PR 2849
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Perry Rhodan Nr. 2849: Das Chronoduplikat

Autor: Uwe Anton

Inhalt

Gemeinsam mit den tefrodischen Mutanten Dienbacer und Balgen Orgudd stoßen die Kerouten Glaslinc und Paikale erneut ins "Paraland" vor, das heißt, sie begeben sich auf eine mentale Reise ins Innere der im Hypereis ruhenden RAS TSCHUBAI. Wie schon beim ersten Besuch weist ihnen Perry Rhodan oder vielmehr dessen Zellaktivator als Leuchtfeuer den Weg. Währenddessen lässt sich die Chronotheoretikern Aichatou Zakara vom Wahldenker Toypegg einige keroutische Märchen und Legenden erzählen. Sie wird hellhörig, als Toypegg von der Kammer der verirrten Toten spricht, einer vierten Kaverne, von der bisher nie die Rede war und die mit ziemlicher Sicherheit tatsächlich bis vor kurzem noch nicht existiert hat. Die Targia geht davon aus, dass sie auf eine weitere Auswirkung der dys-chronen Drift gestoßen ist. Die Kaverne wird umgehend untersucht. Dort befindet sich ein kleines Raumschiff mit einem mumifizierten Menschen an Bord. Es ist MUTTER, oder vielmehr Irr-MUTTER, ein Chronoduplikat des in der RAS TSCHUBAI befindlichen Originals - das Schiff ist eine kontra-kausale Raumzeitplastik, die allerdings im Gegensatz zu allen anderen nicht verschwindet, sobald man sie sieht.

Währenddessen planen Cai Cheung, Bostich, Monkey und weitere Verantwortliche vor Ort einen Schlag gegen den Zeitriss und die aus über 40.000 Sterngewerken bestehende tiuphorische Flotte, die sich im Bereich der Perforationspassagen versammelt hat. Es gibt zwei derartige Zonen. Sie bewegen sich aufeinander zu und werden vermutlich schon bald in der Nähe von Boscyks Stern miteinander verschmelzen. Sie sollen mit Teslym-Geschossen und SHIVA-Aufrissbomben beschossen werden. Bostich erscheint am 1. Juli 1518 NGZ mit der GOS'TUSSAN II, um den Angriff persönlich zu leiten. Oberst Anna Patoman, die ihm die terranischen Geschosse überstellt, ist entsetzt angesichts der Veränderung, die mit dem ehemaligen arkonidischen Imperator vorgegangen ist. Körperlich ist ihm nichts anzusehen, aber er wirkt wie ein Getriebener. Es kommt Patoman so vor, als lodere in Bostich ein verzehrendes Feuer.

Irr-MUTTER ist ansprechbar. Sie erklärt, sie sei vor ungefähr 350 Jahren in der vierten Kaverne deponiert worden. Damals sei noch eine zweite Person an Bord gewesen. Weitere Informationen sind nicht zu erhalten, auch der Positronik-Leser Dienbacer findet nichts heraus, denn der Bordrechner ist zu hoch entwickelt und bleibt undurchschaubar. Dienbacer stellt jedoch Ähnlichkeiten mit einer Präsenz fest, die er im Paraland wahrgenommen hat. Hierbei handelt es sich um das Original. Beide Schiffe können miteinander durch ein "Nadelöhr mit Durchmesser Null" sprechen. Da es ihren Angaben nach wegen der Verseuchung der RAS TSCHUBAI mit Indoktrinatoren zu riskant wäre, den Omniträger aus dem Hypereis zu holen, wird das Nadelöhr zur Herstellung einer Transmitterverbindung genutzt. Auf diese Weise kann die gesamte Besatzung innerhalb von zwei Tagen aus der RAS TSCHUBAI geholt werden. Da alle direkt aus der Suspension kommen, werden sie sicherheitshalber betäubt. Trotzdem ist die Prozedur für viele mit erheblichen Beeinträchtigungen verbunden. Auch Irr-MUTTER übersteht die Rettungsaktion nicht unbeschadet. Sie verzehrt sich praktisch selbst und wird das Ganze nicht überstehen. Sie meint jedoch, dies sei ihre Bestimmung. Die Anoree Meechyl meint, nur ein mächtiger Verbündeter der Terraner beim Atopischen Tribunal könne das Chronoduplikat platziert haben.

Zuletzt wird Perry Rhodan am 3. Juli befreit. Er muss sich erst erholen. Als er dann erfährt, was Bostich vorhat, spricht er sich dagegen aus. Bostich ignoriert Rhodans Forderungen und feuert die Bomben ab. Diese explodieren wie geplant, doch die unfassbar gewaltigen Energiemengen verschwinden einfach. Sofort danach entfernen sich die Perforationspassagen voneinander. Shiashy Sheloar, die Chefwissenschaftlerin der GALBRAITH DEIGHTON VI, spricht von einer chronokinetischen Transformation. Die Perforationspassagen haben die Energie aufgesaugt und umgewandelt. Sie werden jetzt von zwei Orten in der Milchstraße angezogen, so dass sich der immer noch offene Zeitriss stark verformt. Ein Ziel ist das zentrale Black Hole Dengejaa Uveso. Das andere ist das Solsystem!

Bostich meldet sich und kündigt an, er werde sich mit der GOS'TUSSAN II zurückziehen. Im Augenblick der Explosion hat er eine mentale Resonanz gespürt. Diese hatte einen "biogenen Nachgeschmack". Mit anderen Worten: Der Zeitriss lebt.

Kringels Meinung:

Na bitte, endlich ist sie da, die Gefahr für das Solsystem, auf die wir seit drei Jahren warten mussten! Im Ernst: Ich hatte gehofft, dieses Klischee werde in der Mottenkiste bleiben, in die es hineingehört. Aber eine Hoffnung bleibt. Vielleicht droht gar keine Gefahr. Womöglich handelt es sich nicht um den Beginn des Weltenbrandes, sondern um eine Geburt. Der Zeitriss verbindet die mit einem Sphragis versiegelte Sonne Sol, in der bekanntlich noch immer die Entität TAFALLA ruht, mit Dengejaa Uveso. Exotische Energien fließen hin und her. TAFALLA verschmilzt mit dem an sich anscheinend schon lebendigen Zeitriss, gewinnt somit Zugang zu oder gar Kontrolle über Vergangenheit und Zukunft. Vielleicht werden auch noch die tiuphorischen Sextadim-Banner irgendwie mit einbezogen. Und Simsalabim! Schon ist eine Wesenheit entstanden, die selbst von Kosmokraten und Chaotarchen nicht verstanden werden kann - Thez!

Die entscheidende Information des Romans dürfte aber eine andere sein. Wenn Meechyl Recht hat, dann könnte es sein, dass die unzähligen allzu hilfreichen Zufälle, die ich seit nunmehr drei Jahren immer wieder monieren musste, gar keine waren, sondern gezielte Hilfeleistungen von einem Maulwurf in den Reihen des Atopischen Tribunals. Was natürlich die einzige Möglichkeit wäre, diesen übermächtigen Gegner wieder los zu werden. Wer könnte der unbekannte Helfer sein? Atlan oder Tifflor sind diesbezüglich wohl die heißesten Anwärter. Ich bin noch unschlüssig, ob ich diese Idee genial oder nicht so gut finden soll.

Ansonsten ähnelt der Roman stark der ersten Doppelband-Hälfte. Viele Datenblattauszüge, Aktionen an allen Fronten, irgendwie aber nur geringer Unterhaltungswert. Ein Kapitel fand ich geradezu ärgerlich. Nach Rhodans Erwachen werden erst einmal Seiten geschunden. Der Leser soll glauben, Rhodan sei blind, habe sein Gedächtnis verloren und sei in einer Zeitlinie gelandet, in der Thora noch lebt. Dabei ist er nur ein wenig verwirrt.

Leider muss ich anmerken, dass nach wie vor kein überzeugender Grund für die Entführung der tefrodischen Mutanten geliefert wurde. Irgendwie wurden sie schon ein bisschen gebraucht, aber eher als Stichwortgeber und Ideenlieferanten. Und warum kommt eigentlich niemand auf die Idee, die in MUTTER II gefundene Mumie zu untersuchen?

J. Kreis, 27.03.2016


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Gastkommentare


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"grenzdebiler Asozialer" (28.03.2016):

PR 2849 war ebenso wie PR 2848 angenehm zu lesende Unterhaltung.

Schauen wir mal, wie es in PR 2850 bis PR 2854 der Reisegruppe Atlan/Tifflor ergeht. Tifflor soll ja lt einem Forenuser, der versehentlich bereits PR 2850 als Hörbuch erhielt, einen neuen Job bekommen.


Patrick (28.03.2016):

In der Tat könnte Thez durch den Zeitriss geschaffen werden, der ja bereits lebt. Die Logik spricht dafür. Ich würde es dumm finden, nicht nur weil es ein peinlicher "Zufall" ist - erstaunlich, welche drastischen Geschehnisse mit Bedeutung für das Multiversum mal wieder in der Milchstraße und als Verkettung unerwünschter Umstände geschehen: Wenn Thez im Zusammenhang mit dem "Weltenbrand" entstanden ist und quasi das Atopische Tribunal leitet, dann müsste dieses doch von Anfang an darüber Bescheid gewusst haben? Werden Entwicklungsstufen wie SI, Materiequelle und Kosmokrat einfach übersprungen? (Für orthodoxe Perry-Rhodan-Freunde dürfte das Vandalismus sein.) Und mit der Zeit ist es beim Zeitreise-Unsinn ja so eine Sache, aber müsste Thez nicht vor (!) der Handlunsggegenwart existiert haben? Wann hat Ellert die Ländereien "von Thez" besucht? Hierbei sei angemerkt, dass der Glossar des nächsten Romans Erläuterungen zur "Erweiterung" des Zwiebelschalenmodells enthalten soll.

Was den Maulwurf betrifft: Atlans und Tifflors epochale Reise würde keinen Sinn machen, wenn es nichts mit den beiden zu tun hätte. Irgendwas muss das ja bringen. Ich hatte bereits spekuliert, dass Tifflor als Atopischer Richter "entsorgt" wird. (Tipp: PR 2854, "Der letzte Mensch: Atlan auf Geistreise durch das Leben eines Atopen".) Noch eine Spekulation: Könnte das "Vigintilliardengesicht" dem Sextadim-Banner entspringen? (Bzw. den in Thez vergeistigten Entitäten.)

PS: Wäre es nicht logisch, wenn Richter Veirdandi der "Maulwurf" ist? Und nachdem man das Äußere von Veirdandi systematisch verheimlicht, wäre es nicht logisch wenn es sich bei ihm tatsächlich um Atlan/Tifflor incognito handeln würde?

Was Thez und den Zeitriss betrifft so würde ich jetzt sagen dass Thez das Bewusstsein des Universums ist, entstanden durch eine Verschmelzung von Bewusstseinen in Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft. Dies würde erklären, warum Thez über den Hohen Mächten anzusiedeln ist und wie er die Realität manipulieren kann. Das Vigintilliardengesicht in Thez's "Gesicht" und repräsentiert alles Leben im Universum mit ÜBSEF-Konstante. Wo es "Kosmogene" gibt kann es auch eine kosmische "Seele" geben.


Phil (27.03.2016):

So als kleine Zylus-Komplett-Revision: Ich gehöre ja zu denen, die generell nichts an dem Konzept "langer, langer Zyklus, horizontales Erzählen, breite, epische Themenauffächerung" auszusetzen haben, im Gegenteil: Ich habe das ausdrücklich begrüßt. (Im Gegensatz zu vielen anderen Kommentierenden hier, wie z. B. dem guten Exklamations-Doktor - das letzte Mal bei 2846, glaube ich -, dessen Ausrufezeichen-Taste ich am liebsten per Ferntelekinese aus seiner Tastatur reißen würde, aber das nur am Rande).
In diesem Roman jedoch ist mir aufgefallen, dass es auch mir jetzt so langsam zu viel wird. Gemerkt habe ich das v.a. daran, dass mir das ewige Datenblatt-Geschreibsel von U.A. und seine dauernden Wiederholungen zum ersten Mal NICHT auf den Senkel gingen. Und zwar ganz einfach aus dem Grund, dass ich beides BRAUCHTE. Ich hätte sonst gar nichts mehr verstanden! (Ja, das ist ein Ausrufezeichen, Herr Doktor. EIN Ausrufezeichen) Ich hätte gar mehr gewusst, was das mit dem alten Leticron war, dass es eine "Robotregentin" mit Eprik-Raumern gibt oder dass da ja noch diese Anoree mitmischt. (und vieles andere mehr).
Heißt jetzt nicht, dass ich meine Meinung komplett ändere und plötzlich auch anfange, nach Kurzzyklen und alter Hau-Ruck-Dramaturgie zu schreien, nein; aber ich beginne mir durchaus Sorgen zu machen. So z.B.: Haben die Exposé-Leute WIRKLICH noch alles im Griff, wenn ich es selbst als Leser nicht mehr schaffe, den Überblick zu behalten? (Ein deutliches JA! von irgendeinem Verantwortlichen an dieser Stelle würde mich sehr beruhigen, glaube ich.) Wissen die Expokraten eigentlich, wie lang der Leser-Atem bei einem so breit angelegten Handlungsteppich sein muss? (Eine Roman-Serie ist keine Fernsehserie, das merkt mein altersschwaches Hirn gerade allzu deutlich). Und dass alles andere als eine (oder mehrere) HAMMER-Auflösung(en) wohl bei allen Beteiligten einen ziemlichen bitteren Nachgeschmack hinterlassen würde?
Dazu noch eine konkretere Frage: Ist eigentlich den Expokraten klar, dass nahezu alles Üble, was bisher - also seit 2700 - passiert ist , nur deswegen geschah, weil Perry "etwas" unternommen hat? Der Zeitriss, die Tiuphoren, die Zeitdrift, und damit auch der Tod Joschannans und jetzt die Bedohung des Sol-Systems - das alles würde gar nicht existieren, wenn Perry gemütlich die Füße hochgelegt und alte Romanhefte gelesen hätte...

Nun gut, ich bin immer noch dabei, und ich bin auch immer noch der Meinung, dass dieser Mega-Zyklus bei Weitem interessanter ist als alles, was 300 oder 400 Hefte lang vorher passiert ist. Und ich glaube auch immer noch, dass die Herren W.V und C.M. da noch einiges in der zügelbewehrten Hinterhand haben. Allerdings merke ich, wie besagter Glaube immer mehr in ein verzweifeltes Hoffen übergeht...
Bitte enttäuscht diese Hoffnung nicht. Sonst ist es gut möglich, dass ich stinksauer werde. (Und eventuell auch anfange, meine Punkt-Taste zu vergessen und mit Shift-1 um mich werfe, nichts für ungut, Doc.)



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