PR 2912
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Perry Rhodan Nr. 2912: Der letzte Galakt-Transferer

Autor: Robert Corvus

Inhalt

Perry Rhodan und sein dreiköpfiges Einsatzteam, die Soprassiden Ossprath und Loloccun, der Vanteneuer Ea-Eaveud sowie der Gäone Gi Barr werden vom Paratrans-Sender im Abgrund der Altvorderen abgestrahlt und rematerialisieren in der Gegenstation des 2100 Meter (plus Ringwulst) durchmessenden kugelförmigen Raumschiffes AN-ANAVEUD, welches den Pulsar Oto-Otonnu umkreist. Der Gäone geht sofort zum Angriff über, wobei er das überlegene Waffenarsenal seiner Pedgondit-Kampfrüstung einsetzt, mit der er über Neurokontakte verbunden ist. Er muss fliehen, als es zu einer für ihn unerklärlichen Verzerrung der Raumdimensionen kommt. Hierbei handelt es sich, wie Rhodan und seine Begleiter später erfahren, um hyperenergetische Effekte, die durch Fluktuationen im Hyperboral-Antrieb des Raumschiffes in Verbindung mit Energieemissionen des Pulsars entstehen. Die AN-ANAVEUD ist der letzte Galakt-Transferer. Ursprünglich haben den Vanteneuern drei dieser für intergalaktische Flüge geeigneten Einheiten zur Verfügung gestanden. Sie wurden genutzt, um so viele Vanteneuer wie möglich in einer anderen Galaxie vor dem Gondunat in Sicherheit zu bringen. Ein Galakt-Transferer wurde von den Thoogondu zerstört, der zweite ist seit zweihundert Jahren verschollen. Ungefähr zur gleichen Zeit sollte die AN-ANAVEUD einen Transfer vollziehen, der jedoch fehlschlug. Seitdem sitzt das Schiff im Orbit des Pulsars fest. Der Hyperboral-Antrieb kann nicht mehr abgeschaltet werden, so dass immer wieder Störfronten entstehen. Die Besatzung hat sich an diesen Zustand gewöhnt. Rhodan geht davon aus, dass die Hyperimpedanz-Erhöhung im Jahre 1331 NGZ zu dem Unglück geführt hat. Seit dem Hyperschock sind auch die in den Rechnern der AN-ANAVEUD gespeicherten Daten über die ferne Vergangenheit unvollständig.

Chos-Chosserd, der Kommandant der AN-ANAVEUD, ist nicht erfreut darüber, dass die Neuankömmlinge einen gefährlichen Feind mit in sein Schiff gebracht haben. Rhodan hält die Vanteneuer nicht für vertrauenswürdig, obwohl Ea-Eaveud behauptet, nicht er habe den Atomangriff auf Porass eingeleitet, sondern die Thoogondu. Dennoch erklärt sich Rhodan bereit, bei der Suche nach dem Gäonen zu helfen. Derweil programmiert Gi Barr einen Roboter der Vanteneuer für seine Zwecke um und stiehlt Sprengstoff, den er im Bereich des Hyperboral-Triebwerkes hochgehen lässt. Die Abschirmung fällt aus, so dass noch mehr Störfronten als bisher auftreten. Penelope Assid befindet sich in der Nähe, versucht zu helfen und rettet Ina-Inata, die Windschwester des Kommandanten. Von diesem erfährt Assid, dass sich die Vanteneuer schon vor Jahrtausenden für die Milchstraße interessiert haben, weil ihre größten Feinde, die Thoogondu, von dort stammen. In der Zeit von 22.121 v.Chr. bis 20.700 v.Chr. haben die Thoogondu gegen die Sternenreiche der Vanteneuer, Ruiyume und Nachtherolde gekämpft. Vor 27.043 Jahren, auf dem Höhepunkt des Konflikts, waren die Galakt-Transferer in der Milchstraße unterwegs. Man hatte sich Erkenntnisse über Schwachstellen der Thoogondu erhofft, aber nicht einmal Spuren für die Anwesenheit dieses Volkes gefunden. Die Vanteneuer waren einem Kunstwesen begegnet, das sich Namenlos nannte und dem Wanderer diente. Mit dem Wanderer selbst hatten sie keinen Kontakt. Rhodan nimmt an, dass Namenlos mit Homunk identisch ist.

Gi Barr kann geortet werden, doch er stellt den Verfolgern einen Hinterhalt. Sein Auftrag lautet, Perry Rhodan zurück zu Puoshoor zu bringen. Alle anderen Personen sind entbehrlich. Der Gäone kämpft hart und konsequent (immerhin hat er es mit Terroristen zu tun), versucht den Terraner aber zu schonen und tötet nicht ohne Grund. Einige wichtige Systeme seiner Rüstung werden beschädigt und er muss wieder fliehen, als eine Störfront entsteht. Er nimmt Báron Danhuser gefangen, hat aber nicht mit der gewaltigen Körperkraft des Oxtorners gerechnet, dem es sogar gelingt, das Visier des Kampfhelms abzureißen. Der Gäone sucht sein Heil in der Flucht. Danhuser hat das Gesicht seines Gegners gesehen. Es ist eindeutig ein Terraner, obendrein hat er der Rüstung einen Befehl in Interkosmo erteilt. Das teilt Danhuser seinen Teammitgliedern mit. Assid vermutet, dass sich die Bezeichnung "Gäonen" von Gäa ableitet, der personifizierten Erde in der griechischen Mythologie. Über einen Roboter, den der Gäone zur Kontaktaufnahme mit Rhodan entsandt hat, lässt der Terraner Gi Barr mithören. Der Gäone bestätigt Assids Vermutung. Er ist ein Soldat des Zweiten Solaren Imperiums im Range eines Oberstleutnants. Er dient dem Garanten des Goldenen Reiches auf Befehl des Solastrators. Das Zweite SI ist ein mit dem Gondunat verbündetes Reich der Terraner in Sevcooris. Rhodan verheimlicht diese Erkenntnis zunächst vor den Vanteneuern, die den Gäonen inzwischen aufgespürt haben. Gi Barr soll nun in eine Falle gelockt werden. Zu diesem Zweck wird eine doppelte Täuschung inszeniert, die dazu führt, dass sich Rhodan dem Gäonen scheinbar ergibt.

Bevor die Falle zuschnappt, führen die beiden Männer ein Gespräch, in dessen Verlauf Rhodan erkennt, dass es einen Zusammenhang zwischen der Schwarmkrise Mitte des 35. Jahrhunderts alter Zeitrechnung und der Entstehung des Zweiten SIs gibt. Gi Barr wirft Rhodan vor, er sei von ES durch die Unsterblichkeit korrumpiert worden und habe mit demselben Mittel einen Kader höriger Handlanger erschaffen, um an der Macht bleiben und der Superintelligenz dienen zu können, wodurch die Menschheit immer wieder in Gefahr geraten sei. Die Superintelligenz habe es zum Beispiel versäumt, ihre Hilfsvölker vor dem Schwarm zu warnen. Wenn ES der Menschheit geholfen habe, denn nur aus Eigennutz. Rhodan muss sich selbst gegenüber zugeben, dass diese Vorwürfe nicht ganz aus der Luft gegriffen sind. Als sich der Gäone anschickt, mittels eines Transmitters von der AN-ANAVEUD zu fliehen und Rhodan mitzunehmen, aktiviert der Terraner einen versteckten Schutzschirmprojektor. Verstärkung rückt an. Es kommt zum Kampf. Gi Barr denkt nicht an Kapitulation und droht im Strahlengewitter umzukommen. Da greift Danhuser an. Er schützt Gi Barr mit dem eigenen Energieschirm. Mit vereinten Kräften überwältigen Rhodan und der Oxtorner den Gäonen.

Gi Barr wird in eine Arrestzelle gebracht. Rhodan stattet ihm einen Besuch ab, denn er will mehr über das Zweite Solare Imperium erfahren. Gi Barr wird keine Staatsgeheimnisse preisgeben, aber er ist bereit, Rhodan eine Geschichte zu erzählen.

Kringels Meinung:

Die Gäonen sind Menschen - etwas in der Art hatte ich erwartet. Im Nachhinein kann man sowas natürlich leicht behaupten, aber es stimmt wirklich. Bei der Lektüre von PR 2905 habe ich mich gefragt, was wohl zum Vorschein käme, würde der Gäone, von dem Perry Rhodan zum Gondu geführt wird, sein Helmvisier öffnen. Im aktuellen Roman gibt es einige Kapitel, in denen die Perspektive des Gäonen Gi Barr eingenommen wird. Sehr geschickt streut Robert Corvus hier Hinweise ein, durch die die große Überraschung vorbereitet wird. Angesichts der Art und Weise, wie sich Gi Barr verhält, wie er denkt und spricht, hatte ich das stärker werdende Gefühl, dass mir dieser Gäone irgendwie bekannt vorkommt. Ganz kurz hatte ich sogar den Verdacht, er sei Reginald Bull, Michael Rhodan oder gar Atlan. Schließlich haben letzterer und einige Solaner seinerzeit im Herzogtum von Krandhor an den Strippen gezogen (siehe Zyklus "Die Kosmische Hanse" ab PR 1000), Atlan war also schon einmal der Hintermann bei der Manipulation eines ganzen Volkes. So spektakulär ist es nun doch nicht geworden, trotzdem finde ich den Clou sehr gelungen! Ich möchte PR 2912 als Schlüsselroman für die Sevcooris-Handlungsebene bezeichnen. Auf jeden Fall hat es bei mir laut und vernehmlich "Klick" gemacht.

Zuerst hatte ich angenommen, die Assoziation Gäonen - Gäa sei ein Hinweis darauf, dass das Zweite Solare Imperium von Bewohnern des gleichnamigen Planeten in der Provcon-Faust gegründet wurde. Gäa war bekanntlich eine Zuflucht für all jene, die sich nach der Zerschlagung des Solaren Imperiums durch die Laren und dem Verschwinden der Erde nicht der Herrschaft des Hetos beugen wollten (Zyklus "Das Konzil" ab PR 650). Die Ursprünge scheinen jedoch noch einige Jahre weiter in der Vergangenheit zu liegen, nämlich in der Zeit der Schwarmkrise (Zyklus "Der Schwarm" ab PR 500). Damals ist es in der Milchstraße drunter und drüber gegangen. Da wäre es kein Wunder, wenn sich zum Beispiel die Bewohner einer terranischen Kolonialwelt nach Sevcooris in Sicherheit gebracht hätten. Und mit dem Vorwurf, den sie (bzw. Gi Barr) ES machen, werden bei mir offene Türen eingerannt. Ich behaupte ja schon seit Jahren, dass die Menschheit ohne den fragwürdigen Schutz des alten Lachsacks besser dran wäre. Jetzt bekommt Perry Rhodan es wohl mit einem Brudervolk zu tun, das sich von Superintelligenzen und anderen Großkopferten emanzipiert hat. Das kann spannend werden! Inwieweit das Zweite Solare Imperium in die Machenschaften des Gondunats verwickelt ist, muss sich noch zeigen. Ob diese Menschen vielleicht diejenigen sind, die Geschichtsfälschung im großen Stil betrieben haben und noch betreiben? Gi Barr möchte eine Geschichte erzählen. Ob sie wohl genauso "korrekt" ist wie die Erinnerungen des Gondus?

Auch abgesehen von der großen Pointe hat mir der Doppelroman viel Spaß gemacht - mit einer Einschränkung, die ich nicht dem Autor zur Last lege. Ich habe schon im Kommentar zu PR 2910 geschrieben, dass ich mir veräppelt vorkommen würde, sollte Rhodan durch reinen Zufall genau dorthin gelangt sein, wo er erfahren kann, dass die Geschichte vom heilsamen Wirken der Thoogondu in Sevcooris von vorne bis hinten gelogen ist. Jetzt sind einige Aspekte hinzugekommen, durch die der Zufall noch viel unglaubwürdiger wird. Auf Porass findet Rhodan nicht nur den Beweis für die Lügen des Gondunats (den Hightech-Schrott im Abgrund der Altvorderen), sondern auch potentielle Verbündete (obwohl er sich gut überlegen sollte, mit wem er paktiert) und obendrein den Kontakt zum Zweiten Solaren Imperium. Sollte es sich nicht um ein geschickt eingefädeltes Spiel handeln, in dem Rhodan aus noch nicht bekannten Gründen wie eine Schachfigur von Feld zu Feld geschoben wird, sondern nur um die Einfallslosigkeit der Expokraten, tja dann ...

J. Kreis, 10.06.2017


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Gastkommentare


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Hans (12.06.2017):

Kurz etwas zu der Beilage in der Heftmitte: NEO hat die Nr. 150 erreicht. Leider sind alle meine Versuche gescheitert, in die Serie einzusteigen, es waren drei oder vier. Das gleichzeitige Lesen der EA und NEO hat mich stets so verwirrt, dass ich es sein gelassen habe. Der Aufbruch nach Andromeda kommt dort 50 Bände früher als in der Originalserie. Die Leseprobe hat mir gefallen. Als ich, Ende der 70er Jahre, als zwölfjähriger Junge alle damaligen PR-Auflagen gleichzeitig anfing zu lesen, haben mir gigantomanische Riesenschiffe wie die MAGELLAN gefallen. Ich kauf mir diesen einen Band, aber nur aus Nostalgie und Neugierde.
Jetzt zum aktuellen Heft. Ein schmatzender Oxtorner mit Mega-Appetit. Eine Grazie in nicht faltenfreier lila Unterwäsche, die mit einem Vanteneuer flirtet. Ein Perry Rhodan der mal wieder zwischen den Stühlen sitzt, da ihn permanent alle anlügen und ein Gäone, der zu terroristischen Mitteln greift, sich selbst aber gut zuredet, er sei doch nur ein Soldat. Auf S.13 packt Rhodan den Arm Danhusers und drückt ihn - viel Spass, ich dachte immer, bei so einem Versuch bricht man sich die Finger wegen der oxtornischen Kompaktkonstitution, buchstäblich stahlharte Muskeln usw., grins. Auf S.14 dann "Rhodan verstärkte den Griff um seinen Arm." LOL.
Auf S.23li.Sp.o. wird erwähnt, dass man bei Kampfanzügen (gemeint sind wohl SERUNs) von Zeit zu Zeit die Energie abbauen müsse, da es sonst zu Stauungen käme. Sowas höre ich das erste Mal. In Kapitel 9. ab S.27 wird dann ein kollektiver Tanz aufgeführt - während ein gefährlicher Eindringling sich im Schiff befindet!? Die Vanteneuer müssen eine seltsame Mentalität haben oder der Autor hat noch etwas gebraucht um zwei Seiten zu füllen. Auf S.47re.Sp.m. erfahren wir, dass Gi Barr über positronische Hirnimplantate verfügt. Die Beschreibung mit den Drähten auf die Kopfhaut und in die Ohren ist mir dann aber doch zuviel Low-Tech, das hätte man angemessener beschreiben können angesichts der doch ansonsten technischen Überlegenheit der Gäonen. Schliesslich sollen diese ja den Gondu etc. bewachen, womit es wenig Sinn machen dürfte, diesen weniger effektive Technologie zu gestatten als den zu Bewachenden zur Verfügung steht. Aber plotgetrieben macht es natürlich Sinn, dem Gäonen dann theatralisch die Drähte vom Kopf zu reissen, grins. Zumindest findet der Autor eine halbwegs glaubhafte Erklärung dafür, dass keine Funkverbing statt der Drähte dafür verwendet wird: eine Funkverbindung würde es ermöglichen, den Kampfanzug von aussen zu übernehmen. Leider für mich nur halbwegs glaubhaft weil es bereits heute Technologie gibt, die drahtlose Verbindungen über wenige Zentimeter hinweg ermöglicht. NFC, heisst das wenn mich nicht alles täuscht. Auf S.49li.Sp.m. wird über eine schmutzige Bombe spekuliert, die Gi Barr bauen könnte - das ist mir zu nah an unserer Realität. Auf S.62li.Sp.u. droht Rhodan Gi Barr mit Folter, die sein Gehirn schädigen könnte. Das hätte ebenfalls nicht sein müssen, da er ja von sich aus schon freiwillig einiges ausgeplaudert hat. Generell schafft es der Autor m.E. nicht, die handelnden Charaktere anders als holzschnittartig rüberzubringen. Mit einer Ausnahme - am glaubwürdigsten kommt bei mir noch Gi Barr rüber (der einen klaren Auftrag hat aber vorerst scheitert angesichts einer Überzahl an Gegnern), wenngleich ich das Getue um 'ich bin Soldat und kein Terrorist' absolut unterirdisch finde - wäre das nicht gewesen so hätte mir diese Figur wirklich sympathisch werden können. Seine Argumente haben auf den ersten Blick durchaus Hand und Fuß, seine Motive sind nachvollziehbar. Überdies verschont er Danhuser und Assid obwohl er sie in seiner Gewalt hat, die Vanteneuer hingegen sind für ihn bestenfalls potentielle Kollateralschäden bei seinen Aktionen. Deren Verhalten finde ich zudem nicht gerade berauschend, das Opfern der eigenen Leute ohne mit der nichtvorhandenen Wimper zu zucken, was die Aktionen Gi Barrs noch glaubwürdiger macht. Aus seiner Sicht zahlt er nur mit gleicher Münze zurück. Rhodans Truppe hingegen eiert sich nur so durch den Plot. Der Nüsse-Fan Tunbridge (den ich ganz am Anfang meines Kommentars nicht umsonst vergessen hatte) kommt bei mir als reine Witzfigur an, die ab und zu was sagt aber ansonsten nur seltsam den Kopf vorstreckt. Gab es nicht in der Zeichentrickserie Captain Future einen Mr. Cashew? Der war sicher genauso langweilig, grins.
Die Gefangennahme Gi Barrs ist plotgetrieben. Anhand seiner Charakterisierung und seinen Fähigkeiten wäre es logischer gewesen er hätte Rhodan erfolgreich entführt und dann in einem Beiboot seine Geschichte erzählt.
Leider werden für mich wichtige Fragen nicht beantwortet. Hyper-Boral-Antrieb, toll, wie funktioniert der? Die Expokraten haben vermutlich bis dato keine Ahnung wie der funktioniert. Ob da irgendwann eine Erklärung kommt? Da es keine technischen Datenblätter seit RCs Tod mehr geben dürfte, halten sich die Autoren mit Erklärungen zurück, nicht nur in diesem Heft. Ich mag es, wenn Technologie erklärt wird und sei es in der Art der "pralitzschen Wandeltaster" mit denen sich der 'selige' K.H. Scheer damals den Sextadimantrieb der MARCO POLO zusammenfabuliert hat. Man weiß bis heute nicht einmal ansatzweise, wie die Aktoren der Tiuphorenschiffe funktionieren. Bei den Gondunatsschiffen sind es Lokatoren. Irgendwie verstehe ich nicht, was so schwer daran sein soll, Begriffe dafür zu finden, wenn eine neue Technologie eingeführt wird? Das halte ich für ein echtes Manko.
Über die Existenz eines zweiten Solaren Imperiums und Bezüge zur Schwarm-Invasion habe ich mich nicht sehr gewundert, da ich mich in einem meiner letzten Gastkommentare schon gefragt habe, was wohl noch alles aus der Serienvergangenheit auftauchen wird.
Die Gesamtsituation in Sevcooris ist nach diesem Heft noch unübersichtlicher geworden. Wer sagt die Wahrheit, wer lügt? Wessen Erinnerungen sind echt oder verändert worden? So eine unklare und verwickelte Situation gab es bisher noch nicht in der Serie, das toppt selbst das Auftauchen von Matan Addaru und seine seltsamen Anklagen noch um Längen. LOL.
Die Spekulationen im Hauptkommentar sind alle bedenkenswert und auch im Kommentar von @Patrick sind sehr interessante Ansätze für mich vorhanden, über die weiter nachzudenken es sich wirklich lohnt! Danke an Sie beide! Ich tendiere zwar mittlerweile sehr stark dazu, ES nicht zu vermissen und wünsche mir keine Rückkehr aber ist das realistisch anhand der PR-Historie? Seit ES als integraler Bestandteil von Thez bezeichnet wurde gäbe es die Möglichkeit ihn elegant loszuwerden: er bleibt jenseits der dys-chronen Scherung ad infinitum. Eine gute Gelegenheit für die Autoren denn wer blickt bei der Geschichte von ES noch durch? Diverse Zeitschleifen (die ich bis heute nicht begriffen habe), diverse Teilungen und seine Beinahe-Verwandlung in eine Materiesenke als Taurec an ihm herummanipuliert hat als er verzweifelt versuchte eine Materiequelle zu erschaffen um endlich nach Hause zu kommen (Nr. 1599). Sein Agieren als Doppelagent gegen Thoregon und seine auch dabei wichtige Rolle für die Kosmokraten ist auch ein guter Ansatzpunkt: er wird gebraucht und sei es nur als nützlicher Idiot. Rhodan und die Galaktiker sind m.E. keineswegs emanzipiert von den Kosmokraten. Sie haben maßgeblich geholfen, die Negasphäre in Hangay zu verhindern. Es wäre ein gewaltiger Schlag ins Kontor der KK gewesen wenn die Negasphäre entstanden wäre. Mit der Vernichtung von KOLTOROC hat Rhodan diesen den größten Gefallen getan, den man sich nur vorstellen kann. Ein absolut gehorsamer Ritter der Tiefe hätte es nicht besser machen können. Ohne die Verleihung des speziellen Zellaktivators an Rhodan durch ES wäre es nie dazu gekommen. Atlan wurde vom 'Kosmokratenkönig' Thez(ES) so geliebt, daß ihm zuliebe ein gesamtes Universum abgetrennt wurde - siehe seinen Beinahe-Selbstmord am See der Fauthen in Nr. 2874. Thez(ES) wird m.E. am Ende des derzeitigen Zyklus wieder auftauchen. Oder einfach gesprochen: ES ist eine der heiligen Kühe in der Serie, die wohl nie über die Klinge springen werden. Rein emotional möchte ich den alten Idioten loswerden aber mein Verstand sagt mir: das werden die Expokraten NIEMALS tun. Denn dann käme die kreative Aufgabe, das Vakuum zu füllen - und das traue ich den derzeitigen Expokraten schlicht nicht zu. Der Rückgriff auf den Schwarm-Zyklus spricht doch Bände und auch das Auftauchen von Ernst Ellert in der Milchstrasse geht in diese Richtung. Weiß man wie lange Anti-ES verbannt wurde? Ich könnte mir durchaus vorstellen, daß es zu einer Neuauflage des Duells kommt und auch dafür wird der der alte Zausel benötigt. Leider.
Zurück zum aktuellen Heft. Stellt man eine Querverbindung zu den Geschehnissen in der MS her, böte es sich an, an kontra-(oder auto-)kausale Raumzeitplastiken in gewaltigem Ausmass zu denken. Das zweite Solare Imperium und das Gondunat haben evtl. vor der dys-chronen Scherung überhaupt nicht existiert?! Bis man in diesem Teil-Zyklus einigermaßen durchblickt, wird es noch lange dauern, befürchte ich. Wie schön und kurzweilig war doch die Sternengruft, seufz :-).


Patrick (11.06.2017):

Vielen Dank für die Zusammenfassung und den gut recherchierten Kommentar.

Nun, das war dann doch eine Überraschung, jedenfalls für mich. In dem Zusammenhang sei angemerkt, dass der Chaotarch Cadabb (der wie die Leere ist) in seiner Antenne einen Menschen (?) eingepflanzt hatte, was Rhodan überrascht hatte.

Warum hat man sich auf Autoren-Ebene dazu entschlossen, diese Idee zu bringen. Aus Jux? Wo hatte Cadabb diesen mutmaßlichen Menschen her? Der Gäone ist über Neurokontakte mit seiner Rüstung verbunden. Nichts Ungewöhnliches, aber die Chaotarchen-Antenne funktionierte ähnlich. Warum wird uns all dies erklärt?

Von daher: Postulieren Sie nicht zu voreilig, hier sei eine Menschheit ohne SI aufgetaucht. Ich halte es für möglich, dass irgendwo im Hintergrund eine negative SI oder die Hohen Mächte die Strippen ziehen. Wenn Rhodan dies aufzeigen könnte, dann wäre zugleich eine simple Basis für die Versöhnung der "ES-Menschheit" und der vermeintlichen "Keine-SI-Menschheit" gelegt. (Muster: Ihr seid genauso dumm wie wir.) Ein besonderer Gag wäre es, wenn ES hinter allem steckte - so eine Art Backup für die verlorene Milchstraße. ES wäre zuzutrauen, die Thoogondu nur unter einem Vorwand nach Sevcooris verfrachtet zu haben.

Was mich zu einem anderen Punkt führt - übertreiben Sie die Kritik an ES nicht etwas? ES selbst war Handlanger der Kosmokraten. Diese waren es, welche ES die speziellen Zellaktivatoren übergaben und z.B. ES Thoregon als Doppelagent untergejubelt haben (oder erinnere ich mich falsch?). ES ist also genauso Spielball transzendenter Mächte wie die Terraner, und von der Stellung her eher "einer von uns" als "einer von denen".

Ob die Menschheit ohne SI besser dran wäre, wird doch gerade in der Milchstraße getestet. Freilich ließe sich die Frage nur beantworten, wenn alle ZA-Träger getötet würden. Schließlich leben die nur noch dank ES. So wie auch die Thoogondu nur wegen ES in Sevcooris sind. Und nimmt Rhodan selbst nicht die Rolle einer intergalaktischen Nanny für die Menschheit ein? Was ist der Unterschied? Tatsächlich ist es in PR doch ein beliebtes Muster, die Menschen als sich bekriegende, kleinliche Dorftrottel darzustellen, die auf Dauer nicht ohne einen Übervater mit blumigen Visionen klar kommen.

Eine weitere interessante Information: Die Galak-Transferer waren in der Milchstraße. Vielleicht eine Verbindung zur kitschigen Tonsoldaten-Armee und/oder dem Techno-Mahdi?

Positiv bleibt zu sagen, dass der enervierend oft gebrachte Subplot "Kontakt mit der Widerstandsorganisation" etwas interessanter ausfällt, da wir es mit einem schwer durchschaubaren Dickicht aus dubiosen Absichten und Loyalitäten zu tun haben.

Auf dem Titelbild von PR2900 ist eine vertraute Doppelhelix drauf. Das kann eigentlich nur DNS oder der Moralische Kode sein. Ich weise darauf hin, weil ich oben spekuliert habe, dass die Hohen Mächte die Fäden ziehen.

Nun hatte ich da noch etwas in Erinnerung, nämlich dass es einen Zusammenhang mit der MARCO POLO (Schwarmkrise?) und irgendeinem Zeitreisegedudel gab. Tatsächlich wurde ich fündig. Schauen Sie mal in Ihren eigenen Kommentar zu PR2853: "Atlan erfährt, dass das Atopische Tribunal schon (mindestens!) einmal in die Geschicke der Milchstraße eingegriffen hat. Damals hat Anti-ES eine negative MARCO POLO ins Universum des Wanderers geschickt. Gemeint ist also vermutlich die Phase des kosmischen Schachspiels, in dessen Verlauf die MARCO POLO ins Anti-Universum gelangt ist. Atlan weiß nichts von einem negativen Gegenstück dieses Schiffes, weil das Atopische Tribunal erfolgreich war."
Zufall? Ist es auch Zufall, dass Atlan leider nicht anwesend ist, um Perry auf dieses Detail hinzuweisen?



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