PR 2899
© Pabel-Moewig
Verlag KG, Rastatt



Perrypedia



Archiv-Startseite
PR - Übersicht
Heftromane
Zyklus-Übersicht
« PR 2898 «
» PR 2900 »
Perry Rhodan Nr. 2899: Die Sternengruft

Autor: Uwe Anton

Inhalt

11. November 1522 NGZ: Guckys Opfergang wird aufgeschoben, denn es gibt Neuigkeiten. Bei einem Besuch im Catiuphat haben Attilar Leccore und das Orakel Verssidai Happuru vom Advokaten erfahren, dass sich eine Antenne des Chaotarchen Cadabb in immer tiefere Tori vorarbeitet. Die Antenne muss vertrieben oder zerstört werden, bevor das Catiuphat in die entstehende Materiesenke überführt wird, denn sonst würde sich ein Agent des schlimmsten Feindes der Superintelligenz KOSH im Katoraum befinden. Perry Rhodan lässt sich mit Gholdorodyns Einfädler ins Catiuphat versetzen. Der Advokat führt Rhodan bis zur Grenze von Torus 6. Dort wird Rhodan von Gelcui in Empfang genommen und weiter in die Tiefe des Catiuphats geleitet. Von dem Thessgerer erfährt Rhodan, dass die tiefsten Tori seit der Ankunft der Tiuphorenflotte in Orpleyd mit dem Pavvat in Verbindung stehen. Das Abfließen der in den Tori gespeicherten Bewusstseinsinhalte findet bereits seit geraumer Zeit statt. Währenddessen nehmen Attilar Leccore, Paddkavu Yolloc und Pey-Ceyan in der SHEZZERKUD an einer Konferenz von Repräsentanten der Caradoccs und Orakel teil. Nach längeren Diskussionen befragen die Orakel das Catiuphat und erfahren, dass die Bewusstseinsinhalte in die Materiesenke eingehen wollen. Dieser Wunsch wird ihnen gewährt. Alle Tiuphoren, die es ihnen gleichtun wollen, können dies tun. Die meisten Orakel entscheiden sich für diesen Weg, denn ihre Lebensaufgabe ist ohne Catiuphat obsolet. Leccore wird zum Tomcca-Caradocc derjenigen Tiuphoren bestimmt, die die körperliche Existenz nicht aufgeben wollen.

Gelcui führt Rhodan ins Innere von Torus 7. Der Terraner glaubt die Essenz des Catiuphats zu erkennen: Eins mit der gesamten Schöpfung zu sein und ihren Sinn zu verstehen, gleichzeitig als Individuum und als Bestandteil der Gesamtheit zu existieren. Gelcui bezeichnet das als falsche Verheißung. Rhodan wendet sich davon ab, um sich nicht selbst zu verlieren. Danach steht er der Antenne gegenüber. Sie befindet sich direkt am Übergang zum Pavvat. Nur Rhodan als Träger einer "Ur-Kunde" (vermutlich ist der Schatten seiner Ritteraura gemeint) kann die Antenne bekämpfen. KOSH ist mit anderen Dingen beschäftigt und Gelcui kann die Antenne nur undeutlich wahrnehmen. Da Rhodan die virtuelle Umgebung Kraft seines Geistes beeinflussen kann, gelingt es ihm, die Antenne zu vernichten. Vor ihrem Ende verhöhnt sie ihn und behauptet, im Staubgürtel Orpleyds sei eine Basis versteckt, bei der sie sich demnächst melden müsse. Wenn die Meldung ausbleibt, wird die Basis Cadabb informieren. Somit wüsste der Chaotarch, wo sich KOSH befindet. Nach dem Sieg über die Antenne verlässt Rhodan das Catiuphat. Dieses wird nun endgültig in die Materiesenke gezogen. Auf Wunsch Gelcuis nimmt Rhodan einen Cui-Kristall mit, auf dem das Bewusstsein des Thessgerers gespeichert ist. Gelcui möchte nicht in der Materiesenke aufgehen.

Tellavely verschwindet aus der RAS TSCHUBAI, denn am 12. November hat Shydaurd die Selbstzerstörung des Raumschiffes ausgelöst, in dem sich die Linearen Operatoren mit Pushaitis getroffen haben. Sichu Dorksteiger meldet, dass der Generator der Dakkar-Spanne ausgebrannt ist. Wahrscheinlich wurde er bei der Manifestation des Cui-Kristalls überlastet. Gucky liest Gelcuis Gedanken und erfährt von ihm, wo sich die Basis der Antenne befindet. Lua Virtanen lotst die SHEZZERKUD von der SAMY GOLDSTEIN aus durch den Staubgürtel zu den entsprechenden Koordinaten. Die Basis wird angegriffen, sie vernichtet sich schließlich selbst. Rhodan beteiligt sich an dem Angriff. Yolloc opfert sich, um ihm das Leben zu retten, als er ins Kreuzfeuer gerät. Am 22. November erscheint Tellavely wieder in der RAS TSCHUBAI. Pushaitis ist noch funktionsfähig. Zur Vollendung ihrer Pläne brauchen die Pashukan jetzt nur noch Gucky als "Schlussstein" des Katoraums. Doch es gibt einen anderen, viel willigeren Kandidaten. Gelcui teilt mit, dass Gholdorodyn ebenso gut geeignet wäre wie Gucky. Begeistert stimmt der Kelosker zu, als er gebeten wird, Guckys Platz einzunehmen. Tellavely nimmt Gholdorodyn mit in den Katoraum.

Am 23. November erliegt Yolloc seinen schweren Wunden. Leccore erklärt die Epoche Ruf für beendet. Es beginnt die Epoche Wacht. Alle 150.000 Sterngewerke der Tiuphoren übernehmen ab sofort die Aufgabe, den Staubgürtel Orpleyds zu bewachen. Pey-Ceyan bleibt an Leccores Seite. Rhodan übergibt ihm den Cui-Kristall. Gut vier Wochen später bereiten die Galaktiker die Heimreise vor.

Kringels Meinung:

Uwe Anton kehrt die Scherben einigermaßen sauber zusammen. Leider ist das schon alles, was ich an Positivem zu vermelden habe. Der Roman enthält alles, was mir am Zyklus nicht gefallen hat. Pseudoesoterischer Mumpitz und Geistreisengeschwurbel. Unglaubwürdige Zufälle und aus dem Nichts herbeigezauberte Lösungen. Nicht nachvollziehbare oder nicht zu den Figuren passende Handlungen und Entscheidungen, sinn- und planloses Herumgeeiere. Heruntergebetete Datenblattinformationen. Und eine neue Dimension der Gigantomanie, insbesondere bei der schlicht nicht mehr fassbaren Anzahl der Toten, deren Schicksal so beiläufig abgehandelt wird, dass es mich gar nicht berühren kann.

Als Beispiel für die verhunzte Dramaturgie des ganzen Zyklus nenne ich nur den Gucky-Cliffhanger der letzten Woche, der diese Woche nahtlos mit einer tränenreichen Abschiedsszene fortgesetzt wird. Was soll das? Soll ich für dumm verkauft werden? Oder glaubt der Autor wirklich, auf diese Weise Spannung/Emotionen erzeugen zu können? Das hat in PR 2874 mit Rhodans vermeintlichem Ende schon nicht funktioniert. Wenn jetzt wieder eine Hauptfigur dem Tod ins Auge blickt, dann aber doch nicht stirbt, so ist das nichts anderes als ein Spannungskiller. Je öfter derart lächerliche Effekthascherei betrieben wird, desto sinnloser wird es, Hauptprotagonisten wie Rhodan, Atlan, Bully, Gucky und so weiter überhaupt noch in Gefahrensituationen zu bringen. Schlimmstenfalls sterben irgendwelche Redshirts oder eine Nebenfigur wie Gholdorodyn (dessen nervtötenden französischen Interjektionen und stets zur aktuellen Situation passenden "Basteleien" ich keine Träne nachweine) wird geopfert. Versteht mich nicht falsch, ich wünsche mir nicht Guckys Tod. Aber wenn so etwas gut vorbereitet, sinnvoll in die Handlung eingebunden und konsequent durchgezogen wird, dann kann ich es nur befürworten. Auch wenn es wehtut.

Wie so oft bleibt mir am Ende nur die Hoffnung auf einen besseren neuen Zyklus.

J. Kreis, 11.03.2017


« PR 2898 «
» PR 2900 »






Gastkommentare


Neueste Kommentare stehen oben.


Gastkommentare werden nicht von J. Kreis verfasst und dürfen nicht auf anderen Homepages oder in Printmedien weiterverwendet werden.


Jonas (23.03.2017):

Dem Roman muss man zu gute halten, dass es nur ein Roman war. In früheren - längeren - Zyklen hätten daraus mindesten 3 eher aber 5 werden können. Da hätte der Einsatz im Torus einen ergeben, der Transferroman zum Staubgürtel einer, der Einsatz im Staubgürtel. Des Weiteren hätte durchaus noch der Anschlag auf den Pakushan, sowie die Konferenz der Tiophoren einen Roman erhalten können.

Aber zum Glück wurde daraus nichts, denn so war es zwar ein zusammengeschustertes dafür aber schnelles Ende einer unwirklichen, gigantomanischen Handlung, mit den üblichen Komplettreset der letzten 200 Hefte.

Das hat für mich den Vorteil, das ich aufgrund meine Auszeit seit 283x keinen Informationsrückstand mehr habe.

Zum Roman selbst ist wenig zu sagen, er war hektisch, unübersichtlich, zusammen gereiht. Eher eine Handlungszusammenfassung (Scherben zusammenkehren und die Toten zählen) als ein Roman. Kein Highlight, nichts an was ich mich lange erinnern werden. Das einzige was m.E. unpassend war, war die heftige Reaktion Rhodans gegenüber Yolloc. Die hatte gerade einige Tage zuvor eine persönliche Konferenz mit den Gyanli gehabt. Da war Rhodan nicht so aufgewühlt. Von daher war die Beschreibung von UA unpassend. Wenn auch logischer, denn eigentlich hätte sich Rhodan schon im Konferenzband so verhalten sollen.

Ansonsten der übliche Kehraus den man seit Feldhoffs Zeiten kennt. Supertechnik (Deus ex machinas) werden entsorgt (Dakkarspange, Krahn). Dazu einige Überfiguren (Larin, Attilar, Gholdo) und die Gegner natürlich.

Dennoch hat mir der Zyklus Spass gemacht. Knackig, ohne große Längen, Einfach straight forward, das gefällt mir.

Sorry Kringel, mein vorheriger Kommentar gehört zu Band 2899. Ich vergesse immer, dass deine Kommentarfunktion das nicht weiss ;-)


Patrick (16.03.2017):

Eher ärgerlicher, verworrener und langatmiger Band, der in peinlicher Manier (inklusive 'Humor') die bekannten gestelzt-amateurhaften politischen Rededuelle mit überkandidelter, schwülstiger Gefühlsduselei kombiniert. (Zum Steinerweichen, wie oft das Wort 'Opfergang' bemüht wurde - schlagt ihn doch gleich ans Kreuz, wo er für unsere Sünden sterben kann.) Schriftstellerisch ist dieser Roman schon deswegen ein Reinfall, weil er zu Anfang verzweifelt und definitiv Guckys Abgang besingt, nur um diesen dann von einem Satz auf den anderen scheinbar zu beerdigen, zumindest eine Nadel in den viel zu groß aufgeblasenen Ballon sticht. Dass man das Ganze zweimal durchexerziert um dann doch den Kelosker (in würdeloser Art) abzuschieben macht es nicht besser. Und wieso kam man nicht gleich auf die Idee? Der Maschinist konnte dessen Eignung ja testen!

Die unverhoffte offensichtliche Entsorgung Leccores hat mich weder sonderlich überrascht noch berührt. Die bei der Gelegenheit ebenfalls aufgegebene Soapland-Hure ohne jeden Sinn für die Handlung gehörte zum geistig umnachteten Gestaltwandler dazu, also dito. Ich kann mit allen neueren Charakteren nichts anfangen, obwohl ich nicht zur Generation der ganz altgedienten PR-Leser gehöre. Die zeitgenössischen Charaktere wirken holzschnitthaft und haben auch nicht die würdige Patina angesetzt, die so etwas verzeihlich machen. Das ist einer der Gründe, weswegen ich den Tod altehrwürdiger Charaktere derzeit ablehne: Der 'Ersatz' wäre schlecht. Sichu DORKSTEIGER ist mit ihrer gebetsmühlenartig beschriebenen Haut immer noch am Leben, was ich bedaure.

Den Tod eines Charakters wie Gucky könnte ich akzeptieren, wenn das wie von Ihnen geschildert erfolgt - stil- und planvoll - und, falls überhaupt, ein würdiger Nachfolger gefunden wird. Beides traue ich der jetzigen Autorengeneration nicht zu, daher lehne ich so etwas ab. Die Versuche, hierüber Spannung zu erzeugen, sind in der Tat unerträglich und inzwischen sattsam bekannt. Früher war es möglich, neue Figuren mit etwas Klasse einzuführen, bei denen ein reales Verlustrisiko bestand - ich nenne Jen Salik, der freilich eine ziemlich kuriose Geburt erlebt hatte -, nur wie gehabt bekommen die Autoren so etwas heute nicht mehr hin, weil sie in einer Vorstellungswelt voll tumber Actionmovies leben. Kreative Ideen scheinen immer wieder durch, werden aber nie in sinnvolle Bahnen gelenkt. Expose-Problem?

Die Kampfszene im Catiuphat (Kunstwelt) war albern. Wieso regeln die das nicht gleich mit einer Partie World of Warcraft oder was auch immer. Ohne die notorischen Bibelanspielungen ging es ebenfalls nicht. Die Szene hatte etwas Zirkusartiges. Das stilistische Bild des Vigintilliardengesichts wurde wieder gebraucht. Plan oder Ideenlosigkeit? Auch die völlig irrelevante, schrecklich triviale pseudo-moralische Herumfragerei zum Treiben der Tiuphuoren musste natürlich abgearbeitet werden. Und ausgerechnet bei KOSH sollen jetzt die Grenzen zwischen negativ und positiv verschwimmen? Erstens ist dies nicht moralisch definiert, und zweitens als Phänomen nichts Neues.

Die Dakkarspanne verabschiedet sich pünktlich zum Zyklusausklang auf magische Weise. Dabei gelingt das Kunststück, das Gerät als 'Deus-ex-Makina' zu titulieren. Sollten die Vandalen unter den Lesern ihren Willen bekommen und die Expokratenkeule auch auf Perrys Schädel niedersausen, wäre das doch ein schöner neuer Titel für die Serie.

Immerhin war das Ende diesmal ein gelungener Abschluss ohne Cliffhanger, auch wenn es etwas an 'Das Imperium schlägt zurück' erinnerte. Der Kurzzyklus hat mich in der Mitte positiv überrascht, was aber am Anfang und am Ende schwach. Vielleicht ist das strukturell bedingt. Angenehm, dass Ballast in Form von lästigen und übermächtigen Figuren abgeworfen wurde. Was uns wohl erwartet - wie wäre es mit einer Invasionsgeschichte!?


BerndK (14.03.2017):

Ich will gar nicht groß auf den Abschlussband eingehen, zu froh bin ich einfach, dass dieses Kapitel jetzt der Vergangenheit angehört.
Meinen Vorschreibern kann ich nur zustimmen: die letzten 200 Hefte gehören sicherlich nicht zu den Highlights der Perry Rhodan Serie und werden auch in einer zukünftigen Rückbetrachtung m.E. keine große Rolle spielen.
Ja, trotzdem bleibe ich der Serie treu und ja, tatsächlich freue ich mich auch auf den neuen Zyklus, aber . . .
ich bin nicht wirklich optimistisch: Ein Blick in die Perrypedia zeigt mir bei 2 von den ersten 3 Heften des neuen Zyklus bei den Protagonisten: Lua und ihr Vögelchen . . .
oh, ich könnt' brechen . . . hätten die nicht irgendwie im Katoraum verschollen gehen können?
Wo bleiben Atlan, Bully, Kantiran, Roi und die Sol? Dafür scheinen wir weiterhin diese strunzdummen Teenager ertragen zu müssen.
Ja, ich weiß, die Hoffnung stirbt zuletzt...aber solange CM die Serie maßgeblich (mit)steuert, werden wir wohl weiterhin auf die Weiterentwicklung lieb gewonnener Charaktere verzichten und dafür umso mehr pubertäre Figuren ertragen müssen.
Ich kann leider bei den Expokraten überhaupt keine Strategie für die Zukunft von Perry Rhodan erkennen.
Schade, aber die Hoffnung . . .


Chris (13.03.2017):

@Hans: Mit R.Feldhoff ist die Serie gestorben. Mir ist das, leider, schon deutlich früher aufgegangen. Er war offenbar noch der Einzige, der den Perry Rhodan-Geist in seiner Gesamtheit tragen konnte (da war auch nicht alles immer gut, aber niemals so durchgehend dämlich u. schlecht wie nach seinem Ableben). Wie man an den Ergebnissen sieht, sind seitdem nur Stümper am Werk. Hab mich vor ca.50 Heften hier schon mal darüber ausgelassen. Ich selbst lese ja seit Band 2829 nur noch gefilterten Kreis-Archiv-Rhodan ;-) , da ich ausstieg. Wie ich an Euren Kommentaren u. Meinungen erkenne, war das genau richtig.


Hans (13.03.2017):

@Phil:
Großartiger Kommentar, APPLAUS!
JA, ich bin auch so ein unverbesserliche Knallkopf. Bei Perry Rhodan lasse ich ziemlich viel durchgehen. Die Lektüre der neuen BASTEI-Horrorserie 'Dark Land' habe ich hingegen bei Band 6 wieder eingestellt, wobei ich dieses Heft bis jetzt noch nicht mal gelesen habe und Band 5 auch nur teilweise - wegen dreister Trampeligkeit des Plots. Keinerlei Ausblick, wo die Serie hinführen soll. John Sinclair lese ich aber wieder (da gab es kürzlich eine sehr spannende Trilogie, die neue Perspektiven für diese auch fast 40 Jahre alte Serie aufzeigte, seit die Hefte von einem Autorenteam geschrieben werden, Jason Dark hatte sein Pulver verschossen nach all der langen Zeit als Solo-Autor). Es gibt dort neue, glaubhafte Hauptfeinde und Rätsel aus der Anfangszeit des Geisterjägers wurden souverän aufgeklärt - das würde ich mir für Perry Rhodan auch wünschen, dass ein/e junge/r Autor/in mal das Ruder rumreisst und der Serie neues Leben eintaucht. So wie seinerzeit der arme Robert Feldhoff (R.I.P.) dessen Qualitäten ich erst relativ lange nach seinem Tod so langsam erkenne. Vielleicht schafft das irgendwann Verena Themsen als Expokratin oder Michelle Stern??? Das jetzige Duo gehört entweder auf die Hinterbänke zurückverbannt oder Wim Vandemaan soll es alleine machen! Da käme mehr gutes bei raus als im Tandem mit CM.


Hans (11.03.2017):

Ich kann deine Kritik gut verstehen und nachvollziehen habe aber meine eigenen Ansprüche nach den zwei Kaugummizyklen weit zurückgeschraubt und war zufrieden, dass ich alles in allem gut unterhalten wurde.

Habe das Heft am Mittwoch schon gelesen und danach das folgende geschrieben:
Ich bin ja mal wieder von einem Extrem ins andere gefallen. Die Aussicht, Gucky zu verlieren fand ich nicht so toll. Kringel hatte ja letzte Woche schon Gholdo als Ersatzkandidat ausgemacht, gut vorhergesehen, wobei ich den dicken Kelosker auch vermissen werde.

Auf Seite 55 ist mal wieder ein grober handwerklicher Schnitzer passiert: Padkavu Yolloc ist doch der Chef der Neo-Tiuphoren und der fängt auf dem Totenbett an, Bannerkampagnen nachzutrauern... Au Backe!

Der Abschlussband klärt in Supperzeitraffer alle noch offenen Fragen. Das ist gut.

Logik ist aber wieder nur sehr spärlich gesät: die Station der Chaotarchen wird im Handumdrehen penetriert als ob es ein Konstrukt topsidischer Fertigung sei. Plotgetrieben bis zum bitteren Ende. Die Umwandlung in die Senke sollte Jahre oder zumindest Monate dauern und jetzt geht das in ein paar Tagen? Die vielen Toten gehen einem am *rsch vorbei, weil ja keinerlei nähere Schilderung davon stattfand. So ähnlich wie im Frequenzmomarchiezyklus (den ich aber nur in der Zusammenfassung kenne).

Ab nächste Woche wird dann hoffentlich das Wort Gyanli aus meinem Kopf verschwinden, das mir schon ein halbes Jahr lang als Feedbackschleife durch die Neuronen flattert, grins... Die kosmische Pseudo-Bordsteinschwalbe Pey-Ceyan ist entsorgt, die Tius befriedet und jetzt als selbsternannter Wächterorden tätig. Attilar L. ist jetzt der absolute Ober-Tiu und auf geht's zurück in die Milchstraße. Ein Sprung über 3 Jahrzehnte steht uns bevor. Hoffentlich mit sowenig Lückenfüllern wie möglich im neuen Zyklus. Die bisherige Werbung dafür klingt vielversprechend, aber was heisst das schon :-).

Trotz der Unlogik geb' ich dem Zyklus die Note 2. Ich bin gut unterhalten worden und es gab absolut keine Längen oder Lückenfüller.

'Das kosmische Erbe'? Übernimmt die Menschheit jetzt von Rhodan den lange abgelegten Titel 'Erbe des Universums'? Ich wünsche mir einen Ausflug in neue Gebiete des Multiversums mit keinerlei Bezug auf vorhergegangene Zyklen. Keine Laren, keine Vorfahren der Cantaro oder ähnliches, von dem uns seit 2700 so viel um die Ohren geschlagen wurde. Toufec darf aber gerne wieder auftauchen und ich bitte um die Weiterentwicklung der Galaktischen Antriebstechnologie. Ein Hawk VI-Konverter und die Serienfertigung der Semitronik, darf es schon sein. Und bitte endlich mal ein funktionierendes Narkosegeschutz, dass Paratronschirme durchschlagt, damit bei Raumgefechten nicht so viele ins Gras beissen müssen. Und am Ende des Zyklus bitte ein Abschluss wie in Band 1000 damals, damit nicht in Heft 3000 ein Richter Addaru Veirdandi auftaucht... Und Band 3000 bitte hochglanzkaschiert mit dickerem Umschlagpapier und 150 Seiten Umfang. Ein farbiges Poster als Beilage muss auch sein. Dafür zahle ich dann auch gerne 3,50 €.


Phil (11.03.2017):

Ich habe das Gefühl, das wird dieses Mal etwas länger, also sorry im Voraus dafür, aber ich muss jetzt mal einiges loswerden:

Zunächst muss ich nach den zwei stellenweise wirklich schauderhaften Vorgängerbänden sagen, dass ich nach der 99er-Nummer doch halbwegs besänftigt und befriedigt bin. Halbwegs (diesen dämlichen Gucky-Cliffhänger lasse ich jetzt mal beiseite, den hat Jo Kreis schon mit den richtigen Worten bedacht.)
Die Exposéautoren und U.A. haben es tatsächlich ziemlich unfallfrei geschafft, eine Menge Kreise zu schließen (z.B. was die Figur des Gencui angeht, auch wenn er und sein Wissen leider als quietschendes Plot-Vehikel herhalten musste, siehe das plötzliche Wissen um die Position der Antennen-Basis oder die Schlussstein-Eignung von Goldo), alle Figuren, deren Fähigkeiten zu problematisch für den Serienfortschritt geworden waren (Attilar, Pey Ceyan, Goldo) wurden auf annhembare Weise entsorgt und die Tiuphoren-Problematik, so unglaubwürdig Leccores Rolle auch sein mag, zu einem versöhnlichen Abschluss gebracht.
Mein vermaledeiter Stil-Blick aber (der mir beim Perry-Lesen selbst am meisten auf den Senkel geht, das müsst ihr mir glauben), erlaubt mir nicht, das hier zu schreiben, ohne ein paar Worte zu U.A loszuwerden:
Ich kann mir nicht helfen, ich mag seine Schreibe einfach nicht. Ein ähnliches Problem hatte und habe ich mit Montillon, aber mittlerweile hat ihm Uwe Anton in meinem Ranking des schlechtesten Stils wirklich den Rang abgelaufen. Zum Ersten steht U.A. ganz offensichtlich auf Kriegsfuss mit Spannungsaufbau und Dramaturgie (ich kenne sonst keinen Autoren, der es z.B. fertigbringt, auf den letzten fünf Seiten, im Spannungshöhepunkt, noch mal ein copy & paste-Datenblatt unterzubringen. Guter Gott, bei Star Wars würde er wahrscheinlich kurz vor der Explosion des Todessterns dem Kinogänger nochmal den Antrieb des Falken erklären oder so), zum Zweiten sind alle seine Dialoge so aufgesetzt und repetitiv wie scripted reality auf RTL2 und zum Dritten (und was mich am meisten verzweifeln lässt) sind da diese unsäglichen inneren Monologe... Allmächtiger. Seine inneren Monologe (natürlich auch meistens kursiv geschrieben, eine Unart, die sich mittlerweile auch andere Autoren angeeignet haben) sind wirklich DURCHGEHEND so schwülstig und platt wie in einem Roman von Nicholas Sparks (laut einer Freundin. Räusper*) und so durchschaubar und subtil wie die Leuchtreklame eines Bahnhofs-Puffs. Überhaupt ist U.A.s Schreibe dermaßen beim Leser anbiedernd, dass ich sehr oft diesen grausigen Schauder des Fremdschämens verspüre, so wie etwa bei Frank Buschmann, wenn er American Football kommentiert… (falls jemand nicht weiß, wovon ich spreche: stellt euch einfach einen Kommentator vor, der immer wieder brüllt „Gott, ist das spannend!“, „Ich flippe aus!“, „Boah ey! Dramatisch, ey! TRAGISCH, EY!“ - aber nicht, weil er wirklich ausflippt, sondern weil er weiß, dass es das ist, was die Zuschauer - zumindest die einfach gestrickten oder betrunkenen - hören wollen.) Als Beispiel dazu lest euch einfach nochmal alle inneren Monologe von Perry durch, die er sich in 2898 bezüglich der vielen Toten in Orpleyd und in 2899 bezüglich Gucky macht… JesusMariaMutterGottes….

Hier passt auch sehr gut rein, wie die Autoren das Verhältnis zwischen Perry und Sichu beschreiben (und das ist nicht nur das Problem von U.A., sondern von allen Autoren, vielleicht mal abgesehen von Verena Themsen). Hier habe ich fast jedes Mal den roten, schwitzenden Kopf des/der Autoren/in vor Augen, wie er/sie sich vor komplexbehaftetem Unbehagen und schreiberischer Ohnmacht vor der Tastatur windet… Das Schlimmste dabei ist die Vorstellung, wie viel man da draus machen könnte! Stellt euch nur mal vor, welches (vor allem humoristische) Potenzial in so einer Beziehung liegt! Ator und Terraner! Was muss da alles danebengehen! Wieso lassen sie die Autoren nicht einfach mal im Bett liegen, über die merkwürdigen Körpergerüche des anderen sinnieren oder die seltsamen Töne, die der/die andere von sich gibt, über anatomische Besonderheiten, über witzige Missverständnisse, über die Untiefen der völlig anderen Sozialisierung, über die Abgründe des völligen Andersseins… nein, lieber lässt man die beiden am laufenden Band verschämte und/oder „wissende“ Blicke tauschen, sich verstohlen die Hände drücken oder auf biederste Art und Weise Plattitüden über Pflichtbewusstsein und ach-so-große Verantwortung ablassen. OkayOkay, ich weiß, das Thema „Perry und Sex“ ist ein schwieriges Pflaster, aber verdammt noch mal, ich erwarte ja keinen in allen Details beschriebenen Kopulationsakt, ich erwarte lediglich ein wenig unverkrampfte Phantasie! Okay, lassen wir das, genug davon, noch ein paar Worte zum Zyklus:

Im Grunde hat ja alles ganz gut begonnen: Die Handlung schritt zügig voran, es gab keine dramaturgischen Hänger, die Informationsgabe an den Leser war – anders als im vorherigen Zyklus – gut verteilt. Erst gegen Ende, so etwa ab 2891, geriet alles etwas ins Stolpern. Es wurden Nebenhandlungen aufgemacht, die nirgendwo hinführten (Farye und ihre Kumpels, die Garde, das falsche Trallyomsystem), die Handlung sprang mehr, als dass sie floss, und die Dramaturgie wurde so plot-driven (und somit unglaubwürdig) wie leider so oft, wenn es auf einen 99er-Band zuläuft. Dazu einfach mal ein paar ungeordnete Gedanken:
- Was sollte denn nun der ganze Bums mit dem falschen Trallyomsystem? Und wofür zum Henker war das richtige im Katoraum? Und wie ist es da? Wer ist da? Was ist da? Eine Grundsatzregel bei jedem Roman, Fortsetzung oder nicht, ist, dass man dem Leser auch zeigt, worüber man vorher seiten (bzw hefte-)lang spricht, verdammt noch eins.
- War KOSH nun wach oder am erwachen oder noch im Halbschlaf oder Tiefschlaf oder was?
- Wofür denn nun eigentlich die Vereisung? Und wie wurde die jetzt eigentlich ausgelöst? Durch Schwarze Löcher?
- Wenn sich ein großer Teil der Tiuphoren 20 Millionen (!) Jahre lang mehr oder weniger unbehelligt weiterentwickeln konnte, müssten diese dann nicht ungefähr 888.888.888.888 (oder so) Schiffe besitzen? Und einen Entwicklungsstand, gegen den KOSH wie ein primitiver AFD-Wähler aus einem erzgebirgischen Hochtal aussehen müsste?
- und, am allerwichtigsten: WO SIND ALL DIE GUTEN AUTOREN GEBLIEBEN? Es gab im Zyklus keinen einzigen Roman vom Wim Wandemann, keinen einzigen von Oliver Fröhlich, und Marc hat ja leider aufgehört… wenigstens hat Verena Themsen zwei Romane beigesteuert (wovon einer, 2889, auch der beste des Zyklus wurde.) Meine Stirn liegt in tiefen Sorgenfalten...

Dennoch: auf ein Neues! Sieht vielleicht gerade nicht so aus, aber trotz dieses vermaledeiten Stil-Blicks freue ich mich schon auf den neuen Zyklus, unbelehrbarer Knallkopf, der ich bin.



Deine Meinung?

(Bei Klick auf diesen Button öffnet sich ein Kontaktformular in einem gesonderten Fenster)