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Perry Rhodan Nr. 2901: Das Goldene Reich

Autor: Michael Marcus Thurner

Inhalt

Nach mehrwöchigem Hypertransflug erreicht die RAS TSCHUBAI am 26. September 1551 NGZ die Galaxie NGC 4622. Anders als alle anderen bekannten rotierenden Spiralnebel dreht sich diese Galaxie mit den Armen voraus. Nur einer der inneren Spiralarme wird "nachgeschleppt". Man nimmt an, dass es sich hierbei um Relikte eines Zusammenstoßes mit einer anderen Sterneninsel handelt. Das Omniträgerschiff wird fast sofort nach der Ankunft angefunkt. Offensichtlich wurden die Galaktiker, namentlich Perry Rhodan, an genau diesem Ort erwartet. Saaperid, Kommandant des Pentasphärenraumers VOKOTOO, meldet sich bei den Galaktikern und heißt sie in Sevcooris willkommen. Für Saaperids Volk, die Thoogondu, ist Rhodan als Mitverantwortlicher für die Flucht des "Wanderers" von großer Bedeutung, denn ES ist ein alter Feind dieses Volkes.

Die Thoogondu sind über zwei Meter große Humanoide mit weißer, von blauen Äderchen durchzogener Haut und Schilden aus daumennagelgroßen Knochenplättchen, die sich von der Stirn bis über den Rücken ziehen. Die großen dunklen Augen haben zusätzliche Nickhäute, die Hände haben zwei Daumen. Die blendend weiße VOKOTOO besteht aus fünf aneinander gereihten unterschiedlich großen Kugeln und ist 7430 Meter lang. Sie verfügt über hoch entwickelte Transitionstriebwerke (Lokatoren), die Versetzungen über große Entfernungen hinweg aus dem Stand heraus ermöglichen.

Saaperid ist bestens über die Vorgänge in der Milchstraße informiert, hält sich selbst aber bedeckt - ebenso wie Rhodan, dem Saaperid allzu aalglatt vorkommt. Den Galaktikern soll ein großer Empfang auf Thooalon bereitet werden, jenem Planeten, der im Fokus des kosmischen Leuchtfeuers liegt. Dort soll Rhodan Puoshoor begegnen, dem Ghuogondu (designierter Nachfolger) des Herrschers des Goldenen Reiches, welches auch als Gondunat bezeichnet wird. Der Herrscher trägt den Titel Gondu oder Garant. Die RAS TSCHUBAI wird von einem aus der VOKOTOO, fünf weiteren Pentasphärenraumern der GARANT-Klasse und zahleichen Raumschiffen verschiedener Völker bestehenden Begrüßungskomitee nach Thooalon geleitet.

Rhodan und einige Begleiter landen mit einer Space-Jet in der planetaren Hauptstadt Goenetki. Thooalon ist ein schöner Planet, erdähnlich, mit zwei Kontinenten und einem gewaltigen Ozean. Allerdings handelt es sich nicht um die Hauptwelt der Thoogondu. Erste Gespräche werden geführt, auch mit Vertretern anderer Völker des Gondunats, ein Rundflug wird unternommen. Gucky hört sich zusätzlich telepathisch um, wobei er feststellt, dass manche Thoogondu mentalstabilisiert sind, was den Rückschluss zulässt, dass ihnen Wesen mit Parafähigkeiten bekannt sind. Es kristallisiert sich heraus, dass die Thoogondu die Hegemonialmacht in der Galaxie Sevcooris bilden. Nach Saaperids Angaben sorgen sie für "Ordnung und Zufriedenheit". Sie verfügen über gewaltige Flotten sowie zehn Paladische Welten in stark gesicherten Systemen, auf denen der Gondu abwechselnd Hof hält. Die so genannten Mentoren fungieren als Statthalter in seiner Abwesenheit. Das Gondunat blickt auf eine vieltausendjährige Geschichte zurück. Auf 80.000 Planeten leben Thoogondu und andere Völker friedlich zusammen, wobei unklar bleibt, welchen Status diese Völker wirklich haben. Gucky findet nichts Konkretes über die politischen, wirtschaftlichen und militärischen Verhältnisse des Goldenen Reiches heraus. Niemand scheint zu wissen, wo sich das Zentralsystem des Gondundats befindet.

Perry Rhodan nimmt an einem Bankett mit Vertretern der Thoogondu und anderer Völker teil. Er ist mit den Gedanken woanders, denn durch die Ankunft des Adauresten im Solsystem wurde er an die von den Atopen vorhergesagte Ekpyrosis erinnert. Während des Banketts singen alle Anwesenden das Loblied des Gondunats, aber für Rhodan steht schon fest, dass im Goldenen Reich keineswegs alles Gold ist. Der Terraner gibt sich Saaperid gegenüber abweisend und kehrt zur RAS TSCHUBAI zurück, zumal der Ghuogondu ohnehin noch nicht eingetroffen ist. Rhodan schickt Fachpersonal verschiedener wissenschaftlicher Abteilungen nach Thooalon. Gucky, Sichu Dorksteiger, Lua Virtanen und Vogel Ziellos mischen sich unters Volk. Karim Balthasar, ein Mitarbeiter der neuropositronischen Abteilung der RAS TSCHUBAI, erhält einen Spezialauftrag. Nach einem Schädelhirntrauma wurde ihm eine biopositronische Hirnprothese implantiert, die Gefühle simuliert (nur manchmal die falschen) und es ihm ermöglicht, die Computersysteme der Thoogondu zu hacken. Er stellt fest, dass dieses Volk Neurotroniken benutzt, also Rechner, bei denen positronische und neuronale Strukturen aus lebendem Gewebe dergestalt miteinander verbunden sind, dass sie eher Lebewesen als Maschinen gleichen. Balthasar erbeutet umfassende geschichtliche Daten, die später von ANANSI gesichtet werden. Daraus ergibt sich, dass die Thoogondu ursprünglich aus der Milchstraße stammen.

Am 29. September reist der Nuntius Praanor nach Thooalon. Er ist Bote, Zeremonienmeister, Sicherheitschef und Leibwächter des Ghuogondu in Personalunion. Während eines Vieraugengespräches mit Rhodan erhält Praanor die Nachricht, der terranische Kosmopsychologe Ben Jello und Vogel Ziellos hätten einen Thoogondu ermordet. Rhodan kann das nicht glauben, aber Attina Hopkinson, eine Kollegin Jellos, war bei dem Vorfall zugegen und bestätigt die Anschuldigungen. Sie sagt aus, bei einer fröhlichen Feier sei es infolge eines Missverständnisses zu einer tätlichen Auseinandersetzung gekommen, in die Jello und Vogel verwickelt gewesen seien. Die Tatsache, dass die beiden geflohen sind und bei der Festnahme heftigen Widerstand geleistet haben (zumindest gibt Observant Koonucal, ein Mitarbeiter des Geheimdienstes, dies zu Protokoll), spricht nicht zu ihren Gunsten. Gucky zufolge sagt Hopkinson die Wahrheit. Ein Verhör der Verdächtigen mittels SEMT-Hauben in der RAS TSCHUBAI bleibt ergebnislos, denn sie können sich an nichts erinnern. Jello und Vogel werden nach Goenetki zurückgebracht.

Wenig später landet Puoshoor mit dem Raumschiff DAAIDEM auf dem Planeten. Rhodan wird gebeten, an seiner Seite eine öffentliche Rede zu halten. Puoshoor verkündet, mit Rhodans Ankunft breche ein neues Zeitalter an. Der Terraner denkt nicht daran, sich als Galionsfigur für Pläne benutzen zu lassen, die er noch nicht einmal kennt, und hält sich bei seiner Ansprache sehr zurück. Dadurch wird die Euphorie der Massen deutlich gedämpft. Anschließend erfährt Rhodan, dass jemand versucht hat, Jello und Vogel zu befreien. Tatsächlich haben Gucky und Lua Virtanen einen unautorisierten Alleingang unternommen, denn Gucky hat geespert, dass Vogel heftige Schmerzen hat. Er ist jedoch direkt in eine Parafalle teleportiert. Der Ilt und Lua wurden verhaftet. Alle vier Gefangenen werden in ein Scuul gebracht, ein besonderes Gefängnis im All. Schon vor diesem Zwischenfall hat Praanor den Verdacht geäußert, in den Reihen der Terraner könne es einen Verräter geben, eventuell einen tefrodischen Agenten oder einen Beauftragten von ES. Puoshoor meint, möglicherweise stehe Gucky unter fremdem Einfluss. Als Rhodan den Ghuogondu fragt, welche Verbindung es zwischen den Thoogondu, der Milchstraße und ES gibt, sagt dieser nur, die Thoogondu seien das verlorene Volk des Wanderers. Auch sie seien von ihm einmal "freundlich angeschaut" worden.

Auf Verlangen Puoshoors erteilt Rhodan seinen Leuten eine klare Anweisung. Niemand an Bord der RAS TSCHUBAI darf etwas zur Befreiung der Gefangenen unternehmen. Kurz danach erhält er eine kurze Botschaft Farye Sepheroas von Bord der BJO BREISKOLL, die schon vor Tagen vom Mutterschiff abgedockt hat. Farye hat den Befehl ihres Großvaters ganz genau verstanden.

Kringels Meinung:

Es geht flott weiter! Zweiter Roman des Zyklus und schon ist Perry Rhodan im Goldenen Reich angekommen. Ich bin immer noch zufrieden mit dem neuen Zyklus, aber das Handlungsschema klingt bekannt. Wieder fliegt man in eine weit entfernte Galaxie, erhöhte Hyperimpedanz hin oder her. Ebenso gut könnte man die Geschichte in der Milchstraße spielen lassen, aber es gibt natürlich einen Grund für diesen Kunstgriff. Die RAS TSCHUBAI ist derzeit das einzige fernflugtaugliche Schiff der Galaktiker. Rhodan kann also nicht einfach mit einer Flotte in NGC 4622 aufkreuzen und im Ernstfall die Transformkanonen-Breitseiten sprechen lassen. Egal, ich freue mich ja schon, wenn ein Zyklus nicht gleich mit Invasionen, Gefahren kosmischen Ausmaßes und dergleichen beginnt.

Michael Marcus Thurner ist der richtige Mann für die Beschreibung des neuen Schauplatzes und der dortigen Völker, und so werden denn die zu erwartenden phantasievollen Details geboten. Nur - wo ist das Besondere, das Alleinstellungsmerkmal? Abgesehen von Äußerlichkeiten kann ich zum Beispiel keinen Unterschied zwischen den Thoogondu und den Gyanli erkennen. Selbstverständlich werden die naheliegenden Fragen nicht gestellt. Zum Beispiel: Was genau wollen die Thoogondu von den Terranern und was meint Puoshoor mit "neues Zeitalter"? Warum waren die HaLem-Soldaten für die Einladung erforderlich (sie hätten Rhodan einfach sagen können, wohin er fliegen soll) und wie stellt man den von den Statuen ausgehenden suggestiven Einfluss ab, der ja für ganz erhebliche Probleme auf den solaren Planeten sorgt? Woher wussten die Thoogondu so genau, wo die RAS TSCHUBAI erscheinen würde? Warum betrachten die Thoogondu ES als Feind, das heißt, was hat sich in der Vergangenheit ereignet, als die Thoogondu vermutlich ein bevorzugtes Hilfsvolk dieser Superintelligenz waren? MMT versucht sich durch Winkelzüge aus der Affäre zu ziehen. Saaperid hält sich bedeckt, weil er auf die Ankunft höherrangiger Personen wartet, man belauert sich gegenseitig und möchte nicht zu viel preisgeben ... Trotzdem finde ich die beharrliche Weigerung aller Protagonisten, einfach mal offen miteinander zu reden, allmählich nervtötend.

Im Roman wird die Information, dass die Thoogondu aus der Milchstraße stammen, als sensationell dargestellt. Warum? Das war doch ein sehr naheliegender Schluss. Jedenfalls bin ich gespannt zu erfahren, was wohl zum Bruch zwischen den Thoogondu bzw. deren Vorfahren und ES geführt haben mag. Hatten die Thoogondu eines Tages einfach die Schnauze voll davon, von der Superintelligenz mit nebulösen Andeutungen auf Himmelfahrtskommandos geschickt zu werden? Sie hätten mein vollstes Verständnis. Leider werden sie als unsympathische Hegemonialmacht eingeführt, der sich alle anderen Völker unterzuordnen haben. Ich fühle mich an den KULTUR-Zyklus von Iain Banks und das Polis-Universum von Neal Asher erinnert. Hinzu kommt ein durch Kaiserpfalzen - pardon: Paladische Welten - tingelnder Alleinherrscher. Eine Widerstandsorganisation gibt's bestimmt auch. Aber noch ist Rhodan ja zum Glück nicht auf die Idee gekommen, die Herrschaft des Gondunats brechen zu wollen. Was haben die Thoogondu vor? Möchten sie das Gondunat auf die Milchstraße ausweiten? Sollen die vier Gefangenen als Druckmittel gegen Rhodan verwendet werden, damit er brav mitspielt? Verschämt weist Rhodan darauf hin, dass mitnichten er selbst für den Abzug von ES verantwortlich ist. Stimmt! Das haben wir Atlan zu verdanken (PR 2874). Im Grunde haben die Laren mit der erzwungenen Zeitreise der RAS TSCHUBAI, die zum Zeitriss und somit zur dys-chronen Drift geführt hat, den entscheidenden Anstoß gegeben. Davon lassen sich die Thoogondu aber nicht in ihrem Überschwang bremsen.

Oder ist eine dritte Partei am Werk? Es könnte sein, dass Vogel und Jello von Unbekannten manipuliert wurden, deren Ziel darin besteht, einen Keil zwischen Thoogondu und Galaktiker zu treiben. Wenn Gucky nicht beeinflusst wurde, das heißt, wenn er seinen Alleingang zur Befreiung Vogels und Jellos aus eigener, freier Entscheidung getroffen haben sollte, dann ist das für mich absolut nicht nachvollziehbar, erst recht nicht in der aktuellen Situation. Wahrscheinlich haben die geheimnisvollen Holzkästchen, von denen letzte Woche bereits die Rede war, etwas damit zu tun. Der Archäologe Dezio Gattai weiß, dass sich irgendwas in dem Kästchen befindet. Er weiß nicht, warum er das weiß oder worum es sich bei dem Inhalt handelt. Genauso geht es dem Kosmopsychologen Myrrdin Hawk. Er ist fasziniert von seinem Kästchen, hat es aber ebenso wie Gattai noch nie geöffnet. Eines Tages bemerkt Hawks junge Kollegin, die Kosmolinguistin Uma Lee, dass sie Hawks Kästchen in der Hand hält. Sie kann sich nicht erinnern, den Gegenstand an sich genommen zu haben. Sie unterhält sich mit Täller, der sagt, dass Lee und das Kästchen miteinander in Kontakt stehen ...

Rhodan täte gut daran, den Sauhaufen in der RAS TSCHUBAI aufzuräumen, damit eine Aktion wie die des Mausbibers nicht wieder vorkommt. Zur Besatzung gehören Leute, die mehrere Disziplinarverfahren hinter sich haben (die mit diesem Roman eingeführten Gothwerth-Drillinge) und offensichtlich immer noch allerlei Unsinn treiben. Das wäre schon schlimm genug, aber sie arbeiten im Korps der Inneren Sicherheit - was auch immer das für eine Organisation sein mag - und werden mit zum diplomatischen Empfang auf Thooalon genommen! Es fällt mir schwer, so etwas zu akzeptieren und hinzunehmen, dass die RAS TSCHUBAI einen nicht klar definierten Sonderstatus hat, bei dem alles möglich ist, so dass sich die Autoren nach Belieben austoben können. "Individualisten" gut und schön, solche Typen hat es in der PR-Serie schon immer gegeben und einige gute Storys gehen auf ihr Konto. Man kann es aber auch übertreiben.

J. Kreis, 25.03.2017


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Gastkommentare


Neueste Kommentare stehen oben.


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Jonas (05.04.2017):

Ich vermute ja eine Beeinflussung der Beteiligten in diesem Fall. Das ist einfach zu offensichtlich konstruiert um Zufall zu sein. Denn so blöd kann sich nicht mal Gucky anstellen.

Was mich verwundert ist, dass es in solchen Fälle keine Art vom diplomatischer Immunität, oder sowas, gibt.

Und alleine wie sich dieser Geheimdienstler gibt. Wäre ich Perry, ich hätte gesagt: "Danke für den Tee und Tschüss."


Hans (26.03.2017):

Ich hab am Mittwoch abend schon in den Spoiler im PR-Forum reingelesen und Abstand davon genommen, das Heft käuflich zu erwerben.

Man kennt das aus einigen Folgen von Star Trek Voyager: Schiff wird freundlich auf einem Planeten begrüsst, dann begeht ein Mannschaftsmitglied eine Straftat z.B. Mord und die Zeugen leiden unter Amnesie... k##zlangweilige Lindenstraße sozusagen.

Das nächste Heft lass ich auch aus, lese bei 2903 weiter.


Patrick (25.03.2017):

Man könnte diese Geschichte nicht so überzeugend in der Milchstraße bringen, wenn sich dort (fast) alle liebhaben. Deshalb muss ich es hin und wieder kritisieren, wenn man sich zum einen Friede-Freude-Eierkuchen in der Milchstraße wünscht und zum anderen diese gigantomanischen Weltreisen und Großreiche ablehnt. Wenn die Heimatgalaxis in viele Staaten zersplittert ist, dann kann man dort solche Begegnungen auf Augenhöhe konstruieren. Eine einige Galaxis bedingt zwangsweise einen großen extragalaktischen Machtblock (oder Überwesen) als Gegenspieler. (Mir ist egal, wie es gemacht wird.)

Es gibt keine Gefahren kosmischen Ausmaßes? Also, Rhodan ist unterwegs, weil man Sterne in Novae verwandelt hat. Zuhause geht der Adaurest um, der etwas mit dem Untergang der Milchstraße zu tun hat. Dagegen war der Atopenzyklus doch harmlos.

Die ermüdende Geheimniskrämerei erinnerte an ein Videospiel. 'Tut mir leid, noch kann ich dir das nicht sagen' usw. Aber ich war überrascht, wie viel bereits enthüllt wurde, etwa dass die Thoogondu (erinnerten in der Tat an die Gyanli) aus der Milchstraße stammen. Das war zu erwarten, liegt aber nicht zwangsweise nahe. ES hatte z.B. an vielen Orten seine Finger im Spiel.

Perry mag keine Streicheldiplomatie. Nun gut. Aber warum diese unvorsichtige Äußerung bei der Rede, wenn so vieles noch im Unklaren liegt und er die Reaktion nicht einschätzen kann? Ich halte das für unklug und unerfahren. Es klingt so, als stelle er seine Laune über das Schicksal nicht nur seiner Freunde, sondern auch unzähliger Intelligenzen. Bzgl. auf den Sauhafen RAS lässt sich sagen, der Fisch stinkt vom Kopf an. Was soll der Unsinn mit Guckys Befreiungsaktion? Er verhält sich völlig unprofessionell and unloyal Rhodan gegenüber. So hätte er damit rechnen müssen, in eine Falle gelockt zu werden. Vielleicht wird er tatsächlich beeinflusst - so wie das Leuchtfeuer das geleistet hat. Könnten die Statuen eine Rolle spielen? Auch die ekstatischen Anwandlungen der Reichsbürger passen da hinein. Die echte Frage ist natürlich: Was hat es mit den Kästchen auf sich?

Ebenso natürlich drängt sich auf, wer dahinter steckt: Der Adaurest. Oder warum kreuzt der jetzt sonst in der Handlung auf? Wenn wir annehmen, dass diese Person sehr mächtig ist, dann könnte sie den Kontakt mit dem Goldenen Reich hergestellt und die Kästchen auf die RAS geschmuggelt haben. Und das führt uns weiter zur Idee, dass der Weltenbrand mit dem Güldenen Reich zu tun haben könnte, ergo mit dessen offensichtlicher Fähigkeit, Sonnen hochgehen zu lassen. Denn was hatten wir im letzten Band - einen Weltenbrand.

Wir wissen aber nicht, ob Adam von Aures der Adaurest ist. Aurès ist französisch und heißt 'das Wilde', Aurum Latein für 'Gold'. Was wollte er dort, wo diese Statuen verborgen waren? Eine Verbindung zum Goldenen Reich liegt nahe. Also, ich denke er ist die dritte Partei, ob es nun der Adaurest ist oder nicht. Irgendwer hat dem Reich ja gesteckt, wie die Großwetterlage in der Milchstraße ist. Und irgendwer manipuliert die Besatzung. In dem Zusammenhang finde ich es geschickt, dass nicht klar ist ob einn dritte Partei die beiden Großmächte LFG und Reich gegeneinander aufhetzen will, oder ob jemand auf Seiten des Reiches Winkelzüge plant. Daher stört es mich auch nicht, dass diese Macht als abvivalent bzw. dubios dargestellt wird.

Darf weiter spekuliert werden? Der Zyklus heißt 'Genesis', einer der nächsten Bände 'Der Spross (sic) YETO'. Spross und Genesis passt gut zusammen, die Schreibweise YETO deutet eine Superintelligenz an. An Ableger von ES?

Bedauerlich, dass für das Goldene Reich noch kein englischer Titel gefunden wurde. Dabei ist Englisch in ferner Zukunft das neue Latein. Überall in der Milchstraße wird es an Universitäten und in Klostern von Halutern, Arkoniden usw. gesprochen, da diese keine andere Möglichkeit haben, sich zu verständigen. (Dies ist kein Zynismus, sondern aus dem letzten Band.) Leider habe ich noch keine englische Übersetzung für 'Jenzeitige Lande' gefunden; 'Hilfsvolk' könnte 'sidekick' sein. Aber Pax Gondunatia? Nuntius? Das ist ja das alte Latein - mein Gott.

Am Anfang wird eine Cuckold-Beziehung erwähnt. (Kein Witz.) Da kommen wohl Leute aus Schweden oder Deutschland, auch wenn die ethnische Zugehörigkeit des Liebhabers nicht erwähnt wird. Immerhin zeichnet sich eine Möglichkeit ab, Beta-Vogel und die ihn an der Leine haltende Lua zu entsorgen. (Also, dass diese in die Cuckold-Beziehung integriert werden.) Auch einen Autisten gab es.

Passend zum Cuckold-Wahnsinn fabuliert MMT großzügig über das Fremde, Hass, Wunden der Vergangenheit usw. Wahrscheinlich meint er damit, wie Bundesdeutsche in Österreich behandelt werden oder Ostdeutsche in Westdeutschland oder Heimatvertriebene usw. Damit so etwas hier nicht passiert, sieht der Alien (laut Text) aus wie ein großzügig geschminkter Mensch, also etwas wie Claudia Roth. Auch das Heilige Römische Reich deutscher Nation ist, damit es nicht zu fremd wird, in einer anderen Galaxie neu auferstanden. Man erkennt den überhaupt nicht nervigen roten Faden MMTs. Uma möchte RAUS RAUS RAUS und andere Kulturen kennen lernen. Schade, dass sich auf Terra bereits alles zu einer grauen Masse vermischt hat, also Hüttchenhausen ununterschiedbar von Steinbrücks (der mit dem Mittelfinger) Ouagadougou ist. Heutzutage könnte sie einfach einen Abstecher nach London machen und zusammen mit Koreanern, Amerikanern und Pakis auf umwerfende Art exotische andere Kulturen kennen lernen. Im Ernst: Muss man mit dem schon ironisch anmutenden Geschwurbel in einem Heftroman aufgezogen werden?

Sie erinnern die Thoogondu an Banks und Asher, aber MMT dachte wohl einfach nur an die EU, die Kanzlerin sowie Fake-News-Journalisten. Egal - hört das denn nie auf? Das gilt auch für den China-Kitsch, diesmal präsent in Form von Weisheiten. Man merkt: Irgendwer hat irgendwas gelesen und das muss jetzt überall rein.

Perry flirtet mit seiner Enkelin. Dies erinnert bedrohlich an Donald Trumps Äußerung, er würde mit seiner eigenen Tochter ausgehen, wenn sie nicht seine Tochter wäre. Wir werden sehen, wohin es führt. Leider ist den Autoren in der Hinsicht jeder Wahnsinn zuzutrauen. (In PR1137 gab es Polygamie.)

Unterm Strich: Ein solider Roman und eine gute Fortsetzung des gelungen Vorgängerbandes, trotz der zu Kalauer einladenden Phrasendrescherei und den Ungereimtheiten. Ich war damit zufrieden und habe die Handlung mit Interesse verfolgt. Merkwürdig die Parallelen mit dem Atopen-Zyklus. Also die Anklage, die Inhaftierung, die besserwisserisch auftretende Hegemonie usw. Trotzdem: Wenn es nach mir geht können die Autoren jedenfalls gerne so weiterschreiben wie im Moment. Es gab sogar keine der obligatorischen Schießereien, zumindest nicht wirklich.


Dr. Herbert Seufert (25.03.2017):

Ich bin noch nicht soweit, dass ich eine Meinung über den GENESIS-Zyklus kundtun möchte.
Es ging ja - ähnlich zum STERNENGRUFT-Plot - sehr schnell "rein in die Kartoffeln".

Kurz geschlafen ... und schon ist man mit alten und neuen Protagonisten vor NGC 4622 und wird dort schon - punktgenau - von Emissären des GOLDENEN REICHS erwartet.
Offensichtlich haben die aus der Milchstraße stammenden Thoogondu diese Galaxis im Griff.
Und genauso offensichtlich verfügen sie über hervorragende Psychologen oder umfassende Informationssysteme, die den raschen Aufbruch, die Reisegeschwindigkeit und den Zielpunkt der RAS TSCHUBAI exakt einschätzten.

Diesem Aufbruch ging ja keine wirkliche Vorbereitungsphase voraus.
Das war fast wie im heutigen Last Minute-Büro, Reise zu den Sternen für Kurzentschlossene.

Tja, folgerichtig tappt man alsbald in die ersten Kothaufen, quod erat demostrandum.

Natürlich ist das GOLDENE REICH nicht "stimmig", wer hätte auch Anderes denken können!
Man hat's mit Feinden oder Opfern von ES zu tun, die eine beachtliche Technik besitzen oder nutzen.
Wenn mal mal davon ausgeht, dass der Merkur im Solsystem gezielt anvisiert werden konnte und die Leuchtfeuerstraße mutmaßlich das Werk der Thoogondu war.

Auch scheint man genaue Kenntnisse über die EIRISKEHRE und das damit verbundene Verschwinden von ES aus seiner Mächtigkeitsballung zu besitzen.
Jetzt scheint die Zeit gekommen, Visionen der Goldenen durchzusetzen.
Mal sehen, welche Entität dort im Hintergrund ihre Strippen zieht?!

Ganz ohne wird's wohl eher nicht abgehen.

Mag sein, dass die vorab angedeuteten "Gärtner der Friedensgeflechte" im Milchstraßenplot eine Variante, ein Machtmittel oder ein Ableger dieser "Goldenen" sind, oder aber ein "Konkurrenzunternehmen" zum Gondunat.

Man spricht ja neumodisch eher nicht von "Konkurrenten", sondern von "Mitbewerbern".

Mitbewerber um das Erbe von ES??? Oder gar ein neuer Anker der Superintelligenz in EIRIS-loser Zeit.
Siehe ESTARTU's Pflanzenväter und ARCHETIM's Schmetterblüter.

AURES wird da wahrscheinlich relevant mitkungeln.
Offensichtlich hat ja der ADAUREST - etwas hanebüchen - seine Namensableitung von AURES.

Und ein gewisser TECHNO-MAHDI wird - angekündigt - endlich auch mal aktiv, nachdem er die drei Vorzyklen weitgehend "verpennt" hat.

ATLAN und BULLY werden auch irgendwie und irgendwo ihr Wesen oder Unwesen treiben und irgendwann gerettet oder einfach wieder in die Handlung hereinschneien.
Mit ALLERORTEN oder mit LARHATOON.
Mit oder ohne ZEITGEFÄHRTEN und SPRAGHIS.

Chaotarch CADABB steht ebenfalls in Mitwirkungsverdacht.
Der MAGHAN natürlich und BOSTICH.
Letzterer muss ja sein, sonst kriegt man ja den WELTENBRAND nicht zum glimmen.

Viel Stoff, der mutmaßlich ab Heft-Nr. 2997 einer Lösung näherkommt.

Mit Akteuren, die so etwa ab Nr. 2889 erstmals in die Handlung eingepflegt werden.

Wer genau aufpasst, wird die Grundessenz der Lösung aber schon in Band 2931 oder 2934 als Vorhall in einem Nebensatz verspüren können.

Zum Schluss wird als wesentliches Zyklusoutcome etwas verbleiben, was durch die vorhergehende Handlung wenig gestützt ist!
Wie jetzt etwa die EIRIS-Kehre, die bekanntlich in den vorgeschalteten Bänden des ATOPIE-THEZ-Großzyklus sorgsam und kontinuierlich konzeptionell entwickelt wurde. Lach!

Auch da konnte man sagen, der "aufmerksame Leser" hat's immer schon gewusst!
Jedenfalls der, der immer schon Heft 2716 "Das Polyportdesaster" sorgsam unter sein Kopfkissen gelegt hatte!
Ja, ein solcher Leser wurde in Heft-Nr. 2870 "Die EIRIS-KEHRE" für seine Geduld und das dreijährige Warten "belohnt".

Gottes oder der Expokraten Mühlen mahlen halt langsam aber sicher.

Mal sehen, ob's diesmal wieder so kommt!?
Obwohl, der Zyklus dauert diesmal nur knapp zwei Jahre.
Für Kritiker möchte ich aber trotzdem anmerken, dass KEINER versprochen hat, den Stoff diesmal zu einer schlüssigen Auflösung zu bringen.

Herrlich, so geht's bis Band 3500 oder gar 4000!

Denn NIEMAND ANDERER als die Expokratie kennt die Lösung der Konzepte, böse Zungen haben sogar schon behauptet, dass eine solche den Expokraten selbst nur an besonders lichten Tagen stimmig aufscheine.

Natürlich schließe ich mich solchen "Bösepetern" nicht an.

Aber gehört hat man schon von solchen "abwegigen" Einzelmeinungen.

Frohen Mutes erwarte ich erstmal das Ende des ersten Gondunatsblocks, vielleicht ahnt man dann, ob es sich lohnt, die darin geschilderte Handlung auf den Merkblock des Gesamtzyklus zu setzen?

Oder auch nicht.



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