PR 2884
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Perry Rhodan Nr. 2884: Unter allem Grund

Autor: Robert Corvus

Inhalt

Nach achttägigem Flug erreicht die ODYSSEUS das Doppelsonnensystem Lichfahne, in dem sich der aller Wahrscheinlichkeit nach an dieser Position platzierte Planet Tiu befindet, die Urheimat der Tiuphoren. Unterwegs haben die Wuutuloxo fast das gesamte Fluid bei Experimenten verbraucht und nur herausgefunden, dass die Symbionten Aktivitäten im höherdimensionalen Spektrum zeigen. Jurukao braucht Nachschub, um weitere Forschungen anstellen zu können.

Im Lichfahnesystem tobt eine Raumschlacht, oder vielmehr: 150 hoffnungslos unterlegene tiuphorische Hantelraumer werden von über 1000 Gyanli-Kampfschiffen schrottreif geschossen. Anschließend werden die nicht mehr manövrierfähigen Tiuphorenschiffe von den Gyanli so auf Kurs gebracht, dass sie innerhalb einiger Monate auf Tiu abstürzen werden. Aus dem unverschlüsselten Propagandafunk der Angreifer geht hervor, dass sich Kriegs-Operator Yeemburc, einer von drei Lenkern der Kohäsion, mit seinem Flaggschiff SHAADRUS vor Ort befindet.

Perry Rhodan plant Yeemburcs Entführung. Zur Infiltration der SHAADRUS modifizieren die Wuutuloxo die Dakkar-Spanne, so dass sich Rhodan und Attilar Leccore (ersterer mittels Ethofolie als Gyanli maskiert, letzterer in entsprechender Gestalt) in eine Transmitterverbindung einklinken können. Die beiden rematerialisieren in einem Transmitterraum des gyanen Schiffes und müssen sich sofort in den Kampf stürzen. Sie befreien den Tiuphoren Mixandrac, ein Besatzungsmitglied eines der von den Gyanli zerschossenen Schiffe. Von ihm erfährt Rhodan, dass auf Tiu ein Konvent der Katalogiker einberufen wurde. Mixandrac meint, mit der Vernichtung der Flotte sei das Maximum des Leids erreicht und die Erlösung sei nahe. Leccore fertigt Template der besiegten Gyanli an und entnimmt ihren Erinnerungen Informationen über einen besonderen Raum, der eigens für einen hochrangigen Gast eingerichtet wurde. Rhodan und Leccore wollen sich dieses Quartier ansehen, quasi zu Übungszwecken, bevor sie sich Yeemburc vornehmen.

Für den Konvent der Katalogiker interessiert sich auch Klavtaud, ein Gyanli aus dem verborgenen Clan Vtaud, der als Gast in der SHAADRUS weilt. Klavtaud genießt großen Respekt in den höchsten Kreisen der Kohäsion, aber niemand - zumindest nicht die zu seinem Schutz abgestellte Sicherheitsoffizierin Lutoo - kennt seinen Rang oder sein Aufgabengebiet. Lutoo und Klavtaud beteiligen sich an der Untersuchung des Vorfalls im Transmitterraum. Dann fallen ihnen zwei Gyanli in die Hände, die in Klavtauds Quartier eindringen wollten und von Kampfrobotern außer Gefecht gesetzt worden sind. Einer der beiden ist, wie Lutoo schnell erkennt, in Wahrheit ein Fremdwesen. Sie verhört ihn und versucht ihn mit der Ankündigung unter Druck zu setzen, man werde schon bald das merkwürdige Implantat entfernen, das er in der Schulter trägt.

Währenddessen wird Leccore vom Quart-Exekutor Resjuun befragt. Inzwischen wurde auch Mixandrac gefangen genommen. Leccore verwandelt sich in eine Mikro-Bestie, macht seine Wächter unschädlich, fertigt weitere Template an und befreit Rhodan. Der Terraner hatte Gelegenheit, im Fluid zu baden und Neurokrill zu sammeln. Im Fluid hatte er Kontakt mit einer Entität, bei der es sich seiner Meinung nach nur um eine Superintelligenz handeln kann, die Orpleyd zu einer Materiesenke machen will, was natürlich gleichbedeutend mit dem Ende dieser Galaxie wäre. Die Gyanli sind vermutlich ein bevorzugtes Hilfsvolk der Superintelligenz. Hierüber spricht Rhodan für den Fall mit Leccore, dass nur einer von ihnen aus der SHAADRUS fliehen kann, denn diese Information muss unbedingt verbreitet werden. Rhodan befürchtet, dass die Materiesenke aufgrund der Eiris-Kehre auch der Milchstraße gefährlich werden könnte.

Die Dakkar-Spanne befindet sich in Klavtauds Besitz. Rhodan und Leccore begeben sich mit Mixandrac im Schlepptau ins Quartier des Gyanli, denn ohne den modifizierten Fiktivtransmitter können sie nicht zur ODYSSEUS zurückkehren. In Klavtauds Räumlichkeiten bewundern sie ein Hologramm Orpleyds, in dem gut zu erkennen ist, dass die unzähligen künstlich erzeugten Schwarzen Löcher, von denen Duxaluk gesprochen hat, ein regelmäßiges spiralförmiges Muster bilden. Im Hologramm ist neben dem Heimatsystem der Gyanli auch das Lichfahnesystem besonders hervorgehoben. Unklar bleibt, welche Bedeutung das Heimatsystem der Tiuphoren für die Gyanli hat. Auf dem Boden unter dem Hologramm liegen zahlreiche mit Tiucui-Kristallen beschichtete Silberscheibchen. Die Hyperkristalle bilden dasselbe Muster wie die Schwarzen Löcher. Als Rhodan über eine solche Scheibe streicht, entsteht ein zweidimensionales Bild, das wie ein Kompass aussieht. Da fühlt Leccore, dass sich etwas namenloses Fremdes nähert - Klavtaud betritt den Raum. Er hat die Dakkar-Spanne bei sich. Leccore versucht ein Templat des Mannes anzufertigen, bricht aber im selben Moment schreiend zusammen.

Doch auch Klavtaud hat Schwierigkeiten. Er scheint zu glauben, Rhodan und Leccore seien Personen namens Tellavely und Nunadai. Er fragt sich, ob er Pushaitis ist. Rhodan blufft und behauptet, "ihr Herr" sei unzufrieden. "KOSH, das Lot?" fragt Klavtaud und wendet ein, KOSH schlafe seit Jahrzehntausenden und das Operandum nähere sich doch der Vollendung. Tellavely, Nunadai und Pushaitis seien die Maschinisten des Pavvat. Anschließend gibt Klavtaud noch einiges von sich, dem Rhodan entnehmen kann, dass die Gegenwarts-Tiuphoren - also jene vom Sterngewerk SHEZZERKUD und ihre Artgenossen - über Jahrmillionen hinweg Geistkomponenten gesammelt haben, die dem Pavvat zur Verfügung gestellt werden sollen. Dann wäre die Konvertierung KOSHS in eine Materiesenke unumkehrbar. Zuletzt erwähnt Klavtaud etwas oder jemanden namens Cadabb, der wie die Leere sei und warte. Leccore ist kaum noch bei Sinnen. Auch Klavtaud ist schwer angeschlagen. Plötzlich rasen alle Silberscheiben (Sinsilii) auf Klavtaud zu und bedecken ihn. Er verschwindet. Die Dakkar-Spanne bleibt zurück. Eine Funkverbindung zur ODYSSEUS wird hergestellt. Rhodan und Leccore springen in die Yacht. Mixandrac wird mitgenommen.

Für Leccore steht fest, dass Klavtauds Gyanlikörper nur eine Maske oder eine Hülle für eine völlig fremdartige Wesenheit ist. Der Koda Aratier hatte den Eindruck, dass dieses Wesen von allem Leben abgewendet ist und in direkter Verbindung mit der kosmischen Kraft steht, die in Orpleyd am Werk ist. Die Wuutuloxo freuen sich über das Neurokrill, müssen es aber abschirmen, weil es Peilsignale sendet.

Dahinter steckt Lutoo. Sie hat das Fluid entsprechend präpariert und den Gefangenen die Flucht ermöglicht, damit Klavtaud ihnen folgen kann.

Kringels Meinung:

Robert Corvus hat einen unterhaltsamen Roman abgeliefert. Ich muss aber zugeben, dass ich so allmählich genug Beschreibungen von Raumschlachten und Gyanli-Grausamkeiten gelesen habe. Von Leccores Wandlungen ganz zu schweigen. So langsam könnten sich die Autoren mal wieder etwas Neues einfallen lassen! Und wie erwartet liefern die Wuutuloxo-Superbastler genau das, was Rhodan zu seinem Glück braucht. Flugs wird die Dakkar-Spanne wieder einsatzklar gemacht!

Eine meiner vielen Spekulationen war falsch: Nicht der Mechanische Orden hat das Pavvat hergestellt. Es handelt sich vielmehr um Superintelligenzentechnik. Eine andere Speku war zum Teil richtig, denn ich habe ja schon vor einigen Monaten angenommen, dass die Tiuphoren ÜBSEF-Konstanten sammeln, um eine Superintelligenz zu erschaffen. Nun, wie immer im Perryversum muss es mindestens eine Nummer größer sein: Eine Superintelligenz soll den nächsten Evolutionsschritt vollziehen! Tiuphoren und Gyanli arbeiten wohl für denselben Auftraggeber, allerdings ohne es zu wissen ...

Dass KOSH schläft, könnte bedeuten, dass nicht die Superintelligenz selbst hinter alldem steckt, sondern jemand, der KOSH missbraucht. Natürlich könnte sich KOSH ebenso gut selbst schlafen gelegt haben, um sich während des langwierigen Prozesses des Seelensammelns nicht langweilen zu müssen. Vielleicht war der Ablauf ja wie folgt: Vor 20 Millionen Jahren rekrutiert KOSH die Gyanli als Hilfsvolk. Sie sollen die Schmutzarbeit erledigen und werden zu diesem Zweck via Neurokrill schlauer, aber auch erbarmungsloser gemacht. Die Schmutzarbeit besteht darin, die Tiuphoren solange zu quälen, bis diese keinen anderen Ausweg mehr sehen, als sich ins Phat (später: Catiuphat) zu flüchten, sich von der planetengebundenen Existenz zu befreien und weitere Seelen zu sammeln - mit freundlicher Unterstützung des Pavvat. Damit wäre auch die Frage beantwortet, warum die Tiuphoren nicht von den Gyanli an der Entwicklung neuer Raumschiffe gehindert wurden und warum das Lichfahnesystem so wichtig ist. Sobald die Tiuphoren zu ihrem Vagabundendasein aufgebrochen sind und Orpleyd verlassen haben, wird der Zeitablauf für die Galaxie manipuliert. Somit können sich die Tiuphoren in den nächsten Jahrmillionen als Seelenfänger betätigen, während für KOSH viel weniger Zeit vergeht. Agenten wie Klavtaud/ Pushaitis überwachen den Prozess, während sich die Superintelligenz ein Nickerchen gönnt.

J. Kreis, 26.11.2016


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Gastkommentare


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Jonas (08.12.2016):

Die Beschreibungen der einzelnen Autoren im Bezug auf Perry und Leccore differieren mir etwas zu stark.

Überhaupt Leccore, zuerst dachte ich man wollte seine Fähigkeiten mehr oder weniger geheim halten. Nun wechselt er ständig hin und her. Und das sogar im "Sprung". M.E. war das früher anders dargestellt. Irgendwie ist er gerade der Supergucky früherer Jahre. Nur dass er praktisch in jedem Roman auftaucht. Früher gabs auch mal andere Helden.

Wie auch immer. Nett geschrieben. Es geht gut voran. Nur, woher wusste der seltsame Gyanli, dass die drei die Dakkar-Spange brauchen um abzuhauen?


Hans (27.11.2016):

@Patrick:
(Idee: Thez hatte doch einen chaotarchischen Freund; der müsste irgendwann aus einer Materiesenke entstanden sein?)

Wollte mich heute mal wieder auf Bugs stürzen (mache ich am Schluß des Posts) aber Patricks Idee ist faszinierend; Thez ist involviert und hat somit einen Plan C um seinem verblassten Kumpel Wyhro erst die Existenz zu ermöglichen. Er steckt hinter dem Pavvat und ist der heimliche Mentor der Tiuphoren. Matan (oh no, schon wieder der äonenalte Dr*cksack) wollte das verhindern indem er ohne Befehl die letzten Tius in Phariske-Erigon ausradierte... Sehr weit hergeholt aber daher unwahrscheinlich? Man könnte noch abwegiger spekulieren, daß KOSH (BAB5 lässt grüßen, Vorlone) von den KKs manipuliert wird aber wozu brauchen die eine Materiesenke? Nope, eher die CTs stecken dahinter, in einem der Black Holes in Orpleyd könnten sich Chaosdiener verschanzt haben, die Thez in die Suppe spucken wollen um die Entstehung des renitenten CT Wyhro zu verhindern - der hätte eine Ausgestaltung verdient, war der bisher doch nur ein Mini-Appendix von Obermotz Thez.

Ich beschränke mich nun doch auf den Hauptbug des Hefts, möchte auch nicht als Erbsenzähler daherkommen, das Heft war kurzweilig zu lesen auch in vielen kleinen Etappen, wie ich es genossen habe --- Glaubt wirklich irgendjemand, daß diese Würfel-Mechaniker in der Lage sind auch nur eine Kleinigkeit an der Dakkar-Spange umzujustieren? Technik aus 4 Mrd. Jahren in der Zukunft??? Nee, das ist mal wieder plotdriven hoch 12!!! Titelbild gefällt mir nicht, fliegender Blecheimer mit Tentakeln, grausig und dann auch noch in hellbraun.


Patrick (26.11.2016):

Ein guter und interessanter Roman, auch wenn es wieder einer jener Bände ist, bei denen man Informationen Schlag auf Schlag um die Ohren gehauen bekommt.

Nun sind wir also wieder beim Thema SI. Das ist deswegen unfreiwillig komisch, weil seit dem Ende des Thoregon-Zyklus ziemlich offensichtlich ist, dass es auf Autoreseite keine große Begeisterung für das Thema gibt und man es eigentlich irgendwie loswerden will, aber dann trotzdem immer darauf zurückkommt. Das wird hier besonders deutlich. Erst hat man uns erzählt, die Menschheit und die Milchstraße wären zukünftig von dem Einfluss von SIs und anderer Überwesen frei; jetzt wird die Milchstraße plötzlich von einer Materiesenke bedroht. Da hat man den Eindruck, dass die linke Hand nicht weiß, was die rechte tut. Wozu der Firlefanz um die dyschrone Scherung, also gleich die Aufspaltung des ganzen Universums? Wozu musste ES, ein integraler Bestandteil des Perryversums, ohne Abschied in einer kosmischen Toilette weggespült werden? Ich hoffe, auf Seite der Exposé-Autoren besteht Klarheit, was man eigentlich will.

Dass hier wieder eine SI aus dem Hut gezogen wurde, stört mich ansonsten nicht. Ich möchte gut unterhalten werden, und bei mir heißt das, dass meine Fantasie angeregt wird und nicht Seifenopern-ähnliche Handlungen. Dies geht mit SIs besser als ohne; der Rest, einschließlich qualitativer Aspekte, hängt von den Autoren ab.

Viele Leute haben spekuliert, dass die Tiuphoren Komponenten für eine SI sammeln, und der Verdacht hat sich mehr oder minder aufgedrängt. Die von mir eher skeptisch gesehene Vermutung, dass es sich um Thez handeln würde, war aber offensichtlich falsch. (Idee: Thez hatte doch einen chaotarchischen Freund; der müsste irgendwann aus einer Materiesenke entstanden sein?) Die von Ihnen im letzten Absatz angebotene Erklärung ist nicht unwahrscheinlich, wäre aber ziemlich weit hergeholt, was gerade nicht gegen sie spricht.

In dem Zusammenhang verweise ich nochmals darauf, dass "Tiu" die indo-germanische Wurzel für "Theo", "Deus" und "Dieu" ist, also für "Gott". "-Phore" bedeuted "Träger" oder so viel wie "Vehikel". Warum kann das wichtig sein? Weil die Autoren sich ihre Ideen aus dem Fremdwörterbuch holen. Es sei auch daran erinnert, dass die Tiuphoren den Bewohnern des Sturmlandes bekannt waren, wo auch die Rede von "Quallingen" war. Es würde mich nicht überraschen, wenn wir über kurz oder lang wieder bei dem Themenkomplex landen. Thez hat zwar Gegenteiliges verhießen, aber den ominösen Richter Veirdandi scheren Befehle von oben nicht?



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