PR 2878
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Perry Rhodan Nr. 2878: Aufbruch nach Orpleyd

Autor: Uwe Anton

Inhalt

Fast ein Jahr ist seit dem vermeintlichen Tod Perry Rhodans vergangen. Im Solsystem ist Normalität eingekehrt. Das Atopische Tribunal ist bereits weitgehend aus der Milchstraße abgezogen, die Tiuphorengefahr ist gebannt. Gucky hat Perry Rhodans Leiche gesehen, aber er ist fest davon überzeugt, dass sein ältester Freund noch lebt, denn das im Falle des Todes eines Zellaktivatorträgers immer auftretende Phänomen einer sich ausbreitenden Spiralgalaxie ist seinerzeit ausgeblieben. Eine Rettungsmission für Rhodan wird vorbereitet, doch die RAS TSCHUBAI, das einzige für die Reise nach Orpleyd in Betracht kommende Raumschiff, wurde bei der Schlacht um das Solsystem schwer in Mitleidenschaft gezogen. Die Reparaturarbeiten ziehen sich hin und werden möglicherweise sogar scheitern.

An Silvester 1519 NGZ wirft sich der Mausbiber in einen schicken Abendanzug und begibt sich zur Vulkaninsel Pulau Komba im Malaiischen Archipel. Dort gibt es ein Forschungszentrum, in dem ein vom Ara Mo Trulan geleitetes Team die kosmischen Findelkinder Lua Virtanen und Vogel Ziellos studiert. Die beiden teilen sich Julian Tifflors Zellaktivator. Vogel muss immer in Luas Nähe bleiben. Ist er längere Zeit von ihr getrennt - die Maximalentfernung beträgt 100 Meter - droht ihm der Tod. Lua und Vogel lieben sich, dennoch stellt diese Situation eine nicht unerhebliche Belastung dar. Zwischen den beiden jungen Leuten und Gucky ist eine tiefe Freundschaft entstanden. Für Lua und Vogel ist Gucky so etwas wie eine Vaterfigur. Er holt seine Freunde ab, um mit ihnen gemeinsam den Jahreswechsel zu feiern. Zunächst besucht das Trio den wieder im Erdorbit befindlichen Mond. Dort treffen sie sich mit Pri Sipiera, die seit der Auflösung des Lunaren Widerstandes als Botschafterin in der Onryonenstadt Iacalla arbeitet. Sie berichtet vom fast vollständigen Rückbau des Technogeflechts. Nur wenige Onryonen sind auf Luna geblieben. Sie betrachten Lua und Vogel als Helden, weil die beiden die Jenzeitigen Lande bereist haben, ein Gebiet also, das für die Onryonen fast ins Reich der Legenden gehört. Nach dieser Stippvisite lassen es Gucky und das junge Pärchen auf Terra ordentlich krachen. In Rhodans Haus Nr. 746 Upper West Garnaru Road findet der Abend seinen gemütlichen Ausklang. Lua und Vogel lernen Rhodans Enkelin Farye Sepheroa kennen. Um Mitternacht Terrania-Ortszeit wird angestoßen. Dank ihres Zellaktivators haben Lua und Vogel keinen Kater zu befürchten.

Natürlich hatte Gucky bei alldem gewisse Hintergedanken. Schon am ersten Tag des neuen Jahres führt er Lua und Vogel zur RAS TSCHUBAI. Er möchte, dass sie dorthin umziehen. Dazu sind die beiden gern bereit, denn das Leben auf einem Planeten ist für die in der ATLANC aufgewachsenen Transterraner gewöhnungsbedürftig. Insbesondere Vogel ist immer noch nicht auf Terra heimisch geworden. Das Omniträgerschiff ist an einem Tender angedockt. Noch immer sind schwere Schäden zu erkennen. ANANSI hat seit Monaten nicht mehr gesprochen. Das ändert sich überraschenderweise, als Lua die KI am 5. Januar 1520 NGZ anspricht. Mit den in ihrem Haar verborgenen tt-Progenitoren kann die junge Frau die Semitronik genau untersuchen und sogar heilen. Lua erkennt, dass ein Teil ANANSIS unrettbar verloren ist und den Rest mit in den Untergang ziehen könnte. Die tt-Progenitoren ersetzen die zerstörten Bestandteile. ANANSI bootet neu, danach geht es ihr besser. Gucky setzt durch, dass Lua die Reparaturteams in der RAS TSCHUBAI mit den tt-Progenitoren unterstützen darf. Es muss nur sichergestellt werden, dass keine Atopentechnik im Schiff zurückbleibt. Auf diese Weise wird der Instandsetzungsprozess enorm beschleunigt, so dass die RAS TSCHUBAI am 24. Januar 1522 NGZ starten kann.

Am 3. August wird Orpleyd erreicht. Aichatou Zakara stellt fest, dass kosmische Drift und Rotation der Galaxie offenbar gebremst - "vereist" - wurden. In den dunklen Staubgürteln Orpleyds herrschen unbestimmbare hyperphysikalische Bedingungen. Aufgefangenen Hyperfunksprüchen zufolge fliehen Angehörige verschiedener Völker vor einer schrecklichen Bedrohung. Von Tiuphoren ist allerdings nicht die Rede, sondern von der Kohäsion und den Gyanli. Gucky startet am 12. August mit einer von ihm auf den Namen HARVEY getauften LAURIN-Jet zu einer Vorausexpedition. Die Besatzung besteht aus Farye, Lua und Vogel. Im dichten Staubring ist die Navigation schwierig, die Ortung spielt verrückt und der Funkkontakt mit der RAS TSCHUBAI bricht ab. Außerdem bekommt Gucky Kopfschmerzen. Er kann keine Gedanken mehr lesen. Seine anderen Parafähigkeiten bleiben unbeeinträchtigt. Um überhaupt - wenn auch sehr langsam - voranzukommen und den Rückweg zu finden, setzt Farye Hyperfunkbojen aus. Schon bald steht fest, dass der Staubring auf diese Weise nicht durchquert werden kann. Gucky bricht die Expedition ab.

Außerhalb des Staubringes wird der Notruf eines kaum 50 Meter langen pfeilförmigen Raumschiffes aufgefangen, das von einem 700 Meter langen Schiff der Gyanli verfolgt wird und sich in den Staubring zu retten versucht. Das viel größere, an ein altterranisches U-Boot mit zwei Türmen erinnernde Gyanlischiff holt auf und überlastet die Schutzschirme des Pfeilschiffes. Die getarnte HARVEY nähert sich so weit, dass Gucky in die fliehende Einheit teleportieren kann, sobald deren Schirm zusammenbricht. Die Besatzung besteht aus mindestens einem Dutzend Nichthumanoiden. Gucky kann nur drei der mit je vier stämmigen Beinen und mehrgliedrigen Armen ausgestatteten Kugelwesen, auf deren Körper vier 20 Zentimeter lange Stiele mit Augen und Nasenöffnungen sitzen, in die HARVEY holen, denn die Fremden haben Angst vor ihm. Das kleine Schiff vergeht im Feuer des Gyanlischiffes. Die HARVEY bleibt unbemerkt. Dummerweise sind die geretteten Kugelwesen Giftgasatmer, tragen keine Schutzschirme und vertragen die Luft im Inneren der HARVEY gar nicht gut ...

Kringels Meinung:

Die Besatzungsmitglieder eines Raumschiffes, welches sich mitten in einem Gefecht mit einer deutlich überlegenen Einheit befindet, tragen keine Raumanzüge? Kommt mir sehr leichtsinnig vor. Die Fremden stellen sich vermutlich nur deshalb so dumm an, weil dieser Roman einen kleinen Cliffhanger haben muss.

Egal! Der Romanauftakt hat Spaß gemacht. Uwe Anton nutzt Guckys, Luas und Vogels Zechtour, um den Leser auf viel charmantere Art als sonst an die Hauptfiguren heranzuführen und die für den neuen Zyklus relevanten Ereignisse des zu Ende gehenden Jahres 1519 NGZ zu rekapitulieren. Leider wird im späteren Verlauf doch wieder doziert, die üblichen Datenblattinformationen werden heruntergebetet. Dass die Reparatur der RAS TSCHUBAI Jahre dauert, kann ich akzeptieren, wenn ich an Endlosprojekte wie Stuttgart 21 und den Hauptstadtflughafen denke! Ich verstehe nur nicht, warum es keinen Plan B gibt. Der Betrieb eines Hypertrans-Progressors mag extrem kostspielig sein, aber ich halte es für kurzsichtig, dass man sich auf ein einziges Fernraumschiff beschränkt, zumal dieses eigentlich gar nicht zur LFT-Flotte gehört.

Die erste Hälfte des Hefts hat mir gefallen. Allerdings hätte ich mir ein bisschen mehr Input zur Lage in der Milchstraße gewünscht. Da muss es doch unzählige Großbaustellen geben! Zum Beispiel der Wiederaufbau der vom Atopischen Tribunal okkupierten und/oder von den Tiuphoren verheerten Welten, das Schicksal der Arkoniden im von Tormanac da Hozarius verkündeten Ewigen Imperium und auf Neu-Atlantis, die Wiederbesiedlung der Erde inklusive Rückführung Lunas, der sicher nicht auf Eis gelegte Expansionsdrang des Neuen Tamaniums, die Posbi-Seuche ... vom Abfluss der Eiris ganz zu schweigen! Ganz kurz nur werden einzelne Themen gestreift. Aber da kann ja noch was kommen.

Wenigstens denkt mal jemand (Vogel) an Reginald Bull. Der Ärmste sitzt offensichtlich immer noch in Larhatoon fest - seit fünf Jahren! In PR 2786 war zu lesen, dass er dort zusammen mit Icho Tolot, Toio Zindher und Quick Silver zurückgeblieben ist, um bei der larischen Regierung zu sondieren, ob eine Zusammenarbeit gegen das Atopische Tribunal möglich ist. Das ist ja jetzt obsolet. Warum also hat er sich nicht längst auf die Socken gemacht und ist über die Sternenportal-Transmitterbrücke oder via Stadt Allerorten nach Hause zurückgekehrt? Apropos: Was ist eigentlich aus Shanda Sarmotte, Toufec und Pazuzu geworden?

Die zweite Hälfte hat mich weniger überzeugt. Es geht damit los, dass die Träume einiger in Suspension befindlicher Besatzungsmitglieder der RAS TSCHUBAI selbst dann noch über mehrere Seiten hinweg ausgewalzt werden, als dem Leser schon klargeworden ist, dass die Träumenden nicht - wie er zunächst glauben sollte - in Gefahr geraten. Oder waren das gar keine Träume, sondern von außen eingegebene Visionen? Vorausahnungen künftiger Ereignisse in Orpleyd? Das glaube ich nicht. Am Ende folgt dann die übliche, schon x-fach wiedergekäute Konstellation: Ein kleines Team ist unterwegs in einem unbekannten Land voller böser Aggressoren und nimmt Kontakt mit lieben Verfolgten auf. Damit es nicht zu einfach wird, funktionieren Technik und Parafähigkeiten nicht richtig. Aber ich will nicht überkritisch sein. Insgesamt finde ich den Roman gut.

J. Kreis, 15.10.2016


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Gastkommentare


Neueste Kommentare stehen oben.


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Patrick (16.10.2016):

Ich finde den Roman nicht gut.

Letzte Woche haben wir über Moralfragen diskutiert.

Diese Woche ist klar: Wer auch immer auf die Idee kam, Tekener und Tifflor aus der Serie zu entfernen und dafür komisch-tragische Kreaturen wie Vogel Ziellos und ANANSI in die Serie zu schreiben, muss - böse Absicht oder Geiststörung hin oder her - sowieso zu Teufel gehen.

(Dasselbe gilt auch für die Person, die auf den Gedanken kam, dass man sich in dieser Serie grundsätzlich duzen soll. Welche Sprache sprechen die da? Offensichtlich eine, die auf dem Deutschen basiert.)

Ich glaube nicht, dass irgendwer mit Band 2875 neu eingestiegen ist. Daher war der langatmige Anfang mit all den Details inklusive Vogels albernem Teenie-Seelenleben einschließlich der irrelevaten Fortpflanzungsschwierigkeiten - auch noch bei einem Unsterblichen! - einfach nur unerträglich. Was hat das alles gesollt? Vogel wird von der Vorstellung auf einer Insel zu sein überfordert. Nachdem er auf Andrabasch und in den JZL war. Völlig übertrieben. Außerdem hat Uwe Anton entweder im Raum Malaysia/Indonesien Urlaub gemacht oder einen enstprechenen Reiseführer gelesen. Die pedantische Verliebtheit, mit der die Details zur örtlichen Witterung ausgemalt werden, war einfach nur ermüdend. Während es Indonesien und Malaysia jedenfalls als Landschaftsbezeichnung immer noch gibt, musste Griechenland auf eine seiner Inseln verzichten ("ehemals griechisch"). Die wurde wohl dann doch noch zwecks Abbezahlung von Schulden verschachert.

Atlan hat offenbar Schwierigkeiten, von den JZL jeden x-beliebigen Punkt auf der Zeitachse zu erreichen. Oder ihm ist Perry einfach nicht wichtig genug.

Und selbstverständlich mussten sich die Charaktere in eine der beliebten Traumwelten verirren. (Inklusive 'Rettung in' der übichen 'letzten Sekunde'.) Wieso wird dieser Blödsinn endlos ausgebreitet?

Immerhin weiß ich jetzt, wo sich Bull befindet. Den habe ich nämlich völlig aus dem Blick verloren und auch anders als Sie bei Recherchen nicht lokalisieren können. Ist Roi Danton nicht noch mit der SOL verschollen? Vielleicht gibt es bald ein Wiedersehen.

Fazit: Weggeschmissen.

Die Begründung, warum die Reparatur derart lange dauert, verstehe ich allerdings. Auch warum die LFT derzeit so etwas eigentlich gar nicht braucht oder finanzieren kann, bedenkt man die Situation in der Milchstraße.

PS: "Alle anderen Galaxien entfernen sich von der Milchstraße" - falsch, und die Erfinder der "Kreuzgalaxis" sollten das eigentlich wissen.


Michael (16.10.2016):

Im großen und ganzen stimme ich zu, dass dieser Roman ganz unterhaltsam war. Bis auf die Traumbeschreibungen (die ich überlesen habe, das war mir zu plump und zu offensichtlich) und das ewig gleiche Handlungsmuster, mit der eine Expedition beschrieben wird (siehe Auflistung in der Rezension von Jo Kreis weiter oben).

Tatsächlich sind viele der angesprochenen Themen, wie z.B. die Posbiseuche, noch zu klärende Handlungsstränge (oder habe ich diesbezüglich in den letzten Monaten irgendwann eine Klärung der Situation in einem Halbsatz überlesen?).

Was Reginald Bull, Icho Tolot & Co angeht: Ich hoffe, die Jahre in Larhatoon werden nicht auf ein zwei Seiten kurz abgehandelt. Spricht etwas dagegen, wenn auf dem Rückflug der RT in die heimatliche Milchstraße - um es mal salopp zu formulieren - ein kurzer Abstecher in die Larengalaxis unternommen um die alten Freunde abzuholen?

Ach ja, da gibt es ja noch einen Unsterblichen: Homer G. Adams, der in diesem Roman zumindest einmal erwähnt wird. Ich dachte schon, Adams wäre vom Autoren-Triumvirat bei der Evakuierung der Erde entsorgt worden (hatte mich schon gewundert, dass er während der Evakuierung nicht ein einziges mal in Erscheinung trat). Für mich ein sehr interessanter Charakter (was eventuell auch daran liegt, das ich mich immer mehr seinem biologischem Alter annähere). Schade, dass manche Personen so ganz außen vor gelassen werden, was für mich eigentlich keinen Sinn macht. Es müssen ja nicht gleich neue Handlungsebenen erstellt werden. Hier und da huscht eben mal einer der "lang vermissten" durchs Bild . Die Person braucht/sollte auch nicht als Hauptperson am Anfang des Romans aufgelistet zu sein. DAS wäre für mich spannend, wer in welchem Roman einen "Gast-Auftritt" hinlegt und würde in mir direkt ein wenig mehr Würze und Neugier erzeugen.

Apropos Expedition: War nicht einmal die Rede davon, dass bei einem Flug mit Besatzungsmitgliedern in Suspension bei einer Besatzungsstärke von 20000 Personen stets einige Besatzungsmitglieder nicht wieder aufwachen? Ist dieses Problem eigentlich beseitigt? Ansonsten ist diese Reise für einige Personen vergleichbar mit Dauerkoma, ein ziemlich hoher Preis wie ich finde. (Lösungsvorschlag: Es wurde eine Testmethode entwickelt, mit der beim Auswahlverfahren der Besatzungsmitglieder zuverlässig die Personen aussortiert werden können, die anfällig für diesen Nebeneffekt sind.).

Na, schauen wir mal wie es weitergeht.


Hans (16.10.2016):

Den einleitenden Subplot über Vogel Ziellos und seine Probleme hab ich nur überflogen und gedacht 'oh nee, emotionaler Schmus a la Rosamunde Pilcher...' Ab Kapitel 4 auf S.22 hab ich mit der richtigen Lektüre begonnen. Doch zunächst zum Titelbild. An dem fliegenden Teekessel stört mich folgendes: Die 500m-Schlachtkreuzer sind zu klein dargestellt, ebenso die Hypertransprogressorspindel am Nordpol des Schiffs, dito der Ringwulst und es fehlen dort die Hangartore - ich orientiere mich da an der Rißzeichnung. Diesen Fehler hat man x-mal schon auf Tibis und Innenillus mitansehen müßen. Da haben die Künstler irgendwann mal ein in den Proportionen falsches 3-D-CGI-Modell am PC erstellt und das wird bis in alle Ewigkeit jetzt hergenommen damit es schnell geht. Gerade weil eine Korrektur nur einmal im 3-D-Grafik-Programm vorgenommen werden müßte bzw. leicht von Anfang an hätte berücksichtigt werden können ist das extrem ärgerlich für mich. Bei Johnny Bruck damals, der das meiste mit der Hand gemalt und frei interpretiert hat hätte ich das verstanden aber hier nervt mich das nur. Muß erwähnen, daß ich von 1988 bis 2000 als Werbegrafiker gearbeitet habe (danach beruflich umgesattelt in ganz andere Branche) und jetzt in der Tagesklinik wieder ernsthaft mit Malen und Zeichnen angefangen habe. Bin dieses Mal überkritisch, da ich eine Sch**ßwoche hatte. Mein Ex-Partner (1999 bis 2016), der maßgeblich zu meinem Burnout beigetragen hat nervte mich mit bösartigen SMS und mein potentieller neuer Freund hatte die Woche über mehrfach "Kopfschmerzen" - dachte immer, nur Frauen nutzen diese Ausrede... Aber egal, das Heft war einfach nicht amüsant ohne meine Spaßbrille.

Den von Ihnen genannten Schwachpunkten (dozieren, Datenblatt herunterbeten etc.) schließe ich mich an. Anmerken möchte ich, daß Lua die kaputten Teile ANANSIS (das nach der Progenitoren-Reparatur transparente rechte Bein) nicht ersetzt sondern nur entfernt und es den Technikern überlassen hat das neu aufzubauen - S.34li.Sp.u.

Hier bin ich beim Lesen hängengeblieben:

Auf S.40li.Sp. möchte Jawna Togoya "ansonsten das Bordleben genießen" und dann geht die Besatzung sofort in Suspension… was macht die Dame dann? Hygienezellenarmaturen streicheln, mit Beibooten flirten? Mir ist klar, daß sich das auf die Zeit nach der Ankunft in Orpleyd beziehen soll aber es liest sich doch arg holprig und angesichts der dort lauernden Gefahren macht es auch dann relativ wenig Sinn, schließlich ist das keine intergalaktische Kreuzfahrt, oder? Die Beschreibung der Kommandostruktur auf S.39/40 hat bei mir die Zehennägel aufgerollt - Sergio Kakulkan tut mir jetzt schon leid :-(, Gucky ist kein Expeditionsleiter, "Wozu auch?" aber "Sonderoffizier" mit "einer Art Überrangbefehlsfunktion" - UA schwurbelt hier so flappsig vor sich hin als ob er CM imitieren möchte... :-(

Auf S.40li.Sp.u. werden "die Hirnfunktionen der Tierwelt Ogygias" durch "ein Neurostase-Feld geschützt." Auf S.47li.Sp.o. "Ogygia wurde wieder mit Tieren bevölkert." Häh? Waren die im Besenschrank gebunkert? Nee, is klar.

Auf S.48re.Sp.o. läßt UA ANANSI vom "Hypertakt-Flug" erzählen der doch in Wahrheit eine Hypertransprogressor-Etappe ist.

S.61li.Sp. "Gucky schnappte eine Vielzahl von Gedanken auf und teleportierte. Nur beiläufig nahm er wahr, dass er im Umfeld des Staubgürtels die Gedanken ebenso wenig lesen konnte wie in dessen Innerem." - Kopfschüttel!

Ich hätte es lieber gesehen, wenn Germo Jobst mit von der Partie gewesen wäre. Gucky hätte als sein Mentor fungieren können. Vertane Chance. Die Lovestory von Lua und Vogel geht mir auch langsam auf den Keks :-( und warum er in Lebensgefahr gerät wenn außer Reichweite des ZAC erschließt sich mir nicht. Er wurde doch gar nicht getötet und wiederbelebt in den JZL, sollte außerhalb der kritischen Entfernung einfach normal weiter altern. Seit wann haben die ZACs dieses Feature? Einmal für sagen wir ein Jahr der Wirkung ausgesetzt und dann zerfällt man nach 62 Stunden plus x zu Staub? Was ist mit der normalen verbliebenen Lebensspanne? Schließlich geht das ja noch nicht lange mit den verschränkten ÜBSEFs. Könnte sein, ich hab' da eine Wissenslücke.

Enttäuscht hat mich auch, daß diese mit großem Tam-Tam angekündigte "Vereisung" jetzt als so banales Ding mit den Staubgürteln oder Zeitverzögerung rüberkommt. Hatte eine Veränderung der kosmischen Naturgesetze im Bereich von Orpleyd erwartet, sagen wir mal tieferer absoluter Temperaturnullpunkt im Vakuum oder von mir aus ein 'psionischer Hauch', der alle Lebewesen in Orpleyd in ihren Träumen frieren läßt o.ä. Ich finde das Gedöns mit den Staubgürteln und Zeitverzögerung nur langweilig, sorry - Aichatu Zakara ist ja praktischerweise plotdriven schon an Bord obwohl vor Aufbruch den Galaktikern noch nicht mal der Begriff Vereisung geschweige denn das erneute Zeitgedöns bekannt war. Ihre Kids hat sie auch dabei - bei einer so weiten und gefährlichen Mission??? Nee, is klar. Ach ja und der ewig fröhliche Gucky aus dem einleitenden Subplot, den ich schließlich doch nachträglich gelesen habe (das Liebespaar zigmal um den Globus teleportiert damit diese Silvester in der Fast-Endlos-Schleife erleben…) der ging mir gewaltig auf den Zeiger! Soll das beides originell sein? Stell' ich mir stressig vor, so ein Fast-Endlos-Silvester.

Mein Fazit: Besch...eid...ene Woche, Besch...eid...enes Heft. Das hat gepasst.



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