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Perry Rhodan Nr. 2919: Die Enklaven von Wanderer

Autor: Wim Vandemaan

Inhalt

Wanderer, die Kunstwelt der Superintelligenz ES, ist am 24. Juni 1551 NGZ innerhalb der Gashülle des Planeten Siskul materialisiert. Da angenommen wird, dass Ernst Ellert, der am selben Tag auf Terra erschienen ist und ein Amulett aus kristallisierter Eiris trägt, der Schlüssel zu der von einer undurchdringlichen schwarzen Kuppel geschützten Scheibenwelt ist, wird er ins Wegasystem gebracht. Er fliegt mit einem alten ferronischen Frachter, dessen Innenleben auf den neuesten Stand der Technik gebracht wurde. Er wird von dem TLD-Agenten Opiter Quint, der Chronotheoretikerin Aichatou Zakara sowie den USO-Spezialisten Mahnaz Wynter, Tessner Vellderyd und Zau begleitet. Als das Schiff am 19. Juli auf Ferrol landet, versuchen Geheimdienstmitarbeiter, einen Passagier gefangen zu nehmen, bei dem es sich höchstwahrscheinlich um Adam von Aures handelt. Der Verdächtige verschwindet spurlos.

Wenig später wird Wanderer angeflogen. Bisher wurden Funksprüche nicht beantwortet, doch als mitgeteilt wird, Ellert sei angekommen, wird er aufgefordert, sich auszuweisen. Ellert nimmt das Amulett in die Hand. Es verwandelt sich in eine geometrisch unmögliche Form: Ein Penrose-Dreieck. Daraufhin wird die Zugangsberechtigung erteilt und eine kleine Öffnung tut sich im Schwarzschirm auf. Ellert und seine Begleiter fliegen mit einem kleinen Diskusbeiboot ein. Plötzlich hat die Positronik eine Fehlfunktion, die manuelle Steuerung ist blockiert, die künstliche Schwerkraft spielt verrückt. Das Boot stürzt ab. Der ferronische Pilot kommt ums Leben. Das Fenster im Schwarzschirm schließt sich, so dass der Kontakt mit dem Mutterschiff abbricht. Auch von Wanderer meldet sich nun niemand mehr.

Die Kunstwelt ist von Menschen und Angehörigen anderer Völker bewohnt, wie die Besucher im Verlauf der folgenden Tage herausfinden. Es gibt Städte und kleine Siedlungen sowie terranische Flora und Fauna. Am Nachthimmel ist der Saturnmond Enceladus zu sehen. Die Landschaft ist in zahlreiche voneinander abgesonderte Enklaven aufgeteilt, deren Bewohner den jeweiligen Lebensbereich nicht verlassen können und nicht erkennen, dass der Rest ihrer Welt verschwunden ist. Sie ignorieren die SERUNS und sonstige Hightech der Besucher. Sie wissen auch nichts von ES. Die Enklaven von Wanderer zeigen verschiedene Epochen der Geschichte Terras, aber stets mit teils erheblichen Abweichungen, so als handele es sich um Relikte aus Paralleluniversen mit anderem Geschichtsverlauf.

Die Besucher begegnen einer Gruppe von Händlern, die glauben, sie seien mit ihren Eselfuhrwerken unterwegs von Aachen nach Metz. Mit dabei ist ein Ochsengespann, das einen Sarkophag für einen König transportiert, welcher in der Grablege der Merowinger bestattet werden soll. Der Ochsenkärrner namens Merowech greift an, als die Besucher erkennen lassen, dass sie sich den Sarkophag näher anschauen möchten. Merowech verwundet den Ertruserabkömmling Quint mit einem Schwerthieb, der den Energieschutzschirm des SERUNS sowie das verstärkte Gewebe des Schutzanzugs mühelos durchdringt. Zau wendet unbekannte Fähigkeiten an, um Merowech außer Gefecht zu setzen. Sobald sich Quint erholt hat, wird der Sarkophag geöffnet. Das gelingt erst, als Ellert mit anpackt. Im Inneren befindet sich der kopflose Torso eines Mannes (Homunk), dessen Herz schlägt. Auf ES angesprochen sagt Merowech, die Superintelligenz sei "auf der anderen Seite". Der Mann im Sarg müsse zerteilt bleiben, denn die Einzelteile seien die Nägel, die Wanderer im Diesseits festhalten. Dann löst sich Merowech in Luft auf.

Die Besucher nehmen den Torso an sich und fliegen los, um nach den Körperteilen zu suchen. In einer anderen Enklave finden sie sich im Berlin des Jahres 1927 wieder. Die Erde, von der dieses Berlin stammt, ist topsidisches Protektorat. Sie wurde 1920 von den Fantan angegriffen. Die Aggressoren wurden von den Topsidern vertrieben, doch dabei wurden weite Teile Neuenglands - Perry Rhodans Heimat - radioaktiv verseucht. Am Himmel über Berlin schweben nun Zeppeline und Raumschiffe. Menschen und Echsenwesen leben friedlich zusammen. Die Besucher werden zur Landung genötigt und von Rittmeister Gustav Leobschütz-von Blumencron sowie dem topsidischen Tubtor Trker-Acsh befragt. Mit elektronischen Fußfesseln ausgestattet dürfen sie sich frei in Berlin bewegen, bis ihre Behauptung, sie seien mit einem Raumschiff abgestürzt, überprüft wurde. Die Besucher fragen sich, ob die Enklave von ES bewusst in dieser Form erschaffen wurde. Handelt es sich um das Gedankenspiel einer Superintelligenz, die herausfinden möchte, was geschehen wäre, wenn jemand Rhodans Geburt verhindert hätte? Oder hat es, wie Zakara vermutet, mehr als nur eine einzige dys-chrone Scherung gegeben?

Ellert fühlt sich in dieser "Vergangenheit" pudelwohl, und nicht etwa nur, weil sie ihm näher ist als die Welt des 16. Jahrhunderts NGZ. Er hat eindeutig eine ganz besondere Beziehung zu Wanderer. Intuitiv führt er die Gruppe zu einem Etablissement, in dem verschiedene Varieténummern präsentiert werden. Friedrich Adam von Opel, genannt Raketen-Fritz, spricht die Gruppe an. Als eine Topsiderin mit menschlichen Armen und Beinen auftritt (es handelt sich um Homunks Gliedmaßen), die plötzlich von einer Art Fliegenschwarm attackiert wird, fällt bei Quint der Groschen. Raketen-Fritz ist niemand anderer als Adam von Aures, dieser wiederum besteht wie Pazuzu aus einem Nanogentenschwarm, der den Flug des Beibootes unsichtbar mitgemacht und vermutlich den Absturz verursacht hat. Quint versucht vergeblich, den Nanogentenschwarm vom Diebstahl der Gliedmaßen abzuhalten. Adam von Aures setzt den TLD-Agenten außer Gefecht und entkommt. Der Torso fällt ihm jedoch nicht in die Hände.

Ellert kommt auf die Idee, dass sich Homunks Kopf nur auf Enceladus befinden kann. Dort gibt es einen jungen Einschlagkrater, der als Fundstelle in Betracht kommt. Man schwatzt den Topsidern einen raumflugfähigen Gleiter ab, muss dann aber eine Erfahrung machen, die ihnen schon bekannt ist. Enceladus bleibt in weiter Ferne, egal wie lange man fliegt. Ellerts Amulett ist die Lösung. Es vervielfacht seine Größe, das dreieckige Feld im Zentrum verwandelt sich. Ellert weiß, dass es sich bei der Diabase des Tribars um eine Querung handelt, ein Portal, das ihn und zwei Personen zum Enceladus transportieren wird. Ellert, Quint und Zau machen den Schritt. Anschließend sagt Zau, es habe sich um einen Transport über die Dakkarspur gehandelt. Auch auf dem Mond leben Menschen. In dieser Enklave schreibt man den 29. April 1991. Die drei Neuankömmlinge werden von einem fünfzigjährigen Perry Rhodan (ohne Zellaktivator) begrüßt, der keinen von ihnen kennt. Er leitet eine Expedition, die den Einschlagkrater untersuchen soll. Vor 20 Jahren hat ein großes kugelförmiges Objekt aus Stahl die Eiskruste des Mondes durchschlagen und ist im Ozean versunken. Eine Tauchexpedition sollte gerade starten.

Ellert, Quint und Zau begleiten das Unterseeboot in den SERUNS und lassen es hinter sich zurück, um das Objekt allein erkunden zu können. Es handelt sich um das Wrack eines altarkonidischen Raumschiffes. Im Inneren befinden sich tote Tefroder vom Raumschiff RAWTHOR, welches bekanntlich zur Auslösung eines Zeitparadoxons von den MdI in die Vergangenheit geschickt wurde. In der Zentrale sitzt die Leiche von Crest. Auf seinem Schoß liegt ein Behälter, der sich von Ellert öffnen lässt. Homunks lebender Kopf befindet sich darin. Homunk teilt mit, er sei Ellert zugeteilt worden. Mit Hilfe eines von ES aufgenommenen Gasts könne man Wanderer verlassen. Zurück im Raumgleiter werden Kopf und Rumpf zusammengesetzt. Homunk gibt einige wichtige Informationen preis. Demnach existiert Wanderer auf beiden Seiten der Scherung, das heißt, die diesseitige Kunstwelt ist nicht der Wanderer, den die Terraner kennengelernt haben. Dasselbe gilt für Ellert. Im Moment seines "Todes" im Jahre 1972 konnte ES ihn an zwei verschiedene Zeitorte führen. Die jetzt zurückgekehrte Version Ellerts war wie Wanderer während der vergangenen Zeit an einem interuniversellen, außerzeitlichen Ort.

ES hat diese Maßnahmen getroffen, um auf die dys-chrone Scherung vorbereitet zu sein. Die Superintelligenz war gemäß eines mit den Fauthen geschlossenen Vertrages verpflichtet, eine bestimmte Abfolge von Ereignissen zu garantieren, die in ferner Zukunft zur Entstehung von Thez führen wird. ES und seine Eiris sind hierfür unverzichtbar. Winzige Eirisreste wie Ellerts Amulett sind zurückgeblieben. Homunk bestätigt, dass Ellert der Hüter der Hinterlassenschaften von ES ist. Er soll diese vor Fremdzugriff schützen und im Sinne der Menschheit beziehungsweise der früheren Mächtigkeitsballung von ES einsetzen. Homunk soll ihm dabei helfen, besitzt ohne seine Gliedmaßen aber nur eingeschränkte Macht. Adam von Aures könnte selbst Homunk gefährlich werden, doch bliebe er lange genug auf Wanderer, wäre er dort gefangen. Wer sich lange genug in einer Enklave aufhält, wird in diese integriert und kann sie nicht mehr verlassen. Raum und Zeit entfalten sich für ihn nur in Bezug auf die eigene Enklave. Das bedeutet: Sollte es Adam von Aures nach der Integration gelingen, den Schwarzschirm zu durchqueren, so könnte er durchaus ins Solsystem gelangen - aber es wäre nicht das raumzeitliche Solsystem, aus dem er gerade erst gekommen ist. Das alles hängt mit der dys-chronen Scherung zusammen, oder vielmehr mit den Seitenwegen, die die Entwicklung seitdem in unzähligen Paralleluniversen eingeschlagen hat.

Der von Homunk erwähnte Gast ist der Dolan JASON. Dessen Exekutorin Yemaya Shango ist gern bereit, mit Homunk und seinen Begleitern auf Reisen zu gehen. Am 3. November 1551 NGZ kehrt die Gruppe zum Frachter zurück. Maurits Vingaden wird per Funk unterrichtet. Der TLD-Direktor ist damit einverstanden, dass ein von Homunk vorgeschlagenes Ziel angeflogen wird: Der Planet Thoo im Madurant-System in der Zwerggalaxie Canis-Major. Dort soll es eine Hinterlassenschaft von ES geben.

Quint will von Wynter wissen, wer Zau wirklich ist. Die seltsamen Fähigkeiten des kleinen froschgesichtigen Mannes stellen einen Unsicherheitsfaktor dar, der geklärt werden muss. Wynter meint, das sei eine längere Geschichte ...

Kringels Meinung:

Die Zusammenfassung ist länger geworden als üblich, dennoch kratzt sie wirklich nur an der Oberfläche. Vielleicht lässt sie aber eines erkennen: Hartmut Kasper ist in Topform! Oder sollte ich "entfesselt" schreiben? Lasst es mich so sagen: Seine Romane sind nicht unbedingt zu empfehlen, wenn man bei den Abenteuern sympathischer Protagonisten mitfiebern möchte, denn sie wirken manchmal zu durchkonstruiert, irgendwie "verkopft" und ein wenig kalt. Eine bestimmte Atmosphäre erzeugen, auch Sense of wonder, das kann der Autor. Es gelingt ihm aber nur selten, mich emotional zu packen. Ich kann nicht genau erklären, warum das so ist. Es kommt mir so vor, als wahre Kasper oft eine gewisse Distanz zu seinen Figuren. Wer verzwickte Gedankenspiele, verblüffende Ideen und wohlformulierte Satzkonstruktionen liebt, kommt bei ihm aber immer auf seine Kosten.

Im Nachhinein fällt es mir leicht, die serienrelevanten Bestandteile des Romans vom Unwesentlichen zu trennen. Entscheidend sind nur die letzten Seiten des Romans, wenn Homunk sich ungewöhnlich mitteilsam zeigt und Informationen preisgibt. ES ist wirklich verschwunden, hat aber zuvor Sicherungskopien wichtiger Objekte und Personen angefertigt, die jetzt eingesetzt werden können ... tja, wozu? Um ES aus dem Thez-Universum zurückzuholen? Die Scherung rückgängig zu machen? Wir werden sehen, aber mit Sicherheit werden uns die Autoren zuvor auf eine Schnitzeljagd mitnehmen, die zu verschiedenen anderen Sicherungskopien führt. Die erste steht im direkten Zusammenhang mit den Thoogondu, denn die stammen bekanntlich aus Canis-Major und dort befindet sich der zweite Brennpunkt der Wanderer-Bahn.

Dass die Zusammenfassung trotzdem so lang geworden ist, liegt ganz einfach daran, dass ich das Unwesentliche viel zu schön finde, so dass ich es nicht unerwähnt lassen möchte. Die Enklaven von Wanderer zeigen alternative Geschichtsverläufe, von denen mir die Episode im Berlin der Goldenen Zwanziger am besten gefallen hat. Hier zeigt sich auch, dass meine Spekulation bezüglich Adam von Aures im Kommentar zu PR 2909 ins Schwarze getroffen hat. Unklar bleibt, welche Ziele Adam von Aures verfolgt. In PR 2909 scheine ich etwas überlesen zu haben. Mir ist nämlich nicht klar, wie Adam in den Ferronenfrachter gelangt ist. Findet ihr eine Textstelle? Ich habe nur eine gefunden, in der von einem "besonderen Gast" die Rede ist, aber ich hatte angenommen, damit sei Ellert gemeint. Sitzt Adam jetzt auf Wanderer fest? Wird die Scheibenwelt verschwinden, falls es Adam gelingt, sie mit Homunks Extremitäten zu verlassen?

Was es mit JASON und Yemaya Shango auf sich hat, könnt ihr übrigens in PR 2795 nachlesen. Der Dolan trägt außerdem das Bewusstsein einer Ordischen Stele. Ich nehme an, dass der ganze Komplex Thez-Atopisches Tribunal wohl doch noch nicht abgeschlossen ist. Die Stele könnte also noch sehr wichtig werden. Oder handelt es sich um eine Alternativversion JASONS ohne Stelenbewusstsein?

J. Kreis, 30.07.2017


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Gastkommentare


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Hans (05.09.2017):

Zitat aus Nr. 2909, Seite 61/62:
"Ich bringe euch zu euren Quartieren" sagte der Kapitän. "Unser besonderer Gast hat die Kabine zwischen euren beiden."
"Und die Gäste aus der Lagune?"
"Drei Decks darunter", antwortete der Kapitän und grinste dabei.
"Welchen Eindruck hast du von dem besonderen Gast?"
"Er wartet", sagte der Ferrone. "Er horcht. Er ist merkwürdig."
Sie glitten im Antigravschacht nach oben. Die Fluggastkabinen befanden sich knapp unterhalb des Äquators; sie lagen alle im Außenbereich.
Vor Ellerts Kabine verabschiedete sich der Kapitän. Quint und Zakara überlegten, ob sie sich bei Ellert melden sollten.
"Stören wir ihn nicht" sagte Zakara. "Es ist sein erster Raumflug."
Quint nickte.
Sie trennten sich. Quints Kabine war geräumig, aber nicht luxuriös eingerichtet.
Die Außenwand bestand aus Glassit und erlaubte einen Blick auf den Raumhafen.
Quint stellte einen Sessel vor dieses Fenster.
(...)
ENDE

Deine Frage ob du etwas überlesen hast kann man getrost mit nein beantworten. Man konnte hier nur durch das Wort "horcht" darauf kommen, daß es nicht um Ellert geht aber wie Aures an Bord gekommen ist wird vorher nirgends erwähnt. Habe die letzten Seiten des Hefts nochmal gelesen.
Was mir jetzt noch auffällt ist das "Glassit", damit ist wohl Panzertroplon gemeint. Denke mir, daß viele Rhodan-Autoren davor zurückschrecken, solch explzit rhodanesken Begriffe zu verwenden um es Neulesern einfacher zu machen die Hefte zu verstehen, ecken damit aber bei Altlesern wie mir an. Seis drum. Aus meinem eigenen Kommentar (man kann den ganzen Zyklus retrospektiv verstehen wenn man nur die Schlüsselromane liest) lese ich heraus, daß ich da schon an meinen zeitweiligen Ausstieg dachte, den ich dann fünf Wochen später vollzogen habe.
Mir ist jetzt klar, warum mir der von dir als distanziert und verkopft beschriebene Schreibstil von WiVa so gefällt: ich kann da sehr viel hineininterpretieren. Welche Emotionen hat eine Figur gerade, worüber denkt sie nach? Da reicht es mir schon, daß Opiter Quint einen Sessel vor die Aussichtswand in seiner Kabine stellt - sich dann da reinsetzt, die Aussicht genießt und seinen Gedanken nachhängt... beschrieben wird in den von mir nicht zitierten letzten vier Sätzen nur, daß das Schiff beschleunigt und nach vier Stunden in den Linearraum eintritt.
Eskapismus war und ist immer noch meine Hauptmotivation SciFi und Fantasy zu lesen und da muss auch noch Platz sein für meine eigene Phantasie. Bei Heften von WiVa klappt das anscheinend sehr gut. Hoffentlich bleibt es dabei, daß er die Hefte um Ouint, Ellert, Aures schreiben wird, die ich mir ja trotz meines Ausstiegs auf jeden Fall kaufen möchte.


manfred (01.08.2017):

Die Schlußfolgerung

"Demnach existiert Wanderer auf beiden Seiten der Scherung, das heißt, die diesseitige Kunstwelt ist nicht der Wanderer, den die Terraner kennengelernt haben."

finde ich bei einem so verwirrenden Text zu kühn.

»... Wanderer existiert auf beiden Seiten der Scherung«, bestätigte Homunk.

Aber das ist nicht überraschend, das ist das Wesen der Scherung.

Auch Quint, Zakara usw., das Wegasystem, die Milchstraße usw. befinden sich auf beiden Seiten der Scherung.

»Und welche Welt ist die richtige?«, fragte Zakara.
»Diese Frage verstehe ich nicht«, bekannte Homunk. »Eure Art bringt biologische Zwillinge hervor. Haben sich in solchen Fällen die Eltern je gefragt, welcher der beiden Zwillinge der Richtige ist?«

Genau - beide sind richtig und die die wir gekannt haben.

Wäre auch blöd, wenn Zakara die Antwort bekommen würde: Du bist die falsche Zakara :)

Etwas irritierend ist natürlich die Aussage

»Aber wo ist dieser Ernst Ellert in der Zwischenzeit gewesen?«, wollte Quint wissen.
»Dort, wo auch die Kunstwelt gewesen ist«, sagte Homunk. »An einem interuniversellen, außerzeitlichen Ort.«
Aber Ernst Ellert wurde zu einem früheren Zeitpunkt "geschert":

»Es hat in der Phase der biologischen Existenz Ellerts einen besonderen Zeitpunkt gegeben, der es dem Wanderer ermöglicht hat, ihn an zwei Zeitorte zu führen.«

Auch wenn das ganze rätselhaft bleibt, würde ich nicht schliessen, dass gleichzeitig das Wanderer2919 geschert und eingelagert wurde.

Schliesslich liefert die akutelle Scherung schon 2 Wanderer.

Mit obiger Hypothese hätten wir plötzlich 2x2 Wanderer auf den beiden Seiten der Scherung.

Plausibler erscheint mir

Der rätselhafte interuniversellen, außerzeitlichen Ort ist ein Lager von ES.

ES hat den "neuen" Ernst Ellert vielleicht schon 1972 dort eingelagert.

Wanderer wurde vermutlich erst eingelagert, als ES seine MB verlassen musste.

Am 24. Juni 1551 NGZ wurden beide vermutlich aus dem Lager "freigesetzt" -
ob durch einen Automatismus, Lotho Kereate, oder einem Signal von ES aus der Ferne.

manfred


Hans (30.07.2017):

Die erste Hälfte des Hefts habe ich im Wald gelesen. Dreimal pro Woche ist bei mir Sport angesagt. Walking war Donnerstag, da ich aber am Tag zuvor bereits mein Fitness-Training für die Bein- und Bauchmuskeln absolviert hatte (hab keine festen Trainingstage, trainiere zuhause da mir Fitness-Studios ein Graus sind) musste ich langsamer als sonst machen und da fanden sich zwei Holzbänke für Pausen und da ich das Heft sowieso im Rucksack hatte, weil gerade gekauft, fing ich an zu lesen während ich Pausen einlegte.
Die Figur des Opiter Quint gefällt mir ausserordentlich gut, wie ich ja schon bei seinem letzten Auftritt bemerkt habe. Die eiserne Ruhe und Gelassenheit dieser Figur hätte ich auch gerne wieder. Wieder, weil ich vor meinem Burn-Out so jemand war, der in Stress- und Notfallsituationen (habe zuletzt 15 Jahre als Pflegefachkraft gearbeitet) absolut ruhig, gezielt und strukturiert reagiert hat. Was leider vorbei ist, seit letztem Jahr bin ich in vielen Situationen ein reines Nervenbündel. Ohne regelmässige Entspannungsübungen und Medikamente geht nichts mehr. Dachte im April ich hätte mich endgültig erholt aber dann kam ein Rückschlag.
WiVa verzichtet diesmal zum Glück auf Mariachi-Musik u.ä. und legt gleich los mit der Handlung. Kugelraumer ohne Ringwulst gefallen mir, so auch der ferronische Frachter mit dem sich das Team ins Wega-System begibt. Quint hat offenbar auch den Verdacht, dass Adam von Aures mit an Bord ist (darüber wurde ja hier schon spekuliert). Das mit dem Zugriff von aussen auf einen anderen, verdächtigen Passagier geht ja schief.
Dann fliegt man den Gasplaneten an, in dessen Atmosphäre der Scheibenplanet materialisiert ist. Ellert ist der Türöffner für den schwarzen Schutzschirm. Geht ganz leicht per Funkspruch, Sesam öffne dich. Man begibt sich in das 18m-Beiboot und QuintsTruppe stürzt mit dem Beiboot auf Wanderer ab, der ferronische Pilot ist tot aber die SERUNS machen endlich mal das wofür sie da sind und sorgen für eine sichere Landung ihrer Träger und dann geht es recht flott ab ins terranische Mittelalter incl. Ochsenkarren und einer Reise von Aachen nach Metz... Die JZL lassen grüssen. Gut, dass ich das im fast menschenleeren Wald gelesen habe, es hat gepasst zur 'rustikalen' Umgebung auf Wanderer. Dann wird der Torso von Homunk in dem Baumsarg gefunden (ohne Ellert geht das Ding nicht auf) und es zeigt sich, dass Zau eine Art Mutant ist (allein die Vorstellung mit dem in den Nacken springen ist schon ziemlich schräg aber gut) und Schutzschirme nicht gegen Schwerter helfen. Quint erholt sich dank Cybermed von dem Angriff und weiter geht es zum Pendant der chinesischen Mauer incl. einem Abstecher bei Onkel Wu mit gutem Essen. Ich mag die chinesische Küche sehr, zumindest jene die man in unseren Breiten serviert bekommt. Dann geht es weiter nach Berlin welches seit 1921 von den Topsidern besetzt ist und der Autor zitiert sich da wohl selbst. Dieses alternative Berlin und die Bemerkung über Reichskanzler Marx

https://de.m.wikipedia.org/wiki/Wilhelm_Marx

erinnert mich an das Heft "Bote der Atopen"

https://www.perrypedia.proc.org/wiki/Quelle:PR2811

in welchem Matan Addaru, Tifflor auf seine Reise in die JZL vorbereitet und darüber sinniert dass die frühzeitige Eliminierung von Hitler u.U. einen noch schlimmeren Krieg verursacht hätte. Der Autor scheint counterfactual history wirklich zu lieben - ich auch aber ich würde Hitler auf jeden Fall ausschalten und dazu gleich noch Stalin, Mao und den japanischen Kaiser, Mussolini und Franco natürlich auch (im Prinzip eine offene Liste, das 20 Jahrhundert war ja voll mit grössenwahnsinnigen Diktatoren).
Gerne hätte ich weiter da gesessen und gelesen aber ich musste weiter laufen um mein Pensum zu schaffen. Also zwei Kilometer weiter bis zum Ende des Waldwegs und wieder zwei Kilometer zurück zu der Bank. Da war dann die Sonne verschwunden. Die letzten zwei Kilometer zurück zur Bus-Haltestelle musste ich dann im Regen laufen, ein leichtes Gewitter ging herunter, was mir zwar nichts ausmacht, ganz im Gegenteil, ich laufe gern im Regen und lebe da erst so richtig auf, grins - aber dabei wurde das Heft im Rucksack nass und bevor ich weiterlesen konnte musste das Ding erstmal trocknen.
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Mittlerweile war Samstag und das Heft getrocknet. Quints Truppe stürzt sich in das Berliner Nachtleben der 20er Jahre, gewürzt mit der Anwesenheit der Topsider und dem Überbau, dass dies alles auf Wanderer stattfindet. Quint duelliert sich erneut mit Adam von Aures, der es auf Beine und Arme der topsidischen Tänzerin abgesehen hat, da diese zu Homunk gehören und natürlich gewinnt Aures. Was soll auch ein organisches Wesen gegen solch einen Supermutanten ausrichten? Nichts. Warum Zau nicht eingreift ist mir etwas unklar, der ist wohl im Hotel zurückgeblieben (habe die Passage mehrmals gelesen - es wird nicht ganz klar beschrieben wer alles in dieses Variete mitgekommen ist). Kommt atmosphärisch alles sehr stimmig rüber, die Beschreibung Berlins deckt sich mit dem was man über dieses Jahrzehnt lesen kann. Lockere Sitten und ausschweifendes Nachtleben. Dann entschliesst sich Quint den Mond Enceladus anzufliegen und es wird spekuliert ob Wanderer einen Übergang zwischen den gescherten Universen darstellt, die Abruse wird nebenbei erwähnt und die Samplerplaneten. ES wird ganz selbstverständlich die Fähigkeit zugesprochen ein weiteres Universum zu scheren (wenn auch spekulativ in dem Gespräch an Bord des topsidischen Gleiters). ES - Thez scheint ja mittlerweile ein Faktum zu sein. Um ES wieder zurück zu holen werden sich die Expokraten sicher etwas überlegen was aber das potentielle Todesurteil für Thez bedeuten könnte, was ziemlich sicher vermieden werden soll. Wanderer könnte somit nicht nur die Rückfahrkarte für ES sondern auch die Hintertür für Thez sein um seine Existenz auf andere Art und Weise als bisher zu sichern.
Spekulation meinerseits: Gemeni und GESHOD - sind alte Ableger von ES, deshalb besitzen sie u.a. Zellaktivatoren und Physiotrone - plus das Gondunat incl. ZSI und dessen Bewohner (analog zur Aufnahme der aphilischen Menschheit in ES) werden am Ende des Zyklus hinüber in das Tarania-Universum gezogen um Thez zu stabilisieren damit ES als integraler Bestandteil von Thez nicht mehr unbedingt gebraucht wird und zurückkehren kann, die Tür ins Thez-Universum wird dann endgültig geschlossen. Tifflor könnte seinen Job als Atope an den Nagel hängen und ebenfalls zurückkommen um im letzten Moment den Weltenbrand zu verhindern, den Aures zusammen mit Bostich und Rhodan verursacht indem sich diese einen Kampf auf dem zurückgebliebenen Galaxienzünder der Kosmokraten (über den ich vor einigen Wochen als technischen Auslöser der Weltenbrands spekuliert habe) liefern und damit 'nebenbei' die Vernichtung der Milchstrasse einleiten. Tifflor taucht im letzten Moment auf, Bostich hat gerade Aures vernichtet und wurde dabei tödlich verwundet. Perry kann gerade noch von dem 1126 km durchmessenden Teil flüchten und dann kollidiert die MOCKINGBIRD mit dem Galaxienzünder, es gibt einen Mega-Knall der ein paar Tausend Sonnensysteme vernichtet aber der Weltenbrand wird in allerletzter Sekunde gestoppt. Vetris-Molaud sitzt derweil in seinem Flaggschiff, sieht allem hilflos zu und bekommt vom Pensor, der sich auf Wanderer materialisiert (der Scheibenplanet ist auch vor Ort) das Angebot auf die andere Seite der Scherung zu kommen. Molaud lehnt dankend ab, denn er hat vor die Reste des Arkonimperiums mit seinem Tamanium zu verschmelzen und Imperator des New Lemurian Empire zu werden. Ab Band 3000 könnte man dann endlich mal wieder einen grösseren Zeitsprung von sagen wir mal 500 Jahren machen und dann beleuchten was aus diesen Plänen wurde.
Habe das Heft noch nicht fertig gelesen - grins.
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So, es ist Sonntag und den Rest des Hefts habe ich gerade gelesen. Meine Spekulation scheint ja dadurch teilweise bestätigt zu werden. Next stop Planet Thoo in Canis Major... Die Verbindung zum Gondunat ist hergestellt. Aures bleibt vermutlich erstmal auf Wanderer zurück. Der letzte von mir gelesene Teil des Romans enthält sehr viele Andeutungen. Nicht direkt verwirrend aber doch ziemlich anstrengend für mich zu lesen. Es geht in die Richtung meiner Spekulation glaube ich momentan. ES sucht nach einem Rückweg um sich aus der Umklammerung von Thez zu befreien. Quints Team ergänzt um den unvollständigen Homunk hat wohl die Aufgabe, die Hinterlassenschaften von ES abzuklappern um damit etwas zu aktivieren - Prinzip Chronofossilien könnte man sagen. Wenn meine Spekulation stimmen sollte dann wäre das nächste naheliegende Ziel nach Thoo irgendetwas im Zusammenhang mit dem Gemoshom. Sollte der Dolan JASON (die Argonauten lassen grüssen) über einen Dimetransantrieb verfügen wäre die Entfernung von 150 Mio. LJ kein Problem. Wer oder was Zau ist wüsste ich auch gerne. Vermutlich wird man in 80 Wochen feststellen, dass man den gesamten Teil-Zyklus verstehen kann wenn man nur die Hefte um Opiter Quint und ES Hinterlassenschaften gelesen hat.
Dieser Roman ragt, genau wie "Adam von Aures" aus sämtlichen anderen seit 2900 hervor. Diesmal aber ohne elegische Verbreiterung (=Wortgeklingel wie ein anderer Gastkommentator hier vlt. sagen würde). Das Heft hat mir sehr gut gefallen, diesmal nicht nur wegen Opiter Quint sondern weil alles sehr stimmig ist.
Allerdings gibt es da etwas, womit ich mich zwar notgedrungen abgefunden habe aber von einem distanzierteren Punkt aus betrachtet nicht einverstanden sein kann: ES erscheint hier, wie so oft, als der geniale Planer über alle Zeiten und Paralleluniversen hinweg. Am Ende eines Zyklus war es nur leider oft so, dass er dann doch als der alte vertrottelte Zausel dastand der Hilfe von Rhodan, Atlan oder anderen gebraucht hat um aus irgendeiner Klemme in die er sich selbst hineinmanövriert hat wieder herauszukommen. Das könnte sich wiederholen...



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