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Perry Rhodan Nr. 2890: Die Schiffbrüchigen der Ewigkeit

Autor: Christian Montillon

Inhalt

Prolog

Nachdem sie mehrere Explosionen verursacht hat, durch die zwei Menschen ums Leben gekommen sind und eine Korvette zerstört wurde, geht der Katopore die Energie aus. Die Gefahr für die RAS TSCHUBAI ist somit gebannt. Sichu Dorksteiger und Gholdorodyn nehmen den von Gucky mitgebrachten Trypatresor unter die Lupe. Das darin eingeschlossene Schwarze Loch hat die Größe eines Protons und die Masse eines Asteroiden. Der Tresor enthält Informationen, die sich als Holofilm darstellen lassen.

Die Bänder von Basantiu-Balotiu, die Bewusstseinskristalle und der Katoraum

Die 3D-Show beginnt mit dem Bild der von zwei gewaltigen über Kreuz liegenden Bändern umgebenen dunkelroten Sonne Baicekosh in der Galaxie Doushavvat. Die Innenseiten der Bänder von Basantiu-Balotiu bilden Habitate für fünf Völker, die friedlich in der Kohäsion von Baicekosh zusammenleben und ein gemeinsames Ziel anstreben: Die Technolution. Sie konstruieren immer komplexere, leistungsfähigere autonome Maschinen, um eines Tages die perfekte Künstliche Intelligenz zu erschaffen: Den Pantomaten. Manche Bewohner der Bänder beobachten diese Entwicklung mit Sorge. Die Subordinatoren, eine vom visionären Wissenschaftler Gelcui aus dem Kohäsions-Teilvolk der Thessgerer gegründete Gruppe, vertritt die Meinung, die Maschinen müssten den Lebewesen untergeordnet bleiben. Die Exemptoren sind gegenteiliger Ansicht.

Vor Perry Rhodans Augen entfaltet sich ein Jahrmillionen überspannendes Szenario. Er sieht, wie ein von Gelcui geleitetes Forschungsteam (ein Kosh) einen Durchbruch bei der Bewusstseinsforschung erzielt. Das Bewusstsein eines kleinen Pelzwesens wird nach dessen Tod auf einem Kristall gespeichert. Das Bewusstsein verweht schon nach kurzer Zeit. Da es dem Kosh nicht gelingt, gespeicherte Bewusstseinsinhalte dauerhaft zu stabilisieren, wird es von höherer Stelle aufgelöst. Gelcui forscht weiter und wird eines Tages durch einen Traum von einem Trypa-Wurm, der einen Umweg einschlägt, um an Nahrung zu kommen, auf die Idee gebracht, die benötigten Kristalle künstlich herzustellen. Als er den ersten nach ihm selbst benannten Cui-Kristall, der ein denkendes Bewusstsein aufnehmen könnte, öffentlich präsentiert, explodiert eine von den Subordinatoren gelegte Bombe. Gelcui verliert beide Arme. Durch dieses Ereignis wird ein Krieg zwischen Subordinatoren und Exemptoren ausgelöst, der erst endet, als Gelcui - inzwischen wurde er zum Ersten Forscher ernannt - den Subordinatoren das Band Basantiu zuspricht, während die Exemptoren auf Balotiu weiter forschen sollen.

Nach längerer Zeit wird Gelcui von einer Artgenossin aufgesucht, der legendären Wissenschaftlerin Katona. Sie hat den Katoraum entdeckt und konnte Sonden durch manipulierte Schwarze Löcher hineinschicken, war aber nicht in der Lage, selbst dorthin vorzudringen. Die Passage durch ein solches Schwarzes Loch ist für jedes Lebewesen tödlich. Ein auf Kristall gespeichertes Bewusstsein müsste den Vorgang überstehen können. Da Katona zu alt ist, soll Gelcui an ihrer Stelle gehen. Gelcui ist einverstanden. Er bezeichnet die manipulierten Schwarzen Löcher als Trypapore nach den Würmern aus seinem Traum. Das Experiment gelingt. Die Sonde mit dem Kristall, der Gelcuis Bewusstsein trägt, kehrt wohlbehalten aus dem Katoraum zurück. Der Kristall verschwindet und wird Bestandteil des Verbunds der Maschinen von Basantiu-Balotiu. Als Geist in der Maschine meldet sich Gelcui in großen Zeitabständen, um die Völker der Kohäsion zu warnen. Seiner Meinung nach darf der Pantomat nicht entstehen. Die Ethische Kommission verbietet weitere vollständige Bewusstseinstransfers. Die Speicherung einzelner Erinnerungen ist erlaubt und wird von unzähligen Bewohnern der Bänder genutzt.

Der Pantomat, das Pavvat und ein Lot namens KOSH

Gelcuis Ururururenkel Sorcui vermutet, dass nicht nur schöne Erinnnerungen, Glücksmomente und dergleichen gespeichert werden, sondern auch Ängste. Gelcui meldet sich bei ihm und bestätigt die Annahme. Er sagt, dass das Informationsnetz der Bänder alle guten und bösen Erinnerungen dauerhaft in sich aufnimmt und dass sich die Bewusstseinssplitter über alle Maschinen verbreiten. Es ist nicht abzusehen, was hieraus entstehen wird. Sorcui verbreitet diese Botschaft, um vor den Konsequenzen zu warnen, und findet Anhänger. Es kommt zu Konflikten mit Andersdenkenden.

Eines Tages erwacht der Pantomat. Er ist weit mehr als die Summe der Bewusstseinssplitter und Maschinen. Seine Entstehung mag ungeplant sein, scheint aber von jemandem beeinflusst zu werden, der sich Orakel nennt (später stellt sich heraus, dass es sich um Gelcui handelt) und darauf bedacht ist, dass sich der Pantomat zu einer positiven Wesenheit entwickelt. Der Pantomat betrachtet alle Maschinen und Lebewesen Doushavvats als seine Kinder, die es zu erwecken und glücklich zu machen gilt. Unzählige Maschinen folgen seinem Ruf zur Sammlung, begeben sich zu den Bändern von Basantiu-Balotiu und werden in den Pantomaten integriert. Dieser gibt sich nun selbst den Namen Pavvat. Ihm ist wohl bewusst, dass das Leben Schattenseiten hat. Um das Wesen der Angst zu verstehen, entfesselt er zu Gelcuis Entsetzen auf Basantiu einen Krieg, in dem Zehntausende sterben. Das Pavvat beendet den Krieg und wird von den Völkern der Bänder fortan für einen Gott gehalten, unter dessen Schutz sie sich vermehren und weiterentwickeln können.

Gelcuis entfernte Nachfahrin Liacui nimmt die Erforschung des Katoraumes wieder auf. Sie nutzt keine natürlichen Schwarzen Löcher, sondern erzeugt künstliche (Katoporen) mit Hilfe des synthetisierten Wandelmetalls Gelanium. Gelcui fordert das Pavvat auf, in den Katoraum vorzustoßen. Das Pavvat geht darauf ein, obwohl es annimmt, dass es sich um eine Falle handelt. Das Pavvat will selbst etwas im Katoraum einsperren, nämlich die Schatten der Angst. Beim ersten Einsatz einer Katopore kommt es zu einer Katastrophe, Liacui stirbt. Somit wird klar, dass die Schwarzen Löcher als Waffe eingesetzt werden können. Liacuis Tochter Elecui führt die Arbeit ihrer Mutter und stabilisiert eine Katopore. Das Pavvat geht hindurch, lotet den unter allem Grund liegenden Katoraum aus und formt aus den eigenen Gedanken eine Maschine nach seinem Ebenbild. Das Pavvat erkennt, dass es unmöglich ist, die Ängste abzustreifen und im Katoraum zurückzulassen. Durch den Aufenthalt im Katoraum wird das Pavvat verändert. Etwas wächst aus ihm heraus. KOSH, das Lot, entsteht. Es ist eine Superintelligenz, deren Wurzeln in der Kohäsion von Baicekosh liegen.

Aufgrund seiner im Katoraum gewonnenen Erkenntnisse schlägt KOSH einen anderen Weg ein, um die Angst auszumerzen. Neun Ableger der Superintelligenz, die Pashukan, werden erschaffen und in die Galaxie entsandt. Sie sollen alles Leben auslöschen, denn nur Lebewesen können Angst empfinden. Zu diesem Zweck setzen sie die Trypaphalanx ein. Es handelt sich um Schwarze Löcher, die ganze Sonnensysteme verschlingen können. Auch auf den Bändern von Basantiu-Balotiu hält der Tod reiche Ernte, niemand ist vor den Pashukan sicher. Anncui, Gelcuis letzte Nachfahrin, sieht keine Zukunft mehr und will Selbstmord begehen. Eine von Gelcui beseelte Maschine hält sie davon ab. Anncui erfährt, dass KOSH die Weiterentwicklung zur Materiesenke anstrebt, denn das wäre das endgültige Ende allen Lebens und somit aller Ängste. KOSH ist sich der Existenz der Hohen Mächte bewusst und will nicht zu deren Werkzeug werden, macht diese jedoch durch den Einsatz der übermächtigen Trypaphalanx erst auf sich aufmerksam. In den folgenden Jahren versuchen Anncui und Gelcui, das Werk der Pashukan zu sabotieren. Auf ihren Reisen kommt Anncui in die Nähe eines Agenten des Chaotarchen Cadabb, der nach KOSH sucht. Anncui wird befragt und ziehen gelassen, da sie nichts weiß. Sie hatte schon seit langer Zeit keinen Kontakt mehr mit KOSH.

Cadabb, die Tiuphoren und Orpleyd

Viele Jahre vergehen. KOSH zieht sich aus den Bändern von Basantiu-Balotiu zurück und nimmt alle Maschinen mit. Die Bänder erkalten und werden bald untergehen. Anncui, inzwischen hochbetagt, wird erneut von Gelcui aufgesucht. Er bringt sie sowie ihren Gefährten Lianto zu einem Raumschiff und zeigt ihnen, was in Doushavvat vor sich geht. Der Chaotarch Cadabb greift KOSHS Hilfsvölker an. Er ist durchaus an der Weiterentwicklung der Superintelligenz interessiert. Das soll jedoch zu seinen Bedingungen geschehen. Schreckliche Schlachten toben in der Galaxie. KOSH droht zu unterliegen und muss fliehen. Der Träger seines Bewusstseins - das Maschinenkonglomerat namens Pavvat - dringt in die Sonne Baicekosh ein und saugt deren Energie auf, bis der Stern erlischt. Das Pavvat sowie die Bänder von Basantiu-Balotiu werden umgewandelt. Myriaden Cui-Kristalle bilden einen leuchtenden Ball, den neuen Kern des Pavvat. Er ist von einem gekreuzten Doppelband umwunden. Anncui geht in KOSH auf. Die Superintelligenz verlässt Doushavvat. Auf der Suche nach einem Versteck stößt sie auf den weit entfernten Kugelsternhaufen Paago. Dort lebt ein Volk von schlanken, hochgewachsenen Humanoiden, die sich und ihre Welt Onabinia nennen. KOSH entsendet Anncui als Sprecherin auf den Planeten. Dieser wird in Tiu umbenannt. Das Volk trägt nun den Namen Tiuphoren.

Als KOSH den Tiuphoren Varyxon zu sich holt, erkennt die Superintelligenz, dass nicht Varyxon wie zunächst angenommen als Auserwählter in Betracht kommt, sondern sein neu geborener Sohn Ornyccai Vorcc. Der junge Tiuphore hat eine besondere Beziehung zu KOSHS Cui-Kristallen. Sie verleihen ihm überlegene Intelligenz und Schnelligkeit. Er und weitere ähnlich begabte Kinder werden von Anncui unterrichtet. Sie erhalten Kleidungsstücke, die mit Tiauxin versetzt sind, einem Material, das in den Cui-Kristallen und in KOSH existiert. Sobald sie diese tragen, werden sie inhörig. Nach geraumer Zeit führt KOSH seine Pläne fort. Er versetzt Tiu in den Orbit der roten Sonne Hiiuta, von der sich die Superintelligenz an ihre alte Heimat erinnert fühlt. Hier will sich KOSH, bewacht von den Tiuphoren, endlich in eine Materiesenke transformieren.

KOSH tappt in eine Falle. Der Pashukan Werhalvoi ist schon vor langer Zeit zum Verräter geworden. Er wurde von den Ängsten hervorgebracht, die sich in den zu KOSH gehörenden Bewusstseinssplittern angesammelt haben, konnte dies aber stets verheimlichen. Werhalvoi hat Cadabb gerufen. Die Flotten des Chaotarchen haben bereits im Hiiuta-System gewartet. Sie nehmen die Sonne unter Beschuss, während Werhalvoi fünf Pashukan vernichtet. Durch die Zerstörung der Sonne will Cadabb KOSH schwächen, um die Superintelligenz unter seine Kontrolle bringen zu können. Tellavely schlägt sich zum Schein auf Werhalvois Seite. Er vernichtet den ahnungslosen Pashukan und verdient sich dadurch den Beinamen "der Lügner". Die drei überlebenden Pashukan dezimieren die Chaotarchenschiffe. Sie können nicht verhindern, dass KOSH verletzt wird.

Die angeschlagene Superintelligenz flieht nach Orpleyd, wobei sie Tiu mitnimmt. Ein Teil ihrer verbliebenen Substanz vermischt sich mit den Staubgürteln der Galaxie. Das Pavvat stürzt auf Tiu ab, es wird später von den Pashukan versteckt. Die Maschinisten des Pavvat wollen KOSHS Werk fortsetzen. Hierzu nutzen sie ein neues Hilfsvolk: Die Gyanli. Sie sollen Orpleyd zu einem Kokon umgestalten, in dem sich KOSH ungestört umwandeln kann. Die Materiesenke soll dann nach einer Idee des Pashukan Nunadai in den Katoraum gebracht werden, wo sie für immer sicher und frei wäre. Zuvor muss die verlorene Substanz der Superintelligenz aufgefüllt werden. Diese Aufgabe fällt den Tiuphoren zu, die so manipuliert werden, dass sich viele von ihnen als Seelensammler auf eine jahrmillionenlange Reise begeben. Weil sich KOSH nicht so lange vor den Hohen Mächten versteckt halten könnte, wird eine Trypaspirale aus Schwarzen Löchern erschaffen, die den Zeitablauf Orpleyds verlangsamt, so dass die Galaxie vereist.

Epilog

Damit endet die Geschichte der Schiffbrüchigen der Ewigkeit. Perry Rhodan hat viele neue Erkenntnisse gewonnen, die ihm beim Kampf gegen die Pashukan nützlich sein können. Zuerst steht die Befreiung Farye Sepheroas und der anderen Entführten auf dem Programm. Nächstes Ziel ist das Trallyomsystem, die Heimat der Gyanli, denn Gucky hat im Kerker des Maschinisten erfahren, dass es dort einen Zugang zum Katoraum gibt.

Kringels Meinung:

Da ist er nun also, der unvermeidliche Enthüllungsroman mit Rückblicken, Lebensgeschichten und Hintergrundinformationen in hoher Packungsdichte. So etwas kommt in jedem Zyklus mindestens einmal vor, denn meistens gelingt es dem Expokraten- und Autorenteam nicht, die Informationsvermittlung sinnvoll über die laufende Handlung zu verteilen. Und wow, waren das jetzt wirklich nur 60 Seiten? Erstaunlich, was da so alles reinpasst! Im Gegensatz zu meinem Gastkommentator Phil (siehe unten) fand ich das Heft gar nicht schlecht. Die Episoden aus der Geschichte KOSHS sind kurz, aber doch so gut aufgebaut, dass sich ein großer Handlungsbogen ergibt. Die von Phil bemängelten stilistischen Schwächen sind mir gar nicht aufgefallen. Ein Roman, der endlich die lang ersehnten Antworten liefert (auf diese Antworten warten wir nicht erst seit Beginn des Zyklus "Sternengruft", sondern schon seit PR 2800), kann gar nicht langweilig sein. Lose Fäden werden miteinander verknüpft, die Herkunft von Begriffen wird geklärt (siehe Kursivsetzungen in der Zusammennfassung) und endlich ergibt der Feldzug der Tiuphoren einen Sinn. Sehr schön!

Mit meinen Spekulationen im Kommentar zu PR 2884 habe ich ja ziemlich genau ins Schwarze getroffen! Ich frage mich nur, ob die Vereisung Orpleyds richtig durchdacht wurde. Die Pashukan müssen nicht jahrmillionenlang auf die Rückkehr der Seelensammler warten. Das ist natürlich ein Vorteil. Aber Sinn des Ganzen war es doch, KOSH vor Cadabb zu verstecken. Nun, für den Chaotarchen vergeht die Zeit normal. Er konnte die letzten 20 Millionen Jahre mit der Suche nach KOSH verbringen. Da ist es völlig egal, wie die Zeit in Orpleyd vergeht. Die Tiuphoren hätten innerhalb der vereisten Galaxis auf Banner-Kampagne gehen müssen, um den verlangsamten Zeitablauf zu nutzen! Es würde mich nicht wundern, wenn Cadabb demnächst wieder auftauchen würde. Rhodan schließt ein Bündnis mit dem Chaotarchen aus? Hm! Das letzte Wort ist diesbezüglich bestimmt noch nicht gesprochen.

Die Weichen für das Zyklusende sind gestellt. Rhodan möchte die Gyanli darüber aufklären, dass sie über den Umweg des Kollekttraums manipuliert werden. Das klingt ein bisschen naiv, schließlich leben die Gyanli als Hilfsvolk der Pashukan sehr gut. Eine Bevormundung oder gar Unterdrückung ist nicht erkennbar. Warum sollten sie sich von ihren Herren befreien wollen? Doch es gibt ja eine Widerstandsorganisation in ihren Reihen, die vielleicht schon einiges an Vorarbeit geleistet hat. Rhodan will das Pavvat zerstören und den Zugang zum Katoraum sabotieren, damit die Pashukan nicht mehr darauf zugreifen können. Dabei wird ihm wohl Gelcui helfen, der vermutlich noch im Pavvat existiert.

Ich finde die Genese Pantomat-Pavvat-KOSH sehr interessant. Das merkwürdige Hybridwesen namens Pantomat meint es eigentlich gut und verfolgt mit der Eliminierung aller Ängste ein hehres Ziel. Es wendet dabei leider die falschen Mittel an, weil es selbst keine Emotionen hat und nicht in der Lage ist, Mitgefühl zu empfinden. KOSH folgt der kalten Maschinenlogik und verusacht ohne bösen Willen schreckliches Leid, um selbiges für immmer zu beenden. Das ist nur eine von vielen guten Ideen, denen ruhig etwas breiterer Raum hätte gewidmet werden dürfen. Zum Beispiel bleibt die faszinierende Doppelringwelt bloße Kulisse.

Das eine oder andere Fragezeichen bleibt bestehen. Warum zum Beispiel werden die Tiuphoren immer noch so grausam von den Gyanli drangsaliert? Einen tieferen Sinn kann ich hier nicht erkennen und der aktuelle Roman liefert keine Erklärung bzw. deutet diese nur an. Offensichtlich wurden die Tiuphoren von den Pashukan als Versager betrachtet. Vielleicht sollten die neuen Günstlinge der Pashukan - die Gyanli - die Nachkommen der als untauglich eingestuften früheren Auserwählten für das grandiose Scheitern der Pläne KOSHS bestrafen. Das wäre ganz schön gemein, schließlich haben nicht die Tiuphoren zu verantworten, was im Hiiuta-System geschehen ist, sondern ein Pashukan!

Ich verstehe nicht, welchen Nutzen die Bewohner der Bänder von Basantiu-Balotiu von der massenhaften Speicherung von Bewusstseinsfragmenten haben. Ewiges Leben können sie ja auf diese Weise nicht erlangen. Der Roman ist hier ein bisschen unklar. Wenn ich es richtig verstanden habe, sollten auf diese Weise schöne Erinnerungen bewahrt werden. Bewahrt für wen, frage ich mich. Bei der Lektüre der entsprechenden Abschnitte hatte ich nicht den Eindruck, dass es den Nutzern möglich war, die gespeicherten Erinnerungen wieder abzurufen. Stattdessen wird gesagt, dass die Nutzer auch Ängste abgespeichert haben, was eigentlich nicht vorgesehen war. Durch die Speicherung der Ängste wollten sich die Nutzer von diesen befreien. Das ergibt natürlich nur Sinn, wenn die gespeicherten Anteile aus dem Originalbewusstsein verschwinden. Müssten die Glücksmomente somit nicht ebenfalls verloren gehen?!?

Zum Schluss noch ein Detail, das ich in der Zusammenfassung nicht erwähnt habe. Bei der Flucht von Doushavvat nach Paago kommt KOSH an einer Galaxie vorbei, die nicht als Versteck geeignet ist - möglicherweise, weil sie zur Mächtigkeitsballung einer anderen, positiven Superintelligenz gehört. Könnte das der Einflussbereich von ES gewesen sein?

J. Kreis, 07.01.2017


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Gastkommentare


Neueste Kommentare stehen oben.


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Jonas (27.01.2017):

Eine nette Lebensgeschichte, mehr aber auch nicht, es gibt deutlich bessere in der Serie.

Was das Abspeichern angeht, mir kam es eher so vor als würden nur positive Erlebnisse abgespeichert werden, aber zu jedem positiven Erlebnis irgendwie auch eine unbewusste dunkle Komponente gehören. Und diese kumulieren sich bis es KOSH zuviel wird.


Hans (08.01.2017):

@Phil
Kann dich gut verstehen, die erste Hälfte des Romans hab ich abgesucht nach falsch zitierten Redewendungen (die berüchtigten CM-Flapse, wie ich sie nenne) und seltsamer Grammatik. Bin fast jede 2. Seite an etwas hängengeblieben. Dem Anlass der großen Enthüllungen unwürdig.

@Patrick
********** Wieso taugt der langsamere Zeitfluss in einer Galaxie als Versteck, wenn die Zeit 'draußen' normal verstreicht und die gesammte Geschichte des Universums - bis vor kurzem - sowieso bekannt war (Atopen)? Ich werde es nochmal lesen müssen.**********
Laß es lieber, da ist kein Sinn dahinter, es ist ein unlogischer Bug!

Was mir auffällt ist auch die an sich sinnlose Unterdrückung der Tius durch die Gyanli. Beide werden gebraucht. Die Tius weil sie die Seelen aus den Bannern GEORDNET freisetzen müssen und die Gyas, weil sie den Katoraum gut beherrschen. Sollten die Tius eine Vendetta gegen die Gyas anzetteln dann ist der ganze Plan gefährdet. Auch waren die Tius früher da und für ihren Gehorsam gegenüber den Pavvatsknilchen werden sie dann bestraft als die Spätkommer Gyanli sie 2000 Jahre lang foltern durch Gülle und Schrott. Die Folter begann bevor die Tius Orpleyd verlassen haben, der eine Caradocc hatte ja einen Mega-Hals als sie sich Orpleyd heimkehrmäßig näherten. Die einzige Erklärung wäre, daß man die Tius besonders aufstacheln wollte zu Hass auf planetengebundenes Leben, damit die sich nicht unterwegs irgendwo auf einem kuschlig kalten Planeten ansiedeln. Hat aber trotzdem einen Haken: wenn ich sehe, daß meine Sippe dauernd drangsaliert wird dann steig ich nicht aufs Pferd und reite ins Nachbardorf um dort alle zu skalpieren. Der üble Zustand des Planeten Tiu würde es auch nahelegen, daß die sich erst recht nach einem schönen Planeten sehnen... UND ICH HABE AUCH KEINE LUST MEHR DAS GRADEZUBIEGEN, WAS LEICHT MÖGLICH WÄRE - ICH MACH NICHT MEHR DIE ARBEIT DER Expodioten.

Der Plot hakt an vielen Ecken was mich vermuten lässt, daß bei 2800 noch nicht drüber nachgedacht worden war, wie man die Eigenheiten der Planetenschänder erklären will. Schöner, flotter Zyklus aber es ist wie bei Hempels unterm Sofa, da liegt der ganze Dreck der unter die/den Couch/Teppich gekehrt wurde.

Warum packt Rhodan (dieser kosmische Gutmensch) nicht die Koffer und fliegt zurück in die MS? Sollte der Plan KOSHS umgesetzt werden, so wäre alles in Butter. Tius und Gyas unfriedlich vereint in der Materiesenke (passt doch zu diesen unharmonischen Löchern). Die CT haben keinen Zugriff auf die Materiesenke, da diese im Katoraum verschwindet. Besser geht's doch gar nicht??? Durch sein Eingreifen riskiert Ur-Opa Rhodan doch erst recht, daß die CT Zugriff erhalten und dann könnten diese z.B. die Senke in der Milchstraße stationieren als Rache für die Abwehr Traitors. Denn es war nie die Rede, daß wg. fehlender Eiris keine Quellen/Senken Fuß in der MS fassen können. Denn merke: Die Senke hat jede Menge Eiris inside!

Auf dieses Fazit kam ich erst jetzt, NACH Lektüre dieser Blogseite - regt immer zum Nachdenken an hier. Das Heft brachte ja jede Menge Erkenntnisse aber leider wenig durchdachtes. Oje.

NACHTRAG: (09.01.2017)
@Patrick
Danke für deinen Hinweis auf den neuen Zyklus 'Genesis'. Kam danach in der Bibel nicht das Buch 'Exodus' - schon wieder Bibel... da kann alles mögliche dahinterstecken. Auszug der Hohen Mächte aus dem Universum, bevor Thez die JZL errichtet. Ist Cadabb Wyhro? Oder wieder nur eine Namensgleichheit ohne jede Relevanz? Ach, ich denke zuviel.

Katoraum: der Raum umter dem Raum ist bekanntlich die TIEFE. Als Bunker für unabhängige M-Quellen und -Senken? Beide müssten voller Vitalenergie sein - wird dann die ganze Vitalenergie dort sinnlos verströmt? Oder wieder nur flappsig expokratiert ohne Rücksicht auf bestehende Begrifflichkeiten aus der Serienhistorie?


Patrick (07.01.2017):

Mal wieder einer dieser Bände, in denen man Informationen um die Ohren gehauen bekommt. Interessant war es allemal; leider war der Plot - Ausmerzung aller Angst via Vernichtung allen Lebens - ziemlich platt. Das ist unter dem Niveau von einem 0815-Rollenspiel und m.E. keine gute Idee, da muss ich Ihnen widersprechen. Unlogisch ist es auch an vielen Stellen. KOSH müsste gerafft haben, dass die Umwandlung zur Materiesenke nur einen Teil des Universums vom Leben 'befreit', warum will die SI also nunmehr nach (!) dieser Umwandlung in den Katoraum fliehen bzw. wieso will sie diese Umwandlung noch abwarten, statt sofort die Flucht anzutreten? Wieso taugt der langsamere Zeitfluss in einer Galaxie als Versteck, wenn die Zeit 'draußen' normal verstreicht und die gesammte Geschichte des Universums - bis vor kurzem - sowieso bekannt war (Atopen)? Ich werde es nochmal lesen müssen.

Echte Überraschungen bleiben aus. Vor lauter Freude darüber, dass endlich die Enthüllungen erfolgen, kann man das übersehen. Die Geschichte der Tiuphoren war vorhersehbar, und Cadabb musste natürlich gleich ein Chaotarch sein. Ein Bündnis mit den Chaotarchen wäre schön, da es mal eine nette Abwechslung wäre (bahnt sich da etwas an, siehe Bullys ZA?) - aber das Risiko ist groß, denn die Kosmokraten würden wahrscheinlich gegen die Galaktiker vorgehen. Sowieso ist es bizarr, dass die Hohen Mächte nichts wegen der Aufspaltung des Universums in zwei Zeitlinien unternommen haben.

Ich bin nun ein Freund der Großthematik 'Hohe Mächte', bin jedoch verwundert: Der Zyklus begann damit, dass uns erzählt wurde, wir müssten bis auf Weiteres ohne eben diese Hohen Mächte auskommen. Was soll das? Wir sind doch nun schon wieder mitten drin. Es stört mich nicht, da es keinen echten Einfluss auf die Handlung hat, aber irritierend ist es schon. Und warum musste ES aus der Serie geschmissen (?) werden?

Die Weichen für das Zyklusende sind gestellt? Ich verrate wie ich sah kein Geheimnis: Der nächte Zyklus heißt 'Genesis'. Ich deute die aktuellen Geschehnisse als bloßen Vorgeplänkel für KOSHs Erwachen.

Die (manipulierten!) Gyanli hätten natürlich ein Interesse daran, sich von KOSH loszusagen, wenn sie über die Umstände informiert wären. Ihnen droht schließlich die Auslöschung durch das Entstehen einer Materiesenke.

Recht haben Sie übrigens damit, dass hier (mal wieder!) ein faszinierender Schauplatz als bloße Kulisse dient. Wenn es um Fremdwesen etc. geht mangelt es den Autoren nie an Ideen, nur findet sich dazu nie ein sinnvoller Plot.

Was mir aufgefallen ist, ist dass hier wieder das Bewahren von Erinnerungen als Selbstzweck (Thez' Hobby) präsent ist. Eine Altlast aus dem JZL-Zyklus oder eine Verbindung? Ihre Spekulation im letzten Absatz kam mir auch in den Sinn, aber wir wissen zu wenig, um sie zu beantworten.

P.S. Ich bin überrascht, dass Sie Phil (der die Story auch gelungen fand) nicht Recht gaben, da Sie die esoterischen Schwurbel-Episoden selbst heftig kritisieren und in diesem Fall korrket prophezeit haben.

(Ich persönlich bin mit dem Band zufrieden. Die Idee mit der Angst ist nicht besonders originell und vieles war vorhersehbar, aber die Lektüre war interessant und hat mich im Unterschied zu Phil nicht aufgeregt, da ich bei der Thematik und dem Autor den Eso-Trip erwartet hatte. Allerdings verstehe ich wirklich nicht, wieso eine von 'kalter Maschinenlogik' erfüllte Entität in einer an einen Sektenguru gemahnenden Manier kommuniziert; Phil hat richtig bemerkt, dass es da einen dubiosen Bibelfetischismus gibt, ich erinnere an Thez' Umdenken des Sturmlandes.)


Phil (07.01.2017):

Sorry, aber ich muss heute mal dem Chef dieser Seite, Mr. Jo Kreis, vorgreifen und meinen Sermon schon jetzt loswerden, bevor die Arena zu 2890 offiziell eröffnet ist. Bin einfach gerade so in Fahrt.

Also: Eigentlich mag ich ja diese PR-typischen Superintelligenz-Entstehungsgeschichten (wohl im Gegensatz zu Jo Kreis, wie ich mittlerweile - hoffentlich richtig - mitbekommen habe) ganz gerne. Eigentlich.
Denn bei diesem Roman ist meine Halsschlagader mal wieder so dick geworden wie Guckys Biberschwanz. Dabei fand ich die Story an sich im Grunde ganz faszinierend. Hätte man eine Menge daraus machen können. Wenn nicht.. ja wenn nicht CM der Autor dieses Romans gewesen wäre. Mein Gott, ich wusste manchmal nicht, ob ich jetzt laut lachen oder den Roman vor Wut in die Ecke pfeffern sollte. Aber dieser Stil, oder besser: diese Stillosigkeit und Schlamperei von CM machen nun mal einfach den besten Plot zu einem platten Trash-Pamphlet.
Beispiele? Bitte: Es geht schon mal damit los, dass Gucky und Perry offenbar völlig vergessen haben, dass sie sich seit Jahren nicht mehr gesehen haben, ja, dass Gucky diese ganze Expedition überhaupt nur angestoßen hat, um Perry retten zu können. Keine Begrüßung, kein Hallo, keine Fragen, keine Überraschung, nichts. NICHTS! GAR NICHTS!
Und dann dieses dauernde Bibelsprech... Allmächtiger. Was ist mit CM los, dass er andauernd so sendungsbewusst vom Leder zieht, dass man sich fragt, ob man eine theologische Grundsatzschrift oder einen SF-Roman liest? (Nur die dicksten Beispiele: "Ich bin der, der erwacht ist", Seite 30, oder "Fragt!, knisterte das Feuer!", Seite 42, oder "...und sah, dass sie gut waren.", Seite 31.)
Und dann die VÖLLIGEN Aussetzer (..."und die Fronten der Meinungen verhärteten sich so lange, bis echte Fronten entstanden." Kicher*, oder, mein absoluter Favorit an gelungener Dialogführung: "Und bist du bereit, mit KOSH zu reden?" - Konnte sie das jemals sein? "Ja, log sie." - "Dann gedulde dich."... Ich musste so laut lachen, dass ich Schluckauf bekam...)
Okay, okay, lassen wir das Rosinen-Pflücken, aber wie gesagt: Ich MOCHTE die Story. Nur konnte ich sie zu keiner Sekunde kaufen, da mir diese pathetische, plakative, schludrige Bild-Zeitungs-Schreibe jedweden Genuss so nachhaltig vermieste, dass ich nur noch zwischen Wut und Lachanfällen hin- und herpendelte und mir der potenzielle Sense of Wonder somit dauernd unter dem Arsch weggetreten wurde.
Ich weiß, dass so ein Vergleich unter Schreibern unfair ist, aber trotzdem: Stellt euch nur mal vor, was WV aus diesem Roman hätte machen können! Ich könnte heulen...

Und dabei gefallen mir diese bisher 15 (okay: 14) Bände in Orpleyd sehr gut. Der Zyklus hat Zug, Story, Substanz und ein klares Ziel, die Handlung geht voran und die Dramaturgie funktioniert einwandfrei. Bis auf ganz wenige Punkte (z.B. die anfängliche Unachtsambarkeit beim Einflug in die ach-so-vereiste Galaxis oder das bislang spurlose Verschwinden und Auf-Eis-Legen der riesigen Tiuphoren-Armada) habe ich nichts an der Handlung auszusetzen. Übrigens ein Punkt, der mich als einen der wenigen Verfechter von Großzyklen selbst irritierte. (Am Anfang hatte ich die Befürchtung, Orpleyd könnte ein reiner Alibi-Zyklus werden, um die dauernden Groß-Zyklus-Nörgler nach dem Atopischen Tribunal zu besänftigen. Weit gefehlt!)
Aber: Bitte, bitte, bitte, liebe Redaktion, lieber Mr. Frick, liebe PR-Mächtigen: könnt ihr so einen Schlüsselroman wie diesen nicht jemandem geben, der auch wirklich schreiben kann und seinen Wortfluss nicht nur einfach so unüberlegt und offenbar unter Zeitdruck (dieses nur Angebot zur Ausrede für CM) in die Zeilen knallt? Danke.

Und noch etwas: Am Anfang des großen Handlungsbogens um das Atopische Tribunal, also irgendwann nach 2700, kam ja hier und da – auch auf diesem Blog - der Vergleich auf zu den großen PR-Zeiten um die 700er- und 800er-Bände, während der Aphilie, des Konzils und des Auftauchens der Superintelligenzen. Nun: Dieser Vergleich ist immer noch lebendig: Wenn also die Atopen (=die Laren) und das Tribunal (=Konzil) jetzt hinfort sind, wenn das Problemfeld Thez (=Bardioc+Die Kaiserin von Therm) gelöst ist, wenn die Erde (=Luna) zurückgekehrt ist, dann geht endlich die BASIS (=RAS TSCHUBAI) auf die Reise in eine weit entfernt Galaxis, um innerhalb eines Kurzzyklus die Gefahr durch KOSH (=PAN-THAU-RA) zu bannen… Was hieße: der neue Zyklus Genesis hat irgendeine Parallele zu den Kosmischen Burgen zu bieten... hmmm.

Aber wie auch immer: Alles wird gut. Denn immerhin schreibt die großartige Verena Themsen den nächsten Jubelband. Yeeha!



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