PR 2909
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Perry Rhodan Nr. 2909: Adam von Aures

Autor: Wim Vandemaan

Inhalt

Der TLD-Agent Opiter Quint hat den Auftrag, Adam von Aures zu finden. Seine Ermittlungen haben bisher nur ergeben, dass der Mann, bei dem es sich möglicherweise um den Adauresten handelt, der als dritter Kardinal-Fraktor mitverantwortlich für die Entstehung der Ekpyrosis von GA-yomaad sein soll, im Mai 1551 NGZ mit einem von Pigell gestarteten Shuttle unterwegs war, und dass er möglicherweise die Emotionen mehrerer Personen manipuliert hat, die den BACKDOOR-Transmitter mit ihm zusammen benutzt haben. Im Juli 1551 NGZ bringt Quint auf Merkur, dem Reiseziel Adams, einen TARA-S7 zum Einsatz. Der nur 40 Zentimeter durchmessende kugelförmige Spezialroboter wird auch als ARGUS bezeichnet, weil auf seiner Hülle 1000 verschieden große Minidrohnen angebracht sind. Diese "Argusaugen" schwärmen aus und entdecken ein für Adam typisches Schrittmuster. Quint kann nicht an einen Zufall glauben, als der Roboter ihm meldet, dass Adam vor wenigen Stunden dasselbe Schiff für eine Reise nach Terra genutzt hat, mit dem der TLD-Agent auf Merkur angekommen ist. Hat Adam bewusst eine Spur für Quint gelegt? Außerdem findet der ARGUS heraus, dass Adam wochenlang unter falschem Namen die größte Mediothek von Asalluc City genutzt und dort mehr Material über alle möglichen historischen Persönlichkeiten angefordert hat, als ein Mensch in dieser Zeit hätte lesen können.

Quint kann feststellen, dass sich Adam jetzt auf den Britischen Inseln aufhält und auch dort die Mediotheken benutzt. Er scheint sich besonders für Zeitwissenschaftler und Homer G. Adams zu interessieren. Am 8. Juli besucht Quint den einzigen auf Terra weilenden Zellaktivatorträger in dessen Landhaus bei Tunbridge Wells und zeigt ihm eine Aufnahme Adams. Adams erkennt den Mann sofort. Er hat sich bei ihm mit dem Namen André Marten vorgestellt (eine Anspielung auf André Noir und Ralf Marten) und ihn auf Ernst Ellert angesprochen. Da Adams ein fotografisches Gedächtnis hat, kann er bestätigen, dass sein Besucher bis ins kleinste Detail genauso ausgesehen hat wie auf dem Bild. Bei einem normalen Menschen wäre das ein Ding der Unmöglichkeit. Die Leiche des Teletemporariers, so erfährt Quint bei dieser Gelegenheit, liegt seit dem Verschwinden von ES wieder im Ellert-Mausoleum in Terrania. Da diese Tatsache der höchsten Geheimhaltungsstufe unterliegt, stellt sich die Frage, wieso Adam davon wissen konnte. Als Quint zu seinem Gleiter zurückkehrt, wird er niedergeschlagen, unter Drogen gesetzt und entführt. Der Täter ist Adam. Der TLD-Agent und der mutmaßliche Adaurest führen ein Streitgespräch, in dessen Verlauf sich Adam als auf Aures geborenes Kind Shanda Sarmottes bezeichnet. Adam sucht angeblich Gesellschaft und Erleuchtung. Der Techno-Mahdi scheint ihm wichtig zu sein. Adam hat Quints Widerstandsfähigkeit unterschätzt. Der Ertruserabkömmling kann sich befreien. Es kommt zum Kampf. Dabei wird Adams Gesicht schwer in Mitleidenschaft gezogen. Die Knochen richten sich von selbst. Quint kann nicht verhindern, dass Adam mit dem Gleiter flieht.

Das Ellert-Mausoleum wird militärisch abgesichert. Es sind sogar drei USO-Agenten vor Ort: Die Terranerin Mahnaz Wynter, der Onryone Tessner Vellderyd und ein froschgesichtiger kleiner Mann namens Zau. Auf Anordnung des TLD-Direktors Maurits Vingaden trifft sich Quint dort mit der Chronotheoretikerin Aichatou Zakara. Ellerts Körper ist am 24. Juni im Mausoleum erschienen, zeitgleich hatte der Umbrische Gong geschlagen. Ellert sieht bis auf einen künstlichen rechten Unterarm völlig unversehrt aus. Er trägt Metallfesseln an Hand- und Fußgelenken sowie ein Amulett in Form eines offenen Dreiecks an einem Kettchen. Dieses Amulett ist allerdings gerade erst erschienen. Ellert atmet, konnte bisher aber nicht geweckt werden. Als der Gong jetzt wieder schlägt, erwacht Ellert und die Fesseln lösen sich. Ellert erinnert sich an seinen Tod am 21. Februar 1972, aber an keines der darauffolgenden Ereignisse. Eine Analyse von Ellerts Zuckerman-Spektrum zeigt, dass er keine Parafähigkeit besitzt. Es ist nur eine Art unterschwelliges "Grundrauschen" nachweisbar. Ellert wird ins TLD-Hauptquartier (Tekener Tower) gebracht und dort unter der Leitung von Lording Fok, einer Kapazität von der Waringer-Akademie, genauer untersucht. Es zeigt sich, dass Ellerts ÜBSEF-Konstante intensiver ist als bei einem normalen Terraner. Sie trägt die hyperenergetische Signatur eines On-Quants. Man nimmt an, dass dieser Ellert eine kontra-kausale Raumzeitplastik ist, die sich mittels einer Biophore dauerhaft in der Realität manifestiert hat.

Am nächsten Tag findet eine Konferenz statt, an der auch der Resident sowie Homer G. Adams teilnehmen. Ellert wird darauf angesprochen, dass er möglicherweise ein Bote der Superintelligenz ES ist. Ellert muss passen; er kennt weder ES noch den Grund seiner Wiedergeburt. Fok sagt, bei Ellerts Amulett handele es sich wahrscheinlich um kristallisierte Eiris. Später bespricht sich Quint mit Vingaden. Der TLD-Chef, NATHAN und YLA halten Ellert für einen Hüter der Hinterlassenschaften von ES. Damit ist unter anderem Wanderer gemeint, dessen aktuelle Koordinaten bekannt sind. Die Kunstwelt umkreist Siskul, den 40. Planeten der Wega. Sie ist nicht zugänglich. Ellert könnte der Schlüssel sein. Quint, Zakara, Ellert und die drei USO-Agenten machen sich am 19. Juli mit einem alten ferronischen Frachter auf den Weg nach Wanderer.

Kringels Meinung:

Schon mit den ersten paar Seiten hat Hartmut Kasper mich gewonnen. Sie versprühen so viel Raumhafenatmosphäre und Humor, dass es für den Rest des Romans reicht. Der enthält sehr viele Beschreibungen und einzelne vielleicht etwas zu spitzfindige Wortgefechte, hat mir aber auf jeden Fall viel Spaß gemacht und meine Neugier auf den weiteren Verlauf der Milchstraßen-Handlungsebene geweckt. So soll es sein! Außerdem hält er die eine oder andere handfeste Überraschung parat. Ein neuer/alter Ernst Ellert, für den die Zeit nach 1972 praktisch nicht existiert? Kristallisierte Eiris? Ein Onryone in den Diensten der USO? Wanderer trotz des Verschwindens von ES im Wega-System, verwaist und deshalb möglicherweise endlich mal störungsfrei zu erkunden? Wow! Leider gibt es auch einen Wermutstropfen. Offensichtlich ist die Thematik rund zum Zeitparadoxa bzw. -scherungen, Weltenbrände und so weiter immer noch nicht ausgestanden. Noch weiß ich nicht, ob ich das gut finde.

Ellerts Reaktionen auf die neue Zeit sind köstlich. So fällt ihm das Duzen schwer. Gleich nach dem Erwachen würde gern eine rauchen (Peter Stuyvesant und Ernte 23 sind seine bevorzugten Marken), dummerweise hat Perry Rhodan vergessen, einen Zigarettenautomaten im Mausoleum aufzustellen. Beim Gleiterflug über Terrania vergleicht Ellert die Solare Residenz mit einem übergroßen Kugelschreiber. Als er gefragt wird, was er von der Stadt hält, sagt er (Zitat) "Es ist nicht München, aber ich könnte mich daran gewöhnen." Sehr schön. Nur: Warum erwacht er erst jetzt, Jahrzehnte nach der dys-chronen Scherung? Besteht ein Zusammenhang mit dem Wachsen YETOS? Zeitlich käme das hin. Ist Ellert etwa gar kein Bote von ES, sondern eine Schöpfung GESHODS?

Mit ziemlicher Sicherheit ist Adam von Aures entweder das, was aus Pazuzu nach der Infektion mit tt-Progenitoren geworden ist (siehe PR 2743) oder ein anderes Nanotech-Produkt der Stadt Aures, bei dessen Erschaffung Shanda Sarmotte als "Mutter" mitgewirkt hat. Adam kann sein Äußeres anscheinend nach Belieben verändern. Er sich umfangreiches Wissen über die terranische Geschichte angeeignet, insbesondere über Ernst Ellert. Als Nanogentenschwarm kann er sicherlich überall eindringen. Man könnte also auf die Idee kommen, dass Adam und der "neue" Ellert identisch sind.

Nachtrag vom 24. Mai: Ich habe den vorletzten Absatz der Zusammenfassung ein wenig abgeändert. Beim nochmaligen Lesen der Textstelle ist mir klar geworden, dass Ellert wohl erst am 24. Juni 1551 NGZ im Mausoleum erschienen ist, zumindest hat das System der Kammer, in der er aufgebahrt ist, an diesem Tag um 11:38 Uhr Alarm geschlagen. Ich hatte zuerst gedacht, Ellert liege schon länger dort und habe am 24. Juni angefangen zu atmen.

J. Kreis, 20.05.2017


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Gastkommentare


Neueste Kommentare stehen oben.


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Rainer F. (23.05.2017):

Hallo zusammen.
Ich fand den Roman super, keine Frage. Und ich spekuliere auch, dass Ellert in Wahrheit Adam v A. ist. Was spricht dafür?
1. Adam hat den Chip mit allen Infos über Ellert geklaut.
2. Ellerts Verhalten ist m. E. nicht ganz authentisch, er müsste viel mehr erschüttert und überrascht/überwältigt sein von der Zukunft. Er nimmt das alles etwas zu stoisch zur Kenntnis.
3. Das PSI Grundrauschen könnte daher rühren, dass Adam seine PSI-Fähigkeiten bei der Transformation in Ellert "versteckt" hat.

Vielleicht ist Adam der Adaurest, der Techno-Mahdi und auch Ellert alles zusammen??'


Phil (23.05.2017):

Jessas, ganz schön was los hier... kaum hat WV ENDLICH mal wieder in die Tasten gehauen, explodieren schon die Kommentare auf dem Kreis-Archiv... Dann kann ich meinen dazuzugebenden Senf ja kurz machen: Wunderbar, Wim! Welch Wohltat! Welch wohliges Wiederauftauchen, was wonniges Wortgewitter! Okayokay, sorry, der alte Alliterations-Affe ist mal wieder mit mir durchgegangen.
Insbesondere Michael muss ich zustimmen, auch ich habe mich hier schon mal darüber aufgeregt, dass ein überraschendes Wiederauftauchen alter Handlungsträger dadurch zerstört wurde, dass man es dämlicherweise schon im "Hauptpersonen des Romans"-Kästchen verraten hat. Dieses Mal war die Überraschung aber endlich auch mal eine! (Immerhin waren wir also schon zwei mit dieser Kritik, Michael, vielleicht hatten wir also doch einen "Impact", wie du es nennst, hehe...)
Wie man den Anfang allerdings, Zitat: "enervierend bräsig-schwatzsüchtig" finden kann mit dem Argument, dass, Zitat: ..."das Innenleben eines Raumhafens irrelevant für die Handlungsebene ist" erschließt sich mir eher weniger. Vielleicht sollte die PR-Redaktion für Leute wie Patrick eine eigene Serie auflegen, deren Hefte aus nichts Weiterem besteht als aus den gedruckten Exposés. Da passiert dann ausschließlich "Relevantes" und das Literarische braucht einen nicht mehr zu "enervieren"...
Aber lassen wir das, denn auch generell sieht die Perry-Welt gerade ziemlich gut aus. Neugier entsteht an allen Orten, es kribbelt und die Autoren präsentieren sich in guter Laune/Form. Und ein Blick auf die Vorschau verrät: In acht Heften kommt schon der nächste WV-Roman... Ich frohlocke.


hairybird (22.05.2017):

Beschreibungen, wie die des Raumhafens auf den ersten Seiten sind für mich das Salz in der Suppe. Das ist nicht nur glaubwürdig und authentisch, sondern es läßt einen durch die Fülle an Details auch einen wirklichen Blick in die Welt der aktuellen Handlungsebene tun. Ich bin, wenn ich so etwas lese, mitten drin. Kommt dann noch mit Hartmut Kaspers köstlicher Stilparodie ein humoristisches Element dazu, möchte ich nur noch applaudieren. Oder Au-Pair Roboter, wer kommt denn auf so was geiles ausser ihm. Es ist alles so stimmig. Und den Rest des Romans hat er wie gewohnt mit professioneller Sicherheit verfasst, keine Längen, kein Gehudel, keine unglaubhaften Dialoge. Mahr als ich zur Zeit von der Serie gewohnt bin.
Einer der wenigen, die so atmosphärisch dicht schreiben können, ist Ernst Ellert, äh ... ich meine natürlich Arndt Ellmer, den ich wirklich sehr vermisse.


Michael (21.05.2017):

Vor längerer Zeit hatte ich mich auf diesen Seiten mal geäußert, H. G. Adams nicht zu vergessen und überhaupt einige Bekannte Charaktere doch hin und wieder auftauchen zu lassen, am besten ohne diese bei den "Hauptpersonen des Romans" am Anfang aufzulisten, damit die Überraschung nicht verloren geht.
Auch wenn ich nicht glaube, dass meine damaligen Zeilen auch nur den geringsten Impact auf diesen Roman hatten, so möchte ich mich dennoch bedanken, denn genau SO hatte ich mir das vorgestellt.

Anfangs dachte ich noch, na ja, hier gibt es ein wenig Namedropping bezüglich Ernst Ellert, bei dem vielen "Altlesern" wohl ein wohliger kosmischer Schauer über den Rücken rieselt, und dass dieser Name immer wieder mal aus der Kiste geholt wird. Dann lese ich mit offenem Mund, dass Ellert TATSÄCHLICH und im wahrsten Sinne des Wortes wieder aus der Kiste geholt wurde. Und wie! Herrlich. Bei der Zigaretten-Szene ("Ernte 23") hatte ich Lachtränen in den Augen (wann hatte ich das zuletzt bei einem PR-Roman, kann mich gar nicht erinnern...)

Auch die Entwicklung um den (mutmaßlichen) Adauresten wussten sehr zu gefallen. Die Unterhaltung im Gleiter fand ich sehr aufschlussreich und unterhaltsam. Das Aufwachen Ellerts, kurz nachdem die Infos von Adams über Ellert gestohlen worden sind, halte ich nicht für einen Zufall. Auch lässt mich das plötzliche Erscheinen der Halskette von Ellert an die tt-Progenitoren denken. Möglicherweise ist das aber auch nur eine falsche Richtung, in die der Leser geführt werden soll.

Alles in allem ein für mich sehr guter und lesenswerter Roman, so kann es gerne weitergehen.


BerndK (21.05.2017):

Die letzten 3 Hefte spielen ja praktisch zeitgleich am gleichen Schauplatz, beleuchten nur unterschiedliche Perspektiven bzw. verschiedene Geschehnisse.
Dennoch war kein Heft langweilig und ich fühlte mich bestens unterhalten.
Kein unnötiges CRASH-BOOM-BANG, keine sinnlosen Kommandoeinsätze, jede Menge Sense of Wonder und jetzt auch noch der Adaurest und Ernst Ellert!
Ich kann mein Glück kaum fassen, ist es doch erst ein paar Wochen her, dass sich in den beiden letzten Zyklen ein grottiger Roman an den nächsten anschloss...
Sollten die Expokraten wirklich ein wenig auf die Lesermeinung geben? es sieht zumindest so aus.
@Patrick: Du bleibst leider weiter allein ;-) , auch mir hat die 2909 gut gefallen.
So kann es weitergehen!


Hans (21.05.2017):

@Patrick: Danke, daß Ihnen mein Gastkommentar von letzte Woche gefallen hat. Ich hatte diese Woche am Mittwoch schon mit dem Lesen angefangen und meine Meinung bereits während des Lesens getippt, da ich mir die sehr vielen Details des Romans nicht merken konnte. Was am Ende dabei herauskam war ein totaler Verriss des Hefts. Warum? Wegen des Anfangs (bei Mariachi-Musik krieg ich Brechreiz) und weil ich mich auf die vielen Details konzentriert habe, die mich maximal verwirrten. Beim Motiv der Kuh assoziierte ich das Goldene Kalb, Bhal klang für mich nach Baal dem Götzen aus dem Alten Testament, Adam erinnert natürlich an die biblische Schöpfungsgeschichte (wer ist die Schlange, wer ist Eva?) und vieles weist für mich darauf hin, daß auf die Apokalypse in der Offenbarung am Ende der Bibel angespielt wird. Allein der Begriff "Mahdi" - ich schrieb, daß ich keinen Bock auf solche Anspielungen habe, da unsere reale Welt voll ist von durchgeknallten Verschwörungstheorien und religiösen Fanatikern jeglicher Couleur.
Dann las ich am Ende davon, dass auf Terra Lebensmittel, Kleidung, Bildung etc. kostenlos sei (in den 1000er-Bänden wurde von WiVo eine solch positive Vision schon einmal beschrieben) und hab mich gewundert, daß in dem ersten Heft um das wachsende Raumschiff Elendsviertel und Kriminalität in Terrania auftauchen, was dann widersprüchlich ist (ich hab das Heft nicht gelesen, ich entnahm das aus dem Hauptkommentar von Kringel hier)
Warum hab ich das dann in die Tonne getreten und einen total begeisterten Kommentar neu geschrieben?
Die Figur des Opiter Quint hat mir gefallen, hat mich an eine reale Person erinnert, an einen Mann mit dem ich letzten Herbst für einige Wochen eine Beziehung hatte und als der TLD-Agent sich kurz vor Schluß des Hefts ein üppiges Frühstück macht da hat sich bei mir eine emotionale Blockade gelöst, die ich seit meinem Klinikaufenthalt letztes Jahr mit mir herumgeschleppt hatte. Das Heft hat geschafft, woran sich ÄrztInnen und TherapeutInnen bei mir sozusagen die Zähne ausgebissen hatten. Nur deswegen habe ich mich auf die positiven Seiten des Hefts konzentriert und diese Lobhudelei verfasst :-). Momentan hoffe ich, daß sämtliche Endzeitanspielungen seit Beginn des Zyklus nur der Verwirrung des Lesers dienen um nicht frühzeitig zu verraten, was tatsächlich passieren wird.
Ihre Spekulationen insbesondere bzgl. Zakara als Tarnidentität für Adam von Aures finde ich sehr interessant. Bevor ich den Verriss gelöscht habe, dachte ich auch an die Kosmokraten im Zusammenhang mit der Biophore. Da man sich ja mit Band 3000 einem 'Meilenstein' der Serie nähert: vermutlich taucht noch mehr aus der Serienvergangenheit auf als einem lieb sein kann. KK, CT, Sato Ambush war ja schon mal kurz da. Einer der folgenden Bände heißt "Die Rückkehr von Reginald Bull". Was mir jetzt schon Probleme bereitet ist die Fülle von Ereignissen seit 2700 im Kopf zu behalten, da allein schon das für das aktuelle Geschehen eine Rolle spielt.


Patrick (21.05.2017):

Schön, dass Ihnen der Anfang gefallen hat. Bei mir war es das genaue Gegenteil. "Zeit und wie sie verstreicht." Enervierend bräsig-schwatzsüchtig. Schattendesigner. Seewölfe als Himmelsfahrer. Stimme einer irischen Fee (Sidh, davon übrigens eventuell "Sith" in Star Wars). Eine bronzene Kuh auf der Akropolis. Schamhaar. Architektenzitate. Seitenschinderei. Dass Wim Vandemaan ein Exposé-Autor ist, stellt meines Erachtens die Quelle aller Probleme dar. Ich verstehe nicht, wieso die Beschreibung x-beliebigen Bahnhofsgedudels Ihre Neugier weckt. Das Innenleben eines Raumhafens ist irrelevant für die Handlungsebene, und hat auch kaum Informationen geliefert. Wenn Terrania beschrieben wird ist das OK, weil es ein zentraler und dauerhafter Handlungsort ist; Schattenspielereien auf dem Merkur sind eher uninteressant. Zumal alles wieder schrecklich an die Gegenwartserde erinnerte. Nochmal: Schön, dass es irgendwem gefällt. Das Ganze wäre nur weniger nervig, wenn einem nicht klipp und klar gesagt würde, dass bald der lang umrätselte Adaurest auftaucht. Ich fühle mich hingehalten; wie ein Kind, dass an Weihnachten veräppelt wird. Bedauerlich, dass Vandemaan nicht im kuriosen EU-Parlament sitzt. Er redet so viel und hat nichts zu sagen, und verdient damit Geld. Beruf verfehlt. Koch hätte er auch werden sollen. Oder Kochbuchautor. Darüber schreibt er so gerne. Ich fand den ersten Band des Zyklus, der ebenfalls auf dem Merkur begann, wesentlich besser. Hier nehmen völlig uninteressante Detailbeschreibungen überhand.

Hans hatte beim letzten Band Recht: Die Autoren suhlen sich in Endzeitfantasien und Esotrips, inklusive "Mahdi". Sieht übel aus für die Zukunft, no pun intended. Nebenbei: Ich sprach beim letzten Mal das Stardust-System an; hier ist es aufgetaucht. Vandemaan holt außerdem wieder den Hamlet hervor. Das hatten wir schon mal. (Bd. 2850.) Manchmal scheint es, man solle mit dem "Fachwissen" der Autoren behelligt werden, oder Wikipedia diene als Inspirationsquelle. Auch der beliebte Ethnokitisch ist wieder präsent.

Ernst Ellert! Hier wird es interessant. Aber was ein Zirkus. Muss das sein? Und wieder Quatsch mit Zeitlinien. Ich verdrehe die Augen. Was für ein absurdes Zeug. Und wo soll ES eine Biophore herhaben? Welchen Sinn hat es, einen geistig umnachteten und seiner Fähigkeit beraubten Ellert per Post zu versenden? Stecken vielleicht Tifflor oder Atlan via JZL dahinter? Leider muss ich bekräftigen, dass ich dieses Briefing für Ellert für viel zu langatmig, vorhersehbar und vom Humor her für ziemlich flach hielt. Das ist auch wieder banale Seitenschinderei: Man rafft ziemlich schnell, was Sache ist, und dann möchte man, dass der Autor zum Punkt kommt. Wenn gleich mehrere große Sachen passieren - also Adam taucht auf, Ellert erwacht - dann fühle ich mich mit diesen trivialen - "adretten" - Szenen hingehalten. (Übrigens wurde 2004, also nach Ellerts Zeit, in München entschieden, keine Hochhäuser höher als 100 Meter zu bauen.)

Eiris-"Genesis"? Aha. "Zeit ohne ES überbrücken"? Klingt nach einer Rückkehr? ES und Wanderer stellen jedenfalls eine Brücke zur Thematik "Goldenes Reich" dar. Wenn man auf ES' einstigem Heim jetzt herumspazieren kann liegt nahe, dass sich ein Anknüpfungspunkt findet. Deshalb wechselt man wieder die Handlungsebene, um uns da noch etwas im Dunkel zu lassen. Weiterhin tippe ich darauf, dass es einen Zusammenhang zwischen dem Weltenbrand und der Fähigkeit des Goldenen Reiches, Sterne zur Nova werden zu lassen, gibt. In Betracht kommt, dass Adam sich in den Besitz von Wanderer bringt und in seinen religiösen Wahnvorstellung irgendeinen Mist verzapft, von dem man sich im Goldenen Reich (Feinde von ES) bedroht fühlt. Irgendwie müssen Rhodan und Bostich noch eine Rolle spielen. Vielleicht haben sich die Atopen auch vertan, und mit "Bostich" war eine ultrastarker Waschmaschinenreiniger gemeint, der Name passt dafür.

Der Technomahdi und der Adaurest - kein Interesse an der Unsterblichkeit? Oder zu clever dafür? Und wie oft muss wiederholt werden, dass unser Protagonist ein gutes Gehör hat...?

Vielen Dank für Ihre Spekulationen zu Adam von Aures. Das war sehr erhellend; ich hatte diesen Zusammenhang völlig aus dem Blick verloren. Ich spekuliere auch, dass sich Adam unter die "Crew" gemogelt hat; tippe allerdings darauf, dass es Zakara ist. Adam scheint Psi-Fähigkeiten zu haben, ich verweise auf seine Manipulation der Mitreisenden. Es erscheint unlogisch, sich als Ellert auszugeben, da einerseits klar war, dass dieser pedantisch untersucht werden würde, und andererseits Adams Recherchen zu dem Thema bekannt waren, auch wenn er sie verschleiern wollte. Beim Bond-Girl der Saison ist es dagegen so, dass diese ja sowieso die Männer becirct; Adams Fähigkeit würde hier nicht auffallen.

Warum hat Adam zum Thema Ellert recherchiert? Wenn wir annehmen, dass er sich nicht als dieser verkleiden wollte - ich halte es für gut möglich, dass Adam Ellert ist - dann steht zu vermuten, dass er die Ankunft Ellerts absehen konnte. Wenn Ellert Adam ist, dann hat Adam irgendwo her kristallisierte Eiris.Eine Biophore spricht m.E. eher für das Wirken der Kosmokraten. Ich hatte beim vorherigen Band angemerkt, dass diese eigentlich auf den Plan gerufen werden müssten. Vielleicht stammt der angebliche Ellert von jenseits der Materiequellen und leidet am Transformsyndrom. Für die nicht gerade beliebten Kosmokraten böte es sich an, sich als gehandicappter Kumpel auszugeben, und an Getrolle ließ man es jenseits der Materiequellen bislang nicht fehlen.

Was man beachten sollte: Wenn Adam der Adaurest ist - wir wissen es nicht - dann sagten die Atopen seine Ankunft voraus. Dies spricht im Grunde dagegen, dass Ellert nun Adam ist, da Ellert offensichtlich nur wegen der dys-chronen Scherung aufgetaucht ist (?). Diese wiederum war von den Atopen nicht eingeplant gewesen - oder doch?

Was den Mahdi anbelangt - tendenziell entpuppen sich hinter kuriosen Namen verborgene Personen als verschollene Charaktere. Bei Adam (auch ein biblisch bedeutsamer Name...) scheint dies anders zu sein, wenn wir trotzdem dem Muster folgen, liegt nahe, dass der Mahdi ein alter Bekannter ist, der aus irgendeinem Grund im Verborgenen bleibt. Es könnte sogar Bostich sein, auch wenn ich das nicht glaube. Falls die Theorie stimmt, wären Bull, Atlan und Danton aussichtsreiche Kandidaten. Aus der Hüfte geschossen würde ich sagen, es ist Atlan. Dieser wurde in dem Band erwähnt, kann sich aussuchen, wo (wann) er aufkreuzt, und in den JZL sowie auf Andrabasch wimmelte es von Techno-dies und Techno-das. Gut möglich, dass er von Thez geschickt wurde, um durch Irreführung den Weltenbrand zu verhindern; Adam hat er ja scheinbar schon in seinen Bann geschlagen. Andere Alternative: Es ist Vetris Molaud.

Im letzten Zyklus hatten wir es mit einer Maschine zu tun, die alle Rätsel des Alls erkunden wollte. Zufall? Wenn nein: Wer treibt sich in der Milchstraße herum, der eine Verbindung zu KOSH hat? Der Chaotarch Cadabb? Es liegt nahe, dass die Chaosmächte an dem offensichtlichen Zerstörungspotential der verwaisten MB haben. Das ist jetzt aber ziemlich weit hergeholt.

Leider sind diese Spekulationen interessanter als der Band selbst; man hätte ihn um die Hälfte kürzen können. Positiv: Es gibt neuerdings nicht die bislang obligatorischen, schematischen Actionszenen. Das finde ich gut. Glücklich war ich mit dem Band insgesamt nicht, bin damit aber bislang hier allein.


Hans (20.05.2014):

Das Heft hebt sich sehr angenehm von vielem ab, was ich den letzten Monaten in der Serie zu lesen bekommen habe. Es ist vollgepackt mit Informationen und der Schreibstil von Herrn Kasper ist wesentlich besser als der, der restlichen Autoren (besonders im Vergleich zu dem mißglückten Heft letzte Woche). Die Figur des Opiter Quint wurde sehr lebensnah rübergebracht, authentisch und einfühlsam charakterisiert. Ich hoffe, er bleibt der Serie als Handlungsträger noch lange erhalten. Er wäre ein guter zeitweiliger Ersatz (er hat ja keinen Zellaktivator und möchte auch keinen haben, wenn ich das richtig gelesen habe) für Tekener.
Ernst Ellert ist wieder da und zwar derjenige aus dem ersten Zyklus ohne das gewaltige kosmische Brimborium das um ihn herum in Jahrzehnten aufgebaut wurde, da wird es sicher vielen Traditionalisten warm ums Herz werden. Mir wurde es auch warm ums Herz beim Lesen aber aus anderen Gründen auf die ich nicht näher eingehen möchte, sonst bekomme ich noch rote Ohren (Grins).
Dass er mittels einer Biophore wiedererweckt wurde? Irgendwie musste das ja halbwegs glaubhaft rübergebracht werden, daß er doch von ES ablösbar ist. Eine böse Falle für die Leser wäre es allerdings wenn Adam von Aures mal schnell die Gestalt gewechselt hätte und nun als Ellert alle an der Nase herumführt? Möglich wäre dies durchaus. Vlt. war sein Vater ja ein Jaij? Oder irgendein verrückter Genetiker hat Pazuzu mit der DNA von Sarmotte verschmolzen und heraus kam ein paranoider Supermutant? Ganz menschlich scheint er ja nicht zu sein und seine Faszination für den Techno-Mahdi könnte daher herrühren?
Der mutmaßliche Adaurest (wissen wir denn, daß er tatsächlich der dritte Kardinalfraktor ist?) liefert sich ein spannendes Psychoduell mit dem TLD-Agenten, das auch in einen guten Bond-Film passen würde. Er wird zutiefst paranoid geschildert und natürlich ist er gefährlich. Seine Psi-Fähigkeit der leichten Suggestion dürfte er von seiner Mutter Shanda Sarmotte haben. Seine Fähigkeit der Zellregeneration käme vom Pazuzu- oder Jaij-Anteil. Ob er Teleporter ist, kann man aufgrund des Hefts allein leider nicht sagen. Er müsste sich samt Platte mit Hand- und Fußfesseln reinteleportiert haben, falls die Annahme stimmte, dass er und Ellert ein- und dieselbe Person sind. Er hat sich ja ausführlich über Ellert informiert und könnte alles nachgebaut haben. Der dreieckige Anhänger erscheint zwar erst später, was dagegen spräche, aber es könnte sein, daß dies dem Team nur so vorkam, weil suggestiv beeinflusst.
Anknüpfungspunkte zu bisher ungeklärtem aus 2700 bis 2774 gibt es, wenn auch nicht sehr viele. Die Onryonen können die Eiris vom Linearraum aus (hier ist wohl der On-Raum gemeint, der 'obere' Teil des Linearraums) betrachten. Gute Idee, alles andere wäre aufgrund der Hyperimpedanz auch unglaubwürdig gewesen. Die Spekulationen Vingadens über die Anzahl von SIs im Universum? Ich glaube nicht, dass da noch was kommt, für derartige Expeditionen fehlt das Equipment. Mir wären drei Handlungsebenen 1. Galaxis Sevcooris 2. Gemeni 3. Ernst Ellert/Adaurest/Techno-Mahdi auch genug, sonst artet es wieder in Unübersichtlichkeit aus.
Der Begriff 'Genesis' bezieht sich wohl auf die Entstehung einer Eiris, so wie ich das verstanden habe. Das Spiel mit religiösen Motiven dient dann nur zur Verwirrung von Lesern wie mir, die sowas nicht mögen.
Auf die Frage wer oder was der Techno-Mahdi ist möchte ich nicht näher eingehen, dafür sind die Informationen bis jetzt zu dürftig.
Bin gespannt wie es weitergeht, nachdem Opiter Quint, Aichatou Zakara und Ellert ins Wega-System aufgebrochen sind. Im Gepäck die kristallisierte Eiris in Form des dreieckigen Anhängers. Da müssen wir ja leider noch warten, bis das fortgesetzt wird in Heft 2919.Note 1+ für das Heft.

Ergänzung: Habe diesen Kommentar am Donnerstag schon geschrieben. Jetzt beim Lesen Ihres Kommentars fällt mir etwas auf: Die Tatsache, daß Ellert seit dem Verschwinden von ES schon in der Gruft liegt, ist mir beim Lesen anscheinend entgangen. Wie kann er dann draußen herumlaufen und Opiter Quint jagen? Die Jaij konnten ihre Körpermasse aufteilen, sollte unsere gemeinsame Spekulation mit Pazuzu stimmen müsste es so sein, daß Adam von Aures an zwei Standorten gleichzeitig sein kann. Ihre Spekulation bzgl. GESHOD gefällt mir gut, da bin ich nicht drauf gekommen aber in diesem Namen allein steckt der Name von ES mittendrin, Buchstabe 2 und 3...



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