PR 2889
© Pabel-Moewig
Verlag KG, Rastatt



Perrypedia



Archiv-Startseite
PR - Übersicht
Heftromane
Zyklus-Übersicht
« PR 2888 «
» PR 2890 »
Perry Rhodan Nr. 2889: Im Kerker des Maschinisten

Autorin: Verena Themsen

Inhalt

Bei der Eroberung der RAS TSCHUBAI durch die Gyanli wird Gucky mit einem Traktator niedergeschossen. In einem unermesslich großen, verschachtelten Gewölbekeller voller fremdartiger Maschinerien kommt der Mausbiber wieder zu sich. Im Gegensatz zu seinen Parafähigkeiten funktioniert der SERUN nicht. Gucky erkundet das Gemäuer, bastelt an einem Reinigungsroboter herum, benutzt diesen als Transportmittel und redet solange auf ihn ein, bis die Maschine antwortet. Gucky tauft den Roboter auf den Namen Dominik Sonntag. Dominik teilt mit, dass sich Gucky im Marka-Trakt der Zuflucht des Maschinisten befindet - zusammen mit 30 weiteren Personen, bei denen es sich, wie Gucky zu Recht annimmt, um Besatzungsmitglieder der RAS TSCHUBAI handelt. Auf der Suche nach seinen Kameraden spürt Gucky eine denkende Maschine auf, aus deren Gedanken die Zuflucht erschaffen wird. Man kommt ins Gespräch. Die Maschine ist ein Pashukan namens Tellavely, ein Handhaber des Pavvat. Sein Beiname lautet "der Lügner". Der Maschinist berichtet von KOSH und dessen Bestreben, sich zu einer Materiesenke weiterzuentwickeln. Die Superintelligenz hat für das Vergehen ihres eigenen Bewusstseins gesorgt, weil dieses sonst ein Leuchtfeuer für etwas oder jemanden namens Cadabb wäre. Cadabb sucht seit Jahrmillionen nach KOSH, um die Superintelligenz zu vereinnahmen.

Mehr Informationen lassen sich Tellavely nicht entlocken. Gucky sucht weiter nach den anderen Gefangenen und findet sie schließlich an einem Ort versammelt, zu dem der Mausbiber nicht vordringen kann. Sie scheinen seiner Realität entrückt zu sein oder sich hinter einer undurchdringlichen Abschirmung zu befinden. Selbst der Einsatz einer schweren Tunnelfräse, die Gucky für eigene Zwecke umfunktioniert, führt nicht zum Ziel. Stattdessen werden Reparatur- und Wachroboter auf den Plan gerufen. Gucky wehrt sich nach Kräften, zerstört einige Roboter und liest den Datenspeicher einer Kampfmaschine aus. So erfährt er, dass die Zuflucht in einer anderen Dimension liegt - dem Katoraum. Es gibt ein als Trypator bezeichnetes Tor, über das der Katoraum mit dem Trallyomsystem, der Heimat der Gyanli, verbunden ist. Gucky entnimmt dem Roboter eine Energiezelle, mit der er die Tellavely-Maschine bedroht, um Antworten zu erhalten. Tellavely bezeichnet den Katoraum als Raum unterhalb der übrigen raumzeitlichen Dimensionen, der allerdings nichts mit der Tiefe gemein hat. Die Katoporen, Produkte der Trypatechnologie, ermöglichen den Zugang zum Katoraum. Gucky und die anderen Gefangenen wurden durch ein solches Mini-Black-Hole aus der RAS TSCHUBAI in die Zuflucht versetzt. Gucky spürt, dass diese Katopore noch offen ist.

Tellavely gibt weitere Informationen preis. Die anderen Gefangenen gehören Pushaitis und werden vermutlich bald in den "hohen Raum" zurückkehren. Gucky soll bleiben, denn Tellavely benötigt ihn zur Vollendung der Zuflucht. Der Geist des Mausbibers soll zum Schlussstein des Gewölbes werden. Gucky fängt einen Gedankensplitter Tellavelys auf, dem zufolge sich ganz in der Nähe ein für den Maschinisten extrem wertvolles Objekt befindet: Der Trypatresor. Hierbei handelt es sich um eine fingernagelgroße Scheibe aus Tiucui-Kristall, in die ein winziges Schwarzes Loch eingebettet ist. Gucky bringt den Trypatresor an sich und benutzt ihn als Druckmittel. Tellavely ruft schwere Kampfroboter zu Hilfe. Diese vernichten Sonntag. Gucky zündet die Energiezelle und flieht. Er nimmt die Katopore wahr, durch die er entführt worden ist, und vollführt eine Schmerzensteleportation.

Am 21. September 1522 NGZ wendet sich Perry Rhodan mit einer Ansprache an die Besatzung der RAS TSCHUBAI und lässt über den Verbleib in Orpleyd zur Rettung der 30 Entführten abstimmen. Da erreicht ihn die Meldung, dass Pushaitis ein "Geschenk" bei einem Sphärotraf-Großkugelspeicher zurückgelassen hat. Dort wurde eine Katopore platziert. Der ganze Bereich wird evakuiert, denn das Schwarze Loch soll kontrolliert zur Explosion gebracht werden. Plötzlich materialisiert Gucky. Ein Teil der Katopore explodiert innerhalb der vorsorglich installierten Schirmfelder. Der Rest springt durch das Schiff und verursacht weitere Explosionen auf mehreren Decks.

Kringels Meinung:

Ich mag Einzelabenteuer von Leuten, die auf sich gestellt in unbekannter Umgebung überleben müssen, auf Erkundung gehen und so weiter. In den Gucky-Kapiteln wird das geboten und es hat mir Spaß gemacht, zumal es sich angenehm vom Geballer der letzten Wochen abhebt. Der Kerker des Maschinisten ist eine interessante Umgebung. Auf die detaillierte Beschreibung der Funktionsweise eines Nahrungsspenders hätte ich jedoch verzichten können, und das ist nur eines von vielen Beispielen für eine gewisse Weitschweifigkeit des Romans, die mir nicht so gut gefallen hat. Zudem frage ich mich, ob Gucky schon immer so geschwätzig war wie diesmal. Sein betont flapsiges Geplapper soll vermutlich lustig sein. Ich habe es nach kurzer Zeit eher als nervtötend empfunden. Perry Rhodan wiederum hält es für nötig, die Besatzung der RAS TSCHUBAI mit einer langatmigen Rede für den Verbleib in Orpleyd zu gewinnen und dann auch noch eine Abstimmung vorzunehmen! Das kommt davon, wenn man ohne klar definierte Kommandostruktur unterwegs ist ... Außerdem besteht meiner Meinung nach gar kein Entscheidungsspielraum. Schließlich bahnt sich hier eine Bedrohung kosmischen Ausmaßes an, wie in den letzten Romanen immer wieder betont wurde, und Rhodan kann keine Verstärkung aus der Milchstraße herbeirufen.

Wenigstens erhalten wir einige Informationen. Sofern Tellavely mit dieser Aussage nicht seinem Beinamen gerecht wird, erfolgt die Weiterentwicklung von Superintelligenzen zu Materiequellen/-senken nicht zwangsläufig. Nicht jede SI schafft diesen Schritt. Ebenso wenig geht aus jeder Materiequelle/-senke ein Kosmokrat oder Chaotarch hervor. Gut, das sind nicht unbedingt neue Erkenntnisse. Wir hatten es in der Vergangenheit schließlich schon oft mit toten Superintelligenzen zu tun. Interessanterweise bezeichnet Tellavely Materiequellen/-senken als Kokons für die Hohen Mächte. Ein schönes Bild, das ganz gut zur Ergänzung des Zwiebelschalenmodells in PR 2831 passt. In diesem Roman vergleicht der Pensor die Kosmokraten mit Bewohnern von Türmen (gemeint sind die Materiequellen), von denen sie sich lösen, um den umliegenden Raum erkunden zu können. Dasselbe macht ein Schmetterling, der aus seinem Kokon schlüpft. Ist Cadabb auch eine Superintelligenz? Eine parasitäre SI vielleicht, die sich KOSH einverleiben will?

Und schließlich wird eine Frage beantwortet, die ich im Kommentar zu PR 2886 gestellt habe. Ja, die Gyanli (oder vielmehr die Maschinisten) besitzen Fiktivtransmitter, nämlich die Katoporen. Schwarze Löcher als Transportmittel sind im Perryversum keine Neuigkeit, die Maschinisten können offensichtlich auf den Fundus einer Superintelligenz zugreifen und somit kann ich ihr müheloses Eindringen in die RAS TSCHUBAI nun doch akzeptieren.

Tellavely wurde wahrscheinlich nicht vernichtet. Das wäre zu einfach. Aber Gucky dürfte den Trypatresor mit hinüber in die RAS TSCHUBAI gerettet haben. Sicher werden die Terraner bald auf die darin gespeicherten Informationen zugreifen können. Dann dürfte eine Superintelligenzen-Lebensgeschichte fällig sein. Nach der Widerstandsorganisation in den Reihen des Feindes (hier: Garde der Gerechten) ist das ein weiteres im Perryversum anscheinend unverzichtbares Handlungselement. Jetzt fehlt nur noch der in Rätseln raunende Beauftragte höherer Wesenheiten ∗seufz∗

Übrigens: Dominik Sonntag spricht von 31 Personen, die sich in der Zuflucht aufhalten. Gucky und Faryes Gruppe sind zusammen 30. Ist Tellavely Nr. 31 oder sitzt etwa noch ein Gefangener im Kerker des Maschinisten?

J. Kreis, 31.12.2016


« PR 2888 «
» PR 2890 »






Gastkommentare


Neueste Kommentare stehen oben.


Gastkommentare werden nicht von J. Kreis verfasst und dürfen nicht auf anderen Homepages oder in Printmedien weiterverwendet werden.


Hans (02.01.2017):

Hatte diese Woche offenbar zuviel um die Ohren - hab das Heft nicht mal gekauft. Danke an dich für die stets akkuraten Rezensionen hier!

Cadabb? Wer das wohl sein mag?

Da hätte man eher Gucky's unfreiwilligem Trip zwei Bände spendieren sollen als die drei für den Kampf in der RT... ich hol mir das Heft nicht, übermorgen gibt's ja schon den Folgeband. Grins.

@Patrick:
Danke für deine Genesungswünsche!!!
Bin ja seit Ende November nicht mehr in der Klinik. Muss für mind. zwei Jahre Medikamente nehmen und fange in 14 Tagen eine ambulante Psychotherapie an. Vertrage die Medis gut, bin körperlich fit da ich 2x wöchentlich Fitnesstraining mache (in der Klinik angefangen) und wieder sehr gut schlafen kann, wenn auch mit nächtlichen Unterbrechungen - muss beim Essen sehr viel trinken wg. Achalasie (seltene körperl. Erkrankung wg. der ich in der Klinik im Juli auch operiert wurde) und da muss ich dann nachts mehrmals raus.

Eine Lektüre-Empfehlung: 'Dark Land' - Spin-Off-Heftserie von John Sinclair. Darin wird ein Sinclair-Protagonist dauerhaft auf einen anderen Planeten/Dimension verschlagen in der nur eine einzige, große Stadt existiert, in welcher Dämonen und Menschen relativ friedlich zusammenleben. Viele Fantasy-Elemente und gut geschrieben, nicht im Jason-Dark-Holzhacker-Stil. Lohnt sich, erscheint alle 14 Tage.

Viel Energie und stabile Gesundheit auch 2017 lieber Johannes Kreis, damit du weiterhin Job, Privatleben und diesen genialen Blog unter einen Hut bringst! Allen Lesern und Gastkommentatoren wünsche ich, daß eure Wünsche für 2017 alle in Erfüllung gehen mögen.


Patrick (01.01.2017):

Der Roman bot eine willkommene Abwechsung zum Schema voriger Bände, auch wenn er nicht ohne die zwangsweisen Action-Szenen auskam.

Reizvoll ist die Hintergrundgeschichte um KOSH, welche zumindest die Erstlektüre der Romane interessant macht. Wenniger sinnig war die Abstimmung, die einerseits unlogisch ist, und dann auch noch keinen Mehrwert für die Handlung bietet - ich erinnere mich noch gut an die aufmüpfige 'Besatzung' der SOL, die für Überraschungen gut war.

Für den Verweis auf den Pensor bin ich Ihnen dankbar, denn selbiger erklärte uns (wenn ich mich recht entsinne) das Universum bestünde aus acht Dimensionen, von denen die achte eine kritische Bedeutung habe. Die ersten sieben kennen wir.

Tja - ist der Katoraum die ominöse achte, oder hat man das Modell binnen etwa eines Jahres wieder über den Haufen geworfen? Man darf gespannt sein.

Wer ist Cadabb? Superintelligenzen werden typischerweise (nicht immer) in Großbuchstaben geschrieben (so auch KOSH). Kosmokraten und Chaotarchen (und Materiequellen bzw. -senken) nicht, das gilt auch für Thez. Aber vielleicht ist Cadabb eine andere mächtige Wesenheit, wie Goedda oder Jii'Nevever. Und muss er der Feind der Galaktiker sein, wo doch KOSH die offensichtlichere Gefahr darstellt?

Wir werden es in diesem Jahr sehen, und das ist eine gute Gelegenheit, Ihnen ein glückliches neues Jahr zu wünschen. Das wünsche ich auch meinen Mitlesern und Mitkommentatoren, speziell Hans, dessen ärztliche Behandlung hoffentlich bald ein erfreuliches Ende findet.



Deine Meinung?

(Bei Klick auf diesen Button öffnet sich ein Kontaktformular in einem gesonderten Fenster)