PR 2916
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Perry Rhodan Nr. 2916: Gestohlenes Leben

Autor: Kai Hirdt

Inhalt

Durch Bhal Kharnaims Botschaft wird ein Ansturm auf das Giromsystem ausgelöst. Innerhalb kurzer Zeit materialisieren mehrere zehntausend Raumschiffe an der Systemgrenze. Zaroia da Bargk, Kommandantin des GWALON-Raumers KATOR GIRMOMAR, setzt das Einflugverbot durch. Sie wird durch Söldner der Kristallarmada unterstützt, muss jedoch den Übereifer des Anführers bremsen. Nach einigen eher halbherzigen Vorstößen, die problemlos abgewehrt werden können, ist da Bargk gezwungen, den Raumgleiter eines ehemaligen Flottenangehörigen zu vernichten, der die Blockade durchbricht. Dann erhält da Bargk die Nachricht, dass die GOS'TUSSAN II geortet wurde, das Flaggschiff des untergetauchten Eximperators Bostich I.! Der Doppelkhasurnraumer befindet sich im Paros-Modus und hat den Ortungsschutz nur kurz gesenkt, um die Heimatflotte der Kristallbaronie Girmomar auf sich aufmerksam zu machen. Da Bargk erhält die Erlaubnis, an Bord zu kommen.

Baron Yergeo da Gnotor hat seinen Extrasinn vor vielen Jahren infolge einer seltenen Krankheit verloren, die den entsprechenden Hirnbereich verkümmern lässt. Zudem spürt er sein fortgeschrittenes Alter sehr deutlich. Deshalb ist er nur zu gern bereit, das Angebot der Gemeni anzunehmen und sich verjüngen zu lassen. Im Spross KYLLDIN werden da Gnotor, die greise Mehandor Quendressa und deren hirngeschädigte Enkelin Kylldin, die Hüterin des Sprosses, von Kharnaim freundlich begrüßt. Der Baron begnügt sich mit den sehr zurückhaltenden Erklärungen des Gemen, denen zufolge die Verjüngungsprozedur mehrere Zyklen zu jeweils 52 Arkonjahren umfassen kann. Bei da Gnotor kommen zwei Zyklen in Betracht. Aufgrund des höheren Alters der Mehandor sind bei Quendressa drei Zyklen möglich. In Kylldins Fall würde es nicht zu einer Verjüngung kommen, sondern zu einer Heilung des unfallgeschädigten Gehirns. Quendressa, die eigentlich keine Verjüngung wünscht, ist bereit, das Physiotron für Kylldin zu "testen" - oder vielmehr: die Physiotrone. Im Spross befinden sich zahlreiche Geräte dieser Art.

Da Gnotor unterzieht sich der extrem schmerzhaften Prozedur. Danach hat er den Körper eines 31 Arkonjahre alten Mannes. Tatsächlich ist dieser Körper weit muskulöser als da Gnotor es je war; er wurde offenbar durch das Physiotron optimiert. Der Extrasinn ist aktiv. Doch etwas stimmt nicht. Alle Erinnerungen an Erlebnisse aus der Zeit nach seinem 31. Lebensjahr kommen da Gnotor wie kalte Fakten vor, so als stammten sie von einer anderen Person. Sie sind mit keinerlei Emotionen verbunden, was auch für traumatische Geschehnisse wie den Verlust des Extrasinns gilt. Der "neue" Extrasinn bezeichnet da Gnotor ständig als Narren, was er früher nie getan hat, und verhält sich zunehmend aggressiv. Er fordert die Eroberung des Sprosses oder wenigstens eines Physiotrons für das arkonidische Volk. Der Baron fürchtet, nicht mehr derselbe Mann zu sein wie vor der Prozedur. Seine Hormone geraten beim Anblick der zur verführerischen jungen Frau verjüngten Mehandor-Großmutter in Wallung. Kylldin ist nach der Prozedur ein ganz normales Mädchen. Von ihrer Behinderung ist nichts mehr zu bemerken.

Der Baron verliert die Beherrschung, als man ihm sagt, dass er zur Beobachtung im Spross bleiben muss. Zudem geht ihm der Extrasinn mit seiner Paranoia auf die Nerven. Da Gnotor erkennt sich selbst nicht wieder. Kharnaim erklärt, dass da Gnotors Erinnerungen vor Beginn der Prozedur entnommen und dem regenerierten Körper danach neu aufgeprägt wurden. Da Gnotor befürchtet, dass die Gemeni mehr als das getan haben. Sollten die Erinnerungen des Barons manipuliert worden sein, wäre eine Rückkehr ins Regierungsamt ausgeschlossen. Sein Misstrauen wächst, als er erkennt, dass bei der Verjüngungsprozedur terranische Zeiteinheiten gelten. Ein Zyklus entspricht 62 terranischen Jahren und während einer terranischen Minute wird der Benutzer des Physiotrons um ein Terrajahr verjüngt. Der Bhal gestattet da Gnotor ein Gespräch mit Wahlbaron Segos Isirea. Der verjüngte Baron hält eine öffentliche Ansprache und bittet das Volk um Geduld, benutzt hierbei allerdings einen Avatar, der ihn als alten Mann zeigt. Kurz danach dreht der Extrasinn durch, übernimmt die Kontrolle und befiehlt Ovasa, ein Physiotron zu stehlen. Kylldin wendet die Katastrophe ab, indem sie sich dem Roboter in den Weg stellt und mit einer nicht ganz menschlich wirkenden Stimme singt. Die Maschine deaktiviert sich daraufhin selbst.

Nachdem da Gnotor die Kontrolle über seinen Körper zurückgewonnen hat, wird die Prozedur wiederholt, wobei keine weitere Verjüngung erfolgt. Danach verhält sich der Extrasinn normal. In einem weiteren Gespräch mit Isirea erfährt der Baron von der Ankunft der GOS'TUSSAN II. Da Gnotor ist sicher: Das bedeutet Krieg. Mit Kharnaims Erlaubnis verlässt er den Spross (Kylldin und Quendressa wollen bleiben) und zeigt sich öffentlich - diesmal ohne Avatar. Somit wird allgemein bekannt, dass die Gemeni nicht gelogen haben.

Da Bargk tritt Bostich gegenüber, der sich in Begleitung des Haluters Sawru Maudh befindet. Bostich ist nicht mehr als Arkonide zu erkennen. Seine Haut ist vollkommen schwarz und haarlos. Die Augen glühen rot wie die eines Haluters. Der rechte Arm ist abnorm muskulös. Bostich betrachtet sich noch immer als Imperator und reißt den Oberbefehl über die Streitkräfte Girmomars an sich. Sein Ziel ist die Eroberung oder Vernichtung des Sprosses und er ist bereit, Girmomar zu opfern, um das zu erreichen. Bostich glaubt, dass die Gemeni die gesamte Galaxie bedrohen.

Kringels Meinung:

Sehr schöner Roman, der mit einem Paukenschlag endet: Bostich ist zurück! Letzte Woche habe ich mich gefragt, warum die Arkoniden den Verlust ihrer Urheimat auf sich sitzen lassen. Ganz einfach! Bostich wird die Sache in die Hand nehmen. Da dürfen sich die Naats auf einiges gefasst machen ... Das finale Kapitel, in dem da Bargk dem auf unheimliche Art und Weise veränderten Eximperator gegenübersteht, ist für mich ein Highlight des Romans. Bei aller Kürze ist die entsprechende Szene sehr plastisch vor mein inneres Auge getreten. Die GOS'TUSSAN II ist nicht mehr dasselbe Schiff wie vor 30 Handlungsjahren. Da Bargk sieht mehrere Aggregate, die einer ihr unbekannten Technologie entstammen. Ich freue mich schon auf den Roman, in dem Bostichs Erlebnisse der letzten Jahrzehnte rückblickend geschildert werden.

Der Stellenwert von Erinnerungen ist ein wichtiges Thema des Romans, so dass sich weitere Parallelen zu den Thoogondu ergeben, die bekanntlich Meister in der Manipulation von Erinnerungen sind. Wie wird unsere Persönlichkeit geformt? Wodurch werden wir als Individuen definiert? Vor welchem Hintergrund treffen wir Entscheidungen? Doch wohl durch Erfahrungen, an die wir uns erinnern. Und was geschieht mit uns, wenn wir diese Erinnerungen verlieren? Baron da Gnotor verliert sein Gedächtnis nicht, muss sich aber fragen, ob seine Erinnerungen überhaupt noch "echt" sind. Philip K. Dick lässt schön grüßen! Ich verstehe die Verjüngungsprozedur so: Der Körper wird zerstört und neu aufgebaut. Zuvor werden die Erinnerungen des Probanden kopiert. Sie werden dem neuen Körper aufgepfropft, dabei geht die emotionale Prägung verloren. Aber müssten dann nicht alle Erinnerungen emotionsfrei sein? Warum das mit den Erinnerungen nicht geschieht, die dem biologischen Alter des verjüngten Körpers entsprechen, ist mir nicht klargeworden.

Ich verstehe übrigens auch nicht, warum die Tatsache, dass die Gemeni in terranischen Zeiteinheiten rechnen, bei da Gnotor für derartige Überraschung sorgt, d.h. warum das jetzt erst geschieht. Schon in der an alle Interessierten gerichteten Botschaft des Bhals heißt es (Zitat aus PR 2915) "Wir können eure Lebensuhr um 62 Jahre zurückstellen ..." (Zitat Ende). Der Baron scheint etwas schwer von Begriff zu sein :)

J. Kreis, 11.07.2017


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Hans (14.07.2017):

Entschuldigen Sie bitte, dass ich Ihnen durch das zu frühe Abschicken meiner Beiträge für 2914 & 2915 offenbar den Lesespass verdorben habe. War keine Absicht sondern meine etwas naive Annahme, dass Sie diese erst lesen wenn Sie aus dem Urlaub zurück sind und die Hefte dann schon gelesen haben.
Von 2916 habe ich nur die Leseprobe und den Spoiler im PR-Forum gelesen und mich dann letzte Woche schon gegen den Kauf entschieden.
Ihre Zusammenfassung ist weitaus präziser und besser verständlich, von der extremen körperlichen Veränderung Bostichs höre ich jetzt das erste Mal.
Was ich von seinem überraschenden Auftauchen am Ende des Hefts halten soll kann ich noch nicht sagen. Die Idee aus 2915 das untergegangene Arkon-Imperium in relativ unabhängigen Teilgebieten zu organisieren hat mir grundsätzlich gefallen. Ist das jetzt schon wieder überholt? Wäre schade. Bostich. Was könnten die Expokraten mit ihm vorhaben? Geht er tatsächlich mit brachialer Gewalt gegen die Gemeni vor? Ich kann mir nur sehr schlecht vorstellen, dass ihn die Arkoniden in seiner jetzigen Form als Imperator akzeptieren werden.
Eine Bewertung für das Heft gebe ich natürlich nicht ab.



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