß sehr viel aus der Serien-Historie in den Teil-Zyklus einfließen wird bestätigt sich erneut. Jetzt sind die Takerer an der Reihe - ausgewanderte Takerer, die sich 35 Mio. LJ von Gruelfin entfernt befanden. Daß es sich um die Milchstraße handelt hab ich bis zur Enthüllung am Ende nicht realisiert, auch wenn mir das Wort "Lemu" aufgefallen ist, die Entfernung ein Hinweis war und Lotron als takerischer Name für Terra. Ich hab den Cappin-Zyklus vor sehr langer Zeit gelesen, die Namen hatte ich natürlich nicht mehr parat. Die Gatraxen von letzte Woche sind sicher die Nachfahren der Baumtänzer die sich nach dem Tod ihres Mentors Gattrasch nannten. Die Gemeni hatten ein besonderes Interesse an diesen. Könnte bedeuten, daß die Sprosse auch takerischen Ursprungs sind, da dort zudem Dakkar-Technologie im Spiel ist. Die Zgmahkonen auf die ich letzte Woche getippt habe waren ja nicht die ersten in der Serien-Geschichte, die damit umgehen konnten sondern die Cappins. Und jetzt entpuppt sich der USO-Agent Zau als Takerer. Damit hätte ich nicht gerechnet. Die Lebensgeschichte von Zau ist mir s e h r nahe gegangen. Ich finde darin Anknüpfungspunkte an meine eigene Biographie (früher Tod meiner Eltern und Suizid meines Bruders) - die Serie scheint mich nicht loslassen zu wollen...
Es endet mit einer Flucht in die Relativzukunft. Der Weltraum ist groß und so ein kleines Schiff auf Dilatationsflug fällt nicht auf. Die 30 Jahre an Bord des Schiffes sind leider ziemlich unglaubwürdig: müßte man da nicht endgültig wahnsinnig werden ob der Enge und der vorhergegangenen, unverarbeiteten traumatischen Erlebnisse? Zwei Kryo-Schlaf-Kapseln hätte ich glaubhafter gefunden. Die Grausamkeit von Guvratosch wird hier m.E. übertrieben, schließlich wollte er, daß seine Gen-Söhne auch lebend ankommen um ihr Erbe anzutreten und sich nicht im Wahn oder aus purer Verzweiflung selbst oder gegenseitig töten in der langen Zeit von 3 Jahrzehnten auf engstem Raum eingesperrt.
Die Galactic Guardians gibt es also noch, diese wurden zuletzt in Nr.1837 und als kurze Episode in Nr.2810 erwähnt. Ziemlich brutale Ankunft, ein USO-Schiff, das die beiden Takerer aufgabelt hätte mir besser gefallen. Dann wäre auch Anme noch mit von der Partie - jetzt ist Zau der letzte seiner Art, ein altbekanntes Plot-Element nicht nur bei Perry Rhodan. Aber ich will nicht zuviel herumkritisieren, ich fand das Heft nämlich wirklich gut und spannend - trotz seiner Düsternis.
Quints Abscheu für Genexperimente und die Schilderung seiner Reaktion darauf paßt sehr gut in die Beschreibung seiner Psyche die WiVa bisher für diese Figur angelegt hat. Applaus! Note 1- für das Heft.
(Gast-Kommentar am Freitag abend geschrieben)
Auf den möglichen Bezug zwischen Blutpakt und Tryzomen bin ich nicht gekommen. Was du mit der Bedeutung Zaus als Pedotransferer für den weiteren Verlauf des Zyklus meinst da tappe ich im Dunklen. Wen soll er übernehmen? Adam von Aures?



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