PR 2864
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Perry Rhodan Nr. 2864: Die Finale Stadt: Oben

Autorin: Michelle Stern

Inhalt

Die Finale Stadt in den Jenzeitigen Landen ist in vier Facetten unterteilt, die einst im Gleichgewicht waren. Doch dieses Gleichgewicht ist verloren gegangen. Die Caräer, Bewohner des Unten, vegetieren in der Niedersee und der Lebensblase Tallpana dahin, umgeben von Müll, der von Membranen ausgespuckt wird, die vom Unten her nicht durchquert werden können. Im Unten glaubt man deshalb, das Oben sei ein Land des Wohlstands und Überflusses, dessen Unrat im Unten abgeladen wird. Als es Atlan, Lua Virtanen und Vogel Ziellos gelingt, eine Membran umzupolen und ins Oben vorzudringen, stellen sie fest, dass sich die Caräer irren. Das Oben ist eine endlose Eiswüste, in der die Lebensbedingungen womöglich noch härter sind als in Tallpana. Von hier kommt der Abfall, von dem das Unten überschwemmt wird, jedenfalls offensichtlich nicht und eine Rückkehr ins Unten ist nicht möglich. Die Systeme der Schutzanzüge funktionieren nur noch höchst unzuverlässig. Schleier, die Exuvie Matan Addarus, spendet den drei Wanderern Wärme. Auch in manchen Schluchten, die durch die permanente langsame Bewegung der gigantischen Eisschollen des Oben entstehen, ist es relativ warm. An ihrem Grund befindet sich eine kohleartige Substanz, die Wärme abgibt, allerdings auch giftige Dämpfe. Am Rande einer solchen Schlucht wird Atlan von einem zehn Meter langen bleichen Wurm attackiert. Es gelingt dem Arkoniden, das Tier in die Schlucht zu locken, doch im letzten Moment reißt es ihn mit. Lua und Vogel geraten selbst in Gefahr, als sie Atlan zu helfen versuchen. Alle drei werden gerettet, als ein Mann erscheint und eine Strickleiter in die Schlucht wirft. Atlan ist erstaunt, einem Onryonen gegenüberzustehen, jedoch einem mit schlohweißer Haut.

Der Name des Onryonen ist Ahhav Hotnoyar. Er ist der Kapitän des Wehrschiffes SEYFINA, das auf dem Glazialplateau des Oben nach Beutetieren und Rohstoffen sucht, vor allem aber nach Depots, in denen Unbekannte aus unbekannten Gründen die verschiedensten Nahrungsmittel und Gebrauchsgegenstände gelagert haben. Die Bewohner des Oben - vor allem Onryonenabkömmlinge, aber auch Caräer und andere Lebewesen - bezeichnen sich selbst als die Hungervölker. Sie sind der Überzeugung, Thez habe sie vergessen, und leben in ständiger Angst vor den Eispiraten. Man sagt, die plündernden Eispiraten seien schuld daran, dass die Tore zum goldenen Unten und zum Überfluss der Facette Hof verschlossen wurden. Die Hungervölker hängen also im Grunde demselben Irrglauben an wie die Caräer im Unten und halten diese Facette für ein Paradies. Die Onryonenabkömmlinge leben in vergleichsweise kleinen Siedlungen und bilden Rudel wie ihre Ahnen. Ihre hölzernen Bauten befinden sich unter dem Eis, man betritt sie durch Einstiegsluken. Wegen der Piratengefahr sind die Hungervölker stets fluchtbereit und betreiben keine Viehzucht. Im Großcaldarium Svanem leben über 100 Onryonen, darunter Ahhavs Sohn Leylecc.

Atlan behauptet, er und seine beiden Begleiter seien Überlebende eines Piratenüberfalles. Er tritt das Recht an dem Weißwurm an Ahhav ab. Der hätte ihm sowieso geholfen, denn die Hungervölker halten zusammen. Allerdings muss jeder mitarbeiten, und so werden die drei Geretteten als Späher auf der SEYFINA eingesetzt, eine Aufgabe, für die sie aufgrund der Zoomfunktion ihrer Schutzanzüge prädestiniert sind. Vogel erspäht eine große Frostmoos-Kolonie, so dass die Schiffsbesatzung eine ertragreiche Treibjagd auf Tiere veranstalten kann, die als Eisrutscher bezeichnet werden. Diese Tiere sind die wichtigsten Nahrungslieferanten der Onryonen. Bei der Jagd bricht die Zeromidin Hayris ein, mit der Lua sich bereits ein wenig angefreundet hatte. Die Besatzung hält sie für dem Tode geweiht, aber Atlan, Lua und Vogel retten das über vier Meter große vierbeinige Wesen, dessen dreieckiger Kopf auf einem sehr langen Hals sitzt. Damit haben sie Ahhav einen großen Dienst erwiesen, denn Hayris kann Depots wittern wie niemand sonst, und genau das hat sie im Moment des Einbrechens getan. Zu Ehren der Retter wird ein Fest gefeiert. Bei dieser Gelegenheit fragt Atlan den Kapitän nach der Facette Hof. Ahhav meint, der Hof sei einer der letzten Orte vor Thez. Er weiß nicht, wie lange die Abschottung der Facetten schon besteht. Allenfalls der Pend, ein mythisches Wesen, das alles weiß, aber nichts sagt, könnte Informationen hierüber haben. Als Atlan diesen Namen hört, wird er hellhörig. Er geht davon aus, dass Pend dasselbe mächtige Wesen ist, dem Perry Rhodan in der CHEMMA DHURGA begegnet ist, dem Schiff der Atopin Saeqaer. Pend hält sich angeblich in der Zone Null auf, dem kältesten Ort des Oben, an dem Temperaturen von 270 Grad unter Null herrschen. Hayris berichtet, dass sie schon einmal in der Nähe der Zone Null war. Sie hat dort das größte Depot gewittert, auf das sie jemals gestoßen ist. Mit der SEYFINA ist eine Fahrt in die Zone Null nicht möglich. Nur ein besonders großes Schiff der Eispiraten wäre dazu eventuell in der Lage.

Währenddessen in Svanem: Thissja, die Gründerin von Leyleccs Rudel, hat dem jungen Mann bisher die Altweiche verweigert, weil er noch nichts Besonderes für das Rudel geleistet hat. Leylecc gilt somit als Kind, obwohl er vom Alter her keines mehr ist. Er darf deshalb sein Rudel nicht frei wählen und kein eigenes gründen. Leylecc rettet ein leichtsinniges Kind vor einem Eisrutscher und gewinnt den Respekt der Schützerin Khellto. Als es ihm wenig später auch noch gelingt, zwei Eispiratinnen in eine Falle zu locken, die Svanem auskundschaften wollten, hätte er die Altweiche eigentlich schon verdient. Normalerweise werden gefangene Eispiraten sofort getötet, aber Leylecc sorgt dafür, dass die Piratinnen verschont werden, denn auch sie gehören zum Volk der Onryonen. Er meint, Thez habe die Hungervölker nicht vergessen, sein Andenken an sie sei nur gestört. Leylecc hat oft von einem Fremden geträumt, der das Tor zu Hof aufstößt, um Thez die Trübung zu nehmen. Leylecc glaubt, dass sich die Piratinnen in Svanem eingliedern können, doch es gelingt den beiden, sich zu befreien und Leyleccs schärfsten Kritiker Gerruk als Geisel zu nehmen. Leylecc soll ihnen etwas zu essen bringen. Er trickst sie aus, indem er ihnen giftiges Weißwurmfleisch vorsetzt, muss aber selbst etwas davon zu sich nehmen, um sie zu täuschen. Die Piratinnen sterben. Gerruk bringt Leylecc dazu, das giftige Fleisch zu erbrechen, so dass er überlebt. Zur Belohnung für Leyleccs Heldentat gewährt Thissja ihm die Altweiche.

Derweil auf der SEYFINA: Ahhav kann sein Glück nicht fassen, denn ein gut gefülltes Depot wird gefunden. Doch kurz danach erspäht Lua Rauch in der Ferne. Er kommt vom Heizofen des Piratenschiffes MAVVED, des größten bekannten Piratenschiffes unter dem Kommando Uchevs, den man "den Eiswerfer" und den "Roten Tod" nennt. Uchev ist ein Tshiday, ein schlanker Humanoider mit goldenem Fell und Tellerkopf. Atlan plant die Eroberung des gegnerischen Schiffes, um damit in die Zone Null vorzustoßen, doch er geht in eine Falle. Der echte Uchev lebt nicht mehr, wovon seine Besatzung allerdings nichts ahnt. Er wurde vom gestaltwandlerischen Sediment Frost ersetzt, einem weiteren Bruderteil des konglomerierten Bacctou. Die Besatzung der SEYFINA wird gefangen genommen. Atlan wird über Bord geworfen und endet in einem Eisblock, aber die Exuvie und die Reste des Sediments Hoffnung helfen ihm, so dass er sich schnell befreien kann. Unbemerkt entert er die MAVVED und spricht Uchevs Stellvertreterin an, eine Onryonin namens Zudchan. Er berichtet ihr von dem Riesendepot in der Nähe der Zone Null und kann sie davon überzeugen, dass ihr Kapitän ein Betrüger ist. Mit Zudchans Unterstützung fordert Atlan Uchev zum Tharrum heraus. Der Piratenkodex sieht vor, dass der Sieger die Kapitänswürde erlangt. Atlan behält die Oberhand und kann zugleich beweisen, dass Uchev ein Gestaltwandler ist. Die Mannschaft der MAVVED zerstückelt das Wesen, aber die Einzelteile drohen sich wieder zusammenzufügen. Atlan verhindert das, indem er die Exuvie auf die Einzelteile wirft. Diese zerfallen zu Staub, der von der Exuvie umhüllt wird. Jetzt will Zudchan Atlan herausfordern, aber Vogel schreitet ein und besiegt sie mit den von Atlan erlernten Dagor-Kampfkünsten. Somit ist Atlan Kapitän der MAVVED. Ahhav erhält Schiff und Ladung zurück. Atlan erzählt ihm nun, wer er wirklich ist und was er vorhat. Die SEYFINA fährt anschließend nach Svanem, nur Hayris bleibt bei Atlan.

Die MAVVED nähert sich der Zone Null. Die Piraten sind zunächst überglücklich, weil das große Depot tatsächlich gefunden und ausgebeutet werden kann, aber als es immer kälter wird, beginnen sie zu murren. Schließlich kann das Schiff nicht mehr weiterfahren. Atlan, Lua und Vogel müssen allein weiter, wobei sie erneut von Schleier geschützt werden. Sie finden Pend, ein Wesen wie eine hauchzarte Libelle, das in einem Eisblock eingeschlossen ist. Es kommt zu einer Wechselwirkung zwischen Pend, Atlans Zellaktivator und den Überresten des Sediments Hoffnung. Der Eisblock schmilzt, Pend wird befreit. Pend 1749 kommuniziert auf telepathischem Wege und zeigt sich ebenso dankbar wie hilfsbereit. Pend ist in diese prekäre Lage geraten, weil er lange in den entzogenen Landen unterwegs war und einige Aspekte von sich selbst dort zurücklassen musste, sodass er jetzt machtlos ist. Der Bacctou hat Pends Schwäche ausgenutzt. Pend teilt mit, dass der Bacctou Thez über den Zustand des Oben täuscht. Pend muss seinen Aspekt Null bzw. Unendlich zurückgewinnen und sich zu diesem Zweck in die Denkunmittelbarkeit von Thez begeben. Er ist bereit, Atlan, Lua und Vogel zum Hof zu bringen, denn er will selbst dorthin und hat noch einen Andank der Ähnlichkeit abzuleisten.

Die SEYFINA gelangt wohlbehalten und voll beladen zurück nach Svanem. Ahhav ist stolz auf seinen Sohn. Ihm ist es zu verdanken, dass die Onryonen jetzt wie Leylecc an eine bessere Zukunft glauben.

Der konglomerierte Bacctou ärgert sich über den Misserfolg des Sediments Frost, empfindet aber auch Respekt, denn Atlan ist nur noch einen Schritt vom Weg zu Thez entfernt.

Kringels Meinung:

Na, wir wollen mal nicht übermütig werden! Atlan wird mit Sicherheit nicht vor Thez stehen, solange er nicht alle vier Facetten der Finalen Stadt durchwandert hat, also frühestens am Ende des aktuellen Viererblocks, aber eher erst in PR 2874. Oder 2899? Es ist mir mittlerweile egal, denn wie ich im Kommentar zum vorigen Roman schrieb, möchte ich den Weg als das Ziel betrachten. Die Antworten auf die unzähligen Fragen, die seit PR 2700 aufgeworfen wurden, werden vermutlich eher banal ausfallen, auf jeden Fall dürfte unser aller Erwartungshaltung zu groß sein, als dass uns die Antworten noch vom Hocker reißen könnten. Deshalb wünsche ich mir gar nicht, dass sie bald gegeben werden.

Auch in diesem Roman gibt es praktisch keinen Fortschritt für die Zyklushandlung und auch diesmal stört es mich nicht, denn ebenso wie MMT erzählt Michelle Stern eine ideenreiche Geschichte mit sympathischen Figuren. Meine Handlungszusammenfassung mag ganz schön lang geworden sein, aber ich habe längst nicht alles ausformuliert. Lustig, dass die Onryonen im Oben genauso vom Unten träumen wie sich die unter den dortigen Lebensbedingungen leidenden Caräer nach dem Oben sehnen. Auf der anderen Seite des Gartenzauns ist das Gras eben immer grüner. Aus dem Oben kommt der ganze Dreck also nicht ins Unten. Woher aber dann? Aus dem Hof oder dem Turm? Und warum sind Atlan & Co. durch die umgepolte Membran trotzdem ins Oben gelangt und nicht zum anderen Ende der kosmischen Klospülung?

Wegen des "zufälligen" Zusammentreffens mit der MAVVED war ich zuerst sauer, aber dann hat sich ja herausgestellt, dass das Ganze eine Falle für Atlan war. Bis jetzt hat der Bacctou mit seinen Aktionen nur dafür gesorgt, dass Atlan weiterkommt. Ohne die MAVVED wäre er nicht in die Zone Null gelangt, ohne den Staub des Sediments Hoffnung hätte er Pend nicht aufwecken können. Vielleicht sollte der Bacctou Atlan also einfach mal machen lassen? Dass Pend wieder auftaucht, ein potentiell allmächtiges Wesen, das schon einmal für einen Deus-ex-machina-Effekt gesorgt hat, gefällt mir nicht so gut. Ich befürchte, dass das noch einmal geschieht.

Der Bacctou ist vermutlich verantwortlich für die Zustände im Unten und im Oben. Thez hat anscheinend keine Ahnung davon, was in der Finalen Stadt wirklich los ist. Hat der Bacctou auch den Hof und den Turm manipuliert? Handelt er diesbezüglich im Auftrag von Matan Addaru? Wenn ja: Welches Ziel verfolgt der Atope? Oh Schreck! Will er vielleicht Thez stürzen? Dann könnte ich mir vorstellen, wie der Zyklus endet. Atlan erreicht Thez, öffnet ihm die Augen und - schwupps! - wird so einiges "umgedacht", dem bösen Atopen wird ordentlich auf die Finger geklopft, das Atopische Tribunal muss sich aus der Milchstraße zurückziehen. Nur mit dem Zeitriss dürfte auch Thez so seine Probleme haben.

J. Kreis, 09.07.2016


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Patrick (23.07.2016):

Ich habe oft Romane gegen Kritik verteidigt. Dieser hier ist aber ein Wrack, und das ist weniger ein Autoren- als ein Expokraten-Fehler.

Trivial, irrelevant, nutzlos - das sind die höflichsten Worte, die mir für diese Missgeburt einfallen. Wieder einmal zeigt sich, dass der Zyklus mitnichten zu abgehoben und surreal ist. Atlans fantastische Reise in Ländereien jenseits der Zeit ist eine fantasielose Abfolge von Bergsteigen und Tauchen in der Kanalisation. Diese Handlung könnte ebensogut auf der Erde spielen.

Pure Zeitverschwendung. Sympathische Figuren? Mich interessiert das Treiben dieser Leute überhaupt nicht, eben weil sie irrelevant sind. Hören Sie sich eine Geschichte für Kleinkinder an; da können Sie dasselbe über die Figuren schreiben. Ideenreich? Wie gesagt: Diese völlig vorhersehbare Handlung könnte auch auf der Erde spielen. Und was zum Henker soll das für eine "Stadt" sein?

Es ist eine Grundschwäche des Zyklus, nicht das zu liefern, was er ankündigt. Das gilt insbesondere für die lange betriebene Stilisierung der JZL als fantastischer, fulminanter Ort. Ich habe schon nach den ersten Seiten dieser Eskimo-Geschichte gemerkt, dass es wieder nichts wird und ich getrollt werde. Jede weitere Seite war eine Qual und ein generisches, klischeehaftes Story-Element folgte dem nächsten - z.B., oha, Piraten! Mit Planke! Und Fechtkämpfen! Eine Demütigung für eine große SF-Serie.



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