PR 2867
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Perry Rhodan Nr. 2867: Zeitsturm

Autorin: Michelle Stern

Inhalt

Der halutische Wissenschaftler Atno Tever stellt im September 1518 NGZ fest, dass der Zeitriss seinen Kurs ändert. Die in Richtung Dengejaa Uveso rasende Perforationspassage wird in ungefähr einer Woche die zur Opral-Union gehörende Freizeitwelt Nova Ceres im System von Janskys Stern erreichen. Es wird vermutet, dass der Zeitriss vom Hypersturm Vayu III angezogen wird, der in 37 Lichtjahren Entfernung von Janskys Stern tobt. Das Sturmgebiet hat eine Stärke von 100 Meg, Tendenz steigend. Ein Tryortan-Schlund ist bereits entstanden. Benedict Marthaler, Regierungschef der Opral-Union, und Aylmer Cochrane, Gouverneur des Systems, veranlassen die Evakuierung des Planeten. 100 Millionen Terraner müssen in Sicherheit gebracht werden, allerdings weigern sich viele Menschen, insbesondere die als "Bezeuger vom Ersten Grund" bekannten Anhänger von Plinius Mela, ihre Heimat zu verlassen. Sie suchen Zuflucht in großen Bunkerstädten, bei denen es sich um Hinterlassenschaften eines unbekannten Volkes handelt.

Die Chronotheoretikerin Aichatou Zakara reist mit der WOLFGANG PAULI, einem mit dem ParaFrakt-Schirm bestückten 350-Meter-Forschungsschiff der PLUTO-Klasse, nach Nova Ceres, um Daten zu sammeln, die vielleicht zur Rettung des Solsystems beitragen können. Ihrer Meinung nach wird es beim Kontakt der Perforationspassage mit dem Planeten zu Veränderungen des Zeitgefüges kommen. Instabile Chronoduplikate von Objekten und Lebewesen werden entstehen. Zunächst beteiligt sich die Targia an einer Rettungsaktion für zwei Sturmtaucher. Die Sturmtaucher suchen mit abgespeckten und verkleinerten SKARABÄEN im Gebiet von Vayu III nach Raum-Zeit-Scherben. Mittels neuer Detektortechnik konnte festgestellt werden, dass Hyperstürme Objekte ausspucken, die Schwingquarzen ähneln. Niemand kennt die genauen Eigenschaften der Raum-Zeit-Scherben und deshalb sind sie sehr begehrt. Die SUSANOO, das Mutterschiff der Sturmtaucher, ist nicht gut genug ausgerüstet, um den aufgrund der sich nähernden Perforationspassage in Gefahr geratenen Mini-SKARABÄEN zu helfen. Die WOLFGANG PAULI übernimmt das und bringt einen der beiden Sturmtaucher in Sicherheit. Der andere geht verloren, als die Perforationspassage am 26. September auf den inzwischen zu Orkanstärke angewachsenen Hypersturm trifft und diesen mitschleppt.

Man kann durch die Perforationspassage hindurchblicken. Auf der anderen Seite des Zeitrisses sind tausende Sterngewerke zu sehen. Der Hypersturm verhindert allerdings, dass die Schiffe in die Gegenwart überwechseln, wie sich herausstellt, als ein Sterngewerk genau das versucht. Es wird von den Gewalten zerrieben. Ein Funkruf vom Sterngewerk MOZZEKUT wird in der Gegenwart aufgefangen. Der Caradocc fragt, ob der Ruf zur Sammlung jenseits des Übergangs ergangen sei. Anschließend begibt sich Zakara ins HypTech. Dieses Institut zur Erforschung der Wechselwirkungen zwischen dem Planeten und dem Hypersturm befindet sich in einem der alten Bunker. Die Targia will dort bis zum letztmöglichen Augenblick ausharren.

Die Evakuierung gestaltet sich schwierig, denn nach einer vorübergehenden Verlangsamung bewegt sich die Perforationspassage wieder schneller auf das System zu. Es kommt zu technischen Störungen in den Evakuierungsschiffen. In dieser Situation trifft ein aus 50 Schiffen bestehender Verband der Onryonen ein. Die infolge der dys-chronen Drift geschädigte Ordische Stele von Nova Ceres hat diese Flotte herbeigerufen. Die Onryonen helfen nach Kräften. Ganze Familien bleiben freiwillig auf dem Planeten zurück, anderen gelingt die Flucht nicht mehr. Insgesamt sind es 30 Millionen.

Am 30. September trifft die immer noch vom Hypersturm umhüllte Perforationspassage ein. Raum und Zeit werden instabil und die von Zakara vorhergesagten Phänomene treten auf. Die Raumzeit wird zerstückelt; die Fragmente werden in unterschiedliche Zeitabläufe versetzt. Zerstörungen und Chaos sind die Folge. Schließlich entsteht sogar ein Chronoduplikat des gesamten Planeten. Nova Ceres beginnt zu zerbrechen. Auch die im System verbliebenen Raumschiffe sind betroffen. Zakara versucht mit einem besonders robusten Aerokopter zu fliehen. Sie befürchtet das Schlimmste, doch da erscheint der Atope Julian Tifflor mit der MOCKINGBIRD und rettet die Frau. Zakara wird an Bord geholt. Der Pensor und die zu Batterien zusammengeschlossenen Tolocesten manövrieren die MOCKINGBIRD sicher durch die fragmentierte Raumzeit der Perforationszone. Tifflor erklärt, er benötige Daten, um das Solsystem retten. Vielleicht sei es ihm sogar möglich, den Zeitriss gegen die Ekpyrosis einzusetzen; er nimmt an, dass beide Phänomene nicht identisch sind. Die MOCKINGBIRG soll in der Finalen Stadt weiter optimiert werden, aber Tifflor kann nicht garantieren, dass er die Perforationspassage aufhalten kann. Da Tifflor nicht selbst Kontakt mit Cai Cheung aufnehmen kann, soll Zakara die Solare Premier darüber informieren, dass die Evakuierung des Solsystems vorangetrieben werden muss.

Der Pensor nutzt seine Parafähigkeit, um alle überlebenden Ceres-Terraner in das Atopenschiff zu versetzen. Sie werden anschließend zum Planeten Tauret im Eiganasystem gebracht. Viele Menschen sterben an diesem Tag, auch Gouverneur Cochrane.

Am 1. Oktober trifft die Perforationspassage auf Janskys Stern. Die Sonne wird zur Supernova.

Kringels Meinung:

Der Roman enthält viele Subplots, die ich in der Zusammenfassung nicht erwähnt habe. Da wären zum Beispiel die Geschwister Alei und Charla Perres, Hypersturmforscher vom HypTech, deren Vater zu den Bezeugern vom Ersten Grund gehört und auf Nova Ceres bleiben will. Dasselbe Problem hat die Sturminspekteurin Moe Xangongo vom Raumschiff SUSANOO. Ihre Schwester bleibt ebenfalls auf dem Planeten zurück. Sie alle sind Bestandteil von Kapiteln, in denen Michelle Stern Weltuntergangsszenarien und dramatische Einzelschicksale beschreibt, wie sie in Katastrophenschinken wie zum Beispiel 2012 nicht tränenreicher vorkommen. Am Schluss kommt die Kavallerie in Form der MOCKINGBIRND und rettet den Tag.

Von den Jenzeitigen Landen aus hätte Tifflor jeden beliebigen Zeitpunkt erreichen können. Dass er nicht rechtzeitig kommt, um alle Ceres-Terraner zu retten, bevor die Perforationspassage eintrifft, lässt nur den Schluss zu, dass er es nicht wollte. Sollte behauptet werden, dass er es nicht konnte, wäre das für mich nicht glaubwürdig. Warum hat er den Tod unzähliger Menschen nicht verhindert? Um Daten zu sammeln? Die hätte er auch so sammeln können, Planet und Sonne wären auf jeden Fall vernichtet worden. Dass er dieses Ereignis nicht abwenden konnte, kann ich akzeptieren. Sein verspätetes Erscheinen wirkt auf mich wie Effekthascherei. Zumindest wissen wir jetzt, was dem Solsystem bevorstehen würde, wenn dies nicht die PR-Serie wäre, in der eine solche Katastrophe undenkbar ist.

J. Kreis, 30.07.2016


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Gastkommentare


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Hans (01.08.2016):

Ich mag den Schreibstil von Michelle Stern sehr gern. Leider konnte ich das Heft nicht in einem Rutsch durchlesen, da ich mich im Krankenhaus befinde und ständig von irgendetwas abgelenkt werde. Ich habe an dem Roman nur einen winzigen Makel gefunden. Auf dem Raumvater, der die Flüchtlinge aufnimmt frägt ein Kind sinngemäß 'warum altmodische Sicherheitsgurte' und erhält als Antwort 'Energiemangel' - bei Versagen der Andruckabsorber und 'nur' Durchschlagen von 5g würden die Passagiere schon schwerstverletzt in den Gurten hängen... Ansonsten ein guter Spannungsaufbau und auf den letzten 20 Seiten gibt die Autorin richtig Gas. Dass der Atope Tifflor auftaucht fand ich richtig Klasse - die Handlungsschauplätze verbinden sich endlich und das auch noch von einem Heft zum anderen! Ich schließe mich der Kritik, daß Tifflor locker alle Bewohner des Planeten hätte retten können nicht an. Weil: 1. wo wäre die Spannung und Dramatik geblieben? 2. Wissen wir als Leser wirklich, daß ein Atope tatsächlich sich zu jedem x-beliebigen Zeitpunkt atopisch vergegenwärtigen kann??? Ich würde das mit Nein beantworten, zudem der Zeitriß ja etwas darstellt was dem AT bisher praktisch unerwartet auf die Füße gefallen ist. Ich glaube langsam zu begreifen, daß die Atopen tstsächlich keine Zeitreise betreiben und stelle das Teil'versagen' Tiffs in diesen Kontext. Wer weiß, was da alles eine Rolle gespielt hat warum er zu spät kam (da bleibt mir als Leser z.B. die Spekulation, daß die beschädigte Synchronie schuld sein kann). Unter der MOCKINGBIRD konnte ich mir bis jetzt nichts vorstellen. Jetzt: cooles Schiff, einzigartig wie jeder Atopenkahn. Note 1 für Michelle von mir.


Patrick (31.07.2016):

Mich hat der "frühe" Einsatz des Richterschiffes mit dem absurden Namen überrascht.

Die Expochaotarchen haben sich hier in eine schön blöde Situation manövriert. Ernst Ellert wurde umgebracht, weil er zu mächtig war und der Serie jede Spannung geraubt hätte. Nun steht also ein Atope auf Abruf bereit, der jederzeit aus dem Nichts auftauchen und die Welt retten kann. Der schon zum Running Gag avancierte Deus-ex-Makina-Effekt wird damit auf die Spitze getrieben. (Auch schick: der Pensor!)

Das wirft viele Fragen auf. Wird sich Tifflor dafür einsetzen, dass die Menschen die Erde verlassen? Denn eigentlich lebte dort ja zunächst eine andere Spezies. Was hält er von der Folterung Perry Rhodans durch die Atopen? (Und was war eigentlich mit seiner redseligen Haut?) Vor allem aber, warum er nicht schon viel früher interveniert hat. Man kann sich damit herausreden, dass er im Rahmen dieses verdrehten Zeitreise-Unfugs nie Atope geworden wäre, hätte sich bislang nicht alles so entwickelt wie gehabt. Mit welchen Ausreden wir uns zukünftig Tifflors Nichteingreifen erklären lassen sollen, wurde uns in weiser Voraussicht bereits präsentiert: Hätte man Hitler, den Pop-Star des Bösen, ermordert, dann hätte die bankrotte Weimarer Republik in einem geheimen Vulkanstütztpunkt Atomwaffen gebaut und gegen New York eingesetzt. Tifflor wäre also gestorben. (An die Frage, ob es besser gewesen wäre, wenn man die Beendigung des Ersten Weltkrieges durch einen Friedensschluss erzwungen oder - brisanter - einen Sieg der Mittelmächte herbeigeführt hätte, trauen sich weder die PR-Autoren noch die ultracleveren Atopen heran, da nicht banal genug.)

Dank der Verwandlung Tifflors in einen Atopen werden wir uns diese hochinteressanten Zusammenhänge zukünftig öfter zu Gemüte führen lassen müssen. Bravo!



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