PR 2854
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Perry Rhodan Nr. 2854: Der letzte Mensch

Autor: Oliver Fröhlich

Inhalt

Atlans Geistreise, durch die ihm die Lebensgeschichte des Atopen Matan Addaru vermittelt werden soll, geht in die zweite Phase. Zu diesem Zweck wird Atlans Bewusstsein ohne Extrasinn durch einen Hetero-mnemotischen Import (HMI) in ein sechsdimensionales Bezugsfeld versetzt, welches zum Bewusstsein NATHANS gehört. Die Intotronik verfügt über die Mnemo-Essenz von Billionen Lebewesen, und diese spielen ihre Erinnerungen in dem 6D-Bezugsfeld immer und immer wieder durch. Beim HMI wird ein Avatar für Atlan in das Bezugsfeld eingeblendet. Der Arkonide kann den Avatar in engen Grenzen steuern. Er kann nur unbedeutende Teilaspekte des Erinnerungsszenarios durch seine Handlungen abwandeln, dieses aber nicht in seiner Gesamtheit verfälschen, denn die Beharrungskräfte des Szenarios sind zu stark. Atlan muss also mitspielen, kann dem "Wirtskörper" aber auch die volle Kontrolle überlassen, was jedoch die Gefahr in sich birgt, dass er sich selbst verliert. YLA kann das Szenario anhalten und mit Atlan kommunizieren. Während für die Mnemo-Essenzen Tage oder gar Jahre vergehen, verstreichen in der Veste Tau nur Sekunden.

Die Mnemo-Essenz eines Atopen kann nicht per HMI übernommen werden. Dies kann nur der Atope selbst erlauben. Deshalb wählt YLA den Jeadhal Maay'char-raygonar, Besatzungsmitglied des Pionierschiffes FRAGDANK, welches mit zwei Begleitschiffen im Auftrag der Wissgemeinschaft Jeadhal eine Expedition nach GA-yomaad unternimmt. Die Jeadhali sind Insektoide, bei denen die Wissensvermehrung fast religiöse Bedeutung hat. Atlan erfährt später, dass Maay'char zu einem Korrespondenten des Atopischen Tribunals geworden ist, oder - in Bezug auf die Zeit des Erinnerungsszenarios - werden wird. Maay'char kann ihm Zugang zu Matan Addaru verschaffen. Atlans neuer Körper, an den er sich erst einmal gewöhnen muss, ist knapp einen Meter lang und ähnelt einer Libelle ohne Flügel. Atlan stellt schnell fest, dass er tief in das Bewusstsein Maay'chars eintauchen muss, denn wenn seine Kontrolle zu stark wird, so dass sein Verhalten vom vorgegebenen Muster des Szenarios abweicht, wird er von den Jeadhali mit brutaler Gewalt attackiert. Atlan schätzt, dass das Szenario vier Milliarden Jahre nach dem 16. Jahrhundert NGZ spielt, denn GA-yomaad besteht aus zwei Teilgalaxien. Die Milchstraße und Andromeda haben einander durchdrungen. Den Informationen der Jeadhali zufolge war GA-yomaad 280 Millionen Jahre lang aus unbekannten Gründen von einer unüberwindbaren Barriere umgeben. Diese hat sich jetzt aufgelöst.

Durch ein Plebiszit der Schiffsbesatzungen wird entschieden, dass nur die FRAGDANK die riskante Erkundung GA-yomaads wagen soll. Die Kreuzgalaxis ist hyperenergetisch tot. Es gibt keine Hinweise auf höher entwickeltes Leben. Atlan/Maay'char nimmt an der Erkundung zahlreicher Planeten teil. Auf tausenden Welten in der Kreuzgalaxis kann nur niederes Leben festgestellt werden: Flechten, Moose, Pilze und Bakterien. Die Evolution scheint zum Stillstand gekommen zu sein. Alle Lebensformen sind genetisch identisch, darüber hinaus finden sich in ihrem Erbgut unzählige, eingekapselt wirkende stillgelegte Gene. Atlan erfährt plötzlich Erinnerungen aus Maay'chars Zukunft. Das Bewusstsein des Arkoniden droht mit Maay'chars Mnemo-Essenz zu verschmelzen und muss deshalb kurzfristig von YLA in einen Zwischenspeicher ausgelagert werden. Zu solchen Vorfällen kommt es während der Bewusstseinsreise mehrmals - immer dann, wenn Atlan Informationen erhält, die ihn zu sehr aufwühlen. Von YLA erfärt er, dass sich das Atopische Tribunal nach der Krise der dys-chronen Scherung zurückgezogen hat, "jetzt" - also in der Zeit des Erinnerungsszenarios - wieder aktiv ist.

Als Atlan in das Szenario zurückkehrt, sind dort zehn Jahre vergangen. Maay'char ist inzwischen Stellvertreter Saa'yo-sochphals, des Fürsprechers (Kommandanten) der FRAGDANK. Sein Einfluss wächst in der folgenden Zeit noch mehr. Erstmals seit Beginn der Expedition fangen die Jeadhali ein Signal auf, das auf die Existenz einer höher entwickelten Zivilisation hindeutet. Am Ursprungsort finden die Jeadhali drei würfelförmige Objekte vor. Die wie mit einer Technoglasur überzogen wirkenden Schiffe haben eine Kantenlänge von neun Kilometern. Atlan/Maay'char stellt den Kontakt mit einem Fremden namens Esdratan hetyr Oehech banar Ecpouryol her, der sich mit der traditionellen Grußformel "Seid ihr wahres Leben" meldet. Die Würfelschiffe sind ein Posten der Kaiserlichen TioBiom, einer tiotronisch-biomorphen Zivilisation, die seit sehr langer Zeit das Erbe der untergegangenen Hundertsonnenwelt verwaltet. Die Jeadhali erhalten den Hinweis, dass nur die Tarania zur Verkapselung der Kreuzgalaxis in der Lage gewesen wäre. Diese Gemeinschaftszivilisation, die einst ganz GA-yomaad beherrscht hat, ist aber lange vor der Verkapselung verschwunden. Den Jeadhali wird der Weg zu einem Sonnensystem gewiesen, in dem es noch eine Spur der Tarania geben soll. Dort lebt der letzte Mensch - was ein Mensch ist, weiß allerdings niemand.

Atlan erkennt das fragliche System wieder - es ist das Solsystem. Es hat sich sehr verändert. Sol strahlt heller als vor vier Milliarden Jahren, Terra ist der innerste Planet, denn Merkur und Venus sind verschwunden. Auch Neptun existiert nicht mehr. Luna, immer noch vom Technogeflecht eingeschlossen, umkreist die Sonne auf Terras Bahn, allerdings auf der entgegengesetzten Seite. Auf Terra bietet sich das gewohnte Bild. Außer Flechten, Moosen und so weiter lebt dort nichts. Die Landung auf Luna wird von NATHAN untersagt. Nur ein leibidentischer Bürger der Tarania darf den ehemaligen Erdmond betreten. Daraufhin erschaffen die Jeadhali aus den stillgelegten DNS-Sequenzen der niederen Lebensformen einen humanoiden Kristallkörper. Den Jeadhali ist ein nicht ganz ungefährliches Verfahren zum vorübergehenden Transfer eines Bewusstseins in einen Ersatzkörper bekannt. Atlan/Maay'char nutzt das Verfahren, um in den Kristallkörper überzuwechseln. Jetzt erhält er von NATHAN die Erlaubnis, sich im Petavius-Krater mit NATHANS Sohn zu treffen, dem letzten der Matane der Tarania. Dessen Name lautet Matan Addaru Nathan. Er ist der letzte Mensch in GA-yomaad.

Atlan hat sich mit seinem Namen vorgestellt und wird in einem Thronsaal, in dem der aus Zeno Kortins Statue gebildete Mannthron steht, vom Matan als alter Bekannter begrüßt. Atlan begreift, dass der Matan ihn mit seinem späteren Ich verwechselt, welches dem Matan irgendwann begegnet sein muss, beziehungsweise - aus Atlans Sicht - noch begegnen wird. Der Matan erinnert sich an Atlans Stippvisite in der "Falschen Welt" des Jahres 2577 NGZ. Der Matan ist anders als alle anderen Mnemo-Essenzen, deshalb kann Atlan jetzt die volle Kontrolle übernehmen und muss sich nicht mehr an die Vorgaben des Szenarios halten. Atlan möchte wissen, wie sich das aus Terranern und Tefrodern bestehende Neue Tamanium weiterentwickelt hat. Der Matan überträgt Erinnerungen auf Atlan, dessen Kristallkörper sich schon bald aufzulösen beginnt. Er ist jedoch begierig, alles zu erfahren, was der Matan zu sagen hat, und erlebt eine sich über Jahrmillionen erstreckende Geschichte nach:

Das Neue Tamanium breitet sich über die Milchstraße und Andromeda aus. Zur Entstehung der Tarania kommt es aber erst infolge eines Evolutionssprunges des lunaren Großrechners NATHAN. Die Neuen Lemurer versuchen NATHAN mit menschlichen Bewusstseinen zu infiltrieren, doch NATHAN nimmt diese in sich auf. Forscher der Tarania erhalten Kontakt mit THERMIOC, der aus BARDIOC und der Kaiserin von Therm hervorgegangenen Superintelligenz. THERMIOC hat vergeblich nach dem lange verschollenen Wanderer gesucht. Die Kunstwelt wird jetzt mit Hilfe der Tarania gefunden. ES bleibt verschollen, aber es werden Baupläne für eine Intotronik entdeckt. Die Konstruktion einer Intotronik wäre selbst der Tarania nicht möglich, aber THERMIOC zeigt sich hilfsbereit. Die Superintelligenz wandelt NATHAN um (zu diesem Zweck wird Luna in eine der Galaxien ihrer Mächtigkeitsballung versetzt, danach kehrt der Mond nicht ins Arkonsystem zurück, sondern ins Solsystem) und verlangt im Gegenzug die Hilfe der Explorerflotte bei der Suche nach ES. Nach dem Umbau NATHANS bekommt YLA "Brüder" und "Schwestern" - Avatare NATHANS, die als vollwertige Menschen gelten und auf den Welten der Tarania als Berater eingesetzt werden. Die Taraner haben eine durchschnittliche Lebenserwartung von über 1000 Jahren. Es gibt kaum noch Krankheiten. Doch nach 20.000 Jahren versagt der Zellaktivator des Matan. Hier kann oder will THERMIOC nicht helfen. Die Sganshan, mit denen die Explorer in einer fernen Galaxie zusammengetroffen sind, können eine Biokopie für den Matan anfertigen. NATHAN sorgt für den Bewusstseinstransfer. Seine Bedingung lautet: Jedem neuen Matan (jedem Sukzessor) muss ein Bewusstseinsfragment NATHANS eingesetzt werden. Da der Matan keine andere Wahl hat und unter Zeitdruck steht, stimmt er zu. Der Sukzessionsprozess muss alle 10.000 Jahre wiederholt werden. Der Matan wird dabei von den Sganshan buchstäblich gehäutet.

Nach zahlreichen "Häutungen" kann sich der Matan nicht mehr an alle Sukzessionen erinnern. Sein Gehirn ist einfach nicht in der Lage, alle Erinnerungen eines so langen Lebens zu fassen. So gehen die Erinnerungen Matan Addaru Livandars verloren. Damit es nicht noch einmal zu einem derartigen Verlust kommt, werden Bewusstseins-Fraktale des Matans in den Glivtor-Stab ausgelagert. Zeno Kortin geht ebenfalls im Glivtor auf. Der Stab ermöglicht es dem Matan darüber hinaus, sich mit Parafähigkeiten auszurüsten. Die Tarania hat Millionen von Jahren Bestand, aber irgendwann nimmt die Zahl der Taraner ab. Es gibt immer noch viele Explorer, die das Universum durchstreifen, aber viele Taraner ziehen sich in die Welten der Kreuzgalaxis zurück. Die Tarania zerfällt allmählich. NATHAN wendet sich von der Außenwelt ab und eröffnet die Vergangenheitsspiele. Nach Jahrmilliarden existieren nur noch der Matan und die NATHAN-Avatare, doch auch die Kinder der Intotronik sterben langsam aus. Der vereinsamte Matan wartet auf ein Ereignis, durch das ihm die wahre Bedeutung seiner Existenz aufgezeigt wird. Eines Tages meldet YLA, dass eine Barriere entsteht, die die Kreuzgalaxis in nur 50.000 Jahren vollständig umschlossen haben wird. Danach geht das höhere Leben auf allen Welten GA-yomaads zurück. Nur Luna ist nicht betroffen. Robotschiffe verbreiten Gensequenzen aus NATHANS Archiven in einfachen Lebensformen, die den Verkapselungsprozess überleben können. Nach weiteren Äonen löst sich die Barriere auf und die FRAGDANK erscheint.

Atlan wird erneut in den Zwischenspeicher geholt, denn der Kristallkörper ist nun vollständig zerfallen. Maay'chars Bewusstsein wurde zurücktransferiert und Atlans Geist hätte das nicht überstanden. Der Matan hat noch eine letzte Erinnerung auf Atlan übertragen. Es handelt sich um Ereignisse, die sich einige Jahre nach der Ankunft der FRAGDANK ereignet haben. Seinerzeit ist Veirdandi mit der ZEITWEIDE erschienen, um den Matan vor dem Atopischen Tribunal zu warnen. Erst weitere Jahre später wurde der Matan für das Tribunal angeworben.

Nach Abschluss der Geistreise teilt YLA mit, der Atopische Hof befinde sich jetzt in der Veste Tau, allerdings in einer anderen Vesikel. NATHAN erhält vom Atopischen Hof die Erlaubnis, Atlan und dessen Begleiter mit dem Raumzeitexpander dorthin zu versetzen. YLA kündigt an, Atlan werde jetzt dem größten Atopen begegnen - jenem, der vor Ewigkeiten den letzten Menschen angeworben habe ...

Kringels Meinung:

... und wenn das nicht der Matan selbst ist - oder Atlan, Tifflor, vielleicht sogar Rhodan - fresse ich einen Besen!

Auch die zweite Hälfte des Doppelromans hat mir gefallen. Die phantasievolle Ausarbeitung des Volkes der Jeadhali ist gut gelungen und ich finde das Spiel mit zukünftigen Entwicklungen interessant. Und siehe da, die rätselhaften Begriffe in PR 2850 (Tarania, Kreuzgalaxis, Ära der Flechten und Moose) rücken doch noch in den Mittelpunkt. Schön! Natürlich geht's auch diesmal nicht ohne neue offene Fragen ab. Wer hat die Kreuzgalaxis abgeschottet und warum? Aus welchem Grund ist die Barriere wieder verschwunden? Was ist aus ES geworden? YLA erklärt, THERMIOC habe etwas mit den Post-Posbis zu tun, aber die Zeit der Transgressorkratien sei kompliziert gewesen. Mehr Infos will sie nicht herausrücken. Hm. Transgressor ist englisch für Übeltäter, Sünder. Ist die Tarania eine Transgressorkratie? Die Post-Posbis waren schließlich Bestandteil der Tarania. Wenn dem so ist, aus welcher Sicht ist die Tarania dann ein Übeltäter? Das Atopische Tribunal hatte offensichtlich nichts gegen die Jahrmillionen umfassende Existenz dieses Machtgebildes einzuwenden.

Es kommt nicht gerade selten vor, dass wichtige Hintergrundinformationen in der PR-Serie gebündelt vermittelt werden; besonders beliebt sind hierbei nach meinen Beobachtungen "Lebensgeschichten". Entweder erinnert sich der Protagonist selbst an lange zurückliegende Geschehnisse oder die Lebensgeschichte wird einem unserer Helden auf irgendeine Weise übermittelt. Oliver Fröhlich wendet diesen Kunstgriff ebenfalls an, aber er macht das so charmant, dass es mir vorkommt, als wisse er, dass nicht alle Leser solche Lebensgeschichten uneingeschränkt toll finden: Atlans Bewusstsein wird in die von der Intotronik NATHAN nachgeträumten Erinnerungen eines Fremdwesens versetzt, das sein eigenes Bewusstsein in ein kristallines Kunstwesen verlagert, auf welches die virtuelle Entsprechung des Matan Teile seiner Erinnerungen überträgt. Whoa! Jetzt aber richtig! Und zwischendurch verursacht der Info-Overload einen unerwarteten Ausnahmefehler, so dass Atlan in der Zwischenablage landet. Genial. Hoffentlich hat YLA keinen Copy & Paste - Fehler gemacht!

Erinnerungen und unvorstellbar lange Zeiträume. Das sind zentrale Themen der Atlan-Handlungsebene. Auch diese Woche wird ziemlich heftig durch die Jahrmilliarden gesprungen. Jahrhunderte und Jahrtausende, zehntausend Jahre - das kann ich mir gerade noch vorstellen. Bei Millionen von Jahren wird es schon schwierig. Ich finde, hier übertreiben es Autoren und Expokraten manchmal, besser gesagt tappen sie in selbstgegrabene Fallgruben, denn wenn man einmal anfängt, mit solchen Dimensionen zu jonglieren, nur noch in Superlativen zu denken, dann fällt es nicht leicht, wieder zurückzustecken.

Jedenfalls lässt Atlans Geistreise nur den Schluss zu, dass die "falsche Welt", also jene Zukunft (von der PR-Handlungsgegenwart, dem 16. Jahrhundert NGZ aus gesehen), die in PR 2812 bis PR 2815 skizziert worden ist, weiter Bestand hat / hatte / haben wird. Bedeutet das, dass die vermeintlich falsche Welt in Wahrheit die echte ist? Atlan befürchtet, dass dem so sein könnte, das heißt, dass seine Mission gescheitert ist beziehungsweise scheitern wird. Noch ist er ja mittendrin. Lua versucht Atlan zu beruhigen. Ich sehe es ähnlich wie sie. Die Jenzeitigen Lande existieren außerhalb der Zeit. Man kann sie von jeder Epoche aus erreichen und man kann von ihnen aus jede Epoche erreichen, sofern man ein Atope oder cleverer Dieb wie Atlan ist. Wenn der Matan in einer Zeitlinie zum Atopen geworden ist, die irgendwann durch eine Zeitmanipulation "genichtet" wird (dabei fällt mir wieder das Schlagwort "dys-chrone Scherung" ein), muss sich der Atope dann zwangsläufig in Wohlgefallen auflösen? Vielleicht kann man von den JZL aus nicht nur eine Zeitlinie erreichen ... sondern alle! Uff, ich muss aufhören, darüber nachzudenken. Da verknotet sich mir ja der Brägen.

J. Kreis, 01.05.2016


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Gastkommentare


Neueste Kommentare stehen oben.


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Patrick (12.05.2016):

In dem Band wurden langatmig relativ wenige und nicht wirklich originelle Informationen vermittelt. Die Situation ist ziemlich absurd und konstruiert - wieso kann man es Atlan nicht einfach sagen? (Natürlich erfindet man dafür Ausreden.) Das kann man damit rechtfertigen, dass es spannend und unterhaltend sein soll. Der Pseudo-Cliffhanger am Ende ist ziemlich albern, denn es dürfte jeder davon ausgehen, dass der ominöse Super-Atope Tifflor ist. Oder werden wir noch überrascht?

Ich hatte richtig vorgesagt, dass es sich bei der Kreuzgalaxis um eine Fusion von Milchstraße und Andromeda handeln und dass Tifflor Atope würde. Ich prophezeie mal dass man das Problem mit der eigentlich bekannten und fixen Zukunft über die heftig beworbene Scherung lösen wird. Siehe Zeitriss. Übrigens gehörte zu meinen ersten Kommentaren hier meine Ablehnung jeglicher Zeitreisegeschichten, und ich sehe mich bestätigt.

Schön, dass das von mir als ärgerlicher Nebenschauplatz empfundene Neue Tamanium seinen Platz im Gesamtkonzept hat. Offene Frage bleibt, was ES im Schilde führt.


Hans (01.05.2016):

Auf S.47 des Heftes steht etwas das mit der Historie der Serie kollidiert (glaube ich zumindest nach Recherche in der Perrypedia): Die "Immateriell gewordene SI THERMIOC" - Die Handlung der Auris-Trilogie, Planetenromane 293/295/297 kann Atlan nicht bekannt sein da dies eine reine Spin-Off-Story darstellt ohne Beteiligung einer Figur der Hauptserie. Der letzte Absatz in der rechten Spalte ist ohne Anführungszeichen geschrieben, somit denkt Atlan das und er kann die Geschehnisse m.E. nicht kennen. Und den Umstand, dass THERMIOC gegen TRAITOR helfen wollte finde ich in der Perrypedia auch nicht. Da ich den Zyklus nicht gelesen habe und in der Handlungszusammenfassung das verloren gegangen sein mag sage ich mal: u.U. mea culpa meinerseits.

Kaiserliche TioBiom: Wieder eine Überschneidung mit der aktuellen NEO-Handlung (die letzten beiden Bände des dortigen Posbi-Zyklus lese ich irgendwann mal aber bestimmt nicht in nächster Zeit und weitere NEOs kaufe ich nicht mehr). Es wurde in der Serie niemals richtig erklärt was eine Tiotronik ist, dito Intotronik und jetzt holt man das aus der Mottenkiste und klatscht es dem Leser aufs Auge. Die Priorwelle der Kaiserin von Therm mußte ja schon bei der Frequenz-Monarchie herhalten. Versatzstücke aus der Serienvergangenheit um sich die Mühe zu ersparen etwas neues zu kreieren. Wenn man nicht bereit oder fähig ist etwas abschließend zu erklären was vor langer Zeit in der Serie vorkam dann sollte man es weglassen oder etwas neues erfinden. Wie wäre es mit 'Septronische BioRoDynastie'? Dass Tiotroniken höherdimensional gelagert sein müssen als eine Syntronik dürfte klar sein... könnte also eine Syntronik sein mit Auslagerung in den Septadimraum. Die Intotronik beinhaltet dann noch ein paar Vigintillarden (s.u.) intelligenter Bewußtseine in Koppelung mit dem Computer - warum muß ich mir als Leser das selbst erklären? Ein Trauerspiel m.E. Fast möchte ich sagen, die Serie ist nur noch ein Zombie, geschrieben von Epigonen. Andererseits war sie auch immer ein Spiegelbild unserer Realität. Die Aufbruchsstimmung der 60er plus Kalter Krieg, die libertären 70er und alles was danach kam. Momentan nur Stagnation und Rückwärtsgewandtheit (so sehe ich es). Passt also fast perfekt, nur macht es mir keinen Spaß, leider.

Oliver Fröhlich ist kein Vorwurf zu machen, das Heft besteht wahrscheinlich zu 95% aus Exposee... Seite 1-43 empfand ich vom Inhalt her als zu aufgebläht und daher fast querlesbar, das hätte auf 15-20 Seiten abgehandelt werden können. Dann erst taucht der Matan auf und ich mußte in 'Zeitlupe' weiterlesen um keine Info zu verpassen. Es geht also mal wieder um eine Zeitschleife... pass the sickbag, please... mir wird schlecht... Zim November/Souverän der Vernunft im Tradom-Zyklus war auch so eine Zeitschleife und das brachte mich dazu ab 2200 für 10 Jahre aus PR auszusteigen. Bei Zim November ging es um einige Hunderttausend Jahre, hier geht es um 400.000 x 10.000 also 4 Milliarden Jahre in welchen Matan sich stetig häutet (400.000 Bälge). 'Größenwahnsinniger Plot' wäre die Untereibung schlechthin. Matan kommt altruistisch rüber mit seiner friedlich das Universum erforschenden Tarania-Explorerflotte obwohl er für das derzeitige Desaster in der Milchstraße und z.B. Linearraumtorpedos auf friedliche Schiffe ganz zu Beginn mit- oder hauptverantwortlich ist. Wer soll das glauben? Oder ist es absichtlich so unglaubwürdig geschrieben bis zum nächsten Plot-Twist? Zim November wurde vom Guten zum fast absolut Bösen konvertiert. Will man den Richter jetzt vom Saulus zum Paulus machen? Wenn es das ist was man den Lesern mit "weg von schwarz-weiß" versprochen hat... dann seis drum aber es ist nichts neues (Hotrenor-Taak z.B.) Ich hasse die Figur Matan Addaru Dannoer seit ihrem ersten Auftritt und erst recht seit dieses Konstruierte Wesen Jabari Gneppo (für mich war das die originellste Figur des gesamten Zyklus) inkorporiert hat.

Achtung Satire gepaart mit Zynismus: Wer ist Veirdandi? Ist doch völlig egal. Wahrscheinlich Bullys Ur-Großmutter oder Kemoauc. Vor Beginn eines Zyklus darf jede/r Perry-Autor/in 20x eine zufällige Seite in der Perrypedia aufrufen und schreibt die erhaltenen Begriffe auf ein Blatt Papier welches an die Expokraten weitergereicht wird. Diese suchen sich davon was aus, würzen es etwas, ziehen es endlos in die Länge und heraus kommt eine zunächst wohlschmeckende Speise die in eine Schüssel gefüllt wird - die ungenießbaren Brocken befinden sich am Boden der Schüssel. Man beißt rein und bereut es sofort. Satire etc. Ende.

Gab es auch was positives für mich? Ja, der Schreibstil des Autors bekommt von mir eine 2+ und der Intotronische NATHAN dürfte identisch mit dem Vigintillardengesicht sein - die einzige Enthüllung, die mir gut gefallen hat.

Für ein abschließendes Urteil über den Zyklus ist es zu früh aber meine Erwartungen sind jetzt nur noch sehr gering.


Phil (01.05.2016):

Oliver Fröhlich ist, wie ich, glaube ich, schon mal hier irgendwo gschrieben habe, ein echter Gewinn für Perry. Es gab bislang noch keinen einizgen Roman von ihm, der mir nicht gefallen hat, und das kann ich sonst nur noch von Wim Vandemaan behaupten. Abgesehen davon, dass er einen eleganten Stil besitzt, hat er auch einen immer mal aufblitzenden subtilen Humor, und v.a. gibt er sich merklich Mühe, aus jedem Roman auch wirklich eine abgeschlossene Geschichte zu machen, also nicht nur eine weitere Fortsetzung innerhalb des großen Ganzen.

Generell kann ich sagen, dass mich die letzten fünf Bände in den Jenzeitigen Landen mit nahezu allem versöhnt haben, was vorher in dieser Handlungsebene abgelaufen ist. Auch die lange, lange Reise macht jetzt Sinn (die ich auch hin und wieder für deutlich ZU lange hielt), denn stellt euch mal vor, all das, was gerade auf uns einprasselt, wäre nach gerade mal zwei oder drei Vorbereitungsbänden geschehen. Das wäre eindeutig zu billig und zu schnell gewesen, große Ereignisse erfordern auch einen großen Vorlauf, sonst kann man sie nicht richtig würdigen.
Besonders angenhem fand ich, dass nichts aus diesem langen Vorlauf vergessen wurde. (Fast) alle Andeutungen und Fragen, die während der langen Reise aufgetaucht sind, wurden wieder aufgegriffen (und zum Teil auch beantwortet). Sehr schön.
Selbst die beiden etwas schwächeren Bände (also 2851 und 2852) waren überdurchschnittlich, nämlich unterhaltsam und phantasievoll, und die beiden Mnemo-Korsaren fand ich interessant gegen den üblichen Bösewicht-Strich gebürstet. (Hat eigentlich noch jemand hier die Überzeugung, dass die beiden Vorbilder für die Korsaren Mr. Kidd und Mr. Wint aus "James Bond - Diamantenfieber" sind? Ich könnte schwören, dass CM oder WV vor dem Entwickeln dieser Figuren diesen 007 gesehen haben.)
Geärgert hatte ich mich nur über den Schluss von 2852. Hier ist Leo Lukas offenbar der Platz ausgegangen, so einen lieblosen und überhasteten Showdown habe ich selten gelesen.
Aber gut, davon abgesehen kann ich sagen: So wie in den letzten fünf Heften mag ich meinen Perry.



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