PR 2904
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Perry Rhodan Nr. 2904: Gerichtstag des Gondus

Autor: Leo Lukas

Inhalt

Puoshoor, der Ghuogondu des Goldenen Reiches, stattet Perry Rhodan am 6. Oktober 1551 NGZ einen Besuch in der RAS TSCHUBAI ab, um die Einladung seines Vaters Narashim noch einmal von Angesicht zu Angesicht auszusprechen, wie es die Etikette der Thoogondu gebietet. Rhodan darf die Paladische Welt Taqondh in Begleitung von maximal drei Personen betreten. Nachdem der Terraner seine Auswahl getroffen hat, setzt er für den Flug ins Tizillarsystem in Puoshoors DAAIDEM über. Die RAS TSCHUBAI folgt dem Pentasphärenraumer. Es entspinnt sich ein Wettrennen, bei dem den Terranern deutlich vor Augen geführt wird, dass die als Lokatoren bezeichneten Transitionstriebwerke der Thoogondu viel leistungsfähiger sind als alles, was das Omniträgerschiff aufzubieten hat. Am Rand des Zielsystems wird die RAS TSCHUBAI abgewiesen. Obwohl das Schiff im Schutz der Laurin-Antiortungssysteme fliegt, scheinen die Thoogondu genau zu wissen, wo es sich befindet. Das kann nur bedeuten, dass sich ein Peilsender an Bord befindet, dessen Impulse von den Terranern nicht angemessen werden können. Sichu Dorksteiger schließt aus, dass die Holzkästchen der "Schutzgeister" etwas damit zu tun haben. Ihren Untersuchungen zufolge ist die Beschichtung der Kästchen irgendwann einem Hyperfeld ausgesetzt gewesen. Ansonsten sind die Gegenstände vollkommen unauffällig.

Rhodan und seine drei Begleiter werden in der DAAIDEM herumgeführt, dürfen an einer orgiastischen Party des Ghuogondu teilnehmen und sind bei einer Demonstration der Leistungsfähigkeit der Waffensysteme zugegen. Rhodan wird nicht schlau aus Puoshoor. Möglicherweise spielt der Mann lediglich den jovialen, überheblichen, unberechenbaren und dekadenten Kronprinzen (Rhodan fühlt sich an Roi Danton erinnert, die stutzerhafte Tarnidentität seines Sohnes Michael), vielleicht ist aber wirklich etwas dran an den abfälligen Bemerkungen, die Puoshoor immer wieder über seinen Vater, den Gondu, sowie über die ihm selbst zugedachte Rolle als Thronfolger fallen lässt. Am 10. Oktober landet die DAAIDEM auf Taqondh. Der idyllische Planet, auf dem Narashim demnächst zum ersten Mal seit langer Zeit wieder Hof halten wird, ist nicht weit vom Hauptsystem der Bondria Pondh entfernt. Dieses Volk aufrechtgehender Oktopoden ist nicht Bestandteil des Goldenen Reiches. Es wird lediglich vom Gondunat "beraten". Auf dem Raumhafen der Hauptstadt Khodnerez, der eigens für Narashims Flaggschiff POTOOLEM errichtet wurde, betrachtet Rhodan ein kunstvolles Mosaik, mit dem die Großtaten des Gondus verherrlicht werden. Unter anderem ist ein typisch terranischer Kugelraumer mit Ringwulst und dem Schriftzug ORION zu erkennen.

Währenddessen wird in der RAS TSCHUBAI fieberhaft nach dem als Tracker bezeichneten Peilsender gesucht. Kriff Dnotz, ein Schutzschirmtechniker, der seit Kurzem mit der ersten Pilotin Briony Legh verheiratet ist, zieht die richtigen Schlüsse aus den wenigen Informationen, die bisher gesammelt werden konnten. Es wurde festgestellt, dass der Tracker mobil sein muss und seit Tagen melden sich auffällig viele Personen aus der erweiterten Führungsebene krank. Chefmediker Matho Thoveno hat eine leichte Hyperkristallvergiftung diagnostiziert. Es gibt nur eine Gemeinsamkeit bei den 27 betroffenen Personen. Sie alle benutzen stets drei bestimmte Expresskabinen des Rohrbahnsystems. In den Kabinen werden hyperaktiv aufgeladene Kristalle eines unbekannten Typs gefunden. Wenn sich zufällig alle drei Kapseln gleichzeitig innerhalb eines knapp 19 Meter durchmessenden Bereichs befinden, wird ein ultrakurzer Peilimpuls abgestrahlt. Das geschieht ein bis zwei Mal pro Tag. Die Terraner nutzten diese Erkenntnis, um die Thoogondu zu täuschen. Die Kabinen werden demontiert. Der Tracker wird in der PHOBOS-Korvette RED HERRING neu aufgebaut. Kurz nach dem Abflug der Korvette folgt ihr ein Pentasphärenraumer.

Der Paladin wird in Khodnerez verankert. Dieses kubische Teilstück der POTOOLEM dient dem Gondu als mobiler Palast. Sein Thron ist ein geschlossener Zylinder aus transparentem türkisfarbenem Material. Während der Audienz wird ein Anschlag auf den Gondu verübt. Der Thron wird zerstört, viele Anwesende sterben. Rhodan und Puoshoor werden leicht verwundet, eine Frau aus Rhodans Team schwer. Der Gondu war allerdings nicht persönlich anwesend. Ein Double hat auf dem Thron gesessen. Fünf überlebende Attentäter (drei Thoogondu und zwei Bondria Pondh) werden festgenommen. Der Gondu hält per Holoprojektion Gericht. Die Attentäter geben sich als Mitglieder der Vranoo ba'Drant (Fürsten des Lichts) zu erkennen, einer Untergrundorganisation, die den Herrschaftsanspruch des Gondunats in Frage stellt. Sie dürfen zwischen Nichtiger Vitrine und Gedächtnisbuße wählen. Alle fünf entscheiden sich für ersteres. Als Ehrengast des Gondus hat Rhodan das Recht, das Urteil abzuwandeln. Da er keine Ahnung hat, was unter den Begriffen zu verstehen ist, verzichtet er zunächst darauf, entscheidet sich aber anders, nachdem er mit angesehen hat, wie die beiden Bondria Pondh öffentlich desintegriert wurden. Somit wird an den Thoogondu die Gedächtnisbuße vollstreckt. Ihre Erinnerungen werden manipuliert. Sie sind ab sofort davon überzeugt, ihre eigenen Familien abgeschlachtet zu haben. Rhodan beschwert sich über diese unmenschliche Behandlung. Puoshoor wendet ein, dass sein Volk andere Wertmaßstäbe kennt als die Terraner. Außerdem hätte sich Rhodan ja nicht einmischen müssen.

Kringels Meinung:

Da spricht der Kronprinz ein wahres Wort gelassen aus. Perry Rhodan ist baff, ihm fällt keine Replik ein! Gut so, bekanntlich mischt er sich immer wieder auch dann in fremde Angelegenheiten ein, wenn er nichts über die jeweiligen Verhältnisse weiß. Puoshoor reibt ihm unter die Nase, dass er sich in einem solchen Fall gefälligst nicht über die Konsequenzen beklagen sollte. Das ist ein schöner Schlusspunkt für die Rhodan-Handlungsebene dieses Romans, in dem mir die schillernde Figur des Ghuogondu besonders gut gefallen hat. Die Querverbindung zu Roi Danton war für mich sozusagen das "Missing Link", jetzt verstehe ich die Figur besser.

In der RAS TSCHUBAI - Ebene war ich von den häuslichen Szenen bei Herrn Dnotz und Frau Legh angetan, außerdem fand ich die trickreiche Konstruktion des "Peilsenders" interessant. Wer mag dahinterstecken? Die "Schutzgeister" wahrscheinlich nicht, meint Herr Dnotz und Sichu Dorksteiger zufolge haben die BHK nichts damit zu tun. Ich habe auch noch keine Idee. Der Verantwortliche scheint in der RAS TSCHUBAI nach Belieben schalten und walten zu können. Zumindest dürfte nach der von Rhodan beobachteten Gedächtnisbuße feststehen, dass die Thoogondu ein Verfahren kennen, mit dem sich Erinnerungen innerhalb von zehn Minuten umschreiben lassen.

Leo Lukas übertreibt es nicht mit dem Humor. Der funktioniert deshalb umso besser! Ich finde die unvermeidlichen Individualisten in Rhodans kleinem Team sympathisch: Penelope Assid, eine schwach suggestiv begabte junge Frau, die es auf Puoshoors Party krachen lässt und Hibbeligkeit als taktisches Mittel einsetzt. Dean Tunbridge, ein erfahrener Einsatzspezialist mit markantem Kinn, bei dessen Beschreibung mir sofort Bruce Campbell vors innere Auge getreten ist. Und Báron Danhuser, ein Oxtorner. Oxtorner sind immer gut! Es wäre schade, wenn die drei gleich wieder in der Versenkung verschwinden würden.

LL präsentiert recht viele Beschreibungen, aber nicht in Datenblattform, sondern charmant verpackt. So wird z.B. die Technik der Thoogondu immer dann ausführlich beschrieben, wenn sie den Terranern präsentiert wird. Die Thoogondu scheinen nicht unbedingt auf die Demonstration von Stärke und Macht aus zu sein. Sie sind wohl einfach nur stolz auf ihre Errungenschaften. Auch sonst gewinnt die Thoogondu in diesem Roman deutlich an Profil. Sie haben eine Vorliebe für barockes Übermaß. Schnörkel und Verzierungen überall - und ein Mosaik, das ein terranisches Raumschiff zeigt! Rhodan stellt auch diesmal wieder nicht die naheliegenden Fragen, LL umschifft diese Klippe aber geschickt. Die Thoogondu reagieren ausweichend und Rhodan wird von einem Termin zum nächsten gejagt. So darf man noch ein wenig länger über die neuen Rätsel nachgrübeln und sich auf die Lösung freuen.

Rhodan spricht nun also mit dem Oberhaupt einer fremden Großmacht. Das ist OK, schließlich wurde er persönlich herbeizitiert. Aber es geht um ein mögliches Bündnis. Kann Rhodan diesbezügliche Entscheidungen für die LFG oder auch nur für die Terraner treffen? Er ist "Liga-Kommissar für das Projekt von San" (PR 2900), gut und schön, aber welche Befugnisse, Vollmachten usw. hat er in diesem Amt? Darf er als Sprecher der Milchstraßenvölker auftreten? Ich hätte es besser gefunden, wenn ein offizieller Repräsentant mitgenommen worden wäre. Wie dem auch sei: Ich werde den Verdacht nicht los, dass auf Taqondh ein Schauspiel für ihn inszeniert wurde. Wie nützlich so ein Attentat für die Machthaber sein kann, wissen wir ja aus eigener Erfahrung - und zynisch genug scheinen die Thoogondu ja zu sein ...

J. Kreis, 14.04.2017


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Jonas (28.04.2017):

Mir hat die Charakterisierung Rhodans nicht gefallen. Der Mann bewegt sich seit 3000 Jahren auf diplomatischem Parkett und lässt sich von einem launigen Prinzen ein ums andere Mal in die Falle locken. Das passt m.E. nicht.

Gut fand ich hingegen das Trackerkonstrukt. Da hat sich doch mal jemand - ist ja noch ungeklärt wer da bereits in der Milchstraße tätig gewesen sein muss - Gedanken gemacht.

Jetzt wird auch klar, welche Strafe dem Gefangenen auf dieser Gefängnisstation widerfahren ist. Die Frage ist allerdings, warum er dennoch eingebuchtet wurde.



Hans (18.04.2017):

Diese Woche habe ich absolut nichts auszusetzen. Ein komplett bugfreies Lesevergnügen. Sehr schön.

Ich habe ANANSI im Verdacht, sowohl hinter den Schutzgeistern als auch hinter dem trickreichen Peilsender zu stecken.

Rhodan ist Spezialbeauftragter für das Projekt von San aber ist es so abwegig (evtl. wg. der gewaltigen Entfernung von 111 Mio. Lichtjahren) hier genau seine Aufgabe zu sehen? Beziehungen mit anderen Galaxien herzustellen passt doch hervorragend oder hab ich das San-Projekt falsch verstanden? Geht es dabei nur um eine Allianz mit Andromeda und den Magellanwolken?



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