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Perry Rhodan Nr. 2910: Im Reich der Soprassiden

Autor: Uwe Anton

Inhalt

Perry Rhodan kennt nun die Geschichte der Thoogondu, zumindest was die Phase bis zum Exodus aus der Milchstraße angeht. Aber kennt er sie wirklich? Der Terraner hat da gewisse Zweifel. Er möchte nun noch wissen, wie es den Thoogondu nach ihrer Ankunft in Sevcooris ergangen ist. Narashim zufolge haben damals Kriege in der ganzen Galaxie getobt. Sie wurden von den Thoogondu beendet, zum Teil auch mit Gewalt, aber das geschah zum Wohle aller Völker. Rhodan soll sich persönlich ein Bild davon machen, welche Auswirkungen das Eingreifen des Goldenen Reiches hatte und noch immer hat. Als Anschauungsbeispiel schlägt Puoshoor, der seinem Vater und dem Gast aus der Milchstraße in der POTOOLEM Gesellschaft leistet, das Volk der Soprassiden vor. Diese nur 1,40 Meter großen, teils humanoiden, teils arachnoiden Intelligenzwesen, bei denen nur die je vier Arme und Beine nicht von einem schwarzen Chitinpanzer bedeckt sind, haben vor langer Zeit am Rande der Selbstvernichtung durch einen Atomkrieg gestanden. Die Thoogondu haben das Schlimmste verhindert und ihnen obendrein die Kompositoren geschenkt. Hierbei handelt es sich um Lowtech-Transmitter mit relativ geringer Reichweite, die mehrere Kolonialsysteme mit dem Soprasystem verbinden, dem Hauptsystem der Soprassiden. Die Soprassiden besitzen keine überlichtschnellen Raumschiffe.

Das alles erfährt Rhodan am 18. Oktober 1551 NGZ an Bord der STAZZ, eines Raumschiffes der Soprassiden, das ihn und sein Team (Penelope Assid, Dean Tunbridge sowie Báron Danhuser) zur Soprassiden-Hauptwelt Porass bringt. Ihm wird klar, dass die Kompositoren den Soprassiden keineswegs aus reinem Altruismus überlassen worden sind. Einige Dutzend Soprassiden müssen jährlich als Tribut entrichtet werden. Diese Personen werden nie wieder gesehen. Man munkelt, dass sie für ein genetisches Projekt der Thoogondu benutzt werden. Außerdem werden die Kompositoren durch Thoogondu-"Berater" kontrolliert. Vielleicht ist das der Grund dafür, dass Vossflo, der Kommandant der STAZZ, nicht allzu gut auf die Thoogondu zu sprechen ist. Rhodan gewinnt Vossflos Respekt, als er in einer Gefahrensituation besonders schnell reagiert und das Raumschiff vor Schaden bewahrt. Der junge Raumfahrer Ossprath schließt Rhodan besonders ins Herz und begleitet ihn zum Empfang beim Soprassiden-Herrscher (Soprandu) Tossmoner. Dieser nimmt Rhodans Team mit zum Kontinent Dundozo. Dort findet ein Staatsakt zur Amtseinführung von Tossmoners Nachfolger Azzumu statt. Der Kontinent ist infolge der lange zurückliegenden Kriege radioaktiv verseucht. Rhodan und seine Begleiter besuchen das Mordmal, eine Gedenkstätte, an der den Soprassiden mittels Bildern und eines geradezu hypnotisch wirkenden Audiokommentars in Erinnerung gerufen wird, vor welch schrecklicher Gefahr sie vom Goldenen Reich errettet worden sind. Für Rhodans Geschmack enthält diese Erzählung zu viele Ungereimtheiten.

Die Gruppe bleibt auf Dundozo. Ossprath würde zu gern den Abgrund der Altvorderen sehen, ein Höhlensystem, in dem der Legende nach mutierte Überlebende des Atomkrieges hausen. Das klingt für Rhodan interessant. In der Nähe der Höhlen begegnet die Gruppe tatsächlich einigen entstellten Soprassiden. Die Mutanten versuchen die Gruppe in die Höhlen zu zerren. Die Menschen entziehen sich der Attacke mit Hilfe ihrer SERUNS. Ossprath wird von einem Mutanten gepackt, teilentstofflicht und durch das Gestein hindurch transportiert. Rhodan kann dem jungen Mann schon deshalb nicht helfen, weil bei den Soprassiden Panik ausbricht. Bei der Übergabe der Atomwaffen-Zugriffscodes an den Thronfolger ist es zu einem Datenangriff gekommen. Orbitalforts haben Nukleartorpedos auf Porass abgefeuert. Man nimmt an, dass die Vanteneuer dahinterstecken. Diese Wesen waren früher angeblich eine gefürchtete Geißel der Galaxie. Puoshoors Pentasphärenraumer schießt die meisten Torpedos ab, doch einige werden einschlagen. Rhodan und seine Teammitglieder bringen so viele Soprassiden wie möglich in den Höhlen in Sicherheit. Als Rhodan von Puoshoor per Funk gerufen wird, beschließt er, vorerst nicht zu antworten. In den Kavernen steht er plötzlich Ossprath und dessen Entführer gegenüber.

Ossprath erklärt, dass der Mutant Dussudh heißt und ein Freund ist. Dussudh ist Semiteleporter. Er kann feste Materie durchqueren und dabei eine Person mitnehmen. Dussudh hat Ossprath etwas gezeigt, das als Gewölle bezeichnet wird und verhindert, dass die Thoogondu den Abgrund der Altvorderen entdecken. Dort gibt es einen Ort, an dem Ossprath erkannt hat, dass die Soprassiden seit unvordenklicher Zeit in einer Lüge leben - einer Lüge namens Gondunat. An besagtem Ort befindet sich ein Vanteneuer. Während die Thoogondu in das Höhlensystem vordringen, teleportiert Dussudh Rhodan und dessen Team tiefer ins Höhlensystem hinein.

Kringels Meinung:

Es wäre ein gar zu großer Zufall, wenn Perry Rhodan seine Geschichtsstunde ausgerechnet an genau dem Ort genommen hätte, der die Antwort auf die Frage bereithält, wieviel von den Behauptungen der Thoogondu eigentlich der Wahrheit entspricht. Ich vermute jedoch, dass es gar kein Zufall war. Schließlich hat Puoshoor angeregt, dass sich Rhodan persönlich ein Bild macht (der Gondu hätte ihm lieber Filme gezeigt), er hat die Soprassiden vorgeschlagen und er hat es so arrangiert, dass der Terraner nicht mit großem Getöse in einem Thoogondu-Pentasphärenraumer anreist, sondern alles von Anfang an aus erster Hand erlebt. Vielleicht ist Puoshoor ein heimlicher Revoluzzer, steht mit einer Untergrundbewegung in Kontakt oder ist ein Helfer von ES. Sollte es sich doch um einen Zufall handeln, würde ich mir allerdings ziemlich veräppelt vorkommen.

Bei der Lektüre habe ich mich nicht gerade gelangweilt, hinterher habe ich mich aber doch gefragt, warum ich die vielen Beschreibungen, bei denen es sich obendrein zum Teil um Wiederholungen bekannter Fakten handelt (Ereignisse der letzten Romane dieser Handlungsebene, Aufbau der Pentasphärenraumer, Körperbau der Thoogondu usw.), eigentlich gelesen habe. Sehr viel mehr hat der Roman nicht zu bieten. Offenbar kann Uwe Anton mit den von Leo Lukas eingeführten Personen in Rhodans Tross wenig anfangen, und so bleiben die drei Teammitglieder gesichtslose Statisten. Weiterhin stellt Rhodan nach wie vor keine der naheliegenden Fragen. Zumindest hätte er sich passend zur Gedankenübertragungs-Story mal danach erkundigen können, woher die Thoogondu wussten, wo sie das kosmische Leuchtfeuer installieren mussten (immer vorausgesetzt, dass es wirklich von den Thoogondu erschaffen wurde). Schließlich war ihnen der zweite Brennpunkt der Wanderer-Bahn, also Terra, vor dem Exodus gar nicht bekannt.

J. Kreis, 27.05.2017


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Gastkommentare


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Patrick (04.06.2017):

Ich wollte eigentlich keinen Kommentar schreiben, weil ich im Moment mit dem Lesen völlig hinterher hinke. Jetzt will ich Ihnen aber doch noch das verdiente Lob für eine faire Bewertung und interessante Ausführungen zukommen lassen.

Ich persönlich fand den Band eher mittelmäßig. Ich hatte Schwierigkeiten, wieder in diese Handlungsebene zu finden. Außerdem war die Schilderung dieser Propagandadarbietung überlang und vorhersehbar. Man hätte den Inhalt in einem Absatz umreißen können. Nach dieser längeren Augenroll-Episode überschlugen sich dann die Ereignisse und die wichtigen Enthüllungen wurden über hektische Zurufe kommuniziert. Der Themenkomplex "vermeinlich nette Hypermacht mit dubiosen Ambitionen" wurde schon zur Zeit von Thoregon ermüdend durchgekaut und hängt mir mittlerweile zu Hals raus, genauso wie übertriebene Schurken Marke Tiuphoren/Gyanli.

Sehr sonderbar natürlich der Cyberterror-Angriff und das fragliche Motiv. Ich habe hierzu Spekulationen, aber diese könnten vom neuen Band (noch nicht gelesen) schon überholt sein.

Geärgert habe ich mich über den Band nicht.


Hans (28.05.2017):

Bis auf den Schluss (das Auftauchen des Semi-Teleporters) fand ich das Heft grauenhaft langweilig und voller Bugs. "Ich war nicht allein an Bord des fremden Schiffes." (er meint sein Team) denkt Rhodan auf S.8 re.Sp.o. Kurz danach "Ich war der einzige Galaktiker an Bord des gondischen Flagschiffs." auf S.9.li.Sp.u. Hat der Autor zwischendrin Kuchen gebacken und dann das Gedächtnis verloren? Der Schreibstil des Autors ist auch nicht gerade etwas was mich vom Hocker reisst. "...und er scheute sich nicht, viele Farben zu tragen. Dadurch wirkte er irgendwie... bunt..." LOL. Dann wird Luooma konsumiert, was von der Wirkung her wie eine Droge beschrieben wird, die Halluzinationen auslöst. 'Man verirrt sich auf dem Stuhl.' Was hat der Autor während dem Schreiben konsumiert? Bestimmt hat er an der blauen Blume des Vergessens gerochen... LOL. Auf S.15 wird darüber sinniert, daß Handwaffen sowieso nicht helfen, wenn es hart auf hart kommt. Das ist echt eine bahnbrechende Erkenntnis, völliger Unsinn oder einfach nur drauflosfabuliert. Die Raumtransmitter in der Form den olympischen Ringen ähnelnd - geht's noch, kommt irgendwann noch die Merkel-Raute? Auf dem nicht überlichtfähigen Raumschiff kommt Rhodan rüber wie ein trotziges Kind "...hatte es mir selbst eingebrockt, nun musste ich die Suppe auslöffeln." Wie ein etwas verwirrtes, trotziges Kind: "Mir fiel auf, daß er akzentfreies Gondunin sprach. Er benutzte einen Translator." S.20re.Sp.m - Dieser Satz macht einfach keinen Sinn! Auf S.23 wird über die "Lichtgestalt Falo Gause" aus dem Traitorzyklus und die Unergründlichkeit von Fussball und SI's fabuliert - fast unerträgliches Geschwafel, finde ich. Ich hab vorhin das DFB-Pokal-Endspiel gesehen, das war wesentlich spannender als dieses Heft. Dann kommen weitere Vergleiche mit unserer Realzeit. Das Soprassidenschiff sei wie ein Containerschiff auf dem Ozean (S.25re.Sp.o.) und es wird auf Gebäck angespielt, welches mit Drogen vermischt ist. Die Soprassiden brauchen ein Pulver um den Schock des Transmitterdurchgangs zu ertragen. Rhodan scheint in seiner Erinnerung auf das 20./21. Jahrhundert unserer Realzeit fixiert zu sein oder ist der Autor einfach nur zu faul, sich auf etwas anderes zu beziehen was nicht mit seiner Realität zu tun hat? Auf S.32li.Sp.o. wird der Weltraumfahrstuhl der Soprassiden beschrieben, Kohlenstoff-Nanoröhren - sowas hab ich vor 20 Jahren in der Zeitschrift P.M gelesen. Alles zusammen sehr langweilig! Auf S.44 wird gefragt, warum bei dem Atomschlag kein Gegenangriff erfolgt sei. Die Antwort steht eine Seite vorher, die Thoogondu haben die Raketen abgefangen. Auf S.47li.Sp.m. "...obwohl der Wind ihm die Worte von den Lippen riss." Haben die Soprassiden Lippen? Gibt es Lippen aus Chitin? Fliegen die mit offener Kanzel? Bei der allgegenwärtigen Verstrahlung? Es wird in dem ganzen Heft die Mimik der Soprassiden-Gesichter beschrieben und wie gut Rhodan diese angeblich deuten kann, andererseits die Fremdartigkeit der Chitinköpfe und wie anders diese doch seien. Grins. Das ist die alte Geschichte mit der handwerklichen Schwäche vieler Autoren. Die ganze Rettungsaktion nach dem Datenangriff (hatten wir sowas nicht vor ca. 14 Tagen im Fernsehen, weltweiter Hackerangriff?) kommt bei mir völlig unglaubwürdig an. Erst kommt man nicht sehr tief in das Höhlensystem rein aber dann errichtet man mal schnell ein paar Kraftfelder und schleppt ein paar Dutzend Soprassiden tief in die Höhlen ab, wo sie vor dem Atomschlag sicher sind. Dann schafft man sie wieder nach draussen, in die Strahlungshölle, schaltet die Kraftfelder aus und dann kommen die Retter mit den Bleianzügen, die auf S.36 als "Bleikittel" (war UA neulich mal beim Röntgen?) bezeichnet werden. Bis die 'Kittel' zu sind, wären die armen Leute schon von der Strahlung gebraten worden. LOL. Die vielen Wiederholungen am Anfang des Hefts haben sie ja schon angesprochen.
Was kann man jetzt für ein Fazit ziehen? Das Gondunat manipuliert Erinnerungen, es manipuliert die Geschichtsdaten von ganzen Völkern der Galaxis Sevcooris. Wenigstens merkt Rhodan dies relativ frühzeitig. Über den Einsatz der Deflektoren am Schluss kann ich hinwegsehen, da die Gondunatsleute ja trotzdem feststellen können wo Rhodan und sein Team sich aufhalten. Der Joker ist der Semiteleporter, der diese ausserhalb Reichweite bringt wie es am Schluß aussieht. Mich erinnert das ganze Setting etwas an den Cappinzyklus. Ovaron, der in seine Heimatgalaxis zurückkommt und am Anfang auch nur atomar verwüstete Welten vorfindet. Ob der Thronfolger des Gondus hier tatsächlich bereits Lunte gerochen hat und Rhodan vorausschickt um für ihn die Kastanien aus dem Feuer zu holen? Wenn es so kommt, wäre es eine interessante Wendung der Story. "Das heroldische Gewölle" von nächste Woche ist kein Schreibfehler - ich dachte es geht um ein Gewölbe, als ich mich da neulich drüber amüsiert habe.
https://de.m.wikipedia.org/wiki/Gewölle
Wer hat da also was hervorgewürgt? Ein riesiger Vogel? Hat er Mutanten gefressen und das Gewölle wurde im Laufe der Zeit so umfangreich, daß es eine physische und psionische (die Überreste der Mutanten strahlen psionisch) Barriere bildet hinter der sich die noch lebenden Mutanten verschanzt haben um vor Nachstellungen des Gondunats in Sicherheit zu sein? Haben die Mutanten den Vogel dann irgendwann erlegt? Was ist an dem Gewölle heroldisch? Soweit ich weiß, gab es die Verwendung des Begriffs Herold zuletzt im Traitor-Zyklus, da war es ein Terminaler Herold. In der perrypedia wird ein solcher beschrieben, der in einem fünfdimensionalen Würfel steckt, der mit Ketten befestigt ist und an vier Ketten hängen eiserne Vögel ohne Augen. Vermutlich eine falsche Fährte, die da gelegt wird. Vögel, Gewölle, Herold... Nach Lektüre des nächsten Hefts bin ich schlauer, hoffentlich. Der Plot um das Gondunat ist prinzipiell interessant aber die o.g. Bugs waren mir einfach zu viel.


BerndK (28.05.2017):

Nachdem mich die letzten Hefte begeistert haben, hat mich die 2910 vor allem . . . gelangweilt.
UA füllt immer wieder ganze Absätze mit irgendwelchen copy´n´paste-Datensätzen und schreibt ansonsten das bißchen Storyfortgang irgendwie lustlos runter.
Gar nicht solange her, dass ich mich auf die Romane von UA wirklich gefreut habe, aber irgendwie scheint im aktuell die Inspiration zu fehlen?
Aber okay, es können nicht alle Hefte Knaller sein und in Summe bin ich mit dem Zyklusstart nach wie vor mehr als zufrieden.



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