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Perry Rhodan Nr. 2896: Maschinenträume

Autor: Michael Marcus Thurner

Inhalt

Bei der Rückkehr aus dem Katoraum werden Perry Rhodan und seine Gefährten nicht sofort angegriffen, denn die auf sie wartenden Gyanli stehen bereits im Bann der Botschaft vom Sternentod. Rhodan eröffnet das Feuer. Gyane Kampfroboter schießen zurück. Gucky teleportiert seine Freunde in Sicherheit. Da sie den Kran in einem Versteck untergebracht haben, müssen sie sich dorthin durchschlagen. Zudem wurde die Schnitter-Steuerzentrale in einen für den Kran undurchdringlichen Energieschirm gehüllt. Rhodan und seine Begleiter springen von Raum zu Raum, wobei es zu weiteren Kämpfen kommt. Währenddessen wird die Botschaft vom Sternentod über das Trypanetz ausgestrahlt und mehrfach wiederholt. Jedes intelligente Lebewesen in Orpleyd weiß nun, welche Ziele KOSH und die Pashukan wirklich verfolgen. Mehrere in der Steuerzentrale tätige Gyanli desertieren. Sie fliehen mit Beibooten, Strukturlücken werden geschaltet. Somit kann Rhodans Trupp mit dem Kran in die PHÖNIX springen und zur RAS TSCHUBAI zurückkehren. Rhodan erfährt, dass Erkenntnis-Operator Shydaurd mit dem Kommandanten der RAS TSCHUBAI sprechen will. Ein Treffen am Folgetag, dem 12. Oktober 1522 NGZ, wird vereinbart.

Bayvtaud bespricht sich mit Nunadai. Der Pashukan weiß, wie er die Taten der Terraner zu seinen Gunsten ausnutzen kann. Die Botschaft vom Sternentod gelangt nicht in den Staubmantel Orpleyds, weil die Protomaterie des von den Terranern vernichteten Pseudoplaneten Sochuyo bei der flächendeckenden Bestrahlung Orpleyds fehlt. Außerdem ist es für den Pashukan ein Leichtes, den Schnitter zur Verbreitung einer eigenen Nachricht einzusetzen, in der die erste Botschaft als Lüge Cadabbs bezeichnet wird. Ein Paradies wird in Aussicht gestellt. Die Nachricht ist viel intensiver als die Botschaft vom Sternentod - so intensiv, dass sich auf Dauer sogar die Besatzungsmitglieder der RAS TSCHUBAI überzeugen lassen würden. Chefmediker Matho Thoveno entwickelt ein Gegenmittel, das den Terranern zumindest etwas Zeit verschafft. Jawna Togoya warnt Rhodan, denn sie würde am liebsten sofort zum Feind überlaufen. Es ist zu befürchten, dass ANANSI genauso empfindet.

Rhodan und der Kamashite Shalva Galaktion Shengelaia werden von ANANSI entführt. Die Semitronik träumt nach eigener Angabe von einer Zukunft, in der sich das Universum in eine hochkomplexe Maschine frei von organischem Leben verwandelt hat. Rhodan und ANANSIS letzter Betreuer erkennen, dass die Semitronik in einem Interessenskonflikt steckt, aber nicht um Hilfe bitten kann. Sie überreden ANANSI, ihnen zu vertrauen. So können Sichu Dorksteiger und Gholdorodyn einen improvisierten Störsender installieren, unter dessen Einfluss ANANSI wieder normal wird. Der Zentraldenker entschuldigt sich. Um der neuen Schnitter-Botschaft entgegenzuwirken, wird ein Hyperfunkspruch auf allen Kanälen ausgesandt. Damit kann natürlich nur ein Bruchteil Orpleyds erreicht werden.

Rhodan fliegt mit dem MARS-Kreuzer GREGOR TROPNOW zu einem Vieraugengespräch mit Shydaurd. Unterwegs fängt das Schiff eine Hyperfunknachricht der am Rande der Galaxie wartenden Tiuphorenflotte auf. Darin heißt es, das Pavvat sei wiedererstanden und die in den Sextadim-Bannern gesammelten Bewusstseinsinhalte würden gebraucht. Die Flotte wird aufgefordert, ins Lichfahnesystem zu fliegen. Rhodan schickt einen Kreuzer zur SHEZZERKUD, um Tiuphoren und Gyanli an den Verhandlungstisch zu bringen. Shydaurd ist einverstanden, obwohl er die Tiuphoren für gefährlich hält. Er zweifelt an der Mission seines Volkes.

Kringels Meinung:

In den Romanen der vergangenen Wochen wurden die zu vermittelnden Informationen und zu erreichenden Handlungsmeilensteine routiniert abgearbeitet. Weiterhin geht es Schlag auf Schlag, die Puzzleteilchen fallen wie von selbst an die richtigen Stellen. Finde ich das alles logisch, nachvollziehbar, überzeugend? Leider nein. In der PR-Serie gilt offenbar der Grundsatz "Es geschieht, weil es geschehen muss". Was im Exposee geschrieben steht, wird umgesetzt - egal wie.

Was die Handlung der letzten beiden Romane angeht, habe ich nur eine Frage. Wenn man mit dem Kran problemlos in die Schnitter-Steuerzentrale springen kann, warum legt man dort nicht die stärksten verfügbaren Bomben ab, stellt den Zeitzünder auf ein paar Sekunden ein und springt sofort wieder raus? Die Totalvernichtung der Steuerzentrale wäre eine Sache von Minuten gewesen. Und ohne Zugriff auf den Schnitter keine Materiesenke, würde ich sagen! Hätten sich Rhodan und seine Begleiter etwas geschickter angestellt, so hätten sie die besagten Bomben vielleicht sogar mit in den Katoraum nehmen und unbemerkt wieder verschwinden können, bevor die Gyanli überhaupt auf die Idee gekommen wären, einen Schutzschirm aufzubauen. Aber nein, man musste ja den Kran in einem Versteck zurücklassen, weil es angeblich so lästig ist, ihn mitzuschleppen! ∗facepalm∗

Rhodan hätte sich die Botschaft vom Sternentod beim konsequenten Einsatz des ganzen Arenals der Wundertütentechnik (Kran! tt-Progenitoren! Dakkar-Spanne! Ethofolien! Gholdos neue Wunderdrohnen!) somit komplett sparen können. Ich halte sie sowieso für sinnlos bzw. unglaubwürdig. Nimm an, lieber Leser, du bist Soldat. Du hast gelobt, für dein Land zu kämpfen, hast ein Feindbild und eine Mission, deren Verwirklichung du aus voller Überzeugung anstrebst. Aus unbekannter Quelle erreicht dich die Nachricht, deine Staatsoberhäupter seien böse Betrüger mit irgendwie esoterisch klingenden Zielen. Wirst du jetzt desertieren? Oder doch eher an gegnerische Propaganda glauben? Nun, Bayvtaud bleibt standhaft. Er glaubt weiterhin, der Plan diene zur Rettung KOSHS und aller Bewohner Orpleyds. Wenn er das kann, können andere Gyanli es auch. Und nur auf die Gyanli kommt es an - wenn überhaupt, denn die Hauptverantwortlichen sind die Pashukan! Zugegeben: Perry hat sich sauber ins eigene Knie geschossen. Diese Tatsache stimmt mich schon wieder versöhnlich.

Die Schnitterbotschaft ist in der ganzen Galaxie zu vernehmen. So what? Die anderen raumfahrenden Völker können rein gar nichts ausrichten, Flucht dürfte ebenfalls unmöglich sein. Schließlich wurden sie über Jahrhunderte hinweg von den Gyanli klein und dumm gehalten. Zumindest kann MMT in zahlreichen Kapiteln verschiedene mögliche Reaktionen aufzeigen: Hoffnungslosigkeit (ein ganzes Volk will Selbstmord begehen), verdeckter Widerstand (ein Volk, von dem die Gyanli positronische Präzisionsbauteile beziehen, will die nächste Lieferung sabotieren) und offene Aggression (ein weiteres Volk zieht auf seiner besetzten Heimatwelt gegen die Gyanli in den Krieg). Nach der Ausstrahlung von Nunadais Botschaft verkehrt sich das alles ins Gegenteil. In diesen Kapiteln kann sich MMT nach Belieben austoben, denn ihre Handlung dürfte ansonsten vollkommen irrelevant sein. Ich find's OK; MMTs Ideenreichtum fasziniert mich immer wieder. Leider wird der Text beider Schnitter-Botschaften in jedem Kapitel wiederholt. Man liest ihn insgesamt zehnmal. Da blitzt in meinem Hinterkopf denn doch ganz kurz das Wörtchen "Seitenschinderei" auf.

J. Kreis, 18.02.2017


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Gastkommentare


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Jonas (14.03.2017):

Na ja, das hin und her Gehopse mit dem Kran fand ich langweilig. Undankbare Ausgangslage für den Autor. Die Geschichte mit dem Schnitter und dem Botschaft versenden fand ich an den Haaren herbeigezogen. Ein Radio ist ja auch nur ein Empfänger und kein ganzer Sender. Aber gut, wir reden hier über höchstdimensionale Supertechnik. Ich frage mich nur warum die Pashukan nicht schon seit allen Zeiten die Orpleyter via Mentalbotschaften bei der Stange gehalten haben, anstatt über die Nahrung und die Schlafgewohnheiten lediglich die Gyanli zu manipulieren und alle anderen unter ein Joch zu stellen. Via den Mentalbotschaften hätten doch alle sehr gerne freiwillig mitgemacht. Aber gut, vielleicht hätte man es den Antennen der Chaotarchen dadurch um einiges einfacher gemacht. Das kann natürlich sein.


Hans (21.02.2017):

@Patrick
"...als seltsam-verheultes, kleines und schwächliches Mädchen ist einfach nur albern. Was haben sich die Techniker dabei gedacht oder sind es Pädophile? Wieso baut man einen extrem wichtigen Computer überhaupt so, dass eine Interaktion mit diesem möglichst zeitraubend und nervig gestaltet wird? M.E. steht ANANSI noch unter Vogel und Lua."

Köstlich - so hat jeder seine meistgehassten Figuren. Ich hatte da noch Glück, der Addaru ist ja zum Glück mit seinem Rosenraumer auf Nimmerwiedersehen abgeschleppt worden.


Patrick (20.02.2017):

Wie einfach die ganze Galaxis zu Anfang überzeugt wird ist alles andere als überzeugend, die Reaktion der Gegenseite war für mich jedoch eine positive Überraschung. Ich hatte gar nicht an die Möglichkeit gedacht.

Ansonsten kann ich Ihnen überall zustimmen, nur habe ich Verständis dafür, wie effektiv die 'Botschaft vom Sternentod' ist. Schließlich erreicht sie ihre Adressaten wesentlich intensiver und tiefdringender, als dies ein Flugblatt könnte. Außerdem stellt sich Orpleyd als eine Welt dar, in der die Anhänger des Regimes so gut wie keine alternative Meinung gewohnt sind und gemütlich vor sich hindämmern. Da ist die plötzlich auftauchende Vision von der Wahrheit natürlich ein Schock. Sie haben das selbst angesprochen ('klein und dumm gehalten'). Das war jetzt der Moment, wo man auf dem Schulhof hört, dass es den Weihnachtsmann nicht gibt. Ich finde den Vergleich passender als den mit professionellen Soldaten. Ich zweifle auch dass die Gyanli geschult werden, wie sie mit Propaganda-Attacken umzugehen haben, denn das Problem bestand bislang nicht.

Im Übrigen hatte ich die 'Botschaft' nie als Vehikel zur Meuterung verstanden, sondern Rhodan will hier möglichst vielen Wesen wenigstens die Chance geben, ihr Leben zu retten.

Ermüdend und vorhersehbar ist die bekannte Entwicklung, dass eigentlich verfeindete Gruppierungen von Rhodan zu einem großen Kongress geladen werden. Natürlich bleibt am Ende nur der Schluss, dass sowohl Tiuphoren wie auch Gyanli unschuldige Opfer sind, so wie BARDIOC, der nur schlecht geträumt hatte.

Was ANANSI anbelangt (von BerndK angesprochen) - ich habe schon oft geschrieben, dass ich diesen 'Charakter' für einen Totalausfall halte. Die Darstellung der 'Schiffsseele' (allein das ist Blödsinn) eines waffenstarrenden Fernraumschiffes als seltsam-verheultes, kleines und schwächliches Mädchen ist einfach nur albern. Was haben sich die Techniker dabei gedacht oder sind es Pädophile? Wieso baut man einen extrem wichtigen Computer überhaupt so, dass eine Interaktion mit diesem möglichst zeitraubend und nervig gestaltet wird? M.E. steht ANANSI noch unter Vogel und Lua.

Hingegen kann ich nachvollziehen, warum die Biokomponente vorhanden ist; es war bei Posbis etc ja gerade immer vorgesehen, dass diese über ihr Gefühlsleben potentiell grausamer Computerlogik entgegen werden können. Albern ist jedoch, wie notorisch in PR dieses Feature zum Bug wird. Ein rein anorganischer Computer würde allerdings ganz sicher von Computerviren (siehe Tiuphoren) befallen werden, wenn die Autoren das gerade so wollen.


Phil (20.02.2017):

Ja, die Frage, warum diese vermaledeite Steuerzentrale nicht einfacht vernichtet wird, habe ich mir auch gestellt. Und es müsste ja nicht einmal der Kran sein. Farye hätte ja auch die Ras Tschubai hinlotsen können und dann hätte es eine Breitseite Transformkanonen gegeben. Oder den Agenfelt-Blitz. Oder so.

Aber noch eine weitere Frage aus der... nennen wir sie: "Warum schwierig, wenns auch einfach geht"-Kiste hat sich mir gestellt: Wenn die Pashukan mit dem Schnitter mal eben so durch eine Botschaft eine GANZE GALAXIS manipulieren können: Wofür dann die ganze Jahrtausende lange Unterdrückung aller Völker Orpleyds durch die Gyanli? Ich meine: Mal eben ne Botschaft abgesetzt und gut is. Oder nich? Vielleicht noch mit der Aufforderung: Seid fruchtbar und mehret euch (für noch mehr Seelen, ah, sorry, ÜBSEF-Konstanten für die Materiesenke). Ich muss da jetzt noch mal eingehend darüber nachdenken. Oder auch nicht.


Hans (20.02.2017):

"Es geschieht, weil es geschehen muss."
Das bringt es auf den Punkt und zeigt mal wieder klar die h handwerkliche Schwäche der Exposee-Redaktion auf. Die Ausstrahlung der ersten Botschaft war aber doch sinnvoll - in Kombination mit einer Bombe die den Schnitter nach der ersten Ausstrahlung in Einzelteile zerlegt. Propaganda gab es schon immer in kriegerischen Auseinandersetzungen. Die Nebenhandlung bei den geknechteten Völkern hätte einen Einzelband alleine verdient gehabt aber der Plot rast ja nur so dahin (was generell gesehen die beiden Kaugummizyklen vorher teilweise entschuldigt. Wenn diese als Silberband erscheinen in einigen Jahrzehnten kann man die vielen Füllsel einfach weglassen.

ANANSI: Welch naiven Konstrukteure haben da den Überrangbefehl bzw. die Notabschaltung der Semitronik vergessen??? Nach den Erfahrungen mit SENECA und der HAMILLERTUBE wäre das nur logisch gewesen.

Den Kran konnte man doch bisher auch klein 'zusammenfalten' und bequem mitnehmen... Sieht man über diese Schwächen hinweg so war das ein solides, recht spannendes Heft. Note 2 bis 3. Die letzten 3 Hefte des Zyklus dürften ähnlich unlogisch werden da soviel in kurzer Zeit gelöst werden muss ohne Rücksicht auf Glaubwürdigkeit. Der neue Zyklus ab 2900 scheint ein gänzlich anderes Thema zu behandeln - also Goodbye Orpleyd, Gyanli und Tiuphoren!


BerndK (18.02.2017):

Gar keine Meinung zu Anansi?
Ich konnte bisher - im Gegensatz zu solch pubertären Figuren wie Lua und ihrem Vögelchen - der Semitronik durchaus interessante Züge abgewinnen.
Aber nun? Was um alles in der Welt hält Perry davon ab, nach dem "Einlenken" von Anansi den Rechner dauerhaft von der Biokomponente zu trennen?
Der zentrale Bordrechner der RAS TSCHUBAI hat sich als nicht gegen Angriffe gefeit und damit als nicht kalkulierbares Risiko erwiesen!
Und die Reaktion von Perry ist: "Ich vertrau' Dir...", ich fass es nicht!

Was ich hingegen extrem gut fand: in der 2.ten Hälfte des Romans zeigt MMT die Reaktion der gleichen Personen auf die geänderte "Schnitterbotschaft".
Wer da genau liest, findet auch Hinweise, wie schon "Perrys" Botschaft die Dinge manipuliert hat.
Da ist dann die Rede davon, dass man sich "aufschwingt", "keinen Widerspruch mehr duldet" etc.
Wäre interessant gewesen, zu sehen, wohin sich Orplyd wohl ohne Transformation zur Materiesenke und nur mit dieser Botschaft des "Schnitters" hin entwickelt hätte.
Möglicherweise hätte sich die Sterneninsel in einen Alptraum noch schlimmeren Ausmaßes verwandelt ?



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