PR 2893
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Perry Rhodan Nr. 2893: Unter dem Spiegel

Autor: Leo Lukas

Inhalt

Aurelia führt zehn Roboter in die LAURIN-Jet Delta, deren Besatzung sich seit dem Zusammenstoß mit der aus dem Planeten Poya hervorgebrochenen schwarzen Lohe nicht mehr gemeldet hat. Es können nur Leichen geborgen werden. Alle haben ein Lächeln auf dem Gesicht. Matho Thoveno, Chefmediker der RAS TSCHUBAI, und ein Thanatologe namens Harold Parnhamer untersuchen die Toten. Sie kommen zu dem Schluss, dass die Opfer schlagartig von ihren ÜBSEF-Konstanten getrennt wurden. Der Vorgang hat Ähnlichkeiten mit den Banner-Kampagnen der Tiuphoren und wurde sicherlich mittels Trypatechnologie bewerkstelligt. Wenn man bedenkt, dass sich überall in Orpleyd Schwarze Löcher befinden, so könnte diese Waffe - Parnhamer bezeichnet sie als "Schnitter" - in der gesamten Galaxie zuschlagen. Es wird angenommen, dass der Schnitter zur Aberntung der ÜBSEF-Konstanten aller Bewohner Orpleyds zwecks Umwandlung der Superintelligenz KOSH in eine Materiesenke eingesetzt werden soll. Man geht davon aus, dass die Maschine im Inneren Gyans etwas damit zu tun hat. Die Frage, von wo aus diese Maschine ferngesteuert wird, ist nach wie vor offen.

Nachdem ein von der Xenodiplomatin Fabienne Iukik einberufener provisorischer Bordrat Perry Rhodans Vorhaben zur Vereitelung der Pläne KOSHS gebilligt hat, werden Teams zusammengestellt, die im Trallyomsystem nach Informationen über die Schnitter-Steuerzentrale suchen sollen. ANANSI ermittelt drei in Frage kommende Einsatzorte: Den Sitz des Kriegs-Operators Yeemburc auf Gyans Mond Woy, das auf Poyas Mond Portechter vermutete wissenschaftliche Zentrum der Kohäsion und die Bastion des Kohäsions-Operators (also des Regierungschefs) Gurnshodr auf Gyan. Die Teams fliegen mit LAURIN-Jets, die von einer vierten, von Farye Sepheroa gesteuerten Jet sicher durch die Raumzeitklippen gelotst werden. Alle Ziele werden am 1. Oktober 1522 NGZ problemlos erreicht. Die Teams bleiben unerkannt und können Informationen sammeln.

Rhodans Team findet heraus, dass Woys gigantische Werftanlagen derzeit ohne Wissen der Gyanli auf die Massenproduktion von Triebwerken umgestellt werden, die für den Katoraum geeignet sind. Den von Sichu Dorksteigers Gruppe sichergestellten Daten zufolge haben die Gyanli tausende unbekannte Großraumschiffe in den Randbereichen Orpleyds geortet. Hierbei handelt es sich wahrscheinlich um tiuphorische Sterngewerke. Attilar Leccore erfährt, dass sich Gurnshodr derzeit auf der Bannwelt Goath aufhält. Der Koda Aratier erhält Hintergrundinformationen über die Clans. Der vom Kollabor-Operator angeführte Vtaud-Clan ist ein verborgener Clan, dessen Verhältnis zu den drei Linearen Operatoren der Kohäsion nicht bekannt ist. Nur wenige Gyanli wissen, welches Endziel die Anstrengungen ihres Volkes wirklich haben - und dass dieses unmittelbar bevorsteht!

Um diese Nachricht schnellstmöglich zurück zur RAS TSCHUBAI zu bringen, bricht Leccores Team den Einsatz vorzeitig ab. Rhodans Team wird angegriffen und muss fliehen. Beide Gruppen werden von Farye Sepheroa eingesammelt. Sichu Dorksteigers Space-Jet kehrt planmäßig zurück. Die beiden anderen Jets bleiben verschollen. ANANSI wertet die Erkenntnisse aus. Sie hält die Bannwelt für den wahrscheinlichsten Aufenthaltsort derjenigen, die im Hintergrund die Fäden ziehen.

Kringels Meinung:

Ich bin in diesen Roman nicht richtig "hineingekommen". Allzu wirr kam mir die Mixtur diesmal vor. LLs typischer Humor beschränkt sich größtenteils auf Kapitel, in denen die "Bohnenstangen" vorgestellt werden, drei besonders groß gewachsene Tschubaianer mit einer Vorliebe für vegetarische Gerichte, die auf Biegen und Brechen in die weitere Handlung hineingezwungen werden, damit ihre Einführung nicht völlig sinnlos war. Wortreiche Beschreibungen von längst Bekanntem, oft im Datenblattstil, erstrecken sich über mehrere Seiten. Die Kommandoeinsätze werden kurz und knapp abgehandelt, verlaufen viel zu glatt und führen im Grunde zu keinen neuen Erkenntnissen, abgesehen von der Tatsache, dass einer der nächsten Romane sicherlich von einem Kommandoeinsatz auf Goath handeln wird. Es ist mir schwergefallen, darin eine zusammenhängende Handlung zu erkennen und ich konnte dem Text nur einen geringen Unterhaltungswert abringen.

Manches ist schwer zu schlucken, zum Beispiel, dass ein provisorischer Rat, hastig zusammengestellt (und nicht etwa gewählt!) nach Gott weiß welchen Kriterien aus Besatzungsmitgliedern eines nicht zur LFT-Flotte gehörenden und somit nicht im Auftrag der Menschheit operierenden Schiffes, aufgrund eher dürftiger Faktenlage über die Geschicke einer Galaxie entscheidet, deren Völker weder die Menschheit noch die Besatzung der RAS TSCHUBAI um Hilfe gebeten haben. Welche völker-/straf-/zivilrechtlichen und sonstigen Konsequenzen das Handeln dieser Leute haben mag, möchte ich mir gar nicht ausmalen. Die Xenojuristen können schon mal den Schönfelder (intergalaktische Ausgabe) hervorholen - Generationen von Anwälten werden mit den bevorstehenden Verfahren einige Megagalax verdienen! Übrigens frage ich mich, warum erneut über den Verbleib in Orpleyd abgestimmt wird. Dasselbe wurde doch schon in PR 2889 gemacht?!?

Ich finde schon den Auftakt des Romans suboptimal. Niemand weiß, was in der Space-Jet Delta passiert ist. Rhodan glaubt, dass die Besatzungsmitglieder tot sind, weil sie sich nicht melden und von Gucky nicht geespert werden können. Gut, sie sind wirklich tot, aber das konnte zunächst niemand wissen. Es hätte ja auch sein können, dass sie schwer verletzt sind und dringend Hilfe brauchen. Rhodan sagt später selbst, dass die Zeit drängt. Ja! Genau! Es könnte um Minuten gehen! Aber werden sofort Roboter rübergeschickt? Oder wenigstens ein paar der neuen Gholdo-Wunderdrohnen? Nein, Rhodan nimmt sich erst noch die Zeit, einen Tagebucheintrag zu schreiben und dann eine Besprechung einzuberufen. Viele Seiten lang wird deswegen palavert, fast ein Viertel des Romans geht dafür drauf. Und erst nach der Hälfte des Romans starten die Kommandoteams. Wie ich in einem früheren Kommentar schon geschrieben habe: Manchmal wünsche ich mir die "alten Zeiten" zurück. Da wurde in solchen Situationen gehandelt, nicht gelabert.

Apropos "neue Erkenntnisse": Die von Onodaurd/Pushaitis getöteten Besatzungsmitglieder und die, die der schwarzen Lohe zum Opfer gefallen sind, dürften in KOSH aufgegangen sein. Kann man sie wieder rausholen? Wenn ja, bliebe zu hoffen, dass ihre Leichen auf Eis gelegt wurden ...

J. Kreis, 26.01.2017


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Gastkommentare


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Hans (29.01.2017):

Boah, Mittwoch hole ich sonst immer das neue Heft im Bahnhofsbuchladen in Dsrmstadt. Tja, Pech (oder Glück nach der schlechten Kritik) gehabt, vom Heft wurden nur 10 Expl. geliefert statt 30. Auch am Kiosk in der Stadt ist das Heft freitags nicht zu bekommen...

Ist der Katoraum jetzt ein Universum? Da werden spezielle Antriebe gebaut? Interessant.

Hoffentlich gibt's nächste Woche keine Lieferengpässe, statistisch gesehen dürfte das Folgeheft besser werden. Fazit: 2,10 gespart - das reicht für einen Kaffee unterwegs. Toll!


Patrick (28.01.2017):

Vorweg: Ich schreibe das nur, da der Fehler bislang nicht korrigiert wurde, und nicht aus Besserwisserei... Sie haben aus Leo Lukas ganz oben eine Dame gemacht. ('Autorin'.) Allerdings können wir unmöglich wissen, welches der über 100 Geschlechter 'er' gerade hat, also was soll's.

Das Staatsleben an Bord der RAS ist in der Tat (auch) sehr merkwürdig. Warum befragt ein Kommandant auf einem noch dazu privaten Schiff überhaupt die Besatzung? Selbst von den SOL-Geborenen, die man immerhin noch als eigene Nation ansehen konnte, ließ man sich nicht auf der Nase herumtanzen. Wenigstens befragt Perry andere Leute; gewisse Kanzlerinnen vergessen ab und zu mal, den Bundestag vor größeren Entscheidungen wenigstens anzuhören. Von daher aus deutscher Sicht ein echter Fortschritt und eventuell sind die Autoren einfach über politische Gebote und Gepflogenheiten verwirrt worden. Ich denke auch nicht, dass juristische Konsequenzen für Rhodan bzw. die Crew naheliegen, da dazu wohl jemand aus Orpleyd in der Milchstraße klagen müsste. Das ist nicht nur aufgrund der Entfernung unwahrscheinlich, denn wenn die RAS scheitert, dann lebt in Orplyed kein potentieller Kläger mehr, wenn sie Erfolg hat, dann trat kein (?) Schaden ein. Eventuell würde bei Untätigkeit sogar Massenmord via unterlassener Hilfeleistung vorliegen, von der angeblichen Bedrohung für die Milchstraße ganz zu schweigen. Übrigens ein weiterer Grund, der eine Abstimmung über das Ganze sinnlos macht: Aus meiner Sicht muss Rhodan handeln, wenn er unsere Galaxis in Gefahr sieht. Die Autoren müssen sich die Frage gefallen lassen wieso erst das Thema Superintelligenzen/Hohe Mächte scheinbar beerdigt wird, dann genau darüber eine Bedrohung für die Milchstraße konstruiert wird und danach suggeriert wird, man könne dieses Risiko ja auch ignorieren.

Auch interessant: Die Technologie, Bewusstseine abzuspeichern, könnte das bisherige 'in ES aufgehen und nach Lust und Laune wieder auftauchen' ersetzen. Und was ist mit den von den Tiuphoren geraubten Bewusstseinen? Lassen sich diese so retten und würde dies nicht weitere Aktivität Rhodans auf dem Feld gebieten? Sowieso müssen möglichst viele Bewusstseine vor KOSH in Sicherheit gebracht werden.



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