PR 2837
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Perry Rhodan Nr. 2837: Der Hofnarr und die Kaiserin

Autor: Uwe Anton

Inhalt

Das Kaiserpaar des Planeten Olymp gibt am 4. Mai 1518 NGZ einen prunkvollen, von den Medien mit größtem Interesse verfolgten Empfang für den tefrodischen Herrscher Vetris-Molaud und Arun Joschannan, den Residenten der LFT. Niemandgram Toposhyn, der epsalische Hofnarr des Kaiserpaares (in Wahrheit einer ihrer wichtigsten Berater) empfängt die Würdenträger auf seine Weise. Ein Ensemble aus halbnackten Tänzerinnen und Tänzern sowie Pudeln und Matten-Willys tanzt bei der Begrüßungszeremonie auf dem Raumhafen. Die Hymne der Sowjetunion aus dem Jahre 1949 alter Zeitrechnung ist zu hören, während ein Bild Lenins auf Vetris-Molauds Flaggschiff VOHRATA projiziert wird. Der Tamaron nimmt es mit Humor und singt sogar mit. Keykil Fektenór, die ferronische Topjournalistin des Senders Augenklar vor Ort, interessiert sich besonders für den Hofnarren. Dieser ist aus einer längeren Kur zurückgekehrt, feiert jetzt sein Comeback und eignet sich besser für eine volksnahe Reportage als die galaktischen Machthaber. Mit ihrer multifunktionalen Kommunikationssonde Laplace beobachtet Keykil den Empfang und lässt Toposhyn nicht mehr aus den Augen. Sie bricht sogar in sein Anwesen ein, wird dort aber von einem Kampfroboter attackiert und muss fliehen.

In vier Wochen soll per Volksabstimmung über den Beitritt des Olymp-Komplexes ins Neue Tamanium entschieden werden. Während des Galadinners nutzen Vetris-Molaud und Arun Joschannan die öffentliche Aufmerksamkeit, um für ihre jeweiligen Seiten zu werben. Dabei sammelt der Tefroder so manchen Punkt, außerdem lässt er eine Bombe platzen. Er strebt eine Vereinigung der Galaxien Milchstraße und Andromeda zu einem einzigen Machtblock an. Indrè Capablanca und Martynas Deborin sollen im Falle eines Beitritts ihres kleinen Sternenreiches zum Neuen Tamanium als Botschafter und Repräsentanten bei den tefrodischen Brudervölkern in Andromeda eingesetzt werden. Bevor die Argyrisa das verdaut hat, wird sie vom Tesqiren Yoqord zur Ordischen Stele gerufen, von der sie einen dringenden Auftrag erhält. Das Konzil der Stelen hat Anzeichen für ein bedrohliches Phänomen entdeckt: Die dys-chrone Drift. Die Stele gibt keine weiteren Informationen preis, bittet die Kaiserin jedoch, sich im Ardin-System nach dem Verbleib der Raumstation Tonne und der Leiche ihres Entdeckers Nos Gaimor zu erkundigen. Die Onryonen können aufgrund von Befangenheit nicht mit dieser Aufgabe betraut werden.

Diese Gelegenheit kann sich Capablanca nicht entgehen lassen. Unter dem Vorwand, eine Vergnügungsreise antreten zu wollen, fliegt sie in Begleitung ihres Hofnarren sowie der Chronotheoretikerin Aichatou Zakara, einer Targia vom Wüstenplaneten Gewas, mit der ONTIOCH ANAHEIM, einem topmodernen, bestens ausgestatteten Schweren Kreuzer der PLUTO-Klasse, zum Planeten Yoopsin. Doch dort befindet sich die Tonne schon nicht mehr. Die 3,5 Kilometer lange flugfähige Station schwebt über dem Gasriesen Proosgard, dem siebten Planeten des Ardin-Systems. Capablanca setzt sich mit dem terranischen Forschungsteam in Verbindung, welches die Tonne schon seit vielen Jahren untersucht. Die Kaiserin hat sich über die Geschichte der Tonne kundig gemacht. Ihren Informationen zufolge ist es in der Tonne im Juli 3459 zu einem Zweikampf zwischen Gaimor und Leticron gekommen. Der Überschwere hatte Gaimor getötet und somit das Recht gewonnen, Perry Rhodans Nachfolge als Erster Hetran der Milchstraße anzutreten. Doch mit dieser Version der Geschichte scheint etwas nicht zu stimmen, wie Capablanca herausfindet, als es ihr mit Hilfe ihres Symbionten Ftempar gelingt, Gaimors Leiche zu finden. Der Tote verschwindet, sobald Capablanca und ihre Begleiter ihn sehen, als habe er nie existiert.

Auf dieses Ereignis angesprochen spielt der Bordrechner der Tonne einen Film ab, auf dem zu sehen ist, wie Gaimor und Leticron Seite an Seite gegen Individualverformer kämpfen. Gaimor riskiert sein Leben, um Leticron zu retten, und wird von diesem aus dem Gefahrenbereich getragen. Der Bordrechner teilt mit, Gaimor habe danach noch zehn Jahre lang im Sanatorium der Tonne gelebt und sei nach seinem Tod desintegriert worden. Zakara hat eine Erklärung für diesen Widerspruch. Sie zitiert das Horawyzsche Theorem, dem zufolge sich im Quantenschaum Spiegelbilder von Geschehnissen erhalten können, die infolge von Chronomanipulationen (also Eingriffen in den Zeitablauf bei Zeitreisen) nichtig geworden sind. Gaimors Leiche war eine solche kontra-kausale Raumzeitplastik, und sie hat sich nur halten können, weil ihr Zustand wie im Fall von Schrödingers Katze unbestimmt war. Die Leiche ist verschwunden, weil sie von Vertretern der jetzt gültigen Zeit gesehen wurde, so dass die neue Zeitlinie auch dieses Detail betreffend zur Realität werden konnte. Capablanca informiert die Stele über diese Erkenntnisse. Sie wird gebeten, den Planeten Kaldik in der Southside aufzusuchen, eine Archivwelt der Galkiden, wo sie ihre in der Tonne gemachten Erfahrungen mit historischen Aufzeichnungen vergleichen soll. Nach Absprache mit Joschannan macht sich die Argyrisa auf den Weg dorthin. Der Resident übermittelt ihr ein Bild, das den aktuellen Zustand der Stele zeigt. Das rot leuchtende Patronit ist von schwarzen Schlieren durchzogen.

Nach neuntägigem Flug nimmt die ONTIOCH ANAHEIM im Peyphrad-System einen neuen Passagier an Bord, dessen nur acht Meter durchmessender Kugelraumer, eine so genannte MIKROBESTIE, vom USO-Kreuzer RUBBER CORTEEN zu diesem Rendezvouspunkt gebracht worden ist. Es ist Monkey.

Währenddessen hat sich Keykil mit einem Schutzanzug ausgerüstet, denn sie denkt nicht daran, sich einschüchtern zu lassen, zumal der Besitz eines Kampfroboters selbst für jemanden wie den Hofnarren illegal sein dürfte. Erneut dringt sie in Toposhyns Haus ein. Als Laplace ein Computerterminal anzapft, explodiert das ganze Anwesen! Keykil überlebt schwer verletzt und kommt in einem Regenerationstank wieder zu sich. Ihr Intendant Dschingiz Brettzeck gibt Rückendeckung und stellt ihr zwei oxtornische Leibwächter zur Seite. Er hat die von Laplace erbeuteten Daten bereits gesehen. Sie zeigen, wie Toposhyn von einer Frau, die er anscheinend kennt, in seinem Haus erschossen und desintegriert wird. Somit stellt sich die Frage, wer oder was sich an Stelle des echten Toposhyn in der ONTIOCH ANAHEIM aufhält ...

Kringels Meinung:

Willkommen im neuen Perryversum! Zumindest eine unbedeutend erscheinende Fußnote der Geschichte jenes fiktiven Universums, in dem Perry Rhodan seine Abenteuer erlebt, wurde "genichtet". Nos Gaimor war während der Konzilsherrschaft in der Milchstraße einer derjenigen, die neuer Erster Hetran werden wollten. Er war Hotrenor-Taaks Favorit, der Überschwere Leticron war ein weiterer Bewerber. Das entscheidende Duell zwischen ihm und Leticron hat in der Tonne stattgefunden. Leticron ist Sieger geblieben und hat Gaimor getötet. Dessen Leiche wurde in der Tonne aufbewahrt, konnte aber nie gefunden werden. Das alles hat sich im Juli 3459 ereignet. So jedenfalls steht es in PR 663 geschrieben, aber das ist jetzt nicht mehr wahr. Wäre es wirklich so gewesen, dann hätte sich die Leiche - immer vorausgesetzt, dass Zakaras Theorie richtig ist - nicht auflösen dürfen. Sie war aber nur eine kontra-kausale Raumzeitplastik, also das Relikt einer Zeitlinie, die nicht mehr existiert. Aber warum war diese Version noch im Bordrechner der ONTIOCH ANAHEIM gespeichert? Gibt es solange zwei parallel existierende Zeitlinien, bis eine völlig verschwindet? Oder ist die neue erst durch das Verschwinden der Leiche richtig "gültig" geworden? Das habe ich nicht verstanden.

Jedenfalls ist das jetzige Perryversum nicht mehr dasselbe, das wir bisher kannten! Man darf sich fragen, inwieweit sich das neue Perryversum sonst noch vom alten unterscheidet, wodurch es entstanden ist (da kommt eigentlich nur die Zeitreise der ATLANC und RAS TSCHUBAI in Betracht) und wie sich das alles auf die Ekpyrosis von GA-yomaad sowie die Hintergründe für die Machenschaften der Atopen auswirkt. Ich bin noch skeptisch, ob ich diese Entwicklung gut finden soll. Haben sich die Autoren dadurch selbst einen Freibrief ausgestellt, um die Perry-Historie zu ignorieren oder völlig umzukrempeln? Möchten sie sich künftig nur mit Quantenschaum-Verwirrungen herausreden können, wenn sie einen Kontinuitätsfehler machen, oder soll die Geschichte radikal umgeschrieben werde? Das wäre dann wirklich eine "Zeitrevolution". Aber ich denke, es wird wohl doch bei einem Revolutiönchen bleiben. Ich kann nur hoffen, dass die Expokraten und Autoren selbst noch durchblicken bei all diesen Zeitverwicklungen!

Dieses Detail ist der einzige entscheidende Punkt in Uwe Antons Roman. Alles andere ist mehr oder weniger Beiwerk, was aber keineswegs heißen soll, dass mir der Roman nicht gefallen hätte! Die Kapriolen des Hofnarren haben bei mir für ein leichtes Schmunzeln gesorgt, das politische Ränkespiel war interessant und ich fand selbst die Aktionen der Reporterin nicht schlecht, weil sie einen anderen als den üblichen Feldherrnhügel-Blick auf die Geschehnisse ermöglichen.

Was die wahre Identität des Hofnarren angeht, habe ich eine bestimmte Vermutung. Man könnte annehmen, der Epsaler sei durch einen Jaj ersetzt worden. Vielleicht wäre das nicht einmal dem schwachen Telepathen Ftempar aufgefallen. Ich glaube aber nicht daran. Ich tippe eher auf den Koda Aratier Attilar Leccore. Schließlich wurde mehrfach erwähnt, der Narr sei nach einer längeren Auszeit zurückgekehrt und wir wissen nicht, wann genau sich der Mord ereignet hat. Es könnte doch sein, dass der Mord gar nichts mit dem aktuellen galaktopolitischen Geschehen zu tun hat und von den Olympiern ausgenutzt wurde, um Leccore heimlich einzuschleusen. Warum sonst sollte ausgerechnet ein Hofnarr ein so wichtiger Berater des Kaiserpaares sein, wie es im Roman gesagt wird?

J. Kreis, 03.01.2016


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Patrick (05.01.2016):

Was das mit der Zeit betrifft: Ich gehe nicht davon aus, dass der Effekt von Dauer sein wird. So wie ich das verstehe, sickert eine falsche Zeitlinie in die Handlungszeitlinie ein (dys-chrone Drift) und die dortige Realität passt sich dieser an, wozu das Verschwinden der Leiche gehört. Ich nehme mal an, dass dies mit dem Zeitriss oder den Geschehnissen in der Vergangenheit die Laren und auch ES betreffend zu tun haben wird. Vermutlich wird am Ende wieder die richtige Zeitlinie hergestellt werden. Alles andere käme einem Ausradieren des Kanons gleich, was ich mir nicht vorstellen kann. Für die Korrektur der defekten Zeitlinie bieten sich die Jenzeitigen Lande oder der ominöse Thez an. Vielleicht reicht es schon, den Zeitriss zu beseitigen.

Das mit dem Verschwinden der Leiche und der gespeicherten Information halte ich, wie auch die pseudowissenschaftliche Erklärung, für simplen Schlendrian. Irgendwie wollte man den Lesern das Szenario begreiflich machen.

"Warum sonst sollte ausgerechnet ein Hofnarr ein so wichtiger Berater des Kaiserpaares sein, wie es im Roman gesagt wird?" - Oder der wichtige Berater gibt sich als einfacher Hofnarr aus.
Dass irgendein Jaj vorkommen wird, geht aus den veröffentlichten Untertiteln der nächsten Bände hervor, worauf Sie wahrscheinlich anspielen.



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