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Perry Rhodan Nr. 2860: Der tote Attentäter

Autor: Uwe Anton

Inhalt

Uldormuhecze Foelybeczt wird am 24. September 1518 NGZ gemäß altem cheborparnischen Brauch in einem aktiven Vulkan beigesetzt. Hierfür wird der Batu Tara im Malaiischen Archipel ausgewählt. Am Rande des Staatsakts spricht Perry Rhodan mit dem tefrodischen Abgesandten Moras Darorah, den er verdächtigt, doppeltes Spiel zu treiben. Der Tefroder bezeichnet den Terraner als Großadministrator und Gutmenschen. Beide Begriffe dürften jemandem, der sich nicht bestens in der terranischen Geschichte auskennt, gar nicht geläufig sein. Rhodan argwöhnt deshalb, es könne sich um eine versteckte Botschaft handeln. Doch der Sinn bleibt ihm verborgen. Die ParaFrakt-Konferenz verläuft anschließend weiterhin alles andere als harmonisch. Die "Verhandlungen" beschränken sich auf gegenseitige Schuldzuweisungen, Verbalattacken und Streitereien wegen Begrifflichkeiten. Zum Beispiel stellt sich die Frage, ob die Neue USO wie vom Atopischen Tribunal behauptet eine terroristische Vereinigung ist, denn aus terranischer Sicht sind Monkeys Leute eher als Widerstandskämpfer zu bezeichnen. Dieser Verlauf ist allerdings ganz in Rhodans Interesse. Attilar Leccore hat vergeblich versucht, mehr über Sybrand Herzog herauszufinden, der sich beim Erklingen des Umbrischen Gongs verdächtig benommen hat. Leccore weiß nicht einmal, wo sich Herzog zurzeit aufhält. Er setzt den Agenten Zoran Padraig auf ihn an.

Tatsächlich wurde der stellvertretende TLD-Chef mental von dem Tiuphoren Camaxi Texolot übernommen. Texolots Kontrolle ist durch die Ausstrahlungen des Umbrischen Gongs ins Wanken geraten. Außerdem fühlt sich der an ein Leben im All gewöhnte Tiuphore auf dem Planeten Terra nicht wohl. Dennoch führt er seine Mission fort. Er trifft sich mit dem Hyperenergiestrukturanalytiker Wisconsin Zandman in der Waringer-Akademie. Zandman arbeitet an einem Gerät zur Aufspürung von Indoktrinatoren. Texolot/Herzog behauptet, Zandmans Team sei von einem Saboteur des Neuen Tamaniums unterwandert worden. Um den Saboteur aufzuspüren, soll Zandman den stellvertretenden TLD-Chef, der zu diesem Zweck eine Tarnidentität annimmt, als neues Teammitglied aufnehmen. Damit er seinen "Kollegen" gegenüber nicht völlig ahnungslos dasteht, braucht er natürlich Informationen über den Gegenstand der Forschungen. Zandman erklärt, dass Positroniken mit neuen Autodiagnoseroutinen ausgestattet werden sollen, welche in der Lage sind, Indoktrinatoren zu Reaktionen zu verleiten. Diese können dann aufgespürt und gemeldet werden. Die Bezeichnung dafür lautet Indoktrinatoren-Response-Indikator, kurz IRI. Ein möglicher "Saboteur" ist schnell gefunden. Mit Hilfe des bereits indoktrinierten TLD-Zentralrechners AGENT GREY lenkt Texolot den Verdacht auf einen Wissenschaftler namens Tyler Dauriac, der mit einer Tefroderin einen im Neuen Tamanium lebenden Sohn hat und angeblich von diesem unter Druck gesetzt wird.

Den nächsten Schlag des Umbrischen Gongs wartet Texolot in Herzogs Appartement in der Kanchenjunga-Wohnanlage ab. Herzogs Bewusstsein versucht Texolots Griff zu brechen und hat damit fast Erfolg. Dem Tiuphoren wird klar, dass er seine Mission vor dem nächsten Gongschlag vollenden muss. Beim Verlassen der Wohnanlage wird Texolot auf Padraig aufmerksam. Er tötet den unerfahrenen Agenten. Zurück in der Akademie unterbreitet Texolot Zandman einen Plan zur Sicherung der wertvollen Forschungsdaten. Das Original wird so präpariert, dass es sich bei unbefugtem Zugriff löscht (Texolot selbst sorgt dafür, dass das geschieht, sobald Tandman gegangen ist). Alle Kopien bis auf eine, die im TLD-Tower deponiert werden soll, werden sofort gelöscht. Für seine Flucht von Terra - oder vielmehr für den Transport seines Bewusstseinschips sowie des Datenträgers zu Texolots Auftraggeber - beschafft sich der Tiuphore zwei überlichtschnelle WAKINYAN-Drohnen. Diese Drohnen sind mit einem hochwertigen Holografie-Camouflage-System ausgestattet. Die erste bringt einen Zwischenbericht zu Caradocc Maxal Xommot. Texolot behält die zweite in seiner Nähe. Texolot lässt Herzogs Gesicht von einem Medoroboter chirurgisch verändern, um sich unerkannt in die Solare Residenz begeben zu können.

Padraigs Leiche wird gefunden, außerdem wird festgestellt, dass das Bildmaterial von der Explosion auf Mimas manipuliert wurde. Rhodan zieht die richtigen Schlüsse. Kaum hat LAOTSE bestätigt, dass AGENT GREY mit Indoktrinatoren infiziert wurde, da wendet sich die Technik des TLD-Towers gegen die Menschen. Leccore ist gezwungen, ein von ihm selbst entworfenes Notfallsystem zu aktivieren und AGENT GREY zu vernichten. Dabei wird der Tower schwer in Mitleidenschaft gezogen. Das nächste logische Angriffsziel des Saboteurs ist LAOTSE. Herzog wird aufgespürt und von Rhodan paralysiert, bevor er sich selbst erschießen kann. Der Bewusstseinsspeicher wird aus Herzogs Schädel entfernt.

Am 26. September, dem letzten Tag der Konferenz, lässt Rhodan die Bombe platzen. Er gibt zu, bewusst dafür gesorgt zu haben, dass die Verhandlungen unharmonisch und chaotisch verlaufen. Er wollte den Teilnehmern den Spiegel vorhalten und ihnen klarmachen, dass Uneinigkeit zum Untergang führt. Er legt seinen Standpunkt dar und macht deutlich, warum er das deterministische Weltbild der Atopen - das sich sowieso als unkorrekt herausgestellt hat - nicht akzeptieren kann, zumal das Atopische Tribunal ganz offensichtlich Ziele verfolgt, die im Widerspruch zu den Lippenbekenntnissen der Atopen stehen. Er hat so gehandelt, wie er es in der jeweiligen Situation nach bestem Gewissen für richtig gehalten hat und wie er seinen moralischen Überzeugungen gemäß handeln musste. Jetzt liegt es an den Teilnehmern, das Verteidigungsbündnis gegen die Tiuphoren zu schmieden oder zu verwerfen. Während Rhodan, Cai Cheung, Attilar Leccore und Hekéner Sharoun in Rhodans Haus Nr. 746 Upper West Garnaru Road auf das Ergebnis warten, erfahren sie, dass eine der beiden WAKINYAN-Drohnen sichergestellt wurde - die IRI-Daten sind noch vorhanden. Die zweite Drohne bleibt verschwunden. Dann meldet sich Tacnan Occoly und teilt mit, dass sich die Konferenzteilnehmer einstimmig für Rhodans Vision ausgesprochen haben. Prompt wird der Transfer der ParaFrakt-Konstruktionsdaten an alle Beteiligten in die Wege geleitet.

Niemand weiß, ob LAOTSE und OTHERWISE "sauber" sind oder im Bann der Indoktrinatoren stehen. Rhodan lässt bei Vetris-Molaud anfragen, ob der Positronikleser Dienbacer zur Klärung dieser Frage herangezogen werden kann. Der Maghan ruft schon am 27. September zurück und gibt sein Einverständnis - mit einer Bedingung: Rhodan soll den Mutanten persönlich von Tefor abholen.

Leccore überlegt, wie er die jüngsten Vorfälle zum Vorteil der LFT nutzen kann. Der Bewusstseinschip wurde nicht zerstört. Vielleicht lässt sich den Tiuphoren damit eine Falle stellen. Als Einsatzgebiet wählt Leccore das zum Sternenreich der Apasos gehörende Pahbyrnsytem. Dort haben die Tiuphoren vor einigen Tagen die Orbitalwerft THAUBYRIN angegriffen.

Kringels Meinung:

Der Haluter Apon Gochnor geht zusammen mit den beiden Onryonen aufs Klo, um bei der gemütlichen gemeinschaftlichen Verrichtung ein paar warme Worte unter sieben Augen wechseln zu können. WTF?!? Diese Bilder kriege ich doch nie mehr aus dem Kopf! ;)

"Alles muss man selber machen", denkt sich Perry Rhodan offenbar, und überlässt die Verfolgung des Infiltrators nicht den Leuten, die dafür bezahlt werden, sondern geht selbst auf Tiuphorenhatz. Das finde ich angesichts der geballten Inkompetenz des Geheimdiensts gar nicht verwunderlich. Rhodan hat Verdacht geschöpft und Leccore informiert. Der schafft es nicht, seinen eigenen Stellvertreter observieren zu lassen - er weiß nicht einmal, wo der Mann jetzt ist! Nicht genug damit. Leccore setzt einen (!) unerfahrenen (!!) Agenten auf Herzog an. Der arme Junge wird natürlich prompt überrumpelt und beseitigt. Wenn ich die Verhältnisse in der realen Welt berücksichtige, also Videokameras an jeder Straßenecke plus unzählige Möglichkeiten, alle möglichen Online-Aktivitäten nachzuvollziehen, dann kann ich kaum glauben, dass es einem Geheimdienst im 16. Jahrhundert NGZ nicht möglich sein soll, jemanden aufzuspüren, der überhaupt nicht genug Zeit hatte, um sein Untertauchen vorzubereiten. Man versucht es mit Gesichtserkennungssoftware! Ich lach' mich schief. Was ist denn aus den guten alten Individualtastern geworden? Dass sie noch existieren, können wir in Kapitel 10 dieses Romans lesen. Perry wird am Eingang seines Privathauses anhand der IV-Impulse identifiziert. Soll ich etwa glauben, dass sowas in der Solaren Residenz nicht möglich ist?

Tja, und jetzt ist das Kind in den Brunnen gefallen. Es befinden sich Indoktrinatoren auf Terra, wahrscheinlich auch noch auf Mimas. Leccores Reaktion war konsequent. Die von AGENT GREY ausgehende Bedrohung musste ausgeschaltet werden, auch wenn das ein empfindlicher Schlag für den TLD ist. Ich frage mich nur, ob die Indoktrinatoren auf diese Weise vernichtet werden konnten. Zudem könnte Texolot überall weitere Indoktrinatoren verstreut haben: In der Waringer-Akademie, in der Solaren Residenz, im Solaren Haus, in der Kanchenjunga-Wohnanlage… und trotzdem kommt niemand auf die Idee, schleunigst den ParaFrakt-Impuls an den betroffenen Orten einzusetzen! Selbst wenn diese Technik noch nicht hundertprozentig ausgereift sein sollte, das heißt wenn Positroniken durch den Impuls beschädigt werden könnten (die Beschreibungen in den Romanen sind diesbezüglich uneinheitlich), dann wäre das immer noch besser, als einen Befall von LAOTSE und OTHERWISE zu riskieren.

Das alles ist natürlich nicht das zentrale Thema des Romans, sondern die Konferenz. Was ich davon halten soll? Ich weiß es nicht. Einerseits gefallen mir Rhodans Ausführungen zur eigenen Weltsicht und zu den Machenschaften des Atopischen Tribunals ganz gut, er redet Tacheles und mir somit aus dem Herzen. Damit will ich nicht sagen, dass mir der Stil seiner wortreichen und teilweise zu schwülstigen Rede gefällt. Es geht mir vielmehr um die Aussage an sich, siehe Handlungszusammenfassung. So und nicht anders muss diese Figur denken. Andererseits finde ich die Naivität der Autoren/Expokraten irritierend. Zugegeben, Perry Rhodan ist in erster Linie eine Unterhaltungsserie. Dennoch kann ich nicht umhin mich zu fragen, was wohl in der realen Welt geschehen würde, wenn jemand in einer extremen Krisensituation eine Konferenz mit dem später eingeräumten Ziel einberufen würde, selbige scheitern zu lassen. Am Ende ärgert sich Rhodan über sechs verschwendete Tage. Sehr richtig. Aber wer hat diese Zeit verschwendet? Wieviel Leid und Tod mögen die Tiuphoren in dieser Woche verursacht haben und wieviel davon hätte verhindert werden können, wenn der ParaFrakt sofort nach der erfolgreichen Erprobung an die Tefroder, die Blues, die Onryonen und so weiter verteilt worden wäre? Und ist die beharrliche Weigerung der Onryonen und Tefroder, vernünftig mit der LFT zu verhandeln, überhaupt glaubwürdig - oder vielmehr plotdriven? Ist es so weit hergeholt, an einen Erfolg der Konferenz zu glauben, wenn Rhodan auf Offenheit gesetzt, die neue Technik mit allen geteilt und seine Rede gleich am Anfang gehalten hätte? Wie gesagt: Ich weiß es nicht.

Ansonsten sind mir wiederum die vielen Wiederholungen und kopierten Datenblattauszüge unangenehm aufgefallen, zumal diesmal sogar ganze Textpassagen des Romans der Vorwoche wiederholt werden.

J. Kreis, 11.06.2016


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Gastkommentare


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Patrick (12.06.2016):

Ich gebe Ihnen bei der Beurteilung weitgehend Recht. Mir fallen allerdings noch einige sprachliche Absonderlichkeiten auf.

Rhodan wird als "Gutmensch" bezeichnet? In welcher Sprache außer Deutsch gibt es das Wort? Im Englischen jedenfalls nicht. Da die Weltgeschichte ab Rhodans Mondlandung einen radikal anderen Verlauf genommen hat wüsste ich gerne, wann, in welchem Kontext und in welcher Sprache der Ausdruck aufgekommen ist?

"Indoktrinatoren-Response-Indikator" ist weder Englisch noch Deutsch. Man spricht dort weder das eine noch das andere, aber dieses sprachliche Kuddelmuddel wirkt nicht sonderlich durchdacht.

Ansonsten habe ich nichts gegen Politik in SF-Serien, die ja meistens Verwicklungen zwischen kosmischen Mächten behandeln. Aber die Darstellung der Konferenz ist fürhterlich klischeehaft und konstruiert. Rhodan spielt hier die Rolle eines galaktischen Kindermädchens und hält die ganze Welt zum Narren, während anderswo zahllose Lebewesen in tödlicher Gefahr schweben. Dadurch unterscheidet er sich nicht großartig von SI-Schauspielkünstlern wie ES oder von der Zeigefinger-Bevormundung des Atopischen Tribunals. Die Episode endet damit, dass die galaktischen Mächte freudestrahlend erkennen, kleinliche Narren zu sein, die dringend vom weisen Rhodan erzogen werden müssen: ein ziemlich entwürdigendes, anti-individualistisches Stereotyp, das sich durch viele SF-Serien zieht und sich nicht von der Herangehensweise des Atopischen Tribunals unterscheidet - ihr seid blöd und solltet das tun, was wir euch sagen, ansonsten sterbt ihr. Wissen die Autoren, was sie da verzapfen?

Des Weiteren ist es ermüdend, dass in der Serie immer die gleichen Handlungsbögen durchgekaut werden: Rhodans zum Scheitern verdammte Beziehung, und die ebenfalls zum Scheitern verdammte Anstregung, die Galaxis - warum auch immer - unter einen Hut zu bringen. Die Laren z.B. hätten von der vereinten Milchstraße nicht bezwungen werden können, hatten aber große Schwierigkeiten mit dem NEI, einem Sternenstaat, der sich zu ihnen wie Liechtenstein zum Britischen Empire verhielt. Wieso ist der kosmische Mensch Perry Rhodan so lernunfähig und dem starren Machtblock-Denken des mittlern 20. Jahrhunderts verhaftet? Streng genommen ist er kein kreativer Visionär, sondern ein Fossil mit Zellaktivator. Daher bin ich nicht der Ansicht, dass Rhodan "so denken muss". Wir erleben hier einen autoritär und oberlehrerhaft auftretenden Politiker, welcher der in der Praxis überholten Vorstellungswelt seiner Jugend verhaftet ist und den Rest der Galaxis wie Kinder behandelt. Wenn die anderen nicht kindisch genug agieren, hilft er eben ein bisschen nach, um dann mit dem Zeigefinger wedeln zu können. Wie schon beim 'Tiuphorengeballer' geht er dabei über Leichen. In Wahrhehit benötigt der Autor einfach einen Grund, die Konferenz unnötig in die Länge zu ziehen.

P.S. "Wenn ich die Verhältnisse in der realen Welt berücksichtige, also Videokameras an jeder Straßenecke plus unzählige Möglichkeiten, alle möglichen Online-Aktivitäten nachzuvollziehen, dann kann ich kaum glauben, dass es (...) nicht möglich sein soll, jemanden aufzuspüren" - In Frankreich gibt es leider ständig solche Probleme...


Phil (11.06.2016):

Ich kann mir nicht helfen: Uwe Antons Schreibe macht mich einfach...sagen wir es so diplomatisch, wie es nur geht: unwirsch. Hinter jedem einzelnen Satz ist so deutlich die Absicht des Autoren zu erkennen, was er wie beabsichtigt, dass ich mich eigentlich durchgehend für dumm verkauft fühle. Das ist alles so subtil wie eine Abrissbirne, oder, wie es mal ein alter Lehrer von mir formuliert hat: Wenn man dem Leser nicht mal die CHANCE gibt, selbst nachzudenken, erklärt man ihn für ihn unmündig. Und scheiße, ich fühle mich nicht gerne unmündig. Aber lassen wir das. (Doch, eines muss ich jetzt doch noch loswerden: Wann, verdammt noch eins, hat eigentlich diese Unart begonnen, die Inneren Monologe einer Figur immer kursiv zu schreiben? Grausam, jeder Lektor, der auch nur halbwegs Stolz besitzt, würde seinen Rotstift fressen vor Zorn.)

Aber lassen wir das Auseianderpflücken der stilistischen Albernheiten von U.A. mal beiseite, ich möchte mal eine grundsätzliche Frage stellen:

Warum, so frage ich mich, werden die besten Autoren der Serie (für mich ohne Frage Wim Vandemaan und Marc A. Herren, dicht gefolgt von Verena Themsen) gerade von der Serie abgezogen? Marc kümmert sich um das Arkon-Spin-off (bei dem Verena Themsen mitschreibt), und Wim Vandemann gebiert das Jupiter-Dingens. Was soll das? Ich weiß nicht, ob ich falsch liege, aber die PR Erstauflage ist doch nach wie vor das Flaggschiff der ganzen PR-Flotte, oder etwa nicht? Hat auch, so weit ich weiß, nach wie vor die größte Auflage der ganzen PR-Produktpalette (vielleicht abgesehen von den Silberbänden, aber die sind ja schon geschrieben.) Also sollten die besten im Team, so sehe ich das, sich auch auf dieses Premiumprodukt konzentrieren. Warum aber tun sie das nicht? Geschieht das auf eigenen Wunsch? Ist das eine Vorgabe der Redaktion? Kriegt man für die Entwicklung eines spin-offs mehr Kohle als ein Autor der Hauptserie? Oder will man, dadurch dass man die talentiertesten Schreiber auf die Nebenserien ansetzt, Leute wie mich, also Lesern, denen es weniger auf das große Handlungsgerüst, sondern auf einen guten Stil ankommt, auch zum Kaufen der spin-offs bringen?

Natürlich ist diese Frage zugegebenermaßen sehr egoistischer Natur: Selbstverständlich WILL ich, dass Vim und Marc und Verena mehr Perry-Erstauflagen schreiben. Aber verdammt, das ist mein gutes Recht als Leser und ich habe einfach keine Lust, mich andauernd mit den Vielschreibern und stilistischen Pulp-Pamphlet-Produzenten CM und UA rumzuärgern, während die wahren Könner irgendein Nebenprodukt betreuen, das mich nicht die Bohne interessiert.

So, diese Frage musste jetzt mal gestellt werden. Wenn jemand eine Antwort weiß, wäre ich sehr dankbar.



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