PR 2850
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Perry Rhodan Nr. 2850: Die Jenzeitigen Lande

Autoren: Christian Montillon / Wim Vandemaan

Inhalt

Der Fauth Than bringt Atlan, Julian Tifflor, Lua Virtanen, Vogel Ziellos und den Pensor mit einer Atopischen Fähre in die Jenzeitigen Lande. In Nullzeit erreicht die Gruppe einen Ort, der an eine vergrößerte Version der Grand Central Station des 20. Jahrhunderts in New York erinnert. Drei Meter große sprechende Lavalampen erscheinen und begrüßen die Neuankömmlinge. Es handelt sich um ein Quarantänekommando. Da Thez für die Besucher bürgt, erhalten sie die Erlaubnis, sich nach Belieben in dieser Insel der Hiesigkeit - der Veste Tau - umzusehen oder sie wieder zu verlassen. Außerhalb der Veste Tau, die nur eine von vielen Inseln in den Jenzeitigen Landen ist, gibt es allerdings nur noch den Brei am Ende des Universums. Die Inseln der Hiesigkeit existieren noch, weil Thez ihrer gedenkt. Sie sind durch eine auto-kausale Transzendenz-Zone vom Brei abgeschirmt. Wie Julian Tifflor einige Zeit später von Than erfährt, ist die Veste Tau das Lehen Matan Addaru Jabarims. Die Inseln der Hiesigkeit sind Zufluchtsstätten. Wer das Angebot der Fauthen annimmt und sich in die Inseln rettet, kann das Ende des Universums überstehen. Jede Insel hat eine Eigenzeit und nicht alle Eigenzeiten sind untereinander koordiniert. Die Veste Tau ist viele Milliarden Jahre alt und wird von zehn Billionen Bürgern bewohnt. Sie ist tropfenförmig und durchmisst 19.700 Kilometer.

Das zum Quarantänekommando gehörende Wesen Q-Blau erklärt, das Atopische Tribunal sei eine von Thez aus dem GESETZ abgeleitete Formel und stelle Thez' "Sinnesorgan" für das Gleichgewicht im Universum dar. Es ist nicht bekannt, inwieweit Thez die Aktionen des Tribunals beeinflusst. Fest steht, dass die Atopen am Atopischen Hof bestellt werden. Der Hof ist mobil und sein jetziger Aufenthaltsort ist unbekannt. Atlan bittet Tifflor, der als Bote der Atopen berechtigt ist, entsprechende Fragen zu stellen, nach dem Hof zu suchen. Atlan, Lua und Vogel verfolgen dasselbe Ziel, können dies aber nicht offen tun. Sie geben deshalb vor, den Fauthen Gondh aufsuchen zu wollen, den Bürgermeister der Veste. Der Pensor bleibt bei Than in der Atopischen Fähre zurück.

Während Atlan aufgrund von Warnungen seines Extrasinnes meint, sich in Feindesland zu befinden, fühlt es sich für Tifflor so an, als sei er nach Hause gekommen. Bei seiner Reise durch die Veste begegnet Tifflor verschiedenen Lebewesen, unter anderem dem Postmeister der Poststelle des Sektors M'naer. Dort könnte Tifflor ein Telegramm an sein früheres Selbst schicken, aber das riskiert er lieber nicht. Dem Postmeister zufolge sind im Atopischen Archiv Aufzeichnungen über frühere Aufenthaltsorte des Atopischen Hofes zu finden. Tifflor macht sich dorthin auf den Weg. Am Ziel im Sektor Tausendfeuerwanne angekommen fragt Tifflor den Archivar Ahnforcht (der mit dem Archiv identisch ist), wer Chuvs Nachfolge antreten soll. Dabei ahnt Tifflor die Wahrheit bereits: Er selbst soll zum zweiten für die Galaxie GA-yomaad zuständigen Atopen werden.

Derweil werden Atlan und seine Begleiter bei ihrer Suche an die Gilde der Mnemo-Händler verwiesen. Das Pelzwesen Faroneyröhnic (kurz: Faro) führt die Gruppe zur Gedächtnishändlerin Erriam Erri, einem Spinnenwesen mit feistem Leib und elf Beinen. Atlan wird mit Erri handelseinig. Zum Preis von einer exquisiten Erinnerung - plus eine mittelmäßige als Provision für Faro - wird ihm geholfen. Die Entnahmeprozedur ist ungefährlich, und wenn Atlan Glück hat, wird er sich die ausgewählte Erinnerung (sein Aufenthalt auf Wanderer zur Heilung von ES) irgendwann wieder ins Gedächtnis rufen können. Als Erri erkennt, auf welch gewaltigen Schatz äußerst ungewöhnlicher Erinnerungen sie gestoßen ist, wird sie gierig. Sie nimmt Kontakt mit den in der ganzen Veste gefürchteten Mnemo-Korsaren Spaykel und Valkuzz auf. Mnemo-Korsaren sind weit weniger rücksichtsvoll als Gildenmitglieder. Sie entreißen ihren Opfern alle Erinnerungen und töten sie anschließend. Erri hetzt die Korsaren auf Atlan, um einen Teil der Beute zu kassieren.

Nachdem sich Atlan in der von Erri bezahlten Anderstern-Spelunke erholt hat, geht die Reise mit einem vom insektoiden Reiseführer Ra'rhom gelenkten schwebenden Rad weiter zum Sektor Kathoy. Dort soll der Bürgermeister derzeit zu finden sein. Während einer Pause greifen Spaykel und Valkuzz an. Die Korsaren sind schlanke Humanoide, um deren Köpfe Kommunikationsringe verlaufen. Mit diesen Ringen können sie variable Projektionsgesichter erzeugen und Energiestrahlen verschießen. Außerdem sind sie mit Energiepeitschen bewaffnet. Atlan und die beiden Jugendlichen leisten unerwartet heftige Gegenwehr. Vogel wird verwundet, Lua verliert das Bewusstsein. Atlan muss hilflos mit ansehen, wie die Korsaren die Jugendlichen entführen. Er lässt sich von Ra'rhom zu Erri zurückbringen, denn er geht davon aus, dass er von der Händlerin mehr über die Korsaren erfahren kann.

Auch Tifflor kehrt um und spricht mit Than über seine Bestimmung. Than bestätigt, dass Tifflor von ihm im Haus Addaru zum Atopen ausgebildet werden soll - ES will es so. Den Zellaktivator, so meint Than, wird Tifflor nicht mehr lange brauchen. Obwohl Tifflor längst nicht mehr derselbe Mann ist, der einst zum Marsch durch den Zeitspeer aufgebrochen ist, fühlt er sich den Terranern immer noch verbunden. Er möchte den unter dem Atopischen Tribunal und den Tiuphoren leidenden Völkern von GA-yomaad helfen. Deshalb stimmt er zu. Than verschweigt ihm, dass das Atopische Tribunal nicht zuletzt Tifflors wegen nach GA-yomaad gekommen ist und dass Matan Addaru Jabarim aus demselben Sonnensystem stammt wie Tifflor. Möglicherweise hat die Sphragis etwas damit zu tun, dass Matan Addaru Jabarim und Tifflor zu Atopen geworden sind. Than vermutet, dass sich das Sonnensiegel eines Tages öffnen wird, denn dort, wo es ist, liegt die Zeit in den Wehen ...

Kringels Meinung:

Wie zu erwarten war, werden uns in dieser Woche einige lang erwartete Informationen in hoher Packungsdichte auf dem Silbertablett präsentiert. Es wäre mir lieber gewesen, wenn es die Haupthandlungsträger der PR-Serie in den letzten Monaten aus eigener Kraft geschafft hätten, Antworten auf wichtige Fragen zu finden. Stattdessen muss wieder mal eine allwissende Müllhalde (siehe "Die Fraggles") befragt werden. Aber darüber will ich mich gar nicht beschweren, schließlich ist Than glücklicherweise erstaunlich auskunftsfreudig. ES ist da ja ein ganz anderes Kaliber. Than zufolge ist es der Wille der Superintelligenz, dass Tifflor zum Atopen wird. Nun könnte sich der Leser fragen, warum ES davon bis jetzt kein Wort gesagt hat. Vermutlich ist Tifflor der "Maulwurf" in den Reihen des Atopischen Tribunals, von dessen Existenz Meechyl ausgeht. Oder er wird dazu werden. Than weiß bereits, dass Tifflor einst ein großer Atope sein wird - er kennt ihn aus der Zukunft. Ein Atope hat Zugang zu jedem beliebigen Punkt in der Zeit. Der Atope Tifflor hätte Perry Rhodan also rechtzeitig informieren können. Rhodan hätte sich somit alle - wirklich ALLE! - bisherigen Aktionen gegen das Tribunal sparen können, denn Tifflor wäre auf jeden Fall zu dem geworden, was er jetzt ist. Und mehr wurde in den letzten 150 Romanen nicht erreicht. Wieviel Leid wäre also unzähligen Lebewesen erspart geblieben?

In diesem Zusammenhang wird das beliebte Ameisen-Gleichnis bemüht. Diesmal besucht so ein kleines Krabbeltier eine Shakespeare-Aufführung. Die Ameise nimmt die Bewegungen und Lautäußerungen der Schauspieler wahr, aber sie versteht den Sinn nicht. Ein menschlicher Zuschauer könnte versuchen, es ihr zu erklären, aber selbst wenn er mit dem Tierchen kommunizieren könnte, so könnte er ihm nicht begreiflich machen, was auf der Bühne vor sich geht. Ich finde, das Gleichnis hat schon immer gehinkt, denn die Superintelligenzen, allen voran ES, wurden in der Vergangenheit stets so vermenschlicht dargestellt, dass mir niemand erzählen kann, ES könne die Ameisen - sorry: die Menschen weder verstehen noch sich ihnen mitteilen. Das Gleichnis ist sowieso nur anwendbar, wenn es um Einsichten in kosmische Zusammenhänge geht, die der Mensch mit seinen bescheidenen Sinnen und seinem beschränkten Intellekt niemals begreifen kann. ES und Konsorten halten aber immer nur ganz einfache Informationen zurück, und das geschieht natürlich nur, weil die Zyklen sonst schon nach 10 Romanen zu Ende wären. Wenn im aktuellen Roman angedeutet wird, Tifflor habe seine Odysee ohne Vorabinformationen und ganz allein absolvieren müssen, um selbst zu der Erkenntnis zu kommen, dass seine Bestimmung darin besteht, zum Atopen zu werden, dann kann ich das jedoch akzeptieren. Es stellt sich nur die Frage, welche Intrigen der Alte von Wanderer spinnt und wann er damit angefangen hat!

Der Roman trägt meiner Meinung nach ganz deutlich Hartmut Kaspers Handschrift. Durch die Beschreibung kauziger Lebewesen, exotischer Schauplätze und merkwürdiger Geschehnisse soll eine Atmosphäre der Fremdartigkeit erzeugt werden und ich soll mich beeindruckt fühlen. Alles gut und schön. Kaspers Formulierkunst in allen Ehren, sie macht auch diesen Roman zum Genuss. Betrachte ich ihn im Kontext des laufenden Blähzyklus, sieht es leider ganz anders aus. Mir wird das alles zu abgehoben. Tatsächlich frage ich mich, ob ich diese Serie überhaupt noch lesen möchte. Der viel beschworene Hauch des Kosmischen, der für die PR-Serie typisch sein soll, ist ja grundsätzlich nicht verkehrt, aber seit einigen Monaten wird er für meinen Geschmack viel zu sehr in den Mittelpunkt gestellt. Die Autoren haben sich in der Vergangenheit mehrfach über den kosmischen Überbau beklagt, sie haben ihn als hinderlich empfunden. Aber anstatt ihn einfach ruhen zu lassen, bauen sie ihn weiter aus, packen immer mehr hinein und stoßen in Sphären vor, in die ich ihnen nicht mehr folgen möchte. Warum das alles? Was soll damit bezweckt werden? Brauchen wir diesen pseudoreligiösen Kosmo-Mystizismus? Werden die Romane dadurch spannender? Ich meine: Nein! Manchmal möchte ich wie Wilfried Schmickler brüllen: AUFHÖREN! Weniger esoterisches Geschwurbel! Mehr bodenständige SF!

Ich bin außerdem nicht sicher, ob ich alles richtig verstanden habe, zumal man bei Kaspers Satzdrechseleien nie sicher sein kann, welche Teile für die Serie bedeutungsvoll sind und bei welchen es sich nur um schön formulierte, aber irrelevante Ideenfragmente handelt. Than erwähnt zum Beispiel die Tarania und die Kreuzgalaxis. Sind das nur in den Raum geworfene bedeutungslose Begriffe? Oder steckt mehr dahinter? Mal sehen, ob ich noch alles richtig zusammenkriege. Korrekturen bei den folgenden Stichpunkten werden erbeten.

1. Das Atopische Tribunal ist quasi das Gleichgewichtsorgan von Thez und gleichzeitig eine vom GESETZ abgeleitete Formel. Das Tribunal ist das Recht. Heißt das, dass das Tribunal niemals falsch handeln kann und dort aktiv wird, wo das universelle Gleichgewicht gestört wird?

2. Kosmokraten, Chaotarchen und Vertreter Dritter Wege (so genannte Triviane Mächte) wollen jeweils etwas anderes. In diesem Universum etwas anderes zu wollen, ist jedoch ausgeschlossen - so lauten die Spielregeln. Bedeutet das, dass alles im Universum vorherbestimmt ist? Dadurch würde die Existenz des Tribunals ad absurdum geführt.

3. In Wahrheit wollen "die Spieler" (vermutlich die Hohen Mächte) nur spielen. Es ist ein Spiel um des Spielens willen, denn im Falle eines Sieges wäre das Spiel zu Ende. Spieler, Regeln und das Spiel bedingen einander. Ohne Regeln kein Spiel, ohne Spieler wären die Regeln sinnlos. Wie Hape Kerkeling schon sagte: "Das ganze Leben ist ein Quiz"!

4. In den allermeisten Universen kann sich kein Leben entwickeln, somit gibt es dort auch keine Superintelligenzen oder Hohen Mächte. Es gibt aber unbelebte Universen, in die sich eine SI oder eine andere Entität zurückgezogen hat. In der Regel sind das eher Entitäten, die der chaotarchischen Seite zugeneigt sind und sie erfüllen in den anderen Universen eine wichtige, schwierige Aufgabe.

5. Die Erste Superintelligenz ist aus einem anderen Universum gekommen und hat aus der Materie des Urknalls einen Korpus für sich selbst erschaffen. Er zieht sich wie ein eingefrorener, zeitförmiger Blitz durch alle Zeiten des Universums und verbindet diese miteinander. Den Korpus hat die Erste SI zurückgelassen, als sie das Universum wieder verlassen hat.

6. Die Erste SI hat in der Frühzeit des Universums einen Hilferuf ausgestoßen, der Äonen später von den Retrosonden der Ländereien von Thez aufgefangen wurde. Die Vögte der Ländereien von Thez haben im Frühen Morgen des Universums (5 bis 20 Mrd. Jahre nach dem Urknall) mit der Suche nach der ersten SI begonnen und den Korpus am Ende des Frühen Morgens gefunden, also vermutlich 6 Mrd. Jahre nach der Handlungsgegenwart.

7. Unterstützt von einigen SIs haben die Vögte aus dem Korpus die Synchronie erschaffen. Dadurch wurde eine Gefahr für das Universum abgewendet.

8. Durch die Berührung mit dem Korpus wurden die Vögte verändert. So sind die Fauthen entstanden - sie sind "hellsichtig" und "hellhörig" geworden, das heißt, sie können das Universum anders wahrnehmen als zuvor.

9. Thez war an diesem Projekt beteiligt und konnte mit dem Korpus kommunizieren. Thez war seinerzeit so etwas wie eine SI und galt als Triviane Macht. Auch Thez wurde durch den Kontakt mit dem Korpus verändert.

10. Thez ist im Lichten Morgen (20 bis 30 Mrd. Jahre) als SI erwacht. Von der Mittagsdämmerung (40 bis 50 Mrd. Jahre) bis zum Erlöschenden Nachmittag (100 bis 110 Mrd. Jahre) war Thez eine Materiequelle.

11. Im Tiefen Abend (120 bis 140 Mrd. Jahre) haben die Kosmokratie und die Chaotarchie den Auszug ins Neuland (in ein neues Universum?) angetreten. Thez hat sich diesem Exodus entzogen und ist somit zu einer Einzigartigkeit in der Mentalen Architektur des Universums geworden, also wohl zur letzten im allmählich endenden Universum noch vorhandenen höheren Macht. Thez hat auch im Abendabgrund (140 bis 150 Mrd. Jahre) noch existiert.

12. In der Permanenten Nacht (mehr als 150 Mrd. Jahre), also quasi nach dem Ende des Universums, hat Thez die Inseln der Hiesigkeit aus dem Brei erschaffen und in die Jenzeitigen Lande außerhalb von Raum und Zeit hinübergerettet. Sie sind zum Zufluchtsort für unzählige Lebewesen geworden, die sonst mit dem Universum untergegangen wären. Die JZL leben in Thez, in gewisser Weise sind sie mit Thez identisch.

So weit so gut. Was uns diese Informationen sagen sollen? Keine Ahnung.

J. Kreis, 03.04.2016


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Gastkommentare


Neueste Kommentare stehen oben.


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Stefan (14.04.2016):

Ok, es war klar dass die Tiuphoren in Phariske-Erigon gewinnen werden. Es war auch klar, dass die Laren geretten werden. Genauso war es auch klar, dass es Atlan in die Jenzeitigen Lande schafft.
Das alles hat sich unendlich lange hingezogen, und man wartet eigentlich nur auf etwas neues, das nicht schon vorhersehbar ist.
Nun ist Atlan endlich 'drüben' und was passiert? Mnemokorsaren? Wirklich? Die treiben da ihr Unwesen. Sorry, das ist absolut unglaubhaft. Und vor allem scheint es wieder mal der Anfang von viel Zeitverschwendung zu sein, dann es ist wohl klar, dass Atlan erfolgreich sein wird - nachdem wir uns durch viele Hefte gequält haben, in denen nichts neues steht.

Hier mein Ratschlag: Bitte, btte bringt doch mal was in der Handlung, das nicht vorhersehbar ist. Sonnst macht es keinen Spass die Hefte öfter als einmal zu lesen.


Claus (13.04.2016):

Ich muss Patrick in großen teilen zustimmen.
Ich lese PR wegen den dem kosmischen Überbau und der exotischen Fremde und war immer wieder z.B. seit dem Linguiden- Zyklus oder dem Hyperschock enttäuscht, das dieser immer wieder einkassiert wurde.
Wenn ich Bodenständiges möchte, lese ich Honor Harrington, wo trotz großer Sternenreiche immer noch Raketen, Soldaten usw. eingesetzt werden und alles (mit Absicht) alten irdisch, politischen Systemen nachempfunden ist.


Hans (09.04.2016):

Generell lese ich die Serie seit dem AT wieder als reinen Eskapismus (von 2200-2700 habe ich nur sporadisch einzelne Hefte gekauft) - aus dieser Sicht konnte ich 2850 genießen. Aber es gibt einen gewaltigen Logikfehler, der mir doch sauer aufstößt. Bisher war der Kanon, daß Hohe Mächte im MULTIversum agieren (siehe zentral im Zyklus Die Gänger des Netzes) und der Moralische Kode alle Universen durchzieht. Hier kommt es jetzt so rüber als ob das PR-Einstein-Universum DAS zentrale Ding sei und die meisten anderen nur tot und leblos. Auch der Auszug der Hohen Mächte aus diesem Universum in ein anderes macht dann im Licht des bisherigen Kanon keinerlei Sinn. Auch wurde bisher nicht klar rübergebracht warum das Tribunal so mächtig ist und warum sich die Hohen Mächte raushalten. Um das ansatzweise logischer zu machen hätte es zumindest einen Roman gebraucht wo Richter Matan eine Kosmokratenwalze vertreibt o.ä. um die Überlegenheit von Thez Truppe erlebbar rüberzubringen. Sollte es so kommen, daß ES mal wieder der Doppelagent der Kosmokraten ist und Thez ein ähnliches Schicksal erleidet wie Thoregon dann wäre das m.E. äußerst billig weil eben eine Wiederholung. Den Ansatz, daß Kosmokraten und Chaotarchen Rücken an Rücken stehen und nur ein Spiel spielen kann ich akzeptieren aber der bisher geschilderte Werdegang von Thez als SI zur Materiequelle und dann quasi nahtlos zu einem Ultra-Mega-Überwesen ist fast lächerlich da in sich unlogisch denn da sich das offensichtlich nur in einem Universum abspielt müssten Chaos und Ordnung da MULTIversal angelegt per se mächtiger sein, womit sich die Katze in den Schwanz beißt. Ich halte daher Kringels Kritik für sehr berechtigt, weil vieles so unlogisch geworden ist und ich als Leser mittlerweile nur noch zu 50% durchblicke (Unlogik kann man wahrscheinlich nicht begreifen). Ich mag die ganzen Fantasyelemente sehr gern und hab als Lektüre 2850 genossen aber nach einer Weile meldet sich mein Logiksektor mit der Frage "Häh? Das kann ja wohl nicht wahr sein...?"


Patrick (08.04.2016):

Ich bin von dem Band positiv überrascht, auch wenn ich einige Kritik bzw. Erklärungsversuche anbringen werde.

Nicht überrascht bin ich von der reflexhaft-berechenbaren, miesepetrigen Kritik (nicht zwangsweise hier).

Zunächst einmal: Ich habe schon eine ganze Weile vorhergesagt, dass Tifflor ein Atope werden wird. Das bietet immerhin einige interessante Handlungsoptionen für die Zukunft.

Der Vergleich mit den sich selbst denkenden Zahlen klingt stark nach Max Tegmark.

Sehr, sehr positiv ist und nicht ausreichend gewürdigt wird die Tatsache, dass Thez nicht (!) Gott ist, sondern eine schlüssige Erklärung geboten wird. Die Kritik an zu viel Mystik schießt daher m.E. über das Ziel hinaus. Es zeigt auch, dass es die Autoren nicht übertreiben wollen. Im Moment habe ich nichts Abgedrehteres erlebt, als Ritter der Tiefe, die am Berg der Schöpfung die Antwort aller kosmischen Rätsel erhalten können. Das war schon immer Teil von PR und sich darüber zu beschweren ist wie über Jedi-Ritter in Star Wars zu maulen. Man muss das mal alles im Zusammenhang sehen, wenn man fair sein will.

"Rhodan hätte sich somit alle - wirklich ALLE! - bisherigen Aktionen gegen das Tribunal sparen können, denn Tifflor wäre auf jeden Fall zu dem geworden, was er jetzt ist." - In jedem Fall? Ohne einen toten Richter Chuv wäre Tifflor nie in die JZL gereist?

"Warum das alles? Was soll damit bezweckt werden? Brauchen wir diesen pseudoreligiösen Kosmo-Mystizismus? Werden die Romane dadurch spannender? Ich meine: Nein! Manchmal möchte ich wie Wilfried Schmickler brüllen: AUFHÖREN! Weniger esoterisches Geschwurbel! Mehr bodenständige SF!" - SF lebt von Exotik. Wenn SF-Geschichten keine außergewöhnlichen Elemente beinhalten, dann sind sie wertlos. Dieselben Geschichten könnte man bei Seefahrern im 17. Jahrhundert ansiedeln, oder in der Tagespolitik. Wenn extrem humanoide Aliens Politikspielchen treiben und sich Teens (Vogel und Co.) im Rahmen von Telenovela-Szenen abknutschen, dann muss ich ehrlich sagen, dass man dafür keine SF braucht. Es interessiert mich schlicht nicht. Mir ist egal, ob Perry Sichu liebt und welche Ränkespielchen irgendein Tefroder treibt. Who cares?

"Der viel beschworene Hauch des Kosmischen, der für die PR-Serie typisch sein soll, ist ja grundsätzlich nicht verkehrt, aber seit einigen Monaten wird er für meinen Geschmack viel zu sehr in den Mittelpunkt gestellt." - Ach, bitte. Die titelgebenden Jenzeitigen Lande kamen bislang kaum vor, stattdessen werden mir mit dem Tiuphorengeballer etc. gequält. Sie beschweren sich erst über A, und wenn dann B kommt beschweren Sie sich darüber. Fakt ist: Es war richtig, als Sie die x-te Wiederholung des Invasionsplots beklagt haben. Jetzt kann Tifflor ein Atope werden, und große Abenteuer stehen im Raum - und Sie beschweren sich natürlich darüber. Weil es zu aufgeblasen ist. Hätte er seinen Status als Atopen bei ebay ersteigern sollen...? Und nochmal: Thez wurde entzaubert. Das ist die Tatsache, der Rest sind blumige Formulierungen.

In Wahrheit ist das alles gerade nicht besonders fantastisch. Wie der "grenzdebile Asoziale" richtig bemerkt hat sind die Jenzeitigen Lande ein erstaunlich langweiliger Ort - im Grunde ein bekannter Zusammenschnitt irdischer Szenen, durch die man via Sightseeing geführt wird. Alles schrecklich bekannt. Offensichtlich haben sich die Billionen Bewohner Taus nicht bemüßigt gefühlt, ihrer letzten Zuflucht irgendeinen würdevollen Anstrich zu geben. Es kam mir nicht (!) fremdartig vor und ich fühle mich nicht beeindruckt. Natürlich muss ein Bahnhof am Ende der Welt aussehen wie die Grand Central Station. Erinnert an den Dunklen Turm von Stephen King - unendlich viele Welten, und alle sind New York. Fantastisch? Überwältigend? Nein.

Und was mich wundert: Leute bezahlen mit ihren Erinnerungen und verlieren diese. Hinterher kann man sie sich im TV ansehen. Was soll der Blödsinn?

Am ärgerlichsten sind für mich die Korsaren. Das sind nämlich gut gearbeitete Charaktere, die jedoch nichts weiter tun werden als den nächsten Ablenkungs-Handlungsstrang zu bedienen. Mir sind Vogel und seine Liebste egal. Statt sich um das Wesentliche zu kümmern darf jetzt wieder einmal herumgeturnt werden.

Zu den Punkten:

1. Das wissen wir nicht. "Abgeleitete" Formeln müssen nicht richtig sein und Gleichgewichtssinn kann gestört sein bzw. werden.

2. Nein, Sie interpretieren dort Dinge hinein, auch weil Sie gerne alles negativ sehen. Sie sollten das Zitat im Kontext lesen: Der Weg ist das Ziel, vereinfacht gesagt. Das Schachspiel ist Selbstzweck, das Ergebnis jedoch offen. Aus der Sicht der JZL steht die Vergangenheit allerdings fest. Ob diese sich verändern kann bzw. es mehrere Zeitlinien gibt wissen die Autoren wahrscheinlich selbst nicht.

3. Jedes System trachtet nach Selbsterhaltung. Kein Politiker, der von Idioten gewählt wird, hat ein Interesse daran, Bildungsstandards zu heben. Kein Politiker, der von Armen gewählt wird, hat ein Interesse daran, die Armut zu bekämpfen. Würden die Kosmokraten obsiegen, gäbe es nur noch "positive Zahlen". Damit wäre die halbe Schöpfung ausgelöscht.

4. Das entspricht der gängigen wissenschaftlichen These. Wenn in unserem Universum die Naturgesetze einen Tick anders wären, könnte es kein Leben geben. Stellen Sie sich vor, die Gravitation wäre stärker, oder das Universum würde sich so schnell ausdehnen, dass jede Materie zerrissen wird. Daraus folgert man dass es viele Universen gibt und wir in dem existieren, in dem Leben möglich ist. So wie mit der Erde und anderen Planeten.

"Than erwähnt zum Beispiel die Tarania und die Kreuzgalaxis. Sind das nur in den Raum geworfene bedeutungslose Begriffe?" - "Kreuzgalaxis" könnte das Produkt einer Kollision von Milchstraße und Andromedanebel sein. Der Rest war wohl irrelevant.

"Was uns diese Informationen sagen sollen? Keine Ahnung." - Das ist doch jetzt kindisch. Wir haben Antworten auf viele Fragen erhalten. Ansonsten gibt es ja deswegen weitere Bände. Ersichtlich wird an der Lebensgeschichte von Thez gestrickt.

Was ziemlich dämlich ist, ist dass dank Than bereits klar ist dass Tifflor definitiv ein Atope werden wird und das alles ganz großartig wird: Dann muss man es ja eigentlich nicht mehr lesen.

"Tatsächlich frage ich mich, ob ich diese Serie überhaupt noch lesen möchte." - Wie auf diese Seite dokumentiert ist fragen Sie sich das seit Jahren, lesen dann aber doch weiter. Irgendwann verliert das jede Glaubwürdigkeit - und es ist typisch deutsch: Man grummelt und ächzt, bezahlt dann aber doch. Übrigens finde ich den Zyklus schlecht, auch wenn dieser Band handwerklich fast sauber war.


Chris (05.04.2016):

Das von Kringel fasst die ganze PR Geschichte des letzten Zyklus perfekt:
*AUFHÖREN! Weniger esoterisches Geschwurbel! Mehr bodenständige SF!*
Ich komme mir schon wie in einer Kopie von Battlestar Galactica, dort hat man nach der guten ersten Staffel exakt den selben Mist verzapft....scheint modern zu sein.
Mir zu modern, ich beende mein PR Abo in Herbst, mal schauen obs irgendwann besser wird, ansonsten gibts inzwischen reichlich SciFi alternativen.


"grenzdebiler Asozialer" (04.04.2016):

Kritikpunkt 1.: Die Informationsfülle dieses Romans hätte ich lieber über mehrere Romane verteilt vermittelt bekommen.

Kritikpunkt 2.: Gegenüber der Informationsvermittlung durch Erklärbären wäre aktive Informationsbeschaffung der Reisegruppe Atlan/Tifflor wünschenswert gewesen.

Kritikpunkt 3.: Das Geschehen auf dem Schauplatz Veste Tau ist ebenso wie das Geschehen auf dem Schauplatz Andrabasch beliebig mit dem Geschehen auf dem Schauplatz eines unbekannten bewohnten Planeten in der Milchstraße austauschbar, ich vermisse Sense of Wonder.

Kritikpunkt 4.: Bei näherem Nachdenken über die jüngsten Kosmologieerweiterungen zeichnen sich einige Inkonsistenzen ab. Ich muss das Heft nochmals lesen.

Kritikpunkt 5.: Die Exporaten könnten sich mit dem Geschurbsel der vergangenen 150 Hefte und den Kosmologieerweiterungen in eine Sackgasse manövriert haben, die sie möglicherweise nur mittels eines vollständigen Resets a la Bobby Ewing wieder verlassen können.



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