PR 2880
© Pabel-Moewig
Verlag KG, Rastatt



Perrypedia



Archiv-Startseite
PR - Übersicht
Heftromane
Zyklus-Übersicht
« PR 2879 «
» PR 2881 »
Perry Rhodan Nr. 2880: Tod im Aggregat

Autorin: Michelle Stern

Inhalt

Der Orthodox-Operator Wyhdomadr aus dem Shod-Clan und sein Assistent Fythomir haben die zur Navigation im Staubmantel Orpleyds benötigten Daten erbeutet. Die Gyanli haben den Aysser Salinos, ein Besatzungsmitglied des zur Rettung von Flüchtlingen eingesetzten Staubtaucher-Raumschiffes TAYMISS, mit der Drohung erpresst, einen ganzen von seinen Artgenossen bevölkerten Kontinent auszuradieren. So konnten sie das Aggregat unbemerkt infiltrieren. Jetzt müssen sie zur TAYMISS zurückkehren, um den Staubmantel wieder zu verlassen. Zuvor möchten sie ihre Gefangenen genauer in Augenschein nehmen. Lua Virtanen und Vogel Ziellos können sich jedoch befreien. Lua setzt hierzu die in einer Haarsträhne verborgenen tt-Progenitoren ein. Vogel greift auf seine Dagor-Kampfkünste zurück. Er tötet Fythomir im Kampf. Wyhdomadr flieht. Lua und Vogel verlieren seine Spur. Sie setzen sich mit Gucky in Verbindung, der die Staubtaucher alarmiert. Pedcos verhängt ein Abflugverbot für alle angedockten Raumschiffe.

Wyhdomadr wird hierüber von Salinos unterrichtet. Der Aysser versucht dem Gyanli den Datenträger zu stehlen, wird aber ausgetrickst und erschossen. Währenddessen stellt Aichatou Zakara eine Liste aller Schiffe zusammen, die demnächst starten wollten und die der Gyanli zur Flucht nutzen könnte. Gucky inspiziert die Schiffe, so auch die TAYMISS. Er hört mit, als zwei Aysser über einen Todesfall (Salinos) sprechen und zieht die richtigen Schlüsse. Die TAYMISS wird abgeriegelt und durchsucht, doch Wyhdomadr ist längst weg. Da man davon ausgeht, dass Salinos allein gehandelt hat, darf die TAYMISS starten. Wyhdomadr platziert Spionsonden im Aggregat. Er hat ein neues Ziel ins Auge gefasst: Die HARVEY! Der Gyanli will herausfinden, was es mit den Fremden auf sich hat. Er glaubt, mit ihrem Schiff am ehesten entkommen zu können.

Mit Hilfe ihrer tt-Progenitoren kann Lua gyane Technik aufspüren. Sie findet eine von Wyhdomadrs Spionsonden und entdeckt seine Signatur in der Nähe der Space-Jet. Gucky will dem OrthOp eine Falle stellen. Einer der drei betäubten Gyanli soll der Köder sein. Wyhdomadr soll glauben, der Bewusstlose werde in die HARVEY überstellt. Wyhdomadr handelt wie erwartet. Er beabsichtigt sogar, die Rolle des Betäubten einzunehmen. In letzter Sekunde durchschaut Wyhdomadr die Täuschung. Es kommt zu einem Feuergefecht. Der Gyanli wird überwältigt und gefangen genommen. Seine Mission war dennoch ein Erfolg, wie er den Galaktikern bereitwillig erklärt. An Bord der TAYMISS befindet sich ein Schläfer, der vor dem Abflug aktiviert wurde. Sofort nach Verlassen des Staubgürtels wurden die brisanten Daten weitergegeben. Somit ist das Ende des Aggregats nur noch eine Frage der Zeit.

Die HARVEY verlässt den Staubgürtel und fliegt zum Rendezvouspunkt, aber die SAMY GOLDSTEIN ist nicht vor Ort. Der Schlachtkreuzer wurde von den Gyanli entdeckt und musste ein anderes Versteck aufsuchen. Die HARVEY trifft am 26. August 1522 NGZ dort ein. Die SAMY GOLDSTEIN liegt unter Feuer; vier Gyanlischiffe greifen an.

Kringels Meinung:

Die Rolle der Gyanli als eindimensionale Fieslinge wird weiter zementiert. Wäre ja noch schöner, wenn sich Gucky Gedanken darüber machen müsste, auf wessen Seite er kämpfen darf! Die Story ist dünn. Zur Füllung der Romanseiten wird ein ermüdendes Hin und Her fadenscheiniger Täuschungen, Tricks und Gegenaktionen konstruiert. Dazu ein paar Beschreibungen des Aggregats und seiner Bewohner. Schon die Ausgangssituation ist unglaubwürdig. Für die Staubtaucher sind die Galaktiker Fremde, über deren Absichten man rein gar nichts weiß. Kaum sind sie im Aggregat angekommen, wird dort eine superwichtige Person (der Navigator) ermordet. Zwei der Fremden sind am Tatort. In einer solchen Situation müssten Lua und Vogel bis zur Klärung der Angelegenheit hinter Schloss und Riegel wandern. Stattdessen bleiben sie auf freiem Fuß, jeder glaubt ihre Story und sie werden sogar in die Suchaktion eingebunden. Zugegeben, ihre Behauptungen werden durch den Fund eines toten Gyanli gestützt. Aber das blinde Vertrauen der Staubtaucher ist lächerlich. Obendrein liest sich der Roman so, als würde außer den Galaktikern niemand etwas unternehmen.

Noch schlimmer: Natürlich haben ausgerechnet Lua und Vogel, zwei durch nichts für derartige Aktionen qualifizierte Quoten-Jugendliche, die von den Autoren immer mitten ins dickste Getümmel gestellt werden, Erfolg bei der Suche nach dem Gyanli, während die Staubtaucher nichts gebacken kriegen. Die sind sogar so leichtsinnig, die TAYMISS abfliegen zu lassen, also jenes Schiff, in dem sich der Gyanli nachweislich versteckt gehalten hat. Als Sicherheitsmaßnahme werden lediglich ein paar Aysser festgesetzt, die Kontakt mit Salinos hatten. Niemand scheint auf die Idee zu kommen, dass so ein Raumschiff eine Fülle von Verstecken für einen kleinen Datenträger mit gekoppelter Funkanlage bietet, der sich nach ein paar Tagen automatisch aktiviert. So genau lässt sich ein Schiff sowieso nicht filzen. Der Raumer hätte bis zum Sankt Nimmerleinstag in Quarantäne bleiben müssen! Es ist übrigens sehr nett von Wyhdomadr, seinen Feinden haarklein zu erklären, was er getan hat ...

J. Kreis, 29.10.2016


« PR 2879 «
» PR 2881 »






Gastkommentare


Neueste Kommentare stehen oben.


Gastkommentare werden nicht von J. Kreis verfasst und dürfen nicht auf anderen Homepages oder in Printmedien weiterverwendet werden.


Hans (30.10.2016):

Ich bin offenbar leicht zufrieden zu stellen. Michelles Schreibstil ist wohltuend holperfrei und so hat mir das Heft gefallen. Hab es allerdings heute zügig gelesen, zwischendrin Geschirr gespült, erfolglos versucht meinen Drucker zum Laufen zu kriegen, der zwei Jahre im Regal verstaubt ist und ansonsten einen ruhigen Sonntag genossen in meiner jetzt Ex-Freund-freien Wohnung. Sprich, hab nicht viel über den Plot nachgedacht bzw. gar nicht.

Danke. Die von Ihnen beschriebenen Logikfehler fallen mir jetzt erst auf. Vllt. leben in Orpleyd ja nur vertrauensselige Volltrottel, LOL - vereist und verdummt... Spaß beiseite. Auch die Argumente von @Patrick sind stichhaltig. Allein mit Tifflor und der MOCKINGBIRD hätte man was anfangen können. Megaschade! Die Verlags-Leute in Rastatt halte ich für extrem naiv. Lua und Vogel sind für ein junges BRAVO-Zielpublikum gedacht - das hätte 1974 funktioniert aber nicht heute! Nach dem was ich vom Chefredakteur im PR-Forum gelesen habe, bevor ich es zeitnotgedrungen gelassen habe, ist das m.E. ein zutiefst von sich überzeugter Mensch, der in der PR-Vergangenheit lebt und die aktuelle Jugend aber sowas von gar nicht versteht. Ich hab' in der Tagesklinik einen Mitpatienten 30 J. - der steht auf Bayern München, zockt Online-Spiele bis zum Exzess und sucht Frauen über Tinder. Wir verstehen uns gut, tauschen uns aus darüber, welche Frauen er scharf findet und bei welchen Kerlen ich schwach werden kann. Der würde nie im Leben nach einem Romanheft greifen! Eher würde er mich küssen - grins. Wenn Herr Frick wirklich Ahnung hätte so gäbe es PR-Online-Games. Ein Tiu-Egoshooter würde sich anbieten oder ein TRAITOR-Strategiespiel. Das Medium Heftroman hat sich längst überlebt. Ich seh' seit Jahren nur ältere Semester in meiner Bahnhofsbuchhandlung in Darmstadt danach greifen. Bei John Sinclair gibt's demnächst Band 2000, den ich gerne hier gastkommentieren würde :-) weil es vermutlich herrlichster Schrott sein wird.

Die Sternengruft hat bereits jetzt Analogien zu dem Betschiden-Desaster der frühen 1000er-Bände, der Unterschied besteht darin, daß Haupthandlungsträger mit dabei sind. Frick denkt wahrscheinlich, er hätte deshalb daraus gelernt aber das war 1981. WiVa's Lieblingssatz: "Das war bei Perry Rhodan schon immer so." offenbart die ganze Misere. Er stellt das AT/JZL-Desaster auf eine Stufe mit dem MDI-Zyklus - wann war das? 1965! Mich wundert, daß es die Serie noch gibt? Man hat wohl doch Angst auf ebook umzustellen wg. der vielen Altleser. Ich würde mir aktuelle ebooks auch nicht runterladen. Hab 5 Jahre einen Reader benutzt für alte Atlan-Abenteuer, die man sonst nicht mehr kriegt aber nur noch elektronisch lesen würde ich nicht, schon allein wg. DRM und Kreditkarte (meine Debit-Karte wurde neulich mangels Umsatz gekündigt :-/) und der Unmöglichkeit ebooks weiterzuverkaufen.

Ich hab mal Star-Trek-DS9 als Kasperle-Theater im Weltraum bezeichnet - PR ist nicht mehr weit davon entfernt aber es ist eine alte Marke und offenbar für den Bauer-Verlag noch Geld wert sonst wäre schon lange Schluß. Ich bleib' nur aus Nostalgie dabei und weil mich AT/JZL durch meine letzten krisenhaften 3 Jahre begleitet hat.

Titelbild: seit wann hat Vogel einen Pelz im Gesicht? Und sein Schnabel zeigt auch nicht nach oben. Frau Virtanen sieht aus als ob sie meine sämtlichen Beruhigungspillen auf einmal genommen hätte... LOL


Patrick (29.10.2016):

Superbösewichter erklären ihren Kontrahenten doch immer ganz genau, was sie so treiben. Sie wissen schon - "Mr. Bond, jetzt wo ich Sie festgebunden habe und dieser Laserstrahl Sie in einer Stunde grausam töten wird, komme ich nicht umhin, Ihnen meine Pläne zu erörtern..."

Eindimensionalität ist in einer Heftromanserie, auch in einer altgedienten, vielleicht gar nicht so tragisch, ist es aber in dem Fall, weil man in Perry Rhodan seit Längerem eine Selbstverstümmlung betreibt. Dadurch soll wohl alles spannender werden, man bekommt es nur nicht richtig hin.

Beispiele:

Hyperimpedanz wird erhöht, um das technische Level zurückzufahren. Dadurch nimmt man sich viele Optionen für die Handlung. Gleichzeitig hat es weder die notorische Invasion der Milchstraße unterbunden, noch Atlans 'längste Reise' (in die JZL). Statt vernünftigen Computern gibt es jetzt ANANSI.

Die Thematik 'Hohe Mächte' wird mühevoll so gestaltet, dass eben diese Mächte nicht einfach wie 'gut - böse' daherkommen; daraufhin wird das ganze Thema offensichtlich aus der Serie verbannt. Eine bizarre Entscheidung, auch weil dadurch die Menschheit ihrer kosmischen Bestimmung beraubt wird. Klingt hochtrabend, macht den Charakter Perry Rhodan, zuvor im Dienste der guten Kräfte des Universums, aber mehr oder weniger arbeitslos, entwertet ihn zumindest.

Tekener wird getötet (und ich denke nur wegen des Show-Effekts - 'wow, Tekener ist tot!'), Tifflor erst unbrauchbar gemacht und dann weggelobt. Dafür kommen Figuren wie Bostich und Vetris-Molaud (Politiker!) und Vogel, der schon deswegen eine Fehlkonzeption ist, weil man sich nur schwer mit ihm identifizieren kann (warum muss er diese Vogelgene haben?).

Ich könnte jetzt noch weiter faseln, aber um es auf den Punkt zu bringen: Wenn man sich selbst Optionen wegnimmt, dann muss man Kaninchen aus dem Hut ziehen, um die Lücke zu füllen. Im letzten Zyklus hatten wir den Supermutanten, der den Mond aus der Bahn werfen kann. In diesem Zyklus hatten wir bereits den Alleskönner Attilar Leccore; nun ist es Luas Haarsträhne, die als eierlegende Wollmilchsau herhalten muss.

Es war meine Hoffnung, dass Tifflors Atopenstatus ein beträchtliches Handlungspotenzial in die Serie bringen würde. Mit so einem Atopenschiff kann man ja die wildesten Abenteuer erleben. Aber genau das wollen die Expokraten offenbar nicht. Vermutlich wird alles banal bleiben oder noch schlimmer werden, da es sich anscheinend um eine bestimmte Geisteshaltung auf Seiten der Verantwortlichen handelt.

Von einer Heftromanserie erwarte ich keine tiefschürfenden Gedankengänge, aber ich möchte gut unterhalten werden. Das heißt in meinem Fall, dass es fantasievoll und interessant sein solle. Seit Band 2500 hat man auf Exposé-Ebene aber die Idee, dass gute Unterhaltung in 'Tiuphorengeballer' und ähnlichen simplen Dingen besteht. Probleme werden jetzt u.a. durch primitive Entführungen erzeugt. Erst hatten die Atopen Perry Rhodan in ihrer Gewalt, jetzt sind es die Tiuphoren. Auch Lua wurde durch ihren Pseudo-Tod faktisch als Geisel genommen, nur um Atlan und Vogel durch die Gegend zu hetzen. Die Serie wird auf pure Action reduziert (früher gehörten z.B. Knobelei und Diplomatie dazu), und ich halte das für eine Folge von mangelndem Talent, nicht von kaufmännischen Erwägungen: Wer Geballer will kauft sich ein entsprechendes Videospiel oder einen Film, aber keinen gedruckten Text oder ein Hörbuch.

Mit weniger Schießereien, Chaos und Gerenne wäre die Serie wahrscheinlich besser, aber dann müsste man irgendetwas anderes schreiben, und im Falle der momentanen Autoren sind das offenbar Silvester-Witze und Neujahrs-Anekdoten.



Deine Meinung?

(Bei Klick auf diesen Button öffnet sich ein Kontaktformular in einem gesonderten Fenster)