PR 2856
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Perry Rhodan Nr. 2856: Spiegeljunge

Autorin: Verena Themsen

Inhalt

Im Tamanium des 26. Jahrhunderts Neuer Galaktischer Zeitrechnung herrscht der Matan über die gesamte Milchstraße. Zu seinen wichtigsten Helfern gehören die parabegabten Mutanten aus der Schule der Gnade. Werden Kinder mit latenten Parafähigkeiten entdeckt, so werden diese im Hort der Geistesblüte und anderen Heimen untergebracht. Dort wird geprüft, ob ihre Fähigkeiten geweckt werden können und um welche es sich handelt. Zusätzlich erhalten die Kinder eine normale Schulbildung. Bei weitem nicht alle werden schließlich in die Schule der Gnade überstellt. Einige bleiben als Ausbilder in den Horten, wie die Schulleiterin AnMarkon, andere kehren in ein ganz normales Leben zurück. Manchen Rekruten, die eine entsprechende Veranlagung zeigen, aber nicht zu den "Nativen" mit von Natur aus vorhandener Parabegabung gehören, werden Psi-Induktoren implantiert. Viele Native bezeichnen sich selbst als Ultimate. Sie betrachten die Implantatträger ("Induzierte") als minderwertig oder gar behindert. Zu den Induzierten gehört der zehnjährige Halin Evorett, ein heimatloser Waisenjunge. Seit ihm der Prototyp eines topmodernen Reihe-8/2-Induktors eingesetzt wurde, hat er Albträume sowie Gedanken und Gefühle, die seine eigenen sein müssen, aber völlig fremd wirken. Manchmal kippt seine Wahrnehmung der Welt regelrecht und es kommt ihm vor, als sei er nicht er selbst. Er weiß irgendwann nicht mehr, ob er sich die eigene Vergangenheit nur einbildet.

Halin findet Trost und Zuwendung bei der etwas älteren Suggestorin Iraide. Er tut sich schwer damit, den per operativ eingesetzten Nervenbahnen mit seinem Gehirn verbundenen Induktor durch Denkimpulse zu steuern. Iraide bringt Halin mit Lukio-Varin zusammen, einem sechzehnjährigen Induzierten, dessen Gabe in der Manipulation von Metallen besteht. Lukio-Varin kann Drähte aus metallischen Objekten ziehen und diese zu Monofilamenten verdünnen. Die beiden Jungen werden zu besten Freunden. Halin vertraut sich nur Lukio-Varin an. Er berichtet ihm von den fremden Gedanken, die ihn quälen. Mit Lukio-Varins Hilfe lernt Halin seine Parafähigkeiten kennen. Die erste Gabe ist ein Zwischending aus Telepathie und Empathie. Die zweite - Halin kann Flüssigkeiten manipulieren, wenn Wasser darin enthalten ist - tritt allmählich hervor, nachdem Halin von dem nativen Telekineten Rudnar und anderen Ultimaten brutal zusammengeschlagen wurde, weil er für ihren Geschmack zu selbstsicher geworden ist. Ein Ausbilder beendet die Auseinandersetzung, aber Halin hat den Verdacht, dass der Mann in die Sache verwickelt war. Er vertraut den Ausbildern nicht mehr, verbirgt seine wahre Stärke und konzentriert sich auf die Schulausbildung. Dabei zeigt sich Halins Talent in den Fächern Mathematik und Informationstechnologie.

Rudnar findet heraus, dass Halin starke Paragaben hat. Diesmal attackieren die Ultimaten nicht nur Halin, sondern auch Iraide. Um sie zu schützen, setzt Halin Hydrokinese ein, um Rudnar zu töten, was er sofort bereut. In dieser Situation zeigt sich die dritte Psi-Fähigkeit: Halin teleportiert mit Rudnar in die Medostation. Der Tote kann wiederbelebt werden, verschwindet in der Folge allerdings aus dem Hort. Jetzt hat Halin Ruhe, denn er hat sich bei den Ultimaten Respekt verschafft. Einige Zeit später erhält Lukio-Varin ein experimentelles Induktor-Update, das er nicht kontrollieren kann. Halin will ihm helfen, kann aber nicht verhindern, dass sich Lukio-Varin mit den selbst erschaffenen Drähten umbringt. Halin befürchtet, irgendwann ebenfalls als Versuchskaninchen für tödliche Tests missbraucht zu werden. Monatelang bereitet er seine Flucht vor. Er besteigt ein Raumschiff, das ihn zum Mond Maiter im Retilon-System bringt. Auf Maiter gibt es große Khalumvatt-Vorkommen. Halin hofft, dass die Strahlung der Hyperkristalle seine Individualimpulse überdecken wird.

Halin schlägt sich auf den Straßen von Rorans Stolz durch, einer Siedlung, in der hauptsächlich Minenarbeiter leben. Eines Tages wird Halin von Halbstarken verprügelt, an deren Vorräten er sich vergriffen hat. Da er in ständiger Angst vor Verfolgern lebt, verzichtet Halin auf den Einsatz seiner Paragaben. Er wird von einer jungen Frau namens Gula Jobst gerettet. Gula und ihre Mutter Patiri nehmen Halin bei sich auf und geben ihn als Verwandten aus. In Erinnerung an einen Freund aus seiner Kindheit nennt sich Halin künftig Germo - Germo Jobst. Um sich zu revanchieren, arbeitet Germo für die Familie in den Khalumvatt-Minen. Er gewöhnt sich an dieses Leben und verbringt ein Jahr auf Maiter. Er hackt sich in die Computernetze, um seinen Weiterzug vorzubereiten. Es kommt zu mehreren merkwürdigen Kontakten, die in einer Nachricht MUTTERS gipfeln. Germo soll den "Gefolgsleuten" mitteilen, dass der "Seher" bald eintreffen wird. Er spricht mit Patiri darüber. Sie achtet die Gefolgsleute. Germo erfährt, wer der Seher ist und was es mit der "Lichten Welt" auf sich hat, deren Kommen er verkündet. Germo nimmt am Auftritt des Sehers teil und bringt diesen per Teleportation in Sicherheit, als die Versammlung von Sicherheitskräften gesprengt wird.

Der Seher, ein alter Topsider namens Ch'Daarn, behauptet, er sei wegen Germo nach Maiter gekommen. Ch'Daarn kennt viele Geheimnisse Germos. Die beiden schließen ein Bündnis. Germo steht dem Seher bei öffentlichen Auftritten zur Seite und Ch'Daarn hilft Germo bei der Suche nach dessen wahrer Vergangenheit. Germo wird zum Korr'teh des Topsiders, also zu seinem Ziehsohn und Schüler. Mit Ch'Daarns und MUTTERS Hilfe findet Germo heraus, dass Halin nicht sein richtiger Name ist und dass er vor der Überstellung in den Hort der Geistesblüte keineswegs wie bisher angenommen im Waisenhaus Wanderflussheim gelebt hat. Offensichtlich wurden seine Erinnerungen manipuliert. Die Frage nach dem Warum bleibt offen. Antworten, so glaubt Germo, wird er nur im Hort finden, aus dem er vor vier Jahren geflohen ist. MUTTERS Mittel und Möglichkeiten erlauben es Germo, in den Hort einzudringen und die Positronik der Schulleiterin auszulesen. Durch die dort gespeicherten Informationen werden seine Vermutungen bestätigt. Da erscheint Iraide. Sie sieht immer noch aus wie eine Vierzehnjährige. Germo erfährt, dass ihr Name Iraide AnMarkon lautet - sie ist die Schulleiterin. Mit ihrer Suggestivkraft hat sie Germos Gedächtnis manipuliert. Sie besitzt außerdem "temporale Fähigkeiten" und altert nicht. Iraide behauptet, Luko-Varin habe nie existiert. Auch die Existenz seines besten Freundes wurde Germo/Halin nur suggeriert.

Iraide sagt, sie habe Germo schützen wollen. Sie habe lange nach jemandem wie ihm gesucht, dem perfekten Empfänger für ihren besten Induktor. Da seine Eltern Hochverräter gewesen seien, hätte er einer Gensäuberung unterzogen werden müssen. Das konnte Iraide nicht zulassen, denn dann wäre er für sie verloren gewesen. In der Identität einer Mitschülerin war es ihr möglich, ihn in die gewünschte Richtung zu lenken. Sogar seine Flucht war beabsichtigt; auf diese Weise sollte er sich weiterentwickeln. Germo ist jetzt angeblich geeignet, in den inneren Kreis des Matan aufgenommen zu werden. Daran hat er aber kein Interesse. Wegen eines von Iraide aktivierten Psidämpfers kann Germo nicht fliehen. Nachdem er deutlich gemacht hat, dass er lieber sterben will, als sich vom Matan instrumentalisieren zu lassen, lässt Iraide ihn gehen. Zurück in MUTTER fragt er sich, welche Behauptungen Iraides der Wahrheit entsprechen. Weitere Recherchen bestätigen immerhin einen Teil der Geschichte. Germos Eltern waren Rebellenführer und haben Selbstmord begangen, als er sechs Jahre alt war. Er ist damals ins Ungewisse geflohen und hat sich einer Bande von Straßenkindern angeschlossen, deren Oberhaupt jener Germo war, dessen Namen er angenommen hat.

Ch'Daarn meint, Germo solle die Vergangenheit ruhen lassen. Er verkündet, ein Funke sei unterwegs, der das Tor zur Lichten Welt öffnen werde…

Kringels Meinung:

Willkommen zurück in der falschen Welt!

Dieser Roman ist ein Prequel von PR 2812 und endet damit, dass Germo in Ch'Daarns Auftrag jenen Funkspruch abschickt, den Jawna Togoya auffängt und der schließlich dazu führt, dass Germo der falschen Welt des Jahres 2577 NGZ entkommt, mit der ATLANC in die Zeitlosigkeit der Synchronie gelangt, von dort aus mit MUTTER das Jahr 1517 NGZ erreicht, wenig später in die Synchronie zurückkehrt, diese im Jahr 968 NGZ verlässt und auf dem Planeten Soynur einige Jahre innerhalb eines Gewebes aus PEW-Metall verschläft, so dass er schließlich im Jahre 971 NGZ von der RAS TSCHUBAI aufgenommen werden kann, die die nächsten 500 Jahre auf der Dunkelwelt Medusa im Hyperfrost verbringt. Im Jahre 1518 NGZ wird Germo mit dem Rest der Besatzung aus der RAS TSCHUBAI befreit - mit freundlicher Unterstützung eines Chronoduplikats des Raumschiffes MUTTER, in dessen Innerem die mumifizierte Leiche von Germos Zeitzwilling ruht. Klar soweit?

Informationsvermittlung ist nicht Sache dieses Romans, dafür umso mehr Figurenzeichnung. Ehrlich gesagt hätte ich mich vor etwa einem Jahr mehr für Germo Jobsts Hintergrundgeschichte interessiert als jetzt. Die Verhältnisse im Reich der Neuen Lemurer sind sowieso bekannt. Neue Antworten werden nicht geliefert, vor allem nicht die auf die Fragen, wie Ch'Daarn auf die Idee gekommen ist, die Welt der Neuen Lemurer sei falsch und Atlan werde der Lichten Welt Geltung verschaffen, oder aus wessen Arsenal MUTTER wirklich stammt. Dass mich der Roman dennoch fesseln konnte, klingt zwar unspektakulär, ist aber als großes Lob gemeint. Die Tatsache, dass Germos Lebensgeschichte jetzt kommt, lässt Spekulationen zu. Die Story wird für den Zyklus nicht unbedingt gebraucht, aber man darf vermuten, dass Germo noch nicht so bald aus der Handlung verschwinden, sondern womöglich eine wichtige Rolle zu spielen haben wird. Dass die "falsche Welt" keineswegs ein in den laufenden Zyklus eingeschobenes Gedankenspiel ist, wie vor Erscheinen von PR 2812 behauptet wurde, wissen wir seit Atlans Geistreise in PR 2854. Wird durch die Rückkehr in diesen Handlungsrahmen angedeutet, dass die falsche Welt zur echten wird? Das fände ich gar nicht schlecht.

Die Story wird übrigens nicht so chronologisch durcherzählt, wie es die Handlungszusammenfassung vermuten lässt. Der Roman beginnt mit dem Überfall der Halbstarken, als Germo bzw. Halin schon auf Maiter ist, springt dann zurück zu Halins ersten Tagen im Hort und wechselt dann zwischen den beiden Ebenen. Dazwischen werden kurze Kapitel mit Flashback-Erinnerungen an noch frühere Ereignisse in Halins Leben eingestreut. Verena Themsen spielt ein wenig mit den Erwartungen des Lesers und zumindest was mich betrifft, ist es ihr gut gelungen, Germos Identität eine Weile geheim zu halten.

J. Kreis, 14.05.2016


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Gastkommentare


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hairybird (15.05.2016):

Klasse Hans! ;-))
Wenn das die Expokraten sehen, suchen Sie entweder nach dem Expoleaks-Whistleblower oder sie engagieren Dich vom Fleck weg!
Mal abgesehen von dem Gross-Plot, der nach anfänglicher Undurchschaubarkeit mittlerweile doch eine gewisse Planung vermuten lässt, finde ich, dass Verena Themsen hier einen ganz ausgezeichneten Roman abgeliefert hat. Was sie da aus dem Expose gemacht hat, ist sehr eigenständig in Stil, Konstruktion und Ausführung. Die sehr verwickelte Vorgabe ist zum Schluss gut nachvollziehbar, für mich ohne ersichtliche Logikbrüche oder an den Haaren herbeigezogenen Konstellationen. Die Personen handeln letztlich plausibel, die ganze Geschichte ist spannend erzählt, sicher ahnt man irgendwann etwas, aber es ist nichts so vorhersehbar wie in vielen anderen Romanen und man bleibt fasziniert bis zum Schluss.

Im übrigen schließe ich mich Hans' Meinung (PR 2854) an, dass Jabari Gneppo eine der originellsten Figuren des Zyklus war.


Patrick (15.05.2016):

Zitat: "Wird durch die Rückkehr in diesen Handlungsrahmen angedeutet, dass die falsche Welt zur echten wird? Das fände ich gar nicht schlecht." - Das würde doch keinen Sinn ergeben, oder? Wenn die falsche (sic) Welt zur Handlungsrealität würde, würde nicht nur die komplette Zukunft feststehen, auch Perry Rhodan würde dann ein betrübliches Schicksal erwarten.

Da Jobsts Mission letztlich durch Veirdandi ermöglicht wurde (siehe Band 2815) ist anzunehmen, dass dies das berüchtigte Ereigis ist, welches die zeitliche Scherung ausgelöst hat, mit der jener Richter wiederholt in Verbindung gebracht wurde. Das Problem mit der eigentlich feststehenden Zukunft wird gelöst, indem via Jobst an der Zeitlinie herumgespielt und Rhodan über die Zukunft unterrichtet wird. Die Serie wird dann dem veränderten Zeitfluss folgen, der noch nicht feststeht. (Bzw. dessen Inhalt wir nicht kennen.) Das ist in diesem Großzyklus nichts Ungewöhliches; ich erinnere hier an die kontrafaktischen Zwiegestalten - ein Terminus, der in "Spiegeljunge" anklingt. Der "Maulwurf" auf Seiten der Atopen dürfte Tifflor sein. (Oder Addaru.) Es ist ziemlich unwahrscheinlich, dass Tifflor geneigt ist ein Atope zu werden ohne zu verhindern, dass seine Freunde sterben oder was auch immer, und die Milchstraße von einem letztlich sinnlosen Imperium kontrolliert wird.

Ich habe schon oft die konfuse Erzählstruktur beklagt, und muss das hier wieder tun. Man hat das Gefühl, sich durch ein Labyrinth zu bewegen, da es nicht nur Handlungsbögen, sondern auch verschiedene Zeiten und Realitäten gibt. In diesem Roman wird nun ein bekanntes Muster wiederholt: Der Protagonist wird durch ein Abenteuer gehetzt, und hinterher kommt heraus dass irgendwer die Strippen gezogen hat, um die betreffende Person geschickt zu einem bestimmten Verhalten zu motivieren, wobei das Ergebnis nur auf diese hochkomplexe Art zu erreichen war. Man nimmt die Serie also fortwährend aus der Perspektive von Personen wahr, die getrollt werden.

P.S. Es zeichnet sich übrigens schon ab, worum sich der nächste Zyklus "Sternengruft" drehen wird. Zitat Perrypedia, "Sphragis": "Ihre Heimatgalaxie Ayr gehörte nach Chourstercs Bericht zu den 'versiegelten Regionen', die von Superintelligenzen gemieden wurden. (...) Verantwortlich für die Versiegelung von Ayr waren die Zeitgefährten. Es wurde nicht geklärt, ob Zusammenhänge mit dem Siegel im Inneren von Sol existierten."
Zeitgefährten, so so. Und das Siegel in Sol diente bekanntlich als "Gruft" ARCHTETIMS. Zur Erinnerung: Der Richter Veirdandi wollte Kampfhandlungen im System der versiegelten Sonne vermeiden. Auch die Milchstraße war versiegelt (bzw. wird dies sein), wie wir auf Atlans Geistreise erfuhren. Larhatoon wird in fener Zukunft ebenfalls von der Außenwelt abgeschottet sein.


Hans (15.05.2016):

Iraide sagt auf S. 57 über sich: "Niemand kann die verstehen, die von den Zeitströmen berührt werden." Und auf S. 60 sagt sie zu Germo "Kannst du es vor dir verantworten, die Chance auszuschlagen, zu helfen, unsere Welt in eine lichtere Welt umzuwandeln?" Also arbeitet diese Schulleiterin daran mit, die Falsche Welt zu beseitigen? Oder ist das nur eine weitere Lüge, die sie dem verwirrten Germo auftischt um ihn weiter zu verwirren? Wäre sie eine 100%-Anhängerin des Matan dann hätte sie ihn an dieser Stelle töten oder zumindest verhaften müssen, oder aus einem noch nicht bekannten Grund doch nicht? Antworten bringt das Heft für den Leser nur sehr wenige. Germo hatte hochverräterische Eltern, die sich in seinem Beisein blutig selbst ins Jenseits befördert haben und das Kind ist danach geflüchtet. Der schwächste Punkt des Plots. Die Falsche Welt wurde uns als totaler Überwachungsstaat geschildert und da soll ein 6jähriger in der Lage sein, sich (zumindest zeitweilig) vor dem System zu verstecken? Wie zu Beginn zitiert, ist Iraide von den Zeitströmen berührt, langlebig oder gar unsterblich. Daraus kann später noch mehr gemacht werden, sogar daß sie in Wahrheit Germos Mutter ist oder die Richterin Veirdandi (Vdn aus diesem Namen streichen) oder beides zugleich. Ich habe vom Kritik- in den Spekulationsmodus zurückgeschaltet. Dass es sich bei dem verfolgten und verprügelten Kind auf den ersten Seiten um Germo Jobst handelt war mir intuitiv sofort klar. Die späteren Zeitsprünge in der Handlung dienten der Verwirrung des Lesers. Die wirklichen Antworten kommen wohl erst in den letzten paar Bänden des Zyklus. Also ich sehe es aktuell so: Iraide ist Germos Mutter und benutzt ihren Sohn um das System des Matan frühzeitig zu schwächen. Mit ihren temporalen und suggestiven Kräften täuscht sie dem Matan ihren eigenen Suizid vor (zu ihrem Mann kann mangels Info derzeit nichts gesagt werden) und baut dann ihren Sohn zu einem Mutanten auf (die Wassermanipulationsfähigkeiten werden für das Hypereis gebraucht im Folgeband, deshalb wird das alles erst jetzt geschildert und nicht im Minizyklus ab 2812) der Atlan hilft und letztlich in die Realgegenwart geschickt wird um dort bereitzustehen, die RAS TSCHUBAI zu befreien. Im weiteren Verlauf der Falschen Welt entwickelt sie sich zur Richterin Veirdandi und kehrt dann zurück in der Zeit um Atlan die Flucht zu ermöglichen (hier existiert sie dann zweimal). Matan hat niemals eine Ahnung, daß sie es ist, die ihn dann nach 4 Mrd Jahren vor dem Tribunal warnt. Der ach so von sich selbst überzeugte Richter Matan wird in einem Showdown in letzter Minute von Richterin Veirdandi, ihrem Sohn Germo und MUTTER mattgesetzt. Der Zeitriss erreicht das Solsystem und das Zentrumsblackhole. Das Sonnensiegel reißt auf, der dortige SI-Korpus wird freigesetzt und kracht mit aller Gewalt in die Synchronie, Thez wacht auf aus seinem Schlaf und erkennt, daß das Tribunal viel Unheil gebracht hat. Er hat es geschaffen um Unrecht auszumerzen - die Absicht eines klassischen Gutmenschen also oder der ultimative Wahn eines Kosmokraten der Ordnung schaffen will aber das genaue Gegenteil erreicht. Die Schaffung des AT hat ihn weiter geschwächt (die Erschaffung der JZL war bereits Schwerstarbeit da diese gegen alle Naturgesetze und den Moralischen Kode verstoßen) sodaß er eine Ewigkeit in Schlaf versinkt und bestenfalls träumt. Das Tribunal agiert weitestgehend ohne Aufsicht und wie heißt es doch so schön in der Philosophie: DER SCHLAF DER VERNUNFT GEBIERT UNGEHEUER. Weiter spekuliert: Der nur mattgesetzte aber nicht vernichtete Richter Matan flüchtet zusammen mit den letzten Tiuphoren (die meisten wurden durch den Verwirbler + Feuerkraft der vereinigten Galaktischen und Onryonischen Flotten vernichtet) in die Sternengruft und führt weiter Übles im Schilde währenddessen Thez beschließt seine Sünden zu bereuen und alle Richter (außer Matan, der weigert sich) zurück in die JZL zu rufen damit die geknechteten Galaxien befreit werden. Dann verwendet er die beschädigte Synchronie um die JZL mit einem Isolationsschirm zu versehen und schickt Atlan vorher zurück, Tifflor und die anderen Richter bleiben bei ihm, denn er ist ultimativ einsam und braucht Gesellschaft die ihm die ziemlich künstlichen ewig reinkarnierten Wesen z.B. der Feste Tau nicht geben können. Die JZL sind für alle Zeiten isoliert und niemals mehr erreichbar. Tifflor ist erfolgreich entsorgt, das 6-D-Juwel Sol ist auch weg. Richterin Veirdandi, ihr Sohn Germo und MUTTER brechen auf um (ohne Zeitmanipulationen) im Universum dort zu helfen wo Not am Mann ist. Atlan hat als Abschiedsgeschenk von Thez ein Raumschiff bekommen, daß es technisch mit der COLPCOR aufnehmen kann. Die Onryonen schließen sich ihm an ebenso die LFT und andere galaktische Völker. Richter Matan hat derweil bereits Bostich und Vetris-Molaud entführt da er deren ZA's braucht nachdem ihm die Wiedergeburtsmaschinerie der Sganshan nicht mehr zur Verfügung stehen wird. Aus dem Solsystem (alle Bewohner sind inzwischen evakuiert) ist die Sternengruft entstanden, ein n-dimensionaler Schlauch, der von dort bis ins Zentrum der Milchstraße reicht. Richter Matan will sich dort sein privates Reich einrichten, mit den Rest-Tius als Leibgarde. Atlan öffnet mit seinem neuen Schiff eine Passage in die Sternengruft für sich und seine Begleitflotte und los geht es mit der Verfolgungsjagd. Rhodan koordiniert inzwischen die Exil-Terraner und sucht nach einem unbewohnten System als Ersatz für das Solsystem. In Band 2899 wird der Richter Matan gestellt und von Atlan im Zweikampf besiegt. Atlan und seine Flotte können die Gruft gerade noch verlassen, danach kollabiert diese und alle darin enthaltenen Systeme verschwinden in Nichts. Der Wiederaufbau im NewTerra-System beginnt. Die Onryonen ziehen sich in ihre Onvakuolen zurück. Die Galaxis ist befreit. Btw, Bostich und Molaud sind tot. *** Es wird anders kommen aber so würde es mir gefallen. Der Roman von Verena Themsen hat meine Fantasie angeregt. Danke dafür.



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