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Perry Rhodan Nr. 2905: Das verlorene Volk

Autorin: Michelle Stern

Inhalt

Am 17. Oktober 1551 NGZ begegnet Perry Rhodan im Pentasphärenraumer POTOOLEM endlich dem echten Gondu Narashim. Der Terraner ist beeindruckt von der Persönlichkeit des Alleinherrschers. Er muss passen, als der Gondu das von ihm angestrebte Bündnis zwischen Goldenem Reich und Terranern zur Sprache bringt. Rhodan hat diesbezüglich keine Entscheidungsbefugnis und benötigt mehr Informationen. Der Gondu ist bereit, seine Erinnerungen im wahrsten Sinne des Wortes mit dem Terraner zu teilen. Dies ist mit einer Vorrichtung möglich, die sich in der POTOOLEM befindet. Da jeder Gondu das gesamte Gedächtnis all seiner Vorgänger in sich trägt, kann Rhodan somit quasi miterleben, wie es vor Jahrzehntausenden zur Vertreibung der Thoogondu aus der Milchstraße gekommen ist. Er sieht die Geschehnisse dieser Zeit durch die Augen Tothoolars, des Sohnes und designierten Nachfolgers des amtierenden Gondu Baphoor.

Ursprünglich stammen die Thoogondu aus der 3500 Lichtjahre unter der Milchstraßen-Hauptebene gelegenen Zwerggalaxie Canis Major, von ihnen Cooris genannt. Ihre Urheimat ist der Planet Thoo im Madurantsystem. Nachdem sie sich über Cooris ausgebreitet haben, beginnen sie im Jahre 33.680 v. Chr. mit der Besiedlung der Milchstraße (Poshcooris). Etwa 200 Jahre später rufen sie dort das Gondunat aus. Neue Hauptwelt der Thoogondu ist Ausca im Prakursystem. Sie erhalten Kontakt mit einer Superintelligenz, die sie als Wanderer bezeichnen, sowie mit einem Boten dieser Entität, der den Namen Niemandssohn erhält. Rhodan geht davon aus, dass dieser Bote mit Homunk identisch ist. Eines Tages erhält der erste Gondu eine Zelldusche, dann verleiht der Wanderer ihm einen als Akkumulator bezeichneten Vitalenergiespeicher. Dieses Gerät verlängert das Leben des Trägers um 1240 Jahre und kann an einen Nachfolger weitergegeben werden, dessen Lebensdauer um dieselbe Frist verlängert wird. Jahrtausendelang gelten die Thoogondu als bevorzugtes Volk des Wanderers. Ausca befindet sich in einem der beiden Brennpunkte der elliptischen Bahn der Bleibe. So nennen die Thoogondu die scheibenförmige Kunstwelt des Wanderers. Doch einige Jahre vor Beginn der von Rhodan nacherlebten Erinnerungen Tothoolars verschlechtert sich das Verhältnis zwischen der Superintelligenz und den Thoogondu. Verschiedene ins Gondunat integrierte Fremdvölker rebellieren. Möglicherweise wurden sie vom Wanderer gegen die Thoogondu aufgehetzt.

Um aus der ungeliebten Rolle als Ghuogondu ausbrechen zu können, lebt Tothoolar mehrere Jahre lang in einer Ganzkörpermaske unter den echsenartigen Bewohnern des Planeten Topsid. Die Topsider haben ein steinzeitliches Entwicklungsniveau erreicht. Tothoolar erringt viele Siege für die Horde, der er sich angeschlossen hat. Im Jahre 28.461 v. Chr. muss er seine Freunde verlassen, denn der Gondu ist tot. Er ist auf der Bleibe des Wanderers gestorben. Als wäre das noch nicht ungeheuerlich genug, wird den Thoogondu nicht gestattet, den Leichnam ihres Herrschers abzuholen. Mit seinem Flaggschiff OOTHANT fliegt Tothoolar sofort zur Bleibe. Nur er allein darf dort landen. Niemandssohn behauptet, der Wanderer sei für Tothoolar nicht zu sprechen und der Tod Baphoors stehe im Zusammenhang mit der Expedition der AANICHOOR. Dieses Raumschiff der Thoogondu habe nach dem zweiten Brennpunkt der Bahn der Bleibe gesucht und damit ein Tabu gebrochen. Der Wanderer, so verkündet Niemandssohn, bedauert das Zerwürfnis, kündigt die Verbindung mit dem Gondunat jedoch auf. Die Thoogondu müssen sich ganz aus Poshcooris und Cooris zurückziehen. Mehr hat Niemandssohn nicht zu sagen. Er gibt Baphoors Leiche nicht heraus, überlässt Tothoolar zum Abschied aber die Strukturformel für eine wertvolle Substanz namens Pedgondit.

Voller Zorn befiehlt Tothoolar den Angriff auf die abtrünnigen Völker sowie auf die Bleibe, sobald er zum Nachfolger seines Vaters erklärt wurde. Die Rebellion wird niedergeschlagen, aber im Kampf um die Bleibe werden die Flotten der Thoogondu aufgerieben. Die Bleibe versetzt sich selbst an einen unbekannten Ort. Trotz der vernichtenden Niederlage denkt Tothoolar nicht an Aufgabe. Neue Flotten sollen für die Suche nach dem Wanderer erstellt werden. Ausgerechnet Shinoo, Kommandantin der OOTHANT und Tothoolars Feindin, bringt den neuen Gondu zur Besinnung. Ein Kampf gegen den Wanderer wäre aussichtslos und würde zum Untergang führen. Tothoolar denkt um und leitet den Exodus seines Volkes ein. Eine Goldene Karawane soll die Thoogondu in eine neue Heimat bringen. Eines fernen Tages wollen sie zurückkehren. Bis dahin soll sich der Wanderer nicht an ihren Hinterlassenschaften erfreuen können. Die Thoogondu tilgen alle Spuren, die auf ihre Existenz hindeuten könnten. Nach Jahren der Vorbereitung bricht das gesamte Volk auf. Fünfzig Jahre später entscheidet Tothoolar, dass die Erinnerungen der Gondus aufbewahrt werden sollen. Man präsentiert ihm den ersten aus Pedgondit hergestellten Gegenstand. Es ist ein Thron, in den der immer noch funktionsfähige Akkumulator integriert wird. Somit ist jeder künftige Gondu praktisch an den Thron gefesselt. Er kann sich für maximal 62 Stunden von dem lebensverlängernden Objekt entfernen.

Kringels Meinung:

Na gut, wieder mal ein Rückblick-Roman. Geschichtliche Informationen werden in der PR-Serie recht oft auf diese Weise vermittelt. Mich stört der etwas einfallslose Kunstgriff nicht, wenn die Infos spannend sind. Und das trifft auf die Vergangenheit der Thoogondu definitiv zu. Ich fand die Story auch sonst unterhaltsam. In obiger Zusammenfassung habe ich Rhodans Weg vom Krankenbett seiner Teamgefährtin Penelope Assid bis zum Thronraum des Gondus ausgespart, aber das heißt nicht, dass dieser Abschnitt verzichtbar wäre. Rhodan wird von einem wortkargen Leibwächter namens Tomasdh geführt, der sich später als Musikliebhaber erweist. Durch die knappen Gespräche Rhodans mit Tomasdh und die Beschreibung dessen, was Rhodan unterwegs sieht, ist die Welt der Thoogondu für mich noch ein Stück greifbarer geworden. Auch finde ich die Gedächtnisspeicherung der Gondus interessant. Ich habe mich an die Ehrwürdigen Mütter der Bene Gesserit in Frank Herberts Dune-Zyklus erinnert gefühlt.

Wieder werden wichtige Fragen nicht gestellt. Ich bin immer noch geneigt, dieses Versäumnis zu tolerieren, denn Rhodan wird mit anderen Dingen geradezu überfahren. In einem der nächsten Hefte müsste aber dringend mal Tacheles geredet, müssten die Karten auf den Tisch gelegt werden! So aufschlussreich der Einblick in Narashims/Tothoolars Erinnerungen ist, so problematisch ist er auch. Wer sagt denn, dass die Erinnerungen echt sind? Vielleicht hat das alles ebenso wenig stattgefunden wie die Gräueltaten, die der Bund der Schutzgeister dem Führungspersonal der RAS TSCHUBAI zur Last legt oder wie die Morde, an die sich die Opfer der "Gedächtnisbuße" erinnern? Die kleine Geschichtsstunde ist also mit Vorsicht zu genießen. Basiert die Gesellschaft der Thoogondu auf den gefälschten Erinnerungen einiger weniger Personen? Wurden die Erinnerungen dieser Personen gefälscht, damit in einem ganzen Volk die Sehnsucht nach der Rückkehr in eine Heimat geweckt wird, die nie existiert hat? Faszinierend.

Apropos Vorsicht: Rhodan weiß, dass die Thoogondu ein Verfahren kennen, mit dem sich Erinnerungen binnen weniger Minuten umschreiben lassen. Wer garantiert ihm, dass mit ihm nicht dasselbe geschieht? Narashim zeigt ihm die Baupläne für das Gerät, mit dem Tothoolars Erinnerungen auf ihn übertragen werden. Das behauptet er jedenfalls. Wie soll Rhodan denn auf einen Blick erkennen, ob das wirklich besagtes Gerät ist und wie es genau funktioniert? Rhodans Neugier in allen Ehren, aber ich halte es nicht für nachvollziehbar, dass er jemanden, über dessen Absichten er im Grunde überhaupt nichts weiß, an seinem Brägen herumpfuschen lässt. Warum muss es überhaupt eine so aufwändige Prozedur sein? Haben die Thoogondu keine Wikipedia, die sie den Terranern zur Verfügung stellen können?

Gehen wir mal davon aus, dass kein falsches Spiel mit Rhodan getrieben wird und dass er wirklich gesehen hat, was im Jahre 28.461 v. Chr. geschehen ist. Wenn alles stimmt, dann hat Tothoolar der Entwicklung der Topsider einen starken Schubs gegeben. Bevor er abfliegt, überlässt er ihnen eine Anleitung zur Herstellung von Bronze. Hatten die Thoogondu damals wirklich Kontakt mit ES - oder war Anti-ES am Werk? Die beiden Entitäten waren bekanntlich nur schwer auseinanderzuhalten. Die Tatsache, dass die "Bleibe" anders aussieht, als Rhodan sie kennt, könnte ein Hinweis in dieser Richtung sein. Ich finde es verdächtig, dass kein Thoogondu mit dem Wanderer sprechen durfte. Hat Niemandssohn etwa eigenmächtig gehandelt? Zumindest halte ich die Vertreibung eines ganzen Volkes als Strafe für die Suche nach dem zweiten Brennpunkt der Wanderer-Ellipsenbahn für eine krasse Überreaktion. Dahinter muss mehr bzw. etwas ganz anderes stecken. Wie passt die Existenz der HaLem-Armee auf Terra und des kosmischen Leuchtfeuers zur Geheimhaltung des zweiten Wanderer-Brennpunktes (Terra) durch ES?

So ganz genau wissen wir ja nicht, was sich in der Milchstraße zwischen dem Untergang des Großen Tamaniums der Lemurer und dem Aufstieg des Großen Imperiums der Arkoniden zugetragen hat. Ich bin mir mit den Zeiten nicht ganz sicher, meine jedoch, dass es damals Völker gegeben haben muss, die zumindest theoretisch milchstraßenweit aktiv gewesen sein können. Etwa die Akonen, die Haluter und die Posbis, um nur ein paar naheliegende Beispiele zu nennen. Immerhin müssen die Thoogondu ungefähr 5000 Jahre lang in der Milchstraße ein ziemlich großes Reich beherrscht haben. Das ist eine sehr lange Zeit. Gut, die Thoogondu wollten absolut nichts hinterlassen, aber sollte sich nicht irgendwer, der Kontakt mit ihnen hatte, an das Goldene Reich erinnert haben? Es könnte sich lohnen, mal in den Archiven zu graben.

J. Kreis, 22.04.2017


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Gastkommentare


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Jonas (02.05.2017):

Ein lesenswerter Roman, der mir sehr gut gefallen hat. Es ist lange her, dass ich einen Roman partout nicht mehr aus der Hand legen wollte.

Eines ist mir allerdings nicht klar. Der Akku muss vom Gondu alle 62 Stunden aufgesucht werden. Wie konnte Baphoor ohne ihn zu einer Expedition aufbrechen? Denn offensichtlich hat er ihn ja zurück gelassen. Oser übersehe ich da etwas?

Die Frage mit den Altvölkern stellte ich mir auch, zumindest die Haluter sollten etwas wissen.

Bin mal gespannt wie sich das noch auflöst, die Geschichte passt in der Tat nicht so richtig zu ES, auf der anderen Seite hat die SI immer mal wieder verwirrendes getan. Ich denke da nur an das Schicksal von Fellmer und Ras. Von daher könnte man die Aktion ES durchaus zutrauen.


Dr. Herbert Seufert (23.04.2017):

Ganz ordentlich geschriebener Roman!
Allerdings bleibt Vieles naturgemäß offen oder zumindest zweifelhaft!

Ein ganzes Volk siedelt ohne die geringsten Rückstände und geschichtlichen Spuren in eine über 100 Millionen LJ entfernte Galaxis um!
Das ist wirklich nur illusionär.

Auch die Begründung für die Vertreibung der Thoogondu ist schwach. Für ES wäre es ein Leichtes gewesen, das SOL-System aus der üblichen Raumzeit zu "stanzen" und es damit für die Goldenen prinzipiell der Wahrnehmung zu entziehen.
Siehe "Ferne Stätten" und "Sternenozean".

Möglich, dass die Superintelligenz bewusst auf die TERRANER als späteres Hilfsvolk setzte und deren Entwicklung nicht stören lassen wollte, aber das wäre auch anders lösbar gewesen. Viel früher wären sich möglicherweise die Akonen und Arkoniden mit einem thoogondischen Großreich in die Quere gekommen.

Warum wich man einfach, ES hatte doch außer der kräftigen Flottenabwehr beim Angriff auf die BLEIBE noch nicht ein einziges abschreckendes Großexempel gegen das Gondunat statuiert!?

Warum schaltete die SI den nicht zurückgegebenen Vitalenergiespeicher nicht einfach aus der Ferne ab und, was sollte das Pedgondit-Formel-Geschenk?

"In der Politik geschieht nichts zufällig. Wenn etwas geschieht, kann man sicher sein, dass es auch auf dieser Weise geplant war."
Franklin D. Roosevelt (1882-1945)

Wie transportiert man ein komplettes Großvolk wie die Thoogondu mit Kind und Kegel über solche Entfernung aus der Milchstraße nach NGC 4622?

Wie blieb das Gondunat über so lange Zeiträume bis zur Handlungszeit statisch politisch stabil?
Eigentlich undenkbar, selbst die Akonen und Arkoniden hatten massive Verfallsphasen.

Im Gondunat scheint sich ja über 35 000 Jahre nichts Prinzipielles geändert zu haben! Und Alles im mehr oder weniger stabilen 1260-Jahrestakt der Lebensdauer der Gondus nach Amtsantritt.

Die allermeisten Thronfolger nur "potentielle Austauschbatterien".
Hat das Allen gefallen?
Gab es kein Aufbegehren, schon allein wegen der Lebensverlängerungsperspektive!?

Ziemlich unvorstellbar!

Dazu die Memofälschungen im Goldenen Reich, die offensichtlich leicht von der Hand gehen und allzu oft die Grenze zwischen persönlicher und politischer historischer Wahrheit und Illusion verschwimmen lassen!

Jedenfalls will das Gondunat nach zehntausenden von Jahren scheinbar zurück in die Milchstraße und scheint Zugriff auf großmaßstäbliche intergalaktische Transportmechanismen zu verfügen, die eher wenig von der herrschenden Hyperimpedanz beeindruckt sind.

Das ist eine andere Hausnummer als ein einzelnes Expeditionsschiff wie die RAS TSCHUBAI.

Ich denke, dass die Thoogondu eine Art ausgelagerter Notschlüssel von ES zum Betreten seiner Mächtigkeitsballung für den Fall eines "Ausgesperrtseins" sind, möglicherweise in Zusammenhang mit dem Pedgondit.

Ich gehe auch davon aus, dass Baphoor, der angeblich von ES ermordete Gondu, gar nicht so tot ist und möglicherweise in die HaLem-Armee als Geistkomponente diversifiziert wurde.

Jedenfalls stehen die Merkur-Figuren und ES und der Tothoolars Vater in einem Zusammenhang.
Die Statuen mögen aus lemurischer Zeit stammen, wurden aber etwa zur Zeit der Gondunatsherrschaft in der Milchstraße modifiziert.

ES war als Superintelligenz sicher das Prinzip der EIRISKEHREN bekannt. Und ES wurde gewiss nicht absolut überrascht. Hat Vorsorge getroffen!
Braucht einen neuen Anker!
Wir werden sicher später einmal die AANICHOOR auf ihrer verbotenen Reise begleiten und erleben, was mit Baphoor wirklich geschah und wie und zu was er "verwurstet" wurde.

Über beide Komponenten, Pedgondit und HaLem wird ES eine Remanifestation versuchen!
RHODAN kann anstreben, das Gondunat aus der Milchstraße auszusperren, dann sperrt er aber auch ES aus!

Möglicherweise wird über die Hilfe beim ES-Manifestationsversuch sogar der WELTENBRAND gezündet.

Wie sich künftig die Gemeni in der Milchstraße in das Szenario einordnen, das bleibt völlig offen!
Ebenso Aures, Techno-Mahdi und vieles Andere!
Vor allem sollen im Zyklus ja angeblich viele offene Dinge aus dem THEZ-Plot nachgearbeitet werden.
Und irgendwelche Hohen Mächte werden Richtung Jubiläum 3000 auch noch kräftig mitmischen, da kann man sicher sein.

Ich hoffe, dass sich die aktuelle Expokratie nicht wieder völlig verfranzt und zum Schluss ein riesiges Kuddelmuddel übrigbleibt!

So geschehen zwischen Bandnr. 2700 und 2874, letztlich auch im Orpleyd- Kurzzyklus!

Good Luck!
Weniger ist oft mehr!



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