PR 2923
© Pabel-Moewig
Verlag KG, Rastatt



Perrypedia



Archiv-Startseite
PR - Übersicht
Heftromane
Zyklus-Übersicht
« PR 2922 «
» PR 2924 »
Perry Rhodan Nr. 2923: Angriff auf den Spross

Autorin: Michelle Stern

Inhalt

Reginald Bulls Rückkehr ins Solsystem löst bei Hekéner Sharoun nicht unbedingt Begeisterung aus. Perry Rhodan hat den LFG-Residenten vor der Abreise nach Sevcooris über die chaotarchische Neuprägung von Bulls Zellaktivator informiert. Sharoun fragt sich, ob man Rhodans altem Weggefährten noch trauen kann. Die Tatsache, dass Bull mit Toio Zindher zusammen ist, also einer feindlichen Agentin, die in die Ermordung Ronald Tekeners verwickelt war, gibt dem Residenten zu denken. Beim ersten Treffen mit Bull am 28. Juli 1551 NGZ nimmt Sharoun kein Blatt vor den Mund. Bull antwortet ebenso offen und kann einige Vorwürfe entkräften. Er wird vom Residenten gebrieft. Bull möchte wissen, ob Cai Cheungs Angebot noch gilt. Die ehemalige Solare Premier hatte Toio eine Begnadigung als Lohn für ihre Hilfe bei der Suche nach Perry Rhodan in Aussicht gestellt. Sharoun bekräftigt das unter der Voraussetzung, dass die Tefroderin weiterhin kooperiert. Bull muss außerdem einen "Wachhund" akzeptieren. Sharoun wählt Korin Anderlei für diese Aufgabe aus, eine Kosmopsychologin und Fachfrau für Fremdtechnik, die als Bulls Assistentin fungieren soll. Sharoun hofft, dass es der penetranten Frau mit ihrer speziellen Art gelingen wird, Bull aus der Reserve zu locken. Anderlei ist Bull auf Anhieb unsympathisch.

Bull ist bereit, wieder ins galaktische Geschehen einzugreifen. Er wird zum Liga-Kommissar für Post-Eiris-Phänomene ernannt, kann bei Bedarf Wissenschaftler sowie Parabegabte anfordern und über die RIBALD CORELLO verfügen, einen 1800-Meter-Raumer der SATURN-Klasse unter dem Kommando des terrageborenen Gatasers Duyyun Veyt. Einsätze des Raumlandebataillons der RIBALD CORELLO bedürfen vorheriger Rücksprache mit Sharoun oder Verteidigungsminister Basil Vitelli. Toio und Shinae erhalten Tarnidentitäten und bleiben zunächst auf dem Uranusmond Oberon, wo Chefwissenschaftlerin Marous Temmo die Untersuchung des von der MANILA mitgebrachten Sprosstransmitters leitet. Nur in der Nähe des Transmitters leidet Shinae nicht unter der Trennung von "ihrem" Gemeni-Spross. Nachdem Bull die HaLem-Armee auf Merkur in Augenschein genommen hat (es gibt keine neuen Erkenntnisse; das kosmische Leuchtfeuer ist bereits am 26. Juli erloschen), trifft sich Bull auf Terra mit Homer G. Adams. Dessen Rat folgend holt er Toio und Shinae nach Terrania. Ein Haus am Goshun-See mit Anbau, in dem Icho Tolot unterkommt, wird der Familie zur Verfügung gestellt.

Am 2. August, zwei Wochen nach dem Verschwinden YETOS, taucht der Spross im 308 Lichtjahre von Sol entfernten Vindonnussystem wieder auf. Das gigantische Schiff geht keine zwei Kilometer über Port Hippokrates auf Warteposition, der Hauptstadt der dünn besiedelten terranischen Medowelt Damona. Bhal Haddhunis bittet um Erlaubnis, im Orbit des Planeten verbleiben zu dürfen. Schon am nächsten Tag kündigt er in einer öffentlichen Nachricht die Vergabe von 250 weiteren Zellaktivatoren an, woraufhin das Vindonnussystem schon bald einen ähnlichen Ansturm erlebt wie seinerzeit Terra. Administratorin Barotia Fambrough unterrichtet den Residenten. Dieser erteilt den Gemeni die Bleibeerlaubnis und schickt ein Flottenkontingent nach Damona, zu dem auch die RIBALD CORELLO gehört. Mit an Bord sind Familie Bull, Icho Tolot, Korin Anderlei und Marous Temmo. Shinaes Zustand hat sich verschlechtert und Toio geht zu Recht davon aus, dass die Nähe eines anderen Sprosses dem Kind helfen wird.

Am 5. August stellt ein terranischer Interessenverband, der mit dem bisherigen Auswahlverfahren der Gemeni nicht einverstanden ist und die Herausgabe von Zellaktivatoren verlangt, ein Ultimatum, das Bhal Haddhunis verstreichen lässt. Die Sache ist in Wahrheit eine Aktion Bulls, der die Leistungsfähigkeit des Sprosses austesten will. Während sich Admiral Shesslor Kartikes, Befehlshaber der damonischen Verteidigungsflotte, ganz zurückhält, fordert Duyyun Veyt die Aggressoren auf, das System zu verlassen. Stattdessen greifen diese den Spross an. Der Beschuss bleibt wirkungslos. Tolot stellt fest, dass YETO von einem Schmiegeschirm geschützt wird, der die anbrandenden Energien in den Dakkarraum ableitet. Dann setzt der Spross ein Waffensystem ein, welches von den Galaktikern als Hyperfaust bezeichnet wird. Es entzieht einem Posbischiff (ohne Plasma und nur mit Robotern bemannt) schlagartig sämtliche Hyperenergie und schleudert diese dann zurück, so dass das Schiff explodiert. Die anderen Schiffe des angeblichen Interessenverbandes werden von der RIBALD CORELLO abgedrängt. Nach dem Gefecht bittet der Bhal um Landeerlaubnis für den Spross, damit neue Applikanten an Bord genommen werden können. Außerdem sollen die bereits an Bord befindlichen Personen die Gelegenheit erhalten, den Spross zu verlassen. Nur 50.000 ehemalige Applikanten steigen auf Damona aus. Keiner von ihnen trägt einen Gemeni-Zellaktivator.

Nun beginnt Phase zwei von Bulls Plan. Er will mehr über die Gemeni, den Spross und vor allem die darin verborgene Psi-Quelle in Erfahrung bringen. Deshalb bewirbt er sich selbst um einen Zellaktivator. Toio und Anderlei begleiten ihn in den Spross. Eigentlich wollte Bull einen Kantor-Kompaktsextanten in das fremde Schiff schmuggeln, doch die Gemeni unterbinden das. Toio kann die Gemeni-Zellaktivatoren mit ihrer Parafähigkeit wahrnehmen. Sie erkennt keinen Unterschied zu den von Bull und Tolot getragenen Exemplaren. Die Gemeni beantworten keine Fragen nach den auf Terra an Bord genommenen Applikanten. Yeto Carell und das KIS-Team sind unauffindbar. Bull begegnet einer der 500 Personen, die bereits Zellaktivatoren erhalten haben. Der Mann kennt nur Gerüchte, denen zufolge viele Applikanten den Spross schon vor der Ankunft im Vindonnussystem verlassen haben. Er selbst sieht keinen Grund, warum er das tun sollte. Bull geht davon aus, dass der Zellaktivatorträger den Spross gar nicht verlassen kann. Bull wird aufgefordert, den Blutvertrag zu schließen oder zu gehen. Stattdessen schlägt Bull den Gemeni ein Tauschgeschäft vor. Angeblich will er den chaotarchisch geprägten Zellaktivator loswerden und stattdessen neue für sich und Toio gewinnen. Bhal Haddhunis findet das offenbar interessant. Er ist bereit, Bull zu empfangen.

Kringels Meinung:

Sharoun und Bull reden Tacheles, beide legen die Karten auf den Tisch wie es sich gehört. Derart offene Worte habe ich in der Sevcooris-Handlungsebene vermisst! Vielleicht legt der Resident das anfängliche Misstrauen etwas zu schnell ad Acta, aber für mich geht das in Ordnung. Sharoun spricht schließlich nicht mit irgendjemandem, sondern mit Reginald Bull. Ich bin nur nicht sicher, ob Toio als Verbrecherin zu behandeln ist. Sie hat im Rahmen einer geheimdienstlichen Aktion Befehle ausgeführt. Gelten dafür dieselben Regeln wie für Straftaten?

Insgesamt finde ich Bulls Rückkehr auf die galaktische Bühne wirklich gelungen. Es ist schön, ihn wieder in Aktion zu erleben und ich würde sogar sagen, dass Michelle Stern eine der besten Figurenzeichnungen der letzten Jahre für Bully geliefert hat! Nicht zuletzt weil sie private Momente mit Familie Bull einbindet, in denen sie mir den Menschen Reginald Bull näherbringt. Das gilt auch für Toio, Shinae und Tolot, der sich hier als Kindermädchen betätigt. Köstlich! Wir erfahren sogar, dass es im 16. Jahrhundert NGZ noch Perlonstrümpfe gibt. Faszinierend! Michelle schildert Korin Anderlei übrigens so plastisch, dass man meinen könnte, diese Figur hätte ein realweltliches Vorbild ... PR 2923 ist eine angenehm zu lesende erste Doppelromanhälfte. Ich habe nur eine Frage zu Bulls Plan. Wie haben die Terraner die Gemeni dazu gebracht, ausgerechnet einen der beiden eigens für diesen Zweck präparierten Posbi-Raumer abzuschießen? Der Spross hätte doch genauso gut eines der bemannten Schiffe aufs Korn nehmen können. Oder habe ich da etwas überlesen?

Schon im Kommentar zu PR 2777 habe ich spekuliert, dass Bull vielleicht Toio Zindhers Herz gewinnen könnte. Das ist ja nun geschehen. Es wäre interessant zu erfahren, ob Fran Imith noch lebt. Schließlich war sie mit Bull verheiratet (PR 2307). In PR 2503 steht, dass sie sich von Bull getrennt hat, aber ich glaube nicht, dass in diesem Zusammenhang das Wort "Scheidung" gefallen ist. Außerdem waren die beiden später wieder zusammen. Im Dezember 1469 NGZ war Fran Imith noch am Leben (PR 2674), ihr Alterungsprozess scheint angehalten worden zu sein. Bull ist also vermutlich kein Witwer. Ist er demnach ein Ehebrecher? Auweia, das könnte Ärger geben!

J. Kreis, 26.08.2017


« PR 2922 «
» PR 2924 »






Gastkommentare


Neueste Kommentare stehen oben.


Gastkommentare werden nicht von J. Kreis verfasst und dürfen nicht auf anderen Homepages oder in Printmedien weiterverwendet werden.


Michael (30.08.2017):

Mir hat der Roman von Michelle Stern gut gefallen und ich gebe Jo Kreis Recht, dass Sie es schafft, den Menschen Bull glaubwürdig zu schildern. Es gab auch einige Stellen zum Schmunzeln, doch MS übertreibt es damit nicht, wobei die Figur von Korin Anderlei schon ein wenig überzeichnet ist.
Wenn der Roman nächste Woche genauso ist, wird es ein kurzweiliges Vergnügen für mich.

@Jo Kreis: Alle Raumer des angeblichen terranischen Interessenverbands sind ausschließlich Robotraumer. Die bemannten Raumer der LFG oder die RIBALD CORELO haben sich nicht an dem Angriff beteiligt, somit wurden sie auch nicht beschossen (hätte aber auch schief gehen können). Dass von allen Robotraumern gerade einer der beiden großen Posbi-Raumer zur Vernichtung durch die Gemeni ausgewählt wird, macht taktisch durchaus Sinn (als Signalwirkung für die anderen kleineren Einheiten der Angreifer). Vermutlich haben die Gemeni den Trick mit den Robotraumern aber sowieso durchschaut.


Hans (27.08.2017):

Der Roman beginnt mit einer blumigen Beschreibung des Urlaubsplaneten und den Gedanken Hekener Sharouns, daß er mit Cai Cheung erst Matratzensport betrieb als sie nicht mehr seine Vorgesetzte war sondern er im Rang über ihr. Wollte Michelle Stern aus Cheung keinen weiblichen Bill Clinton machen (grins)? Bully wird zunächst ins Gebet genommen: sein Chaos-ZA sei eine potentielle Gefahr für die LFG lt. Sharoun, der von Perry per Geheim-Mitteilung schon vor dessen Abreise ins Goldene Reich darüber informiert wurde (Ockhams Welt hat Bull doch nicht angeflogen - warum?) um dann trotzdem sofort zum Liga-Kommissar ernannt zu werden. Bis S.30 passiert anschließend gefühlt sehr, sehr wenig: die flötende, trällernde Wachhund-Matrone Korin Anderlei besucht zusammen mit Bull völlig ergebnislos die HaLem-Armee. Ein Treffen im Park: Homer G. Adams ist gut zu Vögeln (sorry, LOL), füttert diese mit Brot. Trautes Heim Glück allein im neuen Holzhaus am Goshunsee plus vorheriger Fete in der Solar Hall dank dem neuen Job. G Ä Ä Ä H H H H N...
Und dann wird es leider gröbstens unlogisch. Auf der Dinner-Party verkündet Bull, er wolle den Gemeni offenbaren, daß er einen chaotarchisch geprägten ZA sein eigen nennt und das obwohl klar ist, daß Bhal Haddhunis ggf. ungeniert per offener Hyperfrequenz plaudern könnte. Sharouns einzige Angst besteht darin, daß sein neuer Liga-Kommissar seinen ZA verspielen könnte - nicht, daß bald die halbe Galaxis von Bulls Geheimnis erfahren könnte und die Mistgabeln auspackt (die Erinnerung an TRAITOR etc.). Au Backe! Daß man Shinae mit auf die gefährliche Mission nimmt wg. ihrer Gesundheitsprobleme kann ich nachvollziehen. Haben die Roboter an Bord der CURIE Vitalimpuls-Simulatoren eingebaut? Falls nicht so kann man davon ausgehehen, daß die Gemeni von Beginn an wissen, daß man sie ver*rscht. Korin Anderlei wird derweil endgültig zur relativ unkomischen Witzfigur, verputzt einen Gebäcktaler und plaudert über ihren Bikini. Klar, wer sonst als eine weibliche Autorin könnte es sich erlauben so eine tumbe Platinblondine zu erfinden und Michelle Stern betet um diese langweilige Handlung herum, enorm viel an Datenblättern herunter. G Ä Ä Ä H H H H N... Bull verlangt dann die Herausgabe eines Spionohrings von Madame Einerlei nachdem diese mal eben ausgeplaudert hat, daß er auf Krynn war. Sind nur Leute mit Top-Secret-Freigabe in der Zentrale der RIBALD CORELLO anwesend oder ist das einfach drauflos fabuliert?
Dann wird es für eine gefühlte Sekunde spannend. Die YETO setzt die "Hyperfaust" ein, pustet einen Robotraumer ins stellare Nirvana. Der dann folgende Rest mit dem an Bord gehen von Bullys Gruppe ist einigermaßen erträglich aber insgesamt habe ich dieses Heft als so zäh wie Kaugummi empfunden. Hoffentlich setzt sich das nächste Woche nicht genau so fort.



Deine Meinung?

(Bei Klick auf diesen Button öffnet sich ein Kontaktformular in einem gesonderten Fenster)