PR 2847
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Perry Rhodan Nr. 2847: Planet der Phantome

Autorin: Michelle Stern

Inhalt

Der Dilatationsflug der RAS TSCHUBAI wird erneut unterbrochen. An den Indoktrinatoren liegt es diesmal nicht. Die Ausbreitung der tiuphorischen Nanoroboter wird gehemmt, indem befallene Bereiche des Raumschiffes unter Hyperfrost gelegt werden. So könnte man mit dem gesamten Omniträger verfahren, doch die Besatzung könnte das nur in Suspension überleben. Die Alkoven konnten bisher aber nicht mit den Hyperfrostgeneratoren kompatibel gemacht werden. Man schreibt das Jahr 971 NGZ. Monos beherrscht die abgeschottete Milchstraße. ANANSI hat die RAS TSCHUBAI abgebremst, weil sie einen Funkruf erhalten hat, der sich regelmäßig wiederholt - und zwar über Gholdorodyns Kran, der irgendwie als Hyperfunk-Resonanzboden genutzt wird. Das Signal enthält Positionsangaben, die Kennung der RAS TSCHUBAI und die Personenkennziffer Jawna Togoyas.

Jawna Togoya und Germo Jobst sind mit MUTTER via Synchronie aus der "falschen Welt" des Jahres 2577 NGZ ins Jahr 1517 NGZ zurückgekehrt. Die RAS TSCHUBAI wartet nicht am vereinbarten Treffpunkt Hyperon Gal-Süd. Jawna Togoya nimmt an, dass sich die RAS TSCHUBAI noch im Dilatationsflug befindet. Sie lenkt MUTTER durch eine noch für kurze Zeit passierbare Chronopunktur in die Synchronie zurück, um weiter in die Vergangenheit zu reisen. Der Flug verläuft unkontrolliert, MUTTER wird von der Synchronie ausgespuckt. Sie erreicht das Jahr 968 NGZ. Getarnte Raumschiffe der Onryonen sind in der Milchstraße unterwegs. Germo Jobst nimmt Mentalimpulse wahr, die von einem Planeten ausgehen, den MUTTER nun ansteuert.

Die Onryonen nennen den Planeten Soynur. Dort wurde während eines Jahrtausende zurückliegenden Krieges alles Leben ausgelöscht. Nach dem Willen Matan Addaru Dannoers soll diese Welt zur ersten Praeterital-Kolonie umgebaut werden. Auf dem von Soynur angeführten Weltenrudel sollen die ersten in der Milchstraße geborenen Onryonen ihre Basen einrichten. Eine Botin des Atopen besucht den Planeten im Jahre 971 NGZ, um die Arbeit des Prim-Pioniers Layr Genneryc zu überwachen. Die Onryonen sind auf Hindernisse gestoßen. Vier Meter große gesichtslose Phantome mit brennenden Flügeln behindern die Arbeit. Energiestrahlen und Schutzschirme sind gegen diese Kreaturen wirkungslos. Wo sie auftauchen, werden alle Onryonen von Angst und Panik erfasst. Wen sie berühren, dessen Bewusstsein wird ausgelöscht. Wer eine derartige Begegnung überlebt, liegt fortan in einer Art Wachkoma und sagt nur noch das Wort "Gedenke". Genneryc plant einen Großeinsatz gegen die Basis der Phantome, deren ungefähren Standort er zu kennen glaubt. Seine ehemalige Lebensgefährtin, die Prim-Wissenschaftlerin Kohu Jandarry, ist dagegen. Sie hält die Risiken für zu groß und plädiert für die Evakuierung Soynurs. Aus dem Einsatz wird ohnehin nichts, denn Massen von Phantomen greifen die Stadt Kloycc an. Gennerycs Trupp wird umzingelt.

Sichu Dorksteiger landet mit einem Einsatzteam auf Soynur, um die Quelle der Funksprüche einzugrenzen. Prompt greifen Phantome an. Ein Soldat dreht durch und schießt um sich. Sichu kann das Schlimmste verhindern, denn durch ihre Mentalstabilisierung ist sie vor den Phantomen geschützt. Perry Rhodan und Gucky gesellen sich zu der Ator. Gemeinsam vertreiben sie die Phantome, die soeben Gennerycs Trupp angreifen. Genneryc folgt ihnen heimlich, nachdem sie sich verabschiedet haben. Er glaubt, dass die "Tschubaianer" die Basis der Phantome suchen. Als Rhodan, Sichu und Gucky den Ort erreichen, von dem die Funksprüche ausgehen, ist zunächst nichts zu sehen. Gucky espert etwas und gräbt mit seinen telekinetischen Kräften einen aus 17 Monolithen bestehenden Steinkreis aus. In einer Mulde jedes Monolithen liegt eine Münze aus PEW-Metall und Howalgonium, aber ohne 6D-Strahlung. Anscheinend wurde den Münzen etwas entrissen. Rhodan nimmt an, dass in den Münzen früher Bewusstseinsinhalte der Planetenbewohner gespeichert waren, und dass diese sich zu den Phantomen weiterentwickelt haben. Unterhalb der Monolithen gibt es einen Tunnel, der zu einer riesigen Höhle führt. Dort hängt ein Gewebe aus PEW-Metall von der Decke, in dem ein kleines Raumschiff eingeschlossen ist.

Als Sichu mit einem Desintegrator auf das Gewebe schießt, erscheint ein Phantom. Es ist das erste seiner Art, das sich kommunikationsbereit zeigt. Das Phantom war einst Shemia Fuman Kukkir aus dem untergegangenen Volk der Shemmukk. Shemia bezeichnet die Anlage als Memonium und fordert die Eindringlinge auf zu gehen. Doch es ist zu spät. Weitere Phantome kommen hinzu und greifen an. Visionen unermesslichen Leids überfluten den Geist der Eindringlinge. Rhodan zeigt den Phantomen, wie viel Leid er selbst erlitten hat: Die Vernichtung Terranias durch Ramihyn, zwei Milliarden tote Terraner beim Angriff der Dolans, das grausige Ende seines Sohnes Thomas Cardif. Daraufhin wird Rhodan von den Phantomen als Leidensgenosse willkommen geheißen. Die Phantome geben das in der Höhle eingeschlossene Raumschiff MUTTER frei. Jawna Togoya und Germo Jobst sind an Bord. Jawna war bisher in einem Howalgoniumblock eingeschlossen, Germo hat die Jahre verschlafen. Rhodan erfährt, dass das Memonium als Steuerraum für die ganze als Mahnmal gedachte Anlage fungiert. Eine Vernichtung des Memoniums wäre gleichbedeutend mit dem Ende der Phantome.

Genneryc hat mitgehört. Er will das Memonium sprengen. Doch seit der Auflösung des PEW-Kokons kann Gucky wieder espern. Rhodan vermittelt zwischen dem Onryonen und den Phantomen. Shemia erklärt, die Phantome seien erst durch eine Manipulation des Tolocesten Im Neutronenflug am Memonium zu dem geworden, was sie jetzt sind. Sie wurden verändert und aus den PEW-Münzen befreit, haben sich weiterentwickelt und müssen als eigenständige, empfindungsfähige Lebewesen betrachtet werden. Nach Ablauf einer Trauerfrist werden sie bereit sein, die Onryonen auf Soynur zu dulden. Genneryc respektiert die Trauer der ehemaligen Shemmukk. Er belügt die Botin des Atopen, um einen Abzug aller Onryonen zu bewirken. Auf diese Weise gewinnt er gleichzeitig Jandarrys Zuneigung zurück.

MUTTER versetzt sich mit ihren alten und neuen Passagieren in die RAS TSCHUBAI. Dort haben die Indoktrinatoren trotz aller Bemühungen schon fast die Oberhand gewonnen. MUTTER ist zuversichtlich, die Suspensionsalkoven mit den Hyperfrostgeneratoren kompatibel machen zu können. In der Zwischenzeit wird Rhodan über die Verhältnisse in der "falschen Welt" ins Bild gesetzt. Da MUTTER die Position des Planeten Medusa kennt, kommt Rhodan auf die Idee, die RAS TSCHUBAI dort für die nächsten 500 Jahre zu parken. Er glaubt, dass Viccor Bughassidow die Dunkelwelt rechtzeitig finden wird. Die Kerouten werden nicht kontaktiert. Rhodan will jede Gefahr eines Zeitparadoxons ausschließen. Nach und nach begeben sich alle Besatzungsmitglieder in Suspension. Auch MUTTER legt sich schlafen. Das Feld der Hyperfrostgeneratoren umfasst nun das gesamte Äußere und Innere des Schiffes.

Kringels Meinung:

In eigener Sache: Normalerweise gehe ich nicht auf Rechtschreibfehler in PR-Romanen ein, und zwar vor allem aus einem einfachen Grund: Ich mache selbst viel zu viele Fehler. Im Gegensatz zu PR-Romanen können meine Texte aber jederzeit problemlos korrigiert werden. Ihr ahnt schon, worauf ich hinauswill? Wenn ihr irgendwelche Fehler findet (auch inhaltliche natürlich), dann schreibt mir! Mein Dank ist euch gewiss.

"Planet der Phantome" hat mir durchaus gefallen. Ich habe mich gut unterhalten gefühlt. Das muss ich vorab betonen, denn betrachte ich die Story im Gesamtkontext des Zyklus, dann sieht es schon anders aus. Wenn ich bedenke, welche Kette äußerst unwahrscheinlicher Geschehnisse zusammengepfriemelt werden musste, damit die hypervereiste RAS TSCHUBAI auf Medusa ankommt, dann kann ich nur noch frustriert die Schultern zucken. Bin ich unversehens im "Anhalter"-Universum gelandet? Wurde der Unendliche Unwahrscheinlichkeitsdrive der RAS TSCHUBAI aktiviert? Es fällt mir verdammt schwer, eine derart hirnrissige Handlungskonstruktion hinzunehmen und der Serie treu zu bleiben!

Warum überhaupt Medusa? Wir Leser wissen natürlich, dass Bughassidow die Dunkelwelt tatsächlich schon entdeckt hat. Rhodan kann das aber nicht wissen. Was wäre denn, wenn Bughassidow nicht schon 1518 NGZ Erfolg gehabt hätte? Wenn er noch zehn, zwanzig Jahre hätte weitersuchen müssen oder nie am Ziel seiner Träume angekommen wäre? Da hätte Rhodan auch gleich seine von den Atopen verhängte 500 Jahre Isolationshaft absitzen können! Wenn man gegen eine Macht wie das Atopische Tribunal kämpft, ist ein einziges verlorenes Jahr schon zu viel.

Wo steht eigentlich geschrieben, dass Rhodan im Jahre 971 NGZ nichts tun darf, um eine Art Brotkrumenspur auszulegen? Er hat sich schon so viele Eingriffe in die Vergangenheit geleistet, da kann er doch eine Kleinigkeit riskieren. Warum geht er nicht zum nächstbesten Notar, hinterlegt dort eine im Jahre 1518 NGZ zu öffnende und an alle möglichen Freunde zu übermittelnde Nachricht, in der alle benötigten Daten gespeichert sind? Und warum zum Geier bleibt die Besatzung überhaupt im Schiff? Wäre es nicht einfacher, die RAS ins Hypereis zu legen, ein neues Schiffchen zu kaufen und damit in den Dilatationsflug zu gehen? Wenigstens hierfür kann ich mir eine Begründung zurechtlegen. Schließlich könnten die Indoktrinatoren überall sein, selbst in den Bordkombis. Und ein paar tausend nackte Terraner würden wahrscheinlich nicht weit kommen. Doch halt! Da ist ja noch MUTTER, mit der man in Nullkommanichts unerkannt überallhin fliegen könnte! Ach, ich geb's auf ...

Wir wissen jetzt, dass das Atopische Tribunal schon zur Monos-Zeit in der Milchstraße präsent war. Was in dieser Epoche geschehen ist, war offensichtlich kein Grund für die Atopen, aktiv zu werden und der Atopischen Ordo Geltung zu verschaffen, die doch angeblich zum Wohle aller Intelligenzwesen durchgesetzt werden muss. Die Botin Matan Addaru Dannoers bezeichnet die Monos-Diktatur als unwichtiges, vorübergehendes Phänomen. "Vorübergehend" ist gut! Von wie vielen Jahrhunderten sprechen wir hier? Von wie viel Tod, Leid und Unterdrückung? Was für ein Zynismus ...

J. Kreis, 13.03.2016


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Patrick (14.03.2016):

"Der Dilatationsflug der RAS TSCHUBAI wird erneut unterbrochen." - Wow, so eine Überraschung.

"Rhodan will jede Gefahr eines Zeitparadoxons ausschließen." - Ha ha.

"Was für ein Zynismus" - Nicht unbedingt. Ich habe ebenfalls angezweifelt dass das Atopische Tribunal tatsächlich positive Ziele verfolgt, aber der Zynismus würde eher darin liegen dass es selbst nicht zimperlich ist. Dass die Monos-Diktatur nicht beseitigt wird ist dagegen nachvollziehbar. Das Tribunal wird nur bei Unglücken kosmischen und dauerhaften Ausmaßes tätig. Nach kosmischen Maßstäben ist die Monos-Diktatur tatsächlich ein räumliches und zeitliches Nichts. Wenn sich das Tribunal darum kümmern würde, dann müsste es andauernd überall eingreifen. Das ist wahrscheinlich selbst für das Atopische Tribunal nicht möglich und außerdem von der Handlung her unlogisch. Die Autoren müssten dann erklären, warum das Tribunal nichts gegen TRAITOR oder die MdI unternommen hat.

Michelle Stern gehört zu den besseren PR-Autoren. Der Roman ist für sich betrachtet solide Arbeit; sein Pech ist, in eine unlogische Rahmenhandlung eingebettet zu sein.



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