PR 2838
© Pabel-Moewig
Verlag KG, Rastatt



Perrypedia



Archiv-Startseite
PR - Übersicht
Heftromane
Zyklus-Übersicht
« PR 2837 «
» PR 2839 »
Perry Rhodan Nr. 2838: Leticrons Säule

Autor: Leo Lukas

Inhalt

Die ONTIOCH ANAHEIM fliegt im Auftrag der Ordischen Stelen nach Kaldik. Auf der Archivwelt der Galkiden sollen die Olympier nach weiteren Hinweisen auf die dys-chrone Drift suchen. LFT-Resident Arun Joschannan ist hiermit einverstanden, denn die Stelen zeigen Auflösungserscheinungen, und wenn die dys-chrone Drift dafür verantwortlich ist, dann empfiehlt es sich, mehr über dieses Phänomen zu erfahren. Vielleicht lässt es sich gegen das Atopische Tribunal einsetzen.

Nachdem Argyrisa Indrè Capablanca Monkey klar gemacht hat, dass sie das Kommando über die Operation nicht an ihn abgeben wird, kann mit der Erkundung begonnen werden. Es gibt einen Gürtel aus unzähligen Planetentrümmern in dem System und auf Kaldik sind zahlreiche wie glasiert wirkende Flächen zu sehen. Offensichtlich wurde die Welt vor sehr langer Zeit - vermutlich vor 20 Millionen Jahren - verheert. Von welchem Volk die auf Kaldik lebenden humanoiden Galkiden abstammen, ist nicht bekannt, denn alles, was mit der Vergangenheit zu tun hat, ist für sie hianthy - tabu. Alle 256 Jahre werden sämtliche Aufzeichnungen und sogar persönliche Erinnerungen im Hythridd-Ritual gelöscht. Die Galkiden glauben, diesen Neustart ihrer Zivilisation immer wieder durchführen zu müssen, um eine Katastrophe zu verhindern, die als Kaythcyrn bezeichnet wird. Einzelne Galkiden wie Eluontarar Gabink beschäftigen sich dennoch mit den zahlreichen Artefakten, die man auf Kaldik finden kann. Dazu gehören zwei merkwürdige Statuen in der Nähe einer der glasierten Flächen, die als AllEinsame bekannt sind und nicht aus der Nähe betrachtet werden können, weil sie einen verwirrenden Einfluss ausstrahlen. Außerdem stehen dort Leticrons Säule (ein von Überschweren wie dem Ex-Söldner Motatyn bewachtes Ehrenzeichen für ihren Volkshelden, den Corun of Paricza), sowie zwei Ordische Stelen.

Leicht genervt von den Eskapaden ihres Hofnarren Niemandgram Toposhyn, der keine Gelegenheit auslässt, um dem stoischen USO-Chef mit allerlei Gemeinheiten zuzusetzen, sowie von Telo Buurnam, dem Sicherheitschef der ONTIOCH ANAHEIM, der bei der Chronotheoretikern Aichatou Zakara zu landen versucht, aber auf Granit beißt, bezieht die Kaiserin in einem Gasthaus Quartier, dessen Inhaber sich mit der Bitte an Eluontarar Gabink wendet, die Neuankömmlinge herumzuführen. Zakara zerbricht sich den Kopf über merkwürdige Phänomene, die auf dem Planeten beobachtet werden können. Schließlich fällt der Groschen. Aufgeregt teilt die Targia der Kaiserin mit, dass diese Phänomene sowie die "Spukerscheinungen" in der ehemaligen galkidischen Botschaft in Terrania (Perry Rhodans jetzige Wohnung) nichts anderes als kontra-kausale Raumzeitplastiken sind. Niemand hat das bisher ernst genommen, aber für Zakara steht fest, dass das bekannte vierdimensionale Kontinuum ganz allmählich von einer anderen, neuen Realität verdrängt wird. Die von schwarzen Lohen durchzogenen Stelen von Kaldik bestätigen das. Kaldik ist ein Brennpunkt der dys-chronen Drift. Koordinaten für einen zweiten Brennpunkt werden übermittelt, dann lösen sich die Stelen auf - sie dys-realisieren sich. Im selben Moment öffnen sich die Münder der AllEinsamen. Sie rufen "Brich auf dorthin".

Toposhyn behauptet, Monkey sei ein Jaj-Gestaltwandler. Buurnam glaubt ihm, aber Zakara bleibt selbst dann noch skeptisch, als der Narr in Monkeys Zimmer eindringt und dort Glasfrost findet.

Die Kaiserin konnte mit den Stelen sprechen und sich Leticrons Säule nähern, weil es Monkey (der eine Ganzkörpermaske trägt) inzwischen gelungen ist, Motatyn in einem Wettstreit zu besiegen. Ftempar hatte Kontakt mit Leticrons Säule. In deren PEW-Metall ist ein Fragment des Bewusstseins des Überschweren gespeichert. Dessen Erinnerungen zufolge hat Leticron Nos Gaimor getötet und nicht getötet, sondern gerettet. Gaimor ist im Jahre 3466 gestorben und nicht gestorben. Diese Widersprüche sind weitere Beweise für das verderbliche Wirken der dys-chronen Drift.

Die ONTIOCH ANAHEIM hat ein neues Ziel: Die von den Stelen übermittelten Koordinaten bezeichnen den Standort Medusas.

Kringels Meinung:

Kaldik ist sicherlich mit Palynkarare identisch, jener Archivwelt, die von Perry Rhodan vor 20 Millionen Jahren durch den Diebstahl der Purpur-Teufe zum Untergang verurteilt und prompt von den Tiuphoren heimgesucht worden ist, siehe PR 2835. Die RAS TSCHUBAI liegt auf Medusa, dem zweiten Brennpunkt der dys-chronen Drift, im Hypereis. Na, da können wir uns ja leicht ausrechnen, auf wessen Konto die Drift geht. Alle Orte, an denen Rhodan entscheidend in den Zeitablauf eingegriffen hat, dürften solche Brennpunkte sein. Komisch ist nur, dass auch in Rhodans Haus in der Upper West Garnaru Road in Terrania, der ehemaligen galkidischen Botschaft, kontra-kausale Raumzeitplastiken beobachtet wurden. Gut, Rhodan war vor 20 Millionen Jahren auf Terra, und vergessen wir nicht, dass sich in dem Haus eine Breviatur der Stadt Allerorten befindet. Das ist ja auch noch so eine offene Baustelle. Zakara meint, dass die dys-chrone Drift schon viel länger als bisher angenommen existiert und nicht vom Zeitriss verursacht, sondern nur verstärkt worden ist ...

Eine neue Realität schleicht sich ein, schön und gut. Aber welches Ziel verfolgen die Expokraten damit? Ich habe den Verdacht, dass die dys-chrone Drift dazu dienen soll, das Atopische Tribunal wieder loszuwerden. Schließlich handelt es sich um einen dieser supermächtigen Gegner, die man mit militärischen Mitteln nicht bezwingen kann. Genau wie im Falle der Terminalen Kolonne TRAITOR muss anderswo angesetzt werden. TRAITOR ist einfach abgezogen, als klar war, dass weitere Versuche zur Umwandlung der Galaxie Hangay in eine Negasphäre Ressourcenverschwendung wären. Wenn die Atopen begreifen, dass die Zeitlinie ganz und gar nicht mehr dieselbe ist, die sie zu kennen glaubten, gibt es keinen Grund mehr, warum sie weiter in der Milchstraße aktiv sein sollten. Die Ordischen Stelen lösen sich schon mal in Wohlgefallen auf, zumindest die beiden auf Kaldik. Womöglich blüht allen anderen Stelen dasselbe.

Ob die Galkiden und die umfangreiche Nebenhandlung mit Eluontarar Gabink für die weitere Zyklushandlung noch von Bedeutung sein werden? Warum löschen die Galkiden alle paar Jahrhunderte sämtliche Aufzeichnungen und Erinnerungen? Was soll das bringen? Wenn die Erinnerung an irgendwas aus ihrer Vergangenheit gefährlich wäre, dann hätte eine einzige Löschung gereicht. Ich habe nicht so recht verstanden, wie die Galkiden es schaffen, überhaupt eine Zivilisation aufrecht zu erhalten. Wenn alle Daten gelöscht werden, müssen doch auch alle Besitzverhältnisse obsolet sein Wie kann die Wirtschaft dann noch funktionieren? Was geschieht mit den in den letzten 256 Jahren gewonnenen wissenschaftlichen Erkenntnissen? Sind die auch alle weg? Müssten die Galkiden dann nicht jedes Mal in die Barbarei zurückfallen?

Monkey soll ein Jaj sein? Zakara glaubt das nicht. Sie meint, Toposhyn habe dem Oxtorner die Glasfrost-Kapseln untergeschoben. Wenn ja, dann würde das dafür sprechen, dass der Narr ein Jaj ist.

Ansonsten enthält der Roman einige Wiederholungen bekannter Fakten - sogar die letzte Woche gewonnenen Erkenntnisse werden unnötigerweise noch einmal komplett durchgekaut - sowie recht viele ziemlich schlechte Gags, für die teils der Hofnarr und teils der viel zu sehr von sich selbst eingenommene, anscheinend sexbesessene Buurnam verantwortlich sind. Es werden Sahnetorten geworfen. Autsch!

J. Kreis, 10.01.2016


« PR 2837 «
» PR 2839 »






Gastkommentare


Neueste Kommentare stehen oben.


Gastkommentare werden nicht von J. Kreis verfasst und dürfen nicht auf anderen Homepages oder in Printmedien weiterverwendet werden.


Patrick (10.01.2016):

Ihre Vermutungen bzgl. der einsickernden neuen Realität sind interessant und stichhaltig. Hier sollte angemerkt werden dass lt. der Perrypedia der aktuelle Zyklus bereits im September enden soll, und zwar mit Band 2874. Der Zyklus wäre damit ein Viertel kürzer als erwartet.

Ich werfe allerdings die Frage auf, wozu Atlans gigantomanische Reise in die vielgepriesenen Jenzeitigen Lande (Namensgeber des Zyklus) dienen soll, wenn das Tribunal durch einen Betriebsunfall beseitigt wird? Und außerdem: Wenn die neue Realität das Tribunal vertreibt, dann müsste sie doch Bestand haben, damit es nicht wiederkehrt? Falsche Realität im Perryversum, für immer? Das bewegt ich zur Unterstellung, dass es sich bei der Drift um den von Perry ausgelösten Weltenbrand handelt, von dem man bislang nichts gesehen hat. Ich erinnere daran, dass das Sonnensystem kurz vor dieser Apokalypse in irgendeinen Schleier gehüllt gewesen sein soll. Eventuell sehen wir den Anfang davon auf Terrania in seiner Wohnung. Die geniale Ironie der Geschichte wäre natürlich, dass dies alles nur durch das Eingreifen des Atopischen Tribunals geschehen ist. Wen dem so sein sollte, dann werden sich die Expokraten wahrscheinlich angesichts der "Originalität" gegenseitig auf die Schultern schlagen.

Wir sollten zwei Faktoren nicht aus den Augen verlieren: ES und Thez. Diese werden noch irgendeine Rolle spielen - womöglich im nächsten Zyklus. (Tatsächlich wäre Thez, sofern die Entität wirklich existiert, als Wesen über den Kosmokraten Stoff für Band 3000 und Folgende.)


Uller Krätschmer (10.01.2016):

Eines ist mir nicht ganz klar: Wieso weiß auf der ONTIOCH ANAHEIM niemand was über den Tod des wahren Hofnarren? Oder hat Augenklar das bis jetzt vertuscht und die Öffentlichkeit auf Olymp ist ebenfalls noch nicht im Bilde? Oder hab ich etwas übersehen bzw überlesen?


Phil (10.01.2016):

Heute mal keine Motzereien an Stil und Handwerk (obwohl ich da bei den letzten Romanen auch wenig zu bekritteln hätte, nicht mal bei meinem neuen Lieblings-Kritikziel U.A.), sondern einfach nur eine Lobhudelei auf das Große und Ganze: Ich LIEBE es, wenn scheinbar zusammenhanglose Orte/Geschehnisse/Fragen zu einem Großen und Ganzen zusammengeführt werden, wenn plötzlich alles auf einen gemeinsamen Nenner zuzusteuern scheint. Vielleicht liege ich ja vollkommen daneben, aber irgendwie glaube ich, dass genau das gerade passiert: Dass all das (auch hier) viel bekrittelte handlungstechnische Stückwerk jetzt seinen Sinn bekommt, quasi durch die dys-chrone Drift alles synchron wird. Insbesondere was die gute alte SUSPENSE angeht, kann ich deswegen auch sagen: So ein Kribbeln unterm Arsch hatte ich verdammt noch mal schon lange nicht mehr bei Perry. Verdammt, da kommt was ganz Großes bis spätestens 2850, jede Wette... (wenn nicht, hoffe ich, dass die dys-chrone Drift so gnädig ist und diesen Kommentar automatisch löscht.)



Deine Meinung?

(Bei Klick auf diesen Button öffnet sich ein Kontaktformular in einem gesonderten Fenster)