PR 2882
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Perry Rhodan Nr. 2882: Die letzte Transition

Autor: Hubert Haensel

Inhalt

Perry Rhodan, Pey-Ceyan und Attilar Leccore sind mit der bewaffneten Raumyacht ODYSSEUS aus dem tiuphorischen Sterngewerk CIPPACOTNAL geflohen. Nach dreitägigem Flug und 5000 zurückgelegten Lichtjahren geben die Aktoren den Geist auf. Diese Aggregate werden sowohl für den überlichtschnellen Flug als auch zur Versetzung des Schiffes in die Hyperstenz benötigt und können, wie sich einige Tage voller harter Arbeit später herausstellt, mit Bordmitteln nicht repariert werden. Rhodan überlegt, ob er Richtung Orpleyd um Hilfe rufen oder gar das Sterngewerk anfunken soll. Die Entscheidung wird ihm abgenommen. In nur fünfeinhalb Lichtmonaten Entfernung erscheint ein Raumschiff mit 300 Meter langem, 200 Meter durchmessendem tonnenförmigem Hauptkörper, an den mittels einer langen Gitterkonstruktion eine kegelförmige Antriebssektion angeflanscht ist. Funkkontakt wird aufgenommen. Kommodore Vac von der GRENZENLOSES STREBEN IX aus dem Sternenimperium der Baconbal meldet sich. Er verkündet, sein glorreiches Volk werde schon bald die gesamte Galaxie erobern - mindestens! Rhodan erkennt schnell, dass hinter diesen großen Tönen nur heiße Luft steckt. Die Baconbal sind ein im Grunde friedfertiges und technisch nicht besonders weit entwickeltes Volk, das sich gerade erst aus dem heimatlichen Sonnensystem hinausgewagt hat. Die GRENZENLOSES STREBEN ist das einzige funktionsfähige Fernraumschiff der Baconbal und die Begegnung mit der Besatzung der ODYSSEUS ist der erste echte Kontakt dieses Volkes mit anderen Intelligenzwesen.

Die ODYSSEUS soll zur Heimatwelt der Baconbal geschleppt werden. Vac will zu Hause den Ruhm für die Entdeckung eines Volkes einheimsen, dessen technische Überlegenheit sich ausnutzen lässt. Die Yacht wird zu diesem Zweck an der GRENZENLOSES STREBEN festgemacht. Der Terraner, die Larin und der Koda Aratier setzen über. Sie werden von Vac mit einem Festmahl begrüßt. Die Baconbal sind anderthalb Meter große Amphibienabkömmlinge, die an Salamander mit blauschwarzer Schuppenhaut erinnern. Rhodan findet die Baconbal trotz ihres Größenwahns sympathisch. Er lernt Tomrurd kennen, den leitenden Wissenschaftler der Expedition und Erfinder des Transitionsantriebes. Tomrurd ist beeindruckt von der fortschrittlichen Technik der ODYSSEUS. Er will wissen, ob Rhodans Volk dieses Schiff gebaut hat. Als Rhodan verneint, vermutet Tomrurd, die Meister des Mechanischen Ordens hätten ihre Hände im Spiel gehabt. Rhodan muss auch das verneinen. Tomrurd ist enttäuscht, denn die Baconbal suchen nach dem Mechanischen Orden. Der Legende nach handelt es sich um Wesen aus dem Ghelestra-System, die weniger weit entwickelten Völkern unter die Arme greifen. Derartige Hilfe könnten die Baconbal gut gebrauchen. Im Ghelestra-System hat die Besatzung der GRENZENLOSES STREBEN aber nur einen vergifteten, radioaktiv verseuchten Müllplaneten gefunden. Rhodan nimmt an, dass es sich hierbei um das Werk der Gyanli handelt. Von den Gyanli und den Tiuphoren haben die Baconbal noch nie etwas gehört.

Die GRENZENLOSES STREBEN macht sich auf den Heimweg zum Planeten Onbal im Purungsystem. Dort trifft sie am 19. August 1522 NGZ ein. In der zweijährigen Abwesenheit des Forschungsschiffes hat sich einiges getan. Die Baconbal wurden von den Gyanli entdeckt. Der Großraumer HETOTEND mit dem Gesandten Galphan und dem für Onbal zuständigen Orthodox-Operator Yayl an Bord befindet sich im System. Vac und Tomrurd hören nicht auf Rhodans Warnungen, denn die Gyanli geben sich sehr freundlich. Sicherheitshalber wird die ODYSSEUS im Orbit des Gasriesen Gnitno versteckt. Rhodan, Pey-Ceyan und Leccore erhalten die Gelegenheit, sich unbemerkt auf Onbal umzusehen, während die heimgekehrten Helden von der GRENZENLOSES STREBEN mit einer Parade gefeiert werden. Es wird klar, dass die Gyanli mit den Baconbal umzugehen beabsichtigen wie mit jedem anderen von ihnen unterdrückten Volk, als Tomrurd spurlos verschwindet. Rhodan möchte mehr über den Mechanischen Orden herausfinden. In Tomrurds Wohnung entdeckt er Unterlagen, aus denen hervorgeht, dass der Wissenschaftler den Transitionsantrieb keineswegs aus eigener Kraft entwickelt hat, sondern mit Hilfe eines "Gasts". Die drei Gefährten bleiben in Tomrurds Wohnung und werden dort in der Nacht von einem Gyanli überrascht. Es kommt zum Kampf. Pey-Ceyan tötet den Eindringling. Es ist Yayl, dessen Identität Leccore sowieso annehmen wollte, um ein Beiboot der Gyanli kapern zu können.

Vor Yayls Tod konnte Leccore ein Templat anfertigen. Aus den Erinnerungen des Gyanli erhält der Koda Aratier Informationen über die Regierungschefs der Kohäsion sowie über die besondere Bedeutung des Fluids. Yayl wusste außerdem, dass sich das Operandum der Vollendung nähert. Leccore erfährt, dass die Gyanli auf Onbal ein Mitglied des Mechanischen Ordens gefangen genommen haben: Den Wuutuloxo Duxaluk, Tomrurds "Gast". Er wird zurzeit in der HETOTEND verhört. Die Gyanli betrachten den Orden als Störfaktor, den es zu eliminieren gilt. Leccore/Yayl meldet sich beim Kommandanten des Gyanlischiffes und behauptet, er habe auf Onbal zwei Fremdwesen gefangen genommen. So gelangen Leccore, Rhodan und Pey-Ceyan zur HETOTEND. Die Lebenslichte spürt Tomrurd und Duxaluk auf. Beide werden befreit. Der Wuutuloxo hat einen annähernd würfelförmigen Körper mit 1,5 Metern Seitenlänge, der auf vier kurzen Säulenbeinen mit Klauenfüßen ruht. Er hat zwei Arme mit dreifingrigen Händen und einen nach vorne gereckten Schildkrötenschädel. Auf der grünlich-braunen Lederhaut sitzen wuchtige Stacheln und hornige Aufwölbungen. Duxaluk mag kein Meister (Erstmechaniker) des Ordens sein, sondern nur Zweitmechaniker, doch sobald die Galaktiker seine Ausrüstung beschafft haben, demonstriert er überragende Fähigkeiten. Er greift auf unbekannte Weise auf die Schiffssysteme zu und sorgt für Chaos, so dass alle Gefangenen entkommen können.

Die drei Galaktiker und der Wuutuloxo bringen ein Beiboot der HETOTEND unter ihre Kontrolle. Damit nehmen sie die ODYSSEUS per Traktorstrahl in Schlepp und verlassen das Purungsystem, nachdem Duxaluk die Leistungsfähigkeit des Gyanli-Beibootes in Sekundenschnelle angepasst hat. Duxaluk möchte zurück zum Orden. Ziel ist das nur 282 Lichtjahre entfernte Safaanusystem.

Kringels Meinung:

Hubert Haensel lässt es langsam angehen und nimmt sich ein wenig Zeit für die Nachwirkungen der jüngsten Geschehnisse. Rhodan trauert der Zeit im Catiuphat nach und Leccore scheint Probleme mit der Rückkehr zu seinem alten Selbst zu haben. Ich finde es lobenswert, wenn solche Aspekte nicht einfach von einem Roman zum nächsten abgehakt und künftig ignoriert werden, als wären sie nie geschehen. Der körperliche Tod mit anschließender quasi zeitloser Existenz als Geisteswesen dürfte ein so einschneidendes Erlebnis sein, dass das sofortige Übergehen zur Tagesordnung selbst bei einem Sofortumschalter wie Rhodan unglaubwürdig gewesen wäre.

Die leicht größenwahnsinnigen Baconbal sind ein lustiges Völkchen. Hubert Haensel übertreibt es zum Teil ein bisschen, zumindest wenn er den Baconbal Qard, der als Lotse zur ODYSSEUYS fliegen soll, als vollkommen unfähigen Piloten darstellt, der Probleme damit hat, sich außerhalb seines Raumfahrzeugs aufzuhalten. Die Baconbal sind immerhin schon seit zwei Jahren unterwegs. Und ich finde es schwer vorstellbar, dass irgendwelche Leute ohne jegliche Ausbildung oder Erfahrung mit dem Aufenthalt im All auf die Reise geschickt worden sein sollen. Trotzdem habe ich die Lurchis gleich ins Herz geschlossen. Ich befürchte allerdings, dass sie schon nächste Woche keine Rolle mehr spielen werden.

Duxaluk ist das aktuellste Beispiel für die im Perryversum unverzichtbaren Wundertüten. Mit seinen an Magie grenzenden Fähigkeiten (für die wir wahrscheinlich nie eine vernünftige Erklärung erhalten werden) dürfte er Gholdorodyn, dessen Basteleien stets zum passenden Zeitpunkt verfügbar sind, noch toppen. Wenn der Typ so mächtig ist, wie konnten die Gyanli ihn dann überhaupt gefangen nehmen? Wie dem auch sei - mit dem Mechanischen Orden tritt eine Macht auf den Plan, die Rhodan sicherlich entscheidend bei der Lösung aller Probleme helfen wird. Es sollte mich nicht wundern, wenn das von Rhodan gesuchte Pavvat, das den Tiuphoren entscheidende Anstöße zur Nutzbarmachung der Tiucui-Kristalle geliefert hat, ein Produkt der Ordenstechnik wäre.

Apropos Technik: Warum machen die Aktoren der ODYSSEUS schon nach lumpigen 5000 Lichtjahren schlapp? Hat man den Ccoshars absichtlich Schrott angedreht? Und was wurde eigentlich aus der Dakkar-Spanne? Verwendungsmöglichkeiten für dieses tolle Gadget hätte es im vorliegenden Roman zuhauf gegeben. Hat Rhodan das Ding etwa in der CIPPACOTNAL vergessen?

J. Kreis, 12.11.2016


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Gastkommentare


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Jonas (23.11.2016):

Nett zu lesender Transferroman, leider war der spannende Teil nur auf die letzten 10 Seiten gepresst, da hätte man eher mit anfangen können.


Hans (16.11.2016):

@Phil
Beim Einflug der RT in den Staubgürtel wurde die Besatzung von der Widerstandsorganisation darüber informiert, daß der Zeitaublauf in Orpleyd derzeit synchron mit dem restlichen Universum ist. Da aber sonst so oft Sachen aus vorhergehenden Heften rekapituliert werden hätte das hier auch nicht geschadet.

Der Mechanische Orden: haben die was mit dem Techno-Mahdi zu tun??? Vermutlich ist das ein Volk, welches den Paddlern/Erranten ähnlich ist. Können alles bauen/reparieren/manipulieren aber halten sich aus der Politik und Kriegen heraus.

Ein wirklich erfrischend geschriebenes und völlig bugfreies Heft. Lob an HH (der letzte der zweiten Autorengeneration nachdem sich Arndt Ellmer aufs Altenteil zurückgezogen hat).

Man fühlt sich tatsächlich in frühere Zeiten zurückversetzt als es darum ging in fremden Galaxien Bündnisse gegen die dominierende Lokalmacht zu schmieden. So darf es ruhig weitergehen. Note 1 für das Heft. Man sollte HH den nächsten Jubel-Band schreiben lassen, dann bliebe uns das montillonsche Geschwurbel erspart.


BerndK (14.11.2016):

Ich kann mich Phil nur anschließen:
Bis Seite 40 kann ich den Roman von HH in einem Wort zusammenfassen: kurzweilig.
Na gut, 2 Worte: sehr kurzweilig.
Las sich flott und ich hab das ein oder andere mal geschmunzelt.
Die letzten 20 Seiten scheinen da eher Expose-getrieben zu sein.
Die 1.139 Übernahme eines anderen Wesens durch unseren Überall-Zugleich-Gestaltwandler . . . und dann zaubert man eine technisch hochstehende Partei aus dem Hut . . .
wie konnten die Gyanli denn die ganze Galaxis knechten, wenn es Mächte gibt, die problemlos die Schiffe der Gyanli nach Belieben umprogrammieren können?
Hach, menno, vieleicht brauchen die Expokraten mal ne Auszeit?
Also im positiven Sinne: mal Abstand gewinnen, "das Ganze" betrachten und ein wenig Nabelschau halten.
Im Moment hab ich oft das Gefühl, dass die Jungs ständig liefern, liefern, liefern müssen und was liegt dann näher als Action, Action, Action?


Patrick (13.11.2016):

Ich gebe Ihnen völlig Recht, zumal der Roman nach den Vogel-Lua-Episoden geradezu erholsam ist.

Dass hier Leute ohne die erforderliche Ausbildung auf eine längere Reise geschickt wurden kann ich allerdings verstehen, einfach weil ich bei der Psychologie von Fremdlebewesen keine menschlichen Standards anwende.

Die Verwirrung um den Zeitablauf in Orpleyd ist in der Tat ein Problem. Ich bin gespannt, ob und wie es bereinigt wird.

Ich hatte prognostiziert, dass das Problem mit den Wundertüten durch die Entfernung der SIs schlimmer werden würde, und sehe mich bestätigt. Natürlich gab es Wundertüten früher auch, diese haben sich jedoch gut in das Perryversum eingereiht, etwa als ES Ernst Ellert losgeschickt hat, um Perry gegen BULLOC beizustehen, oder als die Konzepte umgingen. Mittlerweile werden die eierlegenden Wollmilchsäuse einfach aus dem Hut gezogen und wenn überhaupt gibt es haarsträubende Erklärungen für deren Fertigkeiten.

Das Herumgestolper in einer unterjochten Galaxie inklusive einheimischer wohlmeinender Organisation erinnert mich an Tradom.


Phil (12.11.2016):

Dieser Roman ist für mich in erster Linie mal wieder ein Plädoyer für sogenannte Lückenfüller. Heißt: Ich fand ihn solange gut wie nichts sonderlich Handlungsrelevantes passiert ist (bis etwa Seite 40), und dann richtig schlecht, als es Knall-auf-Fall ging. Anfangs war er richtig amüsant, die Beschreibungen der Baconbal waren wunderbar (ich wusste gar nicht, dass HH so witzig sein kann), und dann wurde auf den letzten 20 Seiten alles derart überhastet und trashig und (zwangsläufig) unglaubwürdig, dass ich wieder mal einen dicken Hals bekam. Offenbar ist das auch anderen aufgefallen, oder wie sonst soll man den verschämten Nachsatz von Michelle Stern erklären, am Anfang der LKS? Eine Hommage an das "Erzählen in einer Linie" sei es gewesen, ein "Ehrenerweis an die Frühzeit der Serie2... sowas, sowas, so kann man Trash also auch adeln. Als "Hommage"...

Aber mal völlig davon abgesehen: Haben eigentlich die Autoren und alle handelnden Personen in den letzten drei Heften, also sowohl Perry und Co., als auch Gucky und die anderen, völlig den anderen Zeitablauf in Orpleyd vergessen? Wieso wird lässig und locker in die Galaxis ein- und ausgeflogen, ohne dass sich einer auch nur EINEN Gedanken zu einem evtl. anderen Zeitablauf macht? Himmelherrgott, das war/ist doch sogar DER Handungskniff überhaupt dieses neuen Zyklus gewesen, und nun kümmert es kein Schwein mehr? Nicht mal in einem Nebensatz, einem winzigen Dialog? Macht sich denn keiner Sorgen darüber, dass man eventuell mit einem Einflug nach Orpleyd Tausende von Jahren überspringt? (Oder bin ich ein Trottel und habe irgendwo irgendwas überlesen?) Heiliger Groschenheft-Gott, hilf.



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