PR 2874
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Perry Rhodan Nr. 2874: Thez

Autoren: Wim Vandemaan / Christian Montillon

Inhalt

Während Atlan und Julian Tifflor in den Jenzeitigen Landen von Glossberc über den See der Fauthen gefahren werden, unterhalten sie sich über kosmische Fragen. Atlan erfährt viel über Beginn und Ende des Universums sowie über Thez und dessen Werdegang. Unter anderem hat Thez eine Maschine zum Destillieren von Vitalenergie aus einem abgestürzten Chaotender geborgen. Aus dem damit hergestellten Vitalliquor besteht der See der Fauthen. Thez und die Jenzeitigen Lande bilden eine untrennbare Einheit. Auf die Haltung der Superintelligenz ES gegenüber Thez angesprochen deutet Tifflor an, dass es eine Art Übereinkunft zwischen beiden geben könnte. Tifflor räumt zudem ein, dass er den Abzug des Atopischen Tribunals aus der Milchstraße anordnen könnte, aber er ist Thez gegenüber loyal und von der Richtigkeit seines Handelns überzeugt. Atlan erkennt, dass von Tifflor keine Hilfe zu erwarten ist. Zu sehr hat sich dieser Mann in den vergangenen Jahrmillionen von seinesgleichen entfernt. Atlan wird mit Thez selbst sprechen müssen, aber Thez dürfte nicht daran interessiert sein, die Milchstraße sich selbst zu überlassen und somit nicht nur die Ekpyrosis heraufzubeschwören, sondern möglicherweise sogar die eigene Entstehung ungeschehen zu machen. Somit gibt es für Atlan nur eine Lösung. Glossberc zufolge beherrscht Thez die Kunst, das Universum zu bewahren, in dem er selbst sowie die Jenzeitigen Lande existieren, und gleichzeitig eines, welches sich anders weiterentwickelt. Zum Gespräch mit Thez, das im Zentrum des Sees stattfindet, von wo aus Atlan alle Zeiten überblicken kann, muss der Arkonide ohne Tifflors Begleitung weiterreisen.

Im Solsystem ist die Lage kritisch. Die veränderte und mit TAFALLAS Korpus verbundene COLPCOR treibt manövrierunfähig in der Nähe von Sol und wirkt wie ein Magnet auf die Perforationspassage. Am 18. Januar 1519 NGZ greifen die Tiuphoren an. Die Sterngewerke schicken ihre Sternspringer als erste Angriffswelle voraus. Eine für beide Seiten verlustreiche Raumschlacht entbrennt, deren besondere Tragik darin besteht, dass auf Seiten der Tiuphoren unzählige indoktrinierte Schiffe verschiedener galaktischer Völker mitkämpfen. Freunde müssen also auf Freunde schießen. Perry Rhodan, Oberbefehlshaber der Verteidigungsflotte, nutzt jeden erkennbaren Vorteil. Es zeigt sich, dass onryonische Linearraumtorpedos gegen die Sterngewerke eingesetzt werden können. Detoniert ein Torpedo im Augenblick einer Transition in der Nähe eines Sterngewerkes im Linearraum, so wird das Schiff in den Normalraum zurückgeschleudert - ohne Hyperstenz. Rhodan stimmt sich mit Shekval Genneryc ab, dessen Flotte sich den Verteidigern anschließt. Viele Sterngewerke fallen den Linearraumtorpedos zum Opfer. Zudem zahlen sich die verschiedenen Täuschungsmanöver aus. Die Tiuphoren glauben, LAOTSE befinde sich im Griff der Indoktrinatoren und die Galaktiker hätten keine wirksame Verteidigungsmöglichkeit gegen die Nanomaschinen. Sie verlieren 19.000 Sterngewerke - ein Drittel der Angriffsflotte - die sich hilflos geben und die Hyperstenz deaktivieren, um die Terraner in eine Falle zu locken. Rhodan dreht den Spieß um, opfert einige unbemannte Raumforts und vernichtet die Sterngewerke. Da meldet sich Vetris-Molaud und zollt dem Zellaktivatorträger Beifall für diese Aktion. 50.000 tefrodische Kampfschiffe sind eingetroffen. Dieses eine Mal kämpfen Tefroder und Terraner Seite an Seite. Vetris-Molauds Aufgabe ist der Schutz der COLPCOR, auf die es die Tiuphoren offensichtlich ganz besonders abgesehen haben.

In den Jenzeitigen Landen debattieren Atlan und Thez über Sinn und Unsinn der Taten des Atopischen Tribunals in der Milchstraße. Thez sieht sich als Bewahrer dessen, was ist. Atlan bezeichnet das als Unterdrückung der Freiheit und der Würde des Individuums. Um zu demonstrieren, dass er lieber sterben als unfrei leben möchte, schneidet sich Atlan den Zellaktivator heraus und vernichtet ihn. Thez ist nun zu einem Kompromiss bereit. Die dys-chrone Scherung wird zugelassen, so dass es zwei Universen geben wird - eines mit dem Atopischen Tribunal, der Tarania und Thez, eines ohne. Die Sache hat einen Haken. ES ist, wie Atlan erst jetzt erfährt, ein integraler Bestandteil von Thez. In einem Universum ohne Thez kann die Eiris der Superintelligenz nicht existieren, sie wird in das Thez-Universum abfließen. Eine 100 Millionen Lichtjahre durchmessende Sphäre rund um die Milchstraße ist von diesem Effekt betroffen. Die Galaktiker werden also künftig ohne den Beistand ihres alten Mentors auskommen müssen, möglicherweise sind auch andere Superintelligenzen gefährdet. Atlan erhält einen neuen Zellaktivator. Das Gerät besteht aus einem Technomorphyten (so werden unfassbar leistungsfähige kieselsteingroße Mikromaschinchen bezeichnet, welche ÜBSEF-Konstanten simulieren können), das einen Tropfen Vitalliquor umschließt und mit Atlans Körper verschmilzt. Atlan soll die Jenzeitigen Lande mit einer Atopischen Sonde verlassen.

Die Schlacht im Solsystem erreicht ihren Höhepunkt, als sich Tomcca-Caradocc Accoshai bei Rhodan meldet und die Kapitulation fordert. Rhodan antwortet, indem er einige Sterngewerke mit dem neuen Pfadfinder-System vernichtet, das zum Beschuss der Sextadim-Banner von Schiffen in Hyperstenz dient. Accoshai gibt sich unbeeindruckt, doch dann explodiert die XOINATIU. In einer von Vetris-Molaud befohlenen Selbstmordaktion haben sich 1000 tefrodische Schiffe geopfert, um den gegnerischen Oberkommandierenden auszuschalten. In dieser Situation lässt der Gegenwarts-Tiuphore Paddkavu Yolloc den Ruf zur Sammlung ergehen. Er verkündet, die Banner-Kampagne sei beendet, die Erlösung nähere sich der Vollendung und die Reise aller Tiuphoren gehe weiter nach Orpleyd. Rhodan funkt die SHEZZERKUD an und erhält Antwort. Yolloc bestätigt, dass die Tiuphoren für immer aus der Milchstraße verschwinden werden - aber nicht ohne TAFALLAS Korpus. Yolloc demonstriert seine Stärke, indem er die RAS TSCHUBAI problemlos fast zum Wrack schießt. Dann stellt er eine weitere Forderung. Er will Rhodans ÜBSEF-Konstante im Sextadim-Banner seines Sterngewerkes haben. Rhodan willigt ein. Er wird von Pey-Ceyan zur SHEZZERKUD begleitet. Gucky teleportiert hinter der nach vollbrachter Tat weiterfliegenden SHEZZERKUD her und hat danach keinen Zweifel mehr an Rhodans körperlichem Tod. Bei der COLPCOR hat Yolloc weniger Erfolg, denn das Atopenschiff wehrt sich. Gleichzeitig nähert sich die Perforationszone unaufhaltsam. Sol droht sich innerhalb kürzester Zeit zum Roten Riesen zu entwickeln. Da erscheint Julian Tifflor. Seiner MOCKINGBIRD sind selbst die Gegenwarts-Tiuphoren nicht gewachsen. Sie ziehen endgültig ab, als Rhodans Nachfolger Hekéner Sharoun die Vernichtung der Sextadim-Banner androht. Die MOCKINGBIRD setzt zwei Passagiere ab (Lua Virtanen und Vogel Ziellos) und zieht die COLPCOR aus dem Solsystem. Die Perforationspassage folgt und wird mit ihrem Gegenstück vereinigt, so dass sich der Zeitriss schließt. Sol ist außer Gefahr.

Gut eine Woche später blickt Gucky auf die Geschehnisse zurück. Das Atopische Tribunal ist dabei, sich vollständig aus der Milchstraße zurückzuziehen. Die Völker der Milchstraße sind schwer angeschlagen und stehen vor der Aufgabe, sich nach Jahren der Tribunalsherrschaft und den von den Tiuphoren angerichteten Verheerungen neu zu konstituieren. Es ist fraglich, ob die Liga Freier Terraner noch Bestand haben kann, zumal die arkonidische Kolonie auf Neu-Atlantis weiter wächst. LAOTSE muss von Grund auf neu aufgebaut werden und die Reparatur der RAS TSCHUBAI wird Jahre beanspruchen. So lange muss Gucky warten, bis er der SHEZZERKUD folgen kann, um Rhodan zu retten, falls das überhaupt möglich ist. Ziel ist die 131 Millionen Lichtjahre entfernte Galaxie NGC 6861 - Orpleyd.

Kringels Meinung:

Der 175 Bände umfassende Großzyklus wurde für beendet erklärt, und tatsächlich wurde das gesamte Bedrohungsszenario mit wenigen Federstrichen beseitigt. Atopisches Tribunal, Zeitriss und Tiuphoren sind Geschichte. Alle Superschurken wurden besiegt oder vertrieben - der nächste bitte!

Die Auflösung ist so ausgefallen, wie ich es bereits vermutet hatte. Entscheidend sind die im letzten Moment herbeigezauberten Gegenwarts-Tiuphoren und eine gemütliche Plauderstunde zwischen Atlan und Thez. Ob das befriedigend ist oder nicht, lasse ich dahingestellt. Ich bin einfach nur froh, dass es vorbei ist! Leider sind wir die Tiuphoren nicht ganz los, denn der folgende Kurzzyklus bis Band 2899 wird sich wohl - oh Graus - mit dem weiteren Schicksal dieses Volkes sowie der Befreiung Perry Rhodans befassen. Dass die Hauptfigur, deren Namen diese Romanserie trägt, selbstverständlich nicht tot ist und bald wieder mit von der Partie sein wird, steht außer Frage. Insoweit funktioniert der Cliffhanger nicht, aber er fällt nicht so schlimm aus wie letzte Woche von mir befürchtet. Wenn ich die entsprechende Textstelle richtig gelesen habe, hat Gucky die Leichen Rhodans und Pey-Ceyans gesehen. Ihre ÜBSEF-Konstanten befinden sich jedoch im Banner. Nun, wie man ein Bewusstsein aus einem Banner herausholt, das wissen Rhodans Freunde. Fragt sich nur, was bis dahin aus dem Körper inklusive Zellaktivator wird ...

Ich frage mich nur, warum Rhodan auf Yollocs Forderung eingegangen ist. Das Schlachtenglück hat sich doch schon zu Gunsten der Galaktiker verschoben und die Tiuphoren wollten sowieso abziehen. Hätte Rhodan nur ein wenig länger gepokert, wäre das alles nicht nötig gewesen, weil dann die MOCKINGBIRD zum Verteilen von Arschtritten eingetroffen wäre. Warum greift Tifflor eigentlich erst so spät ein? Hat er beim Geplauder mit Atlan die Zeit vergessen (kleiner Scherz)? Das ganze Gelaber in den Jenzeitigen Landen läuft immer auf dasselbe hinaus: Die Galaktiker wollen ihr eigenes Spiel spielen, sich nicht von Thez respektive dem Atopischen Tribunal bevormunden und in die von Thez für gut gehaltene Richtung drängen lassen. Man wirft sich gegenseitig die in der Vergangenheit verübten oder in der "Falschen Welt" bevorstehenden Grausamkeiten vor und stellt immer dieselbe Frage: Was wäre besser / gerechter? Ein sinnloser Streit, bei dem Atlan nur mal heftig mit dem Fuß aufzustampfen braucht (ob der Austausch seines Zellaktivators je irgendwelche Konsequenzen haben wird? Fast möchte ich es bezweifeln), damit Thez einlenkt. Das wirkt ein bisschen schwach.

Jedenfalls ist TAFALLA jetzt auch weg, also müsste endlich erkennbar sein, wie die Ekpyrosis, die wie ein Damoklesschwert immer noch über dem "neuen" Perryversum hängt, entstehen wird. Zumindest gehe ich davon aus, dass die Zeitriss-Katastrophe und die Tiuphoreninvasion nicht mit dem Weltenbrand identisch sind. Es wäre nett von Thez oder Matan Addaru, wenn sie sich die Mühe machen würden, mal genauer hinzuschauen und den Galaktikern zu sagen, was zu tun ist, damit die Ekpyrosis vermieden werden kann. Aber so einfach geht das in der PR-Serie natürlich nicht! Was von der Aussage zu halten ist, dass ES und andere Superintelligenzen im Umfeld der Milchstraße keinen Fuß mehr auf den Boden kriegen werden, ist abzuwarten. Mein Gastkommentator Patrick wird es anders sehen, aber ich betrachte das als Chance und hoffe auf weniger Superintelligenzen-Geschwurbel.

Ansonsten wird viel Pathos und Schlachtengetümmel geboten, vermutlich aus Montillons Feder, sowie noch mehr schön formuliertes Wortgeklingel, wie man es von Vandemaan kennt. Passt schon irgendwie, die beiden waren die richtigen Autoren für den Job. Viele Fragen sind am Ende des Zyklus offen geblieben, mein Gastkommentator Dr. Herbert Seufert hat sie bereits aufgelistet. Dennoch finde ich, dass der Großzyklus ganz anständig zum Abschluss gebracht wurde. Er ist nur zu lang geworden.

J. Kreis, 18.09.2016


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Gastkommentare


Neueste Kommentare stehen oben.


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Patrick (21.09.2016):

Da bin ich!

Als ich den Heftroman las, da musste ich in der Tat an Sie denken. Über Ihre eher negative, aber richtige, Kritik bin ich nun überrascht. Bei Ihnen müsste angesichts dieses historischen Paukenschlags doch Party angesagt sein. (Wobei ich in der Tat nicht überrascht wäre, wenn diese in unangemessenem Eiltempo durchgedrückte Entscheidung bei Bedarf einfach revidiert wird.)

Nein, ich sehe das gar nicht groß anders. Mein Punkt war immer nur, dass die Kritik an SIs etc in die falsche Richtung geht, auch da das eben ein Wesensbestandteil von der Serie ist. Ich sage gar nicht, dass es ein guter ist oder eben war, auch wenn ich da nostalgischer als Sie bin. So überraschend es sein mag, wir werden jetzt die Probe aufs Exempel machen. Ich glaube nicht, dass die Entfernung dieses tradierten Elements eine Qualitätssteigerung herbeiführt. Wenn die Autoren Geschwurbel bringen wollen, dann können sie zukünftig über etwas anderes schwurbeln, etwa magische Kieselsteine. Wenn die Autoren umgekehrt anständige Sachen schreiben wollen, dann könnten sie das auch, ohne gleich SIs in einen kosmischen Abfluss zu kippen. Sie haben jetzt bekommen, was Sie sich gewünscht haben, und das war ein dramatisches Stück PR-Geschichte. Dass uns die Tiuphoren erhalten bleiben habe ich erwartet, aber ich möchte jetzt nichts mehr von Zeitreisen und Atopen hören. (Ist Tifflor damit verloren?)

Ansonsten könnte ich jetzt noch viel schreiben. Der Heftroman war ein passendes Ende für den Zyklus: Fad-verzweifelte Apokalypse-Romantik (besonders albern: das flennende Computerkind), Gefasel (die indirekte Rede bei der Besichtigung des Urknalls!), selbstverständlich ein Deus-ex-Makina-Auftritt und - WOW! - Bergsteigen. Wie passend. Ich bin positiv überrascht, dass die Autoren sich an eine Konversation mit Thez herangetraut haben (was Atlan hinter den Materiequellen getrieben hat, wissen wir immer noch nicht), aber da scheiterte die Serie an ihrem Gigantomanismus. Das moralinsaure Gespräch zwischen dem unsterblichen Ritter der Tiefe und dem "Transkosmokraten" ist furchtbar banal und unter dem Niveau eines schulischen Debattierclubs. Es erinnert unfreiwillig an Faust, der so viel erlebt und studiert hat und am Ende so schlau wie zuvor ist: Da wird man SI und sonst was und klingt wie ein selbstherrlicher Teenager. Das Problem ist schlicht, dass sich kein normaler Mensch ein Gespräch zwischen solchen Wesen vorstellen kann. Deswegen werden wir auch nie die Antwort auf die Frage nach dem GESETZ erfahren (jetzt wird ja spekuliert, es gäbe keine, was Perry offenbar in den Wahnsinn getrieben hätte).

Die Autoren haben sich mit dem Zyklus viel Großartiges und Fantastisches vorgenommen (denke ich), aber nicht geliefert. Die gute Ausgangslage und die Enttäuschung der Erwartung erinnern mich an den Stardust-Zyklus. Die (teils freilich skurille) Banalität, mit der die JZL präsentiert werden, wurde bis zum Ende durchgezogen, inklusive irdischer Bootsfahrt (bei der man den Urknall besichtigen konnte!) und eben dem Smalltalk auf der Bank.

Wieso hat der neue Superdupermegahypermutant nicht einfach die Tiuphoren lahm gelegt? Habe ich da die Ausrede überlesen?

Interessant wird sein, wie sich die Serie zukünftig gestaltet. Die Chaosmächte z.B. können doch jetzt eigentlich nicht mehr nach dem Nabel der Welt, dem Solsystem, greifen und eine Beschäftigung mit dem GESETZ kann man sich jedenfalls in der Milchstraße abschminken. Tatsächlich? Meine Prognose: Früher oder später flutet der Kosmokrat Sowieso die Milchstraße mit magischer Eiris-Brühe und irgendeine Abspaltung von ES taucht auf. Das wird Sie aber dann nicht mehr stören, weil die Autoren demonstriert haben werden, dass sie auch ohne SIs schwurbeln können. Sollte das In-der-Toillete-Herunterspülen von ES und Co. wider Erwarten zu einer Qualitätssteigerung führen, so freue ich mich für die Serie und uns alle. Ich lese das PR-Forum im Allgemeinen nicht, aber eine Überprüfung ergab, dass sich auch andere Leute um das Absägen von ES usw sorgen. Für mich bot dieses Element immer die Chance, den gerne vermissten Sense of Wonder zu bieten. Damit ging man nicht gut um und brachte lieber Geschwurbel. Ob es dem mauen Niveau der Serie gut tut, sich deswegen handlungstechnischer Optionen zu berauben statt die Leistung zu verbessern, wird sich nun erweisen müssen. Vielleicht war das keine Klugheit, sondern eher ein Eingeständnis des Versagens. Ich kann Sie nur warnen. Die Tiuphoren sind doch nicht ansprechendere Gegner als TRAITOR. Jetzt ist so etwas wie TRAITOR jedenfalls im Großraum der Milchstraße Geschichte, aber die Tiuphoren sind weiter "erlaubt". Ich warne also davor, allzu positive Erwartungen zu hegen, aber es ist jetzt an den Autoren, ob sich die "Investition" rechnet.

PS: Widerspricht Ihre Anmerkung, Thez solle den Galaktikern sagen, wie der Weltenbrand verhindert werden kann, nicht Atlans Ersuchen an Thez? Er wollte schließlich, dass die Bewohner der Milchstraße für ihre Zukunft allein verantwortlich sind? Aber vielleicht weiß Atlan Bescheid?

Abschließend möchte ich noch meinem Mitkkommentarschreiber Hans gute Gesundheit wünschen.


Wolfgang K. (19.09.2016):

Aaaah, welch ein Genuss! Ein Heft zwei Handlungen! Zwei Stile! Als wenn sich Hemingway und Thomas Mann verabredet hätten ein gemeinsames Werk zu schaffen, so harmonisch spielen die beiden Handlungsebenen ineinander. Der beste PR-Roman seit Menschengedenken! Lösungen und Erklärungen folgen Schlag auf Schlag und lassen keine Fragen mehr offen. Vollkommen logisch und nachvollziehbar im widerspruchsfreien Einklang mit allem bisher Gelesenem.

Aber am Ende des Leseorgasmusses erhebt sich plötzlich das gottgleiche transthezische Überwesen RANICKISEK aus dem literarischem Urschleim und flüstert: "Selbstverliebtes Wortgeklingel trifft Groschenroman". Aber seine Worte verwehen im postalphabetischen Hieroglyphengestöber.


Hans (18.09.2016):

Da ich zu den Lesern gehöre, die Mittwochs schon das Heft kaufen können entand der erste Teil meines Gastkommentars schon Mittwoch nacht und deshalb völlig unbeeinflußt vom PR-Forum:
Atlan am Fauthensee, er klaut sich einen Kieselstein (oder eher eine Perle - wird etwas unklar beschrieben). Eine Perle gegen die Taurecs Kaserne wie eine positronische Babyrassel daherkäme. Zum Zyklusabschluss (ja es war ein Abschluss, zum Glück) ist auch bei mir etwas abgeschlossen und auch nur teilweise, genau wie in der Serie. Dreizehn Wochen und 3 Tage war ich stationär im Krankenhaus, seit Dienstag entlassen und ab nächsten Montag geht's weiter mit Tagesklinik (Mo.-Fr. 8:00-16:30) am selben Ort wie bisher. Die Klinik ist für mich auch eine Art Jenzeitiges Land, voll mit merkwürdigen Menschen [nicht nur die Patienten ;-) ] und ungewohnten Ritualen, ich kam dort an als Wrack und wurde sozusagen generalüberholt, Wiederherstellungsquote derzeit bei ca. 75%. Zurück zum Heft: Ich, allein zuhaus und "Thez".

Anmerkungen Zu Textstellen mal vorneweg:

S.8li.Sp.mitte "Über beide kann ich dir wenig sagen; sie sind raumzeitliches Sperrgebiet für das Atopische Tribunal." Trotzdem erzählt Tiff doch recht viel über die Technomorphyten und trotz Sperrgebiet sind die Wunderdinger im Zentrum der JZL? S.12re.Sp.mitte - davon hätte ich gern viel mehr gehört, Thez u.a. auf Einkaufstour bei den Chaoten, das bekommen wir irgendwann in einem SpinOffTB ausführlich, wetten? S.15li.Sp, warum weiß LAOTSE von Matans Extraktion des SI-Korpus, der ist doch in einer Scheinwelt und soll nicht aufgeregt werden? Und die RT ist ein "Superschlachtkreuzer" (die Untertreibung des Jahrzehnts). S.20re.Sp.o. "Parapsikoden"??? Wohl forgroundiges namedropping. S.23li.Sp.o. "…daß es zu den Spielregeln gehört, nicht zu wissen, wer die Regeln gesetzt hat." Gute Aussage, ich will die Antwort auf die 3. Ultimate Frage nämlich gar nicht wissen! Und Thez weiß sie angeblich auch nicht, trotz seiner Nähe zu den 'Lodernden Thronen des Gesetzes' - die Expos rudern offenbar zurück. S.23re.Sp.mitte "…Hyperraumtreidlern." Die Treiberlogen der Terranauten lassen grüßen :-)). S.45re.Sp.u. der Auszug der HM aus dem Einsteinuniversum - wie schon so oft von mir erwähnt, ist das völliger Blödsinn da diese multiversal sind und bekanntlich hinter den MQuellen und MSenken wohnen. Allenfalls die Türen dorthin schließen sich im vergehenden Universum - der dickste Logikfehler des gesamten Zyklus! Um das zurechtzurücken müßte es in jedem sterbenden Universum eine obligatorische Vollversammlung sämtlicher KK und CT geben damit dann ein Kehraus stattfinden kann. Falls die Expos das zufällig lesen - ihr dürft meine Idee gerne verwenden :-)). S.46li.Sp.mitte, da verwandelt sich innerhalb weniger Zeilen ein Proton in ein Positron. Re.Sp. daneben "Thez hat sich deinetwegen dem Exodus der HM nicht angeschlossen." Atlan scheint der wichtigste Mensch des gesamten Universums zu sein. Der arme Kerl, auch das noch :-). Wahrscheinlich ist Atlan der Sohn von Thez, der sich irgendwann als Imperator Gonozal inkarniert hatte. Schräge Idee, wäre aber möglich, Taurec hatte zwei Söhne! S.75li.Sp.u. woher weiß Anna Patoman, wohin die Tius abziehen? Der Name "Orpleyd" dürfte in der MS unbekannt sein. Rein ortungstechnisch unmöglich, aber es beschleunigt die Rettungsmission ungemein ;-). Auf S.76 wird zumindest ANANSI ohnmächtig, ich wähnte ja Atlan am Fauthensee kollabieren in meiner Satire neulich. 'Schön', daß wenigstens irgendjemand umkippt (grins).

Nun zum positiven. Das Heft hat mich gefesselt. In fast einem Zug durchgelesen, unterbrochen nur vom Abendessen. Antworten gabs fast keine aber eine Lösung. Das AT zieht ab und durch die dys-chrone Scherung enstehen zwei Einstein-Universen. Eines mit Thez und den JZL am Ende und dasjenige in welchem die Heftserie weitergeht, mit wieder offene(re)m Ende aber sehr wahrscheinlich mit der Ekpyrosis - praktisch ab jetzt ein Paralleluniversum (Band 3000 heißt dann vermutlich "Der Weltenbrand"). Normalerweise sage ich zu so was "Bäh, igitt" aber ich schlucke auch das, komischerweise. Der verblasste Transkosmokrat erschafft unter Schmerzen ein neues Universum bzw. er schert es, auf Wunsch Atlans. Mit der Liebe Thezens zu Atlan und seinem biblisch anmutenden Auftreten auf der Bergeshöhe schrammen die Expokraten mal wieder hart an der religiösen Grenze entlang. Die Unkenntnis von Thez über den 'Regelmacher' (s.o.) relativiert das zum Glück etwas. Wäre nicht das bescheuerte Marketing mit frühen Leaks so wäre Rhodans Tod bzw. Entkörperlichung sogar spannend gewesen. Die Reparatur der RT soll Jahre dauern? Yollocs Angst vor der lächerlich unglaubwürdig klingenden Drohung Hekener Sharouns? Seis drum - ES ist hoffentlich erstmal weg. Hurrah! :-)). Er soll am besten für 500 Hefte sprich zehn Jahre nicht mehr in der Handlung auftauchen! Vor etlichen Monaten hatte ich auf der LKS spekuliert ES=Thez und bin jetzt sehr zufrieden, daß dies zu xx% gestimmt hat. Vermutlich ist der Abzug seiner Eiris in das zweite Universum der Falschen Welt die endgültige Stabilisierung desselben. Lt. S.62.o. ist ES ja ein "integraler Bestandteil von Thez." Lag ja auch sehr nahe, wenn Z wie S gesprochen wird. Atlans Reise auf dem See war fast lyrisch und entschädigt mich für das überwiegende Mittelalterambiente in den JZL. Hoffentlich halten die Expokraten das lange durch, SI- und HM-freie Zone mit 100 Mio. LJ Durchmesser. Leider wurde explizit keine Triviane-Mächte-Freie-Zone verkündet (ist das übrigens dasselbe wie "Transkosmokratische Mächte"?). Tifflor ist wohl weg vom Fenster, da Atope mit Abzugsbefehl und Heimat in der Tarania, die ja im gescherten Universum nicht entstehen wird. Atlan hat jetzt einen hübschen neuen Faberge´Ei-ZA von Thez (nach dramatischem Suizidversuch - hatte tatsächlich etwa 1 min. lang Angst um meine Lieblingsfigur). Einerseits hat der Arkonide nur einen Abzug des AT aus der MS ausgehandelt, andererseits dürfte das AT im gescherten Universum ab jetzt gar nicht mehr entstehen! Die Hintertür um Tifflor doch wieder auftauchen zu lassen ist aber trotzdem sperrangelweit geöffnet. Der Hoppser von einem Universum ins andere, war doch noch nie ein Problem, oder? Zu einem echt radikalen Schnitt haben sich die Expos also nicht durchringen können aber mit dem halben Schnitt kann ich erstmal leben. Hätte schlimmer kommen können :-)). Ich lese die Serie auf jeden Fall (erstmal) weiter. Hoffentlich gibts nächste Woche nicht wieder CM-üblich flappsiges Geschreibe. Das aktuelle Heft hat mich erstaunlicherweise auch für vieles aus dem vergeigten Zyklus entschädigt und das will was heißen. Der berühmt-berüchtigte Sense of Wonder, bei mir hat er sich wieder eingestellt, zumindest am Fauthensee. Die Handlung im Solsystem war hingegen holterdiepolter und auf die Tränendrüse gedrückt mit Perrys Opfergang aber was solls. Eins minus für das Heft. Ich vermisse die Onryonen jetzt schon aber von Matan Addaru möchte ich nichts mehr hören. Veirdandi? Wer soll das sein, nie gehört (megagrins).

Nachtrag, geschrieben am 17.8.:
Im Forum ist ja ein leichter Shitstorm über die Verlagsleute/Expos hereingeprasselt im Zyklusfazit - und das zu recht m.E. Ich versteh die Kritiker gut hab aber immer noch die Spaßbrille auf. Vielleicht sind die Macher der Serie ja doch nicht beratungsresistent und lernen was aus dem Shitstorm. Ihre ersten Reaktionen dort sind zwar recht hilflos und selbstrechtfertigend aber mit der Zeit kommt hoffentlich die Erkenntnis, daß in Zukunft besser geplant werden muss, weniger Fässer aufgemacht werden und Teillösungen VIEL FRÜHER kommen müssen (später hat WiVa das dann sogar noch im Forum versprochen - glaub ich aber erst, wenn es tatsächlich passiert :-I ).

Mein Zyklusfazit sieht so aus:
Es begann mit einem etwas veränderten Invasionsszenario, da ich bei 2200 für 10 Jahre praktisch ausgestiegen war (nur wenige Einzelhefte in dieser Zeit gekauft) hat mir das groß nichts ausgemacht. Der Kampf der Haluter gegen den Jaij auf dem Dunkelplaneten war echt spannend und vieles andere auch. Als die Kardinalfraktoren inhaftiert wurden bin ich bis ca. 2770 wieder ausgestiegen. Dann tauchte Atlan wieder auf, sein Status als Ritter der Tiefe spielte eine Rolle, da konnte ich nicht nein sagen und las wieder. Spannung wurde aufgebaut, die in der Eroberung der CHUVANC gipfelte. Gefiel mir außerordentlich gut. Dann kam der "Zeitriss" und die Tiuphoren. Ich war extrem abgeturnt von den Gewaltorgien und dachte 'Sch**ße, jetzt kommt der Absturz'. Ich beschwerte mich auf der LKS über explizite Gewaltdarstellungen und im Lauf der Zeit besserte sich das, auch andere hatten sich beschwert. Atlans Reise in der Synchronie fand ich hervorragend und keineswegs langweilig. Ich mag es, wenn SciFi mit Fantasyelementen abgerundet wird (früher das Tiefenland, Sato Ambush etc.) Die Geschehnisse in 20 Mio. Jahren Vergangenheit entwickelten sich aber sehr zäh, hier kam bei mir meistens nur Verwirrung rüber, zudem auch hier die Tius metzelnd von System zu System zogen - zuviel Gewalt im Spiel für mich. Die Kerouten fand ich kreuzlangweilig. Rayonen als Ahnen der Onryonen, das fand ich zu plump. Als die Herkunft von Chuv klar wurde, gefiel mir das schon besser, wenn ich auch ab hier immer weniger durchblickte worum es eigentlich gehen sollte in dieser Handlungsebene. Die Ankunft in den JZL war noch richtig schön fantasyhaft und geheimnisvoll aber dann kam mit den Mnemokorsaren ein absoluter Tiefpunkt. Ich hatte mir in einer Mail an die LKS-Tante (etwa bei 2840) gleichgeschlechtlich orientierte Figuren gewünscht aber als ich die krude Story von Spaykel und seinem Lover serviert bekam, hätte ich am liebsten das Heft zerissen. Ich kann mich eben nicht mit Gewalttätern und Mördern identifizieren. Ungefähr hier entdeckte ich das PR-Forum und stellte fest, daß dort überwiegend das Thema gleichgeschlechtliche Liebe ins lächerliche gezogen wurde wobei sich das hauptsächlich auf die Verdächtigungen gegenüber Germo Jobsts Liebesleben anhand eines Titelbildes bezog. Unterirdische Posts waren da zu lesen. Auch deshalb bleibe ich dort nur Gast. Germo Jobst, MUTTER und Die Falsche Welt: ein echtes Highlight in diesem Zyklus. Germo ist eine Figur, die sehr viel Potenzial hat, unabhängig davon ob er Frauen oder Männer bevorzugt. Hoffentlich spielt er in Zukunft noch eine Rolle in der Serie. Irgendwann danach kündigte sich über Wochen hinweg mein Burnout an und ich las die Hefte noch aber verstand leider immer weniger. Nach der "ParaFrakt-Konferenz" (2859) fand ich mich samstags in einem Krankenwagen wieder, dann kam eine Lese-Pause. Klinikalltag, keine Möglichkeit, mir die Hefte zu besorgen und auch kein Interesse, es ging mir extrem schlecht. Beim zweiten Band der "Finalen Stadt" ging's mir etwas besser, ich las weiter und schrieb auch wieder Gastkommentare hier. Den Zyklusausklang empfand ich als sehr fragmentarisch und überhastet, (auch die Finale Stadt war fast eine einzige Enttäuschung), die Bände von Michelle Stern und einige wenige von anderen Autoren aus dieser Zeit bilden da eine Ausnahme. Matans 4-Mrd.-Jahre-Story war einfach nur ätzend, z.B. das "falsche Babylon" aber ganz amüsant. [ungefähr ab hier hab ich offenbar eine Gedächtnislücke, die ich jetzt auch nicht füllen möchte]. Tifflor und seine MOCKINGBIRD (schräge, aber gute Idee - auch mit der retrograden Bauweise habe ich keine Probleme, auf Evolux wurde auch skurilles Zeug zusammengeschraubt und Thez soll ja ne halbe Treppenstufe höher wohnen als seine Ex-Kollegin Vishna) kamen viel zu spät und sind jetzt schon wieder entsorgt. Schade! Der Konflikt zwischen ihm und Atlan wurde nur in einem einzigen Heft thematisiert, eben in "Thez". Das Heft war sehr gut aber ich hätte mir das in einem Dreiteiler gewünscht. 1. Ausführliche Lebensgeschichte von Thez erzählt von Tiff am Fauthensee. 2. Atlan fragt ihn am See, was gerade in der MS passiert. Blick in den See, Resthandlung dort bis zu Rhodans "Tod". 3. Atlan spricht ausführlich mit Thez und bekommt etliche Fragen beantwortet (die jetzt leider alle offen geblieben sind). Ende, wie am Schluss von "Thez". Note für den Abschlusband 1-, 2700-2799 gebe ich eine 2+, 2800-2874 eine 4+ (Atlan-Handlungsebene eine 2, Milchstraße & Tiuphoren eine 4, Vergangenheit eine 5).

Ausblick:
Von der Sternengruft erwarte ich erstmal nicht viel. Hoffe nur auf gut geschriebene Romane. Was da passieren wird scheint klar: die Herkunft der Tius wird beleuchtet und Perry erlebt Solo-Abenteuer. Ob als Geist oder wie seinerzeit in Naupaum/Catron in Fremd-Körpern wird sich schnell zeigen. Ich hab im Maximalfall 12 Wochen Tagesklinik vor mir und das neue Heft jeden Mittwoch (weiter mit Spaßbrille gelesen) wird ein Fixpunkt bei mir bleiben. Und dann wird ja fast schon Weihnachten sein :-)).



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