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Perry Rhodan Nr. 2844: Der Verschwiegene Bote

Autor: Michael Marcus Thurner

Inhalt

Die RAS TSCHUBAI ist unterwegs von Larhatoon zur Milchstraße. Nach einem Orientierungsstopp in 20.000 Lichtjahren Entfernung zur Southside wird ein Dilatationsflug eingeleitet, der das Schiff ins Jahr 1518 NGZ zurückbringen soll. Nach einigen Wochen wird Alarm gegeben. ANANSI fühlt sich nicht gut. Der Kamashite Shalva Galaktion Shengelaia, einer ihrer Betreuer, äußert einen Verdacht, der sich nur zu bald als zutreffend erweist: Die Semitronik wurde von tiuphorischen Indoktrinatoren befallen, die bis vor kurzem geruht haben und jetzt aktiv geworden sind. Es kommt zu den unterschiedlichsten Störungen und zu Todesfällen. Ein Paratronkonverter muss heruntergefahren werden, weil er sonst das ganze Schiff in einer Kettenreaktion in den Untergang gerissen hätte. Perry Rhodan ist gezwungen, den Dilatationsflug vorzeitig abzubrechen. Die RAS TSCHUBAI hat das Jahr 8050 v.Chr. erreicht. Es ist die Zeit der Methankriege, in denen Arkoniden und Maahks gnadenlose Vernichtungsfeldzüge gegeneinander führen. Sichu Dorksteigers Team kann die Ausbreitungswege der Indoktrinatoren rekonstruieren und die "Infektionsherde" isolieren. Man geht jedoch davon aus, dass es weitere befallene Bereiche gibt, in denen die feindlichen Nanomaschinen nur darauf warten, wieder zuzuschlagen. ANANSI ist nach wie vor nicht hundertprozentig vertrauenswürdig. Aus eigener Kraft kann die Besatzung der RAS TSCHUBAI die Bedrohung nicht vollständig beseitigen. Höherwertige Hilfe wird benötigt. Dorksteiger bringt ES zur Sprache.

ANANSI hört den Funkverkehr der Arkoniden ab, denn sie sind das dominierende Volk dieser Epoche und suchen ohnehin schon nach der Welt des Ewigen Lebens. Am 24. November 1518 NGZ Bordzeit stößt ANANSI auf Informationen über die Taumuu. Diese humanoiden, rüsseltragenden Wasserstoffatmer, im Grunde ein friedliebendes Volk, werden von den Arkoniden bedroht und haben sich deshalb mit den Maahks verbündet. In Funksprüchen, die von einem kleinen Verband aus 500 Meter langen mandelförmigen Taumuu-Schiffen und vier Maahk-Walzen der C-Klasse ausgehen, ist von einem Verschwiegenen Boten die Rede, der von Geschöpfen entsandt worden sein soll, die älter sind als die Sonne. Mehr konnte ANANSI nicht in Erfahrung bringen, denn die Taumuu halten sich sehr bedeckt. Sie befürchten, die Arkoniden könnten die Koordinaten ihres Heimatsystems herausfinden und sich der Gruft bemächtigen, in welcher der Bote ruht. Für Rhodan ist der Hinweis auf den Alten von Wanderer eindeutig genug. Er stellt ein Team zusammen, das aus ihm selbst, Gucky, Dorksteiger, Gholdorodyn und vier Raumlandesoldaten sowie zwei TARA-IX-INSIDE-Kampfrobotern besteht und per Kran in eine Vorratskammer des Taumuu-Schiffes MODELL XIX-228 versetzt wird. Kaum hat Dorksteiger die Bordpositronik angezapft und herausgefunden, dass sich die Gruft des Boten auf Viertnest befindet, dem größten Mond des Gasriesen Baluuc im Khaumuusystem (die Koordinaten sind unbekannt), da werden die MODELL und ihre Begleitschiffe angegriffen. Rhodan muss außerdem noch die Information verdauen, dass die Bezeichnung des Boten in der Sprache der Taumuu Chuv'akhuu lautet ...

Die aus 80 Kampfraumern bestehende XVII. arkonidische Einsatzflotte unter dem Kommando von Chandyshard da Thomonal hat den gemischten Verband der Taumuu und Maahks schon seit einigen Tagen verfolgt. Nicht zu Unrecht behauptet Remnark da Zoltral, kulturdiplomatischer Berater der Einsatzflotte, da Thomonal führe einen privaten Rachefeldzug gegen den Grek-1 der Feindflotte, weil er diesem eine Niederlage und eine schwere Verwundung verdankt. Tatsächlich setzt da Thomonal alles daran, das Maahk-Flaggschiff BEHARRLICHKEIT aufzubringen. Sein Handlanger ist Fyadest da Minterol, Kommandant des 900-Meter-Raumers PAER, in dem sich da Thomonal aufhält. Doch neben der Fehde gegen Grek-1 verfolgt er noch das Ziel, den Verschwiegenen Boten aufzuspüren. Der Flottenkommandant hat ehrgeizige Pläne, mit denen er sogar dem Imperator gefährlich werden könnte. Er glaubt, aus genau diesem Grund sei ihm da Zoltral, der die Methankriege für Irrsinn hält und einen friedlichen Dialog mit den Maahks anstrebt, als Spion auf den Hals gehetzt worden. Sobald der feindliche Verband in Schussreichweite ist, befiehlt da Thomonal den Angriff.

Rhodan betritt die Kommandozentrale der MODELL mit seinem gesamten Team im Schutz von Deflektoren. Zunächst gibt sich nur Gucky zu erkennen und bietet seine Hilfe an. Die anderen enttarnen sich erst, als sich der Taumuu-Kommandant Kauch Viertgelege/4 gesprächsbereit zeigt. Rhodan gibt taktische Tipps, die es der MODELL und der BEHARRLICHKEIT ermöglichen, dem Klammergriff der arkonidischen Flotte zu entkommen. Grek-1 beordert Rhodan und Gucky zu einem Gespräch auf sein Schiff. Der Maahk, ganz Logiker, glaubt nicht an Rhodans Märchen von arkonidischen Widerstandskämpfern. Die XVII. Flotte greift erneut an. Die MODELL kann fliehen, doch die BEHARRLICHKEIT wird geentert. Rhodan, der verwundete Gucky und Grek-1 fallen den Arkoniden in die Hände. Aufgrund von Interferenzen kann Gholdorodyn den Kran nicht zum Einsatz bringen. Die MODELL versteckt sich in einem unbewohnten Sonnensystem. Die RAS TSCHUBAI folgt insgeheim. Sichu hilft bei den Reparaturarbeiten mit und gewinnt Kauchs Vertrauen. Er ist bereit, die "Tschubaianer" mit in seine Heimat zu nehmen. Kauch berichtet, die von unverständlicher Technik geschützte Spiralgruft mit dem schlafenden Boten sei vor langer Zeit entdeckt worden. Wer sich dem Boten nähere, der spüre sofort, was es mit diesem Wesen auf sich hat.

Da Thomonal hält Rhodan für einen abtrünnigen Kolonialarkoniden. Um Zeit zu gewinnen, spielt Rhodan die Rolle eines Angehörigen der (erfundenen) vom Imperator persönlich gelenkten Geheimorganisation Breheb Bras'cooi und fordert ein Vieraugengespräch mit dem Flottenkommandanten. Da Thomonal glaubt ihm nicht, doch die Tatsache, dass bei Rhodan keine zu Verhör- und Folterzwecken eingesetzten Drogen wirken, gibt ihm ebenso sehr zu denken wie die Tatsache, dass keiner seiner Spezialisten die Technik der von Rhodan als imperiale Siegel bezeichneten keloskischen Winker versteht. Um den angeblichen Geheimnisträger auf die Probe zu stellen, fordert da Thomonal Rhodan auf, Grek-1 mit einem Schwert hinzurichten, das er ihm überreicht. Er selbst tötet einen Taumuu. Ein zweiter Taumuu und Gucky, der noch nicht wieder ganz bei Kräften ist, sind ebenfalls anwesend. Rhodan nimmt das Schwert und versetzt da Thomonal einen Hieb, doch die Klinge wird von einem Prallfeld zurückgeschleudert. Da Thomonal sonnt sich im Gefühl der eigenen Pfiffigkeit und merkt nicht, dass Rhodan ihn nur ablenkt. Gucky kommt unbemerkt wieder zu sich und bringt Grek-1 sowie den letzten Taumuu in Sicherheit. Die arkonidischen Soldaten und Roboter sind keine Gegner für den Überall-zugleich-Töter. Jetzt endlich erhält Rhodan Funkkontakt mit der RAS TSCHUBAI und kann sich, den Mausbiber sowie die beiden Methanatmer von Gholdorodyn in Sicherheit bringen lassen.

Kringels Meinung:

Ähnlich wie Atlans Reise mit der ATLANC in die Jenzeitigen Lande wird auch die Rückkehr der RAS TSCHUBAI in heimatliche Gefilde / Zeiten zur Odyssee. Allerdings empfinde ich letztere als deutlich unterhaltsamer als erstere. Es war abzusehen, dass der Dilatationsflug nicht störungsfrei verlaufen würde. Jetzt ist Perry Rhodan also in der Epoche der Methankriege angekommen. Das ist ein faszinierendes Szenario, und so dürfen wir jetzt quasi aus erster Hand miterleben, was damals in der Milchstraße vorgegangen ist - teilweise sogar aus dem Blickwinkel der Arkoniden. Insoweit hat mir MMTs Roman gut gefallen. Ein kleines Highlight war für mich Perrys Schauspielerei. In Erinnerung an seinen ersten Kontakt mit Thora gibt er eine Kostprobe echt arkonidischer Arroganz zum Besten und hat damit sogar fast noch Erfolg!

Was mir nur sauer aufstößt, ist der Umgang der Expokraten und Autoren mit den tiuphorischen Indoktrinatoren sowie Perrys Indifferenz in Bezug auf Zeitparadoxa. Die Indoktrinatoren kommen anscheinend immer nur dann zum Einsatz, wenn es gerade passt. So wie jetzt, wo sie dafür sorgen müssen, dass die Zyklushandlung noch ein bisschen gestreckt werden kann. Im Roman der letzten Woche werden sie nicht eingesetzt, denn hätte Caradocc Accveryn Yunc das getan, dann wäre der Roman schnell zu Ende gewesen und Bostich wäre jetzt vermutlich tot. Über Zeitparadoxa macht sich Perry nur dann Gedanken, wenn eine Sorglosigkeit, wie er sie im aktuellen Roman an den Tag legt, für zu schnellen Handlungsfortschritt sorgen würde. Stattdessen muss er zagen und zaudern - es sei denn, das Exposé sieht vor, dass er sich wie so oft ohne erkennbaren Grund an vorderster Front persönlich in Gefahr begeben muss. Und so greift er wieder einmal direkt in die Vergangenheit ein, ohne auch nur im Nebensatz zu überlegen, welche Auswirkungen die Rettung der MODELL XIX-228 haben mag. Dadurch dürfte die dys-chrone Drift einen zusätzlichen Schubs bekommen haben.

Weitere Verwicklungen sind abzusehen, denn bei den Taumuu ist der Verschwiegene Bote unter der Bezeichnung Chuv'akhuu bekannt und Chuvs Erscheinungsbild ist dem der Taumuu sehr ähnlich, wenn auch nicht identisch. Großer haarloser Schädel mit Rüssel, sechsfingrige Hände ... Wesen, die älter sind als die Sonne, sind angeblich die Auftraggeber des Boten. Wesen, die länger als die Sonne leben, sind bekanntlich zehn Jahrtausende vor Christi Geburt auf Ferrol gelandet und haben Prüfungen für das von ES ausgetüftelte Galaktische Rätsel vorbereitet. Gibt es also Beziehungen zwischen ES und Chuv?

Ein Detail der Romanhandlung habe ich in der Zusammenfassung nicht erwähnt: Da geht was zwischen Perry und Sichu Dorksteiger! Die beiden verbringen ziemlich viel Freizeit miteinander. Für Perry ist Sichu eine Partnerin, die ihm anders als die meisten Menschen mit natürlicher Selbstverständlichkeit begegnet. Er kann sich mit ihr auf Augenhöhe unterhalten und muss sich auch mal respektlos behandeln lassen. Genau das gefällt ihm. In ihrer Gegenwart fühlt er sich gut, er kann sich entspannen. Und seine Gefühle werden offensichtlich erwidert. Hm! Zum Austausch von Körperflüssigkeiten scheint es noch nicht gekommen zu sein, aber mir schwant, dass das nur noch eine Frage der Zeit ist! Auf jeden Fall wären die beiden ein interessantes Paar. Sichu wäre eine ebenbürtige Gefährtin für den Unsterblichen. Meinen Segen haben sie!

J. Kreis, 20.02.2016


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