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Perry Rhodan Nr. 2841: Sturmland

Autorin: Michelle Stern

Inhalt

Am 9. Februar 2271 NGZ Bordzeit wird die ATLANC in die Transgressionszone des Limbus versetzt, wo sie im wahrsten Sinne des Wortes strandet. Das Richterschiff steht auf einer endlosen Ebene aus Schotter und Sand unter einem schwarzen Himmel. Atlan kann die Umgebung ohne Schutzanzug erkunden, aber es gibt weder Wasser noch Leben. Der Arkonide spürt eine unsichtbare Bedrohung wie eine Monsterwelle, die nie näher kommt. Das ANC erklärt, es könne nicht starten. Die Ebene (das Sturmland) sei mit der Transgressionszone identisch. Es handele sich um eine raumzeitliche Membran, von der die Jenzeitigen Lande umschlossen seien. Atlan weckt Vogel Ziellos, doch der Genifer kann nichts ausrichten. Der Pensor ist auch keine Hilfe. Atlan träumt von der Dagor-Großmeisterin Roe da Kaberna und von einem riesigen Yilld, der ihn zu verschlingen droht. Um seinen Geist zu klären und sich vielleicht doch noch an den Aufenthalt jenseits der Materiequellen zu erinnern, nutzt Atlan Dagor-Meditationstechniken und nimmt Vogel als Schüler an. Gleichzeitig werden im weiten Umkreis Probebohrungen vorgenommen, die aber lediglich die Erkenntnis bringen, dass es im Sturmland nichts gibt außer Gestein.

Monate vergehen. Am 23. August erscheint eine Frau aus dem Nichts. Atlan nennt sie Aiv nach seiner Tochter, der die Unbekannte ähnelt. Sie bezeichnet sich als Waaghalterin und sagt, sie warte auf den Ausgang eines Krieges, zu dem sie sich zunächst ausschweigt. Sie bewundert die ATLANC, gibt einige kryptische Bemerkungen von sich und verschwindet. Am nächsten Tag kommt Aiv wieder. Diesmal hat sie fünf weitere Waaghalter dabei. Atlan erfährt, dass die Transgressionszone vom Konsortium der Mentalen Schablonen angegriffen wird, einer gefährlichen Großmacht aus dem Erlöschenden Nachmittag des Universums. Diese Allianz aus ungefähr 100 Völkern beherrscht fast 50 Galaxien und führt seit Jahrhunderten Krieg gegen die Verteidiger der Transgressionszone. Die "stehende" Monsterwelle ist ein Anzeichen der noch in Schach gehaltenen Angriffe. Aiv erklärt, Atlan habe die ATLANC stranden lassen und nur er könne das Schiff wieder zum Fliegen bringen. Er müsse selbst wissen, wie das zu bewerkstelligen sei. Atlan möchte mehr über den Krieg erfahren und lässt sich von Aiv in die ERU-EINS versetzen, das Flaggschiff der Gechutronen. Atlan wird Zeuge einer Raumschlacht und gibt Fürstmutter Chuom einen taktischen Tipp, der sich als entscheidend erweist. Die Gechutronen können nun ihr Primärziel anvisieren.

Als Atlan zur ATLANC zurückkommt, sind Monate vergangen. Die Waaghalter infiltrieren das Schiff und manipulieren es. Man kann sie vertreiben, aber sie kehren immer wieder zurück und lassen sich selbst durch Schutzschirme nicht fernhalten. Immer mehr Bereiche des Schiffsinneren verändern sich oder werden unzugänglich, das ANC leidet unter zunehmender Verwirrung. Atlan begreift, dass die Waaghalter seine Feinde sind. Sie wollen, dass er ihnen das Schiff überlässt, denn sie lieben die Jenzeitigen Lande und wollen sie erreichen, sitzen aber im Sturmland fest. Der Pensor sagt, das Sturmland und die Waaghalter seien Produkte eines Umdenkens von Thez. Bei den früheren Reisen des Pensors hat sich die Transgressionszone völlig anders dargestellt, deshalb weiß er nichts über die Waaghalter. Diese greifen Vogel an und entnehmen ihm eine Gewebeprobe. Auch Atlan darf eine Probe nehmen. Die Analyse erbringt das Ergebnis, dass Vogel Erbgut von Tolocesten und Waaghaltern in sich trägt - so erklärt sich das besondere Interesse dieser merkwürdigen Wesen an dem Transterraner.

Als sich Atlan außerhalb des Schiffes befindet, greifen 36 Waaghalter an. Der Arkonide hat zwar vorgesorgt und Kampfroboter mitgenommen, gerät aber doch in Bedrängnis, denn die Waaghalter haben gewaltige Körperkräfte und verschiedene Parafähigkeiten. Man kann sie nicht töten, sie können nur vorübergehend außer Gefecht gesetzt werden. Vogel greift ein und vertreibt die Angreifer. Doch neun von ihnen attackieren den Pensor und drohen ihn zu entführen - ein Ablenkungsmanöver, wie Atlan zu spät erkennt. Aiv berührt ihn und entfernt ihn aus der ATLANC. Doch damit haben die Waaghalter nichts gewonnen, denn ohne den Piloten droht das ANC zu erlöschen. Atlan wird zurückgebracht, aber die Waaghalter geben nicht auf. Jetzt wollen sie den Arkoniden dazu bringen, das Schiff "freiwillig" zu verlassen. Zu diesem Zweck entführen sie Vogel. Als Atlan sich anschickt, ihn zu suchen, wird er von Aiv gewarnt, die jetzt auf seiner Seite steht, weil sie das Vorhaben ihrer Artgenossen für falsch hält. Sie verkündet, das Sturmland werde bald unter Feuer genommen. Atlan begreift, dass er getäuscht wurde: Die Gechutronen gehören zum Konsortium und das Sturmland ist ihr Primärziel!

Der Pensor findet Vogel, doch es ist zu spät. Die Monsterwelle kommt. Das Sturmland vergeht.

Kringels Meinung:

Viel Lärm um nichts, könnte man sagen, denn Atlan wird wohl kaum sterben und zweifellos wird er früher oder später (eher später) in den Jenzeitigen Landen ankommen. Deshalb verpufft der Cliffhanger wirkungslos und aus demselben Grund fand ich das Hin und Her mit den Waaghaltern nicht spannend. Wenn klar ist, dass die Waaghalter nach Belieben in der ATLANC ein und aus gehen können, warum lassen sich Atlan und Vogel dann nicht auch an Bord von Robotern beschützen?

Haben mich diese Bestandteile der Story schon nicht gerade gefesselt, so fand ich das nebulöse Gerede der Waaghalter, des ANC und des Pensors, die Nebenhandlung mit Vogels Ausbildung zum Shaolin-Mönch - pardon: zum Dagorista, das Geraune über die schöpferischen Gedanken der Entität Thez etc. geradezu ärgerlich. Für meinen Geschmack ist Atlans Handlungsebene zu aufgebläht, zu abgehoben und auf die Dauer leider auch zu langweilig.

Die Schlusspointe ist immerhin gelungen: Atlan hat der falschen Seite geholfen! Da sieht man mal wieder, was passieren kann, wenn man sich überall einmischt, ohne die wahren Verhältnisse zu kennen.

Solltet ihr euch wie ich gefragt haben, wer zum Geier eigentlich diese Aiv ist, dann müsst ihr Hans Kneifels PR-Taschenbuch "Der Städtebaucher" aus dem Jahre 1976 lesen. Schon erstaunlich, dass Atlan, auch bekannt als "Einsamer der Zeit", Dutzende Gefährtinnen hatte, aber nur fünf Kinder (plus ein im Mutterleib gestorbenes), drei davon Mädels ...

J. Kreis, 30.01.2016


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Gastkommentare


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jolZ (16.03.2016):

Hat Michelle Stern während dem Schreiben "Star Wars" gesehen? Mir zumindest hat sich eine derartige Ähnlichkeit zwischen den Jedi und Dagoristen selten so aufgedrängt...
"Vor der dunklen Seite des Zhy dich hüten, du musst!"


Patrick (16.02.2016):

Ich habe den Roman mit Verspätung konsumiert und muss sagen, dass ich ihn ziemlich mau finde.

Hierzu wurde schon viel gesagt, und ich verweise insbesondere auf Atlans ziemlich peinliches Kampf- und Meditationstraining voller Küchenphilosophie. Besonders enttäuschend ist aber der Handlungsort. Es war klar, dass Atlan es noch nicht in die Jenzeitigen Lande schaffen würde; aber dass es ausgerechnet eine surreale, unerklärliche und v.a. stinklangweilige Fantasielandschaft sein muss, ist unterirdisch. Nach der noch recht interessanten Schilderung der ATLANC und der Welt Andrabasch kann man nur von einem Abstieg sprechen. Die Rangeleien der abstrusen Gestalten, ein endloses Hin- und Her, verfolgt man etwa so wie einen alten Edgar-Wallace-Film: Man weiß nicht genau, was die kruden Leutchen umtreibt, aber es interessiert einen auch nicht. Ich widerspreche zudem bzgl. der Schlusspointe; ich hatte die Entwicklung halb erwartet. Es war kein besonders kreatives Manöver und endete mit dem langweiligsten Weltuntergang, von dem ich je gehört habe.

Eine besondere Blödelei ist der auf die falsche Art ominöse Pensor, der wie das ANC natürlich nichts verraten darf und im Wesentlichen dumm herum sitzt. Das ist kein Charakter, sondern ein Objekt. Genauso gut könnte da ein Stein liegen. Auch Atlans unprofessionelles Gebaren wirft Fragen auf.

Ich bin besonders enttäuscht, weil ich Atlans Handlungsebene keineswegs als schlecht empfinde; sie ist im Gegenteil die einzige interessante. Schließlich ist es der einzige Handlungsbogen, der noch irgendetwas mit dem ursprünglichen Projekt Ultima Margo zu tun hat. Der Rest ist, wie Sie treffend schrieben, Tiuphorengeballere. Nun wird das alles einen Sinn ergeben, es interessiert mich nur eben nicht. Es ist wie ein Fußballspiel, dessen Ergebnis interessant sein mag, das sich aber niemand ansehen will. Das Leben auf der ATLANC sowie Andrabasch hatten für mich immerhin einen Anflug des gerne vermissten "Sense of Wonder", der in den anderen Handlungsebenen nicht gegeben ist und im Sturmland völlig fehlt.

Und die Endszene mit dem bösen Drachen - Kinderkram.



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